Ein Fest der Stimmen beeindruckt zum Saisonende in der Wiener Staatsoper

Wiener Staatsoper:
GALAKONZERT DES JUNGEN ENSEMBLES am 27. Juni 2020


Marco Armiliato, Adam Plachetka. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Von Manfred A. Schmid

Erstmals seit knapp vier Monaten steht das Staatsopernorchester wieder auf der Bühne der Wiener Staatsoper: Ein hoffnungsvolles Anzeichen dafür, dass der Opernbetrieb – nach den empfindlichen Einschränkungen infolge der Corona-Krise – allmählich doch wieder auf Touren zu kommen scheint. Zwar steht für die nächsten zwei Monate zunächst einmal die gewohnte Sommerpause auf dem Programm. Dennoch ist für die kommende Spielzeit – mit dem Amtsantritt des neuen Staatsoperndirektors Bogdan Roscic – Optimismus angesagt: Die Oper lebt und atmet jedenfalls wieder. Etwas zögerlich noch und weit entfernt vom Vollbetrieb. Es reicht gerade einmal für Arien, Duette und einen immerhin beinahe halbszenisch dargebotenen Ensembleauftritt.

Es könnte aber durchaus sein, dass sich bald viele Opernliebhaber bald wieder nach den von Teilen der Kritik oft arg zerzausten Operndirektor sehnen werden. Das abschließende Galakonzert jedenfalls zeigt, dass „sein“ Ensemble mit zahlreichen herausragenden und hoffnungsvollen Kräften aufzuwarten hat, von denen einige in letzter Zeit bereits international für Aufsehen gesorgt haben, während das anderen für die Zukunft durchaus ebenfalls zuzutrauen ist. Es ist in der Tat ein vornehmlich junges Ensemble, das hier mit geballter Kraft zu einer Art Leistungsschau angetreten ist. Viele davon hat Meyer selbst im Laufe der Jahre entdeckt und engagiert, wie er in seiner Abschiedsrede nicht ohne Stolz hervorhebt.

Der erste Teil vor der Pause – dass es eine Pause gibt, ist ebenfalls ein Anzeichen für langsam einsetzende Normalität – ist, wie es sich für das erste Wiener Opernhaus gehört, Mozart gewidmet. Adam Plachetka mit Don Giovannis „Fin ch’han dal vino“ und Chen Reiss mit „Se il padre perdei“ sowie Benjamin Bruns mit „Fuor‘ del mar“, beide aus Idomeneo, belegen mit ihren Auftritten, dass sie zu denen gehören, denen der Sprung in eine internationale Karriere bereits gelungen ist. Valeriia Savonskaias feinfühlig vorgetragene Arie der Fiordiligi „Temerari … Come scoglio“ aus Cosi fan tutte setzt ein kräftiges Zeichen für einen hoffungsvollen Neuzugang. 2019 gewann die russische Sopranistin den 38. Hans Gabor Belvedere-Wettbewerb und wurde erst vor einem Jahr Ensemblemitglied. Diese Sängerin möchte man gerne auch weiterhin öfter sehen und hören. Zukünftige Engagements führen sie in der nächsten Saison an die Deutsche Oper Berlin und an das Theater Dortmund.


Adam Fischer, Valentina Nafornita. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Von geradezu überschäumender Spielfreude geprägt sind die folgenden Stücke aus Mozarts Le nozze di Figaro. Für Mai und Juni war die Mezzosopranistin Rachel Frenkel als Cherubino vorgesehen, eine Partie, in der sie bereits in München Aufsehen erregt hat. Die Aufführungsserie fiel dem Coronavirus zum Opfer. Ihr nunmehriger Auftritt mit „Non so più cosa son, cosa faccio“ zeigt, dass dem Wiener Publikum da etwas entgangen ist. Olga Bezsmertna(„Dove sono“, Arie der Contessa d’Almaviva) und Svetlina Stoyanova („Voi che saptete, Arie des Cherubino) sind bereits so etwas wie Fixsterne am Opernhimmel, was auch für Valentina Nafornita gilt, die Susannas „Deh vieni non tardar“ mit Verve zum Funkeln bringt. Vor ihr hatte bereits Alessio Arduini als mit Leidenschaft und Schläue ausgestatteter Figaro (Aprite un po‘ quegli occhi“) seinen akklamierten Auftritt. Ein ausdrucksstarker Bariton, den man in den letzten Jahren leider viel zu selten auf der Bühne seines Wiener Stammhauses angetroffen hat. Fulminat beschlossen wird der Mozart gewidmete Programm-Block mit dem Finale des 2 Akts der nozze. Eine geballte Ladung spielstarker Kräfte im Einsatz: Bezsmertna, Carroll, Plummer, Plachetka, Kellner, Coliban, Ebenstein, Onishenko). Das ist schon sehr nahe am Opern-Vollbetrieb. Es fehlen eigentlich nur noch die Kostüme, so einsatzfreudig gehen sie ans Werk. Man kommt zwar längst nicht an das legendäre Wiener Mozart-Ensemble der 50er Jahre heran, ist in seiner Homogenität aber dennoch höchst erfreulich.

Nach der Pause dann ein Arienreigen, der die Vielfalt des Repertoires widerspiegelt, der aber auch Lücken offenlegt. Samuel Hasselhorns seelenvoll vorgetragene Arie „Wie Todesahnung … O du mein holder Abendstern“ und Tomasz Koniecznys aufrüttelnd klagendes „Die Frist ist um“ erinnern daran, dass in der Ära Meyer – außer dem alljährlichen  Ring –  Wagner ziemlich stiefmütterlich behandelt worden ist: Tannhäuser, Tristan und Isolde, Die Meistersinger – allesamt Fehlanzeigen.

Zuvor zwei Highlights des Abends: Josh Lovell, ebenfalls erst seit 2019/20 Ensemblemitglied und bisher nur als Lysander in Benjamin Brittens A Midsummer Night’s Dream in Erscheinung getreten, zeigt mit der Arie „Ah, mes amis“ des Tonio aus „La Fille du régiment“ was für einen strahlend hellen Tenor er hat. Die gefürchteten Höhen bewältigt er mit Bravour. Hoffentlich sieht und hört man auch ihn möglichst bald wieder! Aus Donizettis La Fille stammt auch die Arie der Marie „Salut à la France“. Daniela Fally lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen, mit ihren darstellerischen Fähigkeiten und auch gesanglich zu brillieren.

Auf das von Ileana Tonca und Margaret Plummer höchst innig gestalteten „Abendsegen“ aus Humperdincks Hänsel und Gretel, das im Nachspiel auch dem Staatsopernorchester unter der Leitung von Adam Fischer die Chance bietet, sich klangmalerisch fein nuanciert zu entfalten, folgt ein Gustostück erster Güte: Michael Laurenz bietet als Frantz in „Jour et nuit“ aus Offenbachs Les Contes d‘Hoffmann ein köstlich komödiantisch aufbereitetes Vergnügen, was den Wusch aufkommen lässt: Möglichst viel mehr Laurenz in den nächsten Saisonen!

Komödiantisch und recht ausgelassen geht es im folgenden Duett „Al Capricci“ aus Rossinis L’Italiana in Algeri weiter. Margarita Gritskova und Orhan Yildiz sind trotz ihrer Jugendlichkeit ausgeprägte Sing-Schauspieler von Format und bestens aufeinander eingestellt. Zu den vielversprechenden Entdeckungen von Direktor Meyer gehören auch Mariam Battistelli und Jinxu Xiahou. Die Mezzosopranistin Battistelli ist zuletzt als Musetta in der Boheme aufgefallen. Mit so nachhaltigem Eindruck, dass sie mit deren Prachtnummer „Quando me’n vo“ auch jetzt dabei ist, während der vielseitige Tenor Xiaho mit der Arie „Ella mi fu rapita“ des Herzogs aus Verdis Rigoletto zu punkten versteht.

Den abschließenden Programmteil leiten drei Verdi-Arien ein, dirigiert vom sichtlich gerührten Dirigenten Marco Armiliato,  der an diesem Abend vornehmlich für das italiensche Fach zuständig ist und sich mit seinem Kollegen Adam Fischer – beide sind  Ehrenmitglieder des Hauses – abwechselt. Anita Hartig singt „Pace, pace“ aus La forza del destino, Szilvia Vörös mit „O don fatale“ aus Don Carlo und Jongmin Park „Come dal ciel precipita“ aus Macbeth. Hartig und Park festigen mit ihren Auftritten ihren Ruf als langjährige und vielfach bewährte Stützen des Hauses. Szilvia Vöros ist ein Neuzugang und bisher eher in unterstützenden Rollen, u.a. als Dienerin (Frau ohne Schatten), Dame (Zauberflöte) und Elfe (Rusalka) in Erscheinung getreten. Für die kommende Saison ist sie aber bereits als Mercedes in der Carmen angekündigt.

Den glanzvollen, wenn auch stimmlich nicht ganz ausgewogenen Schlusspunkt setzt die Schlussfuge „Tutto nel mondo è burla“ aus Verdis Falstaff, in der neben vielen schon oben genannten Künstlerinnen und Künstlern auch noch Stephanie Houtzeel, Zoryana Kushpler, Clemens Unterreiner, Leonard Nacvarro, Bendikt Kobel und Ryan Speedo Green mitwirken.


Überreichung der Ehrenmitgliedschaft. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Auf den mit nur 100 Personen im Parterre nicht gerade lautstarken Applaus folgt keine Zugabe, sondern ein Schlussakt mit der Überreichung der Ehrenmitgliedschaft des Hauses an den scheidenden Direktor Dominique Meyer sowie an den noch bis Jahresende wirkenden Kaufmännischen Direktor, Thomas Platzer. Dominique Meyer zieht eine Bilanz seiner Amtszeit, verabschiedet sich dankbar von seinem Team und dem Publikum und verspricht, weiterhin als Botschafter für Wien wirken zu wollen. Freude und Wehmut. So soll es auch sein.

Manfred A. Schmid, 29. Juni 2020 (onlinemerker.com)

Die DIENSTAG-PRESSE – 30. JUNI 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die DIENSTAG-PRESSE – 30. JUNI 2020

Foto: Teatro alla Scala, Milano, (c) © Andreas Schmidt

Mailand/Scala
Requiem für Covid-19-Opfer
Nach der Sommerpause will die Mailänder Scala die Toten des Coronavirus ehren – mit einem Requiem von Verdi, gespielt im Dom. Schon im Juli soll es erste Konzerte im Opernhaus geben.
Der Spiegel

Wien/ Volksoper
Saisonende in der Volksoper: Mineralwasser für alle!
Operetten- und Musicalkonzert als ein Best-of-Stammrepertoire
Der Standard

Britische Künstler fürchten Corona-Ruin: „Unsere Kulturszene ist am Zusammenbrechen“
Großbritannien lockert seinen Lockdown. Doch die Situation vieler britischer Künstler bleibt davon unberührt. Sie sind verzweifelt und wütend. Eine Reportage.
Tagesspiegel

Ladas Klassikwelt 38: Virtuell oder real, Hauptsache: international!
„Die schwierige Situation der Künstler während der Corona-Pandemie hat bei einigen außergewöhnliche Kreativität ausgelöst. Der israelische Ashirachor fing mit virtuellen Proben an und lud das befreundete Ensemble aus Deutschland – den Zamirchor aus Bayreuth – dazu ein. Die Leiterin des Zamirchors Barbara Baier nahm diese Einladung mit Begeisterung an.“
Jolanta Lada-Zielke hat mit der Bayreuther Chorleiterin Barbara Baier gesprochen
Klassik-begeistert

Die Pianistin Uta Weyand reist in die Vergangenheit: Mit einem Steinway-Flügel aus dem Baujahr 1892
„Im Jahr 2014 schließlich wurde eine umfangreiche Restaurierung des historischen Instruments im Hamburger Steinway-Werk vorgenommen. Hier kommt Uta Weyand ins Spiel, die als ihren Beitrag zur Restaurierung ein Benefizkonzert gab. Dabei scheint sich so etwas wie eine emotionale Beziehung zwischen dem Flügel und der Pianistin entwickelt zu haben, die letztlich zur Idee dieser nun vorliegenden CD führte.“
Peter Sommeregger berichtet regelmäßig über neue CDs
https://klassik-begeistert.de/cd-besprechung-uta-weyand-1892-reflections/

Wien
Staatsoperndirektor Meyer verabschiedet sich
Ein bunter Vokalabend und die Ehrenmitgliedschaft des Hauses am Ring
Der Standard

Meyer-Abschied: Virtuoses Adieu in allen Tonlagen
Die Presse

Symphoniker und Honeck sehr menschlich
Orchesterglanz mit Tschaikowski und Verdi im Musikverein
Der Standard „Die DIENSTAG-PRESSE – 30. JUNI 2020“ weiterlesen

Die MONTAG-PRESSE – 29. JUNI 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die MONTAG-PRESSE – 29. JUNI 2020

Foto: © Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Wien/ Staatsoper
Staatsoperndirektor Meyer erhielt zum Abschied Ehrenmitgliedschaft
Dominique Meyer mit Galaabend „seines“ Ensembles gen Mailänder Scala verabschiedet – Altbundespräsident Fischer würdigte Elan und Begeisterung des scheidenden Opernchefs.
Kurier

Staatsoperndirektor Dominique Meyer verabschiedet sich
Ein bunter Vokalabend und die Ehrenmitgliedschaft des Hauses am Ring
Der Standard

Wien/Salzburg/ Franz Welser-Möst
„Lösen wir uns ein bisschen vom Tropf der Politik“
Dirigent Franz Welser-Möst über die Corona-Krise, die Salzburger Festspiele und seine Rückkehr an die Staatsoper.
Wiener Zeitung

Wien/ Staatsoper
Der „Steinpilzsucher“ geht von Bord und hinterlässt Wien das beste Opern-Ensemble der Welt
Was ist die größte Hinterlassenschaft, die der Wiener Staatsoperndirektor Dominque Meyer seinem Nachfolger Bogdan Roščić übergibt? Das Galakonzert in der Wiener Staatsoper gab am Samstagabend eine ganz klare und beeindruckende Antwort: das Gesangsensemble. Leider durften nur 100 Zuhörer dabei sein. Die Sänger und Musiker hätten 10.000 verdient gehabt.
Klassik-begeistert

Berlin
Statt Singverbot in Corona-Zeiten auf die Natur hören!
Komische Sachen passieren gerade in der Pandemie, besonders am Theater und in der Oper. Nicht systemrelevant, wir wissen das, deswegen sind auch fast alle zum Nichtstun verdammt, denn die Politik lässt sie nichts machen. Zumindest wenig bis kaum indoor. Als ob das Publikum dort sich so verhalten würde wie bei der Berliner Bootparty vor dem Urban-Krankenhaus oder der lemminghaften Massenwanderung hässlicher Briten an die Strände von Bournemouth
http://brugsklassiker.de/statt-singverbot-in-corona-zeiten-auf-die-natur-hoeren/

Wien/ Musikverein
Symphoniker und Honeck sehr menschlich
Orchesterglanz mit Tschaikowski und Verdi im Musikverein
Der Standard

München/ Nationaltheater
Fester Samstag im Nationaltheater: Pavol Breslik singt Janácek
Münchner Abendzeitung

München
Gärtnerplatztheater: Late Night – Swing-/Jazz – Klassiker
„Genial ist er noch nicht, der Maxímilian Mayer, auch nicht ausgebufft – aber sonst …!“
http://onlinemerker.com/muenchen-gaertnerplatztheater-late-night „Die MONTAG-PRESSE – 29. JUNI 2020“ weiterlesen

Anna Netrebko singt die Elisabetta, und das Publikum erstarrt vor Demut

Semperoper Dresden,

Aufklang, 21. Juni 2020

Foto: Anna Netrebko, Semperoper Dresden (c), „Don Carlo“

von Olaf Barthier

Rückblick:
„Aufklang
Konzertante Höhepunkte aus Giuseppe Verdis ‚Don Carlo'“.
So kündigte das Programmheft der Semperoper diese Veranstaltung an.

Was für ein Auftakt! Und wie viele Fragen oder Hoffnungen barg dieses Timing, die Besetzung und der Inhalt! Am selben Wochenende, an dem auch die Sommersonnenwende stattfand und nicht wie üblich am 21. sondern am 20. Juni.

Am 19.Juni öffnet die Semperoper nach langer Corona-Pause wieder ihre  Pforten. Natürlich unter Einhaltung der Hygienevorschriften, die ersten Reihen und später jede zweite gesperrt und zwischen den Besuchern zwei Plätze ebenfalls frei, der Saal erschien ziemlich leer und es gab noch andere Einschränkungen, die man aber gern in Kauf genommen hat.

„Konzertante Höhepunkte aus Giuseppe Verdis ‚Don Carlo‘, Anna Netrebko, Yusif Eyvazov
Semperoper Dresden, Aufklang, 21. Juni 2020“
weiterlesen

Der "Steinpilzsucher" geht von Bord und hinterlässt Wien das beste Opern-Ensemble der Welt

„Ein musikalisches Ereignis der Sonderklasse.“
– Alt-Bundespräsident Dr. Heinz Fischer –

„Es war eine große Freude und Ehre, an diesem Haus arbeiten zu dürfen. Es war aber auch eine Freude, in diesem Land zu arbeiten, in dieser Stadt. Und auch wenn ich von keiner Regierung bestellt bin: Ich werde immer ein Botschafter Wiens bleiben!“
– Operndirektor Dominique Meyer –

Wiener Staatsoper, 27. Juni 2020
Galakonzert des jungen Ensembles

Foto: Daniela Fally und Marco Armiliato, (c) M. Pöhn

von Andreas Schmidt

Was ist die größte Hinterlassenschaft, die der Wiener Staatsoperndirektor Dominque Meyer seinem Nachfolger Bogdan Roščić übergibt? Das Galakonzert in der Wiener Staatsoper gab am Samstagabend eine ganz klare und beeindruckende Antwort: das Gesangsensemble.

Leider durften nur 100 Zuhörer dabei sein. Die Sänger und Musiker hätten 10.000 verdient gehabt. Es war ein Abend, wie man ihn im Leben leider nur sehr, sehr selten erleben darf. Es war ein Abend von erlesener Güte, ja Göttlichkeit.

Der Franzose Meyer wird künftig die Geschicke des Teatro alla Scala in Milano leiten. Sein aufmerksames Wirken in Wien mit Hirn, Herz und Humor werden unvergessen bleiben. Am eindrucksvollsten verbleibt sein Hörvermögen: Fast alle aktuellen Ensemblemitglieder hat Meyer persönlich für das Haus am Ring gewonnen. Heute ist es das – mit Abstand – beste Ensemble der Welt. „Galakonzert des jungen Ensembles, Abschied von Dominique Meyer
Wiener Staatsoper, 27. Juni 2020“
weiterlesen

Die SONNTAG-PRESSE – 28. JUNI 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die SONNTAG-PRESSE – 28. JUNI 2020

Foto: Stadtspaziergang in Wien. Erkennen Sie diese Familie? (c) Instagram

Berlin
Singverbot in Berlin
Die neue Corona-Verordnung verbietet in Berlin alles gemeinsame Singen in geschlossenen Räumen, in Schulen aber bleibt es erlaubt. Was soll das denn?! fragt Jan Bachmann in der FAZ
https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buehne-und-konzert/neue-corona-verordnung-singverbot-in-berlin-16834388.html

Graz
Oper Graz: Strauss zum Abschied von Lyniv
„Ein Strauss zum Abschied“ lautete der Titel der letzten Konzertreihe von Chefdirigentin Oksana Lyniv an der Oper Graz – sie wird künftig als freischaffende Dirigentin bei internationalen Produktionen tätig sein.
https://steiermark.orf.at/stories/3055193/

Wiener Festwochen starten am 26. August Rumpfausgabe
Nun wird es doch noch mehr als eine digitale Ausgabe der Festwochen geben. Real zu erleben: Anne Teresa De Keersmaeker, William Forsythe oder Marlene Monteiro Freitas.
Die Presse

Komponist Kurt Schwertsik wird 85: Die Rückseite der Erleuchtung
Am Donnerstag hat der Wiener seinen Geburtstag mit einer Uraufführung im Musikverein gefeiert. Ein heiteres Buch hat er auch verfasst
Der Standard

Essen
Aalto-Musiktheater: Neuer Spielplan mit Gluck und Purcell
https://www.lifepr.de/pressemitteilung/theater-und-philharmonie-essen-gmbh/

Linz
Die Blasmusik kehrt in die Landeshauptstadt zurück
Ab 1. Juli wöchentlich drei öffentliche Konzerte.
Oberösterreichische Nachrichten

Augsburg
Neustart: Open-Air auf Kunstrasen und Freilichtbühne mit den Augsburgern Philharmonikern
Die Augsburger Philharmoniker laden im Juni und Juli zu Konzerterlebnissen unter freiem Himmel ein, die man nach den langen Wochen der Corona-Stille nicht verpassen sollte: Im martini-Park, wo derzeit der »Kunstrasen« ausgerollt ist, und auf der Freilichtbühne am Roten Tor.
https://www.daz-augsburg.de/neustart-open-air-auf-kunstrasen-und-freilicht

Frankfurt
Mit viel Gefühl
Andrés Orozco-Estrada hofft auf „eine schöne neue Saison“, seine letzte als Chefdirigent des hr-Sinfonieorchesters in Frankfurt: 2021 wechselt er zu den Wiener Symphonikern.
Frankfurter Allgemeine

Corona-Vorgaben: Theater nicht nur für Auserwählte
Während das gesellschaftliche Leben wieder lockerer geworden ist, schränken die Corona-Maßnahmen die Kultur weiterhin ein. Damit das Theater nicht zur Eliteanstalt wird, muss sich in der kommenden Spielzeit etwas ändern.
Frankfurter Allgemeine

München
BR-Symphonieorchester und Münchner Philharmoniker: Der erste und der zweite Schritt
Münchner Abendzeitung „Die SONNTAG-PRESSE – 28. JUNI 2020“ weiterlesen

Der Schlauberger 6: Jetzt darfste rumferkeln: Rächtschreibung ist bä!

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

Das ist die Erlöhsung von allen Kwalen. Rächtschreibung brauchen wir nicht mehr. Hat der Baden-Württembergische Ministerpresident Winfried Kretschmann Anfang des Jahres gesagt. Ein Grundgerüst ja, meint er. Mehr aber auch nicht, „weil wir nur noch selten handschriftlich schreiben“. „Der Schlauberger 6
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Die SAMSTAG-PRESSE – 27. JUNI 2020

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die SAMSTAG-PRESSE – 27. JUNI 2020

Wien/ Staatsoper
So glanzvoll klingt Meyers Ära aus
Ein „Addio“ auf Raten: Mit zwei konzertanten Abenden verabschiedeten sich die Primadonna Krassimira Stoyanova und Ensemblemitglieder vom Operndirektor.
https://www.diepresse.com/5831475/so-glanzvoll-klingt-meyers-ara-aus

München
Bachler: „Kunstministerium ist Gesundheitsamt geworden“
Die Bayerische Staatsoper fühlt sich in der Corona-Krise vom Kunstministerium allein gelassen. „Die Aufgabe eines Kunstministeriums ist, Kunst zu ermöglichen und davon war in diesen Monaten nichts zu bemerken“, sagte Opernintendant Nikolaus Bachler im Interview der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitagsausgabe). „Es ist zu einem verlängerten Gesundheitsamt geworden. Wenn überhaupt was aus dem Ministerium kam, dann waren das Hygieneverordnungen.“
Sueddeutsche Zeitung

Berlin
Barrie Kosky: „Das Betroffenen-Lamento finde ich grauenhaft“
Nikolaus Bachler, Chef der Bayerischen Staatsoper, jammert. Der Direktor der Komischen Oper meint: „Nur Jammern reicht nicht.“
Kurier

Moskau
Russisches Gericht spricht Regisseur schuldig: Serebrennikow verurteilt
Schuldspruch für Kirill Serebrennikow: Das Strafmaß des russischen Gerichts für den international gefeierten Regisseur ist noch unklar.
Tagesspiegel

Nach Schuldspruch: Regisseur Serebrennikow bleibt in Freiheit
Der Fall Kirill Serebrennikow beschäftigt die russische Justiz und die Kunstwelt seit rund drei Jahren. Der umstrittene Prozess in Moskau wegen angeblicher Veruntreuung führte zu Bewährungsstrafe.
Kurier

Veranstalter gegen freie Solisten: Die Corona-Ausbeuter
Nicht nur dass sie um Ausfallgagen kämpfen müssen: Auch bei Neuverträgen verschlechtert sich die Sänger-Situation deutlich
Münchner Merkur

Niederösterreich
Weinviertler Festspiele als neues Wagner-Festival
Das Open-Air startet mit „Tristan und Isolde“ und „Der fliegende Holländer“
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/buehne/2065767-Weinviertler „Die SAMSTAG-PRESSE – 27. JUNI 2020“ weiterlesen

Weltklasseleistungen des Wiener Staatsopernensembles berühren das Publikum

Wiener Staatsoper, 24. Juni 2020

Foto: Valentina Nafornita. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn. (An diesem Abend trug Frau Nafornita ein anderes Kleid.)

Konzert: Che Gelida Manina
Ensemblemitglieder singen Ausschnitte aus Werken von Verdi und Puccini.

Die Einzelkritik.

von Andreas Schmidt

Die Donaumetropole hat – wie gestern geschrieben – das beste Gesangsensemble dieses Planeten: davon konnten sich genau 100 Zuschauer im Opern-Parkett am Mittwochabend bei einem Konzert mit Ausschnitten aus Werken von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und Francesco Cilea überzeugen.

Was an diesem Abend geboten wurden, das war im Resümee Weltklasse. Die Gesangsleistungen aller 15 Sängerinnen und Sänger reichen von den Noten 1 – bis 1 *. HEUTE FOLGT DIE EINZELKRITIK. „Konzert: Che Gelida Manina, die Einzelkritik
Wiener Staatsoper, 24. Juni 2020“
weiterlesen

Lieses Klassikwelt 41: Don Carlo(s)

Foto: Anna Netrebko, Semperoper Dresden (c), „Don Carlo“

von Kirsten Liese

Ich habe Anna Netrebkos konzertantes Rollendebüt als Elisabetta im  Don Carlo leider verpasst. Die vier Aufführungen überschnitten sich mit einem anderen bedeutenden Musikereignis, dem ich den Vorzug gegeben hatte, dem ersten Konzert nach dem Lockdown in Italien unter Riccardo Muti.

Wie wohl Verdis Musikdrama in Dresden auf 90 Minuten mit einem Kleinorchester von nur acht Musikern geklappt wurde, wäre ich gerne dabei gewesen, weil ich nicht daran zweifle, dass die Sopranistin einen so grandiosen Auftritt hingelegt hat, wie Kritiker es ihr rundum bescheinigten. Zum Glück hatte ich in den vergangenen Jahren mehrere Gelegenheiten, sie zu hören und mich von der erfolgreichen enormen Entwicklung dieser Stimme ins dramatische Fach zu überzeugen. „Lieses Klassikwelt 41, Don Carlo(s)
klassik-begeistert.de“
weiterlesen