„Lilliana liebte den roten Teppich, aber sie schaute nicht gerne darunter“ – die kurze Karriere der Sopranistin Lilliana Weinman-Teruzzi

Victoria de Grazia
Der perfekte Faschist – Eine Geschichte von Liebe, Macht und Gewalt

Berlin 2024, 508. S., zahlreiche s-w Abb. und Karten, € 38,00
ISBN: 978-3-803-13739-5

von Dr. Regina Ströbl

„Macht macht sexy“ – anders könnte man sich die Ehe einer aufstrebenden amerikanischen Opernsängerin jüdischen Glaubens mit einem italienischen Militärangehörigen und engen Vertrauten Mussolinis auf den ersten Blick nicht erklären. Aber so einfach ist es dann doch nicht.

Da ist auf der einen Seite der 1882 in Mailand geborene Attilio Teruzzi, schon als Kind eitel, von Mutter und Schwester verhätschelt. In einer Zeit großer politischer Umbrüche entscheidet er sich früh für eine militärische Laufbahn. Schnell verdient er sich sowohl im italienisch-türkischen Krieg als auch im Ersten Weltkrieg durch Erfolge und Tapferkeit mehrere Auszeichnungen. Im Jahre 1920 begegnet er erstmals Benito Mussolini und schließt sich dessen faschistischer Bewegung an. Getrieben von Opportunismus, Brutalität und Machtgier, avanciert er schließlich zur rechten Hand des Duce. „Buchbesprechung: Victoria de Grazia, Der perfekte Faschist – Eine Geschichte von Liebe, Macht und Gewalt
klassik-begeistert.de, 14. September 2024“
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Wie die Österreichische Nationalbibliothek das Erbe Anton Bruckners bewahrt

Buchbesprechung:

Andrea Harrandt
Thomas Leibnitz (Hg.)

Anton Bruckner
Der fromme Revolutionär

Residenz Verlag

von Peter Sommeregger

Noch vor seinem Tod 1896 vermachte der Komponist Anton Bruckner der Wiener Hofbibliothek einen Großteil der Autographen seiner Werke. Nach dem Ende der Donaumonarchie gelangten deren Bestände in die Österreichische Nationalbibliothek, die diesen Schatz von überregionaler Bedeutung zu schätzen weiß, und ihn auch kontinuierlich durch Ankäufe erweitert. „Buchbesprechung: Anton Bruckner, Der fromme Revolutionär, Residenz Verlag
klassik-begeistert.de, 12. September 2024“
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„Wer warst du, als ich dich heiratete?“ – Richard Wagner in den Augen seiner ersten Frau Minna Planer

Buchcover: Minna Planer-Wagner , 1855 gemalt von Alexander von Otterstedt

Buchbesprechung: Eva Rieger „Minna und Richard Wagner. Stationen einer Liebe“

Patmos Verlag GmbH & Co. KG, Düsseldorf
ISBN 978-3-491-69143-8

von Jolanta Łada-Zielke

Ich wollte schon immer mehr über diese Frau erfahren, die manche Biographen Richard Wagners – wie Joachim Köller und Martin Gregor-Dellin – als engstirnige Kleinbürgerin darstellen, die das Genie ihres Mannes nicht erkannte. Eva Rieger präsentiert Minna in ihrem Buch als eine mutige und widerstandsfähige Frau.

Auf dem Cover gibt es ein Porträt von Minna Planer-Wagner aus dem Jahr 1855, gemalt von Alexander von Otterstedt. Sie war zu diesem Zeitpunkt 46 Jahre alt, sah aber noch sehr hübsch aus. Man beschrieb sie als „eine schöne Frau mit Gazellen-Augen“.

Im Hintergrund sind die Umrisse des Gesichts ihres Mannes zu erkennen. Es stellt sich die Frage, wer von den beiden tatsächlich im Schatten des anderen stand?  Richard Wagner selbst schrieb in einer Anwandlung von Selbstkritik: „Arme Minna! Das Schicksal hat Dich an einen der seltsamsten Menschen gebracht!“ – und zwar in einem Brief aus dem Jahr 1864, also lange nach ihrer Trennung. „Buchbesprechung: Eva Rieger „Minna und Richard Wagner. Stationen einer Liebe“
klassik-begeistert.de, 15. August 2024“
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Den Ring muss ich haben: dieses Buch zeigt eine große Bandbreite der Themenauswahl und der verschiedenen Blickwinkel auf Wagners Werk

Reto Weiler (Hrsg.)

»Den Ring muss ich haben«

Multiperspektivische Annäherung an Richard Wagners
Ring des Nibelungen

218 Seiten
ISBN: 978-3-8260-7630-5

Verlag Königshausen & Neumann

von Axel Wuttke

Der im Februar 2017 begonnene und 2019 vollendete Ring am Oldenburgischen Staatstheater konnte erst, Corona-bedingt, 2022 in drei Zyklen komplett aufgeführt werden. Die von Publikum und Kritik bejubelte Inszenierung von Paul Esterhazy war der erste vollständige Ring in Oldenburg, vorherige Produktionen konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht zu Ende geführt werden.

Anfang 2024 gab es noch drei Aufführungen der Walküre, ich habe für Klassik begeistert darüber berichtet, sozusagen als letzte Möglichkeit, sich von diesem für Oldenburg so wichtigen und überregional mit begeisterter Anteilnahme aufgenommenem Ring zu verabschieden. „Buchbesprechung: »Den Ring muss ich haben« Multiperspektivische Annäherung an Richard Wagners Ring des Nibelungen
klassik-begeistert.de, 17. Juli 2024“
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„Die Zauberflöte“ überschreitet das Zeitalter von Licht und Vernunft

Das Buchcover © Verlag C.H. Beck oHG

Buchbesprechung:

Laurenz Lütteken,  „Die Zauberflöte. Mozart und der Abschied von der Aufklärung“

Verlag C.H. Beck oHG, München 2024
ISBN 978 3 406 81502 7

von Jolanta Łada-Zielke

Dieses Buch erschien im März 2024 und ein paar Musikkritiker haben es bereits rezensiert, und auch ich habe beschlossen, meinen Standpunkt dazu darzulegen. Die Lektüre ist nicht leicht, weil diese Publikation viele Fakten, Namen, Anspielungen und Zitate enthält. Der Leser muss zumindest über ein Grundwissen in diesem Bereich verfügen. Die Publikation bereichert jedoch in hohem Maße das Wissen über Mozarts letzte Oper, die Umstände ihrer Entstehung, ihre spätere Rezeption und vor allem ihre Einordnung in den kulturellen Kontext der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. „Buchbesprechung: „Die Zauberflöte. Mozart und der Abschied von der Aufklärung“ von Laurenz Lütteken
klassik-begeistert.de, 28. Mai 2024“
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Anton Bruckners Leben wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet

Bildquelle: Verlag Anton Pustet

Buchbesprechung:

Für alle an dem Komponisten, aber auch dem Menschen Anton Bruckner Interessierten, bietet diese Publikation umfangreiche Informationen. Der unterschiedliche Zugriff der einzelnen Autoren auf Bruckner macht das Buch besonders interessant und informativ. Es stellt eine wichtige Bereicherung der Bruckner-Literatur dar und kann uneingeschränkt empfohlen werden!

Anton Bruckner
Eine Biografie

Verlag Anton Pustet

von Peter Sommeregger

Der bevorstehende 200. Geburtstag des Komponisten Anton Bruckner wirft auch auf dem Buchmarkt seinen Schatten voraus. Neue Publikationen über den oberösterreichischen Musiker sind sehr willkommen, ist doch seine zwischen Genialität und Naivität schwankende Persönlichkeit immer wieder Anlass zu neuen Deutungsversuchen. „Buchbesprechung: Anton Bruckner Eine Biografie
klassik-begeistert.de, 23. Mai 2024“
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„…dem Irdischen noch verbunden und doch schon fast ins Himmlische entrückt“ – Hanjo Kesting, Vorklang des Paradieses – Musikalische Streifzüge

Buchbesprechung:

Hanjo Kesting, Vorklang des Paradieses – Musikalische Streifzüge

Wehrhahn-Verlag, Hannover 2024, 589 S., € 34,00
ISBN: 978-3-98859-029-9

Wie klingt das Paradies? Werden dort Vögel singen?

von Dr. Andreas Ströbl

Man mag es mit kindlicher Phantasie glauben, wenn man das Titelbild von Hanjo Kestings neuestem Buch, „Vorklang des Paradieses – Musikalische Streifzüge“, betrachtet. Der Autor hat sich für das nach 1606 gemalte „Vogelkonzert“ von Jan Brueghel d. Ä. entschieden, um dem ins selige Jenseits weisenden Buchtitel ein optisches Äquivalent zu geben. „Buchbesprechung: Hanjo Kesting, Vorklang des Paradieses, Musikalische Streifzüge
klassik-begeistert.de, 7. Mai 2024“
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Auch nach der Lektüre von Lüttekens „Zauberflöte“ bleiben viele Fragen offen

Buchbesprechung:

Lüttekens Ausführungen sind zweifellos verdienstvoll. Entstanden ist aber ein Buch, das mehr Fragen offen lässt, als es beantwortet.

Laurenz Lütteken
Die Zauberflöte

Mozart und der Abschied von der Aufklärung

C.H. Beck

von Peter Sommeregger

Mozarts letzte Oper, nur gut zwei Monate vor seinem frühen Tod 1791 in Wien uraufgeführt, schlägt an Popularität praktisch jedes andere Werk des Musiktheaters. Ebenso lange wird über die Gründe für diese Popularität und verschiedene Aspekte seiner Handlung gerätselt, spekuliert, und vor allem publiziert. „Buchbesprechung: Laurenz Lütteken, Die Zauberflöte
klassik-begeistert.de, 6. Mai 2024“
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Arnold Schönberg reiht sich endgültig unter die etablierten Komponisten ein

Buchrezension:

Schönberg Handbuch

Meyer/Muxeneder/Scheideler (Hg.)

Metzler
Bärenreiter

von Peter Sommeregger

Der Komponist Arnold Schönberg galt bis vor nicht allzu langer Zeit als enfant terrible der jüngeren Musikgeschichte, die von ihm entwickelte Zwölftontechnik stieß auf wenig Gegenliebe beim Konzertpublikum. Die Uraufführungen mancher seiner Werke gerieten in Wien seinerzeit zum Skandal, und mussten abgebrochen werden. „Buchrezension: Schönberg Handbuch, Meyer/Muxeneder/Scheideler (Hg.)
klassik-begeistert.de, 7. April 2024“
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Beim Lesen dieses Buchs erklingt die Musik im Hintergrund

Foto: Cover des Buches „Die Psalmen in ihrer Urgestalt. Rekonstruiert und erklärt von Christoph Levin und Reinhard Müller“ 

Buchbesprechung:

„Die Psalmen in ihrer Urgestalt“
Rekonstruiert und erklärt von Christoph Levin und Reinhard Müller

Verlag C.H. Beck, München 2024

ISBN 978 3406 81359 7


von Jolanta Łada-Zielke

In ihrer heutigen Form sind die Psalmen Zeugnisse des Judentums der hellenistischen Epoche und König David gilt als ihr Verfasser. Christoph Levin und Reinhard Müller stellen ihre Urfassungen dar, die aus der Zeit der Könige Israels und Judas stammen. Die zwei Wissenschaftler erklären die ursprüngliche Funktion dieser Gebete in Königspalast und Tempel. Ihre Forschungen zeigen, dass es ähnlich formulierte Hymnen und Lieder auch in Ugarit, Babylonien, Ägypten sowie in Assyrien und Phönizien gab. Solche Gebete richtete man in heidnischen Kulturen nicht nur an ein einen Gott, sondern auch an eine Göttin (Ischtar, Anat) im Gegensatz zur patriarchalischen jüdischen Religion. „Buchbesprechung: „Die Psalmen in ihrer Urgestalt“
klassik-begeistert.de, 6. April 2024“
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