Andrés Orozco-Estrada © Martin Sigmund
Deutsche Hoch- und Spätromantik gepaart mit modernen Klängen aus der Karibik. Was wie ein gewagtes Potpourri erscheint, wird in Köln Realität. Dass dies nicht nur Herausforderungen an das Publikum bedeutet, räumt der Wiener Dirigent Andrés Orozco-Estrada (48) von Anfang an ein. Auch er, der neue Generalmusikdirektor der Stadt Köln mit Wurzeln in Kolumbien, gesteht in seiner kurzen Einführung die Schwierigkeiten dieser Kombination. So stellt man sich direkt die Frage: Kann das überhaupt gelingen?
Gürzenich-Orchester Köln
Andrés Orozco-Estrada, Dirigent
Christiane Karg, Sopran
Ayanna Witter-Johnson – Bacchanale for orchestra (2025)
Richard Wagner – „Vorspiel“ und „Isoldes Liebestod“ aus „Tristan und Isolde“ WWV 90 (1857-65)
Richard Strauss – Schlussszene aus der Oper „Capriccio“ op. 85, TrV 179 (1942)
Richard Strauss – Also sprach Zarathustra – Tondichtung für großes Orchester op. 30, TrV 176 (1896)
Kölner Philharmonie, 27. Januar 2026
von Daniel Janz
Karibischer Karneval und Wagner – größer könnte der Kontrast nicht sein
Die Uraufführung des Abends stellt Andrés Orozco-Estrada als „spaßigen, erhebenden und energiegeladenen“ Ausdruck Karibischen Karnevals vor. Die in London geborene Komponistin und Sängerin Ayanna Witter-Johnson fühlt sich stilistisch eigentlich zwischen Soul, Hip-Hop und Reggae verankert. Die Britin jamaikanischer Herkunft kombiniert diese Genres aber auch mit Orchestermusik. Tatsächlich liefert sie mit „Bacchanale for orchestra“ ein stilistisches Mischwerk ab, das sowohl den vollen Klang des Sinfonieorchesters bedient, als auch die wilden Rhythmen Mittelamerikas.
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Kölner Philharmonie, 27. Januar 2026“ weiterlesen