Hauters Hauspost 2: Treffen Sie sich mit mir zu einem Tanzabend des Bayerischen Staatsballetts in München

Hauters Hauspost 2  klassik-begeistert.de

von Barbara Hauter

Haben Sie Samstag schon was vor? Wie wäre es, wenn wir uns zur Watchparty treffen! Am 21. März um 19.30 Uhr schauen alle ballettinteressierten Klassik-begeistert-Leser gleichzeitig „Jewels“. Der Tanzabend des Bayerischen Staatsballetts in München wird auf Staatsoper.tv übertragen und garantiert vor allem eines: Er hebt das Gemüt. Und fröhliche Grundstimmung stärkt das Immunsystem. Das können wir alle gerade gut gebrauchen.

Warum gerade Jewels? Weil Jewels einfach wunderschön ist:  Geschliffener Tanz, glitzernde Kostüme, abwechslungsreiche Musik. Der Choreograf George Balanchine schuf für seine Compagnie, das New York City Ballet, eine ganze Reihe neoklassischer, visionärer Choreographien, die als Meilensteine des Balletts gelten.

So auch Jewels. Das 1967 entstandene Stück ist kein Handlungsballett, sondern purer Tanz. Inspirieren ließ sich George Balanchine von der Schmuckauslage eines Juweliers auf der Fifth Avenue. Die drei in ihrem Stil, ihrer Stimmung, Farbe und Form völlig unterschiedlichen Akte sind wahre Ballettschmuckstücke. Jeder der drei Teile ist nach einem Juwel benannt, jedem liegt eine andere Musik zugrunde.

Emeraldes (Smaragde) eröffnet mit lyrischem Charakter und zeigt zur romantischen Musik von Gabriel Fauré eine träumerische Welt des klassischen Balletts. Mit Rubies (Rubinen) zu Igor Strawinskys jazzigem Capriccio for Piano and Orchestra folgt ein zeitgenössisches Panorama. Die dynamische Schärfe der Musik wird choreographisch in Schnelligkeit und Präzision überführt. Ein augenzwinkerndes, kokettes Spiel voller Kraft und Tanzlust, in dem Balanchines Broadway- und Showbizqualitäten genauso durchscheinen wie das wilde New York, in das er selbst gehörte. Diamonds (Diamanten) steht mit Peter I. Tschaikowskys 3. Sinfonie ganz im Zeichen des großen, opulenten Balletts des zaristischen Russlands, wie es Balanchine in seiner Kindheit kennengelernt hat.

Der Münchner Ballettchef Igor Selensky wird oft kritisiert für sein sehr traditionelles Repertoire und den ebenso traditionellen Tanzstil. Doch in Zeiten von Corona tut ein wenig Halt und Sicherheit im Traditionellem gut. Jewels ist zudem das perfekte Stück, um eine Kurzreise durch die Ballettgeschichte zu machen. Emeraldes zitiert den französischen Tanzstil, grazil und elegant. Rubies zeigt Elemente des modernen Tanzes. Und in Diamonds erstrahlen die großen Posen des russischen Balletts. Die Kostüme könnten auch Deko bei einem sündhaft teuren Juwelier sein. Und das Münchner Ballett tanzt so präsize und geschmeidig, dass das Herz lacht.

Ich habe das Stück schon live gesehen und für klassik-begeistert.de berichtet. Natürlich ist es nicht dasselbe, es auf dem TV zu erleben. Trotzdem möchte ich mich mit Ihnen zum gemeinsamen Ballett-Gucken treffen am kommenden Samstag, denn Jewels ist so plakativ, dass sicher auch über Bildschirm noch viel erhalten bleibt von der Ausdruckskraft der getanzten Schmuckstücke. Also tragen Sie sich den Termin in Ihren Kalender ein: Alles andere ist ja wahrscheinlich gestrichen. Und schreiben Sie mir, wie es Ihnen gefallen hat.

Samstag, 21. März 2020 um 19.30, auf www.staatsoper.tv  im kostenlosen Live-Stream.

Barbara Hauter, 18. März 2021, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

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