Dieser Abend ließ die Alte Oper beben

Foto © hr/Sebastian Reimold

Die Alte Oper hat an diesem Abend erlebt, wie Klang Welten aufreißen kann. Manchmal ohrenbetäubend. Manchmal berückend schön. Manchmal überwältigend. Und manchmal auch so, dass man froh ist, wenn der Sturm endlich weiterzieht.

Unsuk Chin
Alaraph – Ritus des Herzschlags

Erich Wolfgang Korngold
Violinkonzert D-Dur op. 35

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 11 „Das Jahr 1905“ g-moll op. 103

Renaud Capuçon, Violine

hr-Sinfonieorchester
Alain Altinoglu, musikalische Leitung

Alte Oper Frankfurt, 28. November 2025

von Dirk Schauß

Das hr-Sinfonieorchester hatte sich ein Programm vorgenommen, das nach Großformat schrie: Unsuk Chin, Korngold, Schostakowitsch. Drei Komponisten, drei Klangwelten, die kaum etwas verbindet – außer der Aufgabe, an einem Abend denselben Saal zu erfüllen. Genau darin lag der Reiz. Ein Orchester, das sich auf fremdes Terrain wagt. Ein Solist, der wie ein leuchtender Fixstern wirkt. Ein Dirigent, der zwischen souveräner Verwaltung und echter Inspiration oszilliert. Was herauskam, war ein Abend, der anfangs irritierte, in der Mitte strahlte und am Ende eine Wucht entfesselte, die den ganzen Saal in Bewegung versetzte. „Renaud Capuçon, Violine, hr-Sinfonieorchester, Alain Altinoglu
Alte Oper Frankfurt, 28. November 2025“
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Wenn Trifonov Schubert spielt, wird es totenstill im Goldenen Saal

Daniil Trifonov und Matthias Goerne © Julia Wesely

Am dritten Abend des Schubert-Minifestivals spielte Daniil Trifonov die G-Dur Sonate D 894. Seine Interpretation ist von berückender Klangkultur geprägt, der das Publikum andächtig lauschte. Der folgende Schwanengesang mit Matthias Goerne war ein würdiger Abschluss.

 Franz Schubert

Sonate für Klavier G-Dur, D 894
Schwanengesang, D 957

Liederzyklus nach Texten von Ludwig Rellstab

Matthias Goerne  Bariton
Daniil Trifonov Klavier

Musikverein Wien, Großer Saal, 28. November 2025

von Dr. Rudi Frühwirth

Bei Schubert ist Trifonov kein Mann der lauten Töne. Das zeigte sich deutlich an seiner Interpretation der G-Dur Sonate, die er mit unglaublicher Delikatesse zu Gehör brachte. Sie zwang auch das Publikum zu höchster Konzentration – ich habe noch nicht oft eine so absolute Stille im Goldenen Saal erlebt. Selbst die jungen Damen in der Umgebung verstauten ihre Mobiltelefone in der Tasche, was zu meiner Bestürzung bei der Winterreise vor ein paar Tagen nicht immer der Fall war. „Matthias Goerne Bariton, Daniil Trifonov Klavier, Franz Schubert
Musikverein Wien, 28. November 2025“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 29. NOVEMBER 2025

Goerne, Trifonov 24112025 © Julia Wesely

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 29. NOVEMBER 2025

Musikverein: „Die Winterreise“ als Gothic-Trip und Psycho-Thriller (Bezahlartikel)
Der Bariton Matthias Goerne und der Pianist Daniil Trifonov verstören mit Franz Schuberts Liederzyklen.
Kurier.at

Der Bach, die Müllerin und der Tod: Goerne und Trifonov führen uns in die Transzendenz
Nach der “Winterreise” nun “Die schöne Müllerin” – von Zuversicht über jubelnde Liebe, harte Enttäuschung und tiefe Melancholie bis in den sanften Tod reicht der Bogen dieser Liederfolge. Goerne und Trifonov beweisen wieder ihre überragende Kunst der Interpretation.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.de

Matthias Goerne an den schroffen Klippen der Liebe
Bei ihrem Schubert-Tripple im Musikverein widmeten sich Bariton Matthias Goerne und Pianist Daniil Trifonov am Mittwoch dem Liedzyklus „Die schöne Müllerin“. Ein bejubelter Abend als eindringliche musikalische Reise zum gar nicht so lieblichen Kern der Liebe.
krone.at

„DIE SAMSTAG-PRESSE – 29. NOVEMBER 2025“ weiterlesen

Samuel Hasselhorn erklimmt den Gipfel der Liedgestaltung

 

Samuel Hasselhorn nähert sich den Texten Wilhelm Müllers und dem Notentext Schuberts mit hoher Sensibilität an, er schöpft die emotionale Tiefe jedes einzelnen Liedes bei akribischer Textdeutlichkeit in allen Facetten aus, schreckt auch vor Steigerungen ins forte nicht zurück, wo sie angebracht scheinen.

Franz Schubert
Winterreise

Samuel Hasselhorn   Bariton
Ammiel Bushakevitz   Klavier

Pierre-Boulez-Saal, Berlin, 27. November 2025

von Peter Sommeregger

Der Abend im ausverkauften Pierre-Boulez-Saal beginnt ungewöhnlich. Statt des ersten Liedes der „Winterreise“ betätigt der Pianist Ammiel Bushakevitz eine Art Drehorgel, die verfremdete Motive aus dem Zyklus spielt, ehe Bariton Samuel Hasselhorn mit seinem Gesang einsetzt. „Franz Schubert, Winterreise, Samuel Hasselhorn
Pierre-Boulez-Saal, Berlin, 27. November 2025“
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Michail Glinkas Oper „Ruslan und Ljudmila“ lohnt einen zweiten Besuch

Die Statisterie (Foto: RW)

Von einer kleinen Gruppe in den oberen Rängen wurde jede Sängerin und jeder Sänger konstant ausgebuht, auch der Dirigent Azim Karimov. Das sollte wohl weniger den Auftretenden als vielmehr grundsätzlich der Inszenierung gelten, die auf die aktuelle russische Politik reagierte und im Schlussbild mit Regenbogenfahne und der Abreise einer Ménage à trois aus Ruslan, Ljudmila und Ratmir endete.

Ruslan und Ljudmila
Große Zauberoper in 5 Akten von Michail Glinka

Handlung nach dem Poem von Alexander Puschkin

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung  Azim Karimov

Solovioline  Thomas C. Wolf

Inszenierung, Bühne und Kostüme   Alexandra Szemerédy und M agdolna Parditka

4. Vorstellung seit der Premiere am 9. November 2025

Hamburgische Staatsoper, 27. November 2025

von Dr. Ralf Wegner

Bei der Premiere dieser Oper vor zwei Wochen waren wir noch sehr abgelenkt von der gegen den Strich gebürsteten Inszenierung und einem aufwendigen, aber hässlich-schmierigem Bühnenbild. Jetzt beim zweiten Sehen fielen die zahlreichen, musikalisch schönen Arien, Monologe, Chöre und sinfonischen Zwischenspiele auf. Den Anfang machte wieder Barno Ismatullaeva als Ljudmila mit der stark fordernden großen Arie im ersten Akt. Das Plus ihrer Stimme, die schöne und farbreiche Mittellage konnte sie hier weniger einsetzen, im Gegensatz zu der Todesarie im 4. Akt. Da passte alles, mit dem nötigen Schmelz und ausdrucksvoller Stimme gelangen ihr berührende Töne. „Ruslan und Ljudmila, Große Zauberoper von Michail Glinka
Hamburgische Staatsoper, 27. November 2025“
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Vivaldis „Gloria e Imeneo“ wurde für eine königliche Hochzeit komponiert

CD-Besprechung:

Vivaldi
Gloria e Imeneo

Nicolò Balducci
Logan Lopez Gonzalez

Orchestre de l’Opéra Royal
Stefan Plewniak

CVS 155

von Peter Sommeregger

Diese relativ kurze „Serenata“ wurde von Antonio Vivaldi 1725 als Auftragswerk für die Hochzeit des französischen Königs, Ludwig XV. komponiert. Das Werk ist äußerst selten zu hören, so stellt die im Sommer 2024 im Schloss von Versailles entstandene Aufnahme eine begrüßenswerte Ergänzung der Vivaldi-Diskographie dar. „CD-Besprechung: Vivaldi, Gloria e Imeneo
klassik-begeistert.de, 28. November 2025“
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DIE FREITAG-PRESSE – 28. NOVEMBER 2025

Jonathan Tetelman © Ulrich Perrey

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DIE FREITAG-PRESSE – 28. NOVEMBER 2025

Berlin
Vom DJ zum Tenor – Jonathan Tetelmans Weg zur Deutschen Oper
Jonathan Tetelman gilt als einer der großen Tenöre unserer Zeit. Nun feiert er an der Deutschen Oper Premiere in einer Rolle, die Caruso berühmt machte. Der legendäre italienische Opernsänger ist sein großes Vorbild, dabei begann er als DJ. B.Z. traf Jonathan Tetelman.
bz-berlin.de

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Der Bach, die Müllerin und der Tod: Goerne und Trifonov führen uns in die Transzendenz

Daniil Trifonov und Matthias Goerne © Julia Wesely

Nach der “Winterreise” nun “Die schöne Müllerin” – von Zuversicht über jubelnde Liebe, harte Enttäuschung und tiefe Melancholie bis in den sanften Tod reicht der Bogen dieser Liederfolge. Goerne und Trifonov beweisen wieder ihre überragende Kunst der Interpretation.

Franz Schubert
Die schöne Müllerin, D 795

Liederzyklus nach Gedichten von Wilhelm Müller

Matthias Goerne   Bariton
Daniil Trifonov   Klavier

Musikverein Wien, 26. November 2025

von Dr. Rudi Frühwirth

Der Schubert-Schwerpunkt im Großen Musikvereinssaal wurde mit dem Liederzyklus Die schöne Müllerin  fortgesetzt. Es war wieder ein großer, zutiefst berührender Abend mit Matthias Goerne und Daniil Trifonov. Der Zyklus beginnt unschuldig heiter, steigert sich zum Jubel der gewonnen Liebe und endet mit der Katastrophe der wieder verlorenen Liebe. Der selbstgewählte Tod des Erzählers wird als sanfter, verzichtender Übergang in die Transzendenz verklärt. „Goerne und Trifonov, Franz Schubert, Die schöne Müllerin
Musikverein Wien, 26. November 2025“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 27. NOVEMBER 2025

 Wiener Staatsoper © Michael Pöhn

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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 27. NOVEMBER 2025

Wien/Staatsoper
Wiener Staatsoper, mon amour 5: Der Wiener fühlt sich nur in einem Theatersessel richtig wohl
Meine Rheinländer Kusine will es nicht wahrhaben, wenn wir sagen: „Die Wienerin, der Wiener fühlt sich nur in einem Theater- oder Konzertsaalsessel so richtig wohl.“ Jedes Mal, wenn Sylvia und ich mit der „Bim“ (Straßenbahn) an der Oper vorbeifahren, freuen wir uns auf die nächste, meist bald bevorstehende Aufführung. Für uns in Wien unvorstellbar in einer Stadt zu leben, wo keine Opernabende das Leben bereichern. In einer fremden Stadt ist daher unsere Suche nach einem Opernhaus.
Von Lothar und Sylvia Schweitzer
Klassik-begeistert.de

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Sabine Weyer: Bei Brahms fließt die Cellostimme sehr gut, er war einfach ein musikalisches Genie

Sabine Weyer und Dimitri Maslennikov © Vitùc 

Die preisgekrönte luxemburgische Pianistin Sabine Weyer gehört zu den wichtigsten Musikerinnen ihrer Generation und spielte in ihrer jungen Karriere bereits auf Bühnen wie die Berliner Philharmonie, das Wiener Konzerthaus und die Royal Albert Hall.

Gemeinsam mit dem Cellisten Dimitri Maslennikov, dessen Einspielung der Schostakowitsch-Konzerte mit dem heutigen NDR Elbphilharmonie Orchester für Aufsehen sorgte, debütierte sie am Montag in der Hamburger Laeiszhalle. In unserem Interview sprachen wir über Cellosonaten, leere Konzertsäle und natürlich den Hamburger Komponisten Johannes Brahms.

Johannes Karl Fischer im Gespräch mit Sabine Weyer und Dimitri Maslennikov

klassik-begeistert: Frau Weyer, Herr Maslennikov, Sie spielen morgen in der Hamburger Laeiszhalle ein Konzert mit dem Titel “The Brahms connection.” Was macht es für Sie besonders, Brahms in Hamburg zu spielen?

Sabine Weyer: Ich habe in der Laeiszhalle noch nie gespielt, allein deswegen ist das für mich ein ganz besonderer Anlass! Ich habe gehört, auch der kleine Saal soll sehr schön sein und eine sehr gute Akustik haben. Aber ich war noch nie dort, ich bin sehr gespannt, diesen Saal kennenzulernen. „Interview: kb im Gespräch mit Sabine Weyer und Dimitri Maslennikov
klassik-begeistert.de, 25. November 2025“
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