Argentiniens Barockmeister baut ein Labyrinth aus Klang

CD/Blu-ray Besprechung:

Leonardo García-Alarcón
La Passione di Gesù

Alpha Classics, Alpha1211

von Dirk Schauß

Leonardo García-Alarcón, der argentinische Magier am Pult und am Cembalo, legt mit seiner Komposition La Passione di Gesù ein Werk vor, das den Hörer nicht nur fordert, sondern ihn regelrecht in einen Strudel intensiver Gefühle und emotionaler Wucht zieht. Es ist keine bloße Vertonung biblischer Verse, sondern eine kluge, mitunter humorvoll-ironische Auseinandersetzung mit der Geschichte des Verrats. Dieses spannende Werk ist nun als Doppel-CD bei Alpha Classics erschienen. „CD/Blu-ray Besprechung: Leonardo García-Alarcón, La Passione di Gesù
klassik-begeistert.de, 8. April 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 8. APRIL 2026

Salzburger Festspiele © Luigi Caputo

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 8. APRIL 2026

Salzburg
Bergmann wird neue Festspielintendantin
Die Salzburger Festspiele bekommen erstmals eine Intendantin: Karin Bergmann soll interimistisch die Nachfolge von Markus Hinterhäuser antreten. Das gab das Kuratorium der Salzburger Festspiele am Dienstagnachmittag bekannt. Der Beschluss im Kuratorium war einstimmig. Bergmann wird damit ab sofort zur Interimsintendantin bestellt. Dem Beschluss gingen laut Aussendung des Kuratoriums in der Karwoche und über die Osterfeiertage vertrauliche Gespräche voraus.
salzburg.orf.at

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Mahlers „Lied von der Erde“ erklingt erstmals auf Originalinstrumenten

CD/Blu-ray Besprechung:

Gustav Mahler
Das Lied von der Erde

Marie-Nicole Lemieux
Andrew Staples
François-Xavier Roth
Les Siècles

HMM 902740

von Peter Sommeregger

Der Komponist Gustav Mahler konnte dieses Werk, ebenso wie seine
9. Symphonie, selbst nicht mehr hören, Bruno Walter leitete 1911 und 1912 die jeweiligen Uraufführungen. „CD/Blu-ray Besprechung: Gustav Mahler, Das Lied von der Erde
klassik-begeistert.de, 7. April 2026“
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Michal Sedláčeks Ballett ist eine großartige Neuinterpretation des antiken Medea-Mythos

Ayana Kamemoto (Medea) mit dem Ensemble beim Schlussapplaus (RW)

Alle Protagonisten überzeugten darstellerisch und gingen tänzerisch an ihre physischen Grenzen. Inhalt und Form sind in diesem Ballett kongruent. Michal Sedláček gelang hier ein künstlerisches Meisterwerk, welches Bestand haben wird. 

Medea, Ballett und Choreographie von Michal Sedláček

Musik vom Band: Samuel Barber, Les Tambours du Bronx, Apocalyptica

Bühnenbild und Lichtdesign: Matthias Hönig
Kostümbild: Olo Krizová

Ballett Halle, Opernhaus Halle, 6. April 2026

von Dr. Ralf Wegner

Medea hilft Jason, das Goldene Vlies zu rauben. Beide müssen aus Kolchis fliehen, gelangen schließlich mit ihren beiden Kindern nach Korinth in den Herrschaftsbereich von Kreon. Der will seine Tochter Glauke mit Jason verheiratet sehen. Jason verlässt Medea, diese tötet die gemeinsamen Kinder. So schildert es, kurzgefasst, Euripides. Modern ausgedrückt, ein Mann verlässt seine Frau zugunsten einer Jüngeren, kann ihr aber nicht die Kinder lassen. „Medea, Ballett und Choreographie von Michal Sedláček
Ballett Halle, Opernhaus Halle, 6. April 2026“
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Albrechts Monographie würdigt nicht nur den Pianisten Friedrich Gulda

Buchbesprechung:

Rüdiger Albrecht
Friedrich Gulda
Pianist – Musiker – Freigeist

et+k

von Peter Sommeregger

Mehr als ein Vierteljahrhundert liegt der Tod des berühmten Pianisten Friedrich Gulda bereits zurück. Ungebrochen ist sein Nachruhm, aber auch die Legendenbildung um seine kontroverse Persönlichkeit. So gesehen kommt Rüdiger Albrechts tief schürfende Monographie zur rechten Zeit, ehe Guldas Name zu verblassen droht. „Buchbesprechung: Rüdiger Albrecht, Friedrich Gulda Pianist – Musiker – Freigeist
klassik-begeistert.de, 7. April 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 7. APRIL 2026

BPhil OFS Mahler 8 © Monika Rittershaus

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 7. APRIL 2026

Salzburg/Osterfestspiele
Petrenko verzaubert mit Mahler 8 zur Salzburg-Begrüßung
Nach 12 Jahren Baden-Baden sind die Berliner Philharmoniker zurück in Salzburg und schenken der österreichischen Festspielstadt eine sensationelle Mahler 8 zur Begrüßung. Unter der Leitung von Kirill Petrenko glänzte der Mahler-Klang differenziert und ausdrucksvoll im Festspielhaus und sorgte für ein einzigartiges Musikerlebnis.
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de

Highlights der Spielzeit 2026/27 an der Bayerischen Staatsoper: Die Jagd auf Karten für Wagners „Ring“ und „Tannhäuser“ mit Jonas Kaufmann hat begonnen
16 Stunden Wagners „Ring“ in einer einzigen Woche,   Jonas Kaufmanns Hausdebüt als „Tannhäuser“ und  dann noch das München-Comeback von Anna Netrebko: Warum es sich lohnt, den Bestellzettel für die nächste Saison an der Bayerischen Staatsoper bald auszufüllen.
SueddeutscheZeitung.de

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Dornröschen in der Semperoper: Selten sieht man so etwas Schönes

Carola Schwab (Königin Katharina), Hannes-Detlef Vogel (König Heinrich von Sachsen), Soomin Kimm (Fliederfee), Elena Karpuhina (Prinzessin Aurora), Moisés Carrada Palmeros (Prinz Florimund), Mira Speyer (Carabosse) (Foto: RW)

Ballett mit solch opulenten Kostümen und beeindruckenden Bühnenbildern findet immer sein Publikum

Das Bühnenbild von Arne Walther zeigt beim Prolog sowie dem Hochzeitsfest (dritter Akt) einen neoklassizistischen, fast barock anmutenden Festsaal, der den Zuschauerraum der Semperoper zur Bühne hin glanzvoll zu erweitern scheint, ein großartiger Effekt. Die Kostümierungen (Erik Västhed) sind opulentester Art. Selten sieht man so etwas Schönes.

Dornröschen
Ballett von Aaron S. Watkin in einem Prolog und drei Akten nach Marius Petipa in einer Adaptation von Marcelo Gomes

Musik: Pjotr Tschaikowsky

Bühnenbild und Video: Arne Walther
Kostüme: Erik Västhed

Sächsische Staatskapelle Dresden
Musikalische Leitung: Charlotte Politi

Solo-Violine: Yuki Manuela Janke

Semperoper Dresden, Ballett, 5. April 2026

von Dr. Ralf Wegner

Tschaikowskys Dornröschenballett ist ein musikalisch opulentes und, sofern auf die Originalchoreographie von Marius Petipa zurückgegriffen wird, zudem wohl eines der technisch anspruchsvollsten Ballette. „Dornröschen, Ballett von Aaron S. Watkin, Musik Pjotr Tschaikowsky
Semperoper Dresden, Ballett, 5. April 2026“
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John Osborn bestätigt sich als einer der führenden Tenöre im französischen Fach

Bianca Andrew und John Osborn © Barbara Aumüller

Im französischen Tenorfach können aktuell nicht viele Kollegen John Osborn das Wasser reichen. Gesangstil, Diktion und Gesangstechnik passen perfekt für diese Rollen zusammen. Dies bestätigt der amerikanische Tenor eindrucksvoll an diesem Abend an der Frankfurter Oper, wo er in der Produktion von Willy Decker aus dem Jahre 2005 den Werther singt. Ihm zur Seite steht dabei Bianca Andrew als tief bewegende Charlotte.

Jules Massenet (1842 – 1912)  WERTHER
Lyrisches Drama in vier Aufzügen (Libretto: Edouard Blau, Paul Millet und Georges Hartmann)

 Musikalische Leitung: Felix Bender

Inszenierung: Willy Decker
Bühne & Kostüme: Wolfgang Gussmann

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Kinderchor der Oper Frankfurt (Leitung: Álvaro Corral Matute)

Oper Frankfurt, 4. April 2026

von Jean-Nico Schambourg

Meine Opernsaison 2025/2026 erscheint mir fast als John-Osborn-Festspiele. Viermal konnte ich ihn seit September in vier verschiedenen Rollen des französischen Opernfachs erleben: als Faust in der gleichnamiger Oper von Gounod, dann als Titelheld in “Benvenuto Cellini” von Berlioz, vor einer Woche als Jean de Leyde in Meyerbeers Propheten und jetzt am Ostersamstag in Frankfurt als Werther im lyrischen Drama von Jules Massenet.

„Jules Massenet (1842 – 1912), Werther
Oper Frankfurt, 4. April 2026“
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Maestro Yoel Gamzou dirigiert wie Alfred Hitchcock, Teil II

Boris Kudlicka & Yoel Gamzou © Karpati&Zarewicz

Yoel Gamzou, der designierte Musikdirektor der Polnischen Nationaloper in Warschau, kehrt mit Carl Maria von Webers Freischütz an die Hamburgische Staatsoper zurück. Angelegentlich haben wir dazu gesprochen, warum der Maestro in einem toten Haus lebt, wie Hitchcock dirigiert und dass Giacomo Puccini für ihn der Erfinder der Filmmusik ist. Außerdem wollte ich wissen, wie Gamzou mit vernichtender Kritik umgeht. Und vieles mehr …

Jörn Schmidt im Gespräch mit Yoel Gamzou (Teil II)

klassik-begeistert: Sie leben in einem toten Haus, habe ich mal getitelt. Weil …

[Anm. Jörn Schmidt: Die tote Stadt, op. 12, ist eine Oper von Erich Wolfgang Korngold]

Yoel Gamzou:  … ich in dem Wiener Haus wohne, in dem auch Korngold gelebt hat.

klassik-begeistert:  Erinnert in der Wohnung noch etwas an Erich Wolfgang Korngold, spürt man gar seine Aura? So wie ich meine, dass Karajans Geist noch durch die Berliner Philharmonie geistert?

Yoel Gamzou:  Ja, absolut. So wie ich mir in Wien vorstelle, wie Schubert mit seiner ewigen Zettelsammlung unterm Arm durch Wien gerannt ist, so spüre ich, wie Korngold zwei Etagen unter mir Die tote Stadt komponiert hat…

klassik-begeistert:  Sind Sie gerade wegen Korngold dort eingezogen?

Yoel Gamzou:  Absolut. Als ich das erste Mal in Wien war, bin ich erstmal zu Mahlers Grab gegangen, dann zu Korngolds Wohnung. Als in eben diesem Haus eine Wohnung frei wurde, war mir klar, dass ich da einziehen muss. Noch verrückter war dann der Zufall, dass ich mit Die tote Stadt mein Debüt an der Wiener Staatsoper gegeben habe. Als Einspringer mit 10 Stunden Vorlauf. „Interview: klassik-begeistert im Gespräch mit Yoel Gamzou, Dirigent,Teil II
Hamburgische Staatsoper, 6. April 2026“
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Maestro Yoel Gamzou kann nicht kochen, Teil I

Yoel Gamzou © Karpati Zarewicz

Als ich Yoel Gamzou unweit der Hamburgischen Staatsoper, im Ristorante Favoloso, zum Mittagessen getroffen habe, hätte es etwas zu feiern gegeben. Tags zuvor ging über die Ticker, dass der israelisch-amerikanische Dirigent ab der Spielzeit 2026/27 Musikdirektor des Teatr Wielki (Polnische Nationaloper) wird. Doch statt Champagner zu ordern, haben wir hart gearbeitet. Das Ergebnis lesen Sie bitte hier bei klassik-begeistert.

Jörn Schmidt im Gespräch mit Yoel Gamzou (Teil I)

klassik-begeistert:  Kochen Sie gerne?

Yoel Gamzou: Zwei mal im Jahr koche ich, und meistens ist das Ergebnis schlecht. Aber eine einzige, sehr spezielle Pasta-Sauce, die gelingt mir sensationell.

klassik-begeistert: Unsere Leser möchten das sicher mal nachkochen, was gehört auf den Einkaufszettel?

Yoel Gamzou: Das kann ich nicht offenlegen, ist ein Geheimrezept.

klassik-begeistert: Der französische Koch Paul Bocuse meinte, dass ein Rezept keine Seele habe, er arbeitete deshalb zuvörderst mit Instinkt, Lust und Intuition – so wie Sie mit einer Partitur umgehen?

Yoel Gamzou: Nur Intuition funktioniert nicht, das würde der Komplexität der Werke nicht gerecht. Genau so, wie nur Ratio, oder Mathematik, die Seele eines Werkes verfehlen würde. Wichtig ist, Intuition und Ratio in das richtige Verhältnis zu setzen. Die Noten einer Partitur, so wie auch die Buchstaben eines Rezepts, sind eben nur eine Einladung auf eine Reise, gleich einer Landkarte. Das Werk tritt erst mit der Aufführung ins Leben. „Interview: klassik-begeistert im Gespräch mit Yoel Gamzou, Dirigent, Teil I
klassik-begeistert.de, 5. April 2026“
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