Der eisumgürteten Prinzessin ist als Gegenspieler der von Beginn an liebende Prinz Calaf gegenübergestellt. Jonas Kaufmanns kräftiger Tenor ist aber leider das Ärgernis der Einspielung. Zwar gelingen ihm durchgängig strahlende, lange gehaltene Spitzentöne, aber seine Tendenz, zu laut zu singen, setzt sich auch hier wieder durch. Er verleiht seiner Stimme einen unschön klingenden Druck, und verfällt durchgehend in brüllende Lautstärke. Die Fähigkeit, mezza voce singen zu können, scheint Kaufmann abhanden gekommen zu sein. Dadurch kehren sich die Verhältnisse in der Oper um: die eiskalte Prinzessin verfügt über sanftes, lyrisches Potential, während der gefühlvolle Liebende mit Schwermetall um sich wirft. Radvanovsky ist klug genug, sich nicht von der Lautstärke des Partners mitreißen zu lassen, und geht am Ende als Siegerin vom Platz.
Foto: KAUFMANN, JONAS – Copyright by Johannes Ifkovits
CD-Rezension:
Giacomo Puccini
Turandot
Sondra Radvanovsky
Jonas Kaufmann
Ermonela Jaho
Orchestra e Coro dell’Accademia di Santa Cecilia
Antonio Pappano
Warner 5054197406591
von Peter Sommeregger
Puccinis letzte, unvollendet hinterlassene Oper „Turandot“ stellt stets eine große Herausforderung für alle an einer Aufführung oder Einspielung Beteiligten dar. Puccinis Schüler Franco Alfano hatte die Oper nach Puccinis Tod vollendet, der Dirigent der Uraufführung, Arturo Toscanini, kürzte allerdings diese Version bei der Premiere an der Mailänder Scala 1926. „CD-Rezension: Giacomo Puccini Turandot
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