Zwei Norweger schenken Wohlgefühl und Geborgenheit in der Elbphilharmonie

Kings of Convenience, Erlend Øye, Eirik Glambek Bøe, Tobias Hett, Davide Bertolini,  Elbphilharmonie

Foto: © Peter Hundert
Kings of Convenience
Erlend Øye Gitarre und Gesang
Eirik Glambek Bøe Gitarre und Gesang
Tobias Hett Viola
Davide Bertolini Kontrabass
Elbphilharmonie, 8. Mai 2017

von Sebastian Koik

Zwei Männer, zwei Gitarren: Mehr braucht es nicht. Es ist eines der puristischsten Konzerte, die der Große Saal der Elbphilharmonie bisher erlebt hat. Und es ist eines der magischsten. Legerer und unscheinbarer, als Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe es hier tun kann man sich nicht kleiden. Optisch wirken die beiden deutlich jünger aussehenden 41-Jährigen wie gewöhnliche Zivildienstleistende, die im Wohnheim abhängen.

Die ersten Töne lösen sofort Gänsehaut aus, berühren und fluten die Elbphilharmonie mit Glücksgefühlen. Es ist Musik wie aus einer verzauberten Welt, und die Gitarrenklänge funkeln wie Sterne an einem klaren Sommerhimmel. Auch der zweite Song überwältigt sofort das Herz.

Die Stimmen der beiden Norweger sind weich und warm, schenken Wohlgefühl und Geborgenheit. Ihre akustischen Gitarren beherrschen sie meisterhaft und lässig. Musikalisch ist das vom Feinsten und genügt auch höchsten Ansprüchen. Ihre Lieder haben einen wunderschönen Ton von Sehnsucht und Melancholie, Entspanntheit und Tiefe, sind ein wenig entrückt, wirken, als seien sie aus Raum und Zeit gefallen. Ihre Stimmen und ihre Musik erinnern stark an Simon and Garfunkel.

Die Norweger spielen an diesem Abend viele neue Songs, die erst in den nächsten Monaten aufgenommen werden. Ihre Fans dürfen sich auf die erste Veröffentlichung der Kings seit 2009 wirklich freuen! Der Stil hat sich seit ihrem gefeierten Debütalbum im Jahre 2001 nicht verändert, die neuen Stücke reihen sich in Charakter und Qualität nahtlos in ihre Diskografie ein.

Nach vierzig wundervollen Minuten Erlend Øye und Eirik Glambek Bøe pur, kommen der Bratschist Tobias Hett und der Kontrabassist Davide Bertolini auf die Bühne. Auch sie sind Könner an ihren Instrumenten, und mit ihnen ist es nicht weniger schön als zuvor. Ohohohoh, I could never belong to you“, singen die beiden Norweger und tränken den Saal in schönste Melancholie. Neben „Boat Behind“ beglücken die Kings of Convenience auch mit weiteren ihrer Hits wie „Misread“ und „Cayman Islands“. Man könnte kritisieren, dass die Stücke alle sehr ähnlich klingen. Doch in gewisser Weise trägt die Unveränderlichkeit ihrer Musik auch zu ihrer Kraft bei, verleiht ihr eine Wahrhaftigkeit und archaische Wirkung. Man kann sich auf die beiden verlassen!

Am Ende bringen sie die Elbphilharmonie zum Tanzen. Das Publikum ist glückstrunken und dankt mit Standing Ovations und Jubel für eineinhalb schöne Stunden, in denen die Welt vollkommen in Ordnung ist.

Sebastian Koik, 10. Mai 2017 für
für klassik-begeistert.de

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