John Neumeiers Nussknacker altert nicht

John Neumeier vor seinem Hamburger Ensemble, hinter ihm Olivia Betteridge (Marie), rechts von ihm Alessandro Frola (Drosselmeier) (Foto: RW)

Man sieht, John Neumeiers klassisch orientierte Nussknacker-Version zieht mehr junges Publikum an als modernistische Experimente, die offensichtlich eher von einem mittelalterlichen Publikum wie den Kulturredakteuren und -innen einer Hamburger Lokalzeitung goutiert werden.
Der Nussknacker des US-Amerikaners altert nicht. Die Coming of age-Geschichte eines jungen Mädchens, das ihre Träume verwirklich sieht und daran reift, ist unverändert modern und berührt Jung und Alt.

Der Nussknacker
Ballett in zwei Akten und drei Bildern

Musik: Peter Tschaikowsky

Choreographie, Inszenierung und Licht: John Neumeier
Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Musikalische Leitung: Simon Hewett, Solo-Violine: Daniel Cho

Hamburgische Staatsoper, 29. Dezember 2025

366. Vorstellung seit der Premiere am 27. Oktober 1974
Online-Übertragung bei ARTE, bis 30. März 2026 in der Mediathek abrufbar

Von Dr. Ralf Wegner

Vor Beginn der Aufführung trat, vom Publikum herzlich begrüßt, John Neumeier vor den Vorhang und kündigte die Übertragung für den Fernsehsender ARTE und eine spätere DVD- bzw. Blu-ray-Veröffentlichung an. Das habe lange gedauert, mittlerweile werde seine als Hommage an das klassische Ballett gedachte Choreographie in Hamburg ja bereits zum 366. Mal aufgeführt.

Damit hatte Neumeiers Nussknacker allein in Hamburg mehr als eine halbe und weltweit wohl mehr als eine Million Zuschauerinnen und Zuschauer. „Der Nussknacker, Hamburg Ballett, John Neumeier
Hamburgische Staatsoper, 30. Dezember 2025“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 7. JANUAR / JÄNNER 2026

Kongenial: Jonas Kaufmann und Helmut Deutsch ©  Lena Wunderlich/

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MITTWOCH-PRESSE  – 7. JANUAR/JÄNNER 2026

Berlin
Die Deutsche Bahn schwächelt Tag für Tag, die Deutsche Oper Berlin strahlt Abend für Abend
Es stimmt natürlich und lässt sich nicht leugnen: Die Deutsche Bahn fährt Tag für Tag selbst mit ihren neusten Zügen Verspätungen ein, Brandstiftungen an der Strom-Infrastruktur verlangen nach ausgeprägter Solidarität und die Rückkehr der ausgestorben geglaubten (durchweg männlichen) Autokraten in dieser Welt macht einen fassungslos. Es stimmt ebenso und lässt sich nicht leugnen: Zuverlässig finden Abend für Abend in ganz Deutschland hochkarätige Theater- und Opernaufführungen statt. Man erreicht die Bühnen in aller Regel trotz Schnee und Eis mit einem Verkehrsmittel der Wahl. Und die teils uralten, teils brandneuen, tragischen oder komischen Stücke, die auf den Programmen der Republik stehen, führen uns die ewig gleichen menschlichen Irrungen vor Augen.
Wolfgang Amadeus Mozart: Le nozze di Figaro
Von Sandra Grohmann
Klassik-begeistert.de

Salzburg
Mozartwoche 2026 – Star-Tenor Rolando Villazón im Interview
„Lux Aeterna“ lautet das Motto der Jubiläums-Mozartwoche 2026. Mozart als Freund, Genie und besondere Quelle der Freude und des Glücks: Star-Tenor Rolando Villazón, Intendant der Mozartwoche in Salzburg, spricht im Interview über die Mozartwoche 2026, neue Formate, eine besondere Zauberflöte und warum Salzburg der authentischste Ort für Mozart ist.
salzburgerland.com „DIE MITTWOCH-PRESSE  – 7. JANUAR/JÄNNER 2026“ weiterlesen

DIE DONNERSTAG-PRESSE – 8. JANUAR / JÄNNER 2026

Jonas Kaufmann – Intendant der Tiroler Festspiele Erl © Tiroler Festspiele Erl

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 8. JANUAR / JÄNNER 2026

Erl/ Tirol
Festspiele Erl: Jonas Kaufmanns zweiter Winter bricht Rekorde
Mit 8000 Besucherinnen und Besuchern und einer Auslastung von 97 Prozent ziehen die Tiroler Festspiele Erl eine mehr als positive Bilanz ihrer Wintersaison 2025/26. Der Schwerpunkt auf Belcanto-Opern erwies sich als Publikumsmagnet. Die Tiroler Festspiele Erl haben die am Dreikönigstag zu Ende gegangene Wintersaison 2025/26 mit einem deutlichen Besucherzuwachs abgeschlossen. 8000 Besucherinnen und Besucher wurden bei den 13 Veranstaltungen gezählt. Das entspricht einer Auslastung von 97 Prozent. Im Vorjahr wurden 7600 Tickets abgesetzt.
TirolerTageszeitung.com

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klassik-begeistert wünscht allen Leserinnen, Lesern und den ReporterInnen „Friede auf Erden“

St. Michaelis, Hamburg © Andreas Schmidt

Liebe Leserinnen,
liebe Leser von klassik-begeistert,

das Jahr 2025 bescherte unserem wunderbaren Erdball viel Not, Leid und Schmerz.

Rund um den Globus leiden und sterben Menschen, weil Machthaber meinen, Kriege führen zu müssen. Es geht um Einfluss, Grenzen, Geld und Schätze in Mutter Erde. Diese Erde ächzt, sie weint, und wir steuern leider definitiv immer stärker und schneller einer Klimakatastrophe entgegen.

Wir vernichten die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder. „Weihnachtswünsche von klassik-begeistert,
Heiligabend, 24. Dezember 2025“
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Thomas Johannes, Sie werden fehlen!

Der wunderbare MENSCH und Sänger Thomas Johannes Mayer mit kb-Herausgeber Andreas Schmidt hinter dem Vorhang in der Hamburgischen Staatsoper 2016. Richard Wagner: Lohengrin – Thomas Johannes Mayer übernahm am 18. November 2016 die Partie des Friedrich von Telramund an der Hamburgischen Staatsoper. Foto: Andreas Schmidt (c).

von Peter Sommeregger

Bestürzt wurde die Nachricht vom plötzlichen Tod des Bassbaritons Thomas Johannes Mayer aufgenommen, der im Alter von nur 56 Jahren verstorben ist. In den Meldungen darüber fehlen Angaben zu den Umständen und dem Ort seines Todes. „Nachruf: Abschied von Thomas Johannes Mayer
klassik-begeistert, 17. Dezember 2025“
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Mahler 2 in Köln: Es hätte eine Sternstunde für die Ewigkeit sein können

TOZ rabaukenhai © Reinhard A. Deutsch

Insgesamt kann man wohl von einer zufriedenstellenden Darbietung mit teils exzellenten Einzelleistungen sprechen. Mehr Schärfe im ersten und deutlich mehr Pepp im letzten Satz hätten daraus jedoch sicher eine Sternstunde für die Ewigkeit geformt. Insofern darf es beim nächsten Mal gerne etwas mehr Mut sein.

Kölner Philharmonie, 1. Dezember 2025

Tonhalle-Orchester Zürich
Züricher Sing-Akademie

Paavo Järvi, Dirigent
Mari Eriksmoen,
Sopran
Anna Lucia Richter,
Mezzosopran

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 2 c-moll für Sopran, Alt, Chor und Orchester – „Auferstehungssinfonie“

von Daniel Janz

Es ist doch eine Freude, dass Mahlers Musik nach der Corona-Pandemie so in unser Konzertleben zurückfindet. Denn vor 2 Jahren erst entstand der Eindruck, dass Mahlers zweite Sinfonie unterrepräsentiert sein könnte. In der Zwischenzeit ist sie (zumindest im Rheinland) so oft aufgeführt worden, dass hier wohl nur wenige andere Stücke so präsent sein dürften. Und mit der heutigen Aufführung leisten die Gäste aus Zürich einen weiteren Beitrag dazu, sie im Konzertleben auch zu festigen. „TOZ, Züricher Sing-Akademie, Paavo Järvi, Dirigent, Gustav Mahler, „Auferstehungssinfonie“
Kölner Philharmonie, 1. Dezember 2025“
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Ein Mahler-Ereignis: Diese Zweite aus Zürich wird lange nachhallen

TOZ Rabaukenhai © Reinhard a Deutsch

Paavo Järvi dirigiert in Köln eine fulminante und tief bewegende Auferstehungssinfonie.

Kölner Philharmonie, 1. Dezember 2025

Gustav Mahler (1860-1911) – Sinfonie Nr. 2 c-Moll „Auferstehung“

Tonhalle-Orchester Zürich
Zürcher Sing-Akademie (Einstudierung: Florian Helgath)
Mari Eriksmoen, Sopran
Anna Lucia Richter, Mezzosopran
Paavo Järvi, Dirigent

von Brian Cooper

Irgendwie ist die Stimmung vor dem Konzert eine besondere. Die Philharmonie ist fast ausverkauft, man denkt an die großen Abende der MusikTriennale zurück, die allerersten Konzerte hier von Simon Rattle, an das Chicago Symphony, das New York Philharmonic. Ein Hauch von Glanz – nicht Glow – liegt über der Philharmonie.

Dabei spielt doch „nur“ das Tonhalle-Orchester Zürich, das ich zum ersten Mal live höre. Es hat 2011 einen beeindruckenden Mahler-Zyklus unter seinem damaligen Chef David Zinman komplettiert und auf SACDs verewigt. Nun schickt sich Paavo Järvi an, Dasselbe zu tun, die ersten Besprechungen sind hymnisch.

„Tonhalle-Orchester, Zürich, Paavo Järvi, Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 2 „Auferstehung“
Köln, Philharmonie, 1. Dezember 2025“
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Auf den Punkt 76: Prima la musica 2.0 – Valerio Galli ist mein Kronzeuge

Valerio Galli © Imaginarium Creative Studio

Giacomo Puccini / TOSCA
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Valerio Galli / Dirigent

Hamburgische Staatsoper, 14. November 2025

 Von Jörn Schmidt

Viele gehen in die Oper wegen der Sänger. Ich sehe das anders, die alte August-Everding-Frage: Prima la musica, dopo le parole? Die habe ich längstens für mich beantwortet. Prima la musica –  und zwar mit Fokus auf dem Orchester!

Oder, wie es der geschätzte klassik-begeistert-Kollege Jürgen Pathy unlängst formuliert hat: Orchester nix, Oper nix. Nachzulesen hier bei klassik-begeistert als Kommentar zum zweiten Teil meines Interview mit Kent Nagano. „Auf den Punkt 76: Prima la musica 2.0 – Valerio Galli
Hamburgische Staatsoper, 14. November 2025“
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Franz Grundheber formte Rollen mit Geist und Seele – zum Abschied des großen Baritons

Franz Grundheber als Rigoletto mit Hellen Kwon als Gilda © Hamburgische Staatsoper/Rüdiger Backmann

ein Nachruf von Dirk Schauß

Am 27. September 2025, ausgerechnet an seinem 88. Geburtstag, ist Franz Grundheber gestorben. Ein merkwürdiger Kreis hat sich damit geschlossen – und doch fühlt es sich an, als sei mit ihm nicht nur ein Mensch gegangen, sondern ein Stück Operngeschichte, das uns noch lange begleiten wird. „Nachruf Franz Grundheber
klassik-begeistert.de, 29. September 2025“
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Wenn die Oper gewinnt: Ravels Fantasie in Frankfurt

hr-Sinfoniekonzert „Ravels Zauberwelt“ am 26.09.2025
© hr/Sebastian Reimold

Maurice Ravel
Ma mère l’oye – Suite

Wolfgang Amadeus Mozart
Klavierkonzert Es-Dur KV 365

Maurice Ravel
L’enfant et les sortilèges

Solisten und Chöre
hr-Sinfonieorchester
Alain Altinoglu, musikalische Leitung

Konzert in der Alten Oper am 26. September 2025

von Dirk Schauß

Die Alte Oper Frankfurt versprach an diesem Abend gleich drei Bühnen in einer: Märchenbilder aus Ravels Feder, ein brüderliches Gespräch bei Mozart und zum Finale eine Oper, in der Tassen, Tapeten und Sessel zu Protagonisten werden. Ein raffiniert gebautes Programm – das in der Realität jedoch weniger Gleichgewicht als ein klares Gefälle offenbarte. Denn was in der Sinfonik fein sortiert klang, gewann erst in der Oper wirkliche Farbe und Energie.

„Maurice Ravel, Ma mère l’oye, Wolfgang A. Mozart, Klavierkonzert Es-Dur, Maurice Ravel, L’enfant et les sortilèges
Alte Oper Frankfurt, 26. September 2025“
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