Krzysztof Bączyk: „Ich habe etwas von Leporello in mir“

Krzysztof Bączyk © Ksenia S. Photography

Krzysztof Bączyk begann seine Gesangsausbildung an der Jerzy-Kurczewski-Chorschule in Posen. Anschließend absolvierte er ein Gesangsstudium an der dortigen Ignacy-Jan-Paderewski-Musikhochschule und bildete sich an der Opernakademie des Teatr Wielki – Nationaloper weiter. Im Jahr 2011 debütierte er am Teatr Wielki in Posen als Pope in Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“.

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit dem polnischen Bass Krzysztof Bączyk

klassik-begeistert: Sie waren zwölf Jahre lang Mitglied des Posener Knabenchors „Polskie Słowiki“ (Polnische Nachtigallen). Was hat Sie dazu bewogen, eine Solokarriere einzuschlagen?

Krzysztof Bączyk: Der unmittelbare Anstoß war eine Sehnsucht nach dem Singen, die ich nach einer einjährigen Pause verspürte. Ich besuchte nämlich eine Grundschule, die mit einem Gymnasium verbunden war [1]. Nach dem Unterricht fanden dort Chorproben statt, sodass ich dreimal wöchentlich von acht Uhr morgens bis sieben Uhr abends in der Schule verbrachte. Es kamen natürlich öffentliche Auftritte und Konzertreisen hinzu. Oft beneidete ich meine Freunde aus der Nachbarschaft, die nach der Schule Fußball spielen gingen und irgendwann hatte ich einfach genug von dieser Musik. Die Chorschule dauerte insgesamt neun Jahre. Danach habe ich an ein allgemeinbildendes Lyzeum gewechselt, doch schon nach einem Jahr habe ich das Singen vermisst. Deshalb bin ich mit meinen Bekannten zu einem Theater- und Musikfestival nach Bad Hersfeld gefahren, wo ich anschließend fünf Jahre in Folge im Festspielchor mitgewirkt habe.

„klassik-begeistert im Gespräch mit dem polnischen Bass Krzysztof Bączyk
klassik-begeistert.de, 23. Oktober 2026“
weiterlesen

Hai-Kyung Suh: „Nach 46 Jahren fühle ich mich mit der Paganini-Rhapsodie endlich wohl“ 

© Alpine Baek

Die Pianistin Hai-Kyung Suh gehört zu den gefeierten Künstlern der letzten Jahrzehnte. Als eine der ersten koreanischen Musikerinnen, die in Europa und den USA reüssierten, errang sie Spitzenpreise beim Busoni-Wettbewerb und beim ARD-Musikwettbewerb, spielte zahlreiche Aufnahmen für die Deutsche Grammophon und Decca ein und kehrte nach einer Krebserkrankung, die ihr Leben und ihre Laufbahn beinahe beendet hätte, auf die großen Bühnen wie den Barbican Center, den Seoul Arts Center, der Berliner Philharmonie und der Carnegie Hall, wo sie im Oktober dieses Jahres ein von Publikum und Presse umjubeltes Solorezital spielte, zurück.

Im zweiten Teil unseres Interviews spricht sie über ihr neustes Konzertprogramm, Martha Argerich und ihre Pläne für die nächste Zeit ihrer bereits fünfzigjährigen Karriere.

Johannes Karl Fischer im Interview mit Hai-Kyung Suh, Teil II

klassik-begeistert: Frau Suh, Sie haben vor zwei Wochen in der Carnegie Hall ein Programm mit Brahms, Liszt und einer Uraufführung von Jeajoon Ryu gespielt. Was hat Sie zu diesem Programm inspiriert?

„kb im Gespräch mit der Pianistin Hai-Kyung Suh, Teil II
klassik-begeistert.de, 22. Oktober 2026“
weiterlesen

Hai-Kyung Suh: „Beim Busoni-Wettbewerb wusste man nicht mal, wo Korea liegt“, Teil I

© Kwi Sub Park

Die Pianistin Hai-Kyung Suh gehört zu den gefeierten Künstlern der letzten Jahrzehnte. Als eine der ersten koreanischen Musikerinnen, die in Europa und den USA reüssierten, errang sie Spitzenpreise beim Busoni-Wettbewerb und beim ARD-Musikwettbewerb, spielte zahlreiche Aufnahmen für die Deutsche Grammophon und Decca ein und kehrte nach einer Krebserkrankung, die ihr Leben und ihre Laufbahn beinahe beendet hätte, auf die großen Bühnen wie den Barbican Center, den Seoul Arts Center, der Berliner Philharmonie und der Carnegie Hall, wo sie im Oktober dieses Jahres ein von Publikum und Presse umjubeltes Solorezital spielte, zurück.

Im ersten Teil unseres Interviews spricht sie über ihre musikalischen Anfänge beim Besuch der Kasernen Südkoreas, Familiendruck und über die Carnegie Hall.  

Johannes Karl Fischer im Interview mit Hai-Kyung Suh, Teil I

klassik-begeistert: Frau Suh, Sie sind inzwischen seit sechzig Jahren Musikerin. Können Sie sich noch an Ihre erste Begegnung mit Musik und dem Klavier erinnern?

„kb im Gespräch mit der Pianistin Hai-Kyung Suh, Teil I
klassik-begeistert.de, 21. Oktober 2026“
weiterlesen

Andrzej Filończyk: „Auf der Bühne kann man viel Spaß haben“

Andrzej Filończyk © Wojciech Kubik

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit dem Bariton Andrzej Filończyk, dem Interpreten der Titelrolle in „Don Giovanni“ an der Hamburgischen Staatsoper.

Andrzej Filończyk absolvierte die Gesangsabteilung der Musikakademie in Breslau. Er nahm am Programm „Young Talents“ der Polnischen Nationaloper sowie am Internationalen Opernstudio in Zürich teil. 2016 wirkte er am „Young Singers Project“ der Salzburger Festspiele mit und sang dort 2017 die Partie des Gubetta in Donizettis „Lucrezia Borgia“. Sein Operndebüt gab er 2015 am Teatr Wielki in Posen als Tonio in Leoncavallos „Pagliacci“.

klassik-begeistert: Ihr musikalischer Weg begann mit Klavierspielen. Was hat Sie dazu bewogen, dieses Instrument zugunsten des Gesangs aufzugeben?

„kb im Gespräch mit Andrzej Filończyk, Bariton
Hamburgische Staatsoper, 20. Oktober 2026“
weiterlesen

Warum Maestro Afkham Kollege Kent Nagano keine Tipps gibt … Teil II

David Afkham © Gisela Schenker

David Afkham kehrt nach Hamburg zurück, privat wie beruflich. In der wunderschönen Laeiszhalle dirigiert der in Bayern lebende Maestro Beethoven und Brahms, in der Hamburgischen Staatsoper sieht er mit Frau und Kindern Humperdinck, Ravel und Strawinsky. Dies nicht zuletzt, weil seine Gattin, die Sopranistin Christiane Karg, dort Mitglied im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Hamburg war. Im Vorfeld des Konzerts haben wir über Glück hoch zwei, Kent Nagano und Meister Johannes gesprochen. Wir erfahren außerdem, was Maestro Afkham sonst noch in Hamburg macht.

Jörn Schmidt im Gespräch mit David Afkham (Teil 2)

klassik-begeistert:  Ihre Position als Chef des Orquesta y Coro Nacionales de España in Madrid haben Sie an Kent Nagano weitergereicht. Welche Tipps haben Sie dem Kollegen mit auf den Weg gegeben? 

David Afkham: Wir haben uns tatsächlich schon vor seiner Berufung kollegialiter ausgetauscht … Ich möchte das indes nicht Tipps nennen, sondern einen freundschaftlichen Austausch wie in jedem anderen Job auch. Wie die Musiker denken und fühlen, wer Ansprechpartner ist, Aufgaben jenseits der Musik. Unter anderem darüber haben wir gesprochen. Auch über potentielle Fettnäpfchen, in die man nicht treten möchte … 

„kb im Gespräch mit Maestro David Afkham, Dirigent, Teil II
klassik-begeistert.de, 20. Oktober 2026“
weiterlesen

Wann Maestro Afkham doch mal die Hutschnur platzen könnte …Teil I

David Afkham © Gisela Schenker

David Afkham kehrt nach Hamburg zurück, privat wie beruflich. In der wunderschönen Laeiszhalle dirigiert der in Bayern lebende Maestro Beethoven und Brahms, in der Hamburgischen Staatsoper sieht er mit Frau und Kindern Humperdinck, Ravel und Strawinsky. Dies nicht zuletzt, weil seine Gattin, die Sopranistin Christiane Karg, dort Mitglied im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Hamburg war. Im Vorfeld des Konzerts haben wir unter anderem über Humanismus, fliegende Partituren und seinen Mentor Bernard Haitink (1929-2021) gesprochen.

 Jörn Schmidt im Gespräch mit David Afkham (Teil 1)

klassik-begeistert: Bernard Haitink beschrieben in einem Satz, wie würden Sie Ihren Mentor charakterisieren?

David Afkham: Er war ein großer Meister, ein musikalischer Vater – auch jenseits von Musik und Konzertsaal … Aber selbst das greift viel zu kurz, Bernard Haitink passt nicht in einen Satz. Unbedingt hinzusetzen möchte ich noch, dass ich von ihm eine Art des Dirigierens gelernt habe, die heute immer mehr verloren geht. Keine Effekthascherei, statt dessen strukturelle Klarheit, immer auf der Suche nach Wahrheit, ein Führen von Innen. Auch auf psychologischer Ebene war er ein großartiger Mentor.

„kb im Gespräch mit Maestro David Afkham Dirigent, Teil I
klassik-begeistert.de, 19. Oktober 2026“
weiterlesen

Wir haben „Ja“ gesagt – und dann gemeinsam in „Don Giovanni“ gesungen

Kady Evanyshyn und Hubert Kowalczyk © Maximilian Probst/Hamburgische Staatsoper

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit Kady Evanyshyn und Hubert Kowalczyk, die an der Hamburgischen Staatsoper Zerlina und Masetto in Mozarts „Don Giovanni“ gesungen haben.

Kady Evanyshyn wurde in Winnipeg, Kanada, geboren und studierte Gesang an der Juilliard School of Music in New York bei Edith Wiens. Sie absolvierte Programme am Aspen Music Festival, an der Young Artists Vocal Academy der Houston Grand Opera, und an der Music Academy of the West sowie bei Classic Lyric Arts. Ab 2019 war sie Mitglied des Internationalen Opernstudios der Hamburgischen Staatsoper, bevor sie in das feste Ensemble des Hauses übernommen wurde.

Hubert Kowalczyk wurde in Radom (Polen) geboren und studierte Gesang an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Von 2016 bis 2019 war er Mitglied der Opernakademie am Teatr Wielki-Nationaloper in Warschau. Noch während seines Studiums wurde er 2019 in das Internationale Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper aufgenommen und ging anschließend in deren Ensemble über. Gastengagements führten ihn unter anderem an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin, das Opernhaus Zürich, das Theater Basel und zu den Bregenzer Festspielen.

klassik-begeistert: Wie ist es, eine Woche nach der eigenen Hochzeit gemeinsam auf der Bühne zu stehen?

Hubert: Es ist ein wirklich besonderes Gefühl, denn wir haben uns vor sieben Jahren – 2019 – im Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper kennengelernt. Obwohl wir schon in vielen Produktionen mitgewirkt haben, standen wir bisher noch nie gleichzeitig gemeinsam auf der Bühne. Ich glaube, es ist der Traum eines jeden Sängerpaares, zusammen aufzutreten – besonders in Rollen wie Zerlina und Masetto, oder Pamina und Tamino. Da haben wir wirklich großes Glück, und viele unserer Kollegen beneiden uns ein wenig (lacht). Ich empfinde es als ein echtes Privileg, gemeinsam auf der Bühne zu stehen und Teil des Ensembles der Hamburgischen Staatsoper zu sein.

„kb im Gespräch mit Kady Evanyshyn und Hubert Kowalczyk
Hamburgische Staatsoper, 16. Oktober 2026“
weiterlesen

Étienne Dupuis: „Wenn ich nicht spielen könnte, würde ich wahrscheinlich aufhören zu singen“

Étienne Dupuis © Tim Weiler

Étienne Dupuis empfängt mich in den Garderoben der Wiener Staatsoper. Dort singt der Frankokanadier in dieser Saison Verdis Posa sowohl im italienischen Don Carlo als auch im französischen Don Carlos. Mit Klassik begeistert spricht der 47-Jährige über Regisseure, Haartransplantation, Kritiken, seine Frau Nicole Car – und darüber, warum ausgerechnet Billy Joel mitverantwortlich dafür ist, dass Dupuis heute Opernsänger ist.

Interview: Jürgen Pathy

klassik-begeistert: Herr Dupuis, Sie haben im Gespräch einen bemerkenswerten Satz gesagt: Wenn Sie nicht spielen könnten, würden Sie wahrscheinlich aufhören zu singen. Ist das Schauspiel für Sie tatsächlich so wichtig?

Étienne Dupuis: Ja. Singen allein ist für mich nicht interessant genug. Gesang und Schauspiel gehören für mich zusammen. Wenn ich eine Rolle bekomme, bei der ich das Gefühl habe, dass die Figur nicht interessant zu spielen ist, frage ich mich tatsächlich, ob ich sie überhaupt machen sollte. Ich liebe das Schauspiel. Ich weiß nicht genau, warum. Das ist einfach ein Teil von mir.

„Interview: kb im Gespräch mit Étienne Dupuis, Bariton
klassik-begeistert.de, 9. Oktober 2026“
weiterlesen

Michael Schade: „Die Chance, wirklich mit Freunden zu arbeiten, ist was ganz Besonderes!“

Michael Schade © Andreas Ströbl

Der Deutsch-Kanadier Michael Schade ist einer der führenden Tenöre unserer Zeit. Er singt an den wichtigsten Opern- und Konzerthäusern in Europa, Nordamerika, Asien und Australien. Besonders geprägt hat ihn die Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt. Schade arbeitet mit Dirigenten wie Simon Rattle, Christian Thielemann, Franz Welser-Möst oder Simone Young zusammen. Die Wiener Staatsoper und die Salzburger Festspiele sind wichtige Stationen in Schades Leben und Schaffen. Aktuell singt er die Titelrolle in Mozarts „Idomeneo“ in Lübeck.

Das Gespräch führten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl

klassik-begeistert: Lieber Michael, du singst weltweit an den größten und renommiertesten Häusern überhaupt. Wie kommst du nach Lübeck?

Michael Schade: Die Antwort ist ganz einfach: durch Stefan Vladar [Anm. d. Red.: GMD und Operndirektor Stefan Vladar holt regelmäßig große Stimmen, berühmte Solisten und Regisseure nach Lübeck].

„kb im Gespräch mit dem Tenor Michael Schade
klassik-begeistert.de, 4. Oktober 2026“
weiterlesen

„Das meiste passiert innerhalb der Musik“ – Interview mit dem Tenor Benjamin Bruns

Foto: Benjamin Bruns © Andreas Ströbl

Der Tenor Benjamin Bruns (Jahrgang 1980) begann seine Laufbahn als Alt-Solist im Knabenchor Hannover, seiner Heimatstadt. Er absolvierte eine private Gesangsausbildung bei Peter Sefcik und studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Renate Behle. Bruns sang zunächst lyrische Partien, wie Mozart-Rollen, und wechselte erfolgreich zu heldischen Partien wie Max (Der Freischütz), Florestan (Fidelio) oder Lohengrin. Der Sänger tritt weltweit an großen Häusern auf, darunter an der Bayerischen Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin, der Metropolitan Opera in New York sowie bei den Bayreuther Festspielen. Benjamin Bruns ist ebenso als gefragter Oratorien- und Liedsänger in bedeutenden Konzertsälen aktiv und arbeitete mit renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern zusammen.

Das Gespräch führten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl

„Interview: kb im Gespräch mit Benjamin Bruns, Tenor
klassik-begeistert.de, 25. September 2026“
weiterlesen