Petrenkos „Elektra“ in der Philharmonie Berlin: Ich trage die Last des Glückes

Die Aufführung begeisterte durch die fulminante Leistung der Philharmoniker, das großartige Sänger-Ensemble verlieh ihr zusätzlich den Rang des Außergewöhnlichen. Kirill Petrenko verwöhnt sein Publikum, das ihn am Ende aber auch, wie alle Beteiligten, mit frenetischem Beifall belohnt.

Richard Strauss: Elektra, Oper in einem Aufzug
(konzertante Aufführung)

Michaela Schuster (Klytämnestra)
Ricarda Merbeth (Elektra)
Elza van den Heever (Chrysothemis)
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Aegisth)
Johan Reuter (Orest)

Kirill Petrenko © Chris Christodoulou

Rundfunkchor Berlin
Berliner Philharmoniker

Kirill Petrenko  Dirigent

Philharmonie Berlin, 4. April 2024

von Peter Sommeregger

Mit großer Spannung wurde diese konzertante Aufführung erwartet, die nach den szenischen Aufführungen in Baden-Baden Petrenkos „Elektra“ auch nach Berlin bringen sollte. Im Vorfeld eine Enttäuschung: die in Baden-Baden noch gefeierte Nina Stemme musste kurzfristig absagen. Gerettet wurde die Aufführung durch das beherzte Einspringen von Ricarda Merbeth, die im Augenblick europaweit DIE Elektra vom Dienst ist. Continue reading “Richard Strauss, Elektra, Oper in einem Aufzug (konzertante Aufführung)
Philharmonie Berlin, 4. April 2024″

DIE  FREITAG-PRESSE – 5. APRIL 2024

Markus Hinterhäuser ©Julia Stix

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden

DIE  FREITAG-PRESSE– 5. APRIL 2024

Markus Hinterhäuser bleibt Intendant der Salzburger Festspiele
Der Vertrag wurde um fünf Jahre – bis 2031 – verlängert, und es gibt eine beiderseitige Auflösungsmöglichkeit. Salzburg – Markus Hinterhäuser bleibt fünf weitere Jahre Intendant der Salzburger Festspiele. Der 66-Jährige hat sich am Donnerstag in einem Hearing vor dem Festspiel-Kuratorium klar durchgesetzt. Sein Vertrag läuft zwar erst Ende September 2026 aus, wegen der Vorlaufzeiten für das Festspielprogramm 2027 war es aber frühzeitig zu einer Neuausschreibung gekommen. Hinterhäuser wurde bis 2031 verlängert, es gibt aber eine beiderseitige Auflösungsmöglichkeit mit 30. September 2029.
DerStandard.at/story

Salzburger Festspiele: Intendant Markus Hinterhäuser wiederbestellt
Die Salzburger Festspiele sind große Oper (und manchmal ein ziemliches Theater), in der Intendantenfrage aber setzte man nun keinen dramatischen Schlusspunkt: Markus Hinterhäuser bleibt bis 2031 im Amt. Jedenfalls, wenn es beide Seiten wollen: Teil der am Donnerstagabend vom Kuratorium bekannt gegebenen Vertragsverlängerung ist die Option, dass man sich schon am 30. 9. 2029 im Einvernehmen voneinander verabschieden kann, wenn es beide Seiten wollen. Hinterhäuser hatte im Vorfeld nach KURIER-Informationen eine dreijährige Verlängerung angestrebt, um auf den Weg gebrachte Projekte über 2026 hinaus selbst abschließen zu können.
Kurier.at

Wien
Sommernachtskonzert in Schönbrunn: Andris Nelsons dirigiert
Am 7. Juni findet heuer wieder das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker im Schlosspark Schönbrunn statt. Lise Davidsen singt, auf dem Programm stehen Wagner, Verdi und Smetana.
DiePresse.com Continue reading “DIE  FREITAG-PRESSE – 5. APRIL 2024
klassik-begeistert.de”

Der Wechsel-Abend in Wiesbaden: „Siegfried“ bleibt immer ein guter Siegfried

Hessisches Staatstheater Wiesbaden ©  31. März 2024

Richard Wagner, Siegfried

von Dr. Bianca Maria Gerlich

Drama um „Siegfried“! Am späten Freitagabend hatte Klaus Florian Vogt die Hauptrolle indisponiert absagen müssen und es war gar nicht so leicht gewesen zu Ostern Ersatz für diese Wahnsinnsrolle zu finden. Zum Glück sprang Stefan Vinke ein. Dabei blieb es aber nicht. Nur zwei Stunden vor der Aufführung sagte der Dirigent Michael Güttler, plötzlich von Schüttelfrost und Fieber geplagt, ab. Es übernahm zum Glück Holger Reinhardt, der in Wiesbaden zwar als Dirigent arbeitet und u.a. „Lohengrin“ in dieser Saison schon geleitet hat, aber eben noch nie den „Siegfried“. Premiere für ihn! Continue reading “Richard Wagner, Siegfried
Hessisches Staatstheater Wiesbaden, 31. März 2024″

Hamburg: Herzergreifender Weltklasse-Gesang trifft auf eine klatschige Cavalleria-rusticana-Regie und ein lustlos spielendes Mascagni-Orchester

Staatsoper Hamburg, 1. April 2024

Ekaterina Gubanova © Gulbenkian Música

Cavalleria rusticana                                                                                                                    Musik von Pietro Mascagni

Libretto von Giovanni Targioni-Tozzetti und Guido Menasci nach Giovanni Verga

Pagliacci
Musik und Libretto von Ruggiero Leoncavallo

Typisch Hamburgische Staatsoper: Ein herausragendes Gesangs-Ensemble um Ekaterina Gubanovas Santuzza singt das Orchester in Grund und Boden. Diesmal kann auch Giancarlo Del Monacos Regie des Cavalleria Rusticana/Pagliacci Doppelabends nicht überzeugen. Doch im Ohr bleiben vor allem die durchwegs mindestens souverän strahlenden Stimmen.

von Johannes Karl Fischer

Fast die gesamte Cavalleria rusticana – also die erste Hälfte des Opernabends – saß ich inmitten sehr vielen freien Plätzen zu Tränen gerührt in der Hamburgischen Staatsoper. Grund dafür war vor allem Ekaterina Gubanovas sensationelle, herzergreifend mitreißende Santuzza. Das war einer der besten Gesangsleistungen der letzten Jahre an diesem Haus, so emotional mitgenommen hat kaum eine Sängerin der letzten Zeit. Aus ihrem tiefen, intensiven Mezzo strahlen zwei Noten, sofort fühlt man die volle Wucht der emotional-eifersüchtigen Liebe dieser Figur. Continue reading “Cavalleria rusticana / Pagliacci
Staatsoper Hamburg, 1. April 2024″

Fulminante Entdeckungen: Christian Thielemann und die Berliner Philharmoniker mit einem flammenden Plädoyer für den frühen Bruckner

Christian Thielemann © Frederike van der Straeten

Anton Bruckner

Sinfonie f-moll
Sinfonie d-moll

Berliner Philharmoniker
Musikalische Leitung: Christian Thielemann

Philharmonie Berlin, 29. Februar 2023

von Kirsten Liese

Es ist doch zu schade, dass so große Bruckner-Dirigenten wie Eugen Jochum, Günther Wand und allen voran Sergiu Celibidache, der weiland eine Lanze für den Komponisten brach wie kein Zweiter, nicht mehr befragt werden können, warum sie dessen 1863 entstandene f-moll-Sinfonie und die 1869 vollendete d-moll-Sinfonie nie dirigiert haben. Schließlich handelt es sich bei diesen sehr selten aufgeführten Werken mitnichten um noch unbeholfene Gehversuche eines Anfängers, als vielmehr um bereits meisterlich instrumentierte Werke, die –  wie Christian Thielemann treffend bemerkt – spannende Einblicke in Bruckners Werkstatt geben. Continue reading “Anton Bruckner, Sinfonie, f-moll, Sinfonie d-moll
Philharmonie Berlin, 29. Februar 2023″

Benjamin Grosvenor triumphiert mit Busonis monumentalem Klavierkonzert

Berliner Philharmonie © Heribert Schindler

Das Publikum zeigt sich am Ende ehrlich begeistert, und überschüttet Grosvenor mit ausdauerndem Applaus. Dem bleibt am Ende nichts Anderes übrig, als Schumanns „Abendlied“ als Zugabe zu spielen. Mit dem Busoni-Konzert hat sich Grosvenor nachdrücklich in die Berliner Konzert-Annalen eingetragen!

Ethel Smyth
Ouvertüre zu The Wreckers

Robert Schumann
Symphonie Nr. 3 „Rheinische“

Ferruccio Busoni
Konzert für Klavier und Orchester

mit Männerchor

Benjamin Grosvenor  Klavier
Herren des Rundfunkchores Berlin
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Robin Ticciati  Dirigent

Philharmonie Berlin, 24. Februar 2024

von Peter Sommeregger

Ein in seiner Vielfalt ungewöhnliches Konzertprogramm hatte Robin Ticciati für diesen Abend zusammengestellt. Erfreut registriert man, dass die britische Komponistin Ethel Smyth allmählich, immerhin 80 Jahre nach ihrem Tod, häufiger auf Spielplänen erscheint. Ticciati hatte in London und vor Ort 2022 bereits konzertante Aufführungen der „Wreckers“ zum Erfolg geführt, an diesem Abend macht die Ouvertüre erneut Appetit auf das gesamte Werk. Continue reading “Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Robin Ticciati Dirigent, Benjamin Grosvenor Klavier
Philharmonie Berlin, 24. Februar 2024″

Das Freiburger BarockConsort beschert Berlin einen weiteren Monteverdi-Volltreffer

L’Orfeo, Philharmonie Berlin © JF

Nach einer völlig überragenden Poppea an der Lindenoper vor gut einem Jahr gelingt in Berlin mit einem konzertanten Orfeo ein weiterer Monteverdi-Volltreffer. Mit Zinken, Pauken und brillanten Stimmen bringen die Barockspezialisten aus Freiburg die feurige Monteverdi-Oper ganz ohne Bühnenbild zum Feiern.   

L’Orfeo
Musik von Claudio Monteverdi
Libretto von Alessandro Striggio

konzertante Aufführung

Philharmonie Berlin, 18. Februar 2024

Zürcher Sing-Akademie
Freiburger BarockConsort
René Jacobs, Leitung & Szenische Konzeption

von Johannes Karl Fischer

Eine gute Flasche Wein in den Händen des Unterwelt-Fährmanns Charon, ein auf der Konzertbühne tanzender Chor, mehr braucht es auch nicht für einen lebhaften Monteverdi-Orfeo. Ganz ohne Bühnenbild entsteht eine Stimmung so feurig, dass selbst die Geigen und Flöten in den Tanz mit einstimmen. Als säße man auf einer italienischen Piazza und bekäme spontan ein Opernspektakel vorgespielt! Continue reading “Claudio Monteverdi, L’Orfeo
Philharmonie Berlin, 18. Februar 2024″

DIE FREITAG-PRESSE – 9. FEBRUAR 2024

© Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE FREITAG
-PRESSE – 9. FEBRUAR 2024

Ein opulenter Opernball 2024 ging munter zu Ende (70 Fotos)
Man könnte meinen, der Opernball 2024 hat den vorherigen getoppt. Die Gäste wollten einfach nicht nach Hause. Nicht einmal Richard Lugner, der seinen Stargast Priscilla Presley pünktlich um Mitternacht verabschiedete und sich anschließend wieder zurück in seine Loge begab. Die Wiener Staatsoper war Donnerstagabend ein Dschungel. In jeder Ecke funkelnde Kleider, das ein und andere gar geschmückt mit farbenfrohen Federboas. Dazu pinke Riesenrosen, die von der Decke hingen und die Oper noch eindrucksvoller wirken ließen. Man kam sich beim 66. Wiener Opernball vor, wie in einem Paradies. Der rote Teppich auf der Feststiege wartete förmlich darauf, dass ihn die Prominenz betritt. Und gegen 20.45 Uhr war es dann auch so weit.
meinbezirk.at/wien

Presley kam im Glitzerkleid, Van der Bellen als „Geisterfahrer“: Opernball zum Nachlesen
Der 66. Opernball in der Wiener Staatsoper wurde eröffnet. Hier finden Sie den Liveticker zur Nachlese.
Kurier.at

Stars, Tratsch & Roben
Riesiges Promi-Getümmel beim 66. Wiener Opernball
Alles Walzer und viel Vergnügen! Das ließ sich Richard Lugners heuriger Stargast nicht zweimal sagen. Elvis-Ex-Frau Priscilla Presley war beim Wiener Opernball 2024 in ihrem Glitzerkleid einer der Logen-Hingucker und wagte sich mit Mörtel am Ende auch noch aufs Tanzparkett.
krone.at

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So schön kann Sterben sein...

Daniele Gatti © Jess Frohman

Schon beim Lesen des Programms wird die bedrückende Atmosphäre einer dunklen Nacht, des Vergehens und des Sterbens spürbar. Daniele Gatti verdeutlicht mit den Berliner Philharmonikern die thematischen und musikalischen Verbindungen zwischen den drei Werken des heutigen Programms auf fühlbare Weise. Er transportiert deren gemeinsame Stimmung. Am Ende des Abends bleibt nicht die befürchtete bleierne Schwere, stattdessen erwacht ein erhebendes Gefühl in der Seele: Verklärung.


Arnold Schönberg

Verklärte Nacht, op. 4 (Fassung für Streichorchester von 1943)

Richard Strauss
Tod und Verklärung, op. 24

Richard Wagner
Tristan und Isolde: Vorspiel und Isoldes Liebestod

Berliner Philharmoniker
Dirigent: Daniele Gatti

Philharmonie Berlin, 2. Februar 2024 

von Petra und Dr. Guido Grass

In diesem Jahr jährt sich Arnold Schönbergs Geburtstag zum 150ten Male. Die Berliner Philharmoniker widmen ihm daher einen der Schwerpunkte ihrer Saison, begleitet von einer kleinen, aber erkenntnisreichen Ausstellung im Foyer der Philharmonie. Continue reading “Berliner Philharmoniker, Dirigent Daniele Gatti
Philharmonie Berlin, 2. Februar 2024 “

Petrenko eröffnet das Schönberg-Jahr mit einer begeisternden „Jakobsleiter“

Kirill Petrenko © Stephan Rabold

Arnold Schönberg

Kammersymphonie Nr. 1

Die Jakobsleiter, Oratorium

Gabriel   Wolfgang Koch
Ein Berufener   Daniel Behle
Ein Aufrührerischer   Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Ein Ringender   Johannes Martin Kränzle
Der Auserwählte   Gyula Orendt
Der Mönch   Stephan Rügamer
Der Sterbende   Nicola Beller Carbone
Die Seele   Liv Redpath, Jasmin Delfs

Rundfunkchor Berlin
Kirill Petrenko

Philharmonie Berlin, 25. Januar 2024

von Peter Sommeregger

Der Komponist Arnold Schönberg, 1874 in Wien geboren, gehört zu den prominenten Jubilaren des Jahres 2024. Aufführungen seiner Werke finden zwar auch sonst nicht selten statt, aber in seinem Fall muss man die verstärkte Präsenz auf den Konzertprogrammen begrüßen, so kommen doch auch selten gehörte Stücke Schönbergs zur Aufführung.

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Philharmonie Berlin, 25. Januar 2024″