GANYMED öffnet die Wunden des Spiegelgrunds

Otto Wagner Areal © STADTpsychologie / Jasper Brockmann

Wo einst NS-Terror herrschte, setzten Künstler ein Zeichen. 

GANYMED AREAL macht das Otto-Wagner-Areal zum wohl eindrucksvollsten Geschichtsparcours Wiens. 

GANYMED AREAL, Otto-Wagner-Areal, 13. Juni 2026

Jacqueline Kornmüller
, Inszenierung

Texte von Amélie Nothomb, Monika Helfer, Milena Michiko Flasar, Christine Lavant, Clemens Setz, Jacob Hein und Franz Schuh.

Kompositionen von Johanna Doderer, Andras Dés, Hibiki Kojima, Mona Matbou Riahi, Peter Rom, Den Strottern und dem Bläserensemble Federspiel

von Jürgen Pathy

„Sie starb an einer Lungenentzündung.“ Wer die Geschichte hinter dem Otto-Wagner-Areal kennt, dem zieht es bei diesen Worten die Eingeweide zusammen. Es ist harter Tobak, den Schauspielerin Andrea Eckert in der ehemaligen Pathologie des Otto-Wagner-Spitals auf die Bühne bringt, begleitet von Orgelmusik. Genauer gesagt in der Prosektur, wo man einst die Leichenöffnungen vorgenommen hatte.

„GANYMED AREAL, Jacqueline Kornmüller
Otto-Wagner-Areal, 13. Juni 2026“
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Wir alle müssen diese Straße gehen…

Gesellschaftshaus im Otto-Wagner-Areal. Im Vordergrund: Mahnmal für die 772 Kinder, die von den Nationalsozialisten in der damaligen Anstalt ermordet wurden. Quelle siehe unten.

Das in Wien beheimatete aron quartett veranstaltet seit 2008 das „Kammermusikfestival Wien“. Das Festival widmet sich insbesondere der Aufführung von Werken, deren Schöpfer vom nationalsozialistischen Regime vertrieben oder ermordet wurden.

Kurt Schwertsik: Für Kitty eine kleine Serenade (2025)
Viktor Ullmann: Streichquartett Nr. 3 (1943)
Ernst Toch: Dedication for string quartet (1948)
Franz Schubert: Streichquintett C-Dur, D 956 (1828)

aron quartett

Ludwig Müller, 1. Violine
Barna Kobori, 2. Violine
Georg Hamann, Viola
Christophe Pantillon, Violoncello
Klaus Steinberger, Violoncello

Kleiner Saal des Gesellschaftshauses im Otto-Wagner-Areal,

Wien, 20. August 2025

von Dr. Rudi Frühwirth

“Eine Straße muss ich gehen, die noch keiner ging zurück.” Das singt der namenlose Wanderer in Schuberts Winterreise. Diese Straße musste Franz Schubert im November 1828 gehen, zwei Monate nach der Vollendung seines unsterblichen Streichquintetts; diese Straße musste Viktor Ullmann im Oktober 1944 gehen, zwei Tage nach dem Transport aus dem Ghetto Theresienstadt in das Vernichtungslager Auschwitz. „aron quartett
Gesellschaftshaus im Otto-Wagner-Areal, Wien, 20. August 2025“
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