Klassik und Kultur in Zeiten der Krise: Was hören, was bewegt, was lesen und was sehen die LeserInnen von klassik-begeistert.de?

Verdienter Schlussapplaus für alle Beteiligten im Großen Saal der Elbphilharmonie, Symphonischer Chor Hamburg, 23. Februar 2020, César Franck, Les Béatitudes. Foto: Ulrich Poser (c)

Dr. Lorenz Kerscher schreibt aus Penzberg (Bayern):

„Lieber Herr Schmidt,

auf Ihre Fragen bei „Klassik begeistert“ könnte ich Romane schreiben. Da Sie hoffentlich viele Zuschriften bekommen, versuche ich mich kurz zu fassen.

Meine Interessen verteilen sich gleichmäßig auf Oper, Oratorium, Symphonik, Liedkunst und Kammermusik. Ein wenig stilvoller Songwriterpop und Jazz darf auch gerne sein. Außerdem singe ich regelmäßig in einem Oratorienchor und pflege mit Freunden ein wenig Hausmusik.

Als häufiger Besucher der Bayerischen Staatsoper kenne ich auch einige der aufstrebenden Künstler an diesem Haus persönlich, wie z.B. Hanna-Elisabeth Müller, Okka von der Damerau, Selene Zanetti, Galeano Salas, Milan Siljanov etc.
So kam ich auf die Idee, über diese und auch Künstlerinnen und Künstler, die ich aus Videostreams von Aufführungen und Wettbewerben kenne, Artikel in Wikipedia zu schreiben. Das ist mittlerweile ganz schön ausgeufert, wie hier aufgelistet ist:
https://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Lorenz_kerscher

Oftmals habe ich dabei auch Artikel aus Klassik begeistert als Quellen benutzt, vielen herzlichen Dank dafür!

Am liebsten entdecke ich unbekannte Juwelen: selten gespielte Werke oder von den Medien zu wenig beachtete Künstler.

z.B.

– Moniuszkos humorvoll-patriotische Oper „Das Gespensterhaus“ – https://youtu.be/Wnh1XTyFZJo

– die 4. Symphonie von Franz Schmidt – https://youtu.be/w_fjFPhrKjw

– die engelsgleich singende Sopranistin Franziska Bobe mit Bachs Hochzeitskantate – https://www.youtube.com/playlist?list=PL9ukUDVOSZOes79-x4fX3Y4C_fa53A2zQ

Ich reise auch gerne mal etwas weiter, um Opernraritäten wie Janaceks Katja Kabanova, Smetanas Dalibor, Berliozs Trojaner oder Massenets Cendrillon live zu erleben und sammle selteneres Repertoire auf CD und DVD. So wird die Zeit nicht lange und auch der derzeitige schmerzliche Verzicht auf das Live-Erlebnis verkraftbar. Ich frage mich nur, was man für die Künstler tun kann, die jetzt existenzbedrohliche Verdienstausfälle hinnehmen müssen!

Das soll jetzt genügen, ansonsten könnte ich mir vorstellen, auch mal etwas für „Klassik begeistert“ zu schreiben!“

Herzliche Grüße
Dr. Lorenz Kerscher

klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at, 20. März 2020

… und wir möchten weiter gerne wissen: Wie holen Sie in diesen Tagen und Wochen, in denen nicht vieles ist wie früher, ein wenig Muße, Erbauung und Entspannung in Ihren Alltag?

Welche CDs hören Sie? Welche Streams und Fernsehsendungen sehen Sie? Welche Schallplatten spielen Sie? Was lesen Sie? Und welche Radiosendungen goutieren Sie?

Welche Komponisten begeistern Sie? Welche Einspielungen sprechen Sie an? Welche Opern und Konzerte schauen Sie sich an? … und was gibt Ihnen die Kultur, die Klassik und die Oper, die Musi – die seichte und die ernste – in dieser Zeit?

Schicken Sie Ihre Eindrücke, Impressionen, Beobachtungen, Hör- und Seherlebnisse bitte – gleich welcher Länge – an:

Wir suchen weitere schreibbegabte Klassikbegeisterte für den größten deutschsprachigen Klassik-Blog (google-Ranking). Machen Sie gerne mit in einem Team von 50 AutorInnen aus 7 Ländern.

Geben Sie gut auf sich acht und kommen Sie gut durch die nächste Zeit.

„Sprecht leise! Haltet Euch zurück!“ – Beethoven was perfectly right!

Ludwig van Beethoven, Fidelio

Libretto: Joseph Ferdinand von Sonnleithner, Stefan von Breuning und Georg Friedrich Treischke

„Sprecht leise! Haltet Euch zurück!
O welche Lust, in freier Luft
Den Atem leicht zu heben!
Nur hier, nur hier ist Leben.
Sprecht leise, haltet Euch zurück!“

von Dr. Holger Voigt

„Social Distancing“ beginnt im Kopf und damit mit dem Sprechen“

Die COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2)-Pandemie lässt gegenwärtig unser aller Leben in den Grundfesten erschüttern. Vielen Verantwortlichen, die noch Anfang Januar nahezu amüsiert auf China blickten und die dortigen Maßnahmen als heillos übertrieben ansahen und gebetsmühlenartig darauf hinwiesen, die „normale“ Grippe sei doch viel gefährlicher und tödlicher, ist mittlerweile ihre eigene Hybris im Hals stecken geblieben. „Gut aufgestellt“ waren wir sicher nie und Pandemiepläne für Grippe und SARS reichen eben nicht aus, wenn eine völlig neuartige Bedrohungslage aufkommt: Das Virus hält sich einfach nicht an Vorschriften und Regularien der Vergangenheit. „Social Distancing, Schutzmaßnahmen,
Leben in Zeiten der Krise“
weiterlesen

Spelzhaus Spezial 1: Corona – Life is Jazz. Mein Plädoyer für die Musik

Also bitte: Improvisiert, hört Musik, macht Musik, singt und tanzt daheim! Wenn Ihr Euch nicht wie die Italiener auf den Balkon traut, dann tut es wenigstens unter der Dusche. Das ist – soviel ich weiß – noch erlaubt.

von Petra Spelzhaus

Eigentlich würde ich heute Abend im Münchener  Jazzclub Unterfahrt sitzen und über das Konzert der genial-verrückten Schweizer Combo „Hildegard Lernt Fliegen“ schreiben. Fliegen ist gerade nicht angesagt in Zeiten des Coronavirus. „Spelzhaus Spezial 1: Corona – Life is Jazz. Mein Plädoyer für die Musik
Spelzhaus Spezial 1: Corona – Life is Jazz. Mein Plädoyer für die Musik“
weiterlesen

Lieses Klassikwelt 26: Zeit zum Üben

von Kirsten Liese

Lange habe ich über meine journalistische Arbeit mein Klavierspiel vernachlässigt. Das hat mich oft sehr bekümmert, denn bekanntlich verliert sich das, wenn man nicht mehr übt.

Die Corona-Krise bringt es mit sich, dass ich immerhin dafür nun wieder Zeit finde.

Ausgesucht habe ich mir zunächst zwei  meiner Lieblingsstücke: Bachs Choral  Jesus bleibet meine Freude   aus der Kantate Herz und Mund und Tat und Leben und das A-Dur Intermezzo von Johannes Brahms op.118. „Lieses Klassikwelt 26: Zeit zum Üben
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 27: Raus aus dem Hamsterrad!

Foto: Lichtpuenktchen / Pixabay

Immer mehr wird klar: Wir alle sind auf uns selbst zurück geworfen, selbst enge soziale Bindungen können in der gegenwärtigen Situation nur begrenzt gepflegt werden. Selbstgenügsamkeit ist in der Generation Instagram & Co. keine weit verbreitete Eigenschaft, wäre aber ein probates Mittel gegen die nun einsetzende Frustration.

von Peter Sommeregger

Was derzeit weltweit geschieht, ist seit dem Zweiten Weltkrieg ohne Beispiel. Ganze Staaten beginnen sich abzuschotten, das öffentliche Leben kommt mehr und mehr zum Erliegen. Wer hätte so etwas in Friedenszeiten gedacht? Der Virus, der uns das eingebrockt hat, schreibt derzeit Geschichte und wir erleben sie staunend mit. „Sommereggers Klassikwelt 27: Raus aus dem Hamsterrad!“ weiterlesen

Klassik und Kultur in Zeiten der Krise: Was hören, was bewegt, was lesen und was sehen die LeserInnen von klassik-begeistert.de?

Foto: de.dawanda.com (c)

Liebe Leserinnen und Leser,

… eine „Aus-Zeit“ in diesen turbulenten Zeiten…

Das Team von klassik-begeistert.de hofft sehr, Sie sind gesund und wohlauf….

… und wir möchten gerne wissen: Wie holen Sie in diesen Tagen und Wochen, in denen nicht vieles ist wie früher, ein wenig Muße, Erbauung und Entspannung in Ihren Alltag?

Welche CDs hören Sie? Welche Streams und Fernsehsendungen sehen Sie? Welche Schallplatten spielen Sie? Was lesen Sie? Und welche Radiosendungen goutieren Sie? „Klassik und Kultur in Zeiten der Krise – LeserInnen-Aufruf
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Leben in Zeiten der Krise: "Hamsterkäufer" ist für mich das Unwort des Jahres

Leben in Zeiten der Krise – klassik-begeistert-AutorInnen berichten….

Foto: klassik-begeistert.de-Herausgeber Andreas Schmidt bei HOFER (ALDI) in Wien am 16. März 2020

Wien, 5. Bezirk, 16. März 2020, 7 Uhr.

Morgens lese ich bei www.spiegel.de folgende Meldung:

„In Österreich wird das öffentliche Leben weiter drastisch eingeschränkt. Das Land müsse wegen der Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 auf Notbetrieb heruntergefahren werden, teilte Bundeskanzler Sebastian Kurz auf Twitter mit. Für das ganze Land wurden zudem ab sofort Ausgangsbeschränkungen verhängt, erklärte Kurz der Nachrichtenagentur APA. Es gebe schon ab Sonntag Polizeikontrollen. Größere Gruppen, die sich etwa auf Spielplätzen ansammeln, würden aufgefordert, nach Hause zu gehen.

Kurz präzisierte damit einen neuen Maßnahmenkatalog vom Vormittag. Für Ausnahmen, das Haus zu verlassen, solle es nur drei Gründe geben: je nach Beruf nicht aufschiebbare Arbeit, notwendige Besorgungen oder Hilfe für andere Menschen. ‚Wer im dringenden Fall ins Freie möchte, der darf das ausschließlich alleine machen oder mit den Personen, mit denen er in der Wohnung gemeinsam zusammenlebt’, teilte er auf Twitter mit.“

Na dann mache ich doch mal eine „notwendige Besorgung“. Auf zum HOFER, so heißt im Land der Berge ALDI.

Um 7.40 Uhr stehen schon 50 Menschen vor der Hofer-Filiale in der Nikolsdorfergasse 7-11… Die Filiale öffnet mit 5 Minuten Verspätung. Die Leute haben es sehr eilig, drängeln aneinander vorbei. Nur wenige tragen Mundschutz, die Kassiererinnen auch nicht. Viele Waren sind nicht aufgefüllt worden…. Viele Ölsorten, Dosen mit Fertiggerichten, Mehl, Fisch – Fehlansage… Am Freitag und Samstag hatten die Leute viel eingekauft. „Leben in Zeiten der Krise: „Hamsterkäufer“ ist für mich das Unwort des Jahres“ weiterlesen