Klein beleuchtet kurz 1

Foto: Klassik-begeistert-Autor Patrik Klein

Klein beleuchtet kurz 1

Der Klassik-begeistert-Autor Patrik Klein ist ein leidenschaftlicher Konzert- und Opernfreak, der bereits über 300 Konzerte (Eröffnungskonzert inklusive) in der Elbphilharmonie Hamburg verbrachte, hunderte Male in Opern- und Konzerthäusern in Europa verweilte und ein großes Kommunikationsnetz zu vielen Künstlern pflegt.

Nicht immer nimmt er sich Pressekarten im offiziellen Modus, sondern lauscht oder schaut privat, zwanglos und mit offenen Augen und Ohren. Die daraus entstehenden meist emotional noch hoch aufgeladenen Posts in den Sozialen Medien folgen hier nun auch regelmäßig bei Klassik-begeistert – voller Leidenschaft – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – aber immer mit großem Herzen!

Letzte Woche in der Elphi:

Schlussapplaus Médée; Foto Patrik Klein

Elbphilharmonie, 21. November 2023

CHARPENTIER: MÉDÉE / MAGDALENA KOŽENÁ / SIR SIMON RATTLE
Freiburger Barockorchester / Carolyn Sampson / Reinoud Van Mechelen

Médée / Oper in einem Prolog und fünf Akten
(Konzertante Aufführung in französischer Sprache)

Kleine Ursache – Große Wirkung – Was so eine verbotene Liebe alles auslösen kann – Verletztheit, Demütigung, blutrünstigste Rache, raffinierte Intrigen und Gemetzel – sinnlich und mit überwältigender Zartheit ist die Musik aus dem 17. Jahrhundert komponiert – mit viel Längen, aber auch mit rasenden Höhepunkten – barocke Pracht allerorten – und die Interpreten sind von einem anderen Stern – ein Chor, der Chor der Staatsoper Berlin, schickt nur 30 Sängerinnen und Sänger nach Hamburg – die genügen, um den Saal zu fesseln und zu stürmen – selten habe ich eine solche Präzision erleben können – der Wahnsinn – das Orchester, eine Bank, mit historischen Instrumenten und einem Flow, der sprachlos macht – die Solisten allesamt Weltklasse, allen voran die Titelheldin und der Countertenor – Maestro Rattle hält alles wunderbar zusammen und gibt präziseste Impulse – am Ende tobt die Hütte – wer hätte das gedacht? Charpentiers Médée??? 300 Jahre kannte sie kein Mensch und war beinahe vergessen – zu Unrecht – good night

Freiburger Barockorchester
Staatsopernchor Berlin

Magdalena Kožená, Médée
Luca Tittoto, Creon
Carolyn Sampson, Créuse
Jehanne Amzal, Cléone, L’Amour
Reinoud Van Mechelen, Jason
Gyula Orendt, Oronte
Markéta Cukrová, Nérine, Bellone
Gonzalo Quinchahual, Arcas, La Jalousie
Dionysios Avgerinos, La Vengance

Dirigent: Sir Simon Rattle

DIE DIENSTAG-PRESSE – 28. NOVEMBER 2023

Bayreuther Festspiele 2022, Tannhäuser © Enrico Nawrath, Bayreuther Festspiele

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 28. NOVEMBER 2023

Klassikwoche: Wo bleibt die Klassik-Solidarität?
Katharina Wagner und die Sparmaßnahmen bei den Bayreuther Festspielen, die Suche nach einem Intendanten oder einer Intendantin am Konzerthaus Berlin, die Debatten in Nürnberg um die Interimsspielstätte des Staatstheaters.
https://crescendo.de/klassikwoche48-2023-anne-sophie-mutter-katharina-wagner/

Bayreuth
Umbau von Chor und Orchester: Bayreuth muss mehrere Millionen einsparen
Bayreuth mal wieder am Abgrund oder in der Wagner-Dämmerung? Die jüngsten Pläne zum Umbau von Chor und Orchester werden heftig kritisiert. Doch dahinter stecken Sparzwänge.
MuenchnerMerkur.de

„DIE DIENSTAG-PRESSE – 28. NOVEMBER 2023“ weiterlesen

Schweitzers Klassikwelt 102: Eine kleine Auswahl von Opern, die in der Wiener Volksoper ihre besondere Heimat fanden.

Foto: Volksoper früher © Georg Soulek

und heute © Lothar Schweitzer


von Lothar und Sylvia Schweitzer

Welcher Philosophie soll das zweitgrößte Opernhaus Wiens, die Wiener Volksoper, dienen? Es ist jedenfalls ein Mehrspartentheater (Opern, Operetten, Ballette und in wachsender Zahl Musicals). Vom Namen her denkt man an nicht so schwere, volkstümliche Spielopern. Albert Lortzing und Otto Nicolai fallen uns ein. Vielleicht etwas außer Mode geraten. „Schweitzers Klassikwelt 102: Eine kleine Auswahl von Opern, die in der Wiener Volksoper ihre besondere Heimat fanden
klassik-begeistert.de, 28. November 2023“
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Symposium „Regietheater – ein Irrweg?“

Wolfgang Gratschmeier, Roland Schwab, Günther Groissböck, Klaus Billand, Peter Lang,  Daniel Beyer. Foto: Veranstalter

Kurzbericht über das internationale Symposium
„Regietheater – ein Irrweg?“ – Wien, 23.-24. November 2023

„Für wen machen wir Oper??“ rief KS Waltraud Meier in die Runde des ersten Podiumsgesprächs, nachdem Prof. Albert Gier, Romanist und Librettologe; Prof. Clemens Hellsberg, ehem. Vorstand der Wiener Philharmoniker; und Rainer Fineske, Präsident von Richard Wagner International, bereits interessante Kurzreferate zum Thema Regietheater vorgetragen hatten. „Wir machen sie für das Publikum, und das Haus muss voll sein!“ fuhr Waltraud Meier fort. „Und das gelingt nur mit handwerklich guten, aussagekräftigen und überragenden Inszenierungen im Sinne heutiger Wahrnehmung, die verankert sein sollten in Libretto, Text und Musik.“ „Symposium „Regietheater – ein Irrweg?“
Wien, 23.-24. November 2023“
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Pianistische Nachwuchselite in der Hamburger Alfred Schnittke Akademie International: Marcel Tadokoro besteigt den musikalischen Himalaya

Alfred Schnittke Akademie International, Hamburg, 26. November 2023

in der Kawai-Konzertserie 2023

Foto Marcel Tadokoro, (c) Kawai Europa GmbH

Marcel Tadokoro, Klavier

Werke von Jean-Philippe Rameau, Pjotr Iljitsch Tschaikowski/Пётр Ильич Чайковский, Maurice Ravel und Igor Strawinsky/Игорь Стравинский

In der Hamburger Alfred Schnittke  Akademie gastiert mit Marcel Tadokoro für den Klavier- und Flügelhersteller Kawai ein starker Kandidat für die Spitzenklasse der nächsten Pianistengeneration. Eine große Zukunft stehe jedem Pianisten bevor, der diese eigentlich unspielbaren Werke mit solch grandioser Grandezza zum Klingen bringt. Das Instrument: ein Shigeru Kawai Flügel Modell SK-6 … ein Meisterwerk, nuancenreich in Klangfarben und Dynamik, 214 Zentimeter.

von Johannes Karl Fischer

Dieses Programm – Rameau, Pletnevs Nussknacker-Bearbeitung, Ravel und nicht zuletzt Stravinskys Drei Sätze aus Petruschka – würde selbst den erfahrensten Weltklassepianisten das Fürchten lehren. Völlig unbeeindruckt dieser Herausforderung stürzt sich der junge Ausnahmepianist Marcel Tadokoro in dieses Himalayagebirge der Klavierliteratur. Dort scheint er sich regelrecht wohlzufühlen, seine atemberaubende Technik lässt die Läufe unter den Fingern fließen und Akkordsequenzen mit wuchtiger Macht im Saal tanzen.    „Marcel Tadokoro, Klavier
Alfred Schnittke Akademie International, Hamburg, 26. November 2023“
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Wiederaufnahme „Das schottische Stück“ die Vierte: Dieser „Macbeth“ geht unter die Haut

Fotos © Monika Rittershaus

Macbeth
Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi (1813-1901)

Libretto: Francesco Maria Piave mit Ergänzungen von Andrea Maffei nach „The Tragedy of Macbeth“ von William Shakespeare

Musikalische Leitung: Daniele Squeo
Inszenierung: Barrie Kosky
Bühnenbild: Klaus Grünberg
Bühnenbildmitarbeit: Anne Kuhn
Kostüme: Klaus Bruns
Choreinstudierung: Ernst Raffelsberger
Dramaturgie: Claus Spahn

Besetzung:
Macbeth: George Petean
Lady Macbeth: Ewa Plonka
Banco: Vitalij Kowaljow
Kammerfrau: Ann-Kathrin Niemczyk
Macduff: Omer Kobiljak
Malcolm: Maximilian Lawrie
Arzt: Amin Ahangaran
Diener Macbeths, Mörder: Gregory Feldmann

Philharmonie Zürich
Chor der Oper Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich

Opernhaus Zürich, 25. November 2023

von Kathrin Beyer

Wussten Sie, dass sich Nervosität unter Theaterschaffenden breit macht, wenn „Macbeth“ zur Aufführung kommt?

Gilt doch das Stück als Unglücksbote und schon allein den Namen „Macbeth“ auszusprechen, gilt als ungünstiges Omen. Es sei, liest man in verschiedenen Quellen, seit der Uraufführung zu vielfältigen Vorkommnissen gekommen. Die durchaus beträchtliche Liste liest sich wie ein Krimi. „Macbeth, Oper in vier Akten von Giuseppe Verdi
Opernhaus Zürich, 25. November 2023“
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Alle Beteiligten führen den 4. und 5. Don-Carlos-Akt bei der Dernière zu einem sternstundenwürdigen Ereignis

Nino Machaidze, Russell Thomas, Katja Pieweck (Foto: RW)

Wie Katja Pieweck mit Modulation ihrer Stimmfarbe und zum Teil verzögerter bzw. schnellerer Tonemission die starken Gefühle, die geradezu überbordende Reue Elisabeth gegenüber, und den inneren Jubel ob des in ihr ausbrechenden Wunsches, den Infanten zu retten, ausdrückte, war phänomenal. Und das alles nur für eine einzige Vorstellung, warum eigentlich, Herr Operndirektor?

Don Carlos
Oper von Giuseppe Verdi in französischer Sprache

Ungekürzte Fassung in 5 Akten und 10 Bildern

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung Leo Hussain

Staatsoper Hamburg, 26. November 2023

von Dr. Ralf Wegner

Nicht nur einzelne oder vielleicht zwei herausragende gesangliche Darbietungen können einem das Gefühl geben, einer gesanglichen Sternstunde beigewohnt zu haben, sondern auch die gleichbleibend hohe Qualität von allen auftretenden Sängerinnen und Sängern.

Das war am Abend des 26. Novembers der Fall. Ich beziehe mich dabei nur auf den 4. und 5 Akt, also auf die letzten zwei Stunden der Aufführung und nicht auf die inszenatorischen Friktionen davor. Davon habe ich vor drei Tagen berichtet. „Don Carlos, Oper von Giuseppe Verdi
Staatsoper Hamburg, 26. November 2023“
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DIE MONTAG-PRESSE – 27. NOVEMBER 2023

Ester Pavlu (Königin), Andrè Schuen (Schwanda) © Matthias Baus

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 27. NOVEMBER 2023

„Schwanda“: Ein Traum-Gesangstrio und ein großartiger Dirigent schenken eine unerwartete Sternstunde
Mit dieser Aufführung kann man Tobias Kratzer für seine Regie nur Lorbeeren ohne Ende streuen; ein meisterlicher Griff – und regiemäßig eine der besten Produktionen der letzten Jahre.
Von Herbert Hiess
Klassik-begeistert.de

Graz
Nachtkritik Grazer Oper
Ensemblemitglied rettet „Macbeth“-Premiere  (Bezahlartikel)
Der Bass Wilfried Zelinka sorgte mit einem vokalen Bravourstück dafür, dass die „Macbeth“-Premiere in der Grazer Oper zu Ende gebracht werden konnte.
KleineZeitung.at

Wien
Tschechisches Märchen X Traumnovelle: Schwanda am MusikTheater an der Wien
bachtrack.com

„DIE MONTAG-PRESSE – 27. NOVEMBER 2023“ weiterlesen

Lübeck: Mit Sabine Meyer blüht Weber auch in der hanseatischen Marzipanstadt   

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sabine_Meyer_1a.jpg

In der Lübecker Musik- und Kongresshalle feiert Sabine Meyer die Kunst des Klarinettenkonzerts mit einer frischen Priese Weber. Auch Michael Hofstetter überzeugt mit einer flotten Schubert-Sinfonie am Pult der Philharmonische Staatsorchester Lübeck.

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Sabine Meyer, Klarinette
Michael Hofstetter, Dirigent

Werke von Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber und Franz Schubert

Musik- und Kongresshalle Lübeck, 26. November 2023

von Johannes Karl Fischer

Eine etwas unspektakulär rechteckige Bühne, das Einlasspersonal weiß kaum, was die Garderobe kostet. Die Atmosphäre entspricht wirklich mehr jener eines Großkongresses vor den Toren der eigentlich sehr charmanten Lübecker Altstadt. Egal. Ein bisschen wie früher. Zu Beethovens wie auch Webers Zeiten mussten selbst die musikalischen Weltstars teils mit suboptimal externen Gegebenheiten klarkommen. Doch vor gut gefülltem Publikum nahm eben die Musik überhand. Damals wie heute. „Sabine Meyer, Klarinette, Michael Hofstetter, Dirigent, Philharmonisches Orchester
Musik- und Kongresshalle Lübeck, 26. November 2023“
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Wenn es klar sein soll, lasst es Janowski machen!

https://www.br.de/mediathek/podcast/klassik-aktuell/marek-janowski-zum-80-geburtstag-perfektion-statt-glamour/1486906

Gerade auch das Publikum weiß diese zu schätzen und lässt sich zu einem erstaunlich langen Schlussapplaus mit stehenden Ovationen über weite Flächen hinreißen. Selbst bei einem – wie heute – nur halb vollen Saal, kann man doch anerkennen, dass dieser Abend insgesamt ein lohnendes Erlebnis gewesen ist. Man darf sich jedenfalls darauf freuen, wenn Janowski ein nächstes Mal wieder seinen Weg hierhin findet. Der Rezensent wird sich das sicher nicht entgehen lassen!

Anton Bruckner – Sinfonie Nr. 5 in B-Dur

WDR Sinfonieorchester
Marek Janowski, Dirigent

Kölner Philharmonie, 24. November 2023

von Daniel Janz

Die Auftritte von Marek Janowski zusammen mit dem WDR Sinfonieorchester sind immer ein Highlight. Nicht nur haben seine Besuche beim Stammorchester in der Domstadt am Rhein eine lange Tradition. Auch hat er sich auf jene Komponisten spezialisiert, die man zurecht als Spitze der deutschen Hochromantik bezeichnen kann. „Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 5 in B-Dur, WDR Sinfonieorchester, Marek Janowski
Kölner Philharmonie, 24. November 2023“
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