DIE DONNERSTAG-PRESSE – 21. JANUAR / JÄNNER 2021

DIE DONNERSTAG-PRESSE – 21. JANUAR / JÄNNER 2021

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 21. JANUAR / JÄNNER 2021

Plácido Domingo – Autogrammkarte von klassik-begeistert.de-Autorin Kirsten Liese

Plácido Domingo – ambivalenter Geburtstagsstar
Am Donnerstag feiert Plácido Domingo seinen 80. Geburtstag. Der zum Bariton gereifte Tenor, dessen Image durch MeToo-Vorwürfe erheblich gelitten hat, ist ein Virtuose der Vielseitigkeit und der Unersättlichkeit.
Der Standard

Placido Domingo wird 80: Wer rastet, der rostet
Placido Domingo, der Tenor des Jahrhunderts, feiert heute seinen 80. Geburtstag.
Münchner Abendzeitung

Schatten auf der Starkarriere: Placido Domingo ist 80
Ans Aufhören denkt er nicht
Nordbayern.de

Salzburg
Neuerlich keine Osterfestspiele in Salzburg?
Der Kartenverkauf ist unterbrochen, die Musiker können nicht proben, Gäste nicht einreisen und nirgendwo übernachten. Die Salzburger Osterfestspiele berufen eine Krisensitzung ein. Aktuelle Chancen auf eine Durchführung des Festivals? „Sehr gering.“
https://www.krone.at/2322165

Graz
Kulturszene mit Absagen und Verschiebungen
Durch die neuen CoV-Bestimmungen der Bundesregierung müssen die steirischen Kulturveranstalter wieder einmal ihre Spielpläne anpassen. Während manche auf nächste Saison verschieben, warten etwa styriarte und Schauspielhaus noch mit Absagen.
https://steiermark.orf.at/stories/3085676/

Kultur in der Krise: Die wirtschaftlichen Folgen leerer Bühnen
Wenn keine Theateraufführungen stattfinden können, leidet der gesamte Sektor. Beispiel Theaterverlage.
Wiener Zeitung

Kultur-Lockdown Wie große Häuser und Institutionen reagieren
Die Staatsoper öffnet als Museum und streamt weiter. Was man im Theater an der Wien, im Vorarlberger Landestheater, bei der IG Kultur und bei großen Konzertveranstaltern zur Verlängerung des Lockdowns sagt.
Kleine Zeitung

Der Dirigent Iván Fischer wird 70 Jahre alt: „Das Orchester muss überleben“
Die Budapester Dirigenten-Dynastie Fischer hat sich weit über Ungarn hinaus einen Namen gemacht. Aktuell tragen die Brüder Ádám und Iván den Ruhm der Familie in die Welt, den ihr Vater Sándor und ihr Cousin György begründet haben. Beide Brüder haben eigene Orchester ins Leben gerufen. Bis heute leitet Iván Fischer das Budapest Festival Orchestra, das er 1983 in seiner Heimatstadt mitgegründet hat. Am 20. Januar feiert Iván Fischer seinen 70. Geburtstag.
BR-Klassik.de

Detmold
Das Landestheater Detmold präsentiert für den Februar einen digitalen Spielplan
Die Bandbreite reicht vom täglichen Fitnessprogramm mit dem Ballettensemble über Lesungen der Abi-Stoffe durch Mitglieder des Schauspielensembles bis hin zum Konzert des Symphonischen Orchesters reicht. Mit Podcasts, interaktiven Angeboten des Jungen Theaters und einem Kulturtelefon für Menschen allen Alters sollte für jede*n etwas dabei sein. Mehr dazu in der angehängten Pressemitteilung. Hier geht es zum Leporello-Download:
https://www.landestheater-detmold.de/media/filer_public/cc/31/cc31ce53

Coronamaßnahmen: Profisport bleibt weiter verschont
Trotz der weiter verschärften Corona-Regeln ist der Profisport in Deutschland weiteren Eingriffen entgangen. Die Fußball-Bundesliga und andere Top-Spielklassen dürfen ihren Spielbetrieb weiter ohne Zuschauer mit strengen Hygienemaßnahmen fortsetzen.
BR-Klassik.de

Deutschland
Eiszeit für die Musik?
Umfrage des Deutschen Musikrats zu den Auswirkungen der Corona-Zeit auf das Musikleben
Neue Musikzeitung/nmz.de

Simon Rattle: Die Symphonie der Konkurrenten
Nach dem Verlust von Maestri wie Mariss Jansons drängen die Jungen ins Rampenlicht. Als Vertreter der mittleren Generation kehrt Simon Rattle in die Champions League zurück
Der Standard

Genf
Abramovic inszeniert Debussy-Oper: Drei Köpfe, eine harmonische Idee
Claude Debussys Oper „Pelléas et Mélisande“ in einer Inszenierung von Marina Abramovic aus der Oper Genf.
Münchner Abendzeitung

Links zu englischsprachigen Artikeln

München/ Streams
Bayerische Staatsoper to Livestream “Der Freischütz’
https://operawire.com/bayerische-staatsoper-to-livestream-der-freischutz/

Zürich
Nadezhda Karyazina, Mauro Peter & Chiara Skerath Lead Opernhaus Zürich’s Livestreams
https://operawire.com/nadezhda-karyazina-mauro-peter-chiara-skerath-lead

OperaVision is Now Streaming Royal Swedish Opera’s LA PASSION DE SIMONE
The production is available now through 16 July 2021.
https://www.broadwayworld.com/sweden/article/OperaVision-is-Now-Streaming-Royal

Bergen Philharmonic launches streamed ‚Wintermezzo‘ festival
https://www.gramophone.co.uk/classical-music-news/article/bergen-philharmonic

Florenz
Donizetti’s Linda di Chamounix comes to her senses in Florence
This performance was reviewed from the Maggio Musicale Fiorentino video stream
bachtrack

Paris
Basil Twist in Paris: When Puppets Meet Baroque Opera
https://www.nytimes.com/2021/01/19/theater/basil-twist-opera-paris.html

San Francisco
SF Symphony’s Salonen Era Begins With Extensive Digital Season
https://www.sfcv.org/music-news/sf-symphonys-salonen-era-begins-with

Feuilleton
A Year Without Opera – Singers from Germany, Austria, U.K., U.S. & Canada on their Struggles, Discoveries & Hopes
https://operawire.com/a-year-without-opera-singers-from-germany-austria

Musical

Wien
Ronacher und Raimund Theater starten in die neue Saison
Neue Perspektiven: „Cats“ und „Miss Saigon“ sind Fixpunkte des Programms ab Herbst 2021.
Wiener Zeitung

VBW starten neue Saison mit Stars und Musical-Welthits CATS im Ronacher, große MUSICAL-GALA und die lang erwartete Premiere von MISS SAIGON im Raimund Theater
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20210120_OTS0129/vbw-starten

Ballett/ Tanz

San Francisco
San Francisco Ballet Takes a Big Leap
https://www.sfcv.org/reviews/san-francisco-ballet/san-francisco-ballet-takes-a-big-leap

Sprechtheater

Wien/ Akademietheater
Regisseur Daniel Kramer im Porträt
Die Kulturinstitutionen des Landes sind geschlossen, der Probenbetrieb findet aber nahezu ungehindert statt. Im Akademietheater wird zurzeit Maurice Maeterincks „Pelleas und Melisande“ geprobt. Regie führt – zum ersten Mal in Österreich – der amerikanische Regisseur Daniel Kramer, der das Stück für die Bühne bearbeitet hat.
https://oe1.orf.at/artikel/680588/Regisseur-Daniel-Kramer-im-Portraet

Schauspieler in der Krise: Fast ein Jahr ohne Einkommen
Die Corona-Hilfen für Schauspieler können die finanzielle Not nicht lindern, nach der Pandemie droht Sparkurs.
Wiener Zeitung

Ausstellungen/ Kunst

Wien
Leopold Museum will am 10. Februar öffnen
Das Leopold Museum plant seine Wiedereröffnung am 10. Februar. Insgesamt stehen heuer zum 20-Jahr-Jubiläum zehn Ausstellungen auf dem Programm – von „The Body Electric“ über Wittgensteins Fotos bis zu Kubins Traumwelten.
https://wien.orf.at/stories/3085818/

TV/ Film

ORF
Das A-dieu-Team: ORF1 setzt Marolt-Sendung vorzeitig ab
Das Sendungkonzept „fand nicht den gewünschten Anklang“. Stattdessen gibt es am nächsten Mittwoch „Dok1“-Wiederholungen.
Kurier

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Unter’m Strich

China gewinnt im Systemvergleich
Zeigt die Bewältigung der Corona-Krise die Überlegenheit der technokratischen Autokratie? Der chinesische Erfolg stellt eine zentrale soziologische Annahme in Frage.
Frankfurter Allgemeine

Wir brauchen ein Ausstiegsszenario aus den Coronahilfen Bezahlartikel
Eine Alternative zu den Milliardenhilfen für die Wirtschaft gibt es aktuell nicht. Aber langsam muss man überlegen, wie man das Programm beenden kann.
Die Presse

Köln
Wegen Corona: Herrscht bald gespenstische Stille in Deutschlands Bussen und Bahnen?
Der Verband deutscher Verkehrsunternehmen plädiert für eine Schweigepflicht, um das Corona-Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Auf einer europäischen Insel ist das bereits Alltag.
Nordbayern.de

Drei Wiener Lehrer suspendiert, weil sie Masken verweigerten
Alle drei Pädagogen unterrichteten an der Lehrwerkstatt Brigittenau. Vor Weihnachten wurden sie außer Dienst gestellt.
Kurier

Der „Streif“-Check – wer sind die Kitzbühel-Favoriten?
https://www.sportschau.de/wintersport/ski-alpin/weltcup-streif-check

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 21. JÄNNER 2021)

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 21. JÄNNER 2021)

Quelle: onlinemerker.com

21.1. Plácido DOMINGO wird heute  80

Domino

 Die Eltern des Künstlers, der Bariton Placido Domingo Ferrer (1907-87) und die Sopranistin Josefa Pepita Embil (1918-94), waren bekannte spanische Zarzuela-Sänger, die aus Zaragoza stammten. Im Alter von acht Jahren kam er mit seiner Familie nach Mexiko. Hier leitete sein Vater als Impresario eine reisende Zarzuela-Kompanie. Am Konservatorium von Mexico City studierte er Orchesterleitung, Klavierspiel und Gesang. Seine Gesangslehrer waren die Pädagogen Franco Iglesias und Carlo Morelli. 1957 stand er erstmalig in Mexico City in einer Baritonpartie in der Zarzuela »Gigantes y cabezudos« von Fernández Caballero auf der Bühne. Als Tenor debütierte er 1958 am Theater von Veracruz (Mexiko), und zwar als Javier in der Zarzuela »Luisa Fernanda« von Moreno Torroba und übernahm dort kleine Partien im »Rigoletto« (Borsa) und in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc. Danach sang er als erste größere Tenorpartie an der Monterrey Opera (Mexiko) 1960 den Alfredo in »La Traviata«. und noch im gleichen Jahr an der Oper von Dallas den Arturo in »Lucia di Lammermoor« als Partner der berühmten Primadonna Joan Sutherland. 1962-65 wirkte er an der Hebrew Opera in Tel Aviv. Hier sang er zwölf verschiedene Opernpartien in über 300 Vorstellungen, fast ausschließlich in hebräischer Sprache. Er kam 1965 an die New York City Opera (Antrittsrolle: Pinkerton in »Madame Butterfly«), sang hier u.a. 1966 in der Eröffnungsvorstellung des neuen Hauses im New Yorker Lincoln Center den Titelhelden in »Don Rodrigo« von Ginastera. 1966 sang er bereits in einer Freiluftaufführung der Metropolitan Oper im Lewisohn Stadium Manhattan den Turiddu in »Cavalleria rustiacana«. 1966 ersetzte er an der Oper von New Orleans den indisponierten Franco Corelli. 1968 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen; hier ersetzte er bei seinem Hausdebüt wiederum Franco Corelli als Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und hatte einen so großen Erfolg, dass er seither für mehr als 50 Jahre einer der großen Stars der Metropolitan Oper blieb. Bis 2019 wirkte er hier in insgesamt 706 Aufführungen mit; er sang hier den Cavaradossi in »Tosca«, den Manrico im »Troubadour«, den Calaf in Puccinis »Turandot«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, die Titelrolle in »Andrea Chénier« von Giordano, den Alfredo, den Radames in »Aida«, die Titelrolle in Verdis »Ernani«, den Don José in »Carmen«, die Titelrollen in »Don Carlos« von Verdi und »Faust« von Gounod, den Rodolfo in Verdis »Luisa Miller«, den Alvaro in Verdis »La forza del destino«, den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Herzog im »Rigoletto«, den Canio im »Bajazzo«, die Titelrollen in »Werther« von Massenet und »Otello« von Verdi, den Des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, den Pollione in Bellinis »Norma«, den Enzo Grimaldo in »La Gioconda« von Ponchielli, den Énée in »Les Troyens« von Berlioz, den Paolo in »Francesca da Rimini« von Zandonai, den Lohengrin, den Luigi in Puccinis »Il Tabarro«, den Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, den Parsifal, den Dick Johnson in Puccinis »La Fanciulla del West«, die Titelrollen in »Stiffelio« von Verdi und »Idomeneo« von Mozart, den Gabriele Adorno in Verdis »Simon Boccanegra«, den Siegmund in der »Walküre«, den Loris in »Fedora« von Giordano, den Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe«, die Titelrollen in »Sly« von E. Wolf-Ferrari und »Cyrano de Bergerac« von F. Alfano sowie die Bariton-Partien des Oreste in Glucks »Iphigénie en Tauride«, des Simon Boccanegra, des Germont-père in »La Traviata«, des Don Carlo in »Ernani«, des Nabucco, des Miller in »Luisa Miller« und des Gianni Schicchi. Am 21.12.2006 sang er hier die Titelpartie in der Uraufführung der Oper »The First Emperor« von Tan Dun. Am 31.12.2011 sag er hier den Neptun in der Uraufführung des Barock-Pasticchios »The Echanted Island«. Bereits 1967 debütierte er als Titelheld in Verdis »Don Carlos« an der Wiener Staatsoper und sang hier bis heute außerdem noch den Canio, den Manrico, den Faust von Gounod, den Don José, den Alvaro, den Riccardo, den Cavaradossi, den Radames, den Herzog im »Rigoletto«, den Rodolfo in »La Bohème«, den Turiddu, den Dick Johnson, den Edgardo, den Viscardo in »Il Giuramento« von Mercadante (konzertant), den Andrea Chénier, den Otello, den Lohengrin, den Enzo Grimaldo, den Samson, den Parsifal, den Siegmund, den Hoffmann, den Jean in »Hérodiade« von Massenet, den Loris, den Stiffelio, den Idomeneo und den Hermann in »Pique Dame« sowie die Bariton-Partien des Simon Boccanegra, des Nabucco, des Germont-père, des Posa in »Don Carlos« und des Macbeth von Verdi. An der Oper von San Francisco debütierte er 1969 als Rodolfo in »La Bohème«, bis 2018 hörte man ihn hier dann auch als Don José, als Cavaradossi, als Manrico, als Vasco da Gama in Meyerbeers »Afrikanerin«, als Andrea Chénier, als Turiddu, als Canio, als Otello, als Dick Johnson, als Samson, als Hoffmann, als Jean in »Hérodiade« und als Cyrano de Bergerac. Glanzvolle Gastspiele an den führenden Bühnen in aller Welt; er gastierte an der Hamburger Staatsoper (seit 1967, sein Debüt in Hamburg war Jänner 1967 in Tosca mit Edith Lang) es folgte im Dezember 1967 die bejubelte Premiere La Bohème – Anfang 1968 Lohengrin (davon gibt es einen Mitschnitt)  den er wegen „eines Fehlers“ nach 2 Auff. jahrelang zurücklegte und an den großen Opernhäusern Italiens, an der Covent Garden Oper London (Debüt 1971 als Cavaradossi, dann wieder in der Saison 1973-74), an der Staatsoper von München, an der Deutschen Oper Berlin, in Barcelona und an vielen anderen führenden Opernhäusern. Bei den Festspielen in der Arena von Verona sang er bereits 1969-70 und 1974-77 Partien wie den Calaf, den Don Carlos und den Riccardo. 1969 debütierte er als Ernani an der Mailänder Scala, an der dann neben vielen Konzerten auch 1970 und 1978 den Titelhelden in Verdis »Don Carlos«, 1971 den Rodolfo in »La Bohème«, 1972 den Radames und den Riccardo, 1974 und 1984 den Don José, 1974 den Cavaradossi, 1976, 1980-82, 1987 und 2001 den Otello von Verdi, 1978 den Des Grieux in »Manon Lescaut«, 1981 den Turiddu und den Canio, 1982 wieder den Ernani, 1983 den Calaf, 1991 den Dick Johnson und den Parsifal, 1993 und 1996 den Loris, 1994 den Siegmund, 2002 den Samson, 2003 den Vidal Hernando in »Luisa Fernanda« von F. Morena Torroba, 2008 den Cyrando de Bergerac, 2010, 2014 und 2016 den Simon Boccanegra, 2016 den Francesco Foscari in Verdis »I due Foscari«, 2017 den Bajazet in »Tamerlano« von Händel sowie 2019 den Germont-père sang. Große Erfolge hatte er bei den Festspielen von Salzburg; hier trat er 1975 und 1977 als Don Carlos, 1980-82 als Hoffmann, 1989-90 als Riccardo und 2014 als Graf Luna im »Troubadour« auf; außerdem sang er hier 1975 im Verdi-Requiem, 1991 in Beethovens Missa Solemnis, sowie in konzertanten Aufführungen den Parsifal (1998), den Hermann in »Pique Dame« (2000), den Samson (2003), den Bajazet in Händels »Tamerlano« (2012), den Giacomo in Verdis »Giovanna d‘Arco« (2013), den Athanael in »Thais« von Massenet (2016),  den Jacopo Foscari (2017) und den Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet (2018) sowie 1995 und 2002 in Wagner-Konzerten, 1983 und 2007 in Zarzuela-Konzerten, 2015 im Hebbel-Requiem von May Reger und 2015 in einem Galakonzert zu seinem 40-jährigen Salzburg-Jubiläum. An der Pariser Grand Opéra gastierte er 1973 und 1975 als Manrico, 1974 als Cavaradossi und als Arrigo, 1975 als Alvaro, 1976 und 1978 als Otello, 1977 und 1980 als Rodolfo in »La Bohème«. An der Opéra-Comique Paris sang er 1980 den Don José, an der Opéra Bastille Paris 1990 und 1992 den Otello, 1994-95 den Cavaradossi, 2001 den Parsifal sowie 2016 und 2018 den Germont-père. 1975 sang er in Hamburg zum ersten Mal den Otello von Verdi. Am 5.2.1987, dem Tag der Uraufführung von Verdis »Otello« vor hundert Jahren, sang er an der Mailänder Scala die Titelpartie in diesem Werk (wie vor hundert Jahren Francesco Tamagno) und wiederholte diese im gleichen Jahr 1987 an der Covent Garden Oper. 1976 sang er zuerst am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, dann auch an der Covent Garden Oper London, an einem Abend den Turiddu und den Canio; in Barcelona trug er in einer Vorstellung dabei zusätzlich den Prolog zum »Bajazzo« vor. Am 23.11.1986 übernahm er in der Uraufführung der Oper »Goya« von G.C. Menotti in Washington die Titelrolle; der Komponist hatte ihm die Partitur der Oper gewidmet. (Den Goya sang er auch 2004 bei der Österreichischen Erstaufführung dieser Oper im Theater an der Wien). Als man das neue Opernhaus in Houston/Texas 1987 eröffnete, sang er in der Eröffnungsvorstellung den Radames. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 1992-93 und 1995 den Parsifal und 2000 den Siegmund. In der Saison 1989-90 hörte man ihn am Teatro San Carlos Lisabon als Otello von Verdi. Am 13.7.1989 sang er in dem Gala-Konzert zur Eröffnung der neu erbauten Opéra Bastille Paris. 1992 wirkte er in den spektakulären Konzerten bei der Weltausstellung von Sevilla und bei der Olympiade von Barcelona mit, wie er denn überhaupt oft in Freiluft-Konzerten vor zehntausenden von Zuhörern auftrat, zusammen mit den Tenören Luciano Pavarotti und José Carreras (erstmals 1990 bei der Fußballweltmeisterschaft in Italien in den Thermen des Caracalla in Rom, dann zahlreiche Tourneen, u.a. 1996 eine Welt-Tournee). Auch bei den Fußball-Weltmeisterschaften 1994 und 1998 gaben »die drei Tenöre« spektakuläre Freiluftkonzerte in Los Angeles bzw. in Paris (letzteres vor weltweit zwei Milliarden Zuschauern und -hörern am Fernsehen und am Rundfunk!). Bei den Festspielen von Verona 1993 als Canio und 1994 als Otello von Verdi zu hören; 1995 Gastspiel in Madrid als Stiffelio. 1994 sang er am Opernhaus von Bonn die Titelrolle in »Il Guarany« von Carlos Gomes, 1996 bei den Salzburger Osterfestspielen den Otello. An der Oper von San Diego 1997 als Siegmund, an der Covent Garden Oper London als Gabriele Adorno, in Washington als Canio zu Gast. Er sang im Wiedereröffnungskonzert des War Memorial Opera House San Francisco (5.9.1997). 1998 sang er an der Covent Garden Oper London die Titelpartie im »Parsifal« (in einer konzertanten Aufführung), an der Oper von Washington wie am Teatro Colón Buenos Aires den Loris (mit Mirella Freni als Fedora), in Sevilla die Titelpartie in »Le Cid« von Massenet. 1999 Gastspiel am Teatro Real Madrid als Samson, an der Oper von Rom als Loris; in der Arena von Verona trat er 1999 in einem Spectacle coupé auf. Am Teatro Real Madrid sang er im gleichen Jahr den Don Juan de Alarcón in der Zarzuela »Margarita la tornera« von Ruperto Chapì, an der Oper von Washington die Titelrolle in »Le Cid«. Am 3.12.1999 sang er in der Eröffnungsvorstellung der neu umgebauten Covent Garden Oper London den Siegmund im 1. Akt der »Walküre«. 2000 hörte man ihn in der Royal Festival Hall London (konzertant) als Arrigo in »La battaglia di Legnano« von Verdi, an der Oper von Washington als Parsifal. 2008 gastierte er am Theater an der Wien als Vidal Hernando in der Zarzuela »Luisa Fernanda« von Moreno Torroba. 2009 debütierte er an der Oper von Los Angeles als Bajazet in Händels »Tamerlano«, den er auch 2011 am Gran Teatre del Liecu in Barcelona sang. Am 23.9.2010 sang er den Pablo Neruda in der Uraufführung der Oper »Il Postino« von Daniel Catán an der Los Angeles Opera (sowie im Dezember 2010 bei der Europäischen Erstaufführung dieser Oper im Theater an der Wien, 2011 im Théâtre Châtelet in Paris und 2013 im Teatro Real in Madrid). 2012 sang er in Valencia und in Sevilla und 2014 in Los Angeles den Athanel. 2012 debütierte er in Los Angeles als Francesco Foscari, den er auch 2013 in Valencia sowie 2014 im Theater an der Wien und am Royal Opera House Covent Garden in London sang. 2015 sang er in Berlin erstmals die Titelrolle in Verdis »Macbeth« (den er auch 2016 im Theater an der Wien sang) und in Los Angeles erstmals den Gianni Schicchi von Puccini. Allgemein galt er als einer der größten Tenöre seiner künstlerischen Generation, nicht zuletzt auch als großer Darsteller auf der Opernbühne. Gelegentlich ist er auch als Dirigent in Erscheinung getreten. So dirigierte er am Gran Teatre del Liceu in Barcelona die Verdi-Oper »Attila« (1973), an der Wiener Staatsoper seit 1978 (»Die Fledermaus«, »Il Trovatore«, »La Traviata«, »I Puritani«, »Aida«, »Macbeth«, »Carmen«, »Tosca«, »La Bohème«, »Roméo et Juliette«, »Madama Butterfly«) und an der Metropolitan Oper seit 1984 (»La Bohème«, »Roméo et Juliette« von Gounod, »Tosca«, »La Traviata«, »Madama Butterfly«, »Aida«, »Un ballo in maschera«, »Rigoletto«, »Carmen« und »Stiffelio«). Seit 1970 hatte er seinen Wohnsitz in der spanischen Hauptstadt Madrid; er ist mit der mexikanischen Sängerin Marta Ornelas verheiratet, die ihre Karriere jedoch zu Beginn der siebziger Jahre aufgab und sich ganz der Betreuung ihres Gatten und ihren beiden Söhne widmete. (Seit 1991 trat sie als Opernregisseurin hervor, u.a. 1992 im Rahmen der Weltausstellung von Sevilla mit einer Inszenierung von »Tosca«, 1993 in Los Angeles mit »Rigoletto«, 1994 in Bonn mit »La Rondine« von Puccini). Als bei dem verheerenden Erdbeben im September 1985 in Mexico City mehrere Familienangehörige des Künstlers umkamen, sammelte er für die Erdbebenopfer in Mexico Spendengelder im Rahmen einer weltweiten Konzerttournee. Mit der Spielzeit 1995-96 wurde er künstlerischer Direktor der Washington Opera. Seit Beginn der Spielzeit 2000-2001 auch künstlerischer Leiter der Oper von Los Angeles. – Eine Selbstbiographie des Sängers erschien 1983 unter dem Titel »My first 40 Years«. 2000 erschien eine weitere Autobiographie des Sängers unter dem Titel »My Operatic Roles« (in Zusammenarbeit mit Helena Matheopoulos).

Lit: D. Snowman: »The World of Placido Domingo« (London, 1985); D. Snowman: »Domingo. Eine Biographie« (Zürich, 1992); C. Schnauber: »Placido Domingo« (Düsseldorf, 1994), H. Rosenthal: Placido Domingo (in »Opera«, 1972).

Von seiner strahlend aufleuchtenden, in der Pracht und Fülle des Stimmaterials hervoragend gebildeten, ausdrucksreichen Tenorstimme sind sehr viele Aufnahmen aus einem überaus vielseitigen Repertoire vorhanden, zum großen Teil vollständige Opern, die auf den Marken RCA (»Norma«, »Il Tabarro« von Puccini, »Simon Boccanegra« und »I Vespri Siciliani« von Verdi, »Tosca«, »Aida«, »Il Trovatore«, »Bajazzo«, »Carmen«, »L’Amore dei tre Re« von Montemezzi, »La Bohème«, »Andrea Chénier«, »Cavalleria rusticana«, »Otello«), CBS (»Adriana Lecouvreur« von Cilea, »Madame Butterfly«, »Gianni Schicchi«, »Louise«, »Le Cid« von Massenet, italienischer Sänger im »Rosenkavalier«), HMV (»Giovanna d’Arco« von Verdi, »Tosca«, »Manon Lescaut« von Puccini, »Don Carlos«, »Mefistofele«, »Hoffmanns Erzählungen«, »Die Fledermaus«), Eurodisc (»Hoffmanns Erzählungen«, »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss), Decca (»Die Fledermaus«, »Carmen«, »Lohengrin«, Lázaro in »La Dolores« von T. Bretón, König Arthur in »Merlin« von Albeníz), RCA/BGM (»Roméo et Juliette«) und DGG (»Oberon« von Weber, »Luisa Miller«, »La Fanciulla del West«, »Samson et Dalila«, »Aida«, »Nabucco«, »La Traviata«, »Rigoletto«, »Tannhäuser«, Erik in »Der fliegende Holländer«, »Die Meistersinger von Nürnberg«, »Le Cid« und »Werther« von Massenet, »La damnation de Faust«, »Cavalleria rusticana«, »Idomeneo«, »Parsifal«, »El gato Montés« von Manuel Penella, »Il barbiere di Siviglia« – in der Baritonpartie des Figaro-, »Lucia di Lammermoor«, Verdi-Requiem) erschienen. Weitere Aufnahmen bei Philips (»I Lombardi« von Verdi), Sony (»Mefistofele«, »Aida«, »La Fanciulla del West«, »Hérodiade« von Massenet, »Il Guarany« von C. Gomes, »Das Lied von der Erde« von G. Mahler), EMI (»Samson et Dalila«, Love Duets aus Wagner-Opern), Acanta (Arien aus Zarzuelas), HRE (»Il Giuramento« von Mercadante), Erato/East West Records (Verdi-Requiem), Teldec (Florestan im »Fidelio«), Teldec/East West Records (Siegmund 1. Akt »Walküre«), Almaviva (Titelrolle in »Le Cid« von Massenet), Aleph (Cantos Aztecas), Morgan (»L’Africaine«), Legato (Turiddu in »Cavalleria rusticana« mit Leonie Rysanek als Santuzza), Orfeo (Titelrolle in »Werther« von Massenet), Auvidis/Valois (»La Verbena de la Paloma« von T. Bretón, »Luisa Fernanda« von Francisco Moreno Torroba, Ausschnitte aus Zarzuelas) dazu viele weitere Mitschnitte auf Privatmarken; auf Sony singt er in dem Musical »Man of La Mancha«, wobei auch seine beiden Söhne Alvaro und Placido Domingo jr. mitwirken; auf Topaz-Video (»Luisa Miller«), Castle-Video (»Lohengrin«, »L’Africaine«), Pioneer-Video (»Otello« von Verdi, »La Gioconda« von Ponchielli), DGG-Video (»La Traviata«, »La Fanciulla del West«, »Stiffelio« von Verdi, Radames in »Aida«, Metropolitan Oper 1989; »Simon Boccanegra«, Metropolitan Oper 1993), Videoland Wien (Riccardo in »Un ballo in maschera«, Covent Garden Oper London 1986; »Viva Mexico«), Warner Video (Titelrolle in »Ernani« von Verdi, Scala Mailand 1986), Decca-Video (»The three Tenors«, Rom 1990, Paris 1998), Dream Live-Video (Don José in »Carmen«, Paris 1980). Auch hier kann nur ein annähernder Überblick über die unübersehbare Fülle von Aufnahmen des Künstlers gegeben werden.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.placidodomingo.com

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„Livestream: Bühne frei!“ heißt es zum dritten Mal in diesem Monat an der Oper Frankfurt.

Sänger*innen aus dem Ensemble präsentieren ab

Freitag, dem 22. Januar 2021, um 19.30 Uhr

per Livestream aus dem Holzfoyer – auch später abrufbar auf der Website der Oper (www.oper-frankfurt.de) bzw. deren YouTube-Kanal (www.youtube.com) – musikalische Nummern aus Oper und Musical.

Bianca Tognocchi (@BiancaTognocchi) | Twitter
Bianca Tognocchi. Copyright: Bianca Tognocchi

Zu den Mitwirkenden aus dem Ensemble zählen neben „Neuzugang“ Bianca Tognocchi (Sopran) auch Kollegen, die schon länger zum festen Sängerstamm gehören wie Michael Porter (Tenor) und Božidar Smiljanić (Bassbariton). Am Klavier begleitet werden die jungen Künstler*innen erneut von Solorepetitorin Anne Larlee, die Moderation übernimmt diesmal Dramaturgin Deborah Einspieler. Auf dem Programm stehen Ausschnitte aus Le nozze di Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart, Linda di Chamounix und L’elisir d’amore von Gaetano Donizetti, Les pêcheurs de perles von Georges Bizet sowie Street Scene von Kurt Weill und My Fair Lady von Frederick Loewe.

Ensemble / Gäste - Oper Frankfurt
Božidar Smiljanić . Foto: Barbara Aumüller

Informationen zu den am 29. Januar sowie den im Februar 2021 jeweils um 19.30 Uhr folgenden Abenden der Reihe werden baldmöglichst bekannt gegeben.

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Heute erstmals in Basel: Mirga Gražinytė-Tyla beim Sinfonieorchester Basel

Mirga Gražinytė-Tyla beim DSO Berlin - Mirga lässt aufhorchen (Archiv)
Foto: Frans Jansen

Die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie bestimmen weiterhin weltweit den Musikbetrieb, so auch beim Sinfonieorchester Basel. Am 21. Januar 2021 sollte der englische Stardirigent Sir Mark Elder ein Konzert zwar ohne Publikum, aber im Live-Stream und auf SRF leiten. Er wird auf Grund des Lockdowns in England nicht nach Basel reisen können. Dafür ist es gelungen, mit der Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla, eine der führenden weiblichen Dirigentinnen zu gewinnen, die nun ihr Basel-Debüt feiern wird.

Mirga Gražinytė-Tyla
ist Musikdirektorin des City of Birmingham Symphony Orchestra, bei dem auch schon Sir Simon Rattle seine Weltkarriere gestartet hat. In den vergangenen Jahren hat sie daneben zahlreiche renommierten Orchester geleitet. Sie ist seit 2019 die erste weibliche Dirigentin mit einem Exklusivvertrag der Deutschen Grammophon. Bereits mit ihrem Debütalbum hat sie sich einen Namen als Weinberg-Expertin gemacht. Ihre CD «Weinberg: Sinfonien Nr. 2 & 21» wurde bei den Gramophone Classical Music Awards 2020 zum «Album des Jahres» gewählt. Der Opus Klassik zeichnete sie im vergangenen Jahr als «Dirigentin des Jahres» aus.

Am 21. Januar 2021 wird sie um 19.30 Uhr im Musiksaal des Stadtcasino Basel ein Konzert mit dem Sinfonieorchester Basel dirigieren. Auf dem Programm steht die dritte Sinfonie von Mieczyslaw Weinberg sowie die vierte Sinfonie von Ludwig van Beethoven. Das Konzert wird mitgeschnitten und als Live-Audio-Stream auf der Website des Orchesters zu hören sein.
Geplant ist zudem, dass der Mitschnitt zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls im Schweizer Radio auf SRF 2 Kultur gesendet wird. Wir informieren Sie rechtzeitig über den Ausstrahlungstermin.

Nach Mirga Gražinytė-Tyla kommt im Januar eine weitere international renommierte Dirigentin nach Basel. Die Französin Ariane Matiakh wird mit dem Sinfonieorchester Basel zwei Orchesterwerke von Charles Koechlin aufnehmen, die beim Label Capriccio erscheinen werden.

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GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 21. – 27. JÄNNER 2021

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

Hama Internet Radio IR110 - Muziker AT

23.1. IL TABARRO (aus Amstedam, Aufnahme v. 5.2.2000) Radio 4Hilversum-19 Uhr
SUOR ANGELICA (aus Haarlem, Aufnahme v. 30.3.1986) Radio 4Hilversum-19 Uhr
GIANNI SCHICCHI (aus Amsterdam, Aufnahme v. 16.11.2017) Radio 4Hilversum- 19 Uhr
WERTHER (aus Wien, Aufnahme v. 10.12.2020) ORF Ö1-19.30 Uhr
LA TRAVIATA (aus New York, Aufnahme v. 10.1.2020) BBC 3-19.30 Uhr
IL TRESPOLO DOTTORE (aus Genua, Aufnahme v. 29.9.2020) RAI 3-20 Uhr
LES VOYAGES DE L’AMOUR (aus Herne, Aufnahme v. 17.11.2019) HR 2-20.04 Uhr

EMPFANGSMÖGLICHGKEIT ÜBER DAS INTERNET
ORF – Ö 1 http://oe1.orf.at/
Bayern 4 https://www.br-klassik.de/index.html
HR 2 http://www.hr-online.de/website/radio/hr2/
WDR 3 http://www1.wdr.de/radio/wdr3/index.html
SWR 2 http://www.swr.de/swr2/-/id=7576/otnbb1/index.html
Deutschlandradio http://www.deutschlandradiokultur.de/startseite.197.de.html
RAI 3 http://www.radio3.rai.it/dl/radio3/programmi/PublishingBlock-61ab4215-547b-4563-8b1f-8932531e5469.html
Radio Suisse R. https://www.rts.ch/
Radio 4Hilversum https://www.nporadio4.nl/gids-gemist
VRT Klara http://www.klara.be/
RNE Clasica Madrid http://www.rtve.es/radio/radioclasica/programacion/
MET-Stream http://www.metopera.org/Season/Radio/Free-Live-Audio-Streams/
BBC 3 http://www.bbc.co.uk/radio3/programmes/genres/music/classical/opera/all
France Musique https://www.francemusique.fr/opera

Das sind jene Sender, die regelmäßig Opernübertragungen senden. Sollten unseren Lesern noch andere derartige Sender bekannt sein, dann bitten wir um Bekanntgabe inkl. Internetadresse.

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ORF „matinee“ am 24. Jänner: „Verdi und die Emilia Romagna“ & „Himmlische Stimmen – Das Erbe Farinellis“

Außerdem: „Die Kulturwoche“, „Ausflug ins Gestern: Schikurs in Seewiesen 1961“ =

Wien (OTS) – Anlässlich des 120. Geburtstags von Giuseppe Verdi (27. Jänner) erinnert die „matinee“ am Sonntag, dem 24. Jänner 2021, um 9.05 Uhr in ORF 2, mit einem von Georg Madeja gestalteten Porträt der Reihe „Musikalisch – kulinarisch“ an das Werk des Komponisten und seine Lebenslandschaft: „Verdi und die Emilia Romagna“. Danach beleuchtet der von Clarissa Stadler präsentierte ORF-Kulturvormittag mit der Dokumentation „Himmlische Stimmen – Das Erbe Farinellis“ (9.45 Uhr) von Alessandro Scillitani die Entwicklung einer ungewöhnlichen Stimmgattung – von den barocken Kastraten zu den heutigen Countertenören. Auf „Die Kulturwoche“ (10.35 Uhr) mit Berichten und Tipps zum aktuellen Kulturgeschehen folgt zum Abschluss ein nostalgischer „Ausflug ins Gestern“ (10.50 Uhr) mit einem „Schikurs in Seewiesen 1961“.

„Musikalisch – kulinarisch: Verdi und die Emilia Romagna“ (9.05 Uhr)
Der Film ist ein opulent bebildertes musikalisch-kulinarisches Porträt Giuseppe Verdis und seiner Heimat zwischen Busseto und Parma – mit einem Ausflug zu den Opernfestspielen in Verona. Den Spuren Verdis folgend offenbart er Besonderheiten dieser Landschaft und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner und beschreibt ihre einfachen Gerichte und Spezialitäten, die schon Verdi liebte. Obwohl man ihn eher an den mondänen Plätzen seiner Zeit, in London, Mailand, Paris oder Wien erwartete, zog sich der erfolgreiche und damals schon weltberühmte Komponist bereits mit Mitte 30 in die Einsamkeit seines Landguts in Sant’Agata in der Nähe seines Geburtsorts Roncole zurück. Auf dem Land führte Verdi ein bodenständiges Leben und konnte sich hier ungestört dem Komponieren und seiner landwirtschaftlichen Leidenschaft hingeben. Er betrieb sein Gut ernsthaft, widmete sich der Viehzucht und sogar der Milchwirtschaft mit eigener Molkerei. Seine Gäste bewirtete er mit eigenen Produkten, manchmal sogar von ihm selbst zubereitet. Bis heute bietet die Emilia Romagna kulinarische Spezialitäten, die schon Verdi liebte. In Busseto findet die kulinarische Verbindung mit Verdi ihren absoluten Höhepunkt: Hier präsentieren sich nicht nur Weinflaschen, Käse und Würste mit Verdis Konterfei, sondern auch süße Delikatessen und allerlei Devotionalien. Auch die Hotels tragen den Namen mancher Operntitel.
„Himmlische Stimmen – Das Erbe Farinellis“ (9.45 Uhr)

Im Barockzeitalter waren berühmte Kastraten wie Farinelli, Senesino, Caffarelli und Carestini echte Superstars und ihre Mitwirkung bei der jungen Kunstgattung Oper war höchst erfolgversprechend. Seit den 50er Jahren im 20. Jahrhundert spielte der Trend zur „historischen Aufführungspraxis“ eine wesentliche Rolle bei der Wiederbelebung des einstigen Kastraten-Gesangs durch Countertenöre. Heute gibt es eine Reihe erstklassiger Countertenöre, die weltweit auftreten und, wie einst die Kastraten, Begeisterung auslösen und Opernhäuser füllen. Die Geschichte wiederholt sich, aber ohne den körperlichen Eingriff, dem Haydn und Rossini nur um Haaresbreite entkommen sind. Max Emanuel Cenčić und Philippe Jaroussky, zwei Stars unter den derzeitigen Countertenören, erzählen u. a. wie Papst Sixtus V. mit seinem Frauen-Verbot auf der Opernbühne den Anstoß zu dieser Entwicklung gab. Die Kastraten führten Opern zum Erfolg, zuerst in Italien, dann in England. Händel und andere Unternehmer in diesem zwar riskanten, aber auch sehr einträglichen Geschäft versuchten, sich gegenseitig die berühmtesten Stimmen abspenstig zu machen – und ihre Honorare waren sagenhaft. So entstand eine eigenartige Konvention, die verlangte, dass ausgerechnet die Helden auf der Bühne in unnatürlich hoher Stimmlage sangen. Außerhalb des Vatikanstaats besetzte man selbstverständlich auch Frauen in Frauenrollen. Dazu äußert sich Andreas Scholl, der auch mit seinem „Cold Song“ zeigt, wie weit Sänger heute mit ihrer Technik gehen können. Ausschnitte aus Opern wie Leonardo Vincis „Artaserse“ und vielfältiges Bildmaterial aus verschiedenen europäischen Archiven gewähren dem Publikum Einblicke in die Welt der Kastraten.
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Auf „Vimeo“ gefunden: Carla LUCERO: JUANA Los Angeles
24.11.2019 –

Sor Juana Inés De La Cruz (miguel Cabrera)
Juana Inés de Asbaje y Ramírez de Santillana. Copyright: Miguel Cabrera

Kaum jemand dürfte hierzulande wohl die Kreolin Sor Juana Inès de la Cruz (1648-95), die erste großen Dichterin Amerikas, eine Gelehrte, Komponistin, Malerin, Architektin und religiösen Denkerin kennen? Geboren als Juana Inés de Asbaje y Ramírez de Santillana wurde sie in San Miguel Nepantla nahe Mexico-Stadt, der damaligen Hauptstadt von Neuspanien, geboren und lange vor Frida Kahlo (1907-54) zu einer der berühmtesten Frauen ihrer Zeit in der spanischen Welt. Bereits mit 16 Jahren wurde das begabte Mädchen von Leonor María de Caretto (1616-73), der Gattin des Vizekönigs von Neuspanien, Antonio Sebastián de Toledo (1622-1715), entdeckt und an ihren Hof gebracht, wo sie unzählige anmutige Verse für Hof und Kirche dichtete. Da sie sich dem Diktat autoritärer Männer durch eine Heirat nicht unterwerfen wollte, trat sie in das Kloster der Hieronymitinnen ein, wo ihr eine geräuminge Wohnung, eine Bibliothek und ein Laboratorium für ihre Experimente zur Verfügung standen. Auch nach Toledos Abreise und dem Tod seiner Frau wurde sie von den Vizekönigen unterstützt und so durfte sie, sehr zum Leidwesen der kirchlichen Oberen, Gäste empfangen und leidenschaftliche Gedichte schreiben. In Briefen an den Bischof von Puebla und ihren Beichtvater setzte sie sich für das Recht der Frauen auf Bildung und Wissen sein. Was für ein Affront gegen die von Männern dominierte damalige spanische Gesellschaft. Schließlich aber gab sie 1694 dem Druck nach, unterzeichnete ein Sündenbekenntnis und gelobte, fernerhin nur noch Gott zu dienen. Während der Krankenpflege im Pestjahr 1695 verstarb sie (zusammengefasst aus Wikipedia  https://de.wikipedia.org/wiki/Juana_In%C3%A9s_de_la_Cruz). Danach geriet sie für beinahe drei Jahrhunderte in Vergessenheit, bis der mexikanische Literaturnobelpreisträger von 1990, Octavio Paz (1914-98),  eine Biographie und Studie über sie veröffentlichte. Seitdem lebt sie nicht nur auf der 200-Peso-Note Mexicos wieder, sondern auch in der Netflix-Serie „Juana Inés“, und schließlich nahm John Adams einige ihrer Gedichte in sein Oratorium „El Niño“ auf. Die zweiaktige Oper von Carla Lucero (1964*) basiert nun auf dem 1999 erschienenen Roman „Sor Juanas zweiter Traum“ von Alicia Gaspar de Alba (1958*), die gemeinsam mit der Komponisten das spanischsprachige Libretto schrieb. Für beide ist Juana eine Protofeministen zu einer Zeit, wo dieser Begriff noch gar nicht existierte. Die jüngere Forschung (cf. https://qspirit.net/sor-juana-de-la-cruz-nun-mexico/) unterstellt ihr, lesbisch gewesen zu sein, welcher Aspekt in der Oper ebenso vordergründig thematisiert wird.

Inhalt: Die Oper beginnt mit dem Auftrag an Juana, einen großen Zeremonienbogen für die Ankunft des neuen Vizekönigs und seiner Frau aus Spanien zu entwerfen. Alle ihre männlichen Vorgesetzten sind Juana  intellektuell unterlegen und missbilligen die Studien der strebsamen Nonne.  Juana aber prangert leidenschaftlich die Heuchelei der Männer an, wodurch sie sich den Zorn von Madre Melchora zuzieht. Gegenüber dem schelmischen Vizekönig, der zugibt, Juanas Gedichte nicht zu verstehen, bringt die Nonne es kurz und bündig auf den Punkt: „Männer wollen mit Maria Magdalena ins Bett gehen und mit der Jungfrau Maria aufwachen.“ Bei einem späteren Treffen zwischen Sor Juana und La Condesa, der Gattin des Vizekönigs, bemerkt Pater Antonio, dass er, gemäß dem spanischen Sprichwort wie eine „Fliege in der Milch“, nicht mehr willkommen ist. La Condesa äußert sich nach seinem Abgang: „Er ist eher wie ein Trottel in der Milch.“ Die beiden Frauen verlieben sich ineinander und diese Liebe gipfelt im Schlafzimmer der Vizekönigin… Jede Szene der Oper wird durch den Auftritt von „El Alma“ (spanisch: die Seele) eingeleitet, einem Geist, der unsichtbar die Handlung begleitet und den  „Mythos der getrennten Seelen“ aus Platons „Symposion“ besingt. Die Oper endet schließlich damit, dass Juana in einem inquisitionsähnlichen Prozess von Pater Antonio, dem Bischof und dem Erzbischof gezwungen wird, ihre Bibliothek aufzulösen und sich um einige tuberkulöse Nonnen zu kümmern. Sie erkrankt innerhalb weniger Monate selber und stirbt als ekstatische Märtyrerin 1695 mit nur 46 Jahren an der Pest.-

Chor Der Nonnen
Chor der Nonnen. Copyright: Miguel Cabrera

Nach ihrer ersten Oper „Wuornos“, in der Carla Lucero den Serienmörder Aileen Wuornos porträtierte, ließ sie sich für ihre zweite Oper vom Roman „Sor Juanas zweiter Traum“ von Alicia Gaspar de Alba, Professorin und Gründungsmitglied der César Chávez Abteilung für Chicana / o-Studien an der Universität von Kalifornien und ehemalige Vorsitzende des LGBTQ-Studienprogramms, inspirieren. 17 Jahre lang dauerte ihre gemeinsame Arbeit an der Oper, in der sie Juana im Ringen um ihre Sexualität und Befreiung aufzeigen. Die Vokalschrift der zweiaktigen Oper wurde daher bewusst sehr lyrisch gestaltet und die 2 Stunden und 20 Minuten dauernde Oper in sehr viele kurze Szenen unterteilt. Musikalisch gesehen kann Carla Lucero ihre Wurzeln in der Spätromantik und dem Neoklassizismus wohl nicht verleugnen. Die Oper wurde am 24.11.2019 von der Herb Albert School of Music, im Freud Playhouse der Universität von Los Angeles uraufgeführt. Das Produktionsteam der Oper bestand fast ausschließlich aus Frauen: Das von Mary Chun einfühlsam geleitete Kammerorchester verwendet neben dem obligaten Streichquintett, als Barockinstrumente jeweils ein Cembalo, eine Harfe, eine Vihuela (eine alte spanische Gitarre) und eine Altblockflöte. Für Lokalkolorit sorgen einheimische Schlaginstrumente, vor allem Glocken, und eine Okarina. Rhythmische Jazz-Riffs sind mancherorts in die Partitur eingestreut. Das Ergebnis kann als eine Mischung musikalischer Stile und Perioden angesehen werden. Sie fließt einmal spärlich dahin, dann wieder reißend und behält verliert dabei nichts an ihrer zeitlosen Schönheit. Mit prunkvollen historisierenden Stoffen und bestickten Gewänder kleidete Kostümdesignerin Alexa Weinzierl das Vizeregentenpaar und den Klerus. Im Kontrast dazu tragen die Nonnen eine weiße Tunika mit braunem Skapulier (Überwurf über die Tunika) und einen schwarzen Schleier. Wie aus einer anderen Welt erscheint dann „El Alma“ in einem Paillettenbesetzten Kleid und einem riesigen Kopfschmuck. Das Personal der Oper bewegt sich an wechselnden Orten innerhalb und außerhalb des Klosters in den stilisierten Bühnenbildern von Madie Hays, die eine  spanische Kolonialumgebung mit Bögen und ockerfarbenen Gipswänden suggerieren. Überall gibt es Spione, Lauscher, Intriganten, vor denen sich Juana in Acht nehmen muss und die sie gegen Ende der Oper dennoch der Inquisition übergeben. Die erforderlichen raschen Szenenwechsel ermöglichte das ausgeklügelte Lichtdesign von Lucila Tapia Gaitan. Der Choreografin Nicola Bowie ist es gelungen, die zarte Sinnlichkeit der intimen Begegnung der beiden Frauen sensibel auf der Bühne vorzuführen. Regisseurin Sara E. Widzer versah alle Darstellenden mit einem eigenständigen Profil. Die Rolle von Juana, die in fast jeder Szene der Oper auftritt, wurde zweigeteilt: die junge Juana wird von Natalie Leonard mit hellem jugendlich-lyrischem Sopran gesungen. Im Kloster tritt sie zunächst noch als Juana Amanuensis Concepción auf. Die ältere Sor Juana wird von Meagan Martin  mit ausdrucksstarkem Mezzosopran hingebungsvoll interpretiert. In die Schranken wird Juana von Michelle Rice in der Rolle der sittenstrengen Madre Melchora gewiesen. Mario Arias als spanischer Vizekönig und Michelle Drever als dessen zigarillorauchende, sinnliche Gattin La Condesa, mit höhensicherem Sopran, sind beide vom Charme und Geist Juanas angetan. Der Unterhaltung zwischen der Contessa und Juana kann der eher einfältige Pater Antonio (Justin Birchell), nicht folgen und so zieht er sich als „ungebetener“ Gast zurück. Mit beeindruckender vokaler wie darstellerischer Präsenz erscheint Mezzosopranistin Carmen Voskuhl als „El Alma“, mit extravagantem Kopfschmuck, deren Aufgabe es ist, die Oper – wie der Chor in der griechischen Antike – zu kommentieren und bereitet darüber hinaus die Zusehenden noch, unter Verweis auf Platons Vorschlag von den drei Geschlechtern im Symposion, Juana als sapphische Figur vor. El Alma kehrt immer wieder zurück, um Auszüge aus Sor Juanas Gedichten zu singen und vor Tragödien zu warnen. Carla Lucero hat diese „androgyne“ Figur ursprünglich auch für einen Countertenor geschrieben. Der Erzbischof von Michael Valentekovic ist gewalttätig, was er auch unter dem Deckmantel seines Glaubens nicht verbergen kann. Er glaubt, Frauen hätten keine Seele, und droht, jede Frau schlagen zu lassen, die sein Zimmer betritt. Eric Levintow als Manuel Fernández de Santa Cruz, Bischof von  Puebla, ist nicht viel besser. Er dient mit seinem schurkenhaften Charakter gleichfalls der Inquisition und den spanischen  Kolonialherren. Und auch Alexander Papandrea als Juanas Freund und Landsmann Don Carlos de Sigüenza y Góngora, der sie im Sprechzimmer des Klosters besucht, entpuppt sich am Ende der Oper als schamloser Opportunist.

Juana Inquisitionsszene2
Inquisitionsszene. Copyright: Miguel Cabrera

Juana“ ist nicht die erste Oper, die in einem Kloster spielt: Giacomo Puccinis Suor Angelica und Francis Poulencs Dialogues des Carmélites waren vorangegangen, später folgten Pendereckis „Die Teufel von Loudun“, Hindemiths Einakter „Sancta Susanna“ und andere. Sie ist aber auch nicht die erste Oper über Sor Juana. So führte die Fort Worth Opera bereits 2014 Daniel Croziers Kammeroper „With Blood, With Ink“ nach einem Libretto von Peter M. Krask auf.-

Juana 2
Copyright: Miguel Cabrera

Von der Kritik wurde die lesbische Liebesdichtung der mexikanischen Nonne stets geschätzt. Sie gilt als eine der größten lateinamerikanischen Dichterinnen, eine frühe Verfechterin der Frauenrechte, und manche Forschenden stilisieren sie gar zu Nordamerikas erster lesbisch-feministischen Schriftstellerin. Das Quartier der Nonne Juana glich damals einem Salon, der von der intellektuellen Elite der Stadt besucht wurde. Unter ihnen war auch die Gräfin María Luisa Manrique de Lara y Gonzaga, Tochter von Vespasiano Gonzaga, Herzog von Guastala, Luzara und Rechiolo, Vizekönigin von Mexico. Historisch belegt ist, dass die beiden Frauen eine tiefe Freundschaft verband. Unklar bleibt aber, ob sie nach heutiger Definition Lesben waren, immehin aber inspirierte ihre Patronin, Sor Juana, verliebte Liebesgedichte zu schreiben, wie zum Beispiel: „Dass du eine weit entfernte Frau bist, ist kein Hindernis für meine Liebe: Wie du weißt, zählen Distanz und Sex für die Seele nicht.“  Die katholische Kirche ging gegen Sor Juana nicht wegen ihrer lesbischen Poesie vor, sondern wegen ihrer Verteidigung der Frauenrechte. Sie, die immer die Ausbildung von Mädchen gefördert hatte, die nicht zur Schule gehen, noch in Männerkleidern eine Universität besuchen durfte, bildete sich autodidaktisch und war ein Genie. Ihre dramatische Geschichte, so ist Carla Lucero überzeugt, eignet sich für die Oper, zumal sie historisch ist. Und dieser Meinung kann sich auch der Verfasser dieses Berichtes nur anschließen. Wir alle sollten mehr von und über Sor Juana Inès de la Cruz lesen, um von dieser faszinierenden Persönlichkeit mit ihren sozialkritischen Überzeugungen zu lernen. Den Link zur Oper findet man auf https://www.operaonvideo.com/juana-lucero-los-angeles-2019/. Dieser verweist dann aber weiter auf die Aufzeichnung bei Vimeo, wo beide Akte der Oper (https://vimeo.com/391833984) und  (https://vimeo.com/391836332) nachgesehen werden können.

Harald Lacina
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