Foto: Alessandro nell’Indie © Marco Sommer
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE DIENSTAG-PRESSE, 28.APRIL 2026
Wien/ MusikTheater an der Wien
Das MusikTheater Wien begeistert mit barockem Feuerwerk im Bollywod-Stil
Da stockte mir buchstäblich der Atem – ein barockes Feuerwerk, bunt, witzig, üppig und musikalisch ebenso perfekt wie präzise und zugleich überaus harmonisch: Alessandro nell’Indie, ein ebenso großartiges wie im breiten Publikum weitestgehend unbekanntes Werk. Das Ganze im farbenprächtigen, indisch-exotischen Stil von „Bollywood“, der produktivsten Filmwerkstatt der Welt, mit einem Output von bis zu tausend Filmen jährlich.
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de
Berlin
Welthändel – „Giulio Cesare in Egitto“ als koloniales Divertissement an der Deutschen Oper Berlin (Bezahlartikel)
Was hierzulande in preußisch dominierten Gebieten kurzfristig die Pickelhaube, das ist den weiteren des gewesenen British Empire der Tropenhelm: militärische Kopfbedeckung und ein deutliches Herrschaftssymbol. Wer so etwas tragen konnte im sehr langen 19. Jahrhundert, das schier bis unlängst andauerte, mit dem war die Macht. Solcher Anspruch, wenn auch witzig und zwiespältig vorgetragen, wurde im angelsächsischen Kulturbereich auch deutlich wahrgenommen, als vor über zwanzig Jahren in Glyndebourne David McVicars Inszenierung von Händels „Giulio Cesare in Egitto“ herauskam.
NeueMusikzeitung/nmz.de.welthaendel
Leipzig/Lortzing-Festival
Der deutsche Komponist, der nicht belehren wollte
Von Manuel Brug
DieWelt.de.Lortzing
Lübeck/ Theater
„Der Mensch ist ein Abgrund“ – Brigitte Fassbaender setzt mit Bergs „Wozzeck“ einen Meilenstein
Was passieren kann, wenn ein psychisch labiler Mensch unablässig massivem Druck ausgesetzt ist, zeigt Georg Büchners Dramenfragment „Woyzeck“, gesteigert noch in der Adaption durch Alban Berg in seiner Oper „Wozzeck“. Selten aber dürfte die psychologische Tiefen-Ausleuchtung so eindrucksvoll umgesetzt worden sein, wie in der Produktion unter der Regie von Kammersängerin Brigitte Fassbaender am Theater Lübeck, die am 25. April 2026 eine zu Recht bejubelte Premiere feierte. „Ein Meilenstein“ wird GMD Stefan Vladar die Produktion auf der Premierenfeier nennen.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de
Klassik-Woche
Mangelverwaltung in der Schlangengrube
Willkommen in der neuen Klassik-Woche, heute mit der Mangelverwaltung in der Berliner Kultur-Schlangengrube, der Opern-Krise in Saudi-Arabien, einem aufgekratzten Klassik-Begeisterer und dem Innovations-Vorbild Schweden.
https://backstageclassical.com/mangelverwaltung-in-der-schlangengrube/
Lübeck/ Theater
Eine spannende Saison wirft ihre Schatten voraus!
Das Theater der Hansestadt Lübeck widmete den 24. April 2026 ganz der Vorstellung des Programms der Saison 2026/27. GMD Stefan Vladar, Schauspieldirektor Malte C. Lachmann und Geschäftsführer Caspar Sawade empfingen am Vormittag die Pressevertreter und luden Abonnenten wie Theatercard-Besitzer am Abend zu einer Vorschau-Gala ins Große Haus ein. Schon jetzt breitet sich Vorfreude bei Künstlern und Publikum aus; Lübecker und anreisende Gäste erwarten viele Höhepunkte, herrliche Musik, spannende Produktionen und große Namen. Wer hier nichts findet, dem ist nicht zu helfen.
Von Dr. Regina Ströbl
Klassik-begeistert.de
Wien/ Musikverein
Ein grenzenlos virtuoser Solist im Musikverein (Bezahlartikel)
Mirga Gražinytė-Tyla mit den Wiener Symphonikern und dem Bratschisten Antoine Tamestit.
Kurier.at.musikverein
Heißer Ofen, Neue Welt: Im Musikverein rauscht das Adrenalin (Bezahlartikel)
Die Wiener Symphoniker unter Mirga Gražinytė-Tyla mit Adams und Dvorák sowie Antoine Tamestit als überragendem Solisten in Bartóks Violakonzert.
DiePresse.com.musikverein
Musikverein: Dieser Teufel geigt mit einem Schuss Ironie (Bezahalrtikel
Mit der Wiener Akademie unter Martin Haselböck zelebrierte Benjamin Schmid ein Paganini-Violinkonzert als anspruchsvolle Unterhaltung am Nachmittag.
DiePresse.com.dieserteufel
Linz
Katja Kabanowa – Peter Konwitschny inszeniert in Linz Janáček
Audio von Jörn Florian Fuchs. Dauer 5,31 Minuten
deutschlandfunk.de
Linz
Konwitschnys „Katja Kabanowa“ in Linz: „Wo wart ihr, als ich noch lebte?“ (Bezahlartikel)
Leoš Janáčeks „Katja Kabanowa“ wird höchst erfolgreich am Musiktheater gezeigt.
Kurier.at.musik.oper
„Katja Kabanowa“ im Linzer Musiktheater: Abgrundtiefe Gefühle im Beichtstuhl (Bezahlartikel) Regie-Altmeister Peter Konwitschny zeichnet „Katja Kabanowa“ in Linz als Opfer von kirchlicher Macht und Bigotterie.
SalzburgerNachrichten.at.katjakabanowa
Katja Kabanowa im Musiktheater: Eine Frau, nicht gemacht für diese Welt
OberösterreichischeNachrichten
Berlin
Elektrisierende Klangskulpturen: Kazuki Yamada stellt sich als DSO-Chef vor
Der japanische Designatus Kazuki Yamada dirigiert mit entschlossener Akkuratesse und bringt auch die üppige Polsterung des DSO zur Wirkung.
BerlinerZeitung.de.artikel
Hamburg
Die Unerträglichkeit des glücklichen Daseins, oder: Sopranistin Aušrinė Stundytė im Gespräch über „Elektra“.
Wenn es um Axtmord im Badezimmer geht, ist sie nicht weit: die litauische Sopranistin Aušrinė Stundytė. Fast schon synonym mit absoluter Hingabe und darstellerisch immer scharfgeschliffenen Zähnen verwandelt sie sich allein diese Saison dreimal in die Titelfigur Elektra aus dem gleichnamigen Opern-Einakter von Richard Strauss. So auch derzeit an der Hamburgischen Staatsoper, wo Dmitri Tcherniakovs Hitchcock-trifft-Loriot-Inszenierung das Geschehen in ein klaustrophobisch-spießiges Wohnzimmer mit psychisch schwer angeknacksten Bewohnern verlagert.
opernmagazin.de.dieunertraeglichkeit
CD-Besprechung
Malin Byström testet die Grenzen ihres Soprans aus
In den letzten Jahren hat sich die Karriere der schwedischen Sopranistin Malin Byström international schnell entwickelt. In zahlreichen Partien des jugendlich-dramatischen Faches konnte sie auch an großen Häusern wie München und Wien beachtliche Erfolge feiern.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de
Duisburg
Landgang ins metropolitane Spektakel
Leonard Bernsteins Broadway-Hit „On the Town“ zündet dank Regisseurin Louisa Proske, Choreografin Marie-Christin Zeisset, Dirigent Stefan Klingele und einem perfekten Ensemble nicht nur am Hudson River, sondern auch am Rhein
concerti.de.oper
Deutsche Oper am Rhein Duisburg: „On the Town“, Leonard Bernstein
DerOperfreund.de.deutscheOper
Leipzig
Festivalbericht Lortzing26: Der Facettenreiche Im Rahmen des Festivals Lortzing 26 erforschen
Oper und Musikalische Komödie Leipzig die vielgestaltigen musikalischen wie inhaltlichen Qualitäten des in der Stadt lange Zeit wirkenden Spielopernfürsten Albert Lortzing. Den Chorensembles und den Orchestern der Häuser gebührt dabei die volle Hochachtung.
https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/festivalbericht-lortzing-26/
Zürich
«La clemenza di Tito» im Opernhaus: Milde im grellen Licht
ganzheitlicher und stimmiger Premierenabend, der keine Anlaufzeit brauchte, denn er riss sein Publikum von Beginn an mit und beschloss ihn mit frenetischem Applaus.
st.gallen24.ch.artikles
Regisseur im Porträt
Olympia, Oper, Kino: Damiano Michieletto lässt es leicht aussehen während der letzten Wochen inszenierte er Mozarts Oper «La clemenza di Tito» am Opernhaus Zürich, wo wir ihn getroffen haben.
srf.ch.kultur.buehne
Nachruf
Peter Gülke gestorben: Grenzgänger der Musik
Peter Gülke war ein Ausnahmefall im Musikbetrieb: gefeierter Dirigent, renommierter Musikwissenschaftler und scharfsinniger Autor zugleich. Er dirigierte weltweit, forschte über Mozart und Schubert und warnte vor einem oberflächlichen Umgang mit Musik. Nun ist Peter Gülke im Alter von 91 Jahren gestorben. Mit ihm verliert die Musikwelt einen Intellektuellen, der Praxis und Theorie auf seltene Weise verband.
BR-Klassik.de.guelke
Weimarer Klassik: Mit Peter Gülke ist ein wahrer Geistesmensch gegangen
NeueMusikzeitung/nmz.de.personalia
Links zu englischsprachigen Artikeln
Oslo
Norwegian National Opera and Ballet 2025-26 Review: Wonderful Bernstein!
Celebrating Bernstein’s ‘West Side Story,’ ‘Candide’ and ‘Wonderful Town’
operawire.com.norwegian
Kopenhagen
Marigona Qerkezi, Johan Reuter, Ian Rucker, Heidi Stober & Laura Mayer Lead Royal Danish Opera’s 2026-27 Season
operawire.com.marigona
Antwerpen
Vuvu Mpofu, Sophie Rennert, Matteo Ivan Rašić, Ewa Vesin, Soloman Howard & Scott Hendricks Lead Opera Vlaanderen’s 2026-27 Season
operwire.com.vuvumpofu
London
Wozzeck, LPO, Gardner, RFH review – harrowing tale told in brutal-tender music and thousands of photographs
Berg’s queasy setting of a visionary play as you never quite heard or saw it before
TheArtsdesk.com.wozzeck
New York
Review: She’s Conducting an Opera While Singing Its Starring Role (Subscription required)
soprano Barbara Hannigan, who also directed, is multitasking at the New York Philharmonic in a disturbingly resonant take on “La Voix Humaine.”
TheNewYokTimes.com.hannigan
Review: Hannigan is a ‘Double Threat’ – Singing/Conducting LA VOIX HUMAINE at the NY
She Proved She Could Do Double Duty – But Did She Have To?
broadwayworld.com.humaine
Review: Yunchan Lim Warms Up for Graduation at Carnegie Hall (Subscription required)
This 22-year-old superstar pianist, who is still a student, tested out his graduation recital in New York before taking it to school in Boston.
TheNewYorkTimes.carnegie
San José
#Hustle your bustle
Opera San José‘s La Traviata has all the buzz and energy of a world premiere.
https://parterre.com/2026/04/26/hustle-your-bustle/
Melbourne
Melbourne Opera: Don Giovanni review
Splendid singing is the key attraction of this relatively understated staging of Mozart classic Don Giovanni, performed with a specific focus on the alternate title The Rake Punished.
https://simonparrismaninchair.com/2026/04/27/melbourne-opera-don-giovanni-review-2026/
Ballet / Dance
Birmingham
It was as an ensemble, in their final Sadler’s Wells Don Quixote, that Birmingham Royal Ballet
seenandheard.international.com.birmingham
Review: DON QUIXOTE, Sadler’s Wells
Birmingham Royal Ballet conclude their tour at Sadler’s Wells
Broadwayworld.westend
Sprechtheater
Wien
Burgtheaterchef Bachmann: Akademietheater zusperren? „Da wird mit Tabus gebrochen“ (Bezahlartikel)
Burgdirektor über das Programm der nächsten Saison und die hanebüchenen Überlegungen, aus Kostengründen sogar das Akademietheater zu schließen.
Kurier.at.Kultur.bachmann
Linz
Schauspielhaus Linz: „Die Ratten“: Ein Endspiel der Menschlichkeit (Bezahlartikel)
https://www.krone.at/4120022
In Linz kommen „Die Ratten“ aus dem Kostümfundus (Bezahlartikel)
DiePresse.com.linz.ratten
Wien/Stationentheater
Kornmüllers „Ganymed Areal“ hält Andacht am Ex-Psychiatrie-Gelände
Stationentheater breitet sich am Otto Wagner Areal auf der Baumgartner Höhe in Wien aus – 700 Leute täglich lauschen den Stimmen (nicht nur) armer Seelen
DerStandard.at.story.baumgartnerhoehe
„Ganymed“-Stationentheater in Steinhof: Nicht trödeln! (Bezahlartikel)
Wenn das Stationentheater nicht schon erfunden wäre, man müsste es fürs Otto Wagner Areal tun: Jacqueline Kornmüllers neues Ganymed-Projekt hat es, so gesehen, also leicht großartig zu sein. Ist es aber trotzdem.
DiePresse.com.ottowagnerspital
Salzburg/ Schauspielhaus
Verschachert und geköpft
Schauspielhaus Salzburg / Maria Antoinette
DrehpunktKultur.at
Sport
Beim Madrid-Masters: Sensationelle Potapova ringt Nr. 2 der Welt nieder
Was für eine Sensation: Anastasia Potapova steht beim WTA-1000-Turnier in Madrid überraschend im Viertelfinale!. Die Österreicherin, die nur als Lucky Loser in den Hauptbewerb gekommen war, besiegte am Montag im Achtelfinale die Weltranglisten-Zweite Jelena Rybakina 7:6(8), 6:4. Potapova qualifizierte sich zum vierten Mal für die Runde der besten acht eines 1000er-Turniers und trifft am Mittwoch auf die 34-jährige Tschechin Karolina Pliskova, die die Argentinierin Solana Sierra 6:4, 6:3 bezwang.
https://www.krone.at/4121066
London
Marathon in London. Unter 2 Stunden! Sawe durchbricht irre Schallmauer
Der Kenianer Sabastian Sawe ist in London als erster Mensch in einem offiziellen Wettkampf einen Marathon unter zwei Stunden gelaufen. Der 29-Jährige gewann am Sonntag bei dem prestigeträchtigen Rennen in 1:59:30 Stunden und war damit 1:05 Minuten schneller als der bisherige Weltrekord seines Landsmanns Kelvin Kiptum, aufgestellt 2023 in Chicago. Am 12. Oktober 2019 war der Kenianer Eliud Kipchoge im Wiener Prater unter Laborbedingungen nach 1:59:40 Stunden ins Ziel gekommen.
https://www.krone.at/4119816
Politik
Österreich
Budget für Eltern und Bauern, Pensionisten zittern
Wer bekommt mehr, wo wird gespart? Die Bundesregierung hat sich am Montag auf einen groben Finanzplan für die kommenden zwei Jahre geeinigt und diesen auch gleich am Abend präsentiert. Budget-Gewinner sind Familien und Bauern, bei den Pensionen soll es dafür Einsparungen geben. Festgehalten wird außerdem an der Sanierung des Defizits, um wie geplant bis 2028 aus dem EU-Verfahren herauszukommen.
https://www.krone.at/4121508
USA/ GB
„Wenn jemand Trump beeinflussen kann, dann King Charles“
Der britische Monarch reiste mit Ehefrau Camilla zu einer viertägigen Visite in die USA. In London hofft man, dass der royale Besuch einen politischen Gewinn bringt und die spezielle Partnerschaft rettet, die zuletzt wegen Trumps Kritik an Regierungschef Starmer ramponiert war.
DiePresse.com
Ungarn
Magyar: Netanyahu soll in Ungarn verhaftet werden
Sollte Israels Premier Benjamin Netanyahu nach Ungarn kommen, sei man verpflichtet, ihn zu verhaften. Das hat der designierte ungarische Regierungschef Péter Magyar erklärt. Dabei hatte er selbst Netanyahu eingeladen, auf Besuch zu kommen …
KronenZeitung.at.magyar
Österreich
Drohender Spritmangel. Hiobs-Botschaft! Kommt jetzt Fahrverbot am Sonntag?
Nach Ansicht eines Top-Ökonomen sind autofreie Sonntage und Tempolimits unausweichlich. Zugleich warnt er vor Preisexplosionen bei Lebensmitteln. Die Preise an der Zapfsäule treiben schon jetzt viele Autofahrer zur Verzweiflung. Doch laut Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), könnte es noch viel schlimmer kommen: Ein Dieselpreis „in Richtung von drei Euro“ sei realistisch, sollte der Krieg weitergehen und es neue Lieferengpässe geben.
Heute.at.fahrverbot
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Unter’m Strich
Österreich
Wie bringt man eine Problemschule auf Vordermann? „Als ich hergekommen bin, war es ein Tollhaus“
Direktorin Doris Pfingstner hat bewiesen, wie man eine Problemschule umdrehen kann – und jetzt in ein Buch gepackt, wie das geht. Von angezündeten Klos, klaren Grenzen und den Rädern, an denen erfolgreiche Direktoren auch anderswo drehen.
DiePresse.com.Problemschule
INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 28. APRIL 2026)
INFOS DES TAGES (DIENSTAG, 28. APRIL 2026)
Quelle: onlinemerker.com
München/ Bayerische Staatsoper: Zubin Mehta zum 90. Geburtstag am 29. April 2026

Foto: Bayerische Staatsoper
„Wo immer Zubin Mehta jemals tätig war, liebt man ihn.“
So schrieb Sir Peter Jonas, der als Staatsintendant den Dirigenten nach München geholt hatte, zu dessen 70. Geburtstag. Auch heute, zwei Jahrzehnte später, ist es so: Wo immer Zubin Mehta erscheint, ob er probt, musiziert, spricht, fliegen ihm die Herzen zu. Seine pure Anwesenheit in einem Raum verändert die Atmosphäre. Das, wofür er sich mit seinem Musizieren und weit darüber hinaus sein Leben lang eingesetzt hat – eine Verständigung unter den Menschen zu erreichen, zwischen verfeindeten Völkern und Religionen Versöhnung zu schaffen –, das ruft er auch im Kleinen durch seine Persönlichkeit hervor: In seiner Gegenwart hört man dem anderen zu, widerstreitende Meinungen finden schneller gemeinsame Grundlagen, aus Gegensätzen erwächst ein höheres Drittes. Diese Durchlässigkeit und Offenheit prägen auch sein Musizieren. Unter seiner Leitung atmen alle Mitwirkenden gemeinsam. Sir Peter hielt ihn für einen „Mann der natürlichen Gaben – der grenzenlosen Großzügigkeit, Energie, Freundlichkeit, Menschlichkeit; und vor allem: für einen Mann, der in seinem Leben und in seiner Arbeit nie, bei keiner noch so großen Provokation, sich jemals zu einer Bösartigkeit hat hinreißen lassen – vielleicht die seltenste aller guten Eigenschaften. Er hat eine Art inneren Frieden.“
Den vollständigen Text zur Gratulation finden Sie auf unserer Website.
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Tulln/ Niederösterreich

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Wien/ MuTh – Konzertsaal im Augarten

Der Mai im MuTh wird ein Rausch an Emotion:
Das Minetti Quartett stürzt sich in das Ringen um kammer-musikalische Exzellenz bei Franz Schubert, Antonín Dvorák und Johannes Brahms. Stefan Jürgens widmet sich in „NENN‘ ES LIEBE“ deren widersprüchlichen Facetten – aus Weltliteratur und eigener Feder.
„MAGISCHE FILM-MUSIK“ folgt erfrischend interpretiert von der Akademischen Bläserphilharmonie Wien. In „DEM HERZEN ZU LAUSCHEN“ beschwören Sona MacDonald, Sophie Heinrich und Miloš Todorovski zu guter Letzt die Atmosphäre der „Roaring Twenties“ herauf.
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Kulturzentren Burgenland: Tag der offenen Tür im Kulturzentrum Güssing
Inbetriebnahme nach Generalsanierung am 9. Mai 2026

KUZ Güssing Outdoorbühne © Landesimmobilien Burgenland
Das Kulturzentrum Güssing wurde nach der Volksbefragung umfassend generalsaniert und wird am 9. Mai 2026 als moderner Kultur- und Begegnungsort in Betrieb genommen. Bei einem Tag der offenen Tür erhalten die Gäste Einblicke in das neu gestaltete Haus. Die feierliche Namensgebung des kulturpolitischen Schwerpunktprojekts von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil folgt im Rahmen des 50-Jahr-Jubiläums der Kulturzentren Burgenland im Herbst.
Nach über 45 Jahren als kulturelles Herzstück der Region beginnt für das Kulturzentrum Güssing ein neues Kapitel. Das 1977 erstmals eröffnete Haus wurde umfassend generalsaniert und wird nun am Samstag, den 9. Mai 2026 wieder in Betrieb genommen. Künftig präsentiert es sich als moderner, offener Kultur- und Begegnungsort für Menschen aller Generationen.
Aus diesem Anlass laden die Kulturzentren Burgenland herzlich zum Tag der offenen Tür ins Kulturzentrum Güssing ein und freuen sich darauf, zahlreiche Gäste willkommen zu heißen und gemeinsam die Zukunft des Kulturstandortes Güssing zu feiern. Diese Inbetriebnahme markiert zugleich den Start in die neue Spielsaison.
TAG DER OFFENEN TÜR
Samstag, 9. Mai 2026, ab 13:00 Uhr
Kulturzentrum Güssing, Schulstraße 6, 7540 Güssing
Anlässlich der Inbetriebnahme des Kulturzentrums Güssing findet um 13:00 Uhr eine Gesprächsrunde zur Neugestaltung des Hauses, zu seiner Bedeutung als kultureller Treffpunkt der Region sowie zu den Zukunftsperspektiven des Standorts statt.
An der Gesprächsrunde nehmen Landesrat Heinrich Dorner in Vertretung von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, Vinzenz Knor, Bürgermeister der Stadt Güssing, Jutta Benedek, Geschäftsführerin der Landesimmobilien Burgenland sowie Claudia Priber, Geschäftsführerin von Kultur Burgenland, teil. Die Moderation übernimmt Elisabeth Gamauf-Leitner.
Programm für die ganze Familie
Ab 14:00 Uhr erwartet das Publikum ein vielfältiges Nachmittagsprogramm mit Musik, Kunst, Lesungen und Familienangeboten. Regionale Vereine, Künstlerinnen und Künstler sowie Ensembles gestalten ein abwechslungsreiches Programm und machen das generalsanierte Haus in all seinen Facetten erlebbar. Der Eintritt ist frei.
Mitwirkende sind unter anderem der Stadtchor Güssing, Musical Kids, die Volkstanzgruppe Glasing, das Vokalensemble cantus.felix, die Big Band Saxtrom, der Volkschor Güssing, das Duo „Ohri On“ mit Mecky Pilecky und Rainer Paul, der Singkreis Gerersdorf, das Volksmusikensemble der Musikschule Güssing sowie Schlagersänger TUKO. Ergänzt wird das Programm durch eine Lesung von Heinz Janisch und Erich Sammer.
Für Familien gibt es unter anderem Kinderschminken, das Maskottchen Lilli Glitzerei sowie ein Gewinnspiel. Der VHS-Fotoclub Güssing präsentiert die Ausstellung „en détail“. Architektenführungen bieten zusätzlich spannende Einblicke in die bauliche Neugestaltung, die technische Ausstattung sowie die flexiblen Nutzungsmöglichkeiten des Hauses.
Konzertabschluss am Abend
Den Abschluss des Eröffnungstages bildet um 19:30 Uhr das Konzert „DA CAPO – zurück ins Kulturzentrum“ mit dem Musikverein Stadtkapelle Güssing gemeinsam mit Wieder, Gansch & Paul. Das eigens für diesen Anlass zusammengestellte Programm verbindet musikalische Virtuosität mit Spielfreude und feiert die Wiedereröffnung des Hauses in besonderer Weise.
Start in eine neue Kultursaison
Auch darüber hinaus wird das neue Kulturzentrum Güssing 2026 zu einem zentralen Schauplatz des regionalen Kulturlebens. Bereits im Mai präsentiert Musical Güssing das Familienmusical „Rapunzel lässt kein Haar herunter“ mit modernen Popsongs und bekannten Disney-Melodien. Im August folgt mit „Wie im Himmel“ ein weiterer Höhepunkt des Jahresprogramms. Die Inszenierung von Intendantin Marianne Resetarits wird auf der Outdoorbühne gezeigt und bei Schlechtwetter ins Haus verlegt. Damit setzen Musical Güssing und die Musical Kids Güssing weitere kulturelle Akzente am neuen Standort.
Mit der Wiedereröffnung beginnt zugleich eine neue Ära des Kultur Sommer Güssing unter dem Motto „Echte Menschen!“. Das generalsanierte Haus wird erstmals zur Bühne eines vielfältigen Sommerprogramms mit Kabarett, Musik und Literatur. Intendant Andreas Vitásek lädt zu einem hochkarätigen Veranstaltungsreigen mit Künstlerinnen und Künstlern wie Dirk Stermann, Malarina, Benedikt Mitmannsgruber, den Kernölamazonen, Josef Hader, Alfred Dorfer, Christof Spörk und vielen mehr.
Kulturstandort mit Zukunft
Mit moderner Infrastruktur, flexiblen Räumen und offener Atmosphäre entwickelt sich das Kulturzentrum Güssing zu einem zentralen Ort für Kultur, Begegnung und Veranstaltungen in der Region. Die feierliche Eröffnung mit Namensgebung, Segnung und Enthüllung der Frank-Hoffmann-Büste findet im Herbst anlässlich des Jubiläums „50 Jahre Kulturzentren Burgenland“ im Rahmen eines offiziellen Festaktes statt.
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Staatsoper / Staatsballett: „Giselle“ – ein Eintauchen in unvergängliche Romantik. Premiere 26.4.2026
In dieser ersten Saison der nach Wien als Leiterin des Staatsballett geholten Alessandra Ferri ist mit „Giselle“ nur ein einziges der überkommenen romantischen Werke der Balletthistorie in das Repertoire aufgenommen worden. Das Verlangen in Wien nach solchen Werken besteht, doch auch 2026/27 wird diesbezüglich Schonkost betrieben: Bloß „Schwanensee“, von Rudolf Nurejew vor über einem halben Jahrhundert in der Staatsoper genial einstudiert und durch die vielen Jahre immer, immer wieder als Trumpfstück angesetzt, scheint im kommenden Spielplan auf.

Foto: Staatsballett/Ashley Taylor
Nun, auch diese ätherische „Giselle“ mit der die Psyche treffenden Musik von Adolphe Adam zählt zu den Genussstücken aus einem längst vergangenen Jahrhundert. In Choreographie und Inszenierung von Elena Tschernischova, damals 1993 Kurzzeitchefin in Wien, vermag dieses Ballettmärchen ein breites Publikum anzusprechen. Ferri hat das von ihr neu rein international zusammengesetzte Ensemble gut in den Griff bekommen, kann mit mehreren Besetzungen äußerst ansprechende Abende mit dem Eintauchen in unvergängliche Romantik anbieten. Namen für Giselle oder Herzog Albrecht wie Laura Fernandez Gromova und António Casalinho, Cassandra Trenary, Victor Caixeta muss man sich nun einprägen. Sie sind als perfekte Könner nicht hier gewachsen, sondern der Wunsch ist wohl gegeben vielleicht zu einem Wiener Publikumsliebling zu wachsen. Und da längst schon keine Österreicher mehr unter den Ballettdirigenten aufscheinen: Luciano Di Martino ist für die „Giselle“-Aufführungsserie dem Orchester als Helfer angeheuert worden. An dieser Frage schummeln sich die heimischen Kulturpolitiker wie Manager stets vorbei: Hat Österreich bereits seit längerer Zeit bei der Ausbildung von Musikern und Tänzern versagt?
Meinhard Rüdenauer
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Linz: „KATJA KABANOVA“ (Káťa Kabanová) – Premiere im Musiktheater des Landestheaters Linz, Großer Saal, 26. 04.2026
Oper in drei Akten von Leoš Janáček, (Libretto und Musik) nach Alexander Ostrowskis Drama Gewitter, in deutscher Sprache mit dt. Untertitelung in der Übersetzung von Max Brod, neu gefaßt vom Regisseur und dem Dramaturgen, Christoph Blitt

Carina Tybjerg-Madsen, Christian Drescher, Clarry Bartha. Foto: Reinhard Winkler
Dies ist immerhin schon die vierte Regiearbeit von Peter Konwitschny für das Linzer Landestheater; eine davon, Schöcks „Penthesilea“ (2018/19), koproduziert mit Bonn, war auf einer Vorbaubühne im Zuschauerraum zu sehen, die anderen bedienten und bedienen sich ausführlich der vorhandenen Drehbühne. Heute vielleicht etwas zu ausführlich – in manchen Szenen ziehen alle vorbereiteten Szenerien an den nahe der Rampe stehenden Hauptpersonen u. U. mehrfach vorbei. Dabei ist der Regisseur und Bühnengestalter (mit Karin Waltenberger) von der an sich naturalistischen Szenerie des Originalbuches abgegangen und hat eine von Kirchenräumen und Friedhöfen geprägte, vorwiegend dunkelgraue Architektur mit wenigen Farb- und Lichtakzenten geschaffen. Der Stil verweist auf die Entstehungszeit der Oper – als Vorbilder könnte man Lyonel Feininger oder die Ausstatter des Films „Das Kabinett des Dr. Caligari“, Reimann/Warm/Röhrig vermuten. Das Resultat fügt sich schlußendlich jedenfalls sehr gut zur dunkelgrau-depressiv-ausweglosen und, gemessen an der Entstehungszeit des Theaterstückes (1859), sehr modernen, veristischen Handlung. Wobei die Kirchensymbolik „westlich“ gehalten ist, um die „mit der Ausrichtung auf die Orthodoxie verbundene Gefahr des Folklorismus“ (Konwitschny beim Sonntagsfoyer der Musiktheaterfreunde am 19. April) zu vermeiden.
Frau Waltenberger ist auch für die Kostüme verantwortlich, welche die Handlung nahe am Heute, aber im Prinzip zeitlos verorten – auch dies ist, mit den sicher nicht zeitgebundenen Geschehnissen, plausibel; schließlich können die in dem Stück maßgeblichen Mechanismen durchaus auch auf der Ebene der „sozialen“ Medien stattfinden. Letztere in die Inszenierung hineinzudrücken: diese Platitüde hat der Regisseur freilich gemieden! Andererseits ist eine Angstvorstellung Katjas recht plausibel eingebaut worden: im dritten Akt, während des ursprünglich titelgebenden Gewitters, gesteht sie den Ehebruch und wähnt sich vor einem Gericht, bestehend aus Dikoj, Kabanicha und Kabanoff, von dem sie sich aber – noch! – befreien kann, daß die Richterperücken fliegen.

Matjaz Stopinsek, Carina Tyberg- Madsen. Foto: Reinhard Winkler
À propos fliegen: nicht so recht konnten wir etwas mit der Liebesszene Katja/Boris anfangen – sie schwebt als Engel herum und er erscheint als überdimensionaler Lollipop. Flankiert werden sie dabei von Fledermaus Wanja und Nachtfalter Barbara. Zu allem Überfluß macht die Befreiung vom Hebegeschirr auch noch Schwierigkeiten. Also, das hätte sich erd- bzw. bühnengebunden besser lösen lassen. Und wenn’s parodistisch überhöht gemeint war – wir haben schon mehr gelacht.
Unterm Strich kommt aber jedenfalls ein beklemmendes, minutiös psychologisch glaubwürdig arrangiertes Kammerspiel heraus, umgesetzt von vorzüglichen Schauspielerinnen und Schauspielern, die alle auch noch verdammt gut singen können. Gegen Ende kommt auch noch der Landestheater-Chor (Einstudierung: Elena Pierini) hinzu, zuerst mit verhaltener Drohung, in einem Crescendo schließlich mit erschreckender Machtexpression der dörflichen Ordnungsvorstellungen.
Es erhebt sich auch hier, wie bei der „Füchsin“ in der Vorsaison, die Frage, wie die spezifische, sprachadaptierte Kompositionsweise Janáčeks mit der deutschsprachigen Fassung harmoniert. Dazu muß allerdings angemerkt werden, daß sich der Übersetzer bei der „Katja“ enger an den Originaltext gehalten hat als bei der Geschichte aus dem Tierteich, und der Regisseur damals dazu noch die Fabelebene ignorierte: diese Störfaktoren fielen heute weg. Unter diesen Umständen konnte sich das sensible Dirigat von Markus Poschner entfalten – beginnend mit einer düster brütenden, von Wetterleuchten umzuckten Ouverture über Emotionsausbrüche, aber auch zarte Lyrik, bis zum pechschwarzen und brutalen Finale mitreißend, sicher in den komplexen Rhythmuswechseln, manchmal atemberaubend vor Spannung: man glaubt ihm aufs Wort, als er bei der Premierenfeier sagt, Janáček sei sein neuester Lieblingskomponist. Und das Bruckner Orchester setzt seine Gestaltung präzise und klanglich berückend um: da stellen sich die Fragen nach Tschechisch versus Deutsch erst gar nicht.
Dieses anspruchsvolle Stück konnte, mit einer Ausnahme, aus dem Ensemble besetzt werden. Nicht zuletzt sei darauf verwiesen, daß es auch drei herausfordernde Tenorrollen aufweist.

Carina Tybjerg-Madsen, Matjaz-Stopinsek. Foto: Reinhard Winkler
Der ewig betrunkene, sadistisch-unterdrückerische Savjol Prokofjewitsch Dikoj wird von Michael Wagner mit schauspielerischer Verve und ausdrucksstarkem, vorzüglich fundiertem Baß dargestellt. Sein von ihm abhängiger und lustvoll unterdrückter Neffe Boris Grigorjewitsch, Liebhaber der Titelfigur, ist für Matjaž Stopinšek nach Eléazar und Erik eine weitere in Linz höchst erfolgreich erarbeitete dramatische Rolle, neben seinen (ohnedies auch nicht anspruchslosen) Operettenauftritten.

Michael Wagner. Foto: Reinhard Winkler
„Kabanicha“ Marfa Ignatjewna Kabanowa wird von der früher oft als Katja an ersten Häusern engagierten Clarry Bartha mit intensivem, rückhaltlosem Schauspiel und großer, ausdrucksstarker Stimme präsentiert – toll, daß wir sie als Gast begrüßen und ihre Kunst genießen dürfen! Deren Sohn, der schwächliche Tichon Ivanytsch Kabanoff wird von Christian Drescher sorgfältig und facettenreich porträtiert.

Manuela Leonhartsberger, Carina Tybjerg-Madsen. Foto: Reinhard Winkler
Carina Tybjerg Madsen stellt hingebungsvoll die Katja mit wunderbarer, ausdrucksstarker Stimme, von resignativ über lyrisch bis dramatisch, mit großen Kraftreserven, dar; einfach eine 100-prozentige Rollenabdeckung, besser nicht vorstellbar! Schwägerin Barbara wird von Manuela Leonhartsberger ebenso schauspielerisch wie stimmlich hervorragend gestaltet. Auch Jonathan Hartzendorf fügt sich als Wanja Kudrjasch in das hochklassige Ensemble vorzüglich ein.
Auch die kleinen Rollen sind mit Gregorio Changhyun Yun, Minji Kim, Domen Fajnik und Vajda Raginskytė absolut adäquat besetzt.
Alle Genannten singen sehr textdeutlich und stehen in bester Balance zum Orchester!
Nach rund 100 Minuten pausenloser Aufführung große Begeisterung, namentlich für Frau Tyberg Madsen, Herrn Wagner sowie Frau Bartha sowie die drei Tenöre Stopinšek, Drescher und Hartzendorf. Und auch für Dirigent, Orchester und Produktionsteam ist der Applaus sehr nachdrücklich.

Premierenfeier: Karin Waltenberger, Peter Konwitschny, Carina Tybjerg-Madsen, Matjaz Stopinsek. Foto: Petra und Helmut Huber

Pemierenfeier. Carry Batha, Markus Poschner. Foto Petra und Helmut Huber

Premierenfeier: Ensemble mit egisseur. Foto: Petra und Helmut Huber
Petra und Helmut Huber
Linz/ Landestheater: Katja Kabanowa: „Wo wart ihr, als ich noch lebte“?
Peter Konwitschnys „Katja Kabanowa“, der dreiaktigen Oper von Leos Janacek in einer Linzer Neuinszenierung nach 24 Jahren

Foto: Reinhard Winkler
So schrieb es die Titelträgerin Carina Tybjerg Madsen als Wunsch für ihre Grabinschrift. Peter Konwitschny hat seine eigene Auffassung von dem Ostrowski-Stück (Gewitter) eingebracht, nämlich den Handlungsort von der Wolga in einen Kirchenraum verlegt und auch einen eigenwilligen Schluss gewählt. Wer den Inhalt der Oper nicht kennt, dem hat sich nur schwerlich erschlossen, ob und wie Katja zu Tode gekommen ist. Also nicht so, wie im Libretto vorgesehen, durch Freitod in der Wolga. Unerwartete Regieansätze waren zum Beispiel, die beiden Hauptdarsteller Carina Tyberg-Madsen (Katja) und Boris (Matjaz Stopinsek) als gefiederten Engel und als Herzblatt von der Decke baumeln zu lassen oder die Gerichtsszene am Schluss, die mit Ironie die kirchliche und weltliche Macht als moralische Instanz in Frage stellen sollte. Auch Dikoj (Michael Wagner) und Barbara (Manuela Leonhartsberger) schwebten in der Höhe und landeten wieder auf der Bühne. Wer andere Inszenierungen kennt, vermisste eventuell eine deutlicher erkennbare Charakterisierung einiger Rollen: Clarry Bartha als Marfa (Katjas Schwiegermutter), Christian Drescher als Tichon (Katjas Ehemann) oder Jonathan Hartzendorf als Lehrer Wanja. Für die künstlerische Umsetzung der Bühne in Anpassung an das Stück und auch für die zeitgemäßen Kostüme zeichnete Karin Waltenberger, Elena Pierini betreute die milieutragende Chorleitung. Die sängerischen wie schauspielerischen Leistungen berührten durch ihren intensiven Einsatz für das Sujet und überzeugten in den Szenen von ihrem Mitgefühl. Hat es doch Janacek selbst so beabsichtigt mit seinem gewählten schöpferischen Thema, dass durch seine Musik die Nachwelt zu einer verstärkten Empfindsamkeit der Menschen finden möge. Seine sanften, wunderschönen Melodieeinfälle für Liebe um den Preis der Freiheit könnten aus der Romantik kommen, brutale vierfache Trommelschläge gleich zum Opernauftakt klingen in schneidender Härte der Partitur. Janacek liebte in seiner Musik schon immer die Gegensätze, Auflehnungen des singenden Volkes im sprachmelodischen Duktus des Vortrags. Seine Musik glüht vor innerer Unruhe ohne Nervosität zu erzeugen und empfindet volle Wärme für Katjas Sehnsüchte und Seelennöte ohne in Sentimentalität abzugleiten…
Zum Bericht von Georgina Szeless