Anna Lapwoods grandiose Orgel-Performance bringt das Auditorium zum Toben

Die Orgel-Queen Anna Lapwood © Hannes von der Fecht

Musikfest Bremen: Die Orgel-Queen

Lange Menschenschlangen drängen in den Bremer Dom. Die gut 1300 Plätze sind restlos ausverkauft. Und zwar – kaum zu glauben! – für ein Orgelkonzert, bei dem noch nicht mal ein einziges Werk großer Komponisten wie etwa Bach oder Liszt zu hören sein wird. Zustande gebracht hat diesen Hype eine einzige Person: die mittlerweile als Orgel-Queen titulierte 31-jährige Anna Lapwood. Drinnen ist die umtriebige, ansonsten als offizielle Organistin der Londoner Royal Albert Hall tätige Musikerin vor dem imposanten Prospekt der großen Sauer-Orgel zwar kaum auszumachen; sie weiß sich aber, nach bereits eingangs überaus begeistertem Beifall, sehr wohl in Szene zu setzen.

Hans Zimmer  Filmmusik aus „The Da Vinci Code“ und „Pirates of the Caribbean“ (arr. Lapwood)
Rachel Portman 
„Flight“
Olivia Belli  
„Limina Luminis“
Ludovico Einaudi 
„Experience“
Eugène Gigout
„Toccata“
Howard Shore 
„The Lord of the Rings Organ Symphony“ (arr. Lapwood)

Anna Lapwood   Orgel

Dom St. Petri, Bremen, 3. September 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

„Anna Lapwood, Orgel-Queen
Dom St. Petri, Bremen, 3. September 2026“
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Emphatischer 40-stimmiger(!) Chorgesang durchflutet den Bremer Dom

Le Concert Spirituel, Hervé Niquet ©  Nikolai Wolff fotoetager

Musikfest Bremen: Vokalpracht aus Florenz

Alessandro Striggio  Messe für 40 Stimmen (ein Festgottesdienst zum Johannistag in Florenz mit der „Missa sopra Ecco sì beato giorno“, ergänzt um Musik von Orazio Benevoli, Francesco Corteccia, Domenico Massenzio und Giovanni Pierluigi da Palestrina)

Le Concert Spirituel   Vokal- und Instrumentalensemble
Hervé Niquet   Dirigent

St. Petri Dom Bremen, 2. September 2025

von Dr. Gerd Klingeberg

Unterstützt vom durchdringenden Dauerton der Posaunen und fagott-ähnlichen Dulziane schreiten Sängerinnen und Sänger aus dem Altarraum heraus in einer feierlichen Prozession in die Mitte des Bremer Domes, derweil sie unisono mit Gregorianischem Choral den „gesegneten Leib der heiligen Jungfrau Maria“ besingen. Vor der Kanzel formieren sie sich stehend und sitzend in enger Kreisform; Hervé Niquet hat sich als Dirigent mittendrin positioniert. „Le Concert Spirituel, Hervé Niquet Dirigent
St. Petri Dom Bremen, 2. September 2025“
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Wie Todesdüsternis angesichts paradiesischer Zukunftshoffnung weichen muss

Tobias Gravenhorst, conducting © Lukas Narbut

Ein Verzicht auf Beifall, wie er bei Passionen häufig erbeten wird, wäre bei diesem hoffnungsvollen Finale eher unpassend. Und so brandet zunehmend begeisterter Beifall los – vollends verdient für die großartige, eindringliche Darbietung eines von christlicher Botschaft, mehr noch: von ergreifender Mitmenschlichkeit durchdrungenem kirchenmusikalischen Werkes.  

Oratorium zum Karfreitag: „Stabat mater“ von Antonín Dvořák

Eva Koch Sopran
Magdalena Hinz  Alt
Clemens Löschmann  Tenor
Thomas Wittig  Bass

Bremer Domchor
Bremer Philharmoniker

Tobias Gravenhorst Leitung

St. Petri-Dom Bremen, Karfreitag 18. April 2025

von Dr. Gerd Klingeberg

Über die Gefühle, die Maria beim Anblick ihres am Kreuz hängenden, zu Tode gemarterten Sohnes Jesus bewegten, schweigt sich die Bibel weitgehend aus. Wer dann im 13. Jahrhundert Marias mutmaßliche Empfindungen in Versen formulierte, ist ungewiss.

Dieses bewegende „Stabat mater“ hat einige Komponisten zu Vertonungen bewogen, darunter auch Antonín Dvořák. Es war der Tod seiner drei kleinen Kinder, der den gläubigen Katholiken Dvořák dazu bewog, angesichts dieser grausamen Schicksalsschläge in seiner Religion Trost und Zuflucht zu suchen. Beides fand er in den alten lateinischen Versen, die er in einer
10-teiligen Komposition als erste große tschechische Musica sacra vorlegte. „Antonín Dvořák, Stabat mater
St. Petri-Dom Bremen, Karfreitag 18. April 2025“
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