DIE MITTWOCH-PRESSE – 24. DEZEMBER 2025

Rede Bundespraesident
© Sascha Engst Bundesstadt Bonn

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 24. DEZEMBER 2025

Bonn
Der Bundespräsident eröffnet die für 220 Millionen Euro sanierte Beethovenhalle in Bonn
Neulich hatte ich einen Traum. Zusammen mit 2000 anderen Menschen saß ich im Dezember 2020 im neuen Festspielhaus Beethoven in Bonn. Es hieß „Diamant“ und war von der irakisch-britischen Stararchitektin Zaha Hadid entworfen worden, die 2016 verstorben ist. Man beging den 250. Geburtstag des größten Sohns der Stadt, Ludwig van Beethoven. Es gab keine Pandemie. Die Baukosten von 75 Millionen Euro wurden nur marginal überschritten, das Geschenk dreier Bonner Großkonzerne wurde pünktlich fertig, das Ganze war ein voller Erfolg. All dies wurde in sämtlichen Reden gefeiert; der Weltklassesaal werde mehr Menschen nach Bonn locken, hieß es; von Strahlkraft war mehrfach die Rede, die ehemalige Bundeshauptstadt werde – natürlich – zur kulturellen Weltspitze gehören. Dass es nicht so gekommen ist, wissen wir schon lange.
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Fabio Biondi beschert uns mit Auszügen aus Bachs Weihnachtsoratorium ein festliches, opulentes Klangerlebnis

Wiener Konzerthaus © Lukas Beck

Fabio Biondi leitete im Konzerthaus die Kantaten I, II und VI aus Bachs Weihnachtsoratorium mit den Wiener Symphonikern, der Singakademie und exzellenten Gesangssolisten. Wer runden, homogenen Orchesterklang liebt, konnte zu Recht begeistert sein. Für den Liebhaber von historischer Aufführungspraxis blieb neben aufrichtiger Bewunderung leise Enttäuschung zurück.

Johann Sebastian Bach
Weihnachtsoratorium BWV 248, Kantaten I, II, VI

Miriam Kutrowatz, Sopran
Marianne Beate Kielland, Mezzosopran
Robin Tritschler, Tenor
Matthias Winckhler, Bass

Wiener Singakademie, Einstudierung Heinz Ferlesch

Fabio Biondi, Leitung

Wiener Konzerthaus, 22. Dezember 2025

von Dr. Rudi Frühwirth

Wer bei Bach modernen, “symphonischen” Klang schätzt, kam an diesem Abend voll auf seine bzw. ihre Rechnung. Fabio Biondi gilt als Originalklangzpezialist, bewies aber, dass er auch ein klassisches Symphonieorchester wie die Wiener Symphoniker zu einer exzellenten Leistung führen kann. Das Oboenquartett, allen voran die Solooboe, bestachen mit hoher Klangkultur und Musizierfreude, die Trompeten brillierten sowohl in der ersten wie auch in der sechsten Kantate, die Soloflöte glänzte in zwei Arien als aufmerksamer und kammermusikalisch feinfühliger Begleiter. Auch die Streichergruppe überzeugte vollauf, und der basso continuo war in den zahlreichen Rezitativen ein zuverlässiges Fundament.

Die Wiener Singakademie, wie immer vorzüglich einstudiert von Heinz Ferlesch, hatte etwa 25 Sängerinnen und ebensoviele Sänger aufgeboten, passend zur mittelgroßen Orchesterbesetzung.

„Johann Sebastian Bach, Weihnachtsoratorium BWV 248, Kantaten I, II, VI
Wiener Konzerthaus, 22. Dezember 2025“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 23. DEZEMBER 2025

Fidelio, Nazmi, Byström © Werner Kmetitsch

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DIE DIENSTAG-PRESSE – 23. DEZEMBER 2025

Wien/Staatsoper
„Fidelio“-Neuproduktion an der Wiener Staatsoper: Direktor Bogdan Roščić setzt auf die falschen Pferde
Kein großer Wurf. Die Maulpuppen von Regisseur Nikolaus Habjan erfüllen keinen Zweck, zumindest bei Beethovens „Fidelio“, einer Neuproduktion an der Wiener Staatsoper. Der Rest erweckt ebenfalls keine „namenlose Freude“… Nicht, dass die Puppen aus der Reihe tanzen, sie sind einfach überflüssig. Im Gegensatz zur „Salome“-Produktion 2020 am Theater an der Wien vermitteln sie keinen Mehrwert. Dort hatte die lebensgroße Puppe mit ihren starrenden Augen einen Sinn. Alle Blicke waren auf Salome gerichtet. Beängstigend war es, wie die Augen der Puppe aufgerissen waren. Beim „Fidelio“ funktionieren sie als Verstärker der Emotionen nicht. Somit sind sie nur eines: ein enormer Mehraufwand für Sänger, die ohnehin genügend mit der Partitur zu kämpfen haben.
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Schweitzers Klassikwelt 153: Opern können Offenbarungen gleichen

Moses vor dem nicht verbrennenden Dornbusch, Janusz Grabianski in „Bibelgeschichten“ erzählt von Gertrud Fussenegger, Verlag Ueberreuter

Der Begriff Offenbarung bedeutet eine Erfahrung von bisher Unbekanntem, welche einen großen Eindruck hervorruft. Man ist da oft in Erklärungsnotstand.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Als Kind soll ich bei Opernübertragungen im Radio verständnislos bemerkt haben. „Da versteht man ja nichts.“  Es war die Weihnachtszeit und sie spielten im Radio Franz Schmidts Oratorium „Das Buch mit sieben Siegeln“. Ich drehte den Apparat nicht ab, sondern bangte in Unkenntnis dieser neutestamentlichen Vision eines Verfassers mit Namen Johannes, dass dieses beeindruckende Stück nicht zu früh zu Ende kommt.

Doch dieses Erlebnis entbehrte vorerst der Nachhaltigkeit. „Schweitzers Klassikwelt 153: Opern können Offenbarungen gleichen
klassik-begeistert.de, 23. Dezember 2025“
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Exzellent getanzt! und doch züngeln in mir nur einzelne Flämmchen

Waves and Circles Blake Works I, Violetta Keller © Nicholas Mackay

Die Verschmelzung von Tanz und Musik, in der ich ganz im Moment bin, die geschieht an diesem Abend in mir lediglich punktuell.

WAVES AND CIRCLES
Blake Works I (2016)
Choreographie  William Forsythe
Musik  James Blake

Megahertz (2025, UA)
Choreographie  Emma Portner
Musik  Paddy McAloon / Prefab Sprout

Boléro (1961)
Choreografie  Maurice Béjart
Musik  Maurice Ravel

Musikalische Leitung  Patrick Lange
Bayerisches Staatsorchester

Nationaltheater, München, 21. Dezember 2025 PREMIERE

von Frank Heublein

An diesem Abend bringt das Bayerische Staatsballett seine erste Premiere der Spielzeit auf die Bühne des Münchner Nationaltheaters.

Waves and Circles, Blake Works I, J. Feyferlik, C.Bastos © Nicholas Mackay

Im Basketball nennt man es Spacing: die Verteilung der ausführenden Personen im Feld, so dass mit Pässen und Laufwegen eine Person frei zum Wurf kommt. „Waves and Circles Blake Works I/Megahertz/Boléro
Nationaltheater, München, 21. Dezember 2025 PREMIERE“
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100 Jahre nach der Uraufführung: Christian Thielemann dirigiert Wozzeck in Berlin

Christian Thielemann, Staatskapelle Berlin © Stephan Rabold

Alban Berg Wozzeck
Oper in drei Akten (1925)

Musik von Alban Berg
Text nach dem Dramenfragment „Woyzeck“ von Georg Büchner

Musikalische Leitung: Christian Thielemann
Inszenierung: Andrea Breth

Staatsopernchor, Kinderchor der Staatsoper,
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 21. Dezember 2025

von Julian Führer

Vor genau 100 Jahren, im Dezember 1925, wurde Alban Bergs Wozzeck in Berlin uraufgeführt. Die Berliner Staatsoper nahm dies zum Anlass, Andrea Breths Inszenierung von 2011 noch einmal zu zeigen. „Alban Berg, Wozzeck (1925)
Staatsoper Berlin, 21. Dezember 2025“
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Mit „Silk Stockings“ wurde sie zum Musicalstar am Broadway: einen Glückwunsch an Hildegard Knef zum Hundertsten!

Foto: Eric Koch for Anefo, CC0, via Wikimedia Commons

Silk Stockings (Seidenstrümpfe)
Musical von Cole Porter
(Musik und Songtexte)
sowie George S. Kaufman, Leueen MacGrath und Abe Burrows (Buch)

Aufnahme für die Langspielplatte am 6. März 1955 in New York City

Musikalische Leitung: Herbert Greene

RCA Victor 1102-2-RG
Eine 40-minütige Aufnahme davon ist erhalten geblieben.

von Ralf Krüger

Sie war Schauspielerin, Sängerin und Buchautorin. Am 28. Dezember 2025 wäre Hildegard Knef 100 Jahre alt geworden. Geboren in Ulm, verbrachte sie Kindheit und Jugend in Berlin und gehörte nach dem Krieg zu den Gesichtern des Neustarts von Bühne und Kino in der Stadt. In Amerika unfreiwillig zu Hildegarde Neff geworden, feierte sie nach einem unergiebigen Intermezzo in Hollywood große Erfolge in Cole Porters Silk Stockings am Broadway. „In memoriam Hildegard Knef zum Hundertsten
klassik-begeistert.de, 22. Dezember 2025“
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An diesem Abend entfaltet sich in Düsseldorf zwischen Klassik und romantischer Klanggewalt pure Ekstase

Sternzeichen  Berglund, Borisov © Susanne Diesner

Wie lässt sich ein Jahr gut zu Ende führen? Eine Idee: Man krönt es mit genialer Musik. Kurz vor Weihnachten möchten die Düsseldorfer Symphoniker diesen Anspruch erfüllen und locken mit einem aufsehenerregenden Programm ins Konzert. Unter dem Taktstab der jungen norwegischen Dirigentin Tabita Berglund (36) findet sich zwischen Klassikern und waghalsigen Experimenten etwas für jeden Geschmack. Heraus kommt ein Abend, der sowohl Musiker als auch Publikum alles abverlangt.

Düsseldorfer Symphoniker
Tabita Berglund, Dirigentin

Roman Borisov, Klavier

Sergej Prokofjew – Sinfonie Nr. 1 D-Dur op. 25 „Symphonie Classique“                      Pjotr Tschaikowsky – Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 B-Moll op. 23
Pjotr Tschaikowsky – Romeo und Julia – Fantasie-Ouvertüre in vier Akten
Alexander Skrjabin – Poème de l’extase op. 54 für großes Orchester

Zugabe:
Mendelssohn Bartholdy – Allegro con fuoco in b-moll aus „Lieder ohne Worte“, op. 67/2

Tonhalle Düsseldorf, 19. Dezember 2025

von Daniel Janz

Es beginnt recht artig. Prokofjews erste Sinfonie – ein Paradebeispiel für den „Neoklassizismus“ – bedient sich vor allem altbekannter Formen. Aufbau, Dauer, Gestaltung und Instrumentation erinnern an Klassiker, wie Haydn und Mozart. Diese Sinfonie klingt dementsprechend unaufgeregt. Es ist ein Stück, wie es auch vor 300 Jahren hätte klingen können. Zugute kommt ihm die deutliche Pointierung unter Berglund. Diese Musik benötigt Klarheit der Form und das arbeitet sie gut heraus. Das ergibt ein nettes Häppchen zum Einstieg, das den musikalischen Appetit anregt. „Düsseldorfer Symphoniker, Tabita Berglund, Roman Borisov, Klavier
Tonhalle Düsseldorf, 19. Dezember 2025“
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DIE MONTAG-PRESSE – 22. DEZEMBER 2025

Lahav Shahani © Marco Borggreve

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DIE MONTAG-PRESSE – 22. DEZEMBER 2025


Ästhet mit Humor: Lahav Shani und seine Münchner Philharmoniker
Kurz vor Weihnachten servieren die Münchner Phiharmoniker unter Lahav Shani einen eigenwilligen Programm-Mix. Doch das geht auf, vor allem weil alles als fein abgeschmecktes Menü serviert wird.
muenchner-merkur.de

Wien
Ioan Holender: „Staatsoper und Volksoper wieder zusammenlegen“ (Bezahlartikel)
Der ehemalige Operndirektor schlägt eine massive Änderung bei den Bundestheatern vor. Zum Sparen, vor allem aber auch aus künstlerischen Gründen.
Kurier.at

„DIE MONTAG-PRESSE – 22. DEZEMBER 2025“ weiterlesen

Das Publikum bejubelt Donizettis Liebestrank

Nicholas Mogg (Belcore), Nino Machaidze (Adina), René Barbera (Nemorino), Mariana Poltorak (Giannetta); weiter oben hinter Adina steht Erwin Schrott (Dulcamara) (Foto: RW)

Omer Meir Wellber leitete das Philharmonische Staatsorchester. Leider war es aus der knapp unter dem Überhang des ersten Rangs angesiedelten 21. Parkettreihe nicht gut zu hören und damit nicht gerecht zu beurteilen. Damit stand die gesangliche Interpretation dieses lustigen Dramas durch Nino Machaidze und René Barbera stärker im Vordergrund.

L’elisir d’amore
Melodramma giocoso in zwei Akten
Komposition von Gaetano Donizetti

Inszenierung und Bühnenbild nach Jean-Pierre Ponnelle

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung: Omer Meir Wellber

Hamburgische Staatsoper, 20. Dezember 2025

174. Vorstellung seit der Premiere am 18. Juni 1977

von Dr. Ralf Wegner

Manche Aufführungen bleiben einem unvergesslich, so als ob man sie erst gestern gehört hätte. Zu diesen wenigen, auf ewig bleibenden Erinnerungen gehört die Premierenserie dieser im Juni 1977 von Jean Pierre Ponnelle eingerichteten und unverändert gespielten Liebestrank-Inszenierung.

Nach eher routiniert abgelaufenen Vorstellungen als Mimì in La Bohème überzeugte die damals 42-jährige Mirella Freni mit ihrer unverändert jugendlich glanzvollen Jahrhundertstimme als Adina. Zudem erwies sie sich darstellerisch, wohl aufgrund der Proben mit Ponnelle, als wie ausgewechselt. Sie hatte jede Reiseroutine abgelegt. „Gaetano Donizetti, L’elisir d’amore
Hamburgische Staatsoper, 20. Dezember 2025“
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