DIE MONTAG-PRESSE – 24. JUNI 2024

Foto © Dr. Brian Cooper

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 24. JUNI 2024

Amsterdam/Concertgebouw
Die Stille finden: Bruckners Achte im Amsterdamer Concertgebouw
Manfred Honeck dirigiert eine monumentale Aufführung eines monumentalen Werks, das man regelmäßig, wenngleich selten genug, in Amsterdam hört. Bemerkenswert sind an diesem Abend die herrlich ausgekosteten Generalpausen.
Von Dr. Brian Cooper
Klassik-begeistert.de

Wien
Verdis gewichtigster Opernheld im buntstiftbunten Wiener Zauberland
Giuseppe Verdis „Falstaff“ an der Staatsoper punktet mit Luca Salsi in der Titelpartie, der sofort die Herzen des Publikums erobert
DerStandard.at/story

Falstaff: Punktesieg für Verdis „Lustige Weiber“ (Bezahlartikel)
Verdis „Falstaff“, erstmals mit Luca Salsi als feistem Schwerenöter: kein makelloser, aber ein inspirierter, heiterer Abend, auf Linie gehalten von Thomas Guggeis.
DiePresse.com

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Am Mondsee erweckt die Wiener Akademie Bruckners Klangwelt wieder zum Leben

Das Orchester Wiener Akademie in der Basilika St. Michael in Mondsee. Foto: privat

Die Aufführung hat meine Sicht auf Bruckners 6. Symphonie gründlich revidiert. Sie steht zu Unrecht im Schatten ihrer beiden Nachbarn, sie ist kein wenig geliebtes Stiefkind, sondern ein vollwertiges Mitglied der Familie, etwas eigenwillig und doch nicht wegzudenken.

KIRCH’KLANG festival salzkammergut

Mondsee, Basilika St. Michael, 21. Juni 2024

Orchester Wiener Akademie
Dirigent: Martin Haselböck

Einführungsvortrag: Otto Biba

Franz Liszt: Von der Wiege bis zum Grabe, Symphonische Dichtung Nr. 13, S. 107
Anton Bruckner: Symphonie Nr. 6 A-Dur, WAB 106


von Dr. Rudi Frühwirth

Die oberösterreichische Stadt Bad Ischl ist im Jahr 2024 gemeinsam mit zweiundzwanzig weiteren Gemeinden des Salzkammerguts eine der drei Kulturhauptstädte Europas. Da 2024 auch ein Bruckner-Gedenkjahr ist, spielt die Musik des bedeutenden oberösterreichischen Komponisten eine zentrale Rolle im Kulturangebot der Hauptstadtregion Salzkammergut. „KIRCH’KLANG festival salzkammergut, Orchester Wiener Akademie, Dirigent Martin Haselböck
Mondsee, Basilika St. Michael,“
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Sie alle tun es!

Così fan tutte Hamburg © Hans Jörg Michel

„Ist sie eine Asiatin?“ – „Nein, er ist ein Asiate!“ – Niels, mein Begleiter an diesem Abend, is flabbergasted – völlig überrascht, denn der Star dieser Aufführung ist der Countertenor Kangmin Justin Kim, der die Despina gibt in „Così fan tutte“, der offenbar auch noch eine Ballettausbildung hat, so sehr springt er/sie umher in schwarzen Lackhosen, die durchaus ans Studio 54 erinnern, und in dem psychedelischen Bühnenbild des Herbert Fritsch, – „Kennst Du Verner Panton?“ frage ich das junge Mädchen neben mir, „Nein – wir sind mit der Klasse hier, und das Bühnenbild verstehen wir nicht“, und ich sage, „Nicht verstehen, nur gucken, gucken!“

Denn da gibt es nun in der Tat viel zu sehen.


Wolfgang Amadeus Mozart
 (1756 – 1791)
Così fan tutte
Text von Lorenzo Da Ponte

UA 26. Januar 1790, Wien (Altes Burgtheater am Michaelerplatz)

Chor und Orchester der Staatsoper Hamburg
Omer Meir Wellber – Musikalische Leitung

Herbert Fritsch  – Inszenierung und Bühnenbild

Staatsoper Hamburg, 20. Juni 2024


von Harald Nicolas Stazol

Ganz in psychedelischen Farben ist diese Così, eine Oper, die man recht eigentlich als sexistisch und misogyn einstufen könnte, werden doch hier Frauen auf den Prüfstand der Treue gestellt wie Objekte, von Männern, die manipulativ ihre eigenen Gelüste auf ihre Frauen projizieren – so jedenfalls sehe ich es… Chao Deng als Don Alfonso, mit einer so wundersam-tragenden Stimme, dass man ihm den großen Zyniker abnimmt, und Despina in Countertenor-Gestalt… wie kann Kangmin Justin Kim mit seinen Stimmbändern alle staunenswert über die Maßen in seiner Kunst an Gunst das Publikums gewinnen, nach höchsten Höhen ausbrechend in diabolisches Lachen, ohne Bruch, von einer Sekunde zur anderen, ein Allround-Talent, das man einfach gesehen haben muss! „Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791), Così fan tutte
Staatsoper Hamburg, 20. Juni 2024“
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Omer Meir Wellbers Così fan tutte-Dirigat in Hamburg fegt selbst das weltbeste Mozart-Haus vom Platz

Così fan tutte Hamburg © Hans Jörg Michel

Die Staatsoper Hamburg will zurück an die Weltspitze, Omer Meir Wellber, designierter Chefdirigent an der Dammtorstraße, soll’s richten. Ausgerechnet vier Tage nach einer neuen Così fan tutte am weltbesten Mozart-Haus namens Wiener Staatsoper gaben ihm die Hamburger das gleiche Werk in die Hand… das nennt man mal Bewährungsprobe! Während der Chef am Pult seinen Wiener Direktkonkurrenten regelrecht vom Platz fegte, festigte die restliche Produktion höchstens einen Platz in der zweiten Opernliga.

Così fan tutte
Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto von Lorenzo Da Ponte

Staatsoper Hamburg, 20. Juni 2024

von Johannes Karl Fischer

Für ein paar wenige Minuten raste die Oper am Gänsemarkt durch einen erstklassigen Mozart-Himmel, als Omer Meir Wellber das Hamburger Staatsorchester mit Feuer und Flamme in die mitreißenden Klänge der Così-Ouvertüre stürzte. Sein Mozart hatte Drive, sein Mozart machte Spaß, eben genau das, was Philippe Jordans eher uninspiriertem Dirigat am weltbesten Mozart-Haus an jeder Ecke fehlte. Mit einer fast schon uraufführungswürdigen Energie leitete Herr Wellber das gesamte Werk von der Klaviatur, der einen oder anderen Melodien warf stets eine frisch improvisierte Continuo-Note zu. Als säße der Komponist selbst im Graben und würde Publikum wie Bühne für seine neueste Uraufführung begeistern! „Così fan tutte, Musik von Wolfgang Amadeus Mozart
Staatsoper Hamburg, 20. Juni 2024“
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Così fan tutte: Man spürt die Freude der Sänger, dem Publikum Intrigen, Treueschwüre, sportliche Einlagen und ganz viel Liebe vorzugaukeln

Così fan tutte Hamburg © Hans Jörg Michel

Verehrtes Hamburger Publikum, wo waren Sie denn eigentlich an diesem großartigen Abend??  Sie haben wirklich etwas verpasst – es gibt in der Besetzung glücklicherweise noch ein paar Aufführungen – einzig die Musikalische Leitung wird dann von William Kelley übernommen.

Wolfgang Amadeus Mozart – Così fan tutte

Inszenierung und Bühnenbild: Herbert Fritsch
Kostüme: Victoria Behr
Licht: Carsten Sander
Dramaturgie: Johannes Blum

 Musikalische Leitung – Omer Meir Wellber

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chor der Hamburgischen Staatsoper

Staatsoper Hamburg, Großes Haus, 20. Juni 2024 

 von Iris Röckrath

Willkommen zur Opera buffa! Am heutigen Abend darf das Publikum der Staatsoper eine Commedia dell’arte par excellence erleben. Das Gesamtpaket bestehend aus einem quietschbunten Bühnenbild, kreativen Licht- und Regieeffekten, einem spiel- und sangesfreudigen Ensemble, einem bestens aufgelegten Philharmonischen Staatsorchester und einem entschlossenen Dirigenten überzeugt vollends.

„Wolfgang Amadeus Mozart – Così fan tutte
Staatsoper Hamburg, 20. Juni 2024“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 23. JUNI 2024

Milo Rau © Bea Borgers

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DIE SONNTAG-PRESSE – 23. JUNI 2024

Wien
Die ersten Wiener Festwochen von Milo Rau haben Stoff gegeben
Die Corporate Identity des Festivals als politisch revolutionäres Terrain hat sich bezahlt gemacht – mit 95 Prozent Auslastung wummern die Festwochen wieder                                                                                  DerStandard.at/story

Wien/Staatsoper
Mit Tempo und Humor: Così fan tutte an der Wiener Staatsoper
bachtrack.com/de

Wien/Staatsoper
In der zweiten Aufführung stabilisiert sich die neue Wiener „Così“
Handwerklich ist das Stück Barrie Kosky sehr gut gelungen, das jugendliche Ensemble animiert er zu unglaublich sportlichen Aktionen. Das hat Tempo, Drive, ist flott und originell. Die Idee, das Stück als Theater auf dem Theater zu inszenieren, nimmt diesem aber eine wesentliche Dimension. Kosky erspart es sich, den überraschenden Sinneswandel der Mädchen glaubwürdig zu machen, es bleibt unklar, wo der Bruch zwischen echter Emotion und Spiel stattfindet. Auch die entscheidende Frage, wer mit wem am Ende zusammen ist, wird nicht beantwortet. Die beiden Paare knallen dem Regisseur Don Alfonso ihre Rollenbücher auf den Tisch das war’s…
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

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Kleine Tonhalle Zürich: Kammermusik von Schostakowitsch und Haydn überzeugt mit einem kontrastreichen Programm

Kleine Tonhalle © Georg Aerni Presse

Kammermusik-Lunchkonzerte
„Dunkelheit und Licht“

Dmitri Schostakowitsch: Streichquartett Nr. 8 c-Moll op. 110
Bryce Dessner:  «Little Blue Something»
Joseph Haydn: Streichquartett B-Dur op. 76 Nr. 4 Hob. III:78 «Sonnenaufgang»

Klaidi Sahatçi (Violine)
George-Cosmin Banica (Violine)
Gilad Karni (Viola)
Paul Handschke (Violoncello)

Tonhalle Zürich, Kleine Tonhalle, 20. Juni 2024


von Julian Führer

In der Kleinen Tonhalle Zürich ist eine Reihe Kammermusik-Lunchkonzerte zu erleben, die in der laufenden Saison dem Motto „Darkness and Light“ gewidmet ist. Das besprochene Konzert wurde von keiner etablierten Quartettformation, sondern von den Stimmführern des Zürcher Tonhalle Orchesters gegeben. Sie präsentierten unter anderem Werke von Dmitri Schostakowitsch und Joseph Haydn, zwei bedeutenden und prägenden Komponisten für diese Gattung. „Kammermusik-Lunchkonzerte „Dunkelheit und Licht“, Haydn und Schostakowitsch
Tonhalle Zürich, 20. Juni 2024“
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Die Stille finden: Bruckners Achte im Amsterdamer Concertgebouw

Lieber Brian, tausend Dank für Deinen 100.sten Beitrag für klassik-begeistert, wie immer mit viel Wissen, Wums und Wahrheit geschrieben.

Let’s go 200!

Andreas, Herausgeber

Foto © Dr. Brian Cooper

Manfred Honeck dirigiert eine monumentale Aufführung eines monumentalen Werks, das man regelmäßig, wenngleich selten genug, in Amsterdam hört. Bemerkenswert sind an diesem Abend die herrlich ausgekosteten Generalpausen.

Anton Bruckner (1824-1896) – Sinfonie Nr. 8 c-Moll

Concertgebouworkest
Manfred Honeck, Dirigent

Amsterdam, Concertgebouw, 20. Juni 2024


von Brian Cooper, Bonn

Was bleibt nach diesem Konzert zu sagen? Vielleicht ist es eher eine Frage: Gibt es etwas Schöneres, als das Concertgebouworkest in Amsterdam zu hören, in diesem wunderbaren Saal, wo das Weltklasse-Orchester immer noch am besten klingt?

Anfang des vergangenen Jahres schrieb ich bereits, wie außergewöhnlich vor allem Mahler und Bruckner in diesem Saal klingen, erst recht, wenn das Orchester noch einmal über sich hinauswächst, wie hier in Bruckners achter Sinfonie geschehen. „Idealklang. Vollkommenheit. Schönheit“: Auch an diesem Juniabend treffen diese Worte zu. „Anton Bruckner, Sinfonie Nr. 8 c-Moll, Concertgebouworkest, Manfred Honeck
Amsterdam, Concertgebouw, 20. Juni 2024“
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Beethoven mal anders: Das Hagen Quartett räumt die Melancholie aus dem Weg

Hagen Quartett © Harald Hoffmann

Fragender Blick nach oben. So nach dem Motto: „Seid’s as? – einen Beethoven stört man nicht. Den Nachbarn rechts von mir reißt’s auch jedes Mal. Wenn ein, zwei Störenfriede im Mozart-Saal sich ihrer Schleimreste entledigen. Das Hagen Quartett bringt so schnell aber nichts aus der Ruhe. Ihren Beethoven kennen sie aus dem Effeff. Haydn lehnen sie am unerreichbaren Ludwig van an. Nur Ravel tanzt harmonisch aus der Reihe.

Hagen Quartett

Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal, 18. Juni 2024

von Jürgen Pathy

„Gfoit’s da?“, fragt eine Dame ihre jüngere Begleitung. Strahlendes Lächeln und Kopfnicken als Antwort. Da hat das Hagen Quartett gerade zu Beethovens letztem Streichquartett angesetzt. Das in F-Dur, eine Komposition aus dem Jahre 1826, mit dem Beethoven einem gewissen Gustav Mahler eine Steilvorlage liefert. Dritter Satz, „Lento assai“, das heißt „sehr langsam“, aber bitte: „e cantato tranquillo“ – mit ruhigem Ton, ausdrucksvoll singend. Aus diesen Anfangstakten hatte Mahler ein halbes Jahrhundert später vermutlich seine Ideen gefunden, um mit dem letzten Satz seiner Dritten die ganze Welt auf die Knie zu zwingen.

„Hagen Quartett
Wiener Konzerthaus, Mozart-Saal, 18. Juni 2024“
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Der religiöse Wahnsinn, wie von Fromental Halévy in seiner Oper “La Juive” gezeichnet, ist auch heute noch immer aktuell

La Juive © Monika Rittershaus

An diesem Donnerstag findet nicht nur der zweite Spieltag der Fußball-EM in Frankfurt statt mit der Begegnung England gegen Dänemark, sondern auch die 2. Aufführung der Oper “La Juive” von Fromental Halévy. Während die Fußballfans beider Nationen gemeinsam dem Fußballgott huldigen, zerstreiten sich in der Oper Christen und Juden darüber, wessen Gott der größte sei. Dabei geht es in Wahrheit um Macht und nur in zweiter Linie um Religion, die nur das “Opium des Volkes” ist, wie schon unser guter alter Trierer Freund Karl Marx richtig bemerkte.

Fromental Halévy (1799-1862)

LA JUIVE (DIE JÜDIN)
Oper in fünf Akten / Text von Eugène Scribe

Musikalische Leitung          Henrik Nánási
Inszenierung                           Tatjana Gürbaca
Bühnenbild                              Klaus Grünberg
Kostüme                                   Silke Willrett

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Chor und Extrachor der Oper Frankfurt (Leitung: Tilman Michael)

Oper Frankfurt20. Juni 2024

von Jean-Nico Schambourg
Die grausame Auseinandersetzung der Handlung stellt den Rahmen für eine großartige französische “Grand Opéra” mit wunderbaren Arien, Duette, Terzetten, Ensembles und Chorszenen.

Rachel, die Tochter des jüdischen Goldschmieds Eléazar, ist in Samuel verliebt, in Wirklichkeit der christliche Fürst Leopold und mit Prinzessin Eudoxie verheiratet. Als ihre “schändliche” Liebesbeziehung auffliegt, werden Leopold, Rachel und Eléazar zum Tode verurteilt. Rachel rettet Leopolds Leben mit der Aussage, sie hätte gelogen betreffend ihre Liebesverbindung.

„Fromental Halévy (1799-1862) LA JUIVE (DIE JÜDIN)
Oper Frankfurt, 20. Juni 2024“
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