Das Programm der Wiener Staatsoper 2020/21: Jahrhundertstimmen sorgen für Sternstunden – Anna Netrebko und Elīna Garanča singen im Haus am Ring

Das Programm der Wiener Staatsoper 2020 / 2021  klassik-begeistert.de, Wiener Staatsoper

Foto: Elina Garanca und Herausgeber Andreas Schmidt im Wiener Konzerthaus © Andreas Schmidt

Die Wiener Staatsoper, das bedeutendste Opernhaus der Welt, hat die Spannung aus der für diesen Sonntagabend mit Spannung erwarteten Präsentation des Spielplanes 2020/21 herausgenommen und das Programm bereits auf ihrer Homepage präsentiert.Damit wird aus der Präsentation an diesem Abend auf ORF III (21.30 Uhr) eine reine Unterhaltungssendung. Es ist unter anderem Anna Netrebko zu hören, die im leeren Haus eine Arie singt. Der designierte Direktor Bogdan Roščić  sprach im Vorfeld von einem bewegenden Moment.

Zu den Höhepunkten der kommenden Saison zählen die Auftritte der Mezzosopranistin Elīna Garanča als Kundry in Richard Wagners Lebensabschiedsoper „Parsifal“ (Neuinszenierung ab 1. April 2020) sowie von Anna Netrebko als Tosca in Giacomo Puccinis gleichnamiger Oper (ab 11. Dezember 2020) sowie als Lady Macbeth in Giuseppe Verdis Oper „Macbeth (ab 14. Juni 2021).

 

Anna Netrebko und Herausgeber Andreas Schmidt in der Wiener Staatsoper © Andreas Schmidt

Peter Fässlacher spricht im Verlauf der Sendung mit Bogdan Roščić, zugeschaltet sind Philippe Jordan und Martin Schläpfer. Über ihre Pläne in der kommenden Saison sprechen Anna Netrebko, Jonas Kaufmann, Elīna Garanča und Asmik Grigorian, sowie die Regisseure Barrie Kosky, Simon Stone, Hans Neuenfels und Calixto Bieito.

Musikalische Höhepunkte sind die Auftritte der Mezzosopranistin Patricia Nolz mit „Morgen!“ von Richard Strauss, des Bassisten Peter Kellner mit „Se vuol ballare“ aus „Le nozze di Figaro“ und von Anna Netrebko mit Puccinis „In quelle trine morbide“.

Die Sendung ist in der ORF-TVTHEK als Live-Stream sowie sieben Tage als Video-on-Demand weltweit kostenlos bereitgestellt. Weiters ist sie auch live auf der Klassikplattform FIDELIOzu sehen.

https://www.wiener-staatsoper.at/spielzeit-202021/

Wiener Staatsoper, (c) M. Pöhn

Die Kleine Zeitung schreibt: „Wenn alles nach Plan läuft, wird Roščić seine Ära mit „Madama Butterfly“ beginnen. Asmik Grigorian singt die Titelrolle in einer Inszenierung des 2008 verstorbenen Film- und Theaterregisseurs Anthony Minghella, die 2005 in London Premiere hatte. Dass unter den zehn Premieren der Saison einige solche Übernahmen sind, ist  Roščićs Vorhaben geschuldet, keine Revolution auszurufen und auf Raritäten und Uraufführungen zu setzen, sondern möglichste viele Kernstücke des Repertoires so schnell wie möglich szenisch zu erneuern. Dabei ersetzt mitunter Altes das noch Ältere: Die „Carmen“-Regie von Franco Zeffirelli wird von einer Calixto Bieitos abgelöst, die bereits an 29 Häusern zu sehen war. Aber es gibt spektakulär Neues: wie etwa Wagners „Parsifal“ mit Jonas Kaufmann und Elīna Garanča, inszeniert vom in Hausarrest befindlichen russischen Regimekritiker Kirill Serebrennikov.“

Jonas Kaufmann, Sony Classical (c)

„Zehn Saisonpremieren sind außergewöhnlich“, so die Kleine Zeitung, „hatte doch überhaupt erst Vorgänger Dominique Meyer die Anzahl auf sechs erhöht. Ab der Saison 2021/22 wird sich das wieder „normalisieren“, unter Beibehaltung des eingeschlagenen Weges: In den Folgesaisonen inszeniert Barrie Kosky Mozarts Da-Ponte-Trilogie neu, Simon Stone widmet sich „Wozzeck“ und Calixto Bieito „Tristan“.“

Philippe Jordan, (c) Wiener Konzerthaus

„Wegbegleiter bei der Erneuerung sind Musikdirektor Philippe Jordan, der aus Paris nach Wien kommt, und der Ballettchef Martin Schläpfer“, schreibt die Kleine Zeitung. „Jordan wird nicht nur drei Premierenproduktionen dirigieren, sondern auch im Repertoirealltag gegenwärtig sein: So studiert er den „Rosenkavalier“ neu ein und steht auch bei den Folgeaufführungen in den nächsten Jahren am Pult. Roščić erklärt, das hauseigene Sängerensemble besonders stark ins Licht rücken zu wollen – obwohl die Opernstars natürlich weiterhin gastieren werden.“

Die Premieren im Überblick

Madama Butterfly
von Giacomo Puccini
Dirigent: Philippe Jordan
Inszenierung: Anthony Minghella
7. September 2020

Die Entführung aus dem Serail
von Wolfgang Amadé Mozart
Dirigent: Antonello Manacorda
Inszenierung: Hans Neuenfels
12. Oktober 2020

Eugen Onegin
von Pjotr I. Tschaikowski
Dirigent: Tomas Hanus
Inszenierung: Dmitri Tscherniakov
25. Oktober 2020

Das verratene Meer
von Hans Werner Henze
Dirigentin: Simone Young
Inszenierung: Jossi Wieler, Sergio Morabito
13. Dezember 2020

Carmen
von Georges Bizet
Dirigent: Andrés Orozco-Estrada
Inszenierung: Calixto Bieito
6. Februar 2021

La Traviata
von Giuseppe Verdi
Dirigent: Giacomo Sagripanti
Inszenierung: Simon Stone
4. März 2021

Parsifal
von Richard Wagner
Dirigent: Philippe Jordan
Inszenierung: Kirill Serebrennikov
1. April 2021

Faust
von Charles Gounod
Dirigent: Bertrand de Billy
Inszenierung: Frank Castorf
23. April 2021

L’incoronazione di Poppea
von Claudio Monteverdi
Dirigent: Pablo Heras-Casado
Inszenierung: Jan Lauwers
22. Mai 2021

Macbeth
von Giuseppe Verdi
Dirigent: Philippe Jordan
Inszenierung: Barrie Kosky
10. Juni 2021

Wiederaufnahmen:

Elektra
von Richard Strauss
Dirigent: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Harry Kupfer
8. September 2020

Don Carlos
von Giuseppe Verdi
Dirigent: Bertrand de Billy
Inszenierung: Peter Konwitschny
27.September 2020

Le Nozze di Figaro
von Wolfang Amadé Mozart
Dirigent: Philippe Jordan
Inszenierung: Jean-Pierre Ponelle
24. Jänner 2021

Ballettpremieren:

Hollands Meister
Choreografie: Leon & Lightfoot, van Manen und Kylian
20. September

Mahler, live
Choreografie: Martin Schläpfer und Hans von Manen
24. November

Ein deutsches Requiem
Choreografie: Martin Schläpfer
30. Jänner 2021

Promethean Fire
Choreografie: Taylor, Schläpfer, Morris
15. Mai 2021

A Suite of Dances
Choreografie: Georges Balanchine, Jerome Robbins
23. Mai 2021

Tänze Bilder Sinfonien
Choreografie: Balanchine, Ratmansky, Schläpfer
26. Juni 2021

www.wiener-staatoper.at

klassik-begeistert.de, 26. April 2020

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