Étienne Dupuis: „Wenn ich nicht spielen könnte, würde ich wahrscheinlich aufhören zu singen“

Étienne Dupuis © Tim Weiler

Étienne Dupuis empfängt mich in den Garderoben der Wiener Staatsoper. Dort singt der Frankokanadier in dieser Saison Verdis Posa sowohl im italienischen Don Carlo als auch im französischen Don Carlos. Mit Klassik begeistert spricht der 47-Jährige über Regisseure, Haartransplantation, Kritiken, seine Frau Nicole Car – und darüber, warum ausgerechnet Billy Joel mitverantwortlich dafür ist, dass Dupuis heute Opernsänger ist.

Interview: Jürgen Pathy

klassik-begeistert: Herr Dupuis, Sie haben im Gespräch einen bemerkenswerten Satz gesagt: Wenn Sie nicht spielen könnten, würden Sie wahrscheinlich aufhören zu singen. Ist das Schauspiel für Sie tatsächlich so wichtig?

Étienne Dupuis: Ja. Singen allein ist für mich nicht interessant genug. Gesang und Schauspiel gehören für mich zusammen. Wenn ich eine Rolle bekomme, bei der ich das Gefühl habe, dass die Figur nicht interessant zu spielen ist, frage ich mich tatsächlich, ob ich sie überhaupt machen sollte. Ich liebe das Schauspiel. Ich weiß nicht genau, warum. Das ist einfach ein Teil von mir.

„Interview: kb im Gespräch mit Étienne Dupuis, Bariton
klassik-begeistert.de, 9. Oktober 2026“
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Michael Schade: „Die Chance, wirklich mit Freunden zu arbeiten, ist was ganz Besonderes!“

Michael Schade © Andreas Ströbl

Der Deutsch-Kanadier Michael Schade ist einer der führenden Tenöre unserer Zeit. Er singt an den wichtigsten Opern- und Konzerthäusern in Europa, Nordamerika, Asien und Australien. Besonders geprägt hat ihn die Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt. Schade arbeitet mit Dirigenten wie Simon Rattle, Christian Thielemann, Franz Welser-Möst oder Simone Young zusammen. Die Wiener Staatsoper und die Salzburger Festspiele sind wichtige Stationen in Schades Leben und Schaffen. Aktuell singt er die Titelrolle in Mozarts „Idomeneo“ in Lübeck.

Das Gespräch führten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl

klassik-begeistert: Lieber Michael, du singst weltweit an den größten und renommiertesten Häusern überhaupt. Wie kommst du nach Lübeck?

Michael Schade: Die Antwort ist ganz einfach: durch Stefan Vladar [Anm. d. Red.: GMD und Operndirektor Stefan Vladar holt regelmäßig große Stimmen, berühmte Solisten und Regisseure nach Lübeck].

„kb im Gespräch mit dem Tenor Michael Schade
klassik-begeistert.de, 4. Oktober 2026“
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„Das meiste passiert innerhalb der Musik“ – Interview mit dem Tenor Benjamin Bruns

Foto: Benjamin Bruns © Andreas Ströbl

Der Tenor Benjamin Bruns (Jahrgang 1980) begann seine Laufbahn als Alt-Solist im Knabenchor Hannover, seiner Heimatstadt. Er absolvierte eine private Gesangsausbildung bei Peter Sefcik und studierte an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Renate Behle. Bruns sang zunächst lyrische Partien, wie Mozart-Rollen, und wechselte erfolgreich zu heldischen Partien wie Max (Der Freischütz), Florestan (Fidelio) oder Lohengrin. Der Sänger tritt weltweit an großen Häusern auf, darunter an der Bayerischen Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden, der Deutschen Oper Berlin, der Metropolitan Opera in New York sowie bei den Bayreuther Festspielen. Benjamin Bruns ist ebenso als gefragter Oratorien- und Liedsänger in bedeutenden Konzertsälen aktiv und arbeitete mit renommierten Orchestern wie den Berliner Philharmonikern zusammen.

Das Gespräch führten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl

„Interview: kb im Gespräch mit Benjamin Bruns, Tenor
klassik-begeistert.de, 25. September 2026“
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Lena Kutzner: „Ich habe Glück, ich darf meinen Kopf behalten“

Lena Kutzner © Marie Liebig

„Die deutsche Sopranistin Lena Kutzner zählt zu den profilierten Sängerinnen ihres Fachs. Ihr künstlerischer Schwerpunkt liegt im deutschen und spätromantischen Repertoire, insbesondere in den großen Partien von Richard Wagner und Richard Strauss. Zu ihren zentralen Rollen gehören Isolde, Senta, Elsa, Elisabeth, Salome, Chrysothemis und Agathe.

Nach ihrem festen Engagement am Staatstheater Meiningen (2021–2024), wo die gebürtige Hannoveranerin sich mit Partien wie Isolde, Senta, Elsa, Elisabeth und Salome nachhaltig profilierte, ist sie regelmäßig als Gast an bedeutenden Opernhäusern zu erleben. Wichtige Debüts führten sie u.a. an die Deutsche Oper am Rhein, das Theater Lübeck sowie an die National Opera Seoul, wo sie in der Spielzeit 2024/25 ihr Korea-Debüt als Elisabeth in Wagners Tannhäuser gab“.

Das Gespräch führten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl

„Lena Kutzner, deutsche Sopranistin im Gespräch
klassik-begeistert.de, 24. September 2026“
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Daniel Hope: „Gstaad ist so viel mehr als nur ein Job“

Daniel Hope in Saanen Menuhin Center © Bailey Davidson

Für Daniel Hope ist die Intendanz beim Menuhin Festival Gstaad eine Herzensangelegenheit. Yehudi Menuhin war sein Mentor, Gstaad seine zweite Heimat. Als ich den 53-jährigen Stargeiger in der Bibliothek des Ermitage Wellness- & Spa-Hotels in Schönried-Gstaad treffe, kommt er gerade von den Proben. Sein Terminkalender ist voll, seit dem 1. November 2025 leitet er das Festival.

Mit klassik begeistert sprach er über Yehudi Menuhin, die Schönheit des Unvollkommenen, seinen Weg nach Gstaad – und über seine irischen Wurzeln, die er in einer Doku wie folgt beschrieben hat:

„Ich wurde geboren in Südafrika, ich bin aufgewachsen in England, ich wohne in Deutschland – aber Irland begleitet mich schon mein ganzes Leben.“

„kb im Gespräch mit Daniel Hope, Geiger und Festivalintendant des Menuhin Festival Gstaad
klassik-begeistert.de, 19. August 2026“
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Long Long kehrt zurück nach Bregenz – zwischen Wind und Spiegeln, Teil II

Bregenz La traviata © Christian Lins

Im Sommer 2026 kehrte der chinesische Tenor Long Long auf die Seebühne der Bregenzer Festspiele zurück – diesmal als Alfredo in Verdis La traviata.

Als erster chinesischer Sänger, der den internationalen Gesangswettbewerb „Neue Stimmen“ gewann, ist er auf bedeutenden Opernbühnen weltweit aufgetreten, darunter an der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House in London und an der Bayerischen Staatsoper in München. Nach seinem Auftritt als Herzog von Mantua in Rigoletto im Jahr 2021 war seine Rückkehr nach Bregenz eine besondere Wiederbegegnung mit einem Ort, der ihm bereits vertraut war – diesmal inmitten der zerbrochenen Spiegelwelt der Seebühne.

An der Seebühne spricht Long Long mit Feng Getong, Doktorandin der Neueren deutschen Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

„Interview: kb im Gespräch mit dem Tenor Long Long, Teil II
klassik-begeistert.de, 7. August 2026“
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Long Long kehrt zurück nach Bregenz – zwischen Wind und Spiegeln, Teil I

Bregenz La traviata © Christian Lins

Im Sommer 2026 kehrte der chinesische Tenor Long Long auf die Seebühne der Bregenzer Festspiele zurück – diesmal als Alfredo in Verdis La traviata.

Als erster chinesischer Sänger, der den internationalen Gesangswettbewerb „Neue Stimmen“ gewann, ist er auf bedeutenden Opernbühnen weltweit aufgetreten, darunter an der Metropolitan Opera in New York, am Royal Opera House in London und an der Bayerischen Staatsoper in München. Nach seinem Auftritt als Herzog von Mantua in Rigoletto im Jahr 2021 war seine Rückkehr nach Bregenz eine besondere Wiederbegegnung mit einem Ort, der ihm bereits vertraut war – diesmal inmitten der zerbrochenen Spiegelwelt der Seebühne.

An der Seebühne spricht Long Long mit Feng Getong, Doktorandin der Neueren deutschen Literatur an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

„Interview: kb im Gespräch mit dem Tenor Long Long, Teil I
klassik-begeistert.de, 6. August 2026“
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„Die Arbeit in Bayreuth ist wie der schönste Urlaub“

Natalia Skrycka, Foto: privat

Natalia Skrycka (Mezzosopran) schloss ihr Gesangstudium der Karol-Szymanowski-Musikhochschule in Katowice bei Prof. Agata Kobierska mit Auszeichnung ab. Noch während ihres Studiums debütierte sie in Ravels L’enfant et les sortilèges an der Oper in Bydgoszcz. Außerdem nahm sie an Meisterkursen bei Ingrid Kremling, Anita Garanča, Karolina Brachman und Helen Donath teil. Sie ist Preisträgerin der internationalen Gesangswettbewerbe Leoš Janáček, Ada Sari und Andrzej Hiolski.

Bei den Bayreuther Festspielen 2026 sang sie die Wellgunde und Rossweisse in Der Ring des Nibelungen sowie den Zweiten Knappen und eines der Blumenmädchen in Parsifal.

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit der polnischen
Mezzosopranistin Natalia Skrycka

klassik-begeistert: Haben Sie davon geträumt, in Bayreuth zu singen?

Natalia Skrycka: Das war mein Traum, seit ich in Berlin zu arbeiten begann, als man mich vor allem in Opern von Wagner und Strauss besetzt hat. Mit der Zeit habe ich diese Musik lieben gelernt und hatte irgendwo im Hinterkopf den Gedanken, eines Tages an den Bayreuther Festspielen teilzunehmen. Als ich erfuhr, dass man dort eine Sängerin für die Rolle der Wellgunde sucht, kam ich zum Vorsingen und hatte Erfolg.

„Interview: kb im Gespräch mit Mezzosopranistin Natalia Skrycka
klassik-begeistert.de, 5. August 2026“
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Anna Hüdepohl: „Beim Unterrichten entdeckt man immer einen neuen Winkel“  , Teil II

©Anna Hüdepohl, Foto: Helle Thede Johansen

Die aus Schleswig-Holstein stammende Akkordeonistin Anna Hüdepohl studierte klassisches Akkordeon in Aarhus, schloss ihr Studium 2006 ab und lebt seitdem auf den Färöern. Neben ihrer Tätigkeit als Akkordeonlehrerin ist sie auch als Musikerin aktiv und veröffentlichte mehrere CDs. Im zweiten Teil unseres Interviews spricht sie über das lebendige Musikleben auf den Färöern, warum diese Inselgruppe im Nordatlantik auch „the land of maybe“ genannt werden und natürlich über ihre 2025  erschienene Akkordeonschule.   

Johannes Karl Fischer im Interview mit  Anna Hüdepohl

klassik-begeistert:  Frau Hüdepohl, Welche Herausforderungen bringt das Musizieren auf den Färöern mit sich?

Anna Hüdepohl: Es ist toll, hier als Musikerin zu leben und zu arbeiten. Die Musik hat einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft, und die Färinger sind stolz auf ihre Musikschule. Hier leben sehr viele professionelle Musiker sehr dicht zusammen, und alle sind hochmotiviert.  Man geht zwei Straßen weiter und fragt „Wollen wir eine Band gründen?“ und dann gründet man eben eine Band.  Die Musikszene ist breit gefächert – von Sinfonieorchester über Jazz und Folklore, Chören und Countrymusik bis zu Heavy Metal Bands gibt es hier fast alles.  Man kann eigentlich jeden Tag ein Konzert besuchen. „kb im Gespräch mit Anna Hüdepohl Akkordeonistin, Teil II
klassik-begeistert.de, 4. August 2026“
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Anna Hüdepohl: „Das Akkordeon ist ein sehr geselliges Instrument“, Teil I    

© Anna Hüdepohl, Foto: Helle Thede Johansen

Die aus Schleswig-Holstein stammende Akkordeonistin Anna Hüdepohl studierte klassisches Akkordeon in Aarhus, schloss ihr Studium 2006 mit dem Solistenexamen ab und lebt seitdem auf den Färöern im Nordatlantik. Neben ihrer Tätigkeit als Akkordeonlehrerin ist sie auch als Musikerin aktiv und veröffentlichte mehrere Alben. Im ersten Teil unseres Interviews spricht sie über den Unterricht an der färöischen Musikschule, Kettentanz und natürlich über ihr Album mit klassischer Musik für Akkordeon und Violine.   

Johannes Karl Fischer im Interview mit Anna Hüdepohl  

klassik-begeistert: Frau Hüdepohl, Sie sind Akkordeonistin und leben auf den Färöern. Was hat sie dorthin gezogen?

Anna Hüdepohl: Ich bin immer der Musik gefolgt – erst zog es mich nach Dänemark, um an der Musikhochschule in Aarhus klassisches Akkordeon zu studieren. Dort wurde ich 2004 Diplommusiklehrerin und habe dann noch zwei Jahre lang die Solistenklasse besucht, die ich 2006 abschloss.  Ich hatte immer ein festes Ziel vor Augen – ich wollte unbedingt von meiner Ausbildung leben und damit meinen Lebensunterhalt verdienen. „kb im Gespräch mit Anna Hüdepohl Akkordeonistin, Teil I
klassik-begeistert.de, 2. August 2026“
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