Fotos: Daniel Hope (c) Raphael Faux
Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE FREITAG-PRESSE, 21. AUGUST 2026
Interview Daniel Hope/ Gstaad
Daniel Hope: „Gstaad ist so viel mehr als nur ein Job“
Für Daniel Hope ist die Intendanz beim Menuhin Festival Gstaad eine Herzensangelegenheit. Yehudi Menuhin war sein Mentor, Gstaad seine zweite Heimat. Als ich den 53-jährigen Stargeiger in der Bibliothek des Ermitage Wellness- & Spa-Hotels in Schönried-Gstaad treffe, kommt er gerade von den Proben. Sein Terminkalender ist voll, seit dem 1. November 2025 leitet er das Festival.
Jürgen Pathy im Gespräch mit Daniel Hope
Klassik.begeistert.de
Die Wiener Staatsoper zum Tod von KS Ileana Cotrubaș
Ehrenmitglied des Hauses am Ring 87-jährig verstorben
https://www.wiener-staatsoper.at/magazin/detail/zum-tod-von-ks-ileana-cotrubas/
Nachruf
Ileana Cotrubas ist tot: Sie war die „Traviata“ ihrer Generation (Bezahlartikel)
Zum Tod der rumänischen Sopranistin, die mit den bedeutendsten Dirigenten subtile Rollenporträts von Mozart bis Puccini modellierte.
DiePresse.com.ileana Cotrubas
Opernsängerin Ileana Cotrubaș verstorben
Die Rumänin gehörte zu den zentralen Proponenten der Wiener Staatsoper im 20. Jahrhundert. Ileana Cotrubaș ist tot – und damit eine der legendären Sopranistinnen der Wiener Staatsoper. Die gebürtige Rumänin, Ehrenmitglied des Hauses am Ring, verstarb nun im Alter von 87 Jahren. „Äußere, glatte Perfektion war nicht, was sie suchte, sondern künstlerische Wahrheit in Gesang und Spiel“, zollte „ihr“ Haus am Donnerstag der verstorbenen Künstlerin den gebührenden Respekt.
DerStandard.at.cotrubas
Bremen/ Musikfest /Konzerthaus „Die Glocke“
Rolando Villazón: Ich wollte wie Orpheus singen…
Der Mythos um den begnadeten Sänger Orpheus und seine Gattin, die Nymphe Eurydike, ist gewiss eine der bekanntesten alten Liebestragödien. Claudio Monteverdi hat sie 1607 in „L’Orfeo“ vertont, der möglicherweise ersten Oper der Musikgeschichte. Und dutzende weitere Komponisten haben sich bis hin zur Neuzeit dieses berührenden Sujets bedient. Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata haben Ausschnitte aus verschiedenen Werken in Form einer quasi halbszenischen Aufführung zusammengefügt, die die uralte Lovestory anhand der schönsten Arien lebendig werden lässt. Dass damit auch Einblicke in die Geschichte der Oper vermittelt werden, ist zweifellos interessant. Doch an diesem Abend darf man sich auch ganz einfach der Schönheit der Musik hingeben.
Klassik-begeistert.de
Salzburg
Currentzis in Salzburg: Ein Geburtstag und drei Todesfälle (Bezahlartikel)
Utopia-Orchester und -Chor unter Teodor Currentzis mit Kurtág und Brahms, dazu Vilde Frang als glänzende Solistin in Bergs Violinkonzert: Ein Abend im Großen Festspielhaus, der begeisterte, verstörte und zum Nachdenken anregte. Wie Festspielkonzerte sein sollen.
https://www.diepresse.com/41188117/currentzis-in-salzburg-ein-geburtstag-und-drei-todesfaelle
Der Tod keinen Stachel mehr
Über György Kurtág und Alban Berg führten Teodor Currentzis und sein Utopia Orchestra in direkter Linie, musikalisch wie emotional, zu Johannes Brahms. Genau diesen Sound muss der Komponst für das Deutsche Requiem im Ohr gehabt haben.
DrehpunktKultur.at.der.tod
Schwerhörig zur Mozart-Oper
Ich fuhr zu den Salzburger Festspielen, um die maroden Werkstätten zu besichtigen. Beim Besuch eines Konzerts hatte ich eine heilsame Begegnung. Außen hui, innen pfui – so lautet das Fazit nach meiner Reise zu den Salzburger Festspielen. Ich fuhr nach Salzburg, um das geplante Bauprojekt „Festspielbezirk 2030“ unter die Lupe zu nehmen. Mitte September rollen die Maschinen an, um im Mönchsberg riesige Kavernen aus dem Fels zu fräsen. Ich wollte wissen, ob die enormen Kosten – geschätzt zwischen 438 und 635 Millionen Euro – in Zeiten knapper Kassen zu rechtfertigen sind. Meine Reportage dazu finden Sie im aktuellen FALTER. Doch ich wollte nicht nur die bröckelnde Rückseite des berühmten Festivals sehen, sondern auch die glänzende Fassade. Die Veranstalter luden mich zu einer Mozart-Oper ins Große Festspielhaus ein. Hunderte elegant gekleidete Damen und Herren strömten in das von Clemens Holzmeister entworfene Gebäude, das 1960 eröffnet wurde.
https://www.falter.at/maily/20260819/schwerhoerig-zur-mozart-oper
Durchglühte Schlichtheit: Riccardo Mutis sechstes Verdi-Requiem in Salzburg
Wenn am 15. August in Italien Ferragosto gefeiert wird, Höhepunkt des Sommers dort zusammen mit dem katholischen Fest Mariä Himmelfahrt sowie die Haupturlaubszeit im Land, macht sich seit mehr als 50 Jahren Riccardo Muti auf den Weg nach Salzburg. 1971 wurde der italienische Grandseigneur des Taktstocks erstmals zu den Festspielen eingeladen, damals leitete er Donizettis Dramma buffo Don Pasquale. Nur ein einziges Jahr musste er auslassen (1978), Verdi- und Mozart-Opern standen oft auf dem Programm.
bachtrack.com.de.riccardo.muti
Kristina Hammer will Präsidentin der Salzburger Festspiele bleiben: Sponsorverträge stehen vor Verlängerungen (Bezahlartikel)
Das Kuratorium der Salzburger Festspiele wird bald über die Präsidentschaft ab 2027 entscheiden.
SalzburgerNachrichten.at.festspiele
Daniels Anti-Klassiker 3: Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 7 „Lied(er) der Nacht“ (1908)
Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen. Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.
Von Daniel Janz
Klassik-begeistert.de
Scheibbs
Klassik zwischen großer Geste und intimen Momenten im Bezirk Scheibbs
Das 42. Chopin Festival begeisterte in Scheibbs, Gaming und Lunz am See mit musikalischen Darbietungen auf höchstem Niveau. Für Donka Angatscheva waren die Festivaltage zugleich die Feuertaufe als neue Präsidentin der Internationalen Chopin-Gesellschaft Wien – und ein Einstand nach Maß. Auch als Pianistin war sie gefordert: Insgesamt absolvierte sie während des Festivals vier Auftritte, zwei davon allein am Samstag.
meinBezirk.at.scheibbs
Berlin
Musikfest Berlin 2026: Sensationelle Entdeckung eines Werkes von Yvonne Loriod
Das Musikfest Berlin 2026, veranstaltet von den Berliner Festspielen in Kooperation mit der Stiftung Berliner Philharmoniker, startet am 28. August in der Philharmonie Berlin. Eine musikalische und musikgeschichtliche Sensation ist die Entdeckung der Komposition La Sainte Face von Yvonne Loriod. Die 15-sätzige außergewöhnliche Kantate für Sopran und Orchester wird 80 Jahre nach ihrer Entstehung uraufgeführt. Eine in der Partitur enthaltene Programmnotiz der Komponistin und die jetzt fassbare Dauer des Werkes bewirken eine besondere Programmänderung.
NeueMusikzeitung/nmz.de.musikfest
Feuilleton
Nonbinäre Musikwissenschaft: Einladung zum biodiversen Gesellschaftstanz (Bezahlartikel)
Jenseits von Dur und Moll: Der Trend zur Geschlechterauflösung in der Musikwissenschaft versetzt dem Feminismus einen schweren Schlag.
FrankfurterAllgemeine.net.nonbinaer
Links zu englischsprachigen Artikeln
Bayreuth
Vox populi
In Bayreuth, a confident Magnus Vigilius and luminous Jennifer Holloway attempt to elevate Wagner’s populist Rienzi.
https://parterre.com/2026/08/19/vox-populi-2/
Pesaro
Rossini Opera Festival 2026 Review: Il viaggio a Reims
https://operawire.com/rossini-opera-festival-2026-review-il-viaggio-a-reims/
Parma
Anna Moffo: La Diva La Donna – a new exhibition opens at Villa Lanfranchi
Anna Moffo, la Diva la Donna, a new exhibition curated by Eles Iotti, opens on 23 August and runs until 25 October at Villa Lanfranchi, about half an hour’s drive from Parma.
https://www.gramilano.com/2026/08/anna-moffo-villa-lanfranchi/
London
The Rake’s Progress review – a young cast packed with promise do Stravinsky’s dance with the devil proud
The staging is awkward and balance is an issue at points, but the singers of British Youth Opera are consistently impressive
TheGuardian.music.com.stravinsky
Ukrainian Freedom Orchestra/Wilson review – white-hot intensity as Verdi Requiem shakes St Paul’s vast dome
The Guardian.com.music.ukrainian
Berkeley
West Edge Rinaldo: Pow! Bam! Wow!
https://operatoday.com/2026/08/west-edge-rinaldo-pow-bam-wow/
Melbourne
Xerxes: Handel’s vain ruler gets a makeover
A new Melbourne Conservatorium of Music production brings Handel’s opera to life with period practice, fluid casting and youthful energy.
https://limelight-arts.com.au/features/xerxes-handels-vain-ruler-gets-a-makeover/
Sprechtheater
Südburgenland/Schloss Tabor
Im Uhudler-Landestheater wird Orpheus zum Grapscher und Eurydike zur Betrügerin
Auf Schloss Tabor im Südburgenland gelangt am 27. August eine etwas andere Fassung der antiken Geschichte über das berühmte Liebespaar zur Premiere
DerStandard.at.story.uhudler
Medien
Österreich/ ORF
„Unterbreche sehr ungern“: ORF-Journalist Armin Wolf wird 60
Der langjährige „ZiB2“-Anchorman „operiert, was kommt“ und tritt unermüdlich für die Unabhängigkeit des ORF ein. Am 19. August feiert er seinen 60. Geburtstag. Zu ihm hat jeder Nachrichtenenthusiast im Land eine Meinung: Manche feiern ihn für seine Hartnäckigkeit, andere rollen angesichts der x-ten Nachfrage an wenig auskunftsfreudige Politikerinnen und Politiker die Augen. Unbestritten ist, dass Armin Wolf einer der bekanntesten und besten Journalisten des Landes ist, der seinen Interviewpartnern unermüdlich auf den Zahn fühlt und sie mitunter gehörig ins Schwitzen bringt. Am Mittwoch, 19. August, wurde er 60 Jahre alt.
Kurier.at.journalist
Politik
Österreich
Düstere ZiB2-Prognose einer Polit-Expertin: Regierung kann in Krisensituation nicht helfen
Die Verhandlungen seien durchaus konstruktiv verlaufen, am Freitag sollen die Gespräche fortgesetzt werden, hieß es aus Verhandlungskreisen. Zuvor hatten Vertreter der Regierungsparteien trotz Irritationen bei SPÖ und NEOS wegen eines ÖVP-Vorschlags zum Ziel der Klimaneutralität betont, weiter einen Kompromiss finden zu wollen.
oe24.at.dieregierung
Österreich
Politikmonitor“ der Uni Graz enthüllt: Babler-SPÖ hält die wenigsten Wahlversprechen
Auch wenn es die SPÖ gerne anders darstellt, steht jetzt schwarz auf weiß fest: Sie setzt die wenigsten Wahlversprechen in der Koalition durch. Wie viele ihrer Ankündigungen vor der Wahl hat die Regierung mittlerweile umgesetzt? Und welche Regierungspartei konnte dabei ihre Wahlversprechen durchboxen? Das hat sich die Politologin Katrin Praprotnik von der Universität Graz ganz genau angesehen. Das Ergebnis: 25 Prozent der Wahlversprechen im Koalitionsprogramm sind vollständig umgesetzt, 13 Prozent zumindest teilweise realisiert. Das heißt: Knapp zwei Drittel muss die Regierung theoretisch noch abarbeiten, wenn sie alle Versprechen umsetzen will. Zeit dafür ist bis 2029 – wenn die Koalition nicht vorher platzt.
Heute.at.Politkommentar
Wien
SPÖ-Politiker zu Ruck überGemeindewohnungen: „Einen Teil verklopfe ich…“
Ernst Nevrivy, wortgewaltiger SPÖ-Bezirksvorsteher von Wien-Donaustadt, konnte sich in der Runde mit dem damaligen Wiener Wirtschaftskammer-Boss Walter Ruck einen Teil-Verkauf von Wiener Gemeindewohnungen vorstellen. Auch ein ehemaliger Wiener Bürgermeister bekommt sein Fett ab. Krone + kennt die Details.
https://www.krone.at/4260081
Justiz/ Gericht
Österreich
Richter „erschüttert“: Grasser-Anwälte haben „rote Linien überschritten“
Der am Dienstag publik gewordene Versuch, die Richterin im Prozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser mit gefälschten E-Mails zu Fall zu bringen, sorgt nun für heftige Kritik aus den Reihen der Justiz. Die Richtervereinigung sieht dabei „rote Linien mehr als überschritten“ und spricht von einem Angriff auf zentrale Prinzipien des Rechtsstaats.
https://www.krone.at/4261305
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Unter’m Strich
Wien
Hagel prasselt auf Wien – Bezirke plötzlich weiß
Ein heftiges Unwetter zog am Donnerstagnachmittag über Wien. Hagelkörner fast so groß wie Tischtennisbälle sorgten in mehreren Bezirken für Aufsehen.
Heute.at.unwetter
50 Cent fürs WC: Frauen planen „Sammelklage“ gegen Wien. Schon 43 Frauen an Bord
50 Cent fürs WC, Pissoir ist gratis: Jetzt formiert sich Widerstand gegen die Wiener Gebührenregelung.
Heute.at.wc.gebühr
St. Gervais/ Frankreich
Ärger um Helikopter-Einsatz: Bürgermeister lässt Alpen-Touristen kräftig zahlen
Die Behörden der Gemeinde Saint-Gervais am Fuße des auf 4.807 Metern gelegenen Gipfels hatten am Dienstag (11. August) eine Warnung veröffentlicht und mehrere Berghütten geschlossen. Nach erheblichen Felsstürzen im Goûter-Tal sei die Route auf den Mont Blanc zu einer „echten Falle“ geworden, hieß es. Der Bürgermeister der Gemeinde, Jean-Marc Peillex, warnte Wanderer vor „Lebensgefahr“. Bergführer und Tourenanbieter sagten alle geplanten Besteigungen des Mont Blanc ab.
online.de.panorama
INFOS DES TAGES (FREITAG, 21. AUGUST 2026)
INFOS DES TAGES (FREITAG, 21. AUGUST 2026)
Quelle: onlinemerker.com
DIE ERSTEN PREMIEREN DER WIENER STAATSOPER

Foto: Andrea Matzker
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebes Publikum!
Bevor wir wie gewohnt einen Blick auf die nächsten beiden Wochenenden am Wiener Rathausplatz werfen, wagen wir einen Ausblick in die kommende Saison. Im September und Oktober kommen sowohl Opern- wie auch Ballett-Fans voll auf ihre Rechnung:
Neben dem Opern Air-Konzert im Burggarten am 6. September (mit Asmik Grigorian, Piotr Beczała, Juan Diego Flórez und Ludovic Tézier) gibt es im Herbst sowohl eine Opern- wie auch eine Ballettpremiere, die Uraufführung der Kinder-Wanderoper Geheimmission Zauberflöte sowie sehr spannende Besetzungen in den Wiederaufnahme- und Repertoirevorstellungen, wie z.B. Elīna Garanča als Fürstin de Bouillon, Jonas Kaufmann als Otello, Kate Lindsey als Sesto und als Rosina, Malin Byström als Tosca, Jonathan Tetelman als Cavaradossi, Roberto Alagna als Don José, Nicole Car als Desdemona, Luca Salsi als Jago, Rolando Villazón als Orfeo sowie Günther Groissböck als Philipp II. und im Rahmen eines Solokonzertes.
Premiere
ALEXANDER VON ZEMLINSKY, BÉLA BARTÓK EINE FLORENTINISCHE TRAGÖDIE / HERZOG BLAUBARTS BURG
Der zweiteilige Abend Eine florentinische Tragödie/Herzog Blaubarts Burg am 3. Oktober eröffnet den Premierenreigen. Zu erleben sind u. a. Asmik Grigorian, Florian Boesch und Christopher Maltman. Termine → Eine florentinische Tragödie/Herzog Blaubarts Burg
Premiere: 3. Oktober 2026
weitere Termine: 6. / 8. / 10. & 12. Oktober 2026
Tickets »Eine florentinische Tragödie/Herzog Blaubarts Burg«
JOHN NEUMEIER: NIJINSKY
Am 20. Oktober folgt die erste Ballettpremiere, John Neumeiers Nijinsky über den Jahrhunderttänzer und Visionär der Tanzkunst.
Premiere: 20. Oktober 2026
weitere Termine: 22. / 24. / 27. & 30. Oktober 2026 &
6. & 9. November 2026 (ab 1.9. im Verkauf)
Tickets »Nijinksy«
Auch in der kommenden Spielzeit gibt es zu unseren Opern- und Ballett-Neuproduktionen im Haupthaus jeweils Einführungsmatineen – die Opern-Matineen werden von Direktor Bogdan Roščić moderiert.
Für Sie als Newsletter-Abonnentin oder -Abonnent sind die Matineen mit dem Code Vormittag_NL (diesen bitte bei der Buchung im Feld »Kundenkarte/Aktionscode« eintragen) auch weiterhin kostenlos buchbar.
Und nun – wie angekündigt – der Blick auf die nächsten »Staatsopern-Sonntage« auf der großen Leinwand des Film Festivals am Wiener Rathausplatz:
RICHARD STRAUSS: »DER ROSENKAVALIER« (2025)
Richard Strauss‘ Meisterwerk in der legendären Inszenierung von Otto Schenk ist am letzten August-Sonntag zu erleben. Krassimira Stoyanova ist als Marschallin, Günther Groissböck in seiner Paraderolle als Baron Ochs von Lerchenau zu erleben. Emily D´Angelo gibt den Oktavian. Und in der kleinen Rolle des Sängers, die gerade die Besetzung dieser Rolle dann doch zu einer wichtigen Partie macht, brilliert Angel Romero. Es dirigiert Adam Fischer.
Termin → Der Rosenkavalier (2025)
Sonntag, 30. August, 20.15 Uhr
beim Film Festival am Rathausplatz
film festival am rathausplatz »Der rosenkavalier (2020)«
CHARLES GOUNOD: »FAUST« (2021)
Frank Castorf, vielleicht der einflussreichste Regisseur der deutschsprachigen Theaterwelt der letzten 20 Jahre, debütierte mit dieser Arbeit 2021 an der Staatsoper. In seiner Inszenierung trifft das Paris der Faust-Uraufführungszeit auf das Paris um 1960. Mit filmischen Mitteln wie Schnitten und Überblendungen werden aus den wenigen Schritten durch das Miniatur-Paris Verfolgungsjagden, Zeitsprünge oder Träume. Zugleich setzt Castorf die, von Gounod nicht zu Ende erzählten, Geschichten im Video fort. Juan Diego Flórez gab mit dieser Produktion sein szenisches Rollendebüt als Faust. Die Marguerite gestaltet Nicole Car. Adam Palka ist Méphistophélès, Etienne Dupuis singt den Valentin. Es dirigiert Bertrand de Billy.
Termin → Faust (2021)
Sonntag, 23. August, 20.30 Uhr
beim Film Festival am Rathausplatz
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GRAFENEGG: Julien Hervé statt Martin Fröst in Grafenegg
Martin Fröst muss aus gesundheitlichen Gründen seine Mitwirkung beim Konzert des Rotterdam Philharmonic Orchestra unter Lahav Shani am Abend des 23. August 2026 in Grafenegg absagen. Julien Hervé übernimmt bei unverändertem Programm.
(Grafenegg, 20. August 2026) Der Klarinettist Martin Fröst muss seinen Auftritt in Grafenegg aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig absagen. Er sollte am 23. August in Grafenegg gemeinsam mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Lahav Shani spielen.
Wir wünschen Martin Fröst rasche Genesung sowie eine baldige Rückkehr auf die Konzertbühnen der Welt und freuen uns, dass Julien Hervé, der Soloklarinettist des Rotterdam Philharmonic Orchestra, das Konzert bei unverändertem Programm (Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Klarinette und Orchester A-Dur KV 622) übernimmt.
Lahav Shani zur Besetzungsänderung:
«Ich bewundere Julien für seine musikalischen Qualitäten, er ist ein exzellenter Solist und Kammermusiker und großartiger Kollege. Ich freue mich sehr darauf, mit ihm gemeinsam in meinem letzten Konzert als Chefdirigent des Rotterdam Philharmonic Orchestra das Klarinettenkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart zu interpretieren. Martin Fröst wünsche ich eine schnelle Genesung.»
Weitere Informationen, sobald verfügbar, unter grafenegg.com.
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Saarländisches Staatstheater Saarbrücken startet mit Prokofjews opulenter Oper Die Liebe zu den drei Orangen in die neue Spielzeit

Copyright: Martin Kaufhold
mit Prokofjews opulenter Oper Die Liebe zu den drei Orangen startet das Saarländische Staatstheater am 29. August im Großen Haus gleich rasant in die Spielzeit 2026/2027. Sie erzählt voller Humor von der Sehnsucht des Menschen nach Liebe, Glück und Lebensfreude. Tom Gerber, der gerade mit seiner Inszenierung des Musicals La Cage aux Folles in Saarbrücken Publikum und Kritiker gleichermaßen begeisterte, wünscht sich schon lange, eine Oper auf die Bühne zu bringen. Nach einer Reihe von Produktionen im Musicalbereich, ist dies nun seine erste Opernproduktion.
„Alles, was mich am Theater begeistert, wird auf die Bühne kommen: fantastische Musik, großartige Sänger*innen, tolle Kostüme und eine sinnliche Bühne. Unser Akzent ist die Magie des Theaters“, sagt Tom Gerber.
Die Liebe zu den drei Orangen
Oper von Sergei S. Prokofjew
Der König ist verzweifelt. Sein Sohn, der Prinz, leidet an apathischem Negativismus im Endstadium. Die Ärzte wissen keinen Rat mehr. Doch dann, ein rettender Traum: Lachen muss er, der Prinz! Lachen ist ja die beste Medizin.
Aber so leicht lässt sich ein schwermütiger Prinz nicht erheitern. Erst ein Missgeschick der bösen Zauberin Fata Morgana bringt ihn zum Lachen – und dabei wollte Fata genau das verhindern. Aus Wut verflucht sie den Prinzen: Drei Orangen soll er lieben. Und die müssen natürlich erst aus einem fernen Schloss befreit werden. Doch was ist schon eine gefährliche Reise, wenn man den Hofnarren als Knappen mitnimmt und am Ende zitrusfrische Liebe wartet?
In Prokofjews satirischer Oper treffen Stegreiftheater und Groteske auf jene fein-witzige Musik, die auch vor pompösem Klang nicht zurückschreckt. Ein Werk, das nicht nur den Prinzen zum Lachen bringen wird.
Libretto vom Komponisten und Vera Janacópulos nach Vsevolod Meyerholds Adaption eines Stückes von Carlo Gozzi; in deutscher Textfassung unter Verwendung der Übersetzung von Jürgen Beythien und Eberhard Sprink sowie der Übersetzung von Werner Hintze.
Premiere
Die Liebe zu den drei Orangen
Samstag, 29. August 2026, 19:30 Uhr
Großes Haus
Besetzung
MUSIKALISCHE LEITUNG JUSTUS THORAU
INSZENIERUNG TOM GERBER
BÜHNE RALPH ZEGER
KOSTÜME JANNIK KURZ
CHOREOGRAPHIE MYRIAM LIFKA
LICHT PATRIK HEIN
DRAMATURGIE PATRICK STRASSER
CHOREINSTUDIERUNG MAURO BARBIERATO
MUSIKALISCHE EINSTUDIERUNG MARTIN STRAUBEL; NICKOLAS KUDO; JULIUS ZEMAN
REGIEASSISTENZ/ ABENDSPIELLEITUNG FABIAN SICHERT
THEATERPÄDAGOGISCHE BETREUUNG MAREN RÖTTIG
BÜHNENBILDASSISTENZ ARYN SCHIFFMANN
KOSTÜMASSISTENZ KSENIIA DOLZHYKOVA
INSPIZIENZ ELENA KLYMCHYK
SOUFFLAGE MARION BÉRANGER
FSJ KOSTÜM JOSEPHINE MEYER
Mit
Der König Treff, Exzentriker Tobias Schabel
Der Prinz Taejun Sun
Die Prinzessin Clarissa, Linetta, Exzentrikerin Clara-Sophie Pietsch
Leander, Der Herold, Exzentriker Markus Jaursch
Truffaldino, Exzentriker Benjamin Lee
Pantalon, Farfarello, Exzentriker Yancheng Chen
Der Zauberer Tschelio Benedict Nelson
Fata Morgana Anna Patalong
Smeraldine, Nicoletta, Exzentrikerin KS Judith Braun
Ninetta, Exzentrikerin Margot Genet; Bettina Maria Bauer
Die Köchin, Exzentriker KS Hiroshi Matsui
Der Zeremonienmeister, Exzentriker Mykola Avdieiev
Exzentrikerin Eva Degitz
Saarländisches Staatsorchester
Opernchor des Saarländischen Staatstheaters
Extrachor und Statisterie des Saarländischen Staatstheaters
Weitere Aufführungstermine
Samstag, 05. September, 19:30 Uhr
Mittwoch, 09. September, 19:30 Uhr
Samstag, 19. September, 19:30 Uhr
Freitag, 02. Oktober, 19:30 Uhr
Dienstag, 13. Oktober, 19:30 Uhr
Sonntag, 25. Oktober, 14:30 Uhr
Donnerstag, 12. November, 19:30 Uhr
Sonntag, 22. November, 18:00 Uhr
Sonntag, 27. Dezember, 18:00 Uhr
Donnerstag, 14. Januar 2027, 19:30 Uhr
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Im Gespräch mit dem Dirigenten Sebastian Weigle
Ein Gespräch von Dirk Schauß vom 03.06.2026

Sebastian Weigle bei einer Probe. Foto: Copyright by Diana Hillesheim
Fast vier Jahre später – im Juni 2026, wie schon 2022 – trafen sich Dirk Schauß und Sebastian Weigle wieder in Frankfurt. Die Atmosphäre war von Anfang an vertraut und herzlich: Weigle kehrte als Gast zu dem Orchester zurück, dessen Klang er, wie er sagt, „immer in seinem Herzen“ getragen hat.
Beim ersten Gespräch vor Jahren hatte sich bereits eine offene, respektvolle Gesprächsatmosphäre entwickelt. Diesmal war das Interview noch ausführlicher, persönlicher und von einer spürbaren Freude am Wiedersehen geprägt. Im Zentrum standen Weigles Rückkehr an das Pult des Frankfurter Orchesters, sein Leben als freier Dirigent und die Erfahrungen, die er in den letzten Jahren an den verschiedensten Häusern gesammelt hat. Er spricht mit großer Wärme über die besonderen Qualitäten „seines“ Orchesters, über das Beethoven-Violinkonzert und Rachmaninows zweite Sinfonie, die er ungekürzt und mit frischen Nuancen an den beiden Konzertabenden gestalten will. Ebenso offen äußert er sich zu seinen zukünftigen musikalischen Wünschen – darunter Sibelius und Martinů – und zu seiner Haltung gegenüber Mahler, den er bewusst nicht als reine Todesmusik versteht.
Es ist ein sehr herzliches, ehrliches und in manchen Momenten auch berührendes Gespräch – ein Blick auf einen Dirigenten, der nach der intensiven Zeit als Generalmusikdirektor nun freier und zugleich mit neuer Neugier unterwegs ist, und der dabei den Klang eines Orchesters nie vergessen hat.
Herr Schauß: Erst einmal vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für das Gespräch nehmen, lieber Herr Weigle. Ich falle gleich mit der Tür ins Haus – wie war die erste Probe?
Herr Weigle: Die erste Begegnung – das schwebt ja schon im Vorfeld ein bisschen in der Luft: Wie wird das wohl sein, nach drei Jahren wiederzukommen? Man betritt das Haus, und schon auf dem Weg trifft man einige Musiker, die zum Orchester unterwegs sind: „Ah, schön, dass Sie da sind!“, „Oh, das wurde aber auch Zeit!“ Es war ein sehr warmes Willkommen, ein sehr herzlicher Empfang. Ich habe dem Orchester gesagt, was ich schon in meiner Abschlussansprache vor drei Jahren gesagt hatte: dass ich mich in den Klang dieses Orchesters so verliebt habe und ihn immer in meinem Herzen tragen werde. Und das habe ich auch nie aufgegeben. Manchmal, wenn man andere Orchester dirigiert, merkt man: Das klingt nicht so wie in Frankfurt. Hier ist über die Jahre etwas zusammengewachsen. Irgendwann hat man nur noch eine Zeichensprache und muss nichts mehr verbal artikulieren – man macht eine Geste, „ach ja, das sollten wir“, und schon kommt es. Das ist eine große Qualität, die man nicht überall findet. Als Gast mache ich ja keine anderen Gesten; ich komme auch mit anderen Orchestern relativ schnell zu einem Klang. Aber Frankfurt trage ich immer mit mir, das hat sich nie geändert. Das erste Jahr war ich fast gar nicht da – die Musiker sollten sich erst einmal auf die neue Ära einstellen. Da muss viel gearbeitet, vielleicht auch etwas anderes erzeugt werden. Und dann war ich ganz überrascht und eigentlich doch nicht: Es ist einfach ein tolles Orchester, das gewohnt ist zu reagieren und zu agieren und sich stilistisch wunderbar auskennt. Es war ein wunderbares Wiedersehen. Sie murren auch nicht: Normalerweise gibt man die Pause nach etwa einer Stunde zwanzig; heute habe ich sie erst nach einer Stunde zweiunddreißig gegeben – da schaut keiner auf die Uhr. Man muss eben etwas zu sagen haben, es muss einen Grund haben und Sinn ergeben. Man muss eine Probe nicht künstlich verlängern. Aber sie haben auch nicht aufgehört nachzufragen: Soll ich das hier so machen, fehlt da etwas? Sie sind sehr aufmerksam. Das ist schön.
Herr Schauß: Das ist sehr interaktiv.
Herr Weigle: Ja, total. Und es war eigentlich immer so. Manche Kollegen mögen es während der Probe, andere kommen danach und stehen Schlange, um ihre Fragen loszuwerden – und die bekommen sie selbstverständlich auch beantwortet. Ich bin tatsächlich ein Arbeiter: Ich frage die Leute, die jeden Tag im Orchester sitzen, wie lange das Stück her ist, ob sie erst einmal eine Übersicht haben wollen – denn die nächste Probe ist vielleicht schon am selben Abend. Tun sich Schwierigkeiten oder bestimmte Stellen auf, von denen ich sage: Die schaue ich mir vor der Abendprobe lieber noch einmal an? Wenn man gleich von Anfang an arbeitet, ist die Probe weniger anstrengend, weil die körperliche Anstrengung etwas eingedämmt ist. Hier war der Wunsch aber wirklich da. Die zweite Sinfonie von Rachmaninow ist vor langer Zeit hier mit diesem Orchester letztmalig erklungen, unter Willem Mengelberg im Jahr 1909! Ich selbst habe die Sinfonie 2011 in einer Bearbeitung für Klavier und Orchester dirigiert, als fünftes Klavierkonzert sozusagen. Da hat man aber eher die Rolle des Begleitenden … Und erst jetzt wieder als normale zweite Sinfonie.

Sebastian Weigle und Dirk Schauß. Foto: Copyright by Diana Hillesheim
Vom GMD zum musikalischen Nomaden
Herr Schauß: Herr Weigle, Sie sind jetzt seit drei Jahren als „musikalischer Nomade“ unterwegs – wenn ich das mit allem Respekt so sagen darf: heute hier, morgen dort, sehr viel auf Reisen. Ich verfolge Ihren Weg, wo Sie gerade sind. Zuletzt Korngold in Dallas, ganz auf musikalische Breitwand eingestellt, und Dvořáks Siebte – und die kommt wieder in Singapur, oder?
Herr Weigle: Stimmt. Und dann ist wieder Oper dran, mit dem Figaro in San Francisco. In Wien bin ich nächstes Jahr und das übernächste Jahr. Dort mache ich den Rosenkavalier. Und es kommt eine ganze Menge: Die tote Stadt, Zauberflöte, Hänsel und Gretel, Elektra … eine ganze Menge.
Herr Schauß: Toll. – Wie hat sich Ihr Leben verändert, einmal abgesehen davon, dass Sie mehr reisen als früher?
Herr Weigle: Ich will nicht sagen, es sei ein bisschen entspannter – es ist es tatsächlich. Früher, wenn ich die Möglichkeit zum Gastieren bekam … Ich habe meine Aufgabe als GMD hier in Frankfurt sehr ernst genommen, hatte immer ein offenes Büro: Die Leute konnten kommen und ihre Sorgen und Nöte hierlassen. Entspannt war ich in Frankfurt eigentlich nie. Jetzt, wenn ich nach Frankfurt komme, muss ich nicht am nächsten Morgen gleich in die Oper, was sonst immer der Fall war. Ich war unterwegs, und es war oft so geplant, dass ich früh um acht aus Japan lande und um zehn schon hier probe. Das ging eigentlich immer weiter. Das ist jetzt weg, das nimmt ein bisschen Druck heraus. Es waren ja auch sehr viele Premieren, die ich hier gemacht habe, Dinge zum allerersten Mal – und das ist natürlich schön, das mit der Neugier der Orchestermusiker gemeinsam zu entwickeln. Es ist also ein bisschen entspannter. Aber ich habe gerade harte Monate, weil wir es mit der Agentur so besprochen haben. Es ist auch ein Liebesdienst dabei. Ich freue mich aber sehr auf das Konzert in Frankfurt (Oder) – und auch auf das mit dem Orchester meines Onkels.
Herr Schauß: Ah ja. Es gab ja auch immer viel Verwechslung – zwei Weigles in zwei Frankfurts. Wer ist wer, und wie auch immer.
Herr Weigle: Richtig. Aber da hat sich ein kluger Dramaturg etwas gedacht. Es geht um die Feier zum 25-jährigen Jubiläum der Eröffnung des Nikolaisaals in Potsdam. Den habe ich vor 25 Jahren mit dem Frankfurter Staatsorchester eröffnet. Jetzt wollte man das feiern und hat sich den dirigierenden Kollegen von damals für das Jubiläumskonzert gewünscht. Ich konnte mir den Tag aussuchen, die Woche war eigentlich frei. Da habe ich gedacht: Wann soll man es sonst machen? Sonst müsste ich es in den Urlaub schieben, und das ergibt für ein Orchester keinen Sinn. So habe ich gesagt: Gut, ich mache das. Also nach dem Montagskonzert Dienstagvormittag die Anreise und gleich am Nachmittag die Probe. Auf dem Programm steht die dritte Sinfonie von Rimski-Korsakow – eine Rarität. Dann ein Stück von Alissa Firsowa, eine Art Apokalypse, könnte man sagen: die Androhung von Dingen, zarte Erinnerungen, Schwelgerisches, Filmmusikartiges dazwischen – ein sehr interessantes Stück. Sie kommt selbst; sie ist Pianistin und Komponistin. Und dann das dritte Klavierkonzert von Rachmaninow mit Alexander Krichel.
Beethoven und der Herzschlag des Lebens
Herr Schauß: Schauen wir auf das Programm, das wir am Sonntag und Montag hören werden. Beethovens Violinkonzert. Der Beethoven ist ja ein sehr ungewöhnliches Konzert, schon von der Dimension her – es ist relativ groß.
Herr Weigle: Deswegen gibt es auch keine Ouvertüre.
Herr Schauß: Ich frage immer, wenn das Beethoven-Violinkonzert kommt: Was ist der Hauptansatz für Sie? Da ist ja immer dieses Motiv, dieses Pochen in den Pauken. Ist das für Sie einfach nur ein Motiv, oder steckt mehr darin?
Herr Weigle: Natürlich ist es ein Motiv – schon weil es eines ist. Aber für mich ist es immer auch etwas anderes: etwas Rundes, ein Herzschlag, ein „Ich bin noch am Leben“. Ich mache aus vier Tönen etwas, ich stelle diesen Rhythmus einfach vor eine Melodie. Beethoven hat ja viele Dinge geschrieben, die eigentlich gar keine Melodie enthalten. Für mich ist es immer so: Jemand klopft an, man öffnet, und dann tritt eine Seele ein; man begegnet ihr und macht etwas mit ihr. Dann schließt sich die Tür wieder, und man ist eigentlich wieder in der Einsamkeit, in der Dunkelheit – aber der Puls geht irgendwie weiter. Für mich also immer etwas, das einen Nährboden bietet, um weiterzumachen, ein Aufrechterhalten. Dass das Schicksal an die Tür klopft, würde ich nicht sagen – das ist schon anders besetzt. Das Stück zeigt viele Stufen des Lebens: Da ist auch kindliche Naivität drin, gerade in den Holzbläserstellen, wo von irgendwoher die Seele kommt. Diese Gegensätze müssen einfach explodieren – für mich ist es geradezu eine Sinfonie, mit Ecken und Kanten.
Herr Schauß: Gibt es für Sie bei diesem Konzert als Dirigent besondere Herausforderungen?
Herr Weigle: Nein. Die Aufgabe ist immer das, was vermeintlich leicht und einfach klingt und doch nicht so einfach umzusetzen ist. Da sitzen zwölf erste Violinen, zehn zweite, was auch immer – die müssen alle dasselbe denken, dasselbe fühlen, im selben Moment. Der eine macht es vielleicht nicht ganz mit, aber dafür gibt es den Dirigenten, der das immer wieder motiviert.
Herr Schauß: Wenn Sie Beethoven dirigieren, wie ist Ihre Klangvorstellung? Eher an der historischen Aufführungspraxis orientiert? Das ist ja inzwischen fast zum Dogma überhöht worden, finde ich.
Herr Weigle: Ja, gut, dass Sie das ansprechen. Sonst wäre es zu sehr ins andere Extrem überhöht – es riecht ein bisschen danach. Ich mache das schon ein wenig, ja. Aber dann kommt auch wieder Herzblut: Ich wechsle, ich bleibe nicht stur dabei. Bitte nicht ganz ohne Vibrato – aber das Vibrato ist schon reduziert. Es soll nicht klingen, als würde man es auf der Orgel spielen; es muss schwingen und einen guten Atem haben. Ein bisschen Fleisch darf sein, ganz genau. Ich habe so viele Bilder im Kopf, die entstehen, wenn man es dann tut – und die können von Sonntag zu Montag durchaus unterschiedlich sein.
Rachmaninow ohne Kompromisse
Herr Schauß: Wenn Sie zwei Konzerte hintereinander dirigieren: Entscheiden Sie sich eher für Konsistenz, versuchen also, an das anzuknüpfen, was Sie im Konzert zuvor gemacht haben – oder probieren Sie aus, was noch geht?
Herr Weigle: Das kann durchaus passieren, am Montag – auch aufgrund der vielen Erfahrung. Man hat die Generalprobe, einmal alles durchgespielt, dann das Konzert am Sonntag; da ist eine gewisse Nervosität. Manchmal werden die Sonntagskonzerte mitgeschnitten, und am Montagabend sind die Mikrofone weg – dann ist es im Duktus etwas entspannter. Aus dieser Entspannung kann man dann andere Dinge forcieren, und weil man sich so gut kennt, können andere Dinge passieren. Das nehme ich mir nicht vor, das entsteht. Ich habe einen generellen Fahrplan, der teilweise unterbrochen wird – von dem, was mir an Resonanz, an Harmonie, an Klang angeboten wird. Man merkt, es klingt gerade so schön, und dann gehe ich auch mal von meinem Konzept ab. Aber irgendwo muss ich einen Punkt finden, an dem ich zurückkomme, denn es kann nicht die ganze Zeit in dieser einen Farbe bleiben. Intelligent gebaute Musik führt einen automatisch wieder dorthin – und dafür kann man Mozart, Haydn und Beethoven nicht dankbar genug sein.
Herr Schauß: Das stimmt. Wo Sie gerade die Gefühle ansprechen: Im zweiten Teil kommt dann mit dem Rachmaninow das Risiko, sich gefühlsmäßig treiben zu lassen. Ja, das ist solche Musik – ein Fest für die Streicher und für die Klarinette.
Herr Weigle: Die spielen das hier so schön! Diese Musik könnte ich mir vorstellen, dass sie noch viel länger dauert. Schon als Hörer wird man verführt, sich treiben zu lassen, auch emotional. Klar, das soll sie erreichen. Mein Plan ist es nicht, denn ich muss die Musik bauen, ich muss sie überleiten. Sie ist unglaublich flexibel. Ich baue da Hunderte Dinge ein, die überhaupt nicht in der Partitur stehen, weil die Musik sich teilweise verliert, irgendwo angehalten wird und dann wieder zurückfindet. Eine große Komposition nimmt einen an die Hand und bietet einem das an, auch wenn es nicht vorgeschrieben ist. Im zweiten Satz, im Scherzo, fangen die Cellisten schon mit den Füßen an zu scharren – und ich mache genau die Bogenführung, die Rachmaninow aufgeschrieben hat. Das haben sie schnell begriffen: „Warte, warte, warte.“ Ich muss sie ein bisschen an die Zügel nehmen. Es kann passieren, dass der eine oder andere nervös wird, aber ich weiß, wer es ist; ich schaue sie alle an: Sind wir alle da? Wir warten bitte. Das macht so einen Spaß, darüber freue ich mich.
Herr Schauß: Spielen Sie es ungekürzt? Früher hat man da viel Grausliches angestellt. Ich nenne Ihnen nur eine Zahl: 44 Minuten. Das war früher der Schnitt für eine Rachmaninow-Zweite.
Herr Weigle: Ja, komplett ungekürzt und auch mit Wiederholung – das ist das Entscheidende. Für mich ist das wie ein Rondo: Bestimmte Dinge kommen wieder, immer wieder das Hauptthema. Aber dann versuche ich jedes Mal etwas anderes zu machen – das ist auch der Plan im Wiederholungsteil des ersten Satzes: ein paar Dinge ändern, Tempi, Dosierung. Wir wollen jede Musik jedes Mal frisch erleben. Ich mache hier kein Ritardando, das ich sonst niemals machen würde; ich will einfach nur sehen, ob alle mitkommen.
Herr Schauß: Da freue ich mich, wenn Sie sagen: Bei der Wiederholung mache ich Dinge anders. Das ist für mich immer ein großer Punkt. Ich bin sehr viel in Konzerten und bekomme oft die Krise: Mensch, warum klingt das jetzt genau so wie beim ersten Mal?
Zukunft und Mahler
Herr Schauß: Wenn Sie auf Ihr breites Repertoire schauen – es geht jetzt vor allem um das sinfonische Repertoire … Gibt es etwas, wo Sie sagen: Darauf möchte ich mich in den nächsten Jahren stärker konzentrieren?
Herr Weigle: Es gibt tatsächlich ein paar heimliche Wünsche – Sibelius und Martinů zum Beispiel. Das ist alles im Hinterkopf, kein Versprechen. Martinůs „Juliette“ hat mir einen völlig neuen Kosmos eröffnet, vollkommen. Ich muss mir die Symphonien anhören; ich sitze zu Hause und spiele sie durch – das hat mir Spaß gemacht. Bei Sibelius: Die Erste mache ich schon ewig, dann kam die Fünfte, und jetzt bin ich irgendwo bei der Zweiten. Wir werden sehen. Ich möchte natürlich auch mit einem gewissen Standardrepertoire reifen, deshalb sind mir Wiederholungen manchmal sehr wichtig.
Herr Schauß: Zum Sibelius möchte ich Ihnen einen Tipp geben. Ich habe mich sehr intensiv mit diesem Komponisten beschäftigt. Serge Koussevitzky hat für die Zweite eine eigene Coda geschrieben, ganz am Schluss – und Sibelius hat gesagt, man müsse eine neue Partitur herausgeben, in der das verbindlich steht. Dazu ist es leider nicht mehr gekommen. Schade. Normalerweise ist es immer nur der Wirbel auf einer Pauke; hier geht es auf alle vier im Wechsel. Es ist toll, wie sich das in den Harmonien mischt.
Herr Weigle: Oh, das ist sehr interessant. Ähnliches mache ich zum Beispiel auch bei Prokofjew.
Herr Schauß: Machen Sie in Zukunft mehr Mahler?
Herr Weigle: Nein, bisher habe ich noch nicht so viel gemacht. Die Neunte Mahler habe ich zuletzt hier in Frankfurt gemacht.
Herr Schauß: Und das habe ich damals auch geschrieben. Ich dachte mir: Schau, hier ist einer der wenigen, der es versteht. Sie haben es nicht als Todesmusik musiziert – sondern, so habe ich geschrieben, Sie haben eine Musik des Lebens daraus gemacht. Und es klang, selbst am Schluss, so – und trotzdem schmerzt es, wie ein anderes Leben, unvergesslich. Da ist Ihnen etwas ganz Großes gelungen! Mahler hat sich darin mit seinem Leben auseinandergesetzt und auch an der Zehnten gearbeitet, die er sehr weit vervollständigt hat.
Herr Weigle: Oh, danke, freut mich sehr das zu hören. In meinem Werdegang ist das aber auch der Vorteil einer gewissen Unbedarftheit am Anfang: Man nähert sich einem Werk relativ naiv, hat es nicht schon hundertmal gemacht und gehört und sich von irgendwelchen Dingen verderben lassen – sondern steigt mehr in den Inhalt, genau in die Partitur ein und fragt: Was lese ich denn da? Mahler hat ja wahnsinnig viele Vortragsbezeichnungen geschrieben, die Gefühle vermitteln. Aber ich sage immer: Wo bei mir Todesmusik ist, setze ich in den Tod auch immer eine Hoffnung – eine Hoffnung auf ein anderes Leben. Das ist doch eigentlich etwas Schönes.
Herr Schauß: Ja, das bewerte ich auch sehr positiv. Wenn man nur ins Lamentoso abgleitet und durchweg Todesmusik vor sich hat, immerzu Trauer mit sich herumträgt, dann kann das ganz schnell öde, sehr traurig und vielleicht sogar frustrierend werden. Die Zehnte ist viel vollständiger erhalten, als man gemeinhin vermittelt bekommt. Ich dachte immer, die Zehnte sei nur so ein unvollständiger Torso – dabei hat die Zehnte viel mehr eigene Mahler-Musik als zum Beispiel Mozarts Requiem. Schauen Sie sich einmal den letzten Satz an, wenn Sie Zeit haben, und hören Sie den Anfang und den Schluss. Am Anfang gibt es ein Flötensolo – das schönste Flötensolo, das es im 20. Jahrhundert für ein Sinfonieorchester gibt. Es ist nicht von dieser Welt. Und der zweite Knaller ist der Schluss, der Harmoniewechsel am Ende – da merken Sie, wir sind in einem anderen Kosmos gelandet. Und auch das ist hundert Prozent reiner Mahler.
Herr Weigle: Wow.
Herr Schauß: Also deswegen – das ist etwas für Sie, Herr Weigle.
Herr Weigle: Vielen Dank, das klingt spannend und vielversprechend.
Herr Schauß: Lieber Herr Weigle, ich wünsche Ihnen alles Gute und freue mich mit Ihnen auf das Konzert.
Herr Weigle: Und vielen Dank für die schönen Fragen, auch für den Input. Von Ihnen bekommt man immer so viel Anregung. Das ist großartig. Vielen Dank.
Herr Schauß: Ich danke Ihnen sehr für das Gespräch und Ihre Offenheit.
Dirk Schauß
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Buch: Anna Schwarz: Aus dem Leben einer Polizeiärztin
es sind meistens ähnliche Figuren, die in Kriminalromanen ermitteln: Polizisten, Detektive, Männer, die mal unglaublich intelligent, mal mysteriös und vom Leben gezeichnet sind. Da kommt Katharina Schwarzinger ins Spiel. Die Polizeiärztin und Protagonistin im ersten Krimi von Anna Schwarz weiß sich in einer männerdominierten Welt durchzusetzen und nebenbei auch noch Kinder und Haushalt zu betreuen. Der Fall um den Sohn von Martha Schönberg beginnt, wie viele andere, mit einer Leiche.
»Sorgfältig musterte sie jedes Detail und suchte nach Hinweisen auf die Todesursache. Die nächste Umgebung eines Todesopfers, das wusste sie, erzählt eine Geschichte, man musste nur gut genau hinhören.«
Doch bald ahnt Dr. Schwarzinger, dass in der Geschichte, die der Fundort erzählt, nichts so recht zusammenpasst. Da ist die Partnerin des angeblichen Drogentoten, die er erst vor Kurzem kennengelernt hat und die überzeugt ist, dass er clean war. Da ist sein Vater, den er nie gekannt hat, die Mutter, für die der Sohn eine ständige Erinnerung an das Scheitern ihres großen Traums ist. Und dann ist da auch noch dieser merkwürdige Kratzer hinter dem Ohr des Toten…es sind meistens ähnliche Figuren, die in Kriminalromanen ermitteln: Polizisten, Detektive, Männer, die mal unglaublich intelligent, mal mysteriös und vom Leben gezeichnet sind. Da kommt Katharina Schwarzinger ins Spiel. Die Polizeiärztin und Protagonistin im ersten Krimi von Anna Schwarz weiß sich in einer männerdominierten Welt durchzusetzen und nebenbei auch noch Kinder und Haushalt zu betreuen. Der Fall um den Sohn von Martha Schönberg beginnt, wie viele andere, mit einer Leiche.
Paperback | 224 Seiten
13,5 x 20,5 cm | EUR 17,– | 978-3-218-01520-2
erscheint am 23. September 2026
auch als E-Book erhältlich