DIE MONTAG-PRESSE – 16. FEBRUAR 2026

Andris Nelsons © Marco Borggreve

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 16. FEBRUAR 2026

Wien/Musikverein
Wiener Philharmoniker: „Böhmische Ekstase“ im Musikverein
Die Wiener Philharmoniker unter Andris Nelsons gaben eine Kostprobe ihres Programms der USA-Tournee.
DiePresse.com

Innsbruck
Mozart-Oper in Innsbruck: Gekonnte Ausweitung der Kampfzonen (Bezahlartikel)
Die Oper „Idomeneo“ von Wolfgang Amadeus Mozart hat Samstagabend im Großen Haus des Tiroler Landestheaters in der Regie von Henry Mason und unter der musikalischen Leitung von Gerrit Prießnitz Premiere gefeiert. Die Inszenierung des etwas im Schatten der späten Mozartopern stehenden Werks verlegte den mythologischen Stoff sowie die Mozart-Ausschmückungen ebenjenes kurzerhand in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Das Publikum reagierte mit euphorischem Applaus und Stehovationen.
KleineZeitung.at

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Borodins Fürst Igor am Gärtnerplatztheater: flashed!

Tobias Kartmann (Alexander Glasunow), Matija Meić (Fürst Igor), Vladimir Pavic (Nikolai Rimski-Korsakow), Dieter Fernengel (Alexander Borodin), Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Markus Tordik

Wahnsinnschor! Emotional tiefschürfende Stimmen! Anrührender Tanz! Souveräner Orchesterklang! Funktionierendes Regiekonzept und Bühnenbild. Es wird szenengejubelt und am Ende gibt es Standing Ovations. Diese Produktion rockt mich und das ganze Publikum.

Fürst Igor

Musik und Text von Alexander Borodin (1833-1887)
vollendet und orchestriert von Alexander Glasunow und Nikolai Rimski-Korsakow (1890)

Musikalische Leitung: Rubén Dubrovsky

Regie: Roland Schwab
Choreografie: Karl Alfred Schreiner

Besetzung:

Fürst Igor   Matija Meić
Jaroslawna   Oksana Sekerina
Wladimir   Arthur Espiritu
Fürst Galitzky   Timos Sirlantzis
Khan Kontschak   Levente Páll
Kontschakowna   Monika Jägerová
Owlur   Juan Carlos Falcón
Skula   Juho Stén
Eroschka   Gyula Rab
Ein polowetzer Mädchen   Tamara Obermayr
Alexander Borodin   Dieter Fernengel
Nikolai Rimski-Korsakow   Vladimir Pavic
Alexander Glasunow   Tobias Kartmann

Ballett, Chor, Extrachor, Statisterie und Kinderstatisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz

Staatstheater am Gärtnerplatz, München, 14. Februar 2026, Premiere

von Frank Heublein

An diesem Abend hat im Münchner Gärtnerplatztheater Borodins Fürst Igor Premiere. Der Chemiker und Hobby-Komponist Alexander Borodin verarbeitete das Igorlied, ein Heldenepos der mittelalterlich-russischen Literatur. Er hinterließ ein Fragment, dass sein Freund Nikolai Rimski-Korsakow und dessen Schüler Alexander Glasunow postum fertigstellten. „Fürst Igor, Musik und Text von Alexander Borodin
 Staatstheater am Gärtnerplatz, München, 14. Februar 2026, Premiere“
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„Die Kugel hat ihren eigenen Witz“ – „The Black Rider“ verführt in Lübeck

The Black Rider – The Casting of the Magic Bullets © Isabel Machado Rios

Wäre nicht ein passendes Geschenk zum Valentinstag ein Hochzeitsantrag nach erfolgreich bestandener Schieß-Prüfung und Aufnahme in die Jäger-Gemeinschaft? Davon träumt der junge Wilhelm, aber der Traum vom Glück endet tödlich. Das Theater Lübeck hat nun die Freischütz-Adaption von Robert Wilson und Tom Waits neu aufgelegt und am 14. Februar 2026 im ausverkauften Haus präsentiert.

The Black Rider – The Casting of the Magic Bullets

Regie der Originalproduktion von Robert Wilson

Musik von Tom Waits
Liedtexte von Tom Waits und Kathleen Brennan
Buch von William Burroughs

Willy Daum, Musikalische Leitung und Arrangements

Malte Lachmann, Inszenierung

Theater Lübeck, Großes Haus, 14. Februar 2026, Premiere

von Dr. Andreas Ströbl

Nun schon selbst ein Klassiker

Daran, dass vor 36 Jahren im Hamburger Thalia-Theater „The Black Rider“ einschlug wie eine vom Herrn der Finsternis gegossene Kugel, konnten sich einige Besucher der Lübecker Premiere noch lebhaft erinnern, bis hin zu persönlichen Begegnungen mit dem arroganten Lou Reed und dem menschlich offenen Tom Waits. Die Produktion war damals von düsterem Reduktionismus geprägt, der typisch für einen Teil der Musik der frühen 90er Jahre war, und den auch Musik und Videos von beispielsweise Nick Cave oder The Cure melancholisch einfärbten – mit entsprechender Kostümierung in lebensbejahendem Schwarz. „The Black Rider – The Casting of the Magic Bullets
Theater Lübeck, 14. Februar 2026, Premiere“
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Die Ersteinspielungen von Massenets Orchesterliedern lohnen sich gehört zu werden

 

CD/Blu-ray Besprechung:

Initiiert wurde das Projekt erneut vom rührigen Palazzetto Bru Zane, das sich unermüdlich der Wiederentdeckung- und Aufführung von Musik der französischen Romantik widmet, und mit dieser Produktion abermals ins Schwarze trifft.

Jules Massenet
Songs with Orchestra-II

Guilmette   Bouchard-Lesieur  Henric  Dolié
Orchestre de l’Opéra Normandie Rouen

Pierre Dumoussaud
Palazzetto Bru Zane

 von Peter Sommeregger

Neben einer ganzen Reihe von bis heute erfolgreichen Opern hat der französische Komponist Jules Massenet auch eine größere Zahl von Liedern zunächst mit Klavierbegleitung, komponiert; eine spätere Instrumentierung wurde nicht veröffentlicht, daher stellt diese Einspielung eine Premiere dar. Nach mehrjähriger Pause liegt nun als zweite CD die Vervollständigung des ambitionierten Projektes vor. „CD/Blu-ray Besprechung: Jules Massenet, Songs with Orchestra-II
klassik-begeistert.de ,15. Februar 2026“
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Asya Fateyeva überzeugt mit Bach und Beatles in trautem Miteinander  

Asya Fateyeva © Jewgeni Roppel

Das Auditorium im ausverkauften Saal applaudiert begeistert. Zwei Beatles-Titel folgen als Zugabe. Das neue Konzept der Bremer Philharmoniker ist – zweifellos auch dank einer grandios aufspielenden Asya Fateyeva! – offensichtlich gut angekommen. Ein bisschen mehr Beatles hätte es gerne sein dürfen, etwas mehr Mut in Richtung „Rock’n’Roll“. Aber der Anfang ist gemacht – und gelungen. Weiter so!

Next Level: Barock’n’Roll

Johann Sebastian Bach  Suite h-Moll BWV 1067, Konzert g-Moll BWV 1058, Doppelkonzert c-Moll BWV 1060

The Beatles  “Michelle”, “In my Life”, “Yesterday”, “Blackbird” (Bearbeitung: Bo Wiget)

Asya Fateyeva  Saxofon
Renate Meyhöfer-Bratschke Cembalo
Streicher der Bremer Philharmoniker

Konzerthalle der Bremer Philharmoniker in
Halle 1, Tabakquartier Bremen,                 
13. Februar 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

Was vor 60 Jahren noch als Sakrileg gegolten hätte, findet heutzutage selbst bei eingefleischten Klassikpuristen Anklang. Nämlich Bach und die Beatles in einem Atemzug zu nennen.

Von daher ist es seitens der Bremer Philharmoniker ein Experiment ohne besonderes Risiko, diese musikalischen Wegbereiter gemeinsam in ihrem neuen Konzertformat „Next Level“ zu präsentieren. Zumal man dafür mit Asya Fateyeva eine gleichermaßen sympathisch moderierende wie spieltechnisch exzellente Saxofonistin gewinnen konnte. Die vielfach preisgekrönte Musikerin hat eine klassische Ausbildung absolviert, ist daher absolut firm auch in der barocken Sparte.

An diesem Abend ist sie mit dem Sopransaxofon angetreten, nicht ohne vorab darauf hinzuweisen, dass es sich dabei tatsächlich um ein „richtiges“, nur eben etwas höher als die bekanntere Altvariante gestimmtes Saxofon handelt. „Next Level: Barock’n’Roll, Bach und The Beatles
Halle 1,Tabakquartier Bremen, 13. Februar 2026“
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Yutaka Sado entfesselt Mahlers Kosmos – Abschied mit der achten Sinfonie

 

CD-Besprechung:

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 8 Es-Dur „Symphonie der Tausend“

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Yutaka Sado, musikalische Leitung

Live-Mitschnitt Wiener Musikverein Juni 2025

Label: Tonkünstler TON2018

von Dirk Schauß

„Denken Sie sich, dass das Universum zu tönen und zu klingen beginnt. Es sind nicht mehr menschliche Stimmen, sondern Planeten und Sonnen, welche kreisen.“ Mit diesen Worten Gustav Mahlers selbst wird der kosmische Anspruch seiner achten Sinfonie greifbar. Das 1910 in München uraufgeführte Werk, wegen seines riesigen Apparats als „Symphonie der Tausend“ angekündigt, vereint den mittelalterlichen Pfingsthymnus Veni creator spiritus mit dem Schlusstableau von Goethes Faust II zu einer gewaltigen Feier der schöpferischen Kraft und der erlösenden Liebe. „CD-Besprechung: Gustav Mahler Sinfonie Nr. 8 Es-Dur, Yutaka Sado
klassik-begeistert.de, 15. Februar 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 15. FEBRUAR 2026

Händel, Giulio Cesare, Francesco Corti © Sophie Wolter

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DIE SONNTAG-PRESSE – 15. FEBRUAR 2026

Hamburg/Elbphilharmonie
Ein musikalischer Hochgenuss auf allerhöchstem Niveau macht demütig und süchtig
Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) – Giulio Cesare in Egitto. Konzertante Aufführung in italienischer Sprache. Was für ein Abend! Das Publikum in der ausverkauften Elbphilharmonie habe ich selten so mucksmäuschenstill erlebt. Am Ende gab es tosenden Applaus und Bravorufe. Die Gelegenheit, mit der reinen Musik zu verschmelzen ist in dieser konzertanten Form ohne Bühnenbild, Kostüme und Regie und vor allem in diesem Raum sensationell.
Von Iris Röckrath
Klassik-begeistert.de

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Zwischen Zeitdiagnose und Zukunftsvision: Malte Schönings’ AIDA

Malte Schöning, Foto: © Malte Schöning

 

In der Arena di Verona verhallen die letzten Töne von Verdis AIDA. Opernliebhaber drängen auf den Piazza Brá, um den Heimweg anzutreten und werden überrascht: Malte Schöning schafft einen spontanen Moment der Verbundenheit und spielt ein kurzes Konzert umsonst und für alle. Hunderte Menschen bleiben stehen, tanzen und singen mit, als er leidenschaftlich Con te partirò von Andrea Bocelli interpretiert und anschließend AIDA performt – seinen eigenen Song mit deutsch- englischem Text. Die Geschichte dahinter geht unter die Haut.

Provokant stellt er luxuriöse Kreuzfahrtträume im Mittelmeer dem existenziellen Kampf ums Überleben gegenüber. Privileg trifft Ohnmacht. AIDA ist kein ästhetischer Zufall, sondern ein bewusst gesetztes Kontrastbild. Schöning nutzt den Opernmythos nicht als Referenz, sondern als Reibungsfläche. Das Mittelmeer erscheint hier nicht als Postkartenmotiv, sondern als moralischer Bruchraum. Die erste Single des Hamburger Jung ist ein flammendes politisches Statement. „Report: Malte Schönings’ AIDA
klassik-begeistert.de, 15. Febraur 2026“
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„und ich steh’ da und seh’ dich endlich sterben!“ – Strauss’ „Elektra“ bestürzt in Hamburg

Elektra Hamburg Ingela Brimberg © NDR I Thies Raetzke

Wozu braucht man eine Inszenierung mit durchdachtem Bühnenbild und einfallsreichen Kostümen, wenn man antiken Familien-Horror so unmittelbar und erschütternd erleben kann, wie die „Elektra“ von Richard Strauss im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie? Die halbkonzertante Aufführung in der szenischen Einrichtung von Charlotte Schetelich am 13. Februar 2026 ließ einem mehrfach das Blut in den Adern gefrieren. 

Richard Strauss, Elektra, Tragödie in einem Aufzug op. 58
Dichtung von Hugo von Hofmannsthal
Konzertante Aufführung in szenischer Einrichtung

Ingela Brimberg, Sopran
Karita Mattila, Sopran
Christina Nilsson, Sopran
Andreas Bauer Kanabas, Bass
Benjamin Bruns, Tenor

Alan Gilbert, Dirigent
NDR Vokalensemble
NDR Elbphilharmonie Orchester

Elbphilharmonie, Großer Saal, Hamburg, 13. Februar 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Sitzen alle? Dann kann es ja losgehen!

Um die Besprechung eines grandiosen Opernabends nicht durch ärgerliche Bemerkungen zu versalzen, sei gleich zu Beginn erneut die Frage gestellt, weshalb es in der „Elphi“ manchmal zugeht wie im Warteraum eines Bahnhofs. Man kann sich der Kritik der geschätzten Kollegin Iris Röckrath nur anschließen (https://klassik-begeistert.de/il-pomo-doro-giulio-cesare-in-egitto-konzertante-auffuehrung-elbphilharmonie-12-februar-2026/), denn es stört nicht nur massiv die Konzentration, sondern es ist auch blanke Respektlosigkeit gegenüber den Ausführenden, wenn 20 Minuten nach Beginn der Vorstellung noch ein Dutzend Leute, die offenbar nicht mit Uhrzeiten klarkommen, ihre Sitzplätze suchen. Das Umherlaufen sowie Rein- und Rausgehen während der Vorstellung war auch an diesem Abend mehr als nervend und wäre so einfach zu unterbinden. In Bayreuth oder Zürich, wie auch anderen Häusern, heißt es eben: Kein Einlass nach Beginn der Vorstellung. Es wäre so einfach. Türen zu. Danke.

„Richard Strauss, Hugo von Hofmannsthal, Elektra
Elbphilharmonie, Hamburg, 13. Februar 2026“
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Erst mit dem Auftritt von Karita Mattila als Klytämnestra erreicht die Spannung ihren Höhepunkt

Christina Nilsson (Chrysothemis), Ingela Brimberg (Elektra) und das NDR Elbphilharmonie Orchester (Foto: RW)

Karita Mattilas Stimme klang rund, weich, tiefensatt und farbreich in der Mittellage, zudem vollströmend im oberen Register. Da war nichts mehr emotional unterkühlt. Ihr gesanglicher Vortrag fesselte von Anfang bis zum Ende.

Elektra, Tragödie in einem Aufzug

Musik: Richard Strauss
Dichtung: Hugo von Hoffmannsthal

Konzertante Aufführung in szenischer Einrichtung durch Charlotte Schetelich

NDR Elbphilharmonie Orchester, Dirigent: Alan Gilbert

Elbphilharmonie, Hamburg, Großer Saal, 13. Februar 2026

von Dr. Ralf Wegner

Wir waren seit längerem nicht mehr in der Elbphilharmonie. Die Optik des große Saals fasziniert immer noch. Und als der Dirigent Alan Gilbert das NDR-Elbphilharmonie Orchester von den Ketten ließ, wohnten wir einem grandiosen Konzertereignis bei.

Aber wo blieben die Sänger? Hinter dem Orchester war Raum für deren Auftritt. Zunächst überzeugten die fünf Mägde (Marie Henriette Reinhold, Ida Aldrian, Marie-Luise Dressen, Olivia Boehn, Chelsea Zurflüh) und die Aufseherin (Layla Claire) mit überraschend strahlkräftigen, sicher über dem Orchester liegenden Stimmen (jedenfalls von unserem Platz aus im Block D), die klanglich allerdings merkwürdig steril blieben. Das galt auch für die wie beiläufig auftretende Ingela Brimberg, der es zufiel (ohne schützendes Bühnenbild) das Zuschauerinteresse weg vom Orchester zu Elektra zu lenken. „Richard Strauss, Hugo von Hoffmannsthal, Elektra
Elbphilharmonie, Hamburg, 13. Februar 2026“
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