Benamor – eine fulminante Zarzuela begeistert im MusikTheater an der Wien

Benamor © Monika Rittershaus

Dem Theater an der Wien ist es in einer fulminanten, witzigen, farbenprächtigen und musikalisch überragenden Produktion gelungen, das spanische Temperament auf die Bühne des besten Wiener Musiktheaters zu transferieren. Das begeisterte Publikum dankte es Sängern, Orchester und Regie mit lang anhaltenden Standing Ovations.

BENAMOR
Pablo Luna

Opereta in drei Akten
Libretto von Antonio Paso und Ricardo González del Toro
Österreichische Erstaufführung

Mit Marina Monzó, Federico Fiorio, Milagros Martín, David Alegret, David Oller u.a.

Bühne:  Herbert Murauer
Kostüm:  Barbara Drosihn
Choreografie:  Javier Pérez

Arnold Schoenberg Chor
ORF Radio-Symphonieorchester Wien

Dirigent: José Miguel Pérez-Sierra

Regie: Christof Loy

Musiktheater an der Wien, 7. Februar 2026

von Dr. Charles E. Ritterband

Die Zarzuela „Benamor“ – eine köstliche Parodie auf den modischen europäischen Orientalismus – feierte in dem vor Lebenslust und kulturellen Ereignissen überquellenden Madrid der „Roaring Twenties“ gewaltige Erfolge.

Jede Musiknummer musste nach der Uraufführung im Madrider Teatro de la Zarzuela nochmals dargeboten werden, sodass die Aufführungen oft bis drei Uhr morgens dauerten. „Pablo Luna, Benamor
MusikTheater an der Wien, 7. Februar 2026“
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Das Frankfurter Museumsorchester seziert das Schicksalsjahr 1938

Fotos © Diana Hillesheim

Elsa Barraine
Sinfonie Nr. 2

Erich Wolfgang Korngold
Violinkonzert D-Dur op. 35

Dmitri Schostakowitsch
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47

Elias David Moncado, Violine

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Thomas Guggeis, musikalische Leitung

6. Museumskonzert, Alte Oper Frankfurt, 9. Februar 2026

von Dirk Schauß

Das Jahr 1938 markiert eine Zäsur, die sich wie ein tiefer Riss durch die europäische Kulturgeschichte zieht. In der Alten Oper Frankfurt wurde dieses Schicksalsjahr nun zum Gegenstand einer musikalischen Tiefenbohrung. Das 6. Sinfoniekonzert des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters unter der Leitung von Generalmusikdirektor Thomas Guggeis war kein gewöhnlicher Konzertabend, sondern eine klangliche Rekonstruktion einer Welt im Umbruch. Zwischen dem Vorabend des Krieges in Frankreich, dem schillernden Exil in Hollywood und dem tödlichen Schweigen unter Stalin entfaltete sich ein Panorama, das von den Musikern und ihrem Dirigenten höchste Wachsamkeit forderte. „6. Museumskonzert, Schicksalsjahr 1938
Alte Oper Frankfurt, 9. Februar 2026“
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Die Brüsseler Erstaufführung der Oper “Benvenuto Cellini” von Hector Berlioz überzeugt musikalisch

Benvenuto Cellini – John Osborn © Simon Van Rompay

Das Opernhaus “La Monnaie / De Munt” in Brüssel zeigt zum ersten Mal Hector Berlioz’ erste Oper “Benvenuto Cellini”. Heraus kommt eine musikalisch überzeugende Aufführung unter der Leitung des Chefdirigenten Alain Altinoglu. Die exzellente Sängerriege wird angeführt von John Osborn in der Titelrolle. Szenisch wirkt die Inszenierung von Regisseur Thaddeus Strassberger allerdings überfüllt, ermüdend.

Hector Berlioz (1803-1869) BENVENUTO CELLINI
Oper in 2 Akten und vier Bildern
Libretto: Léon de Wally & Auguste Barbier

Musikalische Leitung: Alain Altinoglu
Inszenierung & Bühnenbild: Thaddeus Strassberger
Kostüme: Giuseppe Palella

Symphonisches Orchester und Chor (Chorleiter: Emmanuel Trenque) des Opernhaus La Monnaie

 La Monnaie, Brüssel, 8. Februar 2026

von Jean-Nico Schambourg

Karnevalszeit – Zeit des ausgelassenen und ausschweifenden Feierns, in der die Arbeit gerne mal ein wenig in den Hintergrund tritt. So auch bei Benvenuto Cellini, der anstatt sich der Fertigstellung des päpstlichen Auftrags einer bronzenen Statue zu widmen, lieber mit seinen Freunden feiert und mit Teresa, der Tochter des päpstlichen Schatzmeisters Balducci anbandelt. Dieser will  lieber seine Tochter gegen deren Willen mit Fieramosca, einem römischen Bildhauer, vermählen.

„Hector Berlioz (1803-1869),  Benvenuto Cellini
La Monnaie, Brüssel, 8. Februar 2026“
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Thielemann zähmt das Drama, Zeppenfeld und Nylund tragen es

CD/Blu-ray Besprechung

Tristan und Isolde in Dresden

Die neue Blu-ray der Semperoper Dresden mit Richard Wagners „Tristan und Isolde“ dokumentiert eine Aufführung von besonderer Tragweite: Klaus Florian Vogt gibt hier sein Rollendebüt als Tristan, und Christian Thielemann verabschiedet sich als Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle mit diesem Werk, das wie kaum ein anderes die Grenzen des Orchesters und der menschlichen Stimme auslotet.

Richard Wagner, Tristan und Isolde
Semperoper Dresden 2022

C Major Blu-ray 770804

von Dirk Schauß

Marco Arturo Marellis Inszenierung aus dem Jahr 1995, die nun schon drei Jahrzehnte auf dem Buckel hat, rahmt das Geschehen in einer ästhetisch sehr ansprechenden, zeitlos-abstrakten Bildsprache. Das Bühnenbild mit seinem großen Würfelraum, den durchscheinenden Vorhängen und vor allem der dominierenden, kühlen maritimen Blautönung schafft eine atmosphärische Dichte, die das Werk in seiner Entrücktheit und inneren Unendlichkeit unterstreicht, ohne ihm Gewalt anzutun oder es krampfhaft neu zu erfinden. Die Kostüme fügen sich harmonisch ein. Dennoch zeigt sich nach so langer Zeit eine spürbare Schwäche in der Personenführung: Die Sänger sind oft zu sehr auf sich gestellt, was zu wiederkehrenden Leerläufen führt, in denen die dramatische Spannung allein von der Musik getragen werden muss. „CD/Blu-ray Besprechung: Richard Wagner, Tristan und Isolde
klassik-begeistert.de, 10. Februar 2026“
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DIE DIENSTAG-PRESSE – 10. FEBRUAR 2026

Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 10. FEBRUAR 2026

Wien/Staatsoper
Staatsoper: Ein Albtraum, diese „Luisa Miller“!
Vor allem wegen Nadine Sierra, George Petean und Michele Mariotti am Pult kann sich Verdis nicht unproblematische Schiller-Bearbeitung hören lassen. Szenisch geht die Neuproduktion allerdings auf unfreiwillig komische Weise schief.
DiePresse.com

Wien
Buhorkan für „Luisa Miller“ im Haus am Ring
„So ein Schmarren!“, „Wird Verdi da nur lächerlich gemacht?“ So hörte man’s in den Pausengesprächen der Premiere von Verdis „Luisa Miller“, nachdem das Publikum schon nach dem 1. Akt seinem Ärger mit einem Buhkonzert Luft gemacht hatte. Bei der Schlussverbeugung überschüttete es den russischen Regisseur Philipp Grigorian (49) mit einem Buhorkan und Pfiffen. Er hat mit dem schrägen Machwerk die Reihe der Inszenierungsdebakel der Staatsoper – wie Serebrennikows „Don Carlo“ – mit Links getoppt.
krone.at

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Diese Weltensinfonie begeistert und wird noch sehr lange Zeit nachhallen

Riccardo Minasi © Drew Gardner

Schon zwischen den Sätzen hatte es mehrmals Applaus gegeben. Aber nach dem letzten Ton hält es niemanden mehr im Sitz. Einen komplett ausverkauften Saal mit stehenden Ovationen hatte man in Köln länger nicht mehr jubeln hören. Richtig magisch! Und verdient haben die Musiker es allemal.

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 3 d-Moll (1895–96, rev. 1899)
Riccardo Minasi, Dirigent
Mahler Chamber Orchester

Marianne Crebassa, Mezzosopran

Knabenchor der CHORAKADEMIE am Konzerthaus Dortmund
Jugendmädchenchor der CHORAKADEMIE am Konzerthaus Dortmund
Frauenstimmen des Jugendkonzertchors der CHORAKADEMIE am Konzerthaus Dortmund
Frauenkonzertchor der CHORAKADEMIE am Konzerthaus Dortmund
MCO Academy

Kölner Philharmonie, 8. Februar 2026

von Daniel Janz

Wer, wenn nicht das Mahler Chamber Orchestra sollte es schaffen, eine der beeindruckendsten und längsten Sinfonien der Welt aufzuführen? Zumal sie von Namensgeber für dieses Orchester selber stammt? Immer wieder wird Mahler zu seiner dritten Sinfonie zitiert, er habe eine ganze Welt in dieser Musik erschaffen wollen. Dass diese Welt aber auch musikalisch greifbar wird, braucht Spitzenkräfte, die sowohl Ausdauer als auch überragende Technik am Instrument besitzen müssen. „Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 3 d-Moll, Mahler Chamber Orchester
Kölner Philharmonie, 8. Februar 2026“
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Italienische Sinfonik neu entdecken

CD/Blu-ray Besprechung:

Was für eine schöne CD! Riccardo Frizza und die Bamberger Symphoniker legen mit ihrer neuen Pentatone-Einspielung „Italian Perspectives“ eine über 80 Minuten vollgepackte, klanglich exquisite Reise durch weitgehend vergessene Gefilde der italienischen Spätromantik vor.

Italian Perspectives

Bamberger Symphoniker
Riccardo Frizza, musikalische Leitung

Pentatone, PTC 5187419

von Dirk Schauß

Im Zentrum stehen drei Werke, von denen zwei – trotz ihrer Qualität – bis heute ein Schattendasein fristen. Den Anfang machen fünf Études-tableaux von Sergei Rachmaninoff, die Ottorino Respighi 1930/31 im Auftrag von Serge Koussevitzky für Orchester bearbeitet hat. Diese Bearbeitungen gehören zu den glücklichsten Fällen einer Fremd-Orchestrierung: Respighi bewahrt jede Nuance, jeden harmonischen Schatten und jede rhythmische Eigenart der Originale – und hüllt sie gleichzeitig in eine unverkennbar italienische Farbigkeit. „CD/Blu-ray Besprechung: Italian Perspectives, Bamberger Symphoniker
klassik-begeistert.de, 9. Februar 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 9. FEBRUAR 2026

Luisa Miller/Wiener Staatsoper © Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 9. FEBRUAR 2026

Wien
„Luisa Miller“ an der Staatsoper: Unfreiwillig komisch
Verdis Oper nach Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe“ kehrt nach 35 Jahren auf den Spielplan der Wiener Staatsoper zurück. Musikalisch ein starker Abend mit Nadine Sierra in der Titelrolle und Michele Mariotti am Pult. Szenisch eine fahrlässige oder gar mutwillige Peinlichkeit.
BR-Klassik.de

Ein vergiftetes Meisterwerk
Verdis frühe Schiller-Vertonung „Luisa Miller“ erweist sich an der Wiener Staatsoper als stilistisch herrlich einheitliche, in die Zukunft weisende Preziose. Maestro Michele Mariotti und das wunderbare Sängerensemble sind ihre idealen Anwälte. Die Inszenierung ist indes ein Totalausfall.
concerti.de

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„Ich bin das Feuer, das dich verzehrt!“ – Lübeck tanzt sich in die Leidenschaft

Ieva Prudnikovaitė und Josep Caballé Domenech – Photo Andreas Ströbl

„Tanzt, tanzt, sonst seid ihr verloren“ – dieses Zitat der legendären Choreographin Pina Bausch haben sich die Lübecker programmatisch über das 5. Symphoniekonzert am eisigen 8. Februar 2026 in der Musik- und Kongresshalle geschrieben. Dreimal wird absolut unterschiedlich der Tanz thematisiert – und das Konzert erfährt eine beeindruckende Steigerung.

5. Symphoniekonzert

Carl Maria von Weber, Aufforderung zum Tanz op. 65
Manuel de Falla, El Amor brujo (Der Liebeszauber)
Sergei Prokofjew, Romeo und Julia, Suite aus der Ballettmusik op. 64

Ieva Prudnikovaitė, Mezzosopran

Josep Caballé Domenech, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Lübeck, Musik- und Kongresshalle, 8. Februar 2026

von Dr. Andreas Ströbl

Funktioniert die Aufforderung?

Im noch jungen Weber-Jahr darf natürlich eines seiner berühmtesten Werke nicht fehlen, und so hat man sich in Lübeck entschieden, zum ersten Symphoniekonzert des Jahres mit seiner „Aufforderung zum Tanz“ den Reigen gleichsam zu eröffnen. „5. Symphoniekonzert, Carl Maria von Weber, Aufforderung zum Tanz
Lübeck, Musik- und Kongresshalle, 8. Februar 2026“
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Maestro Carlo Goldstein errechnet, wie viel Prozent Wagner in La Traviata steckt, Teil II

CANTIERE INTERNAZIONALE D’ARTE CAVALLERIA RUSTICANA
Montepulciano, 11 Luglio 2025 ©️ Irene Trancossi

In Hamburg dirigiert Carlo Goldstein aktuell die Wiederaufnahme von La Traviata. Ich habe mit dem italienischen Dirigenten in der Hamburgischen Staatsoper über Giuseppe Verdi gesprochen: Warum hat der Komponist keine ausgewachsene Symphonie hinterlassen?  Welche jahrzehntelange tragische Vorgeschichte  hatte sein Meisterwerk Falstaff? Außerdem hat Carlo Goldstein exakt bestimmt, wie viel Prozent Wagner in La Traviata steckt…

Jörn Schmidt im Gespräch mit Carlo Goldstein (Teil 2)

klassik-begeistert: Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg pflegt einen typisch Deutschen Klang. Die Hamburger können aber auch Italianità. Ist das der Globalisierung zu verdanken?

Carlo Goldstein: Das ist ein Aspekt, aber ich würde weiter zurückgehen. Die italienische Oper hatte immer schon eine zweite Heimat in Deutschland und natürlich auch hier in Hamburg. „Interview: kb im Gespräch mit Maestro Carlo Goldstein, Teil II
klassik-begeistert.de, 8. Februar 2026“
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