Altinoglu stellt Schostakowitsch zur Rede

CD/Blu-ray-Besprechung:

Dmitri Schostakowitsch

Sinfonie Nr. 4 c-moll op. 43
Sinfonie Nr. 5 d-moll op. 47

hr-Sinfonieorchester
Alain Altinoglu, musikalische Leitung

ALPHA1173

von Dirk Schauß

Man kann einen Schostakowitsch-Zyklus höflich beginnen. Oder man kann gleich die unbequemen Fragen stellen. Alain Altinoglu entscheidet sich mit dem hr-Sinfonieorchester (international: Frankfurt Radio Symphony) für Letzteres – zumindest zur Hälfte. Der Auftakt seiner geplanten Gesamteinspielung kombiniert die vierte und fünfte Sinfonie, entstanden in den Jahren 1935 bis 1937, also mitten in jener Lebensphase, in der Schostakowitsch lernte, dass Musik tödlich ernst sein kann. Was ist der Mensch, wenn der Staat ihn zerdrückt. Und was bleibt von Kunst, wenn Jubel befohlen wird. „CD/Blu-ray-Besprechung: Dmitri Schostakowitsch, Sinfonie 4/5
klassik-begeistert.de, 26. Dezember 2025“
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Was Männer so umtreibt

CD-Besprechung:

Daniel Prinz am Flügel sorgt für eine stimmige, stilsichere Begleitung, man kann die Harmonie zwischen Sänger und Pianist spüren, aber Lars Conrad bleibt die Wortdeutlichkeit schuldig.

Männer
Zwischen Rausch und Verzweiflung

Lars Conrad, Bariton
Daniel Prinz, Klavier

GEN 26950

von Peter Sommeregger

Die erste gemeinsame CD-Produktion des Baritons Lars Conrad und seines Klavierbegleiters Daniel Prinz mit dem Titel „Männer“ folgt einem durchaus originellen Konzept.

Aus der reichhaltigen Liedliteratur des 19. Jahrhunderts hat das Gespann Lieder von Johannes Brahms, Robert Schumann, Hugo Wolf und Franz Schubert, sowie fünf Lieder Hanns Eislers ausgewählt, die in ihren Texten sämtlich die ganz unterschiedlichen Befindlichkeiten von Männern ganz allgemein, aber auch in extremen Situationen behandeln. Das ist eine originelle Idee, es kommen, neben dem unvermeidlichen Geheimrat Goethe, Dichter wie August von Platen, Justinus Kerner, Heinrich Heine und Johann Mayrhofer zu Wort, die dazu Einiges beizutragen haben. „CD/Blu-ray-Besprechung: Männer Zwischen Rausch und Verzweiflung
klassik-begeistert.de, 26. Dezembe 2025“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 27. DEZEMBER 2025

Arena di Verona 2023, Aida © Dr. Charles Ritterband

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 27. DEZEMBER 2025

Reportage: Opernfestspiele Arena di Verona – Wo Gladiatoren kämpften
In der Arena di Verona verschmelzen antike Baukunst und romantische Oper zu einem unvergleichlichen Erlebnis. Wer sich von Illusionen trennt, wird zwar weiter existieren, aber aufgehört haben zu leben, sagte einst Mark Twain. Verona ist der perfekte Ort für Illusionen. Stadt von Romeo und Julia, deren Geschichte zum Symbol für die ewige Liebe wurde. Der Legende nach soll Julia Capulet in Shakespeares Drama von 1596 mit ihrer Familie in der Casa di Giulietta in der Via Cappello Nr. 23 gelebt haben. Tatsächlich war das Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert ursprünglich ein Stall. Auch der berühmte Balkon ist eine Finte.
concerti.de

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DIE FREITAG-PRESSE – 26. DEZEMBER 2025

Elektra – Nylund, Stundy© Wiener Staatsoper/Ashley Taylor

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DIE FREITAG-PRESSE – 26. DEZEMBER 2025

Wien/Staatsoper
„Elektra“ an der Wiener Staatsoper: Alexander Soddy entfesselt das Orchester
„Es muss etwas geschehen sein“, heißt es in „Elektra“ von Richard Strauss. Ja, Dirigent Alexander Soddy und das Wiener Staatsopernorchester liefern vom Auftakt an „Spannung pur“. Aušrinė Stundytės metallischer Sopran ist eine Wucht. Nina Stemme klingt als Klytämnestra runder. Camilla Nylund als Chrysothemis unschuldiger. Derek Welton als Orest wie ein Wotan. Wie Tag und Nacht – nach der musikalisch wenig beglückenden „Fidelio“-Vorstellung rückt das Wiener Staatsopernorchester alles wieder ins rechte Licht. Vom Auftakt an ist klar: Heute wird diese „Elektra“-Vorstellung ein Ereignis, solange Dirigent Alexander Soddy nichts versemmelt. Tut er nicht. Im Gegenteil: „Spannung pur“
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Die Wiener Kammeroper entdeckt die Opernschatzkiste

L’Orontea © Herwig Prammer

Mit einem äußerst unterhaltsamen Fund in der barocken Opernschatzkiste – Antonio Cestis L’Orontea – begeisterte ein exzellentes Ensemble in der ausverkauften Kammeroper ein restlos enthusiastisches Publikum. Dieses Haus soll nun schließen? Was hör ich?

L’Orontea
Musik von Antonio Cesti
Libretto von Giacinto Andrea Cicognini

MusikTheater an der Wien in der Kammeroper, Wien, 21. Dezember 2025

von Johannes Karl Fischer

Vor dem Eingang versuchten einige Gäste noch ihr letztes Restkartenglück für die restlos ausverkaufte Produktion der Kammeroper. Dahinter und überall im Hause verteilt waren die Flyer „Rettet die Kammeroper“ kaum zu übersehen. Leider kein Witz. Wie Der Standard berichtete, soll diese kleine doch feine Spielstätte in der Inneren Stadt ab nächster Spielzeit aufgrund von niedriger ausfallenden Subventionen für die Vereinigen Bühnen „zumindest vorübergehend“ den Betrieb einstellen. Die Kammeroper schließen? Eine Frechheit für die Wiener Kulturszene wäre das! Dann wird wohl in dieser Stadt bald nur noch Fidelio, Figaro und vielleicht ein bisschen Beethoven 5 gespielt.

„MusikTheater an der Wien
Kammeroper, Wien, 21. Dezember 2025“
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„Elektra“ an der Wiener Staatsoper: Alexander Soddy entfesselt das Orchester

Foto © Alexandersoddy.com

„Es muss etwas geschehen sein“, heißt es in „Elektra“ von Richard Strauss. Ja, Dirigent Alexander Soddy und das Wiener Staatsopernorchester liefern vom Auftakt an „Spannung pur“. Aušrinė Stundytės metallischer Sopran ist eine Wucht. Nina Stemme klingt als Klytämnestra runder. Camilla Nylund als Chrysothemis unschuldiger. Derek Welton als Orest wie ein Wotan.

Richard Strauss, Elektra 
Tragödie in einem Aufzug

Text  Hugo von Hofmannsthal

Wiener Staatsoper, 23. Dezember 2025

von Jürgen Pathy

Wie Tag und Nacht – nach der musikalisch wenig beglückenden „Fidelio“-Vorstellung rückt das Wiener Staatsopernorchester alles wieder ins rechte Licht. Vom Auftakt an ist klar: Heute wird diese „Elektra“-Vorstellung ein Ereignis, solange Dirigent Alexander Soddy nichts versemmelt. Tut er nicht. Im Gegenteil: „Spannung pur“, bezeichnet ein Stammgast diese 4. Vorstellung der Serie. Unterschrift drunter. Das Staatsopernorchester agiert voller Harmonie, zupackend, mit einem Klang, der magisch wirkt.

„Richard Strauss, Elektra
Wiener Staatsoper, 23. Dezember 2025“
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Die Leonoren-Ouvertüre reißt das Publikum in Wien von den Sitzen

Fidelio an der Wiener Staatsoper © Werner Kmetitsch

Offenbar sind die schönsten Vorurteile die widerlegten. So betrat man mit einem eher mulmigen Gefühl die Wiener Staatsoper, um die aktuelle Neuproduktion dieser Freiheitsoper zu sehen. Und es erging einem wie bei der im Oktober im Theater an der Wien gespielten Produktion der „Fledermaus“ von Strauss jun. (Johann Strauss (jun.), Die Fledermaus Musiktheater an der Wien, 20. Oktober 2025 – Klassik-begeistert). Man war mehr als positiv beeindruckt von einer musikalisch wie szenisch hervorragenden Aufführung.


Ludwig van Beethoven, Fidelio                   
Oper in zwei Aufzügen

Text  Joseph Sonnleithner & Georg Friedrich Treitschke & Stephan von Breuning

nach  J.N. Bouilly

Mit  Simon Strazdas, Christopher Maltman, David Butt Philip, Malin Byström, Tareq Nazmi, Kathrin Zukowski, Daniel Jenz

Regie  Nikolaus Habjan

Chor und Orchester der Wiener Staatsoper
Dirigent   Franz Welser-Möst

Wiener Staatsoper, 22. Dezember 2025

von Herbert Hiess

Das Markenzeichen des Regisseurs Nikolaus Habjan sind seine überlebensgroßen Puppen, die hier als „Alter Ego“ für Florestan und Leonore eingesetzt wurden. Bis zur Pause war das keine Offenbarung –
im Gegenteil – es lenkte zu sehr von den realen Personen ab. „Ludwig van Beethoven, Fidelio
Wiener Staatsoper, 22. Dezember 2025  “
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„Fidelio“-Neuproduktion an der Wiener Staatsoper: Direktor Bogdan Roščić setzt auf die falschen Pferde

Bogdan Roščić © Lalo Jodlbauer

Kein großer Wurf. Die Maulpuppen von Regisseur Nikolaus Habjan erfüllen keinen Zweck, zumindest bei Beethovens „Fidelio“, einer Neuproduktion an der Wiener Staatsoper. Der Rest erweckt ebenfalls keine „namenlose Freude“.

Ludwig van Beethoven, Fidelio

Oper in zwei Aufzügen
Text  Joseph Sonnleithner & Georg Friedrich Treitschke & Stephan von Breuning

nach  J.N. Bouilly

Musikalische Leitung  Franz Welser-Möst

Inszenierung  Nikolaus Habjan


Wiener Staatsoper,
19. Dezember 2025

von Jürgen Pathy

Lange habe er überlegt, ob er die Puppen nicht weglassen solle. Das hatte Nikolaus Habjan bei der Sonntagsmatinee im Vorfeld der „Fidelio“-Premiere erwähnt. Gestört hätte es nicht, wenn er sich daran gehalten hätte.

Nicht, dass die Puppen aus der Reihe tanzen, sie sind einfach überflüssig. Im Gegensatz zur „Salome“-Produktion 2020 am Theater an der Wien vermitteln sie keinen Mehrwert. Dort hatte die lebensgroße Puppe mit ihren starrenden Augen einen Sinn. Alle Blicke waren auf Salome gerichtet. Beängstigend war es, wie die Augen der Puppe aufgerissen waren. Beim „Fidelio“ funktionieren sie als Verstärker der Emotionen nicht.

„Ludwig van Beethoven, Fidelio
Wiener Staatsoper, 19. Dezember 2025“
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Franz Welser-Möst wandelt auf Pfaden der Mittelmäßigkeit

Franz Welser-Möst und die Wiener Philharmoniker im Goldenen Saal Musikverein / Amar Mehmedinovic

Um es kurz zu machen: Was nützt eines der besten Orchester der Welt, wenn der Dirigent es nicht versteht, dieses nicht nur bloß zusammenzuhalten, sondern eine veritable Interpretation zu vermitteln. Schade, denn das Programm war eigentlich vielversprechend.

Musikverein Wien, 18. Dezember 2025

Ludwig van Beethoven: Leonoren-Ouvertüre Nr. op. 72
Richard Strauss: Metamorphosen, Studie für 23 Solostreicher, AV 142
Ludwig von Beethoven: Symphonie Nr. 5 c-moll, op. 67

Wiener Philharmoniker
Dirigent: Franz Welser-Möst

von Herbert Hiess

Es ist eine wirkliche Rarität, dass in einem Konzert der Wiener Philharmoniker gleich zwei Konzertmeister zu finden sind – und das war Strauss’ „Metamorphosen“ geschuldet. Diese sogenannte Studie ist eines der anspruchsvollsten Werke der symphonischen Literatur.

Denn die 23 Musiker schlüpfen hier tatsächlich in die Rolle der Solisten; da hat der Dirigent wahre Mühe, dieses Ensemble auf einen einheitlichen Klang zu bringen. „Wiener Philharmoniker, Franz Welser-Möst Dirigent
Musikverein Wien, 18. Dezember 2025  “
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 25. DEZEMBER 2025

Svetlomir Zlatkov, 1. Kapellmeister mit Ensemble; Foto Patrik Klein

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 25. DEZEMBER 2025

Rostock
Klein beleuchtet kurz 68: Puccinis Madama Butterfly erscheint am Volkstheater Rostock in neuem Gewand
Die Sat.1 Doku-Soap „Hochzeit auf den ersten Blick“ stand Pate für eine mit neuen Sichtweisen gespickte Version des Werkes vom Komponisten aus Lucca – Klassik und Moderne müssen sich nicht unbedingt zu Gegensätzen offenbaren – ein Abend in Rostock voller Emotionen, ironischer Unterhaltung, Dramen und vor allem musikalischen Höhepunkten.
von Patrik Klein
Klassik-begeistert.de

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