„Parsifal“ überzeugt bei den Berliner Festtagen

Foto: Staatsoper Unter den Linden / Foto: M. Lautenschläger (c)
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
, 30. März 2018
Richard Wagner, Parsifal

von Kirsten Liese

Diese Produktion ist mittlerweile schon ein kultverdächtiger Dauerbrenner. Zum vierten Mal in Folge hat Daniel Barenboim den „Parsifal“ in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakov an österlichen Berliner Festtagen aufs Programm gesetzt. Nachgerade auch im Vergleich mit dem jüngsten, ungleich weniger ansprechenden „Tristan“ erscheint diese Arbeit nach wie vor die beste des russischen Regisseurs.

Ausgehend von einer heutigen asketischen Männergemeinschaft erzählt er ein Stück über religiösen Fanatismus. Das passt zu unserer Zeit und auch zu Richard Wagner, der selbst der katholischen Kirche kritisch gegenüberstand und den „Parsifal“ nicht als ein rein geistliches Werk verstanden wissen wollte. „Richard Wagner, Parsifal,
Staatsoper Unter den Linden, Berlin“
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Tosca in Salzburg: Höchste künstlerische Qualität wurde offensichtlich nicht angestrebt

Foto: Forster (c)
Giacomo Puccini, Tosca
Salzburger Osterfestspiele, 24. März 2018

von Tim Theo Tinn

„Bedingungsloser Anspruch nach höchster künstlerischer Qualität“ – das fordern die Salzburger Osterfestspiele gemäß ihrem Gründer Herbert von Karajan in diesem Festival der Klassik (lateinisch classicus „zum ersten Rang gehörig, mustergültig“).

Wer ist derzeit für die fehlende Einhaltung dieser Maxime verantwortlich: Christian Thielemann (künstlerische Leitung) und Peter Ruzicka (geschäftsführender Intendant)? Salzburger Festspiele auf dem Weg zur Spektakel-Bude?

Erfüllt wird der Anspruch umfassend nur von Anja Harteros. Sonst finden sich gute, solide, geringe und ganz geringe Ergebnisse. „Giacomo Puccini, TOSCA, Salzburger Osterfestspiele         “ weiterlesen

Die MONTAG-PRESSE – 2. April 2018 (Ostermontag)

Foto: Maxim Schulz (c)
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Lausanne
Opéra de Lausanne schmeisst Kritiker raus
Die Oper von Lausanne hat einem Kritiker des französischen Fachblattes Resmusica die Akkreditierung entzogen. Anlass sind Texte, welche die Oper als unsachgemäss, gehässig und persönlich verletzend betrachtet. ResMusica weist die Vorwürfe zurück und spricht von einem präzedenzlosen Vorfall.
Codex flores

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Parsifal in Erl umjubelt

Richard Wagner, Parsifal
Tiroler Festspiele Erl, 31. März 2018

von Charles E. Ritterband

Zugegeben – der  Parsifal ist nicht unbedingt meine liebste Oper. Eher das Gegenteil. Dieses „Bühnenweihfestspiel“ – denn genau genommen ist es keine Oper – muss als Fortsetzung, ja als Vollendung von Wagners Gesamtwerk angesehen werden. Wagner nannte den Gral „eine Vergeistigung des Nibelungenhortes“ und die Figur des Parsifal ist in mancher Hinsicht die Wiedergeburt des Siegfried. „Richard Wagner, Parsifal,
Tiroler Festspiele Erl“
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Die SONNTAG-PRESSE – 1. April 2018 (Ostersonntag)

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Berlin/ Staatsoper
Matthias Schulz löst in Berlin Jürgen Flimm ab
Salzburger Nachrichten

Berlin/ Staatsoper
Jürgen Flimm: „Ein bisschen wehmütig bin ich schon“
Das Abschiedsinterview
Berliner Morgenpost

„Angefangen habe ich im Kasperletheater“
Jürgen Flimm verlässt die Berliner Staatsoper. Ein Gespräch über Baustellen, Lieblingsplätze und Daniel Barenboim
Tagesspiegel

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Vogt, Shagimuratova, Selig: Ein Engel, eine Nachtigall und Vater Erde bezaubern mit sängerischen Sternstunden in einer magischen “Zauberflöte”

Oper nur auf CD, YouTube oder im Stream. Konzerte ebenso.
Viele Klassik-Begeisterte sehnen sich nach packenden, berührenden Live-Erlebnissen. Klassik-begeistert.de bringt Impressionen von Autorinnen und Autoren, die unsere Leserinnen und Leser am meisten berührt haben. Teil 3 –  Festspielhaus Baden-Baden, „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart.

Foto: Andrea Kremper (c)
Festspielhaus Baden-Baden

Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte
Yannick Nézet-Séguin, Dirigent
Klaus Florian Vogt, Tamino
Albina Shagimuratova, Königin der Nacht
Christiane Karg, Pamina
Rolando Villazón, Papageno
Regula Mühlemann, Papagena
Franz-Josef Selig, Sarastro

von Sebastian Koik

Schon die Ouvertüre in der konzertanten Aufführung der “Zauberflöte” im Festspielhaus Baden-Baden am 8. Juli 2018 ist eine Feier – und es soll ein großer Abend werden!

Klaus Florian Vogt ist als Tamino eine Sensation und die Idealbesetzung, ein absolut perfekter edler Prinz! Schöner kann man das nicht singen! Das wunderbare Lied vom bezaubernd schönen Bildnis erklang wohl in den 227 Jahren seit der Uraufführung in Wien kaum je so schön wie an diesem späten Nachmittag in Baden-Baden.

Klaus Florian Vogt, einer der herausragenden Tenöre der Gegenwart, singt mit unvergleichlich unschuldiger und reiner Stimme wie ein Engel. Dieser wunderbare Tenor singt herrlich weich und ätherisch, doch bei aller Zartheit ist sein präziser Gesang sehr dicht und intensiv. Er schwebt über allem. Vogt singt mit Gefühl und brilliert auch in dramatischen Passagen mit großartigen Ausbrüchen.

Vogt als Tamino ist ein wunderbares Erlebnis und sorgt für Gänsehaut und Entzücken, zaubert den Zuhörern immer wieder ein Lächeln ins Gesicht und ins Herz!

© Klaus Florian Vogt

Die zweite große Sensation der Baden-Baden-Gala ist Albina Shagimuratova als Königin der Nacht. Auch diese Rolle kann man nicht bezaubernder singen als sie an diesem Abend! Ihr Gesang ist von faszinierender Natürlichkeit, Autorität und Schönheit. Ihre Stimme ist in allen Lagen sensationell dicht und intensiv. Sie verkörpert die Königin der Nacht ganz und gar, geradezu übermenschlich gut und kann scheinbar alles.

Sie kann herrlich zart singen, aber auch kraftvoll dramatisch und mit sprühendem Feuer. Ihre unfassbar brillant-präzisen und berückend schönen Koloraturen sind nicht von dieser Welt. Die große Arie der Königin der Nacht im zweiten Akt hat das Universum vermutlich selten schöner gehört als in diesen Minuten maximaler sängerischer Schönheit von Albina Shagimuratova.
„Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte, Yannick Nézet-Séguin, Klaus Florian Vogt, Albina Shagimuratova,
Festspielhaus Baden-Baden“
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Parsifal: Achtung Kitschalarm

Foto: Michael Pöhn (c)
Wiener Staatsoper, 29. März 2018

Richard Wagner, PARSIFAL

Von Peter Skorepa (onlinemerker.com)

Keine Frage, wenn im letzten Aufzug die Entourage des obersten Gralshüters die goldschimmernde U-Bahnstation Montsalvat von Otto Wagner betritt, behelmt mit goldglänzenden Flügelhelmen und das zu enorm aufbrausender Bombastik Wagnerscher Klänge, dann ist totaler Kitschalarm angesagt, und wenn Semyon Bychkov die Wiener Philharmoniker zur Höchstleistung an Dynamik anspornt und Pauken und Blech ein – nur für Wagnerfans wohl wohliges – Wonnebad an Klangmassen im Hause verbreiten, dann ist wieder Ostern im Musentempel angesagt.

Ich hätte mir nicht gedacht, je einer der Inszenierungen von Frau Militz nachzuweinen – jetzt ist es geschehen. Mit einer ernsthafteren Herangehensweise hätte die Verlegung der Handlung in medizinische Versorgungseinrichtungen der Stadt Wien einiges an Wirkung ergeben, so aber hat sich Alvis Hermanis lediglich auf die äußere Wirkung des Wiener Jugendstils, im speziellen jenes des Otto Wagner, verlassen und ist damit – vermutlich völlig unbewusst – in dessen heurigem Gedenkjahr gelandet. Mehr aber schon nicht. Und so müssen sich jetzt die Protagonisten unter der erdrückenden Last des Goldzierrates behaupten, einer Last, die völlig beziehungslos über der Parsifal-Handlung schwebt, darunter zwei Antipoden der Historie: Die Rittergesellschaft aus dem 13. Jahrhundert und dagegen die Vertreter der Moderne in Wien um 1900. Diese in Beziehung zu setzen hätte anderer Ideen bedurft, das ganze sieht hier aber nur einem Schauraum in einem Museumsshop ähnlich.

Jochen Schmeckenbecher debütierte als Amfortas, gesanglich wohl einwandfrei aber ohne die Größe dieser Figur in Gestaltung und Gesang bzw. Stimme zeigen zu können, so wie sie Wagner erdacht hat. Aber hier: Ein kleiner Schmerzensmann nur statt ein großer Leidender, wobei Herrn Schmeckenbecher die Regie kaum Raum und Format dazu gibt, das wenigstens auch darzustellen zu versuchen. Und der Gurnemanz des Kwangchul Youn klang diesmal als Gralshüter schon im ersten Aufzug müder als sonst, der Koreaner singt aber mit einem hörbar großen Wagnerbezug.

Ryan Speedo Green kann aus der kurzen Partie des Titurel nicht viel holen, Boaz Daniel bietet immerhin baritonalen Wohlklang, aber lehrt als Klingsor auch niemanden so leicht das Fürchten.

So bleiben zwei Sänger, die in ihren Rollen diesem Bühnenweihfestspiel am ehesten gerecht wurden: Anja Kampe in ihrem Debüt in der Staatsoper als Kundry mit intensiver und den gesanglichen Hürden des zweiten Aufzuges gerecht werdender Gestaltung ohne allerdings schon große Kundrys vergessen zu machen. Und ein Titelheld mit Würde, Christopher Ventris mit einem wohltuend ruhigem Fluss der Gesangslinie und noch immer jugendlichem Tenor.

Der riesigen Schar an Rittern, Knappen, der Stimme von oben und den Blumenmädchen sei aus Arbeitsökonomie pauschal gedankt, vor allem den letzteren, welche alle neben ihrem hervorragenden musikalischen Einsatz verführerisch in ihren reizenden Negligés  aussahen. Das darf ja wohl noch gesagt und bedankt werden.

Wie schon erwähnt gibt Semyon Bychkov mit den Wiener Philharmonikern der Breitenwirkung der Partitur fast übergroßen dynamischen Raum und entsprechende Ausdehnung, vor allem in den großen Chorszenen, überrascht aber im zweiten Aufzug wieder durch partiturgerechte und die behandelte Dramatik des Inhaltes fördernde flottere Tempi. Ein Lob dem Staatsopernchor für dessen Intensität.

Peter Skorepa, 30. März 2018

Foto: M. Pöhn

„Richard Wagner, PARSIFAL,
Wiener Staatsoper“
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Die SAMSTAG-PRESSE – 31. März 2018

Foto: Michael Pöhn (c)
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Wien/ Staatsoper:
Ein Kunstfehler
Der Wiener „Parsifal bleibt ein Ärgernis
Wiener Zeitung

Auf der Suche nach Wagners Gesangs-Gral
Die Presse

Erl/Tirol
Fall Festspiele Erl: Für Haselsteiner sind die „Hausaufgaben erfüllt“
Hans Peter Haselsteiner, Präsident der Festspiele Erl, sieht in der Causa rund um die schweren Vorwürfe gegen die Festspiele und deren Künstlerischen Leiter Gustav Kuhn die „Hausaufgaben erfüllt“. Man habe eine Ombudsfrau bestellt und die Gagenordnung veröffentlicht. „Wir wollen nicht mehr, es ist alles gesagt“, meinte Haselsteiner bei der Pressekonferenz.
Salzburger Nachrichten

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Die FREITAG-PRESSE – 30. März 2018 – Karfreitag

Foto: Staatsoper Unter den Linden / Lautenschläger (c)
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Berlin/ Staatsoper
Matthias Schulz löst Jürgen Flimm ab
Berliner Zeitung

Wien
Saison 2021/2022: Orozco-Estrada wird Chefdirigent der Wiener Symphoniker
Tagesspiegel

Andrés Orozco-Estrada wird Chefdirigent der Wiener Symphoniker
Der 40-jährige Wahlwiener folgt Philippe Jordan 2021 nach
Der Standard

Orozco-Estrada wird Chefdirigent der Wiener Symphoniker
Andrés Orozco-Estrada wird neuer Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Der 40-Jährige übernimmt die Position ab der Saison 2021/22,
Musik heute

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Berlin: Michael Volle ist als Falstaff kraftvoll, machtdurstig und souverän

Giuseppe Verdi, Falstaff
Staatsoper Unter den Linden, Berlin
, 28. März 2018
Daniel Barenboim, Dirigent
Mario Martone, Inszenierung
Margherita Palli, Bühne
Ursula Patzak, Kostüme
Michael Volle, Sir John Falstaff
Barbara Frittoli, Alice Ford
Alfredo Daza, Ford
Francesco Demuro, Fenton
Nadine Sierra, Nannetta
Daniela Barcellona, Mrs. Quickly
Katharina Kammerloher, Mrs. Meg Page

von Yehya Alazem

„Falstaff“ wurde Verdis Abschied von der Opernbühne, obwohl Verdi selbst glaubte, dass sein „Otello“ sein letztes Werk sein würde. Niemand glaubte, dass Verdi nach einer großen Reihe von erfolgreichen Tragödien seinen künstlerischen Lebenslauf mit einer Komödie abschließen würde – sein größter Misserfolg war eine komische Oper gewesen: „Un giorno di regno“ (1840). Genau wie beim „Otello“ sorgte Arrigo Boito für das Libretto und schickte Verdi den ersten Entwurf im Sommer 1889, doch wurde die Oper erst im Februar 1893 am Teatro alla Scala uraufgeführt.

„Falstaff“ ist ein Phänomen in der musikalischen Komödie. Der Ausdruck in der Oper ist so direkt und konzentriert und das Gleichgewicht zwischen dem Vokalen und dem Instrumentalen ist so vollendet, dass die Oper wie szenische Kammermusik erlebt werden kann. „Giuseppe Verdi, Falstaff,
Staatsoper Unter den Linden, Berlin“
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