Die MONTAG-PRESSE – 1. AUGUST 2022

Die MONTAG-PRESSE – 1. AUGUST 2022

Egils Silins (Wotan), Attilio Glaser (Froh), Christa Mayer (Fricke), Raimund Nolte (Donner), Daniel Kirch (Loge). Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 1. AUGUST 2022

Bayreuth/Festspiele
Ein Mann aus dem Meer rettet „Das (farblose) Rheingold“ in Bayreuth
Weltweltweltklasse war Olafur Sigurdarson als Nibelung Alberich. Was dieser kleine Mann an Energie, an Hingabe, an Vielfalt in der Klanggebung, an vollkommener Professionalität darbot, war von einem anderen Stern. Lieber Olafur, Sie sind DER BESTE Alberich der Welt! Sie sind Power pur und stemmen vom piano bis zum fortissimo alles in Perfektion. Sie kommen mitten aus dem Meer, aus Island. Dass Ihr für deutsche Verhältnisse kleines Volk (380.000 Einwohner) einen so herausragenden Bariton hervorbringt, ist beachtlich und beneidenswert.
Klassik-begeistert.de

Das neue „Rheingold“ bei den Bayreuther Festspielen: Unsere Nachtkritik
Nach 25 Minuten kommt es in jedem „Rheingold“ zum Schwur. Alberichs Fluch auf die Liebe im Gegenzug fürs Edelmetall – nur taucht es an diesem Abend gar nicht auf. Denn was ist tatsächlich das Kostbarste? Da wird Regisseur Valentin Schwarz moralisch: Es sind die Kinder, unser aller Hoffnung.
Münchner Merkur

„Wow!
Zur ersten Analyse lassen Sie mir bitte noch etwas Zeit. Das war einfach zu gewaltig, um es mal kurz so aufzuschlüsseln. ich bereue jetzt schon die Stunde, in der ich mir praktisch meinen eigenen Wotan-Speer geschnitzt habe, indem ich Ihnen eine Akt-für-Akt-Kritik versprochen habe. Meine ersten Irrtümer werden nicht die letzten sein. Aber es gibt Spuren. Ich melde mal Copyright auf die Schlagzeile „Kinder sind die Macht“ an. Siegmund und Sieglinde, Hagen und Brünnhilde, all die Nachfahren der Licht- und Dunkelelben Wotan und Alberich hatten schon ihren Auftritt.Valentin Schwarz macht, was er versprochen hat: er erzählt die Familiengeschichte und lotet tief aus – so, wie es vor ihm noch keiner getan hat. Nicht inszenatorisch, sondern von der Idee. Später mehr. Wahrscheinlich viel mehr.
Die Welt.de.kultur.de

Kinder, rafft Neues: „Rheingold“ bei Bayreuther Festspielen
Wagners „Ring“ als bitterböse Familienaufstellung, das gefiel nicht allen Zuschauern. Am Ende des Vorabends der vierteiligen Walhall-Saga gab es Jubel- und Buh-Stürme. Das Motto von Regisseur Valentin Schwarz: Macht kaputt, was euch kaputt macht.“
BR-Klassik.de

Salzburg
Die neue „Zauberflöte“ in Salzburg, oder: Wenn der Opa vom Krieg erzählt
Nach der erregt erwarteten Currentzis-Castellucci-Kombi mit Bartók/Orff und dem Asmik-Grigorian-Triple mit Puccini ist bei den Salzburger Festspielen mit Lydia Steiers Überarbeitung ihrer Zauberflöten-Inszenierung von 2018 erst einmal durchatmen und business as usual angesagt.
DerStandard.at.story

Mozarts „Zauberflöte“ in Salzburg: Beachtlich, aber nicht berauschend
BR-Klassik.de

Mozarts Zauberflöte bei den Salzburger Festspielen: Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen
Welttheater. Wer bei den Salzburger Festspielen zu Gast ist, dürfte keine minderen Erwartungen in eine Aufführung setzen. Diesen Anspruch soll und muss man in Salzburg haben. Bereits Max Reinhardt, einer der Gründer der Salzburger Festspiele, war der Überzeugung, dass ein Theaterstück in intensivem Austausch mit dem Publikum stehen muss. Das gelingt Lydia Steier mit der Neueinstudierung von Mozarts „Zauberflöte“ nur bedingt.
Klassik-begeistert.de

Entschärfte Familienaustellung
Das Bürgertum sitzt verbiestert und verspießert am Tisch, ausstaffiert wie um 1900 oder vielleicht immer noch im Mittelwesten, ehe die Mutter in Raserei verfällt und zur Königin der Nacht mutiert: Nach vier Jahren wanderte nun Lydia Steiers Inszenierung der Zauberflöte mit teils neuer Besetzung aus dem Großen Festspielhaus ins Haus für Mozart.
DrehpunktKultur.at

Gelungene zweite Chance: Die „Zauberflöte“ in Salzburg (Bezahlartikel)
Kurier.at

Die Zauberflöte als Gutenachtgeschichte
https://www.diepresse.com/6171938/zauberfloete-als-gutenachtgeschichte

Salzburg/ Il Trittico
Grenzgänge der Liebe
Das ist die neue Klammer für Puccinis „Il trittico“: Salzburgs Festspiel-Liebling Asmik Grigorian singt alle drei Sopran-Hauptrollen in der filigranen, plastischen Inszenierung von Christof Loy. Nicht alles gelingt der Litauerin gleich gut.
MünchnerMerkur.de

„Il Trittico“ in Salzburg Zuerst kommt die Komödie
Himmlisches Wunschkonzert: Christof Loy inszeniert werkgetreu und ganz nah am Kitsch die Sünden-Trilogie „Il Trittico“.
Tagesspiegel.de

Puccinis Oper „Il trittico“: Schöner Erben und Sterben
Die Salzburger Festspiele haben rund um den hell leuchtenden Star-Sopran Asmik Grigorian Puccinis „Il trittico“ gebaut.
TirolerTageszeitung.at

Puccinis „Il trittico“: Etwas mehr Loslassen wäre schön gewesen
DieWelt.de/Kultur

Puccini in Salzburg: Aller guten Dinge sind drei (Bezahlartikel)
Eine grandiose Protagonistin, ein erstklassiges Dirigat, eine famose Regie – „Il trittico“ wurde im Großen Festspielhaus zum Triumph.
Kurier.at

Salzburg/ Thielemann
Der Zyklus ist nun vollendet
Schon mehrfach hat Christian Thielemann Bruckners Neunte in diesem Jahr am Pult der Sächsischen Staatskapelle dirigiert, in Dresden, bei den Salzburger Osterfestspielen und in Wien. Die tiefe Verinnerlichung dieser Sinfonie, die eine solche intensive Beschäftigung mit sich bringt, ist ihm anzumerken, und doch bescherte nun seine Einstudierung mit den Wiener Philharmonikern ein neues, anderes Erleben mit einer noch größeren klanglichen Intensität.
Von Kirsten Liese
https://klassik-begeistert.de/39279-2/

Salzburg/ „Jakob Lenz“
Stimmen, die sich um ihn knoten (Bezahlartikel)
Schrei einer geschundenen Seele: Georg Nigl macht die Oper „Jakob Lenz“ von Wolfgang Rihm bei den Salzburger Festspielen zu einem packenden Ereignis.
FrankfurterAllgemeine

Bayreuth: Die ewigen Spielregeln
DieWelt.de.Kultur

München
Wir fremdeln noch: die erste Saison von Serge Dorny an der Bayerischen Staatsoper
Die Bayerische Staatsoper setzte in der Saison 2021/2022 auf einen teils radikalen Neustart. Das Publikum interessierte sich nur bedingt für diesen ambitionierten Spielplan. Eine Bilanz.
MuenchnerMerkur.de

Graz
Straßentheaterfestival „La Strada“ in Grazer Oper eröffnet
Sommerzeit in Graz ist Straßenfestival-„La Strada“-Zeit. Eröffnet wurde mit einem Auftragswerk von Christian Muthspiel, „La Melodia della Strada“, dirigiert von ihm selbst, umgesetzt vom Orjazztra Vienna. Ein Sinnbild: So wie die unterschiedlichsten Performer „La Strada“ seit 25 Jahren zu einem stets Staunen machenden Ganzen zusammenspielen, so spielten die 18 hervorragenden Jazz-SolistInnen Freitagnacht in der Oper Graz in einem faszinierend zersplitternden Klangkörper.
SalzburgerNachrichten.at

Piotr Beczała: Der Weltstar und seine Salzburg-Lovestory
https://www.krone.at/2773519

Baden
Paris liegt ja doch am Balaton
Emmerich Kálmáns Operette „Kaiserin Joséphine“ in der Sommerarena Baden ist ein Triumph.
WienerZeitung.at

Graz
Fidelio als Freiluftgenuss in Grazer Garten
Die Grazer Sommerserenaden lassen Beethovens „Fidelio“ im privaten Garten am Rosenberg erklingen.
https://steiermark.orf.at/stories/3166307/

Bischofshofen
König der Trompetenbauer geht in Pension
In Bischofshofen (Pongau) geht der legendäre und international bekannte Instrumentenbauer Martin Lechner nun in den Ruhestand.
https://salzburg.orf.at/stories/3166997/

Mannheim
Kim lässt zum Abschied das Nationaltheater brennen
Mit „Götterdämmerung“ endet am Nationaltheater Mannheim nicht nur die Neudeutung von Richard Wagners „Der Ring des Nibelungen“ durch Yona Kim. Es war die letzte Vorstellung am Goetheplatz überhaupt, bevor nun ab Montag die vier- bis fünfjährige Sanierungsphase beginnt und das Haus geschlossen ist.
MannheimerMorgen.de

Links zu englischsprachigen Artikeln

Salzburg
The Magic Flute, Salzburg Festival, review:
a promising production brought down by its own piousness (Subscription required) Lydia Steier’s adaptation features some admirable innovations but gets bogged down in anti-war allusions
Thetelegraph.co.uk.

Tallinn
Premiere of Veljo Tormis and Rasmus Puur’s opera to take place next week
The Birgitta Festival, beginning on August 6, will feature the world premiere of Rasmus Puur’s completed version of Veljo Tormis‘ unfinished opera „Lalli, or there is a Man in the Middle of the Sea.“
https://news.err.ee/1608670879/premiere-of-veljo-tormis-and-rasmus-puur

London
Prom 17: London premiere of Jennifer Walshe’s The Site of an Investigation
operatoday.com

Prom 19, Hallé, Elder review – cinematic drama, and plenty of it
A stylish visit from Manchester’s finest. (Resphigi, Dukas, Puccini „Il tabarro“)
theartsdesk.com

“Channelling our anger’: Ukrainian Freedom Orchestra heads for the Proms
TheGuardian.com

Chicago
Women conductors spotlighted in “Breaking Barriers” festival at Ravinia
chicagoclassical.review.com

Kalmar, Grant Park Orchestra scale the tragic heights of Mahler’s Ninth
chicagoclassicalreview.com

Vail
The New York Phil pays heartfelt tribute to Stephen Sondheim at Bravo! Vail
bachtrack.com.de

Recordings
Ravel: Cantates pour Le Prix de Rome
(Choeur et Orchestre National des Pays de Loire, Paschal Rophé) A fascinating look at why all Ravel’s roads did not head to Rome.
limelightmagazine.com.au

Feuilleton
John Williams’s concertos: the other side of cinema’s great musical genius
Exploring the concertos of John Williams with conductor Leonard Slatkin, cellist Yo-Yo Ma and violinist Anne-Sophie Mutter
gramophone.co.uk

Sprechtheater

Salzburg/Festspiele
Putin war schneller (Bezahlartikel)
An den Salzburger Festspielen bringt Yana Ross den russischen Krieg auf die Bühne. Aktueller war Theater selten – und wird dabei selber von den Ereignissen überrollt
NeueZürcherZeitung.ch.

Ausstellungen/ Kunst

Schloss Prinzendorf: Blut, Rausch, Exzess: 6-Tage-Spiel von Künstler Hermann Nitsch aufgeführt
DerStandard.at

Buch

„Tür an Tür“: Schwule Selbstbefreiung als Nachbarschaftsprojekt
Dominik Bartas Roman hat viele Themen am Radar: Homosexualität, Rassismus, Klasse. Alles miteinander zu verweben gelingt prima – gerät aber gar lieb
DerStandard.at.story

INFOS DES TAGES (MONTAG, 1. AUGUST 2022)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 1. AUGUST 2022)

Quelle: onlinemerker.com

BAYREUTH: Erste Fotos vom „RING“ –  „Das Rheingold“ am 31.7.222)

„Wow!
Zur ersten Analyse lassen Sie mir bitte noch etwas Zeit. Das war einfach zu gewaltig, um es mal kurz so aufzuschlüsseln. ich bereue jetzt schon die Stunde, in der ich mir praktisch meinen eigenen Wotan-Speer geschnitzt habe, indem ich Ihnen eine Akt-für-Akt-Kritik versprochen habe. Meine ersten Irrtümer werden nicht die letzten sein. Aber es gibt Spuren. Ich melde mal Copyright auf die Schlagzeile „Kinder sind die Macht“ an. Siegmund und Sieglinde, Hagen und Brünnhilde, all die Nachfahren der Licht- und Dunkelelben Wotan und Alberich hatten schon ihren Auftritt.Valentin Schwarz macht, was er versprochen hat: er erzählt die Familiengeschichte und lotet tief aus – so, wie es vor ihm noch keiner getan hat. Nicht inszenatorisch, sondern von der Idee. Später mehr. Wahrscheinlich viel mehr.
Die Welt.de.kultur.de

Kinder, rafft Neues: „Rheingold“ bei Bayreuther Festspielen
Wagners „Ring“ als bitterböse Familienaufstellung, das gefiel nicht allen Zuschauern. Am Ende des Vorabends der vierteiligen Walhall-Saga gab es Jubel- und Buh-Stürme. Das Motto von Regisseur Valentin Schwarz: Macht kaputt, was euch kaputt macht.“
BR-Klassik.de

Ein Mann aus dem Meer rettet das (farblose) „Rheingold in Bayreuth

Weltweltweltklasse war Olafur Sigurdarson als Nibelung Alberich. Was dieser kleine Mann an Energie, an Hingabe, an Vielfalt in der Klanggebung, an vollkommener Professionalität darbot, war von einem anderen Stern. Lieber Olafur, Sie sind DER BESTE Alberich der Welt! Sie sind Power pur und stemmen vom piano bis zum fortissimo alles in Perfektion. Sie kommen mitten aus dem Meer, aus Island. Dass ihr für deutsche Verhältnisse kleines Volk (380.000 Einwohner) einen so herausragenden Bariton hervorbringt, ist beachtlich und beneidenswert.

Bayreuther Festspiele, 31. Juli 2022
Richard Wagner, Das Rheingold
Kommentar von Andreas Schmidt

Mittelmaß in Bayreuth: Die Premiere des „Rings des Nibelungen“ gestaltete sich mit dem „Rheingold“ als müde Nummer mit überwiegend guten, aber nicht sehr guten, geschweige denn herausragenden Solisten und einer Inszenierung, die von größeren Teilen des Publikums gnadenlos ausgebuht wurde. Sie ist so schwach wie die Vorjahres-Tristesse mit dem „Fliegenden Holländer“ und seiner Castrop-Rauxel-Reihenhaus-Atmosphäre. Der eingesprungene Dirigent Cornelius Meister packte mit dem Festspielorchester eine ordentliche Leistung, allerdings agierte der Klangkörper in vielen wichtigen Passagen viel zu zaghaft und leise.

Wir vermelden gleich auch Gutes, aber vorab: Die Buh-Rufe nach dem Ende wollten nicht aufhören. Sie galten allein dem Regie-Team, das nicht auf die Bühne kam – erst nach der „Götterdämmerung“ an diesem Freitag. Ein junger Reporter von der linken Berliner Tageszeitung „Junge Welt“ sagte: „Hej, so eine Inszenierung würdest Du ja sicher auch hinbekommen.“

Und wahrlich, es war „Bonjour Tristesse“ pur, was dem Zuschauer aus Schwimmbassin, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Garage geboten bekamen. Der für „Kostüme“ zuständige Andy Besuch dürfte Probleme mit Farben gehabt haben, als er die trostlosen Gewänder zusammenstellte. Zentral für die Konzeptionslosigkeit war ein graues Sofa – grau ist glücklicherweise eine aussterbende „Modefarbe“…

Klassik-begeistert.de

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Egils Silins (Wotan), Attilio Glaser (Froh), Christa Mayer (Fricke, Raimund Nolte (Donner), Daniel Kirch (Loge). Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

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Olafur Sigurdarsson (Alberich). Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

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Arnold Bezuyen (Mime) und die Schülerstatisterie. Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

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Elisabeth Teige (Freia), Attilio Glaser (Froh), Christa Mayer (Fricka). Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

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Raimund Nolte (Donner), Christa Mayer (Fricka), Elisabeth Teige (Freia) und oben Egils Silins (Wotan). Foto: Enrico Nawrath/Bayreuther Festspiele

Eine Treppe, also gehe ich davon aus, dass es sich um den „Einzug der Götter in Walhall“, die Schluss-Szene, handelt
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Berlin/ Kammeroper Schloss Rheinsberg: Jubel für die Braut im Heckentheater

Dritte Premiere der diesjährigen Kammeroper Schloss Rheinsberg mit fabelhaften Sängern – Debüt der Berliner Symphoniker unter Hansjörg Schellenberger mit Smetanas „Die verkaufte Braut“ in der Inszenierung von Frank Matthus

Bei idealen Witterungsbedingungen ist m Sonnabend  die Premiere der „Verkauften Braut“ von Bedrich Smetana erfolgreich über die Bühne des ausverkauften Heckentheaters im Schlosspark Rheinsberg gegangen.

Jubel für die jungen Sängerinnen und Sänger – allesamt Preisträgerinnen und Preisträger des Internationalen Gesangswettbewerbs der Kammeroper Schloss Rheinsberg – die, sämtlich in Rollendebüts, ihre anspruchsvollen Partien mit Musikalität und Spielfreude ausfüllten. Ebenso engagiert die Tänzerinnen und Tänzer (Choreografie Ralph Frey) sowie der Apollo-Chor der Staatsoper Unter den Linden – und die Berliner Symphoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten Hansjörg Schellenberger, die mit dieser Aufführung ihr Rheinsberg-Debüt gaben. Regie führte Frank Matthus, Bühne und Kostüme stammen von Karel Spanhak.

Weitere Vorstellungen am 2., 3., 5., 6., 10., 12. und 13. August

Karten

Musikkultur Rheinsberg (Mo-Fr 10-15 Uhr)

Telefon: 033931 / 721 17

Mail:

Tourist-Information Rheinsberg

Telefon: 033931 / 34940

Mail:

Karten erhalten Sie unter 033931 72117 (Mo-Fr 10-15 Uhr), bei der Tourist-Information Rheinsberg 033931 34940 oder an der Abendkasse.
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ORF / „kulturMontag“: Nitsch-Neufassung in Prinzendorf, Schnitzlers „Reigen“ neu in Salzburg, Hollywoodkomponist Elfman als Rockstar

Danach: Doku „Denkende Hände. Die Kunst der Familie Hoke“ – am 1. August ab 22.30 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) – Exzessiv, erotisch, exaltiert: Der von Peter Schneeberger präsentierte „kulturMontag“ am 1. August 2022 um 22.30 Uhr in ORF 2 bietet eine breite Themenpalette: So berichtet die Sendung u. a. über die Wiederaufnahme von Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater, das nach dem Tod des Meisters der Aktionskunst in Prinzendorf fortgeführt wird. Weiters steht die Neudeutung von Arthur Schnitzlers einstigem Skandalstück „Reigen“ bei den Salzburger Festspielen im Mittelpunkt, das von zehn zeitgenössischen Autorinnen und Autoren überschrieben wurde. Außerdem steht ein Porträt von Hollywoods Starkomponisten Danny Elfman auf dem Programm, der nach vielen Jahren der Komposition von Filmmusik nun wieder als Rockmusiker von sich Hören macht und ein furioses neues Album vorlegt. Anschließend setzt sich die vom ORF-Landesstudio Kärnten produzierte Dokumentation „Denkende Hände. Die Kunst der Familie Hoke“ (23.20 Uhr) mit dem Leben und Werk von Giselbert Hoke, einem der bedeutendsten heimischen Künstler der Nachkriegszeit, und seinen ebenso künstlerisch tätigen Nachkommen auseinander.

Letzter Wille – Neufassung von Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theaters in Prinzendorf

Vulkanische Farbschüttungen, orgiastische Tänze mit Tierkadavern und dionysische Klänge – Zeit seines Lebens hat der im April verstorbene Hermann Nitsch, Aktionskünstler von Weltrang, mit seinem Orgien-Mysterien-Theater und seinen exzessiven Schüttbildern die Kunstwelt in Atem gehalten. Für seine provokanten Arbeiten landete er in den 1960er Jahren sogar im Gefängnis. 1998 löste der „Dionysos der Kunst“ mit seinem legendären „Sechstagespiel“, das auf seinem Schloss im niederösterreichischen Prinzendorf stattfand, heftige Kontroversen und Anfeindungen zwischen Gotteslästerung und Tierquälerei aus. Dabei wollte er mit seinem Orgien-Mysterien-Theater, das er als zeitgenössische Fortsetzung der Erlösungsidee der Menschen verstand, nie provozieren. Für Nitsch war es ein Lebensfest, in dem er Tod und Auferstehung feierte. Nun wird 24 Jahre nach der Erstinszenierung des „Sechstagespiels“ sein letzter Wille einer Neufassung realisiert. Ende Juli werden die ersten zwei Tage in Schloss Prinzendorf opulent in Szene gesetzt. Ein Fest für alle Sinne und eine Hommage an den herausragenden Aktionskünstler.

Verborgenes Begehren – Schnitzlers „Reigen“ bei den Salzburger Festspielen

Was man immer schon über Sex, Intimität und Begehren wissen wollte, hat Arthur Schnitzler in seinem gesellschaftskritischen zehnteiligen Episodenwerk „Reigen“ im Fin de Siècle festgehalten: Ein Karussell der Libido, ein Jahrmarkt der Emotionen und des Machthungers, am Rande des Abgrunds, kurz vor der Katastrophe des Ersten Weltkriegs. Damit verstieß Schnitzler gegen die Konventionen des zeitgemäßen Salontheaters, in dem das Überschreiten der Grenze zwischen Erotik und Sexualität ein Tabubruch war. Die Uraufführung des Stoffes, der zunächst gar nicht für die Bühne gedacht war, brachte im Jahr 1920 klerikale und nationale Kreise auf die Barrikaden. Das Ensemble musste sich gar wegen Unzucht und Erregung öffentlichen Ärgernisses vor Gericht verantworten. Für die Salzburger Festspiele hat Schauspielchefin Bettina Hering zehn zeitgenössische Autorinnen und Autoren mit einer Überschreibung der einzelnen Szenen beauftragt. Die lettisch-amerikanische Regisseurin Yana Ross untersucht in ihrer Neudeutung die Beziehung zum Original und wie die heutigen brisanten und gesellschaftsrelevanten Fragen um das Begehren nachhallen.

Doppeltes Spiel – Der Komponist und Rockstar Danny Elfman

Er komponierte die Musik für Superhelden wie Batman und Spiderman und untermalte Blockbuster wie „Planet der Affen“ oder „Big Fish“. Der US-Amerikaner Danny Elfman hat mit seinen Soundtracks Hollywoodgeschichte geschrieben. Mit Regisseur Tim Burton verbindet ihn eine langjährige, intensive Zusammenarbeit. Mit dem für ihn typisch verspielten Stil untermalte Elfman Burtons morbide Märchen mit groß orchestrierten Partituren unter zusätzlicher Verwendung von Orgel, Xylophon, Glockenspiel und charakteristischem Knabenchor. Untrennbar ist Burtons Erfolg auch durch seinen kongenialen Partner Elfman gekrönt. Dabei startete dieser seine Karriere als Rockmusiker und wollte Burtons Anfrage 1985 für „Pee-Wees irre Abenteuer“ eigentlich ablehnen, da er als Filmkomponist noch keinerlei Erfahrung hatte. Unzählige Ohrwürmer, etwa die legendäre Titelmelodie der Serie „Die Simpsons“, hat er seither produziert. Viermal wurde er für den Oscar nominiert – für die beste Filmmusik von „Good Will Hunting“, „Men in Black“ oder „Milk“. Nun kehrt Hollywoods Starkomponist zu seinen Wurzeln zurück und legt mit „Big Mess“ ein furioses Rockalbum vor.

Dokumentation „Denkende Hände. Die Kunst der Familie Hoke“ (23.20 Uhr)

Im Englischen gibt es den Begriff „helping hand“, die hilfreich zupackende Hand, wenn Not am Mann oder an der Frau ist. Der Künstler Giselbert Hoke hatte gleich mehrere dieser helfenden – und denkenden – Hände zur Seite: Seine Kinder Karma Eder, Armin Guerino, Clemens, Edmund und Tomas Hoke, die heute alle in künstlerischen oder kreativen Berufen tätig sind – ein familiäres Kunstkollektiv. Nötig war dies, weil Hoke im Zweiten Weltkrieg seinen rechten Arm verlor. Blutjung gewann er den Wettbewerb zur Ausgestaltung der Klagenfurter Bahnhofshalle mit großformatigen Fresken, die bei ihrer Enthüllung für einen veritablen Skandal sorgten. 1961 erwarb er das schwer baufällige Schloss Saager im kärntnerischen Grafenstein, in dem er Wohnsitz, Atelier und Werkstätte einrichtete. Bei der Restaurierung lehrte er seine Kinder, wie Kunst und Handwerk ineinandergreifen. Für ihren Film hat Regisseurin Barbara Frank Archivschätze gehoben und die Hoke-Kinder befragt, wie sie mit dem künstlerischen Erbe ihres Vaters umgehen. Zudem erzählt sie die Geschichte eines Mannes, der sich nicht einfach mit einem Defizit abgefunden hatte, sondern dieses mehrfach kompensierte.

Als junger Künstler erhält Giselbert Hoke im Wettbewerb um die künstlerische Ausgestaltung des Klagenfurter Hauptbahnhofs den Zuschlag. Während der Arbeit lässt er keine neugierigen Blicke zu, ändert grundlegend das eingereichte Konzept, bei dem er sich an der Formensprache von Pablo Picasso orientiert. Wiederkehrendes Symbol der Macht in seinen Fresken ist das Kriegspferd, das Menschen zertrampelt. Auf amtliche Weisung muss er das Projekt einstellen, erst durch die Fürsprache von Stararchitekt Clemens Holzmeister kann er die Arbeit fortsetzen. 1956, bei der Enthüllung der Fresken, kommt es zum Eklat. Ein Lesebrief-Schreiber fordert die Bombardierung des Bahnhofs, die Eisenbahner-Gewerkschaft verlangt deren Demontage. „Wir sind als Kinder für Vaters Arbeit verspottet worden“, schildert Hokes Tochter, die Restauratorin Karma Eder. Heute ist die Arbeit denkmalgeschützt. In seinem Umgang mit Kunst verzichtete Giselbert Hoke auf jede Pose, war vollkommen unprätentiös. „Denkende Hände. Die Kunst der Familie Hoke“ ist ein Film über einen Homo Faber – einen Menschen mit der Fähigkeit, benötigte Werkzeuge selbst herzustellen. Ein Zugang, der sich bei seinen Nachkommen in unterschiedlichster Ausprägung zeigt.
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„ORF III Themenmontag“: Kabarettklassiker mit Michael Niavarani, den „Hektikern“ und Mini Bydlinski

Mit u. a. „Michael Niavarani – So fing alles an“ und der Reihe „Wir waren jung und brauchten das Geld“

Wien (OTS) – Der „ORF III Themenmontag“ widmet sich am 1. August 2022 dem heimischen Kabarett und stellt dabei Michael Niavarani, Mini Bydlinski sowie die Hektiker ins Rampenlicht. Zum Auftakt steht in „So fing alles an“ und der Personenretrospektive „Wir waren jung und brauchten das Geld“ die Karriere von Publikumsliebling Michael Niavarani im Mittelpunkt. Danach folgt die Sendung „Nia und die Hektiker – Sex, Lügen und Haushaltsgeräte“ aus dem Jahr 1992. Den Kabarettabend beschließen „Die besten Solonummern“ von Mini Bydlinski.

Der Themenabend startet mit dem Programm „Michael Niavarani – So fing alles an“ (20.15 Uhr). Von unbändigem Witz war der Publikumsliebling schon seit seinen Anfängen. Ob als Persiflage auf Hugo Portisch oder Maxi Böhm, ob als „Ausländer-Inländer-Taxifahrer“ oder 147. Reinkarnation seiner selbst. Er verkauft „Stoff“ am Karlsplatz – Stoff für Drehbücher – und besucht eine Bankfiliale, die eine Samenbank ist. In dem teilweise erstmals gesendeten Material sind neben Michael Niavarani u. a. Viktor Gernot, Sigrid Hauser und Andreas Steppan zu sehen.

Danach folgt eine Ausgabe der Reihe „Wir waren jung und brauchten das Geld“ (21.25 Uhr). Es war in einer Mathematik-Stunde, als Michael Niavarani an der Tafel den Satz des Pythagoras erklären sollte und sich dabei in eine Maxi-Böhm-Persiflage mäanderte. Nach dadaistischen Anfängen wurde er einem breiteren Publikum an der Seite von Ossy Kolmann in der Show „Wer lacht gewinnt“ bekannt. Kurz bevor er 1993 die Direktion des Wiener Simpl übernahm entstand die Kabarett-Collage „Die nackte Not“. Das Material dazu lag drei Jahrzehnte ungesendet im ORF-Archiv. Peter Fässlacher hat Michael Niavarani mit diesen frühen Zeugnissen seiner Künstlertätigkeit, bei der schon damals sein herausragendes Talent sichtbar wurde, in einem kurzen Interview konfrontiert. „Ja das schdiimmt“ – kaum ein Sager ging so in den kollektiven Sprachgebrauch ein wie Mini Bydlinskis Persiflage auf Schneckerl Prohaska. Niemand war in den 1990er Jahren vor der Humortruppe „Hektiker“ und ihren beißenden Verrissen sicher, auch nicht Joki Kirschner, der sich in „Sex, Lügen und Haushaltsgeräte“ (21.35 Uhr) aus dem Jahr 1992 schwummrig durch selbstgebastelte Psycho-Wahrheiten schaukelt. Michael Niavarani und Andreas Steppan hosten diese Zehn-Jahre-Hektiker-Feier als rangelnde Studio-Moderatoren.

Den Abschluss des „ORF III Themenmontag“ bilden „Die besten Solonummern“ von Mini Bydlinski (22.45 Uhr). Einst Gründungsmitglied der „Hektiker“, machte sich der Künstler 1991 mit Soloprogrammen wie „Alles Fassade“ oder „Lauter Lügen“ selbständig.
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