Ein großer Komponist wird gewürdigt: Liebesgabe zu John Adams’ 75. Geburtstag

John Adams
Collected Works

Nonesuch  075597932294    40 CD

 von Peter Sommeregger

 Am 15. Februar dieses Jahres konnte der US-amerikanische Komponist John Adams seinen 75. Geburtstag begehen. Neben Philip Glass ist er der aktuell wohl bedeutendste Komponist seiner Heimat, die Vielschichtigkeit seiner Kompositionen, die von der Kammermusik bis zur abendfüllenden Oper reichen, haben ihm eine Popularität verliehen, die auch in den Europäischen Musikzentren ihren Niederschlag findet. „CD-Rezension: John Adams Collected Works“ weiterlesen

Auch die heißeste Aktie kann einmal fallen: Klaus Mäkelä im Wiener Konzerthaus

Foto: Klaus Mäkelä © Lukas Beck

Oslo Philharmonic
Klaus Mäkelä, Dirigent
Sol Gabetta, Cello

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 20. November 2022

von Jürgen Pathy

Viel ist über ihn bereits geschrieben worden. Klaus Mäkelä, den blutjungen Dirigenten, der zurzeit als die heißeste Aktie gehandelt wird. Von „Wunderkind“ über „Tausendsassa“ bis hin zu Mann der Zukunft, alles davon hat man schon gelesen. Einen ähnlichen Hype hat man seit Teodor Currentzis nicht mehr erlebt. Den Vergleich hält der finnische Shootingstar aber nicht stand. Im Wiener Konzerthaus stößt Mäkelä an seine Grenzen. „Oslo Philharmonic, Klaus Mäkelä, Dirigent, Sol Gabetta, Cello
Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 20. November 2022“
weiterlesen

Sommereggers Klassikwelt 161: Frieda Hempel, „des Kaisers Lerche“

Bild aus der  George Grantham Bain-Sammlung der Library of Congress

von Peter Sommeregger

Die Biographie der am 26.Juni 1884 in Leipzig geborenen Frieda Hempel nahm während ihres 71 Jahre dauernden Lebens immer wieder unerwartete Wendungen. Ursprünglich wurde sie am Leipziger Konservatorium als Pianistin ausgebildet, wechselte aber bald an das renommierte Stern’sche Konservatorium in Berlin, um bei Selma Nicklaß-Kempner Gesang zu studieren. Während ihrer Ausbildung hörte sie ein Talent-Scout der New Yorker Met und wollte sie vom Fleck weg engagieren, wovon ihr die Lehrerin erfolgreich abriet. „Sommereggers Klassikwelt 161: Frieda Hempel, „des Kaisers Lerche“
klassik-begeistert.de, 23. November 2022“
weiterlesen

DIE MITTWOCH-PRESSE – 23. NOVEMBER 2022

Foto: G. Groissböck © Dominik Stixenberger

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE – 23. NOVEMBER 2022

Neue CD-Aufnahmen von Andrè Schuen und Günther Groissböck: Die Seele stirbt vor Sehnen
Passend zum Spätherbst rückt die Liedkunst ins Zentrum. Neue Einspielungen führen vor Augen, wie Franz Schubert oder Gustav Mahler in entlegenste Seelenregionen von Einsamen und Verlorenen vordrangen.
Salzburger Nachrichten.at

München
Bayerische Staatsoper in der Krise: Muss Intendant Serge Dorny umsteuern?
BR-Klassik.de

Baden-Baden
Umstrittener Dirigent: Es geht nicht um Putin, es geht um Kunst
Die deutsche Kritik an der wirtschaftlichen Abhängigkeit des Dirigenten Teodor Currentzis von Putin ist moralische Selbstüberhebung. In Baden-Baden ist ein großer Dirigent zu erleben, der seiner Revoluzzer-Attitüde abgeschworen hat.
FrankfurterAllgemeine.net

„DIE MITTWOCH-PRESSE – 23. NOVEMBER 2022“ weiterlesen

Jean-Christophe Maillots Choreographie zeigt, wie aus einem funkelnden Rubin ein glitzernder Glasstein wird

Man sieht ihnen die Erschöpfung an: Filip Kvačák und Sae Tamura als Romeo und Julia unmittelbar nach Ende der Vorstellung (Foto: RW)

Wenn der Choreograph Jean-Christoph Maillot die Tragödie um Romeo und Julias Liebe aller äußeren Einflüsse entkleidet und sie auf die Zweierbeziehung reduziert, mag das einem jüngeren Publikum gefallen. Ihnen wird das Glitzern des Glassteins vielleicht reichen, von funkelnden Rubinen halten sie offenbar nichts mehr.

Romeo und Julia
Ballett von Jean-Christophe Maillot

Musik von Sergej Prokofjew

Ballett Dortmund, Theater Dortmund, 20. November 2022

von Dr. Ralf Wegner

William Shakespeare schuf mit Romeo und Julia die wohl bekannteste Liebesgeschichte der Welt. Darauf basierend komponierte Charles Gounod eine Oper und Sergej Prokofjew ein 1938 uraufgeführtes Ballett; herausragende Choreographien zu Prokofjews Musik entstanden außerdem von John Cranko (1962) und John Neumeier (1971). Auch filmisch wurde der Stoff mehrfach umgesetzt, so 1996 visuell überbordend von Baz Luhrmann mit Leonardo di Caprio in der Rolle des Romeo. „Romeo und Julia Ballett von Jean-Christophe Maillot, Musik von Sergej Prokofjew
Ballett Dortmund, Theater Dortmund, 20. November 2022“
weiterlesen

Meizon Ensemble: Beschwingt verlässt eine Schar von Göttern, Helden und Musen das Megaron Mousikis...

Meizon Ensemble, Megaron Mousikis, Foto: Sandra Grohmann

Meizon Ensemble
Agathangelos Georgakatos, Dirigent

Megaron Mousikis, Athen, 19. November 2022

 von Sandra Grohmann

Zugegeben, in einem Memory-Spiel würde kaum jemand die Karten „Athen im November“ und „Klassische Musik“ als zusammengehörig erkennen. Athener Sommer und Freiluft-Festival: im Odeon des Herodes Atticus, im Theater in Epidaurus. Davon hat der eine oder die andere wohl schon gehört. Aber das Gebäude der Athener Oper und Konzerthallen, das „Megaron Mousikis“ sagt wohl den wenigstens Fremden etwas. Es war dann auch eher ein Zufallsfund, zu dem ich meine skeptische Begleitung überredete: Die Ankündigung eines a-capella-Männerchors klang einfach zu verlockend. Und den Verlockungen des Lebens soll man bekanntlich auf keinen Fall widerstehen. Auch dieses Mal hätten wir etwas verpasst.

„Meizon Ensemble, Agathangelos Georgakatos, Dirigent
Megaron Mousikis, Athen, 19. November 2022“
weiterlesen

DIE DIENSTAG-PRESSE – 22. NOVEMBER 2022

Christophe Dumaux (Giustino) © Matthias Baus

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 22. NOVEMBER 2022

Berlin/Staatsoper Unter den Linden
„Il Giustino“ von Vivaldi strandet szenisch im seichten Wasser
Die ab dem 2. Dezember 2022 an der Staatsoper stattfindenden traditionellen Barocktage werfen ihren Schatten bereits voraus: schon vor Beginn des Festivals hat Vivaldis Version von „Il Giustino“ Premiere. Als Orchester fungiert die Akademie für Alte Musik, ein renommiertes Berliner Ensemble. Dirigent ist der inzwischen in Ehren ergraute René Jacobs, der aber nichts von seinem jugendlichen Feuer eingebüßt hat, wenn es um Barockmusik geht.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

Spielerisch schön: „Il Giustino“ an der Staatsoper (Podcast)
inforadio.rubriken

Dortmund
Sol Gabetta, Klaus Mäkelä und die Philharmoniker aus Oslo reißen das Publikum in Dortmund von den Sitzen
Der lange Konzertabend im Ruhrgebiet bestätigt den bereits in Hamburg gewonnen Eindruck, dass wir es hier mit einem europäischen Spitzenorchester zu tun haben. Mit einem Dirigenten, Klaus Mäkelä, der ganz zweifellos eine große Zukunft vor sich hat. Und mit einer herausragenden Solistin Sol Gabetta, die auf dem Cello offenbar einfach alles kann. Wohl jenen, die das Oslo Philharmonic auf der jüngsten Europatournee ein Stück des Weges begleiten durften.
Von Brian Cooper
Klassik-begeistert.de

„DIE DIENSTAG-PRESSE – 22. NOVEMBER 2022“ weiterlesen

Mit dem Pianisten, Komponisten und Dirigenten Leon Gurvitch entsteht für mich ein Herzensprojekt

Leon Gurvitch; Foto Henriette Mielke

Auf den Spuren eines ganz besonderen Künstlers

von  Patrik Klein

Leon Gurvitch begegnete mir zum ersten Mal im Sommer 2020 während der Pandemie bei einem Terrassenkonzert des befreundeten Musikers Christian Seibold aus dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. Weil alle Kunst und Kultur zum Erliegen kam, aber man draußen an der freien Luft zusammenkommen konnte, traf man sich vor seinem Haus und lauschte über Garten und Terrasse hinweg den musikalischen Darbietungen von Freunden und Bekannten aus der Hamburger Musikszene. An diesem besagten Abend gab es Jazz mit Klavier, Klarinette und Kontrabass. An die 50 Nachbarn und informierte Gäste ließen sich mit coronabedingten Abständen bei herrlichem Wetter von der Musik anziehen.

Terrassenkonzert während der Pandemie im Sommer 2020 mit Leon Gurvitch, Omar Rodríguez Calvo und Christian Seibold; Foto Patrik Klein

Zufällig las ich Leon Gurvitchs Namen dann später, als Konzerte wieder stattfinden konnten, auf der Ankündigung einer Lesung des bekannten Schriftstellers Sebastian Fitzek, der in der Elbphilharmonie Hamburg seinen neuesten Roman vorstellte. „Portrait: Leon Gurvitch
klassik-begeistert.de, 22. November 2022“
weiterlesen

Bei dieser klassischen Giselle-Aufführung fehlten einige technisch-tänzerische Höhepunkte

Ekaterina Mamrenko (Myrtha), Ige Cornelis (Albrecht), Wolfram-Maria Märtig (musikalische Leitung), Rosa Pierro (Giselle), Davit Bassénz (Hilarion) (Foto: RW)

Rosa Pierro zeigte als Giselle nach anfänglichen Unsicherheiten schön gehaltene Balancen, vor allem beim Pas de deux mit Albrecht im zweiten Akt. Bewundernswert gelang auch das in Arabesken-Formation getanzte Ineinandergleiten der aus drei Vierergruppen bestehenden Wilis.

Giselle, Ballett von Ben Van Cauwenbergh nach Jean Coralli, Jules Perrot und Marius Petipa

Aalto Ballett, Aalto-Theater  Essen, 19. November 2022

von Dr. Ralf Wegner

Eine Wochenend-Kunstreise in den deutschen Westen führte uns am ersten Abend zu Giselle in das Aalto-Theater nach Essen. Wir kamen leider etwas zu spät und wurden dankenswerterweise noch auf zwei freie Plätze im Seitenrang eingelassen. Was für eine visuelle Überraschung bot der in tiefes Blau getauchte Saal mit seinen weiß herausstechenden Brüstungen. Ehrlich gesagt, so einen schönen modernen Zuschauerraum in einem Opernhaus habe ich bisher noch nicht gesehen. „Giselle, Ballett von Ben Van Cauwenbergh nach Jean Coralli, Jules Perrot und Marius Petipa
Aalto Ballett Essen, 19. November 2022“
weiterlesen

Daniels vergessene Klassiker Nr. 9: Ottorino Respighi – „Die Pinien von Rom“

Quelle: Wikipedia; https://de.wikipedia.org/wiki/Ottorino_Respighi

Kritisieren kann jeder! Aber die Gretchenfrage ist immer die nach Verbesserung. In seiner Anti-Klassiker-Serie hat Daniel Janz bereits 50 Negativ-Beispiele genannt und Klassiker auseinandergenommen, die in aller Munde sind. Doch außer diesen Werken gibt es auch jene, die kaum gespielt werden. Werke, die einst für Aufsehen sorgten und heute unterrepräsentiert oder sogar vergessen sind. Meistens von Komponisten, die Zeit ihres Lebens im Schatten anderer standen. Freuen Sie sich auf Orchesterstücke, die trotz herausragender Eigenschaften zu wenig Beachtung finden.

von Daniel Janz

Die Pinie – auch „Italienische Steinkiefer, Mittelmeer-Kiefer oder Schirm-Kiefer, früher auch Pinienfichte, genannt“ (Zitat Wikipedia) – erscheint auf den ersten Blick wie ein ganz normaler Baum. Oft anzutreffen, dem mediterranen Klima angepasst, recht knorrig und nicht unbedingt besonders. Über diesen Baum eine Musik zu komponieren, erscheint eigentlich kontraintuitiv. Und doch kann selbst so ein auf den ersten Blick alltäglich anmutendes Gewächs die Kreativität eines frischen Geistes anregen. So geschehen im Jahr 1924, als ein italienischer Komponist ausgerechnet diesen Baum zum Anlass nahm, um eine etwa 20 Minuten lange Sinfonische Dichtung zu schreiben. „Daniels vergessene Klassiker Nr. 9: Ottorino Respighi – „Die Pinien von Rom“
klassik-begeistert.de, 21. November 2022“
weiterlesen