In Herzog Blaubarts Burg wellt starke Energie von der Bühne in mich hinein

Plakatmotiv Herzog Blaubarts Burg © JCOM

Das Kammerensemble ist voller explosiver Energie. Dirigent Daniel Grossmann baut eine konsequente, starke, anhaltende – grandiose! Spannung auf. Levante Páll als Blaubart und Andrea Brassói-Jörös als Judith arbeiten singend und spielend ein nervenaufreibendes Beziehungsspiel heraus.

Béla Bartók
Motto Adagio
aus dem Divertimento für Streichorchester, op. 134 (1939)

Herzog Blaubarts Burg (A kékszakállú herceg vára) (1911)
Bearbeitung für Kammerensemble von Paul Max Edlin
Libretto von Béla Balázs nach dem Märchen La Barbe bleue

Levante Páll, Herzog Kékszakállú / Blaubart
Andrea Brassói-Jörös, Judit / Judith
Stefan Merki, Stimme (Prolog)

Jewish Chamber Orchestra
Dirigent   Daniel Grossmann

Szenische Einrichtung   Martin Valdés-Stauber

Kammerspiele, München, 15. März 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend führt das Jewish Chamber Orchestra seines Zeichens Orchestra in Residence der Kammerspiele in München in ebendieser Spielstätte Béla Bartóks Oper Herzog Blaubarts Burg auf. Als Minimal-Opera. Das heißt, es gibt kein Bühnenbild, jedoch eine szenische Einrichtung, Sängerin und Sänger spielen. „Béla Bartók, Herzog Blaubarts Burg, Minimal Opera
Kammerspiele, München, 15. März 2026“
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Grandiose Werke zu Unrecht vergessener Komponistinnen begeistern in Bremen

Raphaela Gromes & Julian Riem © Petra Hennemann

Raphaela Gromes & Julian Riem: “Fortissima”

Programm:
Sonaten, Präludien, Nocturnes und weitere Werke der Komponistinnen Hildegard von Bingen, Lera Auerbach, Luise Adolpha Le Beau, Pauline Viardot-García, Henriette Hilda Bosmans, Maria Szymanowska, Lili und Nadia Boulanger

Raphaela Gromes  Violoncello
Julian Riem  Klavier

Sendesaal Bremen, 15. März 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Komponistinnen sind eine höchst seltene Spezies; denn Frauen können nun einmal nicht komponieren. Diese über Jahrhunderte geltende, von männlicher Arroganz und Voreingenommenheit geprägte Meinung macht wahrhaft fassungslos angesichts dessen, was allein schon an diesem Abend von Cellistin Raphaela Gromes und ihrem Klavierpartner Julian Riem präsentiert wird: Meisterhaftes von Komponistinnen, die man selbst in einschlägigen Konzertführern zumeist vergeblich sucht, deren Werke hingegen in der exzellenten Akustik des Bremer Sendesaals als phänomenale Höreindrücke imponieren. „Raphaela Gromes & Julian Riem “Fortissima”
Sendesaal Bremen, 15. März 2026“
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Der traurige Schleier einer unerfüllten Liebe legt sich auf die märchenhafte Handlung 

CD/Blu-ray Besprechung:

Joseph Beer
Der Prinz von Schiras
Operette in 3 Akten
Libretto von Fritz Löhner-Beda und Ludwig Herzer

Aufnahme der Inszenierung des Theaters Regensburg vom Dezember 2023

Erschienen als Doppel-CD beim Label CPO im Februar 2026

cpo 555 670-2

von Ralf Krüger

Zuvorkommend, ganz “oldschool”, werden wir als Ladies and Gentleman begrüßt. Auf dem Luxusdampfer kündigt sich eine Hochzeit an. Der Chef-Steward, eigentlich der Spross eines superreichen Amerikaners und hier inkognito unterwegs, ehelicht die Gesellschafterin von Miss Violet. Diese, eine junge, attraktive Frau, wird gleich von drei Herren an Bord begehrt: von ihrem Verlobten, von einem ehemaligen französischen Diplomaten und vom titelgebenden Prinzen von Schiras. Als das Schiff in den Strudel kriegerischer Auseinandersetzungen gerät und die Gefangennahme einiger Passagiere droht, gibt der Prinz die junge Miss Violet als seine Frau aus. Als Prinzessin von Schiras in spe gelangt sie in sein märchenhaftes Reich, dorthin, wo der Kammerdiener Hassan eine Frau und des Kammerdieners Ehefrau ein Mann ist. „CD/Blu-ray Besprechung: Joseph Beer, Der Prinz von Schiras
klassik-begeistert.de, 16. März 2026“
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Véronique Gens krönt die Leidenschaft

CD/Blu-ray Besprechung:

REINES

Véronique Gens, Soprano

Ensemble Les Surprises
Louis-Noël Bestion de Camboulas, musikalische Leitung

Alpha Classics, ALPHA 1205

von Dirk Schauß

Mit ihrem neuen Album „Reines“ setzt Véronique Gens ihre Erkundung der französischen Barockmusik fort, nach dem erfolgreichen Vorgänger „Passion“.

Wieder arbeitet sie mit dem Ensemble Les Surprises unter der Leitung von Louis-Noël Bestion de Camboulas zusammen; als beratender Partner fungierte das Centre de musique baroque de Versailles. Das Programm widmet sich den Königinnenfiguren der Tragédie lyrique – komplexen Frauenrollen, die zwischen Staatsräson, Pflicht und leidenschaftlichen inneren Konflikten stehen. Komponisten wie Rameau, Dauvergne, Francœur, Salomon, Destouches, Royer, Rebel, Desmarest und Stuck sind vertreten; neben bekannten Namen finden sich auch selten aufgeführte Werke. „CD/Blu-ray Besprechung: „Reines“, Véronique Gens, Soprano
klassik-begeistert.de, 16. März 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 16.  MÄRZ 2026

Spielzeitmotiv 2026/27 © Bayerische Staatsoper

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 16.  MÄRZ 2026

München/Bayerische Staatsoper
Das Spielzeitmotto 2026/2027 der Bayerischen Staatsoper lautet „Verging wie ein Hauch der Götter Geschlecht“
Die Spielzeit 2026/2027 der Bayerischen Staatsoper hat in Wagners Ring einen Mittelpunkt, auf den sich auch der Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski bei den musiktheatralischen Premieren konzentriert. Neben der Komplettierung von Wagners Ring werden neu produziert Adams Doctor Atomic, Massenets Werther, Donizettis Maria Stuarda, Tschaikowskis Mazeppa und Brittens Death in Venice. Mit dem Ja, Mai Festival werden drei zeitgenössische Musikwerke vorgestellt. Liberty von Diana Syrse, eine eigens fürs Festival beauftragte Oper für das hauseigene Opernstudio. Dazu Haas’ Koma und Gordon Kampes Die Kreide im Mund des Wolfs. Hervorzuheben sind weiterhin die beiden ehrgeizigen Ballettprojekte: Carpathia ist eine Handlungsballett-Uraufführung und Pina Bauschs Tanzoper Orpheus und Eurydike eine Tanzoper mit der Musik von Gluck. Vielschichtig.
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

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„Der Umgang mit Königen ist gefährlich“ – Monteverdis „Poppea“ wird in Lübeck gekrönt

© Theater Lübeck – Olaf Malzahn

Wie verändert die Gier nach Macht die Menschen? Wie weit gehen Despoten, um ihren Absolutheitsanspruch durchzusetzen? Leider sind das allzu aktuelle Fragen. Da bietet Claudio Monteverdis Oper „Die Krönung der Poppea“ ein sehr gutes Beispiel, um eine Brücke von Machiavellis 500 Jahre alten Ratschlägen an Fürsten zur Erlangung und Festigung von größtmöglicher Macht in die Jetztzeit zu schlagen. In seiner Inszenierung des Werks am Theater Lübeck mit Premiere am 14. März 2026 rekurriert Regisseur Johannes Pölzgutter auf eine mögliche Herrscherkritik des Komponisten.

Claudio Monteverdi
Die Krönung der Poppea
(L’incoronazione di Poppea)

Statisterie des Theaters Lübeck
Takahiro Nagasaki, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Johannes Pölzgutter, Inszenierung

Theater Lübeck, 14. März 2026 Premiere

von Dr. Andreas Ströbl

Von der Antike über den Barock ins Jetzt

An lebenden Vergleichen herrscht derzeit kein Mangel: Ein absoluter Herrscher, der seine Macht immer weiter ausbaut, über Leichen geht und dem bei der Erinnerung an seine Verantwortung und Eingebundenheit in das gesellschaftliche Gesamt nur „Senat und Volk sind mir egal“ entgegnet. Das ist Monteverdis Nerone, dessen Schandtaten er aber gegenüber dem historischen Vorbild noch deutlich abgemildert hat. Ansonsten wäre dem Publikum nach dem abschließenden Liebesduett des Kaisers und seiner neuen Gattin, „Pur ti miro“, der Beifall wirklich schwergefallen. Johannes Pölzgutter hält es für gut möglich, dass Monteverdi von der Republik Venedig aus ein kritisches Herrscherbild entworfen hat, fernab von Machtzentren, wie Rom oder anderen von absoluten Fürsten regierten italienischen Stadtstaaten. „Claudio Monteverdi, Die Krönung der Poppea
Theater Lübeck, Premiere, 14. März 2026“
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Das Spielzeitmotto 2026/2027 der Bayerischen Staatsoper lautet „Verging wie ein Hauch der Götter Geschlecht“

Spielzeitmotiv 2026/27 © Bayerische Staatsoper

Die Spielzeit 2026/2027 der Bayerischen Staatsoper hat in Wagners Ring einen Mittelpunkt, auf den sich auch der Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski bei den musiktheatralischen Premieren konzentriert.

Neben der Komplettierung von Wagners Ring werden neu produziert Adams Doctor Atomic, Massenets Werther, Donizettis Maria Stuarda, Tschaikowskis Mazeppa und Brittens Death in Venice.

Mit dem Ja, Mai Festival werden drei zeitgenössische Musikwerke vorgestellt. Liberty von Diana Syrse, eine eigens fürs Festival beauftragte Oper für das hauseigene Opernstudio. Dazu Haas’ Koma und Gordon Kampes Die Kreide im Mund des Wolfs.

Hervorzuheben sind weiterhin die beiden ehrgeizigen Ballettprojekte: Carpathia ist eine Handlungsballett-Uraufführung und Pina Bauschs Tanzoper Orpheus und Eurydike eine Tanzoper mit der Musik von Gluck. Vielschichtig.

Nationaltheater, München, 15. März 2026

von Frank Heublein

In der Spielzeit 2026/27 an der Bayerischen Staatsoper steht die Vollendung von Wagners Ring im Mittelpunkt. So entspringt auch das Spielzeitmotto diesem Kontext: „Verging wie ein Hauch der Götter Geschlecht“. Ein Zitat Brünnhildes, dass Wagner nicht in die Oper Götterdämmerung aufnahm. Jedoch auf Bitten Ludwigs II. vertonte. Mit dieser Miniatur startet die Vorstellung des Spielzeitprogramms 2026/27 der Bayerischen Staatsoper musikalisch an diesem Sonntag. „Spielzeitpräsentation 2026/27 Bayerische Staatsoper
Nationaltheater, München, 15. März 2026“
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Ladas Klassikwelt 116: Musikinspirierte Zeichnungen begründen eine schöne Freundschaft

 

Fremde Geige, gehst Du mir nach?
In wieviel fernen Städten schon sprach
deine einsame Nacht zu meiner?
Spielen dich hunderte? Spielt dich einer?

Diese Worte aus dem Gedicht „Die Nachbarn“ von Rainer Maria Rilke beziehe ich auf die Geschichte zweier junger Künstler, die sich in einer „fernen Stadt“ angefreundet haben.

von Jolanta Łada-Zielke

Beide absolvierten ihre Hochschulausbildung in München. Friedrich Johann (Fritz) Sonnleitner (1920–1984), ein herausragender Geiger aus Altötting, schloss dort die Staatliche Akademie für Musik ab. Der gebürtige Münchner Blasius Spreng (1913–1987) war Maler, Bildhauer sowie Künstler für Glasfenster und Mosaikgestaltungen, insbesondere Dekorateur für Kunst am Bau. Er studierte klassische Malerei an der Akademie für Angewandte Kunst München und unternahm anschließend mehrere Bildungsreisen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem der Fastnachtsbrunnen in Mainz, die gesamte künstlerische Gestaltung der Liederhalle in Stuttgart sowie des Staatstheaters in Kassel [1]. „Ladas Klassikwelt 116: Musikinspirierte Zeichnungen
klassik-begeistert.de, 15. März 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 15.  MÄRZ 2026

Benjamin Bernheim © Christoph Köstlin

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 15.  MÄRZ 2026

Berlin
Benjamin Bernheim singt einen grandiosen Hoffmann in Berlin
Die Staatsoper Berlin spielt eine zweite Serie von Offenbachs Oper “Les Contes d’Hoffmann” in einer Inszenierung von Lydia Steier, die im November letzten Jahres Premiere hatte. Hauptattraktion dieser Wiederaufnahme ist Benjamin Bernheim, der seinem Ruf als einer der Besten, wenn nicht sogar DER BESTE französische Tenor dieser Tage vollauf gerecht wird.
Von Jean-Nico Schambourg
Klassik-begeistert.de

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Kristina Reiko Cooper bricht das Schweigen der Geschichte

CD/Blu-ray Besprechung:

In der Welt der Violoncello-Literatur gibt es Werke, die wie Monolithen über allem thronen. Doch abseits der vielbefahrenen Repertoire-Straßen existieren Schätze, die erst jetzt, Jahrzehnte nach ihrer Entstehung, ihre volle Leuchtkraft entfalten. Die amerikanische Cellistin Kristina Reiko Cooper widmet sich auf ihrem neuesten Album beim Label Delos zwei solchen Schicksalskomponisten: Mieczysław Weinberg und Erich Wolfgang Korngold.

Hidden Legacies

Weinberg und Korngold

Kristina Reiko Cooper, Cello
Kaunas City Symphony Orchestra
Constantine Orbelian, musikalische Leitung

Delos, DE3616

von Dirk Schauß

Zwischen Melancholie und Widerstand

Was diese Aufnahme so dringlich macht, ist die biografische Schwere, die über den Noten schwebt. Cooper nähert sich Weinbergs Cellokonzert op. 43 nicht als bloßem Exponat der Musikgeschichte, sondern als lebendigem Zeugnis menschlicher Widerstandskraft. „CD/Blu-ray Besprechung: Hidden Legacies, Weinberg und Korngold
klassik-begeistert.de, 15. März 2026“
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