DIE DIENSTAG-PRESSE – 23. DEZEMBER 2025

DIE DIENSTAG-PRESSE – 23. DEZEMBER 2025

Fidelio, Nazmi, Byström © Werner Kmetitsch

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 23. DEZEMBER 2025

Wien/Staatsoper
„Fidelio“-Neuproduktion an der Wiener Staatsoper: Direktor Bogdan Roščić setzt auf die falschen Pferde
Kein großer Wurf. Die Maulpuppen von Regisseur Nikolaus Habjan erfüllen keinen Zweck, zumindest bei Beethovens „Fidelio“, einer Neuproduktion an der Wiener Staatsoper. Der Rest erweckt ebenfalls keine „namenlose Freude“… Nicht, dass die Puppen aus der Reihe tanzen, sie sind einfach überflüssig. Im Gegensatz zur „Salome“-Produktion 2020 am Theater an der Wien vermitteln sie keinen Mehrwert. Dort hatte die lebensgroße Puppe mit ihren starrenden Augen einen Sinn. Alle Blicke waren auf Salome gerichtet. Beängstigend war es, wie die Augen der Puppe aufgerissen waren. Beim „Fidelio“ funktionieren sie als Verstärker der Emotionen nicht. Somit sind sie nur eines: ein enormer Mehraufwand für Sänger, die ohnehin genügend mit der Partitur zu kämpfen haben.
Klassik-begeistert.de

Wien
„Messiah“: Der Arnold Schönberg Chor erzeugt Klang aus Wärme und Licht
Händels Oratorium „Messiah“ unter der Leitung von Erwin Ortner im Wiener Musikverein – mit der Lautten Compagney Berlin und dem Arnold Schönberg Chor. Die Uhr tickt. Der Adventkalender ist fast schon zur Gänze geplündert, das Nervenkostüm zerrüttet (Geschenke!), der Energiespeicher leer (Arbeit!). Wenige Tage vor dem Fest der Geburt Christi erreicht die pränatale Depression traditionell ihren Höhepunkt. Und auch den Konzerthäusern bleibt nur noch wenig Zeit, diverse Weihnachtsoratorien und Adventsingen an das p.t. Publikum zu bringen. Der Musikverein offerierte vier Tage vor Weihnachten noch schnell Händels Messiah.
DerStandard.at

„Christmas in Vienna“: Stimmungsvolles mit großen Namen (Bezahlartikel)
Das Musik-Event wartete auch heuer wieder im Konzerthaus mit exzellenten Sängerinnen, Sängern, Chören und Musikern auf.
Kurier.at

Konzert im Musikverein: Bei Welser-Möst lodert das Beethoven’sche Feuer (Bezahlartikel)
Der Dirigent brillierte mit den Wiener Philharmonikern bei einem auf Beethoven fokussierten Programm.
Kurier.at

Wien/MusikTheater an der Wien
Zwischen Mozart, mau und miau: „Der Stein der Weisen“ im Theater an der Wien
(Bezahlartikel)
Die Münchner Hofkapelle und tolle junge Sänger ließen das Fast-von-Mozart Singspiel „Der Stein der Weisen“ aufleben.
DiePresse.com

20.12.25 „Der Stein der Weisen oder Die Zauberinsel“, Theater an der Wien, konzertant
Ein Jahr vor der „Zauberflöte“ wurde am Freihaustheater auf der Wieden das Singspiel „Der Stein der Weisen oder Die Zauberinsel“ uraufgeführt. In einer konzertanten Aufführung im Theater an der Wien konnte sich das Publikum jetzt selbst ein Bild davon machen, ob und wie stark dieses Werk als Vorbild für die „Zauberflöte“ gedient haben könnte.
operinwien.at

Gestorben wird immer – „Killing Carmen“ in Wien:
eine Perspektive der besonderen Art auf den Repertoireklassiker. Zum vorweihnachtlichen Premierenreigen der Wiener Bühnen gehörte neben den beiden Großereignissen in der Staatsoper (Nikolaus Habjans „Fidelio“) und dem Burgtheater (deutschsprachige Erstaufführung von Simon Stones selbstinszenierter Ibsenüberschreibung „Ferienhaus“) auch das Theater in der Josefstadt (mit dem von Andrea Breth inszenierten Einfraustück über Joseph Goebbels Sekretärin „Ein deutsches Leben“) und die Volksoper (mit einer neuen Ballettkreation über Marie Antoinette). Bereits im Oktober kam dort eine außergewöhnliche Variante des Opernrepertoire-Filetstücks „Carmen“ heraus.
NeueMusikzeitung/nmz.de

Berlin/Staatsoper
100 Jahre nach der Uraufführung: Christian Thielemann dirigiert Wozzeck in Berlin
Vor genau 100 Jahren, im Dezember 1925, wurde Alban Bergs Wozzeck in Berlin uraufgeführt. Die Berliner Staatsoper nahm dies zum Anlass, Andrea Breths Inszenierung von 2011 noch einmal zu zeigen. Die Bühne (Bühnenbild: Martin Zehetgruber) zeigt im ersten Teil eigentlich nur einen schmalen trapezförmigen Ausschnitt, in dem kammerspielartig verdichtet die Figuren in Beziehung zueinander gesetzt werden. Der Soldat Wozzeck rasiert seinen Hauptmann, stellt sich einem Arzt für Experimente zur Verfügung, versucht irgendwie an Geld zu kommen, denn zu Hause ist Marie, mit der er einen unehelichen Sohn hat. Sympathien für Wozzeck hat auf der Bühne niemand, alle nutzen ihn aus.
Von Julian Führer
Klassik-begeistert.de

Hamburg
Auf den Punkt 82: Il signor Wellber parla italiano…
Sein Klangideal ist der Deutsche Klang, hat mir Omer Meir Wellber vor gar nicht langer Zeit verraten. Den genauen Wortlaut lesen Sie bitte hier bei klassik-begeistert in unserem großen Interview mit dem neuen Hamburger Generalmusikdirektor. Gleich in seiner ersten Spielzeit dann die Überraschung, Gaetano Donizettis Melodramma giocoso L’elisir d’amore hat sich der Maestro vorgeknöpft… ob sich das mit seinem Klangideal verträgt?  Das konnte nur granatenmäßig in die Hose gehen… oder doch nicht?
Von Jörn Schmidt
Klassik-begeistert.de

„In Fris­co ist der Teu­fel los“
Operetten und Musicals aus der DDR sind im Aufwind. Vor anderthalb Jahren hat die Komische Oper Berlin mit „Messeschlager Gisela“ Erfolge gefeiert, jetzt wird mit „In Frisco ist der Teufel los“ nachgelegt
radiodrei.de

Operette „In Frisco ist der Teufel los“: Klassenkampf an der Komischen Oper (Bezahlartikel)
Die Komische Oper will das „heitere Musiktheater“ aus DDR-Zeiten dem Vergessen entreißen. Bei „In Frisco ist der Teufel los“ von Guido Masanetz klappt das jetzt ganz hervorragend.
Tagesspiegel.de

Frankfurt
„Punch and Judy“ Oper im Bockenheimer Depot
Die Oper in einem Akt Punch and Judy des englischen Komponisten Harrison Birtwistle (1934-2022) ist ein Mordsspektakel, ein Puppenspiel, das an die derbe Tradition des englischen Jahrmarkts erinnert und sich auf Figuren der Commedia dell’arte bezieht. Und das in einer maßlos überzogenen Weise. Gewalt, schwarzer Humor, surrealistische Momente prasseln auf die Zuschauer ein, die am Ende der Frankfurter Erstaufführung die buchstäblich irre zweistündige Inszenierung bejubelten.
frankfurt-live.com

Mainz
„Das Leben besteht aus Details“
Gabriel Venzago hat in dieser Spielzeit sein Amt als Generalmusikdirektor und Chefdirigent in Mainz angetreten.
concerti.de

Hof
Abstrakte Show ­– Emmerich Kálmáns „Bajadère“ in Hof (Bezahlartikel)
Von den über 20 Operetten des ungarischen Komponisten sind „Die Csárdásfürstin“, „Gräfin Mariza“ und „Die Zirkusprinzessin“ wohl die bekanntesten, die auch noch regelmäßig auf dem Spielplan stehen. „Die Bajadère“ hingegen ist selbst in den gängigen Operettenführern kaum zu finden.
NeueMusikzeitung/nmz.de

„Die Bajadère“ am Theater Hof: Weit weg von Bollywood
Die Operette liebt exotische Außenseiter: chinesische Prinzen, menschenfressende Südsee-Insulaner oder indische Tempeltänzerinnen – wie in der „Bajadère“. Allerdings ist die Titelfigur in Emmerich Kálmáns gleichnamiger Operette nur eine Rolle, gespielt von einer Pariser Operettendiva. In deren Darstellung der Bajadère verliebt sich ein indischer Prinz. Theater auf dem Theater also und der Beginn eines erotischen Experiments, in dem es um Rollenzuschreibungen, echte und falsche Identitäten geht. Eine Operette, wie gemacht für Bollywood!
BR-Klassik.de

Paris
Leichte Muse in Frankreich: Die Kunst des musikalischen Esprits
Alle kennen Jacques Offenbach, aber sein Zeitgenosse Hervé war in seinen Operetten nicht weniger pfiffig. Vor 200 Jahren wurde er geboren. Und der Palazzetto Bru Zane feiert mit ihm Frankreichs Geist im Leichten.
FrankfurterAllgemeine.net

Düsseldorf
An diesem Abend entfaltet sich in Düsseldorf zwischen Klassik und romantischer Klanggewalt pure Ekstase
Wie lässt sich ein Jahr gut zu Ende führen? Eine Idee: Man krönt es mit genialer Musik. Kurz vor Weihnachten möchten die Düsseldorfer Symphoniker diesen Anspruch erfüllen und locken mit einem aufsehenerregenden Programm ins Konzert. Unter dem Taktstab der jungen norwegischen Dirigentin Tabita Berglund (36) findet sich zwischen Klassikern und waghalsigen Experimenten etwas für jeden Geschmack. Heraus kommt ein Abend, der sowohl Musiker als auch Publikum alles abverlangt.
Von Daniel Janz
Klassik-begeistert.de

Den Haag
Zwischen Himmel und Erde: Nederlandse Bachverenigung mit der h-Moll-Messe
Nachdem die Nederlandse Bachvereniging 2025 mit eingeladenem Leiter Richard Egarr und drei Bachkantaten begonnen hatte, aus denen Johann Sebastian Bach Teile für sein Meisterwerk der h-Moll-Messe recycelte, beschlossen Cembalo-Dirigent und Ensemble das Jahr auch gemeinsam, nun mit der Aufführung der ganzen Missa.
bachtrack/com

Links zu englischsprachigen Artikeln

Wien
Misconceived and clichéd: the puppetry of the new Vienna Fidelio eclipses its singers and orchestra
seenandheard-international.com

Paris
Life in the Faust lane
Théâtre de l’Athénée Louis-Jouvet mounts a raucous production of Hervé’s Le petit Faust.
parterre.com

Utrecht
Edward Gardner conducts an emotional L’Enfance du Christ in Utrecht
bachtrack.com/de

London
Jonas Kaufmann: I will not work in Britain again because of the pay (Subscription required)
Opera singer Jonas Kaufmann has suggested low fees in London are making it an untenable destination to perform
thestage.co.uk

Bach, Kuhnau, Vox Luminis, Wigmore Hall review
The splendour of musical democracy Music illuminates the heart at the darkest time of the year
theartsdesk.com

MacMillan’s Christmas Oratorio review – a magical choral performance
TheGuardian.com

New York
Amahl and the night visitors: Kid’s stuff or what?
Kenny Leon strategically stages Gian Carlo Menotti’s 45-minute chamber opera
nystagereview.com

Boston
Top Ten Performances of 2025
bostonclassicalreview.com

Philadelphia
A didactic Decameron: The Seasons at Opera Philadelphia
bachtrack.com/de

Review: ‘The Seasons’ Jumbles Warnings About Climate Crisis (Subscription required)
An operatic Vivaldi pastiche, with a new story by Sarah Ruhl, offers an ambivalent message about how art can make people pay attention.
TheNewYorkTimes.com

Obituary
Mezzo-Soprano Yvonne Naef Dies at 68
operawire.com

Mezzo-soprano Kiki Morfoniou Passes Away
operawire.com

Ballett/Tanz

Wien/Staatsballett in der Volksoper
Vom Fächertanz zum Schafott: „Marie Antoinette“ an der Wiener Volksoper
Thierry Malandains Ballett feierte Premiere – mit ungewöhnlicher Musik und Brückenschlägen zwischen Barock und Gegenwart.
Kurier.at

„Marie Antoinette“: Eine Medusa für die Königin an der Volksoper
Die Wiener Volksoper präsentiert ein neues „Marie Antoinette“-Ballett, diesmal in der Choreografie von Thierry Malandain
DerStandard.at

München/Nationaltheater
Die Verschmelzung von Tanz und Musik, in der ich ganz im Moment bin, die geschieht an diesem Abend in mir lediglich punktuell
Im Basketball nennt man es Spacing: die Verteilung der ausführenden Personen im Feld, so dass mit Pässen und Laufwegen eine Person frei zum Wurf kommt. Forsythe setzt seine Ensembleszenen genau so in den Bühnenraum. Perfekt positioniert, nicht nur für die ausgeführte Figur, sondern auch für die kommende. Zu sieben Songs von James Blake choreographierte William Forsythe 2016 für die Pariser Oper diese dreißig Minuten genannt Blake Works I. In I need a forest fire, Waves know shores und Two men down kommt dieses Spacing überwältigend gut zur Geltung.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

Rock/Pop

„Driving Home for Christmas“-Star Chris Rea (74) ist tot
Der Musiker starb am Montagmorgen nach kurzer Krankheit. Das hat seine Familie gegenüber BBC bestätigt. Rea wurde weltweit vor allem durch seinen Kult-Weihnachtssong „Driving Home for Christmas“ bekannt, der in der Advents- und Weihnachtszeit seither regelmäßig in den Charts auftaucht und zu einem festen Bestandteil der Saison geworden ist.
oe24.at

Sprechtheater

Berlin
Schillers „Die Räuber“ am Deutschen Theater: Laberflash vor der gelben Wand (Bezahlartikel)
Vom Lesedrama zum Rededrama. Claudia Bossard inszeniert Schillers Klassiker am Deutschen Theater als Diskurs-Potpourri im Retro-Chic. Das Reclam-Regal probt den Aufstand.
Tagesspiegel.de

F.A.Z.-Rückblick 2025: Das sind die zehn besten Theaterinszenierungen des Jahres (Bezahlartikel)
In der vergangenen Theatersaison gab es einige herausragende Inszenierungen im In- und Ausland zu sehen. Cate Blanchett hat genauso geglänzt wie Matthias Brandt oder August Diehl. Hier sind zehn Highlights.
FrankfurterAllgemeine.net

Wien/Theater in der Josefstadt
Eine äußerst pflichtbewusste Stenotypistin
(Bezahlartikel)
Mehr Dokumentation als Theater: Andrea Breth inszeniert „Ein deutsches Leben“ am Theater in der Josefstadt. Vor allem ein Satz der ehemaligen Sekretärin von Goebbels dröhnt noch lange nach.
FrankfurterAllgemeine.net

Gmunden
„Weiterspielen“ verhilft Inszenierungen zu einem zweiten Bühnenleben
„Theaterwiederbelebungsprojekt“ bringt bereits ausgemusterte Produktionen an Gastspielhäuser, so kommt „Das Kalkwerk“ aus Berlin nach Gmunden
DerStandard.at

Film

Hollywood
Lars Eidinger wird Schurke im neuen „Superman“-Film
Der Berliner Schauspieler Lars Eidinger bekommt in Hollywood eine große Rolle im neuen „Superman“-Film. Man sei weltweit auf der Suche nach dem Schurken im Film „Man of Tomorrow“ gewesen, schrieb Regisseur James Gunn auf Instagram. Eidinger habe es an die Spitze geschafft.
deutschlandfunk.de

Medien

Österreich
Die geistigen Greise vom Küniglberg und die Abschaffung des El-Gawhary.
Seuchenkolumne. Nachrichten aus der vervirten Welt 1762
Falter.at

Feiertags-Blues: Jeder Dritte vertraut sich KI an
Neue Kaspersky-Erhebung zeigt Nutzung von Chatbots als emotionale Stütze – Datenschutz ratsam. Laut einer aktuellen Umfrage des IT-Security-Spezialisten Kaspersky in zwölf Ländern vertrauen sich weltweit fast drei von zehn Personen über die Feiertage einer Künstlichen Intelligenz (KI) an, wenn sie sich niedergeschlagen fühlen. Heruntergebrochen auf Deutschland sind es immerhin noch 17 Prozent.
pressetext.com

Wetter

Ende der Durststrecke?
Weiße Weihnachten: Chancen so hoch wie lange nicht
Sie lebt – die Chance auf weiße Weihnachten, vor allem im Süden, aber auch im Osten Österreichs. Hier stehen die Chancen so gut wie schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht. Lediglich im Westen des Landes wird eine geschlossene Schneedecke immer unwahrscheinlicher.
krone.at

Wirtschaft

Österreich
Sparkurs hin, Inflation her: Weihnachtsgeschäft läuft gut und stützt Trendwende im Handel
Die Menschen in Österreich sind in Kauflaune, der Handel erwartet erstmals seit zwei Jahren wieder reales Umsatzwachstum
DerStandard.at

Politik

Nato-Chef: Nur Trump kann Putin zum Friedensschluss zwingen
Die Nato kann sich nach Einschätzung ihres Generalsekretärs Mark Rutte im Ernstfall auf die USA verlassen – auch unter Präsident Donald Trump. „Trump hat sich klar zur Nato bekannt – aber auch die klare Erwartung, dass wir unsere Ausgaben deutlich steigern. Und wir setzen das um“, sagte Rutte der „Bild am Sonntag“. Die Europäer übernähmen Verantwortung mit der „Koalition der Willigen“ für die Ukraine, und sie schützten die Ostflanke, das Baltikum.
vol.at

Österreich
Sepp fällt auf. Jetzt passiert, was Schellhorn wohl nicht wollte
Was könnte ein notorisch verhaltensauffälliger Politiker tun, wenn es ihm mit Sachpolitik kaum gelingt, aufzufallen? Er könnte provozieren, etwa mit einer Aussage, die zwar manche gut finden, die jedoch null Realisierungschancen hat und doch garantiert heftige Gegenreaktionen hervorruft.
Auf dieser Klaviatur zu spielen, das beherrscht der sogenannte „Deregulierungs-Staatssekretär“ Sepp Schellhorn. Seine Entbürokratisierungs-Initiative, die er kürzlich vorgestellt hat, dürfte ihm zu wenig Echo eingeheimst haben. Er bekam dafür zwar manch mildes Lob, aber insgesamt wurden die von ihm angekündigten 113 Maßnahmen zum Bürokratieabbau nicht als großer Wurf qualifiziert.
krone.at

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Unter’m Strich

Österreich
Wenig Lust auf Nachwuchs: Warum wollen Menschen in Österreich immer weniger Kinder?
1,7 Kinder hätten die Menschen in Österreich gerne, 1,3 bekommen sie. Die Gründe für den Rückgang des Kinderwunsches sind vielfältig. Eine Rolle spielt die Teuerung.
DiePresse.com

„René Benko sieht sich zu Unrecht auf der Anklagebank“
Der Prozess des Jahres markiert den tiefsten Punkt in René Benkos rasantem Absturz. Was im Gerichtssaal verhandelt wurde, begann lange davor: u.a. mit den Recherchen von News-Investigativchef Sebastian Reinhart, dessen Enthüllungen in Ermittlungen und Anklageschriften eingeflossen sind. Im Interview erklärt Reinhart, wie es dazu kam – und warum die beiden ersten Prozesse erst der Anfang sein könnten.
News.at

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 23. DEZEMBER 2025)

INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 23. DEZEMBER 2025)

Quelle: onlinemerker.com

Wiener Volksoper: Wiederaufnahme „Der Rosenkavalier“ am 25. Jänner 2026

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Der Rosenkavalier
Oper von Richard Strauss
Wiederaufnahme am 25. Jänner 2026 

Der geheime Liebhaber der Feldmarschallin, der Graf Octavian, wird zum Brautwerber ausersehen. Er soll im Namen des ungehobelten Baron Ochs der Sophie Faninal die silberne Rose überreichen. Natürlich verlieben sich die jungen Leute – ein blamierter Ochs, eine resignierende Marschallin und ein verzücktes Liebespaar stehen am Ende einer der ergreifendsten Opern aller Zeiten. Am 25. Jänner 2026 kehrt Der Rosenkavalier zurück auf die Bühne der Volksoper. In der Inszenierung von Josef Ernst Köpplinger debütieren Annelie Sophie Müller als Octavian und Hedwig Ritter als Feldmarschallin. Lauren Urquhart ist erneut als Sophie zu erleben und Martin Winkler singt erstmals an unserem Haus den Ochs auf Lerchenau. Am Pult des Volksopernorchesters steht Alexander Joel.

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© Barbara Palffy

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Oper Zürich: Neuer Generalmusikdirektor: Lorenzo Viotti übernimmt ab August 2028 die musikalische Leitung

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Das Opernhaus Zürich freut sich, die Ernennung von Lorenzo Viotti zum neuen Generalmusikdirektor für die Spielzeiten 2028/29 und 2029/30 bekanntzugeben. Mit Viotti gewinnt das Haus eine der profiliertesten und charismatischsten Künstlerpersönlichkeiten seiner Generation. Die anfängliche Vertragslaufzeit ist auf zwei Jahre festgelegt und orientiert sich an der aktuellen Amtszeit des Intendanten Matthias Schulz.
Viottis Ausdrucksstärke, Vielseitigkeit und tiefes Verständnis für Oper wie Konzert machen ihn zu einer der prägendsten Dirigentenstimmen der Gegenwart. Der gebürtige Schweizer Lorenzo Viotti begeisterte in Zürich bereits als Musikalischer Leiter der Produktionen «Werther» (2018), «Die Csárdásfürstin» (2020) und «Die tote Stadt» (2025). Mit der Neuproduktion von «Die Fledermaus» ist er aktuell erneut am Pult des Orchesters der Oper Zürich zu erleben.

Viotti tritt die Nachfolge von Gianandrea Noseda an, der seit 2021 das Haus mit künstlerischer Klarheit, Leidenschaft und höchstem Anspruch prägt. Seine Handschrift, Energie und sein Engagement haben das Orchester entscheidend weiterentwickelt.
Matthias Schulz, Intendant des Opernhauses Zürich: «Mit Lorenzo Viotti kommt ein Schweizer Dirigent ans Opernhaus Zürich, der das Haus bestens kennt und international zu den prägenden Stimmen seiner Generation gehört. Seine Musikalität und Präsenz versprechen künstlerische Strahlkraft, Mut und neue Impulse für unser Programm. Gianandrea Noseda danke ich von ganzem Herzen für seine herausragende Arbeit, seine tief verwurzelte Musikalität und seine Professionalität, mit der er das Opernhaus Zürich als Generalmusikdirektor seit 2021 entscheidend geprägt hat. In seiner Amtszeit hat er das Orchester und die Ensembles auf ein neues künstlerisches Niveau geführt und international sichtbare Akzente gesetzt – etwa mit den von Publikum und Kritik gefeierten Ring-Zyklen. Wir blicken mit grossem Respekt und Dankbarkeit auf diese intensive gemeinsame Zeit und mit grosser Vorfreude auf die weitere Zusammenarbeit. Gemeinsam werden wir in den nächsten zweieinhalb Jahren wichtige Neuproduktionen, Konzerte und Tourneen realisieren – und
hoffentlich darüber hinaus».

Gianandrea Noseda, Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich: «Das Opernhaus Zürich und ich haben seit Beginn meiner Amtszeit im August 2021 gemeinsam sehr viel erreicht. Ich freue mich auf die verbleibende Zeit mit den wunderbaren Menschen hier – wir haben viele ambitionierte Vorhaben, darunter neue Produktionen und bedeutende Tourneen, die in den kommenden Wochen angekündigt werden. Lorenzo Viotti wünsche ich für seine Zukunft am Opernhaus alles Gute».

Der designierte Generalmusikdirektor, Lorenzo Viotti: «Im Laufe der Jahre ist Zürich für mich zu einer zentralen künstlerischen Heimat geworden. Von Anfang an habe ich hier kontinuierliche Unterstützung und Inspiration erfahren. Die Musikerinnen und Musiker, die Ensembles sowie die Institution als Ganzes verkörpern eine einzigartige künstlerische Kultur, in der Musik und Menschlichkeit untrennbar miteinander verbunden sind. Dieses Haus als Generalmusikdirektor zu begleiten und auf die herausragende Arbeit von Gianandrea Noseda aufzubauen, ist für mich eine große Freude und ein Privileg».

Lorenzo Viotti: Ein Schweizer Künstler von internationalem Format
Geboren in Lausanne in eine franko-italienische Musikerfamilie, studierte Viotti zunächst Klavier, Gesang und Schlagzeug in Lyon, bevor er seine Dirigierausbildung in Wien und Weimar fortsetzte. Internationale Anerkennung erlangte er durch den Gewinn mehrerer bedeutender Wettbewerbe, darunter der Nestlé Young Conductors Award bei den Salzburger Festspielen, der Dirigierwettbewerb des MDR-Sinfonieorchesters und der Internationale Dirigierwettbewerb Cadaqués. 2017 wurde er bei den International Opera Awards als «Newcomer of the Year» ausgezeichnet.

In der Saison 2025/26 ist er auf bedeutenden Bühnen weltweit zu erleben, unter anderem mit den Wiener Philharmonikern, den Wiener Symphonikern, dem Orchestre National de France, dem Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom sowie der Filarmonica della Scala, mit der er die fruchtbare Zusammenarbeit fortsetzt. Zudem dirigiert er das Gulbenkian Orchester in Lissabon und das Nederlands Philharmonisch Orkest, dessen Chefdirigent er bis 2025 war. Weitere Konzerte mit dem Tokyo Symphony Orchestra in Japan, dessen muskalischer Leiter er ab der Saison 2026/27 wird, führen ihn auch wieder nach Asien.
Als passionierter Operndirigent gab Viotti sein Debüt am Palau de les Arts in Valencia mit «Faust» und kehrt für «Die Fledermaus» ans Opernhaus Zürich sowie für Puccinis «Il Trittico» an die Wiener Staatsoper zurück. Seine Zeit als Chefdirigent der Dutch National Opera (2021– 2025) war geprägt von hochgelobten Produktionen wie «Peter Grimes», der Amsterdamer Premiere von «Die Fledermaus» sowie einem dreijährigen Puccini-Zyklus in Zusammenarbeit mit Regisseur Barrie Kosky.
Zuvor leitete er Produktionen an der Mailänder Scala, der Pariser Oper, dem Opernhaus Zürich und der Semperoper Dresden. Im symphonischen Bereich arbeitete er unter anderem mit dem Cleveland Orchestra, den Münchner Philharmonikern, dem Gewandhausorchester Leipzig, den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, dem Royal Concertgebouw Orchestra und vielen weiteren renommierten Klangkörpern.

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Gestern in Dubai

domi

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VENEZIA: AUF DEN SPUREN VON GIACOMO CASANOVA ZU SEINEM 300.GEBURTSTAG

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Venedig im 18. Jahrhundert. Foto: Robert Quitta

Zum 300. Geburtstag von Giacomo Girolamo  Casanova, der sich selbst auch noch Chevalier de Seingalt nannte, gab es in seiner Heimatstadt Venedig unzählige Initiativen, Kongresse, Symposien, Konzerte etc. Als krönenden Abschluss der Feierlichkeiten hat die Fondazione Cini jetzt zwei große Ausstellungen organisiert: die eine im Palazzo Cini mit dem Titel Casanova a Venezia, die andere auf der wunderbaren Insel San Giorgio mit dem Titel Casanova e l’Europa.

Die Ausstellung im Palazzo Cini widmet sich dem Umfeld Casanovas, in dem er zu einem europäischen Universalgelehrten heranreifen konnte: dem Venedig des 18.Jahrhunderts. Mit selten zu sehenden Gemälden wie z.B. von Guardi, Canaletto etc. wird uns vor Augen geführt, was für ein unfassbar lebendiger, vitaler, reicher, überschäumender Brennpunkt für Malerei, Musik, Theater, Oper, Handwerk, Handel, Glückspiel und Kurtisanen etc. Venedig damals gewesen ist, was für ein Goldenes Zeitalter diese Epoche für die Serenissima Repubblica bedeutet hat. (Wer dieses Erlebnis vertiefen will, gut daran, das Ca’ Rezzonico zu besuchen, dessen Museum ausschließlich dem 18.Jahrhundert gewidmet ist.)

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Mit Masken im Casino. Foto: Robert Quitta

Die Ausstellung auf San Giorgio beschäftigt sich mit Casanova (der ja aus Venezia verbannt worden war) und seinem Verhältnis zu Europa: seinen Reisen, seinen Bekanntschaften, seinen Netzwerken, seinen intellektuellen Gesprächspartnern, seinen adeligen Freunden, seinem Hang zur Esoterik und Scharlatanerie, seiner Erfindung des Lotto etc…

Und das alles sehr ansprechend gestaltet von einem Bühnenbildner des Teatro La Fenice: mit einer nachgebauten venezianischen Calle, mit dem nachgebauten Dach der berüchtigten Bleikammern, einer hölzernen Kulisse des Teatro San Samuele, einem Geisterbeschwörungstisch mit Tarotkarten etc.

Dazu kommen kostbare Ausstellungsstücke wie Libretti aus der hauseigenen (mehr als 20000 Exemplare umfassenden) Sammlung Rinaldi u.v.a.m.

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Die Kulissen des Teatro San Samuele (in dem Casanovas Eltern aufgetreten sind). Foto: Robert Quitta

Es steht sehr zu wünschen, dass diese beiden Ausstellungen unter anderem dazu beitragen mögen, dass doch s e h r einseitige Bild von Giacomo Girolamo Casanova Chevalier de Seingalt ein wenig zu erweitern.

Touristen sind, so hört man, einigermaßen verwundert, zu hören, dass es einen Herrn dieses Namens überhaupt gegeben hat. Sie hielten „Casanova“ für einen Gattungsbegriff für Frauenheld und Schürzenjäger. Dabei war er doch soooviel mehr: promovierter Jurist, Schriftsteller und Bibliothekar, Dichter, Philosoph und Übersetzer, Chemiker, Alchemist und Mathematiker, Historiker und Diplomat, Glücksspieler und Geheimagent, Freimaurer usw. usf.

Und er hat mit seiner auf Schloss Dux in französischer Sprache verfassten (halben) Autobiographie Histoire de ma vie auf 3700 Seiten ein literarisches Meisterwerk verfasst, das umfangreichste und aufschlussreichste Panorama des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens im 18.Jahrhundert, das es gibt.

Und das wiederum – Geschichte seines Lebens ! – erst vor ein paar Jahrzehnten ungekürzt, unverfälscht, ungesäubert in seiner originalen Form veröffentlicht worden ist. Ehrenrettet den Chevalier de Seingalt !

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Der Blick aus dem Casanova Hideawav. Foto: Robert Quitta

Wer bei der Übernachtung auch im Thema bleiben will, dem sei das neueröffnete Hotel Casanova Hideaway empfohlen. Es befindet sich in einem Palazzo, das einst Casanovas Gönner, Grimani, der wahrscheinlich sein leiblicher Vater gewesen ist, gehörte.

Es gibt zehn Zimmer, die aber nicht nummeriert sind, sondern die Namen von 10 seiner Geliebten tragen (für alle, angeblich an die 1000, müsste wahrscheinlich eine Kette daraus werden): Henriette, Bettina (Elisabetta Guardi), Teresa Lanti, M.M.,5. Jeanne Camus de Pontcarré (Madame d’Urfé), Manon Balletti, Anna Binetti, La Forti, Francesca Bruschini und La Charpillon.

Eine reizende Idee, die nur einen Schönheitsfehler hat: ein Zimmer nach der letzteren zu benennen. Denn La Charpillon war die einzige (bekannte) Frau, die Casanovas Verführungskünsten nicht erlegen ist. Für Paare, die in Venedig ein romantisches Wochenende verbringen wollen, möglicherweise ein schlechtes Omen…

Das Tolle an diesem Hotel ist auch, dass es in einem belebten, von Venezianern bewohnten und besuchten Viertel, liegt. Auf dem Campo S. Barnaba kann man im Caffè degli Artisti gemütlich frühstücken.

Und im Restaurant Al Vecio Marangon kann man auf kaum übertreffbare Weise mittag-und abendessen. Es ist ein kleines Lokal, mit 7 oder 8 Tischen. Unter der Obhut der sympathischen Chefin Frau Marina, einer warmherzigen Wirtin wie aus einem Goldoni-Stück, fühlt man sich quasi in einem zweiten Wohn-oder Speisezimmer. Die Atmosphäre ist warm, freundlich und willkommenheißend, das Service aufmerksam, und die venezianischen Spezialitäten – genauso wie sie sich gehören zubereitet- ein Genuss und eine Wonne: Cicchetti, Sarde in saor, Gamberi in saor, Fegato alla veneziana, Seppie al nero con polenta…

Man fühlt sich sooo wohl, dass ein französischer Gast, tiefenentspannt, davon offenbar verleitet wurde, seiner hübschen Freundin hier spontan (nach zehn Jahren endlich !) einen Heiratsantrag zu machen…

Venezia, Casanova-Ausstellungen, Casanova Hideaway, Al Vecio Marangon… definitiv eine unschlagbare Kombination!

Robert Quitta, Venexia (wie es die Venezianer nennen)

Beide Ausstellungen sind noch bis 2. März geöffnet.

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