Modestas Pitrenas dirigiert ein denkwürdiges „Lied von der Erde“ in St.Gallen

theatersg portraits Modestas Pitrenas © konzertundtheater.ch

Auf den Schlussakkord folgte zunächst andächtige Stille des immer noch höchst disziplinierten und konzentrierten Publikums, dann ein sich immer mehr steigernder Applaus. Auch auf dem Podium herrschte sichtlich Freude unter den Musikern über dieses besondere Ereignis. Am Ausgang der Tonhalle wurde man dann von den ganz anderen Tönen der St.Galler Fasnacht mit Blaskapellen empfangen, die an Mahlers Komposition aus dem vorletzten Lied erinnerten: „Was geht mich denn der Frühling an!? Laßt mich betrunken sein!“ Das St.Galler Sinfonieorchester ist derzeit in Hochform und verdient überregionale Beachtung!

Lied von der Erde

Sinfonieorchester St.Gallen
Modestas Pitrenas, Dirigent

Katrin Wundsam, Mezzosopran
Christopher Sokolowski, Tenor

Konzert und Theater St.Gallen, Tonhalle, 13. Februar 2026

von Julian Führer

Gustav Mahler starb 1911 mit nur 50 Jahren. Zwei seiner wichtigsten Kompositionen hat er selbst nicht mehr gehört, nämlich seine 9. Symphonie und „Das Lied von der Erde“, ein Werk zwischen Orchesterliedzyklus und Symphonie, das nun in St.Gallen mit dem bestens aufgelegten dortigen Sinfonieorchester zu hören war. „Lied von der Erde, Modestas Pitrenas, Dirigent
Konzert und Theater St.Gallen, Tonhalle, 13. Februar 2026“
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Der Junge, der die Prinzessin zum Lachen bringt, schlägt dem Schicksal ein Schnippchen

Die 3 Rätsel © Nancy Jesse

Der Tod ist allgegenwärtig in diesem Stück. Den Kindern wird ziemlich viel zugemutet – denkt man als Erwachsener. Doch haben sich die alten Märchen jemals um Befindlichkeiten gekümmert? Lasso, der 12-jährige Held, springt dem Tod mehrmals von der Schippe und nutzt einen Sarg locker als Fähre über den Fluss.

Die drei Rätsel von Detlev Glanert
Oper für Kinder und Erwachsene  (empfohlen ab 9 Jahren)
Libretto von Carlo Pasquini, in der deutschen Übersetzung von Erdmuthe Brand

Auftragswerk des Opernhauses Halle, Uraufführung am 12. Oktober 2003
Premiere am 11. Oktober 2025

Inszenierung an der Deutschen Oper Berlin von  Brigitte Dethier
Bühne und Kostüme  Carolin Mittler

Musikalische Leitung  Dominic Limburg

Deutsche Oper Berlin, 13. Februar 2026

von Ralf Krüger

Dies ist die Geschichte eines Jünglings, der den tristen Ort seiner Kindheit verlässt, um eine Prinzessin zu ehelichen. Ausgestattet mit dem vergifteten Kuchen seiner Mutter als Wegzehrung, löst er eine Reihe unglücklicher Todesfälle aus. Ein merkwürdiger Typ, dem beim Selbstmordversuch das Seil reißt, wird zum Weggefährten, dessen vorsorglich gezimmerter Sarg ihr Verkehrsmittel. Gemeinsam erreichen sie ein Königreich voller Schadenfreude, Intrigen und uncooler Wesen. Um die Prinzessin heiraten zu können, muss der junge Mann ihr drei knifflige Rätselfragen stellen. Sollte sie nur eine davon beantworten können, rollt sein Kopf. Die Köpfe der anderen Bewerber hängen noch… „Detlev Glanert, Die drei Rätsel, Oper für Kinder und Erwachsene
Deutsche Oper Berlin, 13. Februar 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE – 14. FEBRUAR 2026

Alexandra Dovgan © Vladimir Volkov

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DIE SAMSTAG-PRESSE – 14. FEBRUAR 2026

Schönes Unbekanntes: Auf romantischer Entdeckungsreise im Konzerthaus
Die Pianistin Alexandra Dovgan und das Basler Kammerorchester unter Delyana Lazarova machten sich für fast vergessene Werke stark. Konzerte für den Eigenbedarf zu schreiben, war bis ins 20. Jahrhundert gang und gäbe für Solisten. Viele ordentliche Werke sind so entstanden und wieder in der Versenkung verschwunden. Von Eugen d’Albert über Emil Sauer bis hin zu Ernst von Dohnányi: Die Liste ist sehr, sehr lang.
DiePresse.com

Wien/Konzerthaus
Konzerthaus: Ein Halleluja für Haydn und van Halen (Bezahlartikel)
„Zurück in die Zukunft“ mit und ohne Friedrich Gulda: So bärenstark und kunterbunt rockten die Wiener Symphoniker unter Jean-Christophe Spinosi den großen Saal.
DiePresse.com

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Ein musikalischer Hochgenuss auf allerhöchstem Niveau macht demütig und süchtig

Händel, Giulio Cesare, Francesco Corti © Sophie Wolter

Was für ein Abend! Das Publikum in der ausverkauften Elbphilharmonie habe ich selten so mucksmäuschenstill erlebt. Am Ende gab es tosenden Applaus und Bravorufe. Die Gelegenheit, mit der reinen Musik zu verschmelzen ist in dieser konzertanten Form ohne Bühnenbild, Kostüme und Regie und vor allem in diesem Raum sensationell.


Georg Friedrich Händel (1685 – 1759) – Giulio Cesare in Egitto
Konzertante Aufführung in italienischer Sprache

Il Pomo d’Oro

Jakub Józef Orliński   Giulio Cesare
Sandrine Piau   Cleopatra
Beth Taylor   Cornelia
Rebecca Leggett   Sesto
Yuriy Mynenko   Tolomeo
Alex Rosen   Achilla
Rémy Brès-Feuillet   Nireno
Marco Saccardin   Curio

Francesco Corti    Cembalo und Leitung

Elbphilharmonie, Großer Saal, 12. Februar 2026

von Iris Röckrath

Wie soll ich einen Abend beschreiben, für den mir die Worte einfach nicht einfallen wollen, weil sie nicht ansatzweise beschreiben können, was die Ohren vernommen haben. So viel Musikalität, Schönheit, Eleganz, Rührung, Schmelz, Leidenschaft, soviel Hochgenuss innerhalb von
3 1/2 Stunden erleben zu dürfen macht irgendwie demütig – und süchtig.

„Il Pomo d’Oro, Giulio Cesare in Egitto, Konzertante Aufführung
Elbphilharmonie, 12. Februar 2026“
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Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“ begeistert in einer stringenten, aufwühlenden Interpretation

Lady Macbeth  © Stephan Walzl – Shelley Jackson (Katerina Lwowna Ismailowa) mit Opernchor des Oldenburgischen Staatstheaters

Was hat diese Oper für Klangfarben, tiefe Verzweiflung, Spott, Ironie, Bösartigkeit, zackige Rhythmen und Walzerseligkeit, allerdings nicht immer ernst gemeint. Schostakowitsch reißt den Zuhörer mit in eine Geschichte, in die man nicht gehören will, aber in die man hineingezogen wird, der Sog ist zu stark. Rasmus Baumann, der GMD des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen, nimmt genau diese Gelegenheit beim Schopf und reißt die Zuhörer mit in den Untergang der Katerina. Er zaubert mit dem in Höchstform aufspielenden Oldenburgischen Staatsorchester einen fulminanten, präzise akzentuierten Klangrausch, ohne die vielen innerlichen und geradezu fast unhörbar leisen Momente zu vernachlässigen.

Lady Macbeth von Mzensk
Oper in vier Akten von Dmitri Schostakowitsch
Libretto von Alexander G. Preis und vom Komponisten

Sinfonieorchester Oldenburg
Musikalische Leitung:  Rasmus Baumann

Regie Joan Anton Rechi

Oldenburgisches Staatstheater, Premiere 7. Februar 2026

von Axel Wuttke

Vom Opfer zur Täterin

Wenn Katerina am Ende allein auf der kalt ausgeleuchteten Bühne steht und ins Publikum schaut, sehen wir in das Gesicht einer Mörderin. Sie ist am Ende ihres Weges, der Wunsch nach Freiheit, die Suche nach Glück, nach erfüllter Liebe sind kläglich gescheitert. Kann der erste von ihr verübte Mord noch als Notwehr angesehen werden, um den Geliebten Sergej zu retten, ist der von beiden an ihrem Ehemann begangene Mord, von ihr schon gedanklich geplant. Hier tritt die Wandlung ein, aus dem Opfer der brutalen, frauenverachtenden Lebensumstände auf dem Gut in der russischen Provinz wird eine selbstbewusste, sich, genau wie die Männer, rücksichtslos alles nehmende Frau. Sie hat eine Richtung eingeschlagen, die kurzes, vermeintliches Glück verheißt und sie in die Katastrophe führt. Ein Irrtum? Oder der einzige Ausweg? „Dmitri Schostakowitsch, Lady Macbeth von Mzensk
 Oldenburgisches Staatstheater, Premiere 7. Februar 2026“
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Die CD „Eisnacht“ versammelt Lieder von ins Exil getriebenen Komponisten

CD/Blu-ray Besprechung:

Eisnacht

Pia Viola Buchert  Mezzosopran
Tatjana Dravenau  Klavier

Lieder von Walter Arlen, Ursula Mamlok, Hans Gál, Ruth Schonthal, Felix Wolfes und Viktor Ullmann

Genuin GEN 26948

von Peter Sommeregger

Die sechs hier vertretenen Komponisten und Komponistinnen haben Eines gemeinsam: nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933, in Österreich 1938, mussten sie wegen ihrer jüdischen Abstammung ihre Heimat verlassen, und ihre künstlerische Tätigkeit, bzw. ihr Studium unterbrechen. Im Fall von Viktor Ullmann gab es kein Entrinnen, er wurde deportiert, später ermordet.

Auffällig ist, dass ein Teil der Kompositionen erst relativ spät im Leben der Komponisten entstanden, so der „Wildunger Liederzyklus“ von Ruth Schonthal in den 1990er Jahren, Walter Arlens „Five Songs of Love and Yearning“ 1986. Auch Felix Wolfes’ drei Lieder, darunter das der CD den Titel gebende „Eisnacht“ wurden  erst in den 1950ern komponiert. „CD/Blu-ray Besprechung: Eisnacht Pia Viola Buchert/Tatjana Dravenau 
klassik-begeistert.de, 13. Februar 2026“
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DIE FREITAG-PRESSE – 13. FEBRUAR 2026

Delyana Lazarova © Marco Borggreve

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE FREITAG-PRESSE – 13. FEBRUAR 2026

Wien/Konzerthaus
Wiederentdeckte Romantik und eine Ausnahmeerscheinung am Klavier begeistern in Wien
Der lang anhaltende Applaus am Ende galt nicht nur einer herausragenden solistischen Leistung, sondern einem klug gestalteten Konzertabend insgesamt. Die Gegenüberstellung von Clara Schumann, Emilie Mayer und Robert Schumann ließ die Romantik in größerer Vielfalt erscheinen, als der gewohnte Kanon vermuten lässt – und zeigte zugleich, wie lebendig und gegenwärtig diese Musik klingen kann, wenn sie mit Neugier, Präzision und künstlerischer Überzeugung interpretiert wird
Von Kathrin Schuhmann.
Klassik-begeistert.de

„DIE FREITAG-PRESSE – 13. FEBRUAR 2026“ weiterlesen

Wiederentdeckte Romantik und eine Ausnahmeerscheinung am Klavier begeistern in Wien

Alexandra Dovgan © Vladimir Volkov

Der lang anhaltende Applaus am Ende galt nicht nur einer herausragenden solistischen Leistung, sondern einem klug gestalteten Konzertabend insgesamt. Die Gegenüberstellung von Clara Schumann, Emilie Mayer und Robert Schumann ließ die Romantik in größerer Vielfalt erscheinen, als der gewohnte Kanon vermuten lässt – und zeigte zugleich, wie lebendig und gegenwärtig diese Musik klingen kann, wenn sie mit Neugier, Präzision und künstlerischer Überzeugung interpretiert wird.

Clara Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 7 (1835/1836)

Emilie Mayer: Symphonie Nr. 4 h-moll (1851)

Robert Schumann: Konzert für Klavier und Orchester a-moll op. 54 (1841–1845)

Kammerorchester Basel

Alexandra Dovgan, Klavier
Delyana Lazarova, Dirigentin

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 11. Februar 2026

von Kathrin Schuhmann

Der Konzertabend im Großen Saal des Wiener Konzerthauses stand ganz im Zeichen einer Romantik, die neu gehört werden wollte. Mit Clara Schumanns Klavierkonzert op. 7, Emilie Mayers 4. Symphonie und Robert Schumanns Klavierkonzert op. 54 spannte das Programm einen ebenso schlüssigen wie aufschlussreichen Bogen – und gewann zusätzliche Bedeutung dadurch, dass der 11. Februar in Österreich als Internationaler Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft begangen wurde. Zwei Komponistinnen in einem großen Konzertprogramm zu hören, ist noch immer keine Selbstverständlichkeit.

„Alexandra Dovgan, Klavier, Delyana Lazarova, Dirigentin
Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 11. Februar 2026“
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Klaus Mäkelä und das Concertgebouw-Orchester lassen Bruckner in Hamburg strahlen!

Royal Concertgebouw Orchestra, Klaus Mäkelä © Sophie Wolter

„Meist weiß das Große nicht, daß es groß ist, daher die höchsten Künstler die lieblichste, kindlichste Naivität haben und dem Ideale gegenüber, das sie immer leuchten sehen, stets demütig sind“, so Adalbert Stifter. Das Zitat lässt sich offenbar gut auf Anton Bruckner beziehen, dessen 8. Symphonie am 11. Februar 2026 im Großen Saal der Hamburger Elbphilharmonie erklang. Das Koninglijk Concertgebouworkest, international auch als Royal Concertgebouw Orchestra firmierend, gab unter seinem designierten Chefdirigenten Klaus Mäkelä einen Bruckner, mit dem man alles assoziieren konnte, nur nicht Naivität.

Anton Bruckner, Symphonie Nr. 8 c-Moll

Klaus Mäkelä, Dirigent
Koninglijk Concertgebouworkest

Elbphilharmonie, Hamburg, 11. Februar 2026

von Dr. Andreas Ströbl

 Klischees können auch nerven

Ja, es wird oft bemüht, das Bülow-Zitat über Anton Bruckner, er sei „halb Trottel, halb Genie“. Sicher ist Bruckner oft unsicher, unterwürfig und etwas unbeholfen aufgetreten. Auch sein Dialekt, den er nie ablegte, wird gerne in Anekdoten zitiert – all dies wird auch im Hamburger Programmheft thematisiert. „Klaus Mäkelä, Dirigent, Koninglijk Concertgebouworkest
Elbphilharmonie, Hamburg, 11. Februar 2026“
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Monster’s Paradise in Hamburg: Kratzer redet Klartext!

Foto: HSO Monsters Paradise (c) R_Tanja Dorendorf

Wo einst Erich Wolfgang Korngold und Helmut Lachenmann ihre Werke auf die Opernwelt brachten, herrscht nun Olga Neuwirth. Zwischen verstimmten Schubert und Trump-Satire bringt die Hamburgische Staatsoper ein unterhaltsames, frisch komponiertes Werk auf die Bühne und holt die Uraufführungstradition dieses Hauses aus dem tiefen Schlaf der Delnon-Ära.      

Monster’s Paradise
Musik von Olga Neuwirth

Libretto von Elfriede Jelinek und Olga Neuwirth nach einer Idee von Olga Neuwirth

Hamburgische Staatsoper, 11. Februar 2026

von Johannes Karl Fischer

Ein bisschen frech ist’s scho’, Applaus, wenn eine offensichtliche Trump-Karikatur von einem Godzilla-inspirierten Monster verschlungen wird. Das amerikanische Department of Homeland Security sollte das besser nicht mitkriegen. Moral von der G’schicht: Trump-Fans sind in Hamburg offenbar nicht mehrheitsfähig. An der Elbe ist also noch alles in Ordnung.     „Monster’s Paradise Musik von Olga Neuwirth
Hamburgische Staatsoper, 11. Februar 2026“
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