27. Galakonzert für die Deutsche Aids-Stiftung: große Oper für eine gute Sache

27. Galakonzert für die Deutsche Aids-Stiftung,  Deutsche Oper Berlin, 27. November 2021

Fotos: Galakonzert für die Deutsche AIDS Stiftung © Marcus Lieberenz  

Nachdem im vergangenen Jahr die Operngala für die Deutsche Aids-Stiftung in der Deutschen Oper Berlin pandemiebedingt nicht stattfinden konnte, war es eine große Freude nun wieder an diese Tradition anknüpfen zu können. Die zahlreichen renommierten Sängerinnen und Sänger bereiteten mit kurzen Arien und Ensembles einen wirklich großen und festlichen Opernabend!

Max Raabe (Moderation)

Keri-Lynn Wilson (Dirigentin)
Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin

Deutsche Oper Berlin, 27. November 2021

von Tony Kliche

In seiner Begrüßungsrede vor Beginn des Konzerts beteuerte Intendant Dietmar Schwarz, wie wichtig der Schutz und der Umgang mit Infektionskrankheiten hinsichtlich der aktuellen Lage für unsere Gesellschaft sind. Privates Engagement sei dabei ebenso unerlässlich wie Verordnungen seitens der Regierung. Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, untermauerte, wie sehr die Coronapandemie den Kampf gegen HIV und Aids weltweit erschwert. Müller betonte aber auch das große Engagement der Stiftung hinsichtlich Prävention und Antidiskriminierung in Afrika. Kristel Degener, geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der Deutschen Aids-Stiftung, vergegenwärtigte mit Fallzahlen, wie sehr HIV und Aids unserer heutigen Gesellschaft immer noch vertreten sind und bedankte sich bei allen Mitwirkenden des Konzerts  die an diesem Abend zugunsten der Deutschen Aids-Stiftung auftraten.Im gut gefüllten Zuschauerraum der Deutschen Oper erwarteten die Gäste mit gespannter Freude den Konzertabend unter den angepassten momentanen Bedingungen. Während des zweistündigen Konzerts ohne Pause war das Tragen der Maske Pflicht. Moderator Max Raabe ging darauf, zur Freude des Publikums, in gewohnt ironischer Manier bei der Ansage von Verdis „Maskenball“– Arien ein. Étienne Dupuis überzeugte in der Arie des Renato „Alzati… Eri tu che macchiavi“ mit baritonalem Schönklang. Aida Garifullina bezauberte als Druidin Norma mit dem berühmten „Casta diva“ und ausgewogenen Koloraturen sowie in der schmissigen spanischen Bravourarie „Me llaman la Primorosa“ aus El barbero de Sevilla“. Als Dalila verblüffte Rihab Chaieb mit ihrem schnörkellosen aber volltönigem „Mon cœur s’ouvre à ta voix“. Nina Minasyan sorgte mit ihrem sphärisch gesungenen „Caro nome“ für minutenlangen Applaus. Der aus Uruguay stammende Tenor Edgardo Rocha sang die Arie des Roméo „Ah! lève-toi, soleil!“ mit beseelter Klangschönheit. Asmik Grigorian, die in diesem Jahr bei den Bayreuther Festspielen als Senta debütierte, gab die Arie „Sola, perduta, abbandonata“ aus Puccinis „Manon Lescaut“ und Rusalkas Lied an den Mond „Měsíčku na nebi hlubokém“ mit großer Stimme und viel Emotion. Riccardi Massis Spintotenor war perfekt in der Arie „Nessun dorma“ sowie in „Ma se m’è forza perderti“ aus Verdis „Maskenball“.

Nicole Car gab mit ihrem strahlend schönem und in den Lagen ausgeglichen Sopran „Come scoglio“ aus Mozarts „Così fan tutte“. Alex Esposito überwältigte schauspielerische wie sängerisch in seiner Arie „Son lo spirito che nega“ aus Boitos „Mefistofele“ die Zuhörer. Ein betörend schönes Duett sangen Nicole Car und Rihab Chaieb mit „Belle nuit, ô nuit d’amour“, der „Barcarole“ aus Offenbachs „Les Contes d’Hoffmann“. Der Chor der Deutschen Oper Berlin zeigte sein hohes sängerisches Niveau im tänzerischen „Célébrons ensemble l’hymen glorieux“ aus Verdis „Les vêpres siciliennes“. Keri-Lynn Wilson leitete das fabelhaft musizierende Orchester der Deutschen Oper Berlin versiert und unprätentiös. Leider ging ihr zuweilen etwas undifferenziertes Dirigat auf Kosten des Zusammenklangs der Instrumentalisten und äußerte sich in etwas undifferenzierter Lautstärke.

Am Ende des Konzerts versammelten sich alle Beteiligten des beschwingten Events noch einmal auf der Bühne, um gemeinsam Verdis „Brindisi“ aus „La traviata“ anzustimmen. Das Publikum bedankte sich mit lautstarkem Applaus und Standing Ovations.

Tony Kliche, 27. November 2021, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

Das Konzert wird am 4. Dezember 2021, ab 20.15 Uhr, auf 3Sat und am 7. Dezember 2021, ab 23.30 Uhr, im rbb Fernsehen ausgestrahlt. Im Anschluss ist das Konzert 30 Tage in der Mediathek abrufbar.

Mitwirkende:

Max Raabe (Moderation)

Keri-Lynn Wilson (Dirigentin)

Jeremy Bines (Chorleitung)

Noel Bouley (Bariton)

Nicole Car (Sopran)

Rihab Chaieb (Mezzosopran)

Étienne Dupuis (Bariton)

Alex Esposito (Bass)

Aida Garifullina (Sopran)

Asmik Grigorian (Sopran)

Samuel Dale Johnson (Bariton)

Byung Gil Kim (Bassbariton)

Riccardo Massi (Tenor)

Nina Minasyan (Sopran)

Edgardo Rocha (Tenor)

Karis Tucker (Mezzosopran)

Ya-Chung Huang (Tenor)

Chor der Deutschen Oper Berlin
Orchester der Deutschen Oper Berlin

Vorspiele, Arien und Chöre von R. Wagner, W. A. Mozart, G. Verdi, J. Offenbach, A. Boito, V. Bellini, G. Donizetti, C. Saint-Saëns, C. Gounod, G. Puccini, A. Dvořák, P. Sorozábal, M. Nieto und  G. Giménez

Wolfgang Amadeus Mozart, Leif Ove Andsnes Klavier, Mahler Chamber Orchestra, Kammermusiksaal Philharmonie Berlin, 13. November 2021

Denis Matsuev, Schumann, Beethoven, Liszt, Konzerthaus Berlin, 10. November 2021

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