© APA/WIENER PHILHARMONIKER/DIETER NAGL
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 3. JANUAR 2026
Charmeoffensive mit Nézet-Séguin
Mit dem strahlenden, die Welt umarmenden Debütanten Yannick Nézet-Séguin am Pult, flotten Klängen und heiterer Miene verbreiten die Wiener Philharmoniker die Botschaft: Alles wird gut! – Auch wenn die Walzer dabei blass bleiben.
BR-Klassik.de
„Einfach nur großartig: Dieses Neujahrskonzert war ein Ohren- und ein Augenschmaus!“
Das Neujahrskonzert 2026 aus dem Musikverein Wien hat Maßstäbe gesetzt. Noch nie erreichten uns so viele Kommentare wie nach diesem Konzert. Bei über 300 Zuschriften lief das kb-Postfach über. Wir bekamen nur drei Meinungen, die dem größten Klassik-Event der Welt nichts abgewinnen konnten, zwei von Ihnen lesen Sie gerne weiter unten. klassik-begeistert-Leser waren beseelt, beglückt und betört ob der superben Leistung des kanadischen Dirigenten Yannick Nézet-Séguin und des Welt-Orchesters Wiener Philharmoniker. Dieses Konzert machte die Zuschauer glücklich und war ein nachhaltiger Beitrag für die Gesundheit in diesem Jahr.
Von Andreas Schmidt
Klassik-begeistert.de
Der Dirigent strahlte im Publikum: Neujahrskonzert mit Tschuff-Tschuff
Yannick Nézet-Séguin punktete bei seinem Neujahrsdebüt mit den Wiener Philharmonikern mit Schwung und Showelementen, überzeugte aber nicht auf ganzer Linie DerStandard.at
Was für ein Glück beim Neujahrskonzert: Nézet-Séguin und eine hohe Dosis Freude (Bezahlartikel)
Dirigent Yannick Nézet-Séguin versprühte unvermittelte Begeisterung – und bot mit dem blendend gestimmten Orchester ein spannendes wie wichtiges Programm zum Jahresauftakt.
Kurier.at
Yannick Nézet-Séguin: Warum der Dirigent des Neujahrskonzerts der Klassikwelt so gut tut (Bezahlartikel)
Yannick Nézet-Séguin begeisterte die Welt mit seinem taufrischen musikalischen Neujahrsgruß aus Wien und seiner fröhlich-unbekümmerten Art. Im Salzburger Festspielbezirk hinterließ der Kanadier schon früh Spuren.
SalzburgerNachrichten.at
Komplett verrückt! Neujahrs-Dirigent rennt ins Publikum
Wer dachte, ein klassisches Neujahrskonzert sei stets brav und konservativ, wurde am 1. Jänner 2026 eines Besseren belehrt.
heute.at
Neujahrskonzert 2026: Rock Me Schani Strauß (Bezahlartikel)
Beim Neujahrskonzert 2026 nahmen die karnevalesken Einlagen unter der Leitung des Kanadiers Yannick Nézet-Séguin kuriose Ausmaße an. Doch wurden auch ungewöhnlich viele poetische, zarte Töne hörbar.
DiePresse.com
Wien
Das Strauss-Jahr 2025 endete beschwingt: „By(e) Strauss“
Zwei Stunden vor Mitternacht ist das Strauss-Jahr 2025 von Intendant Roland Geyer am Mittwochabend im Theater an der Wien offiziell für beendet erklärt worden. Mit dem Sektglas in der Hand mischte er sich im Schlussapplaus unter die Mitwirkenden des „By(e) Strauss“ betitelten Finales und erklärte: „Ganz ohne Strauss wird es auch 2026 nicht gehen. Aber sicher nicht mehr mit so viel Strauss.“
Kurier.at
Berlin
Silvesterkonzert mit Petrenko und Bernheim: Die Berliner Philharmoniker brillieren auch im Kleinteiligen
Vielleicht mögen Sie abends den Dampfplauderer Johannes B.lödsinn Kerner in der ZDF-Silvester-Show erstmals aus der Hafencity in Hamburg Blödsinn schwadronieren hören. Sollten Sie Silvester ab 20.15 Uhr Langeweile haben, hat die Kommunikationsfrau vom ZDF folgenden Text verfassen lassen: „Wir wollen das neue Jahr mit einer Show eröffnen, die Emotionen weckt und Bilder schafft, die im Gedächtnis bleiben. Nach vielen erfolgreichen Jahren in Berlin wird die Silvesterparty 2025/2026 erstmals in Hamburg produziert. Wir freuen uns auf eine großartige Veranstaltung, die das ZDF ab 20.15 Uhr übertragen darf“, so Dr. Oliver Heidemann, Unterhaltungschef des ZDF.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de
Wien/Staatsoper
Nun flattert die „Fledermaus“ frei (Bezahlartikel)
Johann Strauß’ Dauerbrenner, Klappe die Zweite: Verve und Lockerheit aus dem Graben, ein neues Paar auf der Bühne.
DiePresse.com
Ein Fest: „Fledermaus“ mit Jonas Kaufmann an der Staatsoper (Bezahlartikel)
Strauss-Feierstunde zu Silvester an der Wiener Staatsoper.
Kurier.at
31.12.2025 „Die Fledermaus“, Staatsoper
Vergnüglich ist das Jahr an der Wiener Staatsoper mit der „Fledermaus“ ausgeklungen. Diana Damrau und Jonas Kaufmann gaben ihre Hausdebüts als Rosalinde und Eisenstein, am Pult feierte Markus Poschner seinen Einstand. Gemeinsam mit bewährten Ensemblekräften und einem kabarettgeeichten „Frosch“ sorgten sie für eine erfrischende Silvestervorstellung.
operinwien.at
Wien/Staatsoper
Fr., 2. Jänner 2026: Engelbert Humperdinck, Hänsel und Gretel
Zweimal habe ich schon geschrieben, dass man sich in Wien „Hänsel und Gretel“ ausschließlich an der Volksoper anhören sollte (und hiermit schreibe ich es zum drittenmal), denn dort gibt es bessere Sänger, eine viel bessere Inszenierung und – jedenfalls was die heutige Vorstellung betrifft – viel bessere Dirigenten
forumconbrio.com
Was mir heilig ist: Der Bariton Christian Gerhaher
Sendung „Fazit“. Audio von Jörn Florian Fuchs (3,49 Minuten)
deutschlandfunk.de
Bremen/Konzerthaus „Die Glocke“
Heroische Beethoven-Klänge und fulminante Dvořák-Sinfonik generieren ein grandioses Silvester-Feuerwerk
Dass sich an diesem Silvesterabend ein gerade einmal 16 Jahre junger Pianist an Beethovens Klavierkonzert Nr. 5 wagen wird, macht mich durchaus neugierig; es belässt aber zugleich – quasi vorsichtshalber – meine Erwartungen auf einem eher mittleren Niveau, auch wenn besagter Justus Friedrich Eichhorn ungeachtet seines jugendlichen Alters bereits mit einer beachtlichen Konzerttätigkeit aufwarten kann. Nun also betritt der hochgewachsene schlanke Teenager in weißem, etwas oversized wirkendem Jackett mit lockeren Schritten die Bühne, setzt sich entspannt an den großen Steinway-Flügel. Mit wuchtigem Anschlag geht er gleich in die Vollen; dazu bietet der Kopfsatz auch reichlich Gelegenheit.
Von Dr. Gerd Klingeberg
Klassik-begeistert.de
Berlin
Komische Oper Berlin: In „Frisco“ war zum Jahresende der Teufel los
Auf nach San Francisco! In den pulsierenden Hafen, in die Taverne, zu den Menschen, die dort schaffen, lachen, singen und leider auch Geld sammeln müssen. Denn obwohl wir uns in einer Operette der Sechziger befinden, geht es im Kern um ein Thema von heute: Eine Hotel-Immobilie wird zum Spielball zwischen Arbeiterschaft und Kapital.
Von Ralf Krüger
Klassik-begeistert.de
Graz
Ein schwungvoller Start ins neue Jahr mit Italianità
Bunte Mischung mit südlichem Flair: Neujahrskonzert in der Oper Graz unter der Leitung von Marius Burkert.
KleineZeitung.at
Linz
Gegen die „Zauberlehrlinge der Weltpolitik“
Längst gute Tradition ist das Neujahrskonzert des Bruckner Orchesters Linz im Brucknerhaus. Am Pult stand Dirigent Hans Graf, der in seiner kurzen Ansprache deutlich all die „Zauberlehrlinge in der Weltpolitik“ kritisierte. Das Programm gipfelte in einem heiß umjubelten „Bolero“. Auch rund um Linz zelebrierte eine selbstbewusste Klassik-Szene das junge Jahr.
krone.at
München
Diese Stargeigerinnen kommen nach München
Gipfeltreffen der internationalen Geigenelite: Patricia Kopatchinskaja, Hilary Hahn und Julia Fischer geben im Januar Konzerte.
SueddeutscheZeitung.de
Venedig
Fenice-Orchester protestierte bei Neujahrskonzert gegen Direktorin
Beschäftigte des venezianischen Theaters trugen goldene Anstecknadel. Nach den Protesten gegen die Ernennung der Dirigentin Beatrice Venezi zur Musikdirektorin kommt das Theater La Fenice in Venedig nicht zur Ruhe. Beim Neujahrskonzert kam es am Donnerstag zu einer Protestaktion gegen die umstrittene Venezi. Die Orchestermitglieder und der Dirigent des Neujahrskonzerts, Michele Mariotti, trugen eine kleine Anstecknadel in Form eines Violinschlüssels mit einem Herz in der Mitte, schwarz auf goldenem Grund – passend zu den Farben des Theaters. Die Anstecknadel wurde an das Publikum verteilt – als Zeichen des Protests gegen Venezi, teilten die Mitarbeiter des Theaters laut Medienangaben mit.
DerStandard.at
Paris
Paris: „Tosca“, Giacomo Puccini
Gute Erinnerungen an Pierre Audi. Erst im Mai 2025 ist völlig unerwartet und viel zu früh der große Operntheater-Macher und Musikkenner Pierre Audi verstorben. Es war wie ein das gemeinsame Haus erschütternder Schock für die internationale Operngemeinde. Erst am 4. Februar 2025 erlebte ich die Premiere seiner Götterdämmerung am Théâtre de la Monnaie Brüssel und hatte auch noch ein längeres Gespräch mit ihm auf der Premierenfeier. Unvergessen ist sein spektakulärer Ring in Amsterdam, dem Haus, an dem er lange Zeit entscheidend wirkte. Er setzte das Orchester in die Mitte der Bühne, und die Handlung geschah auf einem Ring darum herum – ein Ring im wahrsten Sinne des Wortes!
Von Klaus Billand
deropernfreund.de
Feuilleton
Klarinettistin Sabine Meyer: Auf einmal Rentnerin…
Nach beinahe 50 Jahren auf der Bühne hat die klassische Klarinettistin Sabine Meyer ihre beispiellose Karriere beendet. Als Solistin spielte die heute 66-Jährige mit über 300 Orchestern weltweit.
ndr.de
Links zu englischsprachigen Artikeln
Zürich
Sir John Eliot Gardiner’s new choir for a new year performs Bach and Beethoven in Zurich
seenandheard-international.com
New York
Review: Singers Come First in the Met Opera’s New ‘Puritani’ (Subscription required)
Charles Edwards’s deceptively traditional, exceptionally sung production of Bellini’s “I Puritani” makes space for its stars.
nytimes.com
Bellini’s music, fine cast carry the day over directorial excess in Met’s “Puritani”
newyorkclassicalreview.com
Vocal thrills in Met’s traditional staging of Bellini’s I puritani
bachtrack.com/de
I Puritani, Metropolitan Opera review — riveting singing despite dizzying distractions (Subscription required)
Bellini’s tale of star-crossed lovers in the English civil war receives a puzzling new staging — but the cast is first-rate
ft.com
Boston
A Boston Baroque New Year’s Eve Arrival
classical-scene.com
Dallas
The Dallas Opera’s Hart Institute celebrates a decade of advancing women conductors
To mark the occasion, TDO is hosting a special Anniversary Showcase Concert on Jan. 25 at the Winspear Opera House, featuring six graduates of the program.
dallasnews.com
Recordings
Boulanger: La Ville Morte album review – The celebrated teacher’s early opera is brought back to life
TheGuardian.com
Ballet / Dance
London
BRB’s The Nutcracker at the Royal Albert Hall is at its best
bachtrack.com/de
Sprechtheater
Stefanie Reinsperger: „Das treibt mir die Tränen in die Augen“
Ihr Debüt an der „Burg“ 2014 hat das Publikum in Euphorie versetzt. Jetzt ist die Ausnahmeschauspielerin Stefanie Reinsperger zurück. Ihr Soloabend „Elisabeth!“ gerät zum Triumph. So wie davor „Liliom“ und auch alles nachher.
News.at
Film
Brigitte Bardots Begräbnis – ein hässliches Politikum
Wenige Tage vor dem Begräbnis des französischen Filmstars fordern die einen eine nationale Würdigung, die anderen halten Bardots rechte politische Positionen offenbar für unverzeihlich.
DiePresse.com
Wirtschaft
Oberösterreich
Trotz Rückgang: OÖ Zugpferd bei Exporten
Der oberösterreichische Exportmotor ist im Vorjahr nicht ganz rund gelaufen. Im ersten Halbjahr 2025 ging das Geschäft um fast eine Milliarde zurück, wie die am Freitag veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria zeigen. Die Wirtschaft verweist auf grundlegend veränderte Rahmenbedingungen.
ooe.orf.at
________________
Unter’m Strich
Oberösterreich
Aufregung über Foto: Irrer Shitstorm gegen Vater des Neujahrsbabys
Auf dem offiziellen Foto des oberösterreichischen Neujahrsbabys liegt der Vater im Bett, während die Mutter auf der Kante sitzt – das finden vor allem Frauen falsch. Die Folge ist ein irrer Shitstorm auf Facebook. Allerdings gibt es auch viele, die die junge Familie verteidigen.
krone.at
Crans Montana/Schweiz
Feuerfontäne wohl Brandursache:„Wenn diese Personen noch leben, wird gegen sie ermittelt“
40 Tote und 119 Verletzte bei Silvester-Katastrophe. Die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Béatrice Pilloud, sagte bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag: „Alles deutet darauf hin, dass das Feuer durch die Feuerfontänen ausgelöst wurde. Die haben die Decke in Brand gesetzt, von wo aus sich der Brand sehr schnell fortgesetzt hat.“ Dies hätten vorläufige Auswertungen der Videos und Aussagen von Augenzeugen ergeben. „Es wird geprüft, ob eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet wird“, sagte die Generalstaatsanwältin. „Diese Wunderkerzen kann man ganz normal im Supermarkt kaufen. Darf man sie im geschlossenen Raum verwenden? Man wird das untersuchen.“
BildZeitung.de
Video zeigt jetzt alles
Todesfeuer brennt an Bar-Decke – Gäste feiern weiter
Immer mehr Details über die Feuer-Katastrophe von Crans-Montana kommen ans Licht. Ein Video zeigt den Beginn des tödlichen Brandes. Gegen 1:30 Uhr geriet die Decke des Lokals in Brand. Gegenüber dem Sender BFMTV sagten zwei Französinnen, dass Geburtstagskerzen auf Champagnerflaschen das Feuer ausgelöst hätten – offiziell bestätigt wurde dies jedoch noch nicht. „Sekunden später hat die gesamte Decke gebrannt“, sagte eine von ihnen. Ein Video, welches in sozialen Medien die Runde macht, zeigt den Anfang der Katastrophe. Darin ist zu sehen, dass die Decke bereits Feuer gefangen hat. Viele Gäste filmen, einige scheinen noch zu springen und zu tanzen. Ein junger Mann dürfte dann aber den Ernst der Lage begriffen haben und versuchte, die Flammen mit einem Pullover auszuschlagen – leider vergeblich.
Heute.at
INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 3. JANUAR 2026)
Quelle: onlinemerker.com
Wien/Volksoper: Die Serie CABARET läuft und wartet auf Ihren Besuch
Vorstellungen am 5./10./12./19./22./27./30. Jänner 2026
_____________________________________________________________________
Heinz Sichrovsky in „News“: Was Sie im Theater nicht versäumen sollten
Die Burg erholt sich
Eine Bitte zum jungen Jahr hätte ich: Gehen Sie ins Theater, der Luxus halbleerer Säle wird immer schwerer kommunizierbar. Freude bereitet quotentechnisch die Burg, die sich von der Vorgängerdirektion gut erholt hat. An manchen Abenden bekommen Sie schon für keine der beiden Hauptbühnen eine Karte. Nicht, dass ich Ihnen das wünsche. Aber gut, dass der Direktor die Erfordernisse einer Schauspielerstadt verstanden hat. Die von einem Internet-Mob nach Berlin vertriebene Stefanie Reinsperger ist zurück und Wiens stärkster Publikumsmagnet (für ihren Liliom bekommen Sie endlich Restkarten, wenn es mit „Elisabeth!“ und „Selbstbezichtigung“ nichts wird). Nils Strunk („Schachnovelle“, „Gulliver“) wurde ins Kult-Format aufgebaut. Nicholas Ofczarek („Richard III.“, „Holzfällen“) ist glanzvoll mit dem Haus versöhnt, Caroline Peters („Egal“) wurde mit Fortune heimgeholt, ebenso Joachim Meyerhoff (für „Der Fall McNeal“ gibt es endlich Restkarten).
Quotenausreißer nach unten sind unvermeidbar, aber in einige würde ich Sie doch gern überreden: Wajdi Mouawads „Wurzel aus Sein“, inszeniert von Direktor Bachmann, ist ein wundersames Vexierspiel der Identitäten. Bernhards „Auslöschung“ gelingt der Regisseurin Therese Willstedt erstklassig. Und für Molières „Tartuffe“ bringt Barbara Frey inmitten weltskeptischer Finsternis Kreaturen von umwerfendem Sarkasmus zum Funkeln.
Weiterlesen in der Zeitung NEWS
_____________________________________________________________________
ORF 3 – ERLEBNIS BÜHNE. Das Jänner-Gesamtprogramm

SA 3.1.2026 AUF 3SAT
20:15 WELTSTARS IM GRÜNEN – DIE TIROLER FESTSPIELE IN ERL:
JONAS KAUFMANN IM PORTRÄT
DI 6.1.2026 IN ORF III
20:15 ANDRÉ HELLERS REMASSURI
21.50 ANDRÉ HELLER: MEIN HAUSKONZERT
SA 10.1.2026 AUF 3SAT
20:15 BUCHBINDER SPIELT BEETHOVEN, SCHUBERT UND BRAHMS
SO 11.1.2026 IN ORF III
20:15 OTTO SCHENKS OPERNWELTEN
21:15 TOSCA AUF DEM TRAMPOLIN
SA 17.1.2026 AUF 3SAT
21:45 PIERRE BOULEZ – EIN LEBEN FÜR DIE MUSIK
22:40 EMMANUEL TJEKNAVORIAN – EIN MUSIKERLEBEN
SO 18.1.2026 IN ORF III
20:15 PHILHARMONISCHES ABOKONZERT MIT YANNICK NÉZET-SÉGUIN
SO 25.1.2026 IN ORF III
20:15 ROLANDO VILLAZÓN: VIVA MOZART!
SA 31.1.2026 AUF 3SAT
20:15 ROLANDO VILLAZÓN: BEST OF MOZART-WOCHE!
Programmänderungen vorbehalten
_____________________________________________________________________
Filmdiva mit einem großen Herzen
Ein ganz persönlicher Nachruf auf Brigitte Bardot
Von Kirsten Liese

Viele assoziieren mit ihrem Namen nur die blonde Sex-Ikone und schamlose Verführerin mit Schmollmund, als die sie in Filmen wie „Et Dieu créa la femme“ („Und immer lockt das Weib“) „En cas de malheur“ („Mit den Waffen einer Frau“), „Viva Maria!“ oder „Vie privée“ („Privatleben“) zu erleben war. Dass diese Produktionen an sie als Schauspielerin keine sonderlichen Anforderungen stellten, hat sie selbst in späteren Jahren keinen Hehl gemacht.
Jedenfalls sagte Brigitte Bardot rückblickend mehrfach, dass für sie ihr Wirken als Filmschauspielerin wenig bedeutsam war, aber natürlich dank hoher Gagen eine gute Grundlage für ihre eigentliche Mission, den Tierschutz, dem sie sich nach dem Ende ihrer Leinwandkarriere widmete. Und über den sie sich als ein ganz anderer Mensch entdecken ließ als ein vermeintliches Biest: als eine Grande Dame mit einem großen Herzen, die ihr Vermögen und ihre Popularität ganz in den Dienst der geschundenen lobbylosen Kreaturen stellt und dafür in Kauf nimmt, auf unerträgliche Weise beschimpft und beleidigt zu werden wie nun auch in zahlreichen Nachrufen, die mich dazu bewogen haben, meinen ganz persönlichen zu schreiben, den ich ihr als Seelenschwester schulde.
Bevor ich darauf zu sprechen komme, sollen zumindest aber ein paar Zeilen der Aktrice Bardot gewidmet sein, die ich immerhin in zwei anspruchsvolleren Filmen sehen konnte: „La verité“ („Die Wahrheit“) und „Le mépris“ („Die Verachtung“), in denen sie zwar auch dem Mythos entspricht, auf den die Filmindustrie sie festlegte, aber in denen sie dann doch dank hochwertigerer Drehbücher nicht nur Busen, Po und schöne Beine präsentiert, sondern seitens der Dialoge stärker gefordert ist.
In Henri-Georges Clouzots Drama „La verité“ steht sie als Angeklagte vor Gericht. In Rückblenden erzählt der Regisseur die Geschichte einer tragisch endenden Amour fou zwischen einer jungen, lebenshungrigen Frau und einem jungen Dirigenten. Weil sie ihn ein bisschen zappeln lässt und sich zeitweise mit noch anderen Männern amüsiert, bis sie ihre große Liebe allein für ihn entdeckt, unterstellen ihr Richter und Staatsanwälte, dass sie den Musiker nur an der Nase herumgeführt habe. Und ihn, nachdem er sich schließlich – frustriert und verärgert über ihre Eskapaden mit anderen Männern – mit ihrer Schwester verlobt hatte, aus Rache an der Schwester ermordet habe.
An dieser Konstruktion, die so nicht der Wahrheit entspricht, zeigt sich letztlich die frauenfeindliche Justiz zu Beginn der 1960er Jahre vor der sexuellen Revolution. Mit größtem Eifer lastet sie einer unschuldigen Frau, die die nicht dem normativen Rollenbild entspricht, ein Verbrechen an und spricht ihr ihre Gefühle ab. Ob Richter aufmüpfigen Frauen heute mehr Vertrauen schenken würden, bleibt allerdings die Frage.
Jean-Luc Godards Drama „Le Mépris“ („Die Verachtung“) erscheint noch zeitloser, in der Weise wie hier eine relativ harmlose Situation, die Missverständnisse nach sich zieht, bewirkt, dass sich ein Paar derart in Streitigkeiten verliert, bis die Beziehung zerbricht. Brigitte Bardot und Michel Piccoli spielen das sehr überzeugend, verheddern sich zusehends in absurden Situationen. Wie im wirklichen Leben. Die Verachtung, die sie ihm gegenüber plötzlich ausspricht, spiegelt sich zudem in den Empfindungen des Filmemachers, der nebenher vom Filmemachen erzählt. Und das mit dem legendären Fritz Lang, der sich selbst spielt und sich an seinem amerikanischen Produzenten ärgert, der sein Drehbuch über Homers Odyssee überarbeiten lassen will. Zeitweise sehr kluge, philosophische Dialoge und absurdes Theater bietet dieser Film, der nicht zuletzt auch dank des elegischen wiederkehrenden Sundtracks von George Delerue anrührt.
Schade, dass Bardot nicht weitere solche anspruchsvolleren Filme angeboten wurden, aber letztendlich war das vielleicht ihre Bestimmung, sonst hätte die Tierwelt in ihr keine so engagierte Anwältin gefunden.
In den 1970er und 80er Jahren veräußerte sie einen großen Teil ihres Besitzes, um mit dem Gewinn ihre Stiftung zur Rettung der Tiere zu gründen.
Von da an wuchs sie mir, so wie ich selbst die an Tieren begangenen Grausamkeiten verurteile, stark ans Herz. Und ich bewunderte sie dafür, wie sie dafür nicht nur ihr Geld zur Verfügung stellte wie ich, sondern sich auch selbst mit dem Leid konfrontierte, als sie etwa nach Kanada reiste, um den Kampf gegen das Abschlachten von Robben aufzunehmen. Das Bild von ihr mit einem Robbenbaby auf dem Arm, das ein wildes Massaker überlebt hatte, werde ich nie aus dem Kopf bekommen.
Ihre 2018 erschienene Autobiografie „Tränen des Kampfes“ konnte ich nur unter Tränen lesen, manche Kapitel, die von unsäglichem Leid berichteten, musste ich abbrechen. Und ich fragte mich und frage mich das immer wieder, wie es nur Menschen geben kann, die so wenig Empathie, so wenig Mitgefühl für unsere Mitgeschöpfe haben können.
Vielfach wird Bardot vorgeworfen, sie hätte zu wenig Empathie für Menschen gehabt. Offenbar verstehen die, die sich daran stören aber nicht, dass das unmittelbar mit den Grausamkeiten zu tun hat, die Menschen Tieren antun, nicht umgekehrt.
Das Entsetzen darüber, dass Bardot ihren Sohn lange Zeit verbannte, lässt sich eher nachvollziehen. Aber das geschah nicht aus böser Absicht, sondern resultierte vermutlich aus dem heute bekannteren Phänomen einer postnatalen Depression. Leider gehören solche Fehlbarkeiten zum Menschsein dazu. Immerhin hat Bardot das später bereut und sich beim Sohn entschuldigt. Und dafür eben anderweitig ihr Herz geöffnet, das andere Menschen ihr ganzes Leben lang verschließen. Zum Vergleich konnte Mia Farrow die Mutterrolle nicht ertragen und adoptierte dennoch ein Dutzend weiterer Kinder.
So sehr ich mich jedenfalls mit Bardots Aktivitäten beschäftigte, wurde mir bewusst, dass es keine Gattung gab, für die sie keine verbesserten Lebensbedingungen forderte: ein Verbot der Jagd auf Rehe und Hirsche in Wäldern war ihr ebenso ein Anliegen wie die Abschaffung der rituellen Käfighaltung in der Geflügelzucht, das systematische Töten männlicher Küken oder das rituelle Schächten von Schafen.
Es ist bezeichnend, dass sie in Sache Schächten mehr Widerstand als Unterstützung erfuhr, die französische Regierung sich bis heute ebenso beschämend wenig wie die deutsche dazu entschließen kann, Ethik über Religion zu stellen. Die Freiheit eines jeden einzelnen sollte bekanntlich dort aufhören, wo die anderer verletzt wird. Und das sollte für alle schmerz- und leidensfähigen Geschöpfe gelten.
Das alles hatte mich derart aufgewühlt, dass ich Brigitte Bardot 2020 schrieb, ihr meine Bewunderung und Seelenverwandtschaft ausdrückte.
Ihre Antwort darauf war ein ganz berührender, per Hand geschriebener Brief, in dem sie mich nun ihrerseits eine „soeur ame“ (Seelenverwandte) nannte und mir für meine Anteilnahme, mein Engagement und finanzielle Unterstützung als Spenderin dankte. „Ihr Brief hat mich zu Tränen gerührt“, so beginnt er, „Ihre Hoffnungen, Ihre Herzensangelegenheiten, Ihre Verzweiflung sind auch meine.“
Dann folgt der entscheidende Satz „Sie sind meine Seelenverwandte“ und weiter auf der ersten Seite: „Es erfordert viel Mut, sich der Wahrheit zu stellen, und viel Mühe, der breiten Masse verständlich zu machen, welche Qualen Menschen den Tieren zufügen, diese unmenschlichen, roboterhaften Wesen, von denen es auf diesem armen Planeten, der durch alle Gräueltaten, die der Mensch ihm antut, verwüstet ist, viel zu viele gibt.“
Der Brief hat mich derart bewegt, dass ich entschloss, sie unbedingt persönlich in ihrer französischen Heimat kennenlernen zu wollen. Aber zu diesem Zeitpunkt war das Reisen aufgrund von Einschränkungen und Auflagen wegen Corona sehr mühsam und so schob ich mein Vorhaben auf. Leider zu lange. Nun ist es zu spät.
Im Alter von 91 Jahren ist Brigitte Bardot am 28. Dezember gestorben.
Ihre Stiftung wird hoffentlich bleiben. Ich werde sie noch mehr unterstützen als zuvor.
Kirsten Liese
_____________________________________________________________________
SAN FRANCISCO: PARSIFAL – Neuinszenierung 2025 (Stream)
Wagner ernstgenommen

© Cory Weaver / San Francisco Opera
Aus den USA kam ja einst der sog. Wokismus herüber nach Europa, der sich gesellschaftlich mit bestimmten und mittlerweile immer häufiger diskutierten Narrativen ausbreitete und sich in einer gewissen Ausprägung auch auf die Ästhetik des Opernschaffens insbesondere deutschsprachiger Opernhäuser legte. Umso interessanter ist es, dass man in den USA immer noch Opernproduktionen erleben kann, zumal auch im Wagnerfach, die den Intentionen und Motiven ihrer Schöpfer, den Komponisten also, recht nahe stehen. Sie kommen durch einen Aufführungsstil, den man in unseren Breiten bisweilen abfällig als traditionell oder gar „altmodisch“ abtun würde, zu sehr beeindruckenden szenischen und interpretatorischen Lösungen. Diese verlangen gerade den Opernliebhabern und Rezensenten, die die Wagner-Rezeption schon über ein halbes Jahrhundert beobachten, immer wieder Bewunderung ab.
So geschah es nun wieder mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners Abschiedswerk „Parsifal“ an der San Francisco Opera Ende Oktober/Anfang November 2025, wo das Werk seit 2000 nicht mehr aufgeführt worden war. Für Generaldirektor Matthew Shilvock ist der „Parsifal“ ein once-in-a-generation event. So suchte man die ganze Opernwelt nach einer passenden Produktion für sein Haus durch – ähnlich wie Loge im „Ring des Nibelungen“ nach einer Lösung, Walhall zu bezahlen. Da man nichts Geeignetes fand, entschloss man sich zu einer eigenen Inszenierung und übertrug die Regie Matthew Ozawa. Er bekam damit nach zuletzt „Orpheus und Eurydike“ seinen vierten Inszenierungsauftrag am War Memorial Opera House. Auch Ozawa sieht – nachvollziehbarerweise – im „Parsifal“ ein zentrales Werk der Opernliteratur. Für ihn ist die Thematisierung von Phänomenen wie menschliches Leid, Mitleid und Erlösung in Wagners Bühnenweihfestspiel zentral.
Um diese Dimensionen in seiner Interpretation darzustellen, will er nicht auf einer einzigen religiösen Deutung wie dem Christentum beharren. Stattdessen bringt der wie einst Harry Kupfer in seiner sagenhaften „Parsifal“ in Helsinki 2005 und Roland Aeschlimann in seinem Genfer „Parsifal“ 2004 christliche und heidnische Elemente wie auch Aspekte des Wagner später sehr interessierenden Buddhismus in seine Inszenierung ein. Und genau damit kommt er den Intentionen Wagners nahe und schafft mit seinem leading team – mit der Choreografin Rena Butler, dem Bühnenbildner Robert Innes Hopkins, der Kostümbildnerin Jessica Jahn und dem Licht-Designer Yuki Nakase Link – eine beeindruckende und perfekt zum Dirigat von Eun Sun Kim passende „Parsifal“-Inszenierung. Sie soll in einer gespaltenen Gesellschaft den immer größer werdenden Wunsch nach Heilung und Bestimmung ansprechen und im Zusammenwirken all dieser Inszenierungselemente die Möglichkeit der Transformation aufzeigen – durch Empathie, Mitleid und letztlich durch Kunst! Das hatte Richard Wagner im Sinn, und das zeichnet diese Produktion erfolgreich und emotional mitnehmend nach.
Die Choreographin setzt auf Figuren, die zusätzlich zu denen im „Parsifal“ vorgesehenen rituelle und an Transformation im Sinne der Regie erinnernde Bewegungen vollführen. Dabei kommen Elemente verschiedener Quellen zum Einsatz: die reduzierten und poetischen Bewegungen von Noh, bei denen Ruhe und langsame Entfaltung eine außerirdische Stimmung erzeugen; die die Seele erforschenden Impulse vom Butoh, die Transformation aus dem Körper heraus kanalisieren; und schließlich die rituellen Gesten des Christentums, das Kreuzzeichen, das sich Beugen und Niederknien, welche die Figuren in eine devote Haltung bringen. All das wurde nachdrücklich durch drei in purpurrot äußerst gemächlich agierende Tänzer sowie Tänzerinnen in der Zaubermädchen-Szene gezeigt. Der Bühnenbildner setzte ebenso auf den Aspekt der Transformation und schuf beeindruckende Verwandlungen im 1. und 3. Aufzug auf einer sich gegeneinander bewegenden Drehbühne. So bildete sich kaum merklich der Grals-Tempel aus dem heiligen Wald, und im 3. Aufzug wurde die Zerstörung der Gralswelt ebenso langsam aber bestimmt erkennbar. Das Lichtdesign spielte mit dezenten und oft changierenden Pastelltönen eine ebenfalls bedeutende dramaturgische Rolle, zumal im 2. Aufzug.
Und die Kostümbildnerin konzipierte die Kostüme je nach Aufzug in verschiedenen thematischen Bezügen, die mit der jeweiligen Figur im jeweiligen Aufzug in Einklang standen, was emotionale Entsagung und Leid; irdische Verbundenheit und Menschlichkeit; sowie Mitleid und Lernbereitschaft betrifft. Für Jessica Jahn entspricht jede der Haupt-Figuren einer dieser drei Qualitäten, was sich insbesondere an den Kostümen für Kundry und Parsifal offenbarte. Es war eine große, aber stets zu Bild und Inhalt passende Vielfalt an oftmals eindrucksvollen Kostümierungen. Und das Ganze verband Matthew Ozawa mit einer äußerst feinfühligen, auch neue Ideen zeigenden Personenregie. So sieht man einmal, wie Kundry nicht Parsifal küsst, sondern er die Kussszene ganz zärtlich beginnt. Oder bei ihrer Herzeleide-Erzählung tritt eine junge Tänzerin auf, die an seine verstorbene Mutter erinnernd mit ihm tanzt – und noch manches andere.
Soweit zum relativ komplexen theatralischen Teil. Er fand seine kongeniale Entsprechung in einem offenbar sorgfältig ausgewählten erstklassigen Sängerdarsteller-Ensemble. Brandon Jovanovich, den ich in San Francisco 2011 schon als sehr guten Siegmund erlebte, war ein Parsifal mit viel emotionalem Tiefgang, sehr gefühlvoll und bedacht in seinen Aktionen, mit guter Mimik und mit einem klangvollen, etwas dunkel timbrierten Tenor. Tanja Ariane Baumgartner spielte bei ihrem San Francisco Opera Debut eine facettenreiche Kundry, von einer Ahasver-artig kostümierten Getriebenen über einen mütterlichen Typ (und damit nicht ganz dem Stück entsprechend) in 2. und als Geläuterte im 3. Aufzug. Baumgartner verlieh der Rolle ihren klangvollen leuchtenden Mezzo, der nur in den finalen Momenten des 2. Aufzugs an Grenzen stieß. Die Kundry hat eben eine Sopran-Tessitura. Brian Mulligan gab ganz im Sinne des Regie-Konzepts den bisweilen unmenschlich leidenden Amfortas, auch mit einem leidvollen Ausdruck in seiner ausdrucksvollen Stimme. Er vermochte stark zu beeindrucken.

© Cory Weaver / San Francisco Opera
Einen echten Höhepunkt bescherte Falk Struckmann als unglaublich intensiver und fast Angst einflößender Klingsor. Seine lange Lederschürze mit freiem Oberkörper vermittelte fast eine Schlachthof-Ästhetik, die er mit grimmig-mimischer Ausdrucksvielfalt noch unterstützte. Einen solch dominanten Klingsor habe ich noch nicht erlebt, der zudem mit einem dramatischen Bassbariton auch alle vokalen Facetten der Rolle ausdrucksstark auslotete. Kwangchul Yun war wieder der bewährte und hier vor allem väterlich wirkende Gurnemanz, der die große Ruhe des Gralsgebietes ausstrahlte, mit einem eindeutigen Zeichen des Christentums, dem Rosenkranz, umhangen. David Soar war ein mahnender Titurel aus dem Off mit starkem Bass. Die Zaubermädchen sangen alle sehr gut, die Kostümierung des Damenchores wirkte allerdings an der Grenze des Kitsches und völlig unerotisch. Da hätte man andere Akzente setzten können bei der ansonst so guten Kostümarbeit. Auch die Gralsritter und Knappen waren stimmlich einwandfrei und empfahlen sich zum Teil für größere Aufgaben. Der von John Keene geleitete Chor war ein eindrucksvoller Pluspunkt des Abends mit großer Transparenz und Stimmkraft.
Eun Sun Kim, die vierte Musikdirektorin der San Francisco Opera und im Amt seit 2021, dirigierte das San Francisco Opera Orchestra mit enormer Ruhe und entsprechenden Tempi, die aber dem Geschehen auf der Bühne voll und ganz gerecht wurden, auch wenn man ein ultimatives Urteil bei einem Stream nur bedingt fällen kann. Das Vorspiel zu 1. Aufzug ließ sie fast zelebrieren. Im 2. Aufzug wurde dann größere Dynamik erzielt, aber die Randakte bestachen gerade durch die getragenen Tempi mit den dazu entstehenden Bildern.

© Cory Weaver / San Francisco Opera
Am Ende kommt Kundry bei der Enthüllung des Grals eine elementare Rolle zu. Anders als bei Wagner vorgesehen hält sie im Finale den Kelch mit Parsifal zusammen in die Höhe – ein großartiges symbolhaftes Zeichen für Frieden und Verständigung. Nach manchem, was man in Sachen „Parsifal“ in Europa zuletzt gesehen hat, zumal an der Wiener Staatsoper, war diese Interpretation ein wahrer Genuss und eine sinnhafte Inszenierung aus einem Guss.
Klaus Billand
_____________________________________________________________________
*BÖLLERVERBOT JETZT! *
Müllberge und Luftverschmutzung – die Silvester-Knallerei gefährdet nicht nur Mensch und Tier, sondern auch die Umwelt. Damit muss endlich Schluss sein!
*Ich hab deshalb gerade den Appell von #aufstehn an Innenminister Karner unterzeichnet, mach auch du mit:* https://aktion.aufstehn.at/andere/boellerverbot/appell?utm_source=wa-ty
Fritz Krammer
________________________________________________________________________________________
GRAMOLA Winter & CO: Annnageln kannst es net, die Zeit. Günther Groissböck; Neue Wiener Concert-Schrammeln
Vor vier Jahren überaschte Günther Groissböck, gefeierter Bassist an den bedeutendsten Opernhäusern der Welt, seine Musikfreundemit einem Tonzträger beliebter Wienerlieder. Es war zu hoffen und zu erwarten, dass dem eine Fortsetzung folgen würde. Nun meldet er sich mit einer Zeitreise durch das Genre vom Biedermeier bis in die Jetztzeit zurück. Waren es beim „Gemischten Satz“ von 2021 die Philharmonia-Schrammeln, so bestimmen diesmal die Neuen Wiener Concert-Schrammeln den wienerischen Klangkörper der CD. Darunter befinden sich Lieder aus der Feder des Wiener Liedkomponisten Andre Heller wie „Es is alles unhamlich leicht“ ode das titelgebende „Annageln kannst es net, die Zeit“, aber auch Klassiker wie „In einem kleinen Café in Hernals“ von Hermann Leopoldi, „Herrgott aus Sta“ von Karl Hodina oder klassische Wienerlieder wie „Wann i amal stirb“ oder „I hab die schönen Maderl net erfunden“ sowie Instrumentalbeiträge der Concert-Schrammeln und die Eigenkompositionen zweier Mitglieder der „Schrammeln“.

Günther Groissböck bass
Neue Wiener Concert Schrammeln
Peter Uhler violin
Johannes Fleischmann violin
Helmut Thomas Stippich Schrammel accordion
Peter Havlicek contra-guitar
Katalognummer: 99329
CD:1
Code 323
