Beethoven 9: So hört sich eine wunderbare „Freude schöner Götterfunken“ an

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, Foto: Lukas Beck

Wiener Konzerthaus, 30. / 31. Dezember 2025 / 1. Januar 2026

Ludwig van Beethoven, 9. Sinfonie

Von Kathrin Schuhmann

Kann es einen passenderen musikalischen Schlusspunkt für ein Jahr geben als Ludwig van Beethovens Neunte? Am Silvesterabend des 31. Dezember 2025 versammelte sich ein erwartungsvolles Publikum im Großen Saal des Wiener Konzerthaus, um das alte Jahr mit jenem Werk zu verabschieden, das wie kaum ein anderes zwischen humanistischem Idealismus und musikalischer Radikalität oszilliert. „Ludwig van Beethoven, 9. Sinfonie
Wiener Konzerthaus, 30. / 31. Dezember 2025 / 1. Januar 2026“
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„Einfach nur großartig: Dieses Neujahrskonzert war ein Ohren- und ein Augenschmaus!“

Foto © APA/WIENER PHILHARMONIKER/DIETER NAGL

Der Sog des Neujahrskonzerts 2026 –
klassik-begeistert-Leser berichten

Liebe Leserinnen und liebe Leser von klassik-begeistert!

Das Neujahrskonzert 2026 aus dem Musikverein Wien hat Maßstäbe gesetzt. Noch nie erreichten uns so viele Kommentare wie nach diesem Konzert. Bei über 300 Zuschriften lief das kb-Postfach über. Wir bekamen nur vier Meinungen, die dem größten Klassik-Event der Welt nichts abgewinnen konnten, drei von Ihnen lesen Sie gerne weiter unten.

klassik-begeistert-Leser waren beseelt, beglückt und betört ob der superben Leistung des kanadischen Dirigenten Yannick Nézet-Séguin und des Welt-Orchesters Wiener Philharmoniker. Dieses Konzert machte die Zuschauer glücklich und war ein nachhaltiger Beitrag für die Gesundheit in diesem Jahr.

Der 1. Januar 2026 war der erfolgreichste in der fast 10-jährigen Geschichte von klassik-begeistert, dem größten Internet-Klassik-Blog in deutscher Sprache. Wir wünschen Ihnen ein gesundes, ein geschmeidiges, ein glückliches und ein gelassenes Jahr 2026.

Herzlich grüßt Sie und Euch,

Andreas Schmidt, Herausgeber

„Der Sog des Neujahrskonzerts 2026
klassik-begeistert-Leser berichten, 2. Januar 2026“
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Star-Tenor Jonas Kaufmann glänzt in der Fledermaus in Wien

Jonas Kaufmann © Gregor Hohenberg / Sony Classical

Die Fledermaus
Musik von Johann Strauß
Libretto von Karl Haffner und Richard Genée

Diesmal drehte sich die Wiener Silvesterfledermaus um Jonas Kaufmanns szenisches Eisenstein-Debüt, welches gemeinsam mit den weiteren überzeugenden Gesangsleistungen der 191. Aufführung von Otto Schenks Kultinszenierung einen umjubelten Erfolg bescherte! Michael Niavaranis sensationell origineller Frosch wurde zur zweiten Sensation des Abends, während Markus Poschner mit beschwingten Walzerklängen deutlich auf seine Dirigatsleistung aufmerksam machte.

Wiener Staatsoper, 31. Dezember 2025

von Johannes Fischer

Kein Silvester ohne Otto-Schenk-Fledermaus, so das Neujahrscredo der Wiener Opernfans. Bald feiert diese legendäre Inszenierung ihren 50. Geburtstag an der Staatsoper – sofern sie nicht vorher der Streichliste des Intendanten zum Opfer fällt. Ausgedient hat sie aber noch lange nicht, dieser Ball beim Prinz Orlofsky könnte genauso gut eine rauschende Silvesterfeier in einem prächtigen Hofburgsaal sein und auch die eine oder andere Champagnerflasche am Stehplatz gehört wohl heuer dazu. Und siehe da, man kann diese mittlerweile etwas in die Jahre gekommenen Bühnenbilder auch in zeitlose Aktualität neu beleben. Diese Vorstellung war nicht nur für Fans der alten Museumsregie ein köstliches Amüsement! „Johann Strauß, Die Fledermaus, Jonas Kaufmann
Wiener Staatsoper, 31. Dezember 2025“
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Wo Elefanten und Libellen tanzen – Lübeck begrüßt das neue Jahr mit einem wundervollen Programm

Stefan Vladar und Orchester – Photo Andreas Ströbl 

Neujahrskonzert in der Lübecker Musik- und Kongresshalle,
1. Januar 2026

Stücke der Familie Strauß sowie von Chatschaturjan und Strawinsky

Stefan Vladar, Dirigent
Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Von Dr. Andreas Ströbl

Ist es in Zeiten, wo fast täglich Dinge passieren, die man vor Jahren noch für unmöglich gehalten hätte, und eine Horror-Meldung die nächste jagt, nicht beruhigend und herzerquickend, wenn man einmal für wenige Stunden nur Positives erlebt und Vorhersehbares wie ein magischer Seelenbalsam wirkt? Das Neujahrskonzert in Lübeck am 1. Januar 2026 bot genau das: Ein erfrischendes, wunderbar abgestimmtes Programm mit vielen beliebten Wiener Klassikern und ein paar Überraschungen, dargeboten mit Schwung und in hervorragender Qualität. Prosit Neujahr aus Lübeck! „Neujahrskonzert 2026 in Lübeck
Lübeck, 1. Januar 2026“
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Tosca 2026: Nicholas Brownlee entfacht als Scarpia Puccinis Drama neu

Oper Frankfurt, 2. Januar 2026
Giacomo Puccini,
Tosca

Inszenierung: Andreas Kriegenburg
Musikalische Leitung:  Takeshi Moriuchi

Fotos © Barbara Aumüller und Monika Ritterhaus

von Dirk Schauß

Ausverkauftes Haus am 2. Januar 2026 in der Oper Frankfurt. Die Inszenierung von Andreas Kriegenburg gehört längst zum festen Repertoire, ihre Bilder sind vertraut, ihre szenischen Mittel bekannt. Umso bemerkenswerter war dieser Abend, der sich deutlich vom routinierten Betrieb abhob. Nicht durch neue Regieakzente, sondern durch eine zentrale Besetzung, die der Produktion plötzlich neue Spannung und dramatische Schärfe verlieh. „Giacomo Puccini, Tosca
Oper Frankfurt, 2. Januar 2026“
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John Neumeiers Nussknacker altert nicht

John Neumeier vor seinem Hamburger Ensemble, hinter ihm Olivia Betteridge (Marie), rechts von ihm Alessandro Frola (Drosselmeier) (Foto: RW)

Man sieht, John Neumeiers klassisch orientierte Nussknacker-Version zieht mehr junges Publikum an als modernistische Experimente, die offensichtlich eher von einem mittelalterlichen Publikum wie den Kulturredakteuren und -innen einer Hamburger Lokalzeitung goutiert werden.
Der Nussknacker des US-Amerikaners altert nicht. Die Coming of age-Geschichte eines jungen Mädchens, die ihre Träume verwirklich sieht und daran reift, ist unverändert modern und berührt Jung und Alt.

Der Nussknacker
Ballett in zwei Akten und drei Bildern

Musik: Peter Tschaikowsky

Choreographie, Inszenierung und Licht: John Neumeier
Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Musikalische Leitung: Simon Hewett, Solo-Violine: Daniel Cho

Hamburgische Staatsoper, 29. Dezember 2025

366. Vorstellung seit der Premiere am 27. Oktober 1974
Online-Übertragung bei ARTE, bis 30. März 2026 in der Mediathek abrufbar

Von Dr. Ralf Wegner

Vor Beginn der Aufführung trat, vom Publikum herzlich begrüßt, John Neumeier vor den Vorhang und kündigte die Übertragung für den Fernsehsender ARTE und eine spätere DVD- bzw. Blu-ray-Veröffentlichung an. Das habe lange gedauert, mittlerweile werde seine als Hommage an das klassische Ballett gedachte Choreographie in Hamburg ja bereits zum 366. Mal aufgeführt.

Damit hatte Neumeiers Nussknacker allein in Hamburg mehr als eine halbe und weltweit wohl mehr als eine Million Zuschauerinnen und Zuschauer. „Der Nussknacker, Hamburg Ballett, John Neumeier
Hamburgische Staatsoper, 30. Dezember 2025“
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klassik-begeistert wünscht allen Leserinnen, Lesern und den ReporterInnen „Friede auf Erden“

St. Michaelis, Hamburg © Andreas Schmidt

Liebe Leserinnen,
liebe Leser von klassik-begeistert,

das Jahr 2025 bescherte unserem wunderbaren Erdball viel Not, Leid und Schmerz.

Rund um den Globus leiden und sterben Menschen, weil Machthaber meinen, Kriege führen zu müssen. Es geht um Einfluss, Grenzen, Geld und Schätze in Mutter Erde. Diese Erde ächzt, sie weint, und wir steuern leider definitiv immer stärker und schneller einer Klimakatastrophe entgegen.

Wir vernichten die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. „Weihnachtswünsche von klassik-begeistert,
Heiligabend, 24. Dezember 2025“
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Thomas Johannes, Sie werden fehlen!

Der wunderbare MENSCH und Sänger Thomas Johannes Mayer mit kb-Herausgeber Andreas Schmidt hinter dem Vorhang in der Hamburgischen Staatsoper 2016. Richard Wagner: Lohengrin – Thomas Johannes Mayer übernahm am 18. November 2016 die Partie des Friedrich von Telramund an der Hamburgischen Staatsoper. Foto: Andreas Schmidt (c).

von Peter Sommeregger

Bestürzt wurde die Nachricht vom plötzlichen Tod des Bassbaritons Thomas Johannes Mayer aufgenommen, der im Alter von nur 56 Jahren verstorben ist. In den Meldungen darüber fehlen Angaben zu den Umständen und dem Ort seines Todes. „Nachruf: Abschied von Thomas Johannes Mayer
klassik-begeistert, 17. Dezember 2025“
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Mahler 2 in Köln: Es hätte eine Sternstunde für die Ewigkeit sein können

TOZ rabaukenhai © Reinhard A. Deutsch

Insgesamt kann man wohl von einer zufriedenstellenden Darbietung mit teils exzellenten Einzelleistungen sprechen. Mehr Schärfe im ersten und deutlich mehr Pepp im letzten Satz hätten daraus jedoch sicher eine Sternstunde für die Ewigkeit geformt. Insofern darf es beim nächsten Mal gerne etwas mehr Mut sein.

Kölner Philharmonie, 1. Dezember 2025

Tonhalle-Orchester Zürich
Züricher Sing-Akademie

Paavo Järvi, Dirigent
Mari Eriksmoen,
Sopran
Anna Lucia Richter,
Mezzosopran

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 2 c-moll für Sopran, Alt, Chor und Orchester – „Auferstehungssinfonie“

von Daniel Janz

Es ist doch eine Freude, dass Mahlers Musik nach der Corona-Pandemie so in unser Konzertleben zurückfindet. Denn vor 2 Jahren erst entstand der Eindruck, dass Mahlers zweite Sinfonie unterrepräsentiert sein könnte. In der Zwischenzeit ist sie (zumindest im Rheinland) so oft aufgeführt worden, dass hier wohl nur wenige andere Stücke so präsent sein dürften. Und mit der heutigen Aufführung leisten die Gäste aus Zürich einen weiteren Beitrag dazu, sie im Konzertleben auch zu festigen. „TOZ, Züricher Sing-Akademie, Paavo Järvi, Dirigent, Gustav Mahler, „Auferstehungssinfonie“
Kölner Philharmonie, 1. Dezember 2025“
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Ein Mahler-Ereignis: Diese Zweite aus Zürich wird lange nachhallen

TOZ Rabaukenhai © Reinhard a Deutsch

Paavo Järvi dirigiert in Köln eine fulminante und tief bewegende Auferstehungssinfonie.

Kölner Philharmonie, 1. Dezember 2025

Gustav Mahler (1860-1911) – Sinfonie Nr. 2 c-Moll „Auferstehung“

Tonhalle-Orchester Zürich
Zürcher Sing-Akademie (Einstudierung: Florian Helgath)
Mari Eriksmoen, Sopran
Anna Lucia Richter, Mezzosopran
Paavo Järvi, Dirigent

von Brian Cooper

Irgendwie ist die Stimmung vor dem Konzert eine besondere. Die Philharmonie ist fast ausverkauft, man denkt an die großen Abende der MusikTriennale zurück, die allerersten Konzerte hier von Simon Rattle, an das Chicago Symphony, das New York Philharmonic. Ein Hauch von Glanz – nicht Glow – liegt über der Philharmonie.

Dabei spielt doch „nur“ das Tonhalle-Orchester Zürich, das ich zum ersten Mal live höre. Es hat 2011 einen beeindruckenden Mahler-Zyklus unter seinem damaligen Chef David Zinman komplettiert und auf SACDs verewigt. Nun schickt sich Paavo Järvi an, Dasselbe zu tun, die ersten Besprechungen sind hymnisch.

„Tonhalle-Orchester, Zürich, Paavo Järvi, Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 2 „Auferstehung“
Köln, Philharmonie, 1. Dezember 2025“
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