Philharmonie im Gasteig: Hymne an die Neue Musik

Foto:  © Gisela Schenker
Philharmonie im Gasteig, München, 
27. Oktober 2018
David Afkham, Dirigent
Gautier CapuçonVioloncello
Münchner Philharmoniker

Messiaen – Dutilleux – Brahms

von Anna-Maria Haberberger

„Les Offrandes oubliées“ von Olivier Messiaen erklingt als erstes Werk des Abends. Messiaen, den eine feste Verwurzelung zum christlichen Glauben – die sich in diesem Werk wiederfindet – charakterisierte, komponierte mit seinem ersten vollgültigen Orchesterwerk eine symphonische Meditation, so der Untertitel. Das Werk ist dreiteilig aufgebaut: „La Croix“ (Das Kreuz), „Le Péché“ (Die Sunde) und „L ́Eucharistie“ (Die Eucharistie). „David Afkham, Gautier Capuçon, Münchner Philharmoniker,
Philharmonie im Gasteig, München“
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"Lohengrin" in Berlin: Klaus Florian Vogt setzt Maßstäbe

Foto: Lieberenz (c)

Ulrich Poser

berichtet über die Aufführung des „Lohengrin“ von Richard Wagner in der Deutschen Oper Berlin vom 28. Oktober 2018

Es gibt Opernabende, da sitzt man im Parkett und fühlt nichts. Es packt einen nicht, man sitzt eben nur da, und der Funke will nicht überspringen. Dann gibt es aber diejenigen Aufführungen, die einem einen wohligen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagen und aufgrund massiver Endorphinausschüttung Glücksgefühle auslösen. Zu letzterem gehörte dieser Lohengrin in der Deutschen Oper Berlin. „Lohengrin, Richard Wagner, Klaus Florian Vogt (Tenor),
Deutsche Oper Berlin“
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Göttliche Musik im weltlichen Tempel: Mozart-Requiem in der Elbphilharmonie

Foto: Philippe Herreweghe © Michiel Hendryckx
Elbphilharmonie, Großer Saal, 25. Oktober 2018
Wolfgang Amadeus Mozart, Requiem in d-Moll

Orchestre des Champs-Elysées
Collegium Vocale Gent, Chor
Philippe Herreweghe, Dirigent
Emőke Baráth, Sopran
Eva Zaïcik, Mezzosopran
Maximilian Schmitt, Tenor
Florian Boesch, Bassbariton

von Sarah Schnoor

Das Mozart-Requiem ist ein Werk, das fast unabhängig von der Qualität der Aufführenden zu Tränen rührt. Spätestens nachdem man die bewegende Szene aus Miloš Formans Film „Amadeus“ gesehen hat, stoßen die engelsgleichen Frauenstimmen mit dem Erlösungswunsch „voca me“ („Rufe mich“) direkt ins Herz. Wenn dann auch noch Philippe Herreweghe mit seinem Collegium Vocale Gent und dem Orchestre des Champs-Elysées nach Hamburg kommt, um dieses mythenumwobene Stück aufzuführen, sind die Erwartungen an den Abend hoch. „Wolfgang Amadeus Mozart, Orchestre des Champs-Elysées, Collegium Vocale Gent, Philippe Herreweghe, Requiem in d-Moll,
Elbphilharmonie Hamburg“
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Konzert zum österreichischen Nationalfeiertag: Optimismus gewinnt die Oberhand

Foto: HK Gruber © Georg Anderhub
Wiener Konzerthaus, Großer Saal,
25. Oktober 2018
Konzert zum Nationalfeiertag

Wiener Symphoniker
Edward Gardner, Dirigent
HK Gruber, Chansonnier
Miah Persson, Sopran

von Jürgen Pathy

Das Konzert zum Nationalfeiertag entfaltet aufgrund der eigenwilligen Programmauswahl eine nachdenkliche Wirkung: Ein skurril anmutendes Potpourri aus Chauvinismus, Albernheit und Ironie bahnt sich seinen Weg durch den prächtigen Großen Saal des Wiener Konzerthauses.

Führte bereits letztes Jahr der Weg auf Johannes Maria Stauds Flussfahrt entlang der Donau „Stromab“ – klassik-begeistert.de berichtete –, manifestiert sich erst jetzt das gesamte Ausmaß des Schreckens in Form von „Frankenstein!“, einem Werk des zeitgenössischen Komponisten HK Gruber. Mag das Pandämonium für Chansonnier und Orchester auf den ersten Blick zwar albern erscheinen und aufgrund der pointierten Vorführung des Komponisten höchstpersönlich für Gelächter und verdutzte Gesichter sorgen, befeuert es letztendlich die Fantasie. „Edward Gardner, HK Gruber, Miah Persson, Konzert zum Nationalfeiertag,
Wiener Konzerthaus“
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Die SONNTAG-PRESSE – 28. OKTOBER 2018

Foto: Theater an der Wien (c)
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden: Die SONNTAG-PRESSE – 28. OKTOBER 2018

Chemnitz
Unter Mördern
Sabine Hartmannshenns lebhafter „Siegfried“ in Chemnitz.
Richard Wagners Ring an der Oper Chemnitz erreicht den dritten Teil am 10.11.
http://www.fr.de/kultur/theater/oper-chemnitz-unter-moerdern-a-1606774

Schanghai/ Luzern
Luzern leuchtet jetzt hell im Reich der Mitte
Eine Tournee nach Schanghai führt Riccardo Chailly und das Lucerne Festival Orchestra zum zweiten Mal nach Asien. Der Konkurrenzdruck dort ist enorm, doch er schweisst die Musiker und ihren Chefdirigenten endlich enger zusammen.
Neue Zürcher Zeitung

Berlin/ Kammermusiksaal
Teodor Currentzis und MusicAeterna: Im Bann der Stimmen
Gesänge hinter Mauern: Teodor Currentzis und MusicAeterna mit Philippe Hersants Gefängnis-Oratorium „Tristia“ im Berliner Kammermusiksaal.
Tagesspiegel

Meine Musik: Prominente Gäste und ihre Lieblingsmusik
Am 27. Oktober 2018 feiert Edda Moser, deren legendäre Mozart-Platte seit 1977 in der Raumsonde Voyager 2 die Erde umkreist, ihren 80. Geburtstag. In dieser Aufnahme der „Königin der Nacht“ sei deutlich ihre Wut auf die Frau des Dirigenten Wolfgang Sawallisch zu hören. Was es damit auf sich hat und was sie in ihrer bewegten Karriere noch so erlebt hat, erzählt die Sopranistin im Gespräch mit BR-KLASSI
https://www.br-klassik.de/programm/radio/ausstrahlung-1553304.html

Wien/ Theater an der Wien
Rossinis Freiheitsoper ohne Alpenkitsch im High Tech-Stil und mit wunderbaren Stimmen
Wenn die Habsburger-Prinzessin Mathilde (Jane Archibald)und Arnold Melcthal (John Osborn) einander in ihrem hinreißend schönen Duett im 2. Akt ihre Liebe gestehen, ist der stimmliche Höhepunkt dieser eigenwilligen Inszenierung des Guillaume Tell am Theater an der Wien erreicht. Archibald und Osborn sind die Stars dieses Abends, obwohl Ante Jerkunica als imposanter Bösewicht Gesler und Christoph Pohl als charismatischer Freiheitsheld Tell dem glänzenden Liebespaar stimmlich durchaus gleichwertiges entgegenhalten können.
Dr. Charles Ritterband berichtet aus dem Theater and der Wien.
Klassik-begeistert „Die SONNTAG-PRESSE – 28. OKTOBER 2018“ weiterlesen

Es flossen Tränen: Überirdisch schöner Chorklang in der Stiftskirche Klosterneuburg

Foto: © Stift Klosterneuburg / Hannes Sallmutter
Stiftskirche, Klosterneuburg, 21. Oktober 2018
MOMENTUM Vocal Ensemble, Chor
Simon Erasimus, Leitung

Claudio Monteverdi, Messa a quattro voci da Capella (1650 posthum)
Arvo Pärt, The Deer’s Cry
Anton Bruckner, Os Justi

von Lukas Sehr

Es macht immer Freude, Musik an passenderen Orten als nur im Konzertsaal zu hören: Das Stift Klosterneuburg bietet wunderbare akustische Voraussetzungen und ist auch optisch eine wahre Augenweide. Am 29. Sonntag im kirchlichen Jahreskreis haben Mitglieder des Stimmenkollektivs MOMENTUM, unter der Leitung von Simon Erasimus, dort die heilige Messe mitgestaltet. „MOMENTUM Vocal Ensemble, Simon Erasimus,
Stiftskirche, Klosterneuburg“
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Sonya Yoncheva in der Philharmonie Berlin: Sternstunde der Gesangskunst

Foto: © Julian Hargreaves / SonyClassical
Philharmonie Berlin, 23. Oktober 2018
Giuseppe Verdi-Recital
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Massimo Zanetti, Dirigent
Sonya Yoncheva, Sopran
Marin Yonchev, Tenor

von Holger Voigt 

Zwischen zwei Aufführungen der überwältigenden Produktion Luigi Cherubinis „Medea“ auf einmal ein Verdi-Recital – geht das überhaupt? Antwort: Bei Sonya Yoncheva, 36, geht gegenwärtig tatsächlich einfach alles! Der Konzertabend mit Arien und Ouvertüren Giuseppe Verdis in der Philharmonie Berlin lässt sich nur als Sternstunde der Gesangskunst bezeichnen. „Giuseppe Verdi-Recital, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Massimo Zanetti, Sonya Yoncheva, Marin Yonchev,
Philharmonie Berlin“
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Theater an der Wien: Rossinis Freiheitsoper ohne Alpenkitsch im High Tech-Stil und mit wunderbaren Stimmen

Foto: Jane Archibald (Mathilde), John Osborn (Melchthal) © Moritz Schell
Theater an der Wien, 22. Oktober 2018
Gioachino Rossini, Guillaume Tell

von Charles E. Ritterband

Wenn die Habsburger-Prinzessin Mathilde (Jane Archibald)und Arnold Melcthal (John Osborn) einander in ihrem hinreißend schönen Duett im 2. Akt ihre Liebe gestehen, ist der stimmliche Höhepunkt dieser eigenwilligen Inszenierung des Guillaume Tell am Theater an der Wien erreicht. Archibald und Osborn sind die Stars dieses Abends, obwohl Ante Jerkunica als imposanter Bösewicht Gesler und Christoph Pohl als charismatischer Freiheitsheld Tell dem glänzenden Liebespaar stimmlich durchaus gleichwertiges entgegenhalten können. Doch Koloratursopran und Heldentenor, vor allem in dieser höchsten Qualität, sind selbst gegenüber dem hervorragenden Bariton Tell und dem dramatischen Bass Gesler gleichsam konkurrenzlos. „Gioachino Rossini, Guillaume Tell, Jane Archibald (Mathilde), John Osborn (Melchthal),
Theater an der Wien“
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Er spielt Klavier, so wie ihm der Schnabel gewachsen ist – David Helfgott begeistert im Musikverein Wien

Foto: © Archiv fine arts management
Musikverein Wien, Goldener Saal, 23. Oktober 2018
David Helfgott,
Klavier
Rhodri Clarke,
Klavier

von Julian Dworak

Am 23. Oktober war die Gästeschar im Goldenen Saal des Musikvereins Wien ein wenig breiter gefächert. Zu den wortwörtlich klassischen Konzertgängern gesellten sich Cineasten und Liebhaber der Popkultur. Mit Sicherheit saß auch der ein oder andere sensationslüsterne Voyeur im Publikum. Doch diesem Umstand sollte man nicht viel Beachtung schenken. Der Protagonist des Abends war besonders – sein Name: David Helfgott, 71. Die Lebensgeschichte des Pianisten fand sogar in Hollywood Anklang.

David Helfgott wuchs in Australien auf und wurde früh von seinem Vater an das Klavier herangeführt. Leider mit der falschen Motivation. Peter Helfgott setzte seinen Sohn stark unter Druck, das Klavier war für ihn alles, und der Sohn musste Folge leisten. Dennoch verzeichnete David Helfgott zahlreiche Erfolge bei Wettbewerben und debütierte umjubelt in der Royal Albert Hall mit Rachmaninows 3. Klavierkonzert. „David Helfgott, Klavier, Rhodri Clarke, Klavier,
Musikverein Wien, Goldener Saal“
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Berliner Philharmoniker: Heiteres und tief Ernstes mit Dudamel in der Philharmonie Berlin

Foto: © Monika Rittershaus
Philharmonie Berlin,
25. Oktober 2018
Berliner Philharmoniker
Gustavo Dudamel, 
Dirigent
Leonard Bernstein, Divertimento for Orchestra
Gustav Mahler, 5.
Symphonie cis-Moll

von Peter Sommeregger

Der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel, der spätestens seit 2004 auch international bekannt ist, hatte in jüngeren Jahren das Image eines Popstars. Seine charakteristische schwarz gelockte Haarpracht, sein jugendliches Ungestüm wurden schnell zu seinem Markenzeichen. Auch bei den Berliner Philharmonikern ist er inzwischen ein regelmäßiger und gerne gesehener Gast.

Für das aktuelle Konzert wählte er als erstes Stück das Divertimento for Orchestra, das Leonard Bernstein 1980 für das Jahrhundertjubiläum des Boston Symphony Orchestra komponiert hatte. Die nur eine gute Viertelstunde dauernde Komposition sprüht förmlich vor musikalischem Witz, unzähligen Anspielungen und rasantem Tempo. Ein launiges, brillantes Stück, das sich wie ein Querschnitt durch die jüngere Musikgeschichte im Schnelldurchlauf anhört. Das blendend disponierte Orchester hatte selbst hörbaren Spaß an diesem Stück und entließ ein gut gelauntes Publikum in die Pause. „Berliner Philharmoniker, Gustavo Dudamel, Mahler, Bernstein,
Philharmonie Berlin“
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