DIE MITTWOCH-PRESSE – 20. MAI 2026

Daniele Gatti © Markenfotografie

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 20. MAI 2026

Dresden/Semperoper
Glanzstücke der deutschen und französischen Romantik vereinigen sich
Schon einmal in dieser Spielzeit erfreuten uns die Dresdner Staatskapelle und ihr Chefdirigent Daniele Gatti mit den Klängen von Wagners „Parsifal“. Damals allerdings wurde das Werk in voller Länge gespielt. Besonders der „Karfreitagszauber“ erschien mir dort auch schon, als ein außergewöhnlicher Moment. Capellvirtuose 2025/26 Gautier Capuçon betrat nun das Podium. Das erwartungsvolle Publikum wurde nicht enttäuscht.
Von Henriette Müller
Klassik-begeistert.de

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Haydn lässt die Aufklärer tanzen – mit einer besoffenen Fuge

© Diana Hillesheim

Joseph Haydn
Die Jahreszeiten

Cäcilienchor Frankfurt
Figuralchor Frankfurt
Frankfurter Kantorei
Frankfurter Singakademie

Karolina Bengtsson, Sopran
Magnus Dietrich, Tenor
David Steffens, Bass

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Thomas Guggeis, musikalische Leitung

Alte Oper, 18. Mai 2026

von Dirk Schauß

Joseph Haydns weltliches Oratorium „Die Jahreszeiten“ balanciert traditionell auf dem schmalen Grat zwischen herrlicher Naturmalerei und moralischer Erbauung. Beim Frankfurter Museumskonzert im Großen Saal der Alten Oper erwies sich die Befürchtung einer zähen ersten Hälfte jedoch als unbegründet.

„Joseph Haydn, Die Jahreszeiten, Thomas Guggeis, musikalische Leitung
Frankfurt, Alte Oper, 18. Mai 2026“
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Thielemann und Levit überzeugen als kongeniales Duo

Berlin, Christian Thielemann Igor Levit © Stephan Rabold

SYMPHONIEKONZERT VII

Christian Thielemann
Igor Levit

Staatskapelle Berlin

Hans Pfitzner
Klavierkonzert Es-Dur op. 31

Franz Liszt
Symphonische Dichtungen

Orpheus S 98
Prometheus S 99

Richard Wagner
Ouvertüre zu Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 18. Mai 2026 

von Dr. Ingobert Waltenberger

Nein, pomphaft ist er nicht, der erste Satz, für den Pfitzner die Vortragsbezeichnung mit Kraft und Schwung wählte. Denn nach einem relativ knappen Holla-Kraftlackl-Auftakt mit wuchtigen Klavierakkorden lässt Pfitzner das Publikum in einem thematisch stückhaften, wie einem aus Wüstenwässerchen sich speisenden Sonatenhauptsatzform-Dschungel braten. Da wird motivisch verdichtet, in Chromatik herumgestöbert. Das Klavier als anfangs laut aufbegehrender, hierauf zaghaft integrierter Partner dieser „Symphonie mit obligatem Klavier“ fräst sich langsam in den von Thielemann trotz Riesenbesetzung schlank gehaltenen Orchesterklingklang hinein. „Hans Pfitzner, Christian Thielemann, Igor Levit
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 18. Mai 2026 “
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Jakub Hrůša legt die definitive Einspielung aller Martinů-Symphonien vor

CD-Besprechung:

Bohuslav Martinů
Symphonien Nr. 1 bis 6

Jakub Hrůša
Bamberger Symphoniker

Deutsche Grammophon

von Dr. Ingobert Waltenberger

Spektakuläre Klangbildräume und -träume 

Es ist ja nicht so, dass Bohuslav Martinůs sechs im gereiften Alter in den USA geschriebene Symphonien Neuland für die Musikwelt wären.

Dank guter Gesamtpräsentationen auf Tonträgern wie von Václav Neumann mit der Tschechischen Philharmonie (Supraphon), Jiří Bělohlávek mit dem BBC Symphony Orchestra (Onyx), Vladimír Válek mit dem Prager Symphony Orchestra (Supraphon) oder Cornelius Meister mit dem ORF Radio Symphonieorchester Wien (Capriccio) sind diese Spitzenschöpfungen der sinfonischen Kunst kein Geheimtipp mehr. „Bohuslav Martinů, Symphonien Nr. 1 bis 6, Jakub Hrůša Dirigent
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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Keine Angst vor Neuer Musik: Kapstadt serviert echte Klarinetten-Farben

CD-Besprechung:

Für den Connaisseur der Holzbläserliteratur, der die ausgetretenen Pfade der Romantik verlassen möchte, bietet diese CD eine erfrischende Entdeckungsreise abseits des europäischen Mainstreams.

Clarinet Colours
Maria du Toit, Klarinette

Cape Town Philharmonic Orchestra
Arjan Tien, musikalische Leitung

Channel Classics, CCS47926

von Dirk Schauß

Südafrika lockt musikalisch meist mit mächtigen Chören oder den erdigen Rhythmen des Jazz. Dass am Kap der Guten Hoffnung auch eine vitale, hochkomplexe Avantgarde für den Konzertsaal gedeiht, zeigt das niederländische Label Channel Classics mit einer bemerkenswerten Veröffentlichung. „Clarinet Colours, Maria du Toit, Klarinette
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 19. MAI 2026

HSO Il barbiere di Siviglia, Jonah Hoskins Johannes Martin Kränzle © Tanja Dorendorf

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 19. MAI 2026

Hamburg/Staatsoper/Gioachino Rossini: Il barbiere di Siviglia
Männer sind lächerliche Figuren … und Frauen lassen sich nicht mehr alles gefallen
Rossinis Barbier ist unverwüstlich, zumindest wenn das Orchester so packend und dynamisch abgestuft, mehr kammermusikalisch als auftrumpfend wie unter der Leitung von Omer Meir Wellber aufspielt. Das Bühnenbild bestand aus einer reduzierten, deutlich angehobenen Spielfläche, hinter der sich eine wohl knapp 7 m hohe und etwa 3 m breite Treppenhausfassade um sich selbst drehen ließ. Damit erschöpfte sich der bühnentechnische Aufwand bereits. So hätte man das Stück auch in der Hamburger Kammeroper ausstatten können.
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de

Auf den Punkt 92: Rossini in der Villa Kunterbunt
Gioachino Rossini   Il barbiere di Siviglia: Pippi Langstrumpf wohnt in der Villa Kunterbunt. Was hat diese Information hier zu suchen, fragen Sie? Nun, in Pippis quietschbuntem Haus ist Kindern alles erlaubt, was man dem Nachwuchs sonst gerne abspricht. So wollte es Astrid Lindgren. Im Titelsong der Verfilmung ihrer Romanvorlage gipfelt dieser Lifestyle in dem berühmten Refrain: „Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt!“ Jedenfalls im deutschen Text. Die SPD-Politikerin Andrea Nahles hat das Mal im Bundestag gesungen oder, wie der SPIEGEL damals schrieb, geträllert.
Von Jörn Schmidt
Klassik-begeistert.de

„DIE DIENSTAG-PRESSE – 19. MAI 2026
klassik-begeistert.de, 19. Mai 2026“
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Männer sind lächerliche Figuren ... und Frauen lassen sich nicht mehr alles gefallen

Das wie für ein Kammertheater eingerichtete Bühnenbild, Omer Meir Wellber mit dem Ensemble (Foto: RW)

Mattia Olivieris klangschöner, viriler Bariton überstrahlte seine männlichen Kollegen und man fragte sich, warum nicht er sondern der jünglingshaft auftretende Graf Almaviva um Rosinas Gunst warb. Auch stimmlich hätten Figaro und Rosina (Bariton und Mezzosopran) besser zueinander gepasst.

Il barbiere di Siviglia, Melodramma buffo in zwei Akten
von Gioachino Rossini

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung: Omer Meir Wellber
Inszenierung: Tatjana Gürbaca
Bühne und Licht: Klaus Grünberg, Kostüme: Barbara Drosihn

Hamburgische Staatsoper, Premiere am 17. Mai 2026

von Dr. Ralf Wegner

Rossinis Barbier ist unverwüstlich, zumindest wenn das Orchester so packend und dynamisch abgestuft, mehr kammermusikalisch als auftrumpfend wie unter der Leitung von Omer Meir Wellber aufspielt. Das Bühnenbild bestand aus einer reduzierten, deutlich angehobenen Spielfläche, hinter der sich eine wohl knapp 7 m hohe und etwa 3 m breite Treppenhausfassade um sich selbst drehen ließ. Damit erschöpfte sich der bühnentechnische Aufwand bereits. So hätte man das Stück auch in der Hamburger Kammeroper ausstatten können. „Gioachino Rossini, Il barbiere di Siviglia
Hamburgische Staatsoper, Premiere, 17. Mai 2026“
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Auf den Punkt 92: Rossini in der Villa Kunterbunt

HSO Il barbiere di Siviglia, Mattia Olivieri, Lilly Jørstad © Tanja Dorendorf

Pippi Langstrumpf wohnt in der Villa Kunterbunt. Was hat diese Information hier zu suchen, fragen Sie? Nun, in Pippis quietschbuntem Haus ist Kindern alles erlaubt, was man dem Nachwuchs sonst gerne abspricht. So wollte es Astrid Lindgren. Im Titelsong der Verfilmung ihrer Romanvorlage gipfelt dieser Lifestyle in dem berühmten Refrain: „Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt!“ Jedenfalls im deutschen Text. Die SPD-Politikerin Andrea Nahles hat das Mal im Bundestag gesungen oder, wie der SPIEGEL damals schrieb, geträllert.

Gioachino Rossini   Il barbiere di Siviglia

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Omer Meir Wellber   Dirigent
Tatjana Gürbaca   Inszenierung

Hamburgische Staatsoper, 17. Mai 2026 +++ PREMIERE +++

 Von Jörn Schmidt

Wie Frau Nahles der Vortrag gelang? Sehen Sie sich das – wenn es wirklich sein muss – bitte selber auf YouTube an. Hier nur so viel: An das durchweg hohe künstlerische Niveau der heutigen Premiere von Gioachino Rossinis  Il barbiere di Siviglia reichte Frau Nahles nicht heran. „Auf den Punkt 92: Rossini in der Villa Kunterbunt
Hamburgische Staatsoper, 17. Mai 2026 +++ PREMIERE +++“
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Das MusikTheater an der Wien lässt einen wieder an die Oper glauben

Stiffelio, Joyce El-Khoury (Lina), Luciano Ganci (Stiffelio) © Werner Kmetitsch

Mittlerweile hat das MusikTheater an der Wien schon seit längerer Zeit der Wiener Staatsoper den Rang als führendes Opernhaus schlicht und ergreifend zu Recht abgelaufen. Die meisten Produktionen im nicht zu Unrecht bezeichneten „bestes Opernhaus 2025“ sind schlicht und ergreifend spitzenmäßig. Das auch hier wieder bei Verdis „Stiffelio“.

Giuseppe Verdi    Stiffelio
Dramma lirico in drei Akten
Libretto von Francesco Maria Piave

Mit  Luciano Ganci, Joyce El-Khouri, Franco Vassallo, Alessio Cacciamani, Luigi Morassi u.a.

Regie   Vasily Barkhatov
Arnold Schoenberg Chor
ORF Radio-Symphonie Orchester Wien
Dirigent   Jérémie Rhorer

Musiktheater an der Wien, 17. Mai 2026

von Herbert Hiess

Eigentlich verweigerte man schon fast seit längerem den Besuch der Wiener Staatsoper, da dort mehr oder weniger willkürlich fast alle Neuproduktionen „versenkt“ wurden  und da offenbar durch die (zumindest im musikalischen Bereich) Ahnungslosigkeit des Intendanten auch in weiterer Zukunft keine Besserung bemerkbar sein wird. „Giuseppe Verdi, Stiffelio
Musiktheater an der Wien, 17. Mai 2026“
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Avdeeva singt, Schostakowitsch schlägt zu

© Alte Oper Frankfurt/Tibor-Florestan Pluto

Sergej Rachmaninow
Klavierkonzert Nr. 2 c-moll op. 18

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 10 e-moll op. 93

Yulianna Avdeeva, Klavier
Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 17. Mai 2026

von Dirk Schauß

Es gibt Konzertabende, die man vergisst, sobald man den Mantel anzieht. Und es gibt solche, die einem noch auf dem Heimweg durch den Kopf hallen, als hätte das Orchester eine Spur in den Schädel gebrannt. Der
17. Mai in der Alten Oper Frankfurt gehörte unzweifelhaft zur zweiten Sorte. „Gewandhausorchester Leipzig, Andris Nelsons
Alte Oper Frankfurt, 17. Mai 2026“
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