Die SONNTAG-PRESSE – 13. SEPTEMBER 2020

Die SONNTAG-PRESSE – 13. SEPTEMBER 2020

Liebe klassik-begeistert.de-LeserInnenen: Bitte lesen Sie unbedingt Folgendes unter „Infos des Tages“ (weiter unten) von Fritz Krammer, onlinemerker.com: SITUATIONSBERICHT VOM GESTRIGEN „SIMON BOCCANEGRA“ IN DER WIENER STAATSOPER!

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die SONNTAG-PRESSE – 13. SEPTEMBER 2020

Foto: Simon Boccanegra, Wiener Staatsoper, Stehplätze, unmittelbar vor Vorstellungsbeginn, 12. September 2020, (c) Fritz Krammer

Wien/ Staatsoper
„Elektra“. Agamemnons Auferstehung
Jetzt thront sie also wieder über Mykene, die riesenhafte Statue des Agamemnon. Ihr Haupt ist zu Boden gestürzt, aber sie hat dem Versuch, sie gänzlich niederzureißen, widerstanden. Elektra flüchtet sich in ihren Schatten. Aber die Statue vermag ihre Vatersehnsucht eben sowenig zu trösten wie ihren Rachedurst zu stillen.
http://www.operinwien.at/werkverz/strauss/aelektra13.htm

HOPE and APPRECIATION in der Elbphilharmonie Hamburg
Das erste Mal im jungen Leben der Elbphilharmonie erlebe ich das Phänomen der Stille vor dem Konzert: kein Husten, kein Summen, kein Flüstern.
Es liegt eine Spannung in der Luft, für jeden einzelnen im Publikum bedeutet Musik viel, diese Bedeutung erfüllt den Raum mit anhaltender Intensität. Ein andächtiges Innehalten während des gesamten einstündigen Konzertes, lediglich das Klatschen zwischen einzelnen Sätzen der Werke stört.
Von Elzbieta Rydz
Klassik-begeistert

ORF-Sommernachtskonzert: Die wenigen Karten werden ab Montag verlost
https://www.sommernachtskonzert.at/index.html

Graz
Musikverein für Steiermark/ Programmpräsentation im ORF
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200911_OTS0002/musikverein-graz

Stehen Künstleragenturen weltweit vor dem Aus?
Die USA sind von der Covid-19-Pandemie besonders hart betroffen, was Infektions- und Todeszahlen angeht. Das Kulturleben liegt brach, weshalb vergangene Woche eine der wichtigsten Künstleragenturen der USA insolvent gegangen ist, Columbia Artist Management. Werden andere Künstleragenturen bald nachfolgen und reihenweise dichtmachen müssen? Und wie sieht die Lage weltweit aus? Auch in Asien und Australien finden seit Monaten so gut wie keine Konzerte und Kulturveranstaltungen statt.
BR-Klassik

Matthias Goerne: „Die Kultur steht vor dem Bankrott:
Die Welt.de

Purkersdorf/NÖ
Eine Probebühne aus Lego
Aus Zeitnot entwickelte der Tullnerbacher Wolfgang Gratschmaier Probebühnen mit Lego- und Playmobil-Figure
Niederösterreichische Nachrichten

Bayreuth
Kritik: „Gismondo“ von Leonardo Vinci in Bayreuth. Das kann der Sigismund dafür
BR-Klassik.de

Jossi Wieler erhält den Grand Prix Theater – Was ist das Geheimnis des Kreuzlinger Regisseurs, der in Deutschland ein Star ist?
Tagblatt.ch

Basel
Alles neu! Das Theater Basel startet durch
Suedkurier

Mit Küchentuch Abstand reduzieren – Orchester-Hilfe in Corona-Zeiten
Neue Musikzeitung/nmz.de

Kult-Komponist Arvo Pärt: Der Meister der Stille wird 85
https://www.nmz.de/kiz/rubriken/personalia

Amadeus glänzte mit mehr Langeweile als jemals zuvor
Conchita Wurst führte durch den Abend. Die heurige Amadeus-Verleihung stand ohnehin schon unter einem schlechten Stern. Eigentlich hätte die Show nämlich in der Stadthalle stattfinden sollen. Aufgrund des „C-Worts“, wie Conchita Wurst in der Sendung dann meinte, verschob man das Event zunächst um einen Monat. Danach wich man auf den Herbst aus. Und als auch da klar war, dass das mit der Mega-Show zum Jubiläum nicht klappen wird, entschied man sich für eine einfache Aufzeichnung.
Heute.at

Das Klassik-Quiz – Folge 5
Heute führt die Fragenreise von einer süddeutschen Stadt über mittel- und norddeutsche Gefilde zunächst bis nach Hollywood, um dann ins mittelalterliche Europa zurückzukehren und schließlich Ihr Wissen über die Wiener Klassik auf die Probe zu stellen.
Guido Marquardt testet Ihr Klassikwissen
http://klassik-begeistert.de/das-klassik-quiz-folge-5/

Ein Postillon stiehlt allen die Show
Neue Opernmitschnitte auf DVD und Blu-ray von Purcell bis Zemlinsky
https://www.nmz.de/artikel/ein-postillon-stiehlt-allen-die-show

Links zu englischsprachigen Artikeln

Dr. Anthony Fauci Warns Theaters Will Not Open for Another Year
http://operawire.com/dr-anthony-fauci-warns-theaters-will-not-open-for

Streams
The Royal Opera House launches autumn digital programme with a new series of Friday Premieres and screenings on Sky Arts
http://www.operatoday.com/content/2020/09/the_royal_opera.php

Classical highlights for the week ahead: 11-18 September Five of the best concerts and operas – live and streamed – for the coming week
The Guardian

Florenz
Edita Gruberová Cancels Upcoming Performance & Ends Career
https://operawire.com/edita-gruberova-cancels-upcoming

Venedig
Teatro La Fenice 2020 Review: Dido & Aeneas
https://operawire.com/teatro-la-fenice-2020-review-dido-aeneas/

Göteborg
Peter Mattei’s moving Mahler in Gothenburg SO’s digital season opener
bachtrack

St. Petersburg
Anna Netrebko Postpones Mariinsky Theatre “Eugene Onegin’
https://operawire.com/anna-netrebko-postpones-mariinsky

London
London Symphony Orchestra and Simon Rattle at St Luke’s — for an online crowd
https://www.ft.com/content/9b51d3a1-d864-4568-ae28-45b8fd5dc27e

Elegance and accuracy from Järvi, Grosvenor and the Philharmonia at the BBC Proms
bachtrack

Dallas
Dallas Symphony Orchestra opens a new era with brilliant Beethoven
https://texasclassicalreview.com/2020/09/11/dallas

Feuilleton
Opera Quiz: Which Handel Opera is it?
https://operawire.com/opera-quiz-which-handel-opera-is-it/

Sprechtheater

„Gott“ am Berliner Ensemble: Frau Gärtner kann nicht mehr
Der Ethikrat tagt wieder: Oliver Reese bringt Ferdinand von Schirachs „Gott“ am Berliner Ensemble zur Uraufführung
Tagesspiegel

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Unter’m Strich

Virologin verspricht Beweise
Forscherin aus China: „Virus kommt aus dem Labor“
http://www.krone.at/2228765

Österreich
Kurz bekräftigt Nein zu Flüchtlings-Aufnahme, Kogler will noch verhandeln
Der Bundeskanzler sagte in einer Videobotschaft Samstagfrüh, dass er eine Wiederholung der Flüchtlingskrise des Jahres 2015 vermeiden möchte. Vizekanzler Kogler will weiter über die Aufnahme von Flüchtlingen verhandeln. Ärzte ohne Grenzen sieht Österreich gefordert, da Griechenland mit der Situation überfordert sei.
Tiroler Tageszeitung

US Open
Thiem schafft Einzug ins Finale
Dominic Thiem hat am Freitag (Ortszeit) zum ersten Mal in seiner Karriere das Endspiel der US Open erreicht. Der 27-jährige Weltranglistendritte besiegte den russischen Vorjahresfinalisten Daniil Medwedew nach 2:56 Stunden mit 6:2 7:6 (9/7) 7:6 (7/5) und überstand dabei auch eine Blessur der rechten Achillessehne. Thiem trifft nun am Sonntag im Endspiel auf Alexander Zverev (GER/5).
https://sport.orf.at/stories/3066927

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 13. SEPTEMBER 2020)

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 13. SEPTEMBER 2020)

Quelle: onlinemerker.com

SITUATIONSBERICHT VOM GESTRIGEN „SIMON BOCCANEGRA“ IN DER WIENER STAATSOPER


Foto: Fritz Krammer

Hallo Online.Merker-Leser ich checkte um etwa 18,15 Uhr am Samstag 12.9.2020 die Stehplatzkassa. Die waren mit dem Verkauf schon durch, kaum Nachfrage für Simon B wie mir am Tor und an der Kassa gesagt wurde. Die Galerie war, für Domingo und ¾ neue Besetzung, erschreckend leer.


Stehplatzkassa um  18,15 h. Foto: Fritz Krammer

Das Procedere, anstellen unter den Arkaden Operngasse im Freien, neuer Eingang. Einlass 80 Minuten vor Beginn in 10er Blöcken. Wer keine Bundestheater Karte hat,  kann ein A4 Blatt mit seinen Daten plus Dokument ausfüllen, bekommt Einlass. Ob das Verzögerungen schafft(e) konnte ich nicht erfahren. Es sollen an Butterfly-Abenden Ansteller keinen Einlass bekommen haben. Butterfly und Elektra sind im Moment sehr gefragt.

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Unmittelbar vor Vorstellungsbeginn. Foto: Fritz Krammer

Simon Boccanegra: Die dafür Zuständigen haben im Programmblatt die Dienerin der Amelia vergessen, die mit dem rosaroten Absagezettel nachgenannt wurde.


Auf dem offiziellen Programm vergessen, daher nachgenannt. Auch keine schlechte „Werbestrategie“ für Patricia Nolz. eine Niederösterreicherin aus dem neuen Opernstudio, damit schafft sie es in den Online-Merker.Foto: Fritz Krammer

Simon Boccanegra am 12.9.2020 war eine „gestandene Repertoireaufführung“. Mehr war nicht zu erwarten. Gut so. Die 3 Wien Newcomer mit kleinen Einschränkungen sehr gut, alle rollendeckend. Der Tenor gefiel mir, weil metallischer als sein zahmer Kollege in der Butterfly. Der Gabriele Adorno ist aus meiner Sicht nach dem Alvaro die schwierigste Verdi Tenorrolle überhaupt und wird unterschätzt. Ist keine Belcantorolle wie ich Merker las. Die Sopranistin, ein Frittoli-Verschnitt, sehr in Ordnung etwas scharf in den dramatischen Momenten, aber wer ist das nicht. Die Rolle verlangt einen Spinto wie einst Rethberg, Varnay, Stella, Gencer etc.

Groissböck tat gut daran, den Fiesco ins Repertoire aufzunehmen. Tut der stimmlichen Reife und den Schritten ins italienische Repertoire gut. Domingo bewegte in seiner Deutung, trotz kleiner Textschwächen in der Senatsszene, die er clever nützte, sich zum Souffleur vorarbeitete und durchkam. Ein alter Fuchs eben, der die Jagd nicht aufgibt.

Fazit ein kompakter Abend. Ich ging nach 15 Minuten Beifall. Die Domingo-Damen, vorwiegend im Corona-Risikoalter waren zwischen Bravo Geschrei und Smartphone Fotos nicht zu zähmen.


Unmittelbar vor Vorstellungsbeginn. Foto: Fritz Krammer

Fritz  Krammer

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NEWSLETTER MAILÄNDER SCALA

Per ripartire e far rivivere il repertorio operistico dopo mesi di silenzio, il Teatro alla Scala ha scelto uno dei titoli più rappresentativi della sua storia e in assoluto di questo genere: La traviata di Giuseppe Verdi.

L’opera sarà presentata in cinque recite (15, 18, 22, 25, 28 settembre) in forma di concerto, forte di un cast oggi di riferimento.
Sul podio ritorna Zubin Mehta, ineguagliabile maestro che ha segnato la vita musicale degli ultimi decenni con esecuzioni e registrazioni passate alla storia, ma che ancora non aveva avuto l’occasione per presentare alla Scala la sua lettura di questo titolo così importante. Il suo nome si iscriverà così in una galleria di importanti direttori che hanno continuato la tradizione de La traviata alla Scala, da Toscanini e Giulini a Karajan, Muti, Maazel, Gatti, Santi e Chung.
Il ruolo della protagonista Violetta Valéry è affidato, come nel 2019, a Marina Rebeka. Il soprano lettone è fra le voci più ricercate dai teatri di tutto il mondo ed ha incantato come Violetta anche le platee dell’Opéra di Parigi, del Metropolitan di New York e della Staatsoper di Vienna. Nell’autunno scaligero la ritroveremo in un recital solistico il 20 ottobre.
L’amato Alfredo è interpretato da Atalla Ayan, artista di origini brasiliane emerso negli ultimi anni come interprete di parti da tenore lirico. Il pubblico scaligero lo ha conosciuto nel 2015 come eccellente Nemorino, ma è proprio nei panni di Alfredo che ha raggiunto una notorietà mondiale.
Leo Nucci è un autentico recordman verdiano che ritorna a impersonare Germont padre come già nel 2007, 2017 e 2019. Volto e voce fra le più identificative degli ultimi decenni della nostra storia, ogni sua apparizione è accolta da incredibile affetto e successo.

Biglietti per le recite del 15, 18, 22, 25 settembre da 11 a 180 euro inclusa prevendita.
La recita del 28 settembre è riservata al pubblico della Promozione Culturale.
Online è possibile acquistare posti a coppie o palchi interi (da 1 o da 4 posti).
A partire da 2 ore prima dell’inizio di ciascun spettacolo, il Teatro alla Scala mette inoltre in vendita biglietti a prezzo ridotto del 25%, esclusivamente online, in base alla eventuale disponibilità residua.

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FOTOS AUS VENEDIG VON DR. KLAUS BILLAND

Klaus Billand: „Ende Juli besuchte ich in Verbindung mit Verona und Macerata auch Venedig, um die Lagunenstadt einmal fast ohne Touristen zu erleben. Das war in der Tat etwas Besonderes. Natürlich stand ein Besuch des Dogenpalastes auf dem Programm, auch schon im Hinblick auf die derzeit an der Wiener Staatsoper laufende „Simon Boccanegra“-Serie mit PD. Auch wenn ihre Handlung in Genua stattfindet, hier einige Fotos vom Senats-Saal in Venedig, der mich gerade an die mit Domingo so atemberaubende Senatsszene erinnerte. Ich hatte ihn da unmittelbar vor Augen…

Klaus Billand


Foto: Dr. Klaus Billand
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WIEN/ Theater im Park, 11.9. : „4 Voices of Musical“

Wiens gestandenes Musical-Publikum sollte auch den Weg in Michael Niavaranis & Georg Hoanzls neues Theater im Park am Belvedere finden. Mit „4 Voices for Musical“ hat Maya Hakvoort einen ersten Anlauf gewagt – und es könnte sich zwischen kabarettistischen Einzelgängern, Wolfgang Ambros  oder der Simpl-Elite positiv entwickeln. Von zwei Pianisten an Elektroklavieren begleitet hat Hakvoort unter den abendlichen Baumwipfeln des Schwarzenberg-Parkes einen lockeren Spaziergang durch das gefällige Standardrepertoire, gemischt mit einigen Raritäten, angeführt. Im Gefolge: André Bauer dezent soigniert, Missy May schelmisch mit zartem Stimmchen, Lukas Perman locker parlierend. Bisschen besinnlich, bisschen empfindsam, doch noch nicht so ganz richtig explosiv. Immerhin, die Szene hat nach der langen Flaute wieder etwas zu flackern begonnen und könnte nun eigenen Show-Originalitäten zusteuern.

Meinhard Rüdenauer

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WIEN/ KLOSTERNEUBURG: OPENAIR VOR DEM SALA TERRENA


Stift Klosterneuburg. Copyright: Agentur Siranush Galoyan

Die Künstleragentur Siranush Galoyan wagte in diesen schwierigen Zeiten ein Open Air-Konzert mit jungen, hoffnungfrohen Künstlern, die ein Programm boten, das sich sehen lassen kann. „Schwere Kaliber“ der Opernliteratur waren darunter, welche die Künstler voll forderten, dazu kam aber noch die nervliche Anspannung, ob das Wetter halten wird. Das Wetter zeigte sich nicht sonderlich gewogen, ermöglichte aber, dass das Konzert mit Unterbrechungen (dreimal musste das Klavier vor kurzen Regenschauern in Sicherheit gebracht werden) doch mit vollem Programm über die Bühne gehen konnte.


Maryna Lopez eröffnete das Konzert mit Tschaikowskys „Die Jungfrau von Orleans“. Foto: Galyoan Art Agentur

Die Mezzosopranistin aus der Ukraine – mittlerweile stolze Österreicherin – war eine Säule des Programms und an den spektakulärsten Programmpunkten beteiligt. Die Stimme ist sicher in allen Lagen, die Bühnenpräsenz geradezu umwerfend. Maryna Lopez ist eine jener Mezzostimmen, die es zu entdecken gilt


Irena Krsteska, Maryna Kopez, Ksenia Valentina. Foto: Galyoan Art Agentur

Irena Krsteska machte es sich mit „Casta Diva“ und der Turandot ebenfalls nicht leicht und meisterte die Hürden souverän. Ksenia Valentina war bei Dvoraks „Rusalka“ und auch bei der „Mimi“ stilsicher unterwegs.


Xenia Galanova und Maryna Lopez bei Offenbachs Barcarole. Foto: Galyoan Art Agentur

Xenia Galanova bewies Mut, die „Tosca“ anzubieten.

Schönes Tenormaterial steuerte Miki Stoyanov bei (Cavaradossi, Calaf und Canio – das war kein leichtes Programm), bei.

Ein Routinier ist Yu Chen, der das „Orchester zu ersetzen hatte. Souverän und siegreich auch als Schützer seines Instruments im Kampf mit dem Regen. Das sind die Tücken von Freiluftkonzerten!

Siranush Galyoan-Tkachenko, die Veranstalterin, hat einen Querschnitt durch ihre Künstlerriege geboten, der vom Publikum heftig akklamiert wurde!


Adolfo und Maryna Lopez. Foto: Galyoan Art Agentur


Es ist vollbracht! Die ausübenden Künstler freuen sich über ihre gelungenen Darbietungen – und die „Chefin“ zeigt sich zufrieden. Foto: Galyoan Art Agentur

Yu Chen, Irena Krsteska, Xenia Galanovan Ksenia Valentina, Siranush Galyoan, Maryna Lopez  und der Tenor Miki Stojanov. Foto: Galyoan Art Agentur

Das nicht einfache Programm

Tschaikowski „Da, tschas nastal!“ aus der Oper Die Jungfrau von Orléans – Maryna Lopez – Mezzosopran
Verdi „Addio del passato“ aus der Oper La traviata – Irena Krsteska – Sopran
Puccini „O mio babbino caro“ aus der Oper Gianni Schicchi – Ksenia Valentina – Sopran
Puccini „E lucevan le stelle“ aus der Oper Tosca – Miki Stojanov – Tenor
Verdi „Ohimé! Morir mi sento“ aus der Oper Aida von Giuseppe Verdi – Maryna Lopez – Mezzosopran
Bellini „Casta diva“ aus der Oper Norma – Irena Krsteska – Sopran

_PAUSE_

Saint-Saёns „Mon coeur s’ouvre a ta voix“ aus der Oper Samson et Dalila- Maryna Lopez – Mezzosopran
Dvořák „Mesicku na nebi hlubokem“ aus der Oper Rusalka – Ksenia Valentina – Sopran
Puccini „Tu che di gel sei cinta“ aus Turandot – Irena Krsteska – Sopran
Puccini „Nessun dorma“ aus der Oper Turandot – Miki Stojanov – Tenor
Puccini „Vissi d’arte“ aus der Oper Tosca – Xenia Galanova – Sopran
Leoncavallo „Vesti la giubba“ aus der Oper Pagliacci – Miki Stojanov – Tenor
Puccini „Sì. Mi chiamano Mimì“ aus der Oper La Bohème – Ksenia Valentina – Sopran
Offenbach „Barcarole“ aus der Oper Les contes d’Hoffmann – Xenia Galanova – Sopran, Maryna Lopez – Mezzosopran

A.C.

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WIEN/Servitenviertel: BACH CONSORT WIEN setzt kleinen aber feinen Zyklus „ViertelBarock“ fort

„Wie Gott in Frankreich, versus „Small is beautiful“

11.9. 2020 (Karl Masek)

Keine Angst, jetzt kommt kein Exkurs über Leopold Kohr und seine Wirtschaftsphilosophie! Aber ich komme unwillkürlich auf diesen Titel!

Noch bevor die großen Wiener Konzertveranstalter die Saison voll anlaufen lassen (immer mit dem Corona-Schreckensszenario, wird das überhaupt funktionieren, liest man die neuesten Nachrichten, während dieser Bericht entsteht!), gibt es in Wien regionale musikalische Aktivitäten vom Feinsten. In diesem Fall outdoor (der Wettergott spielte perfekt mit, ein  Ausweichen in die Servitenkirche wäre eingeplant gewesen!).

Eine pittoreske Mischung aus „Barocker Straßenmusik“ vor der Servitenkirche und anschließendem Konzert im Innenhof  derselben haben sich umtriebige und engagierte Menschen von servitenviertel.at und den tollen Mitgliedern des Bach Consort Wien, angeführt von Agnes Stradner und Rubén Dubrovsky, ausgedacht.

„ViertelBarock“ war Anfang Juli  der Ausgangspunkt, dem kunst- und menschenfeindlichen Virus etwas entgegen zu setzen. Dieser Anfangserfolg ermutigte zur Fortsetzung!

Nun: der 11.9. war ein perfekter Spätsommertag. 25, 26 Grad Celsius. Kein Wölkchen am Himmel. Besser geht es gar nicht, um 16.00 Uhr barocke Straßenmusik am Platz vor der Servitenkirche erklingen zu lassen!

  • „Ludwig XIV“ und „Jean Baptist Lully“: Katharina Humpel und Ana Ines Feola. Foto: Andrea Masek

Die beiden Oboistinnen des Bach Consorts, Ana Ines Feola und Katharina Humpel, spielten spritzige Duette für Blockflöte und Oboe. Sie taten das nicht nur mit hochsensibler Hinwendung an eine Zeit, die an die vier Jahrhunderte zurück liegt. Sie schlüpften auch „optisch“ in diese Zeit, führten uns in die Ära  Ludwigs des Vierzehnten in Frankreich zurück. Und das gar nicht opulent: Bloß zwei Figuren! „Ludwig XIV.“ setzte sich eine „Krone“ auf, wie sie Kinder in heutigen Restaurants kriegen – die zweite Figur war „Jean Baptiste Lully“ – ohne jede Kostümierung.

Musikalisch lenkte man die Aufmerksamkeit der BesucherInnen, darunter viele Kinder von 2 Jahren aufwärts, mit viel Charme auf Spezialitäten „Barocker Programmmusik“. Allerlei Vogelstimmen von Nachtigall bis Amsel  gab es da zu hören, von „Anemonen“ bis zum „Königlichen Jasmin“ verbreiteten viele Blumen und Blüten  betörenden „musikalischen Duft“ vor der Servitenkirche. Echowirkungen erhöhten die Aufmerksamkeit der Kleinsten zusätzlich, wenn eine „Schalmei“ am Podium verblieb, die andere plötzlich relativ weit entfernt, beinahe vom Schanigarten eines Serviten-Beisls, „antwortete“. Offene Münder bei den Kleinen!

Das alles „unplugged“, ohne aufgesetzten Schnickschnack, ohne aufgeblasenes Entertainment, auch ohne Mikroports: 30 Minuten „Barocke Straßenmusik“. Wunderbar!

Weiter ging es um 17.00 Uhr im Innenhof der Servitenkirche.


Bach Consort: von links: Agnes Stradner, Joanna Kaniewska-Eröd, Sonja Leipold, Katarzyna Cichon und Ruben Dubrovsky. Foto: Andrea Masek

Fünf weitere Mitglieder des Bach Concort Wien: Agnes Stradner  und Joanna Kaniewska-Eröd (Violine), Katarzyna Cichon (Cello), Sonja Leipold (Cembalo) und dem Gründer des Edelensembles, Rubén Dubrovsky (Colascione, eine Bass-Laute)  spielten für eine knappe Hundertschaft unter dem Motto „Wie Gott in Frankreich“  zwei vielsätzige Suiten von Francois Couperin, genannt „Le Grand“ (1668-1733), auch ein Hofkomponist Ludwigs XIV, und von Jean Marie Leclair (1697-1764), einem prononcierten Violinisten, Tänzer und Ballettmeister seiner Zeit.

Frankreich und Italien befanden sich damals über lange Zeit im Kriegszustand. Hier ist natürlich der rein musikalische Aspekt gemeint, und es war kein Krieg mit Waffen, aber ein Krieg mit Schimpfwörtern, wie Ruben Dubrovsky  in einer seiner bekannt kurz-bündigen, pointierten, humorvoll-pfiffigen Moderationen anmerkte. Den Franzosen waren die Italiener zu übertrieben emotional und theatralisch, den Italienern die Franzosen wiederum zu maniriert und geziert. Jean Baptist Lully (und damit ist die Klammer zum Straßenmusik-Teil gezogen!) sah sich damals als Friedensstifter zwischen den Streitparteien.

Francois Couperin  mit seiner Suite war der Vertreter  einer Musik, speziell für den kaiserlichen französischen  Hof.  In der  eleganten, ausladenden  Ouvertüre und  in allen Tänzen kam man dem Geschmack Ludwigs XIV entgegen. Ob die deutsch-ernste Allemande, die naturgemäß lebendigere Courante, die gravitätische Sarabande, die vergleichsweise springlebendige Gigue, alles klang nobel, nach italienischen Ohren der damaligen Zeit tatsächlich nicht ohne Manierismus.

Eine Generation später: Jean Marie Leclair (1697-1764) war dann schon ein viel volkstümlicherer Vertreter (als Violinist, Tänzer und Ballettmeister). Für ihn sollte Musik direkt „ins Ohr und in die Beine gehen“ (sie sollte „Geschmack“ haben) und zum Tanz, jenseits eines höfischen „Benimm-Codex“ animieren – und für die Bürger sein. Recreation de Music!

Ruben Dubrovsky und sein eingeschworenes Team gestalteten beide Spielarten mit musikantischer Spiellust, perfekt austarierter Klarheit.  Die zarten Cembalo-Klänge (Sonja Leipold brachte sich gut hörbar ein) waren als feines Zentrum wahrzunehmen. Agnes Stradner und Joanna Kaniewska-Eröd spielten all ihre Erfahrung aus, Katarzyna Cichon steuerte edle Cello-Töne bei – und Ruben Dubrovsky  (normalerweise Cellist) war  diesmal als Colascione-Stimme ein Bassfundament von besonders temperamentvollem Zugriff.

Höhe- und Schlusspunkt des Nachmittags der Schluss-Satz der Leclair-Suite, Les Tambourin. War schon die Sarabande Leclairs mit einer Melodienseligkeit eine besondere Omelette surprise (fernab von Couperins Sarabande überbordend mit überraschenden Modulationen und Tonartenwechseln), so war „Les Tambourin“ von wilder Ungebärdigkeit.

Das Sechseläuten der Servitenkirche (seit Urzeiten stur um 18.00 Uhr, ob Konzert oder nicht) wird, so hat es den Anschein, zur Tradition dieser Nachmittagskonzerte werden. Es ertönte mitten im wilden Schluss-Satz, trug bei zu einer herrlich-surrealistischen Polyrhythmik und Polytonalität in diesem Konzert. Ruben war dann der Einpeitscher zu einem sagenhaften  accelerando, das zu einem begeisterten Publikumsaufschrei führte.

Zugabe: Der Schlusssatz – ohne Glocken…

Karl Masek

P.S: #3 ViertelBarock im Servitenvierel,  Sa, 10.10, wenn Covid 19 möchte …
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BRÜNN/ BRNO: BABYLONFEST (14.-19. SEPTEMBER

Termin: 18. September
Beginn: 19 Uhr
Ort: Barocksaal des Statthalterpalais in Brünn, Mährischer Platz 1a
Eintritt frei!

Im Rahmen des Konzerts wird Martino Hammerle-Bortolotti die Baritonarie sowie das Duett mit Sopran (mit Helena Fialova) aus Verdis Oper „Il trovatore“ singen.


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Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern begrüßten 5.614 Menschen bei 64 Konzerten im Festspielsommer 2020

Mit Livestreams und Konzertvideos im Internet, 30 kurzfristig konzipierten Konzerten im August sowie 30 neu aufgelegten Veranstaltungen im September haben die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern in diesem Sommer ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Hinzu kamen das Eröffnungs-, ein Rettungsschirm– sowie zwei Dankeschön-Konzerte für Spenderinnen und Spender. Durch die anhaltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mussten Anfang Mai 117 für den Festspielsommer geplante Konzerte abgesagt werden. Zuvor war bereits der Festspielfrühling Rügen im März ausgefallen. Mit dem traditionellen Abschlusskonzert folgte am 12. September das Finale dieser einmaligen Saison. Vom 12. Juni bis zum 12. September besuchten insgesamt 5.614 Besucherinnen und Besucher die 64 Konzerte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Noch unter dem ehemaligen Intendanten Dr. Markus Fein wurde parallel zu dem Eröffnungskonzert am 13. Juni ein #netzspielsommer ins Leben gerufen, beim dem 45 Künstlerinnen und Künstler oder Ensembles per Onlinestream Konzerte spielten, sich vorstellten, Videobotschaften sandten und Mitmachfilme zeigten. Am 13. und 14. Juni schauten insgesamt über 2.000 User und Userinnen im Netz den Stream auf der Internetseite der Festspiele oder auf der Homepage des Kooperationspartners NDR. Im August legte das Team 30 neue Veranstaltungen kurzfristig neu auf.

Im September führten die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern um die neue Intendantin Ursula Haselböck die 30 im vergangenen November im Gesamtprogramm angekündigten Konzerte – in angepasster Form – durch. Parallel dazu stornierte das Team seit Mai über 60.000 Karten für Sommerkonzerte und erstattete den Käufern und Käuferinnen ihr Geld zurück. Der im Mai ausgerufene private Rettungsschirm für die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern steht zum Ende der Saison bei 857.260 Euro.

Intendantin Ursula Haselböck: „Eine Bilanz muss sich gemeinhin mit den Zahlen des Vorjahres vergleichen lassen. In diesem Jahr kann die Bilanz nur lauten: Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern danken den Menschen im Land! Ich danke Ihnen, liebes Publikum, dass Sie an uns glauben, diese ungewöhnlichen, kurzfristig neu aufgelegten Konzerte besucht haben und uns in zahllosen Gesprächen, E-Mails und Nachrichten gedankt und Mut zugesprochen haben.

Ein großer Dank geht zudem an unsere Künstlerinnen und Künstler. Unter schwierigen Umständen haben sie es vermocht, uns fantastische Konzerterlebnisse zu bescheren und die situationsbedingt karg besetzten Säle endlich wieder mit Musik zu füllen. Wir schließen uns dem langanhaltenden Applaus bei jedem Konzert an.

Nicht zuletzt dankt das Team Ihnen und den zahlreichen Unternehmen, Förderern und Initiativen für Ihre Unterstützung in dem privaten Rettungsschirm der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern. Ich bin optimistisch, dass wir bis zum Jahresende den Eine-Million-Euro-Rettungsschirm aufgespannt haben werden. Auch dem Land Mecklenburg-Vorpommern gilt unser Dank für seine Unterstützung. Dieses Jubiläumsjahr für unser Festival war anders als geplant und stellte uns alle vor unerwartete Herausforderungen. Die große Solidarität der Festspielfamilie macht mir Hoffnung, dass wir auch in den kommenden Jahren Musik nach Mecklenburg-Vorpommern bringen können.“

Premiere für den Festpielwinter

Erstmals in der Geschichte der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern präsentiert das Festival vom 4. November bis zum 16. März 2021 einen Festspielwinter mit 45 Konzerten. Ergänzend zu den bestehenden Advents- und Neujahrskonzerten werden zahlreiche Musikerinnen und Musiker – darunter Götz Alsmann, Iveta Apkalna, Martynas Levickis und Rudolf Buchbinder – zurück nach Mecklenburg-Vorpommern kommen und ihre für den Sommer geplanten Veranstaltungen nachholen.

Rückabwicklung der Karten aus dem Sommer

Kunden und Kundinnen mit Karten für Konzerte aus dem Festspielsommer haben noch bis zum 8. November 2020 Zeit, ihre Karten über das Rückabwicklungsformular auf der Internetseite der Festspiele (https://festspiele-mv.de/corona-info/rueckabwicklung/) zurückzugeben.

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  • Miki Stojanov (Tenor)
  • Irena Krsteska (Sopran)
  • Xenia Galanova (Sopran)
  • Maryna Lopez (Mezzosopran)
  • Ksenia Valentina (Sopran)
  • Klavier Begleitung von Yu Chen

 

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