„La Vestale“ scheitert in Berlin an Regie und Besetzung

PREMIERE ++++ LA VESTALE ++++ STAATSOPER BERLIN

Foto © Staatsoper Unter den Linden

Mit der Primadonnenpartie der Julia hat die Staatsoper Sonya Yoncheva besetzt. Die stürzt sich beherzt in die einst auch von Maria Callas gesungene Partie, ist damit aber deutlich überfordert. Ihre Stimme klingt abgesungen, das Timbre hat eine metallische Färbung angenommen, Farben vermisst man schmerzlich. Ihr fehlt einfach auch die Dominanz einer Spitzensängerin.

Gaspare Spontini,  La Vestale

Sonya Yoncheva   Julia
David Butt Philip   Licinius
Marina Prudenskaya   La Grande Vestale
Siyabonga Maqungo   Cinna

Lydia Steier   Regie
Carlo Rizzi   Dirigent

Staatsoper Unter den Linden, Premiere, 26. September 2026

von Peter Sommeregger

Der Komponist Spontini war im frühen 19. Jahrhundert der erste Intendant der Königlichen Hofoper in Berlin. Seine erfolgreichste Oper „La Vestale“ wurde damals auch in Berlin gegeben, die aktuelle Produktion ist daher auch ein Blick zurück in die Geschichte des Hauses.

„Gaspare Spontini, La Vestale, Sonya Yoncheva 
Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 26. September 2026 PREMIERE“
weiterlesen

Daniels Anti-Klassiker 41: Georges Bizet – „Habanera“ aus „Carmen“

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Was braucht es eigentlich, damit ein Musikstück nicht nur bekannt und berühmt wird, sondern es auch bleibt? Sind es Eingängigkeit, komplexe oder ansprechende Kompositionstechniken, inhaltsstarker Ausdruck oder Tiefe? Sind es die Themenbezüge, ein aussagekräftiger Text, die Aufführungspraxis oder vielleicht eine Kombination aus allem? Das alles mag sicherlich seine Rolle dabei spielen, Musik ins kulturelle Gedächtnis zu rufen und dort zu halten. Doch es gibt noch ein Element, das anscheinend seine Rolle dabei spielt: Der Skandal. Wie sich das auch auf klassische Musik auswirkt, soll heute an einem an und für sich gänzlich skandalfreien Werk betrachtet werden: An der Oper Carmen von Georges Bizet. „Daniels Anti-Klassiker 41: Georges Bizet – „Habanera“ aus „Carmen“ (1875)
klassik-begeistert.de, 27. September 2026“
weiterlesen

DIE SAMSTAG-PRESSE – 26. SEPTEMBER 2026

Thomas Guggeis © Diana Hillesheim

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden

DIE SAMSTAG-PRESSE – 26. SEPTEMBER 2026

News
Umfrage der „Opernwelt“: Thomas Guggeis wird Dirigent des Jahres
Die Kritikerumfrage der „Opernwelt“ kürt Mainz zum Opernhaus des Jahres. Beim Dirigenten und Orchester liegt die Oper Frankfurt vorn. In der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift „Opernwelt“, an der auch mehrere Autoren der F.A.Z. beteiligt waren, wurde das Staatstheater Mainz zum „Opernhaus des Jahres“ gekürt. Claus Guth ging aus den Voten der vierzig Kritiker als „Regisseur des Jahres“ hervor. „Of One Blood“ von Brett Dean erhielt die meisten Stimmen in der Rubrik „Uraufführung des Jahres“. Und auch Etienne Pluss wurde in erster Linie für sein Bühnenbild zu der Münchner Produktion geehrt. Michael Spyres erhielt den Titel „Sänger des Jahres“ für seine außerordentlichen Darbietungen als Walther von Stolzing und Siegmund bei den Bayreuther Festspielen 2025, Elena Stikhina für ihre Interpretation der Jeanne in Tschaikowskys „Jungfrau von Orléans“ an der Oper Amsterdam; dort ist ebenfalls der „Chor des Jahres“ beheimatet.
FrankfurterAllgemeine.net

„DIE SAMSTAG-PRESSE – 26. SEPTEMBER 2026
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Dieser Jan Bosse-Don Giovanni ist überaus hörens-, aber weniger sehenswert

Anne Müller (Amor/Tod, Schauspielerin), Kady Evanyshyn (Zerlina), Hubert Kowalczyk (Masetto), Michèle Losier (Donna Elvira), Krzysztof Bączyk (Leporello), Andrzej Filonczyk (Don Giovanni), Omer Meir Wellber (musikalische Leitung), Elbenita Kajtazi (Donna Anna), Dovlet Nurgeldiyev (Don Ottavio), Morris Robinson (Komtur) (Foto: RW)

Mozarts Don Giovanni ist ein großartiges Werk, welches sich mit Grundfragen des menschlichen Daseins beschäftigt und auch über Jahrzehnte nicht altert. Daran können auch noch so eingreifende inszenatorische Überstülpungen nichts ändern. Deshalb ist auch die Inszenierung von Jan Bosse zu ertragen, zumal so gut gespielt und gesungen wurde wie am Samstagabend.

Don Giovanni, Dramma giocoso in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
Libretto:  Lorenzo Da Ponte
Inszenierung:  Jan Bosse, Bühne:  Stéphane Laimé, Kostüme:  Kathrin Plath
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Musikalische Leitung:  Omer Meir Wellber

Hamburgische Staatsoper, 19. September 2026

  1. Vorstellung seit der Premiere am 20. Oktober 2019

von Dr. Ralf Wegner

„Mozart, Don Giovanni
Hamburgische Staatsoper, 19. September 2026“
weiterlesen

Klaus Florian Vogt lädt zu einem bunten Abend ins Konzerthaus Berlin

Opernabend mit Klaus Florian Vogt

Ulf Schirmer  Dirigent
Klaus Florian Vogt  Tenor
Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin

Konzerthaus Berlin, 17. September 2026

von Peter Sommeregger

Der Tenor Klaus Florian Vogt, der vor seiner Gesangskarriere als Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg spielte, polarisiert seit dem Beginn seiner erfolgreichen Laufbahn die Klassikszene. Ergehen sich die Einen in überschwänglichem Lob, so wird er von Anderen, speziell im Wagnerfach, vehement abgelehnt. „Klaus Florian Vogt, Opernabend
Konzerthaus Berlin, 17. September 2026“
weiterlesen

DIE SAMSTAG-PRESSE – 19. SEPTEMBER 2026

© Salzburg Touristik

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 19. SEPTEMBER 2026

Salzburg/Festspiele/Vorstellung neue Intendanz
Peter de Caluwe: „Bin ein Harmoniemensch“
Der Belgier Peter de Caluwe wurde Freitagvormittag als neuer Intendant der Salzburger Festspiele vorgestellt. Kristina Hammer wird als Präsidentin verlängert. Lukas Crepaz wird von einer weiteren Amtszeit als kaufmännischer Direktor wohl absehen. De Caluwe war bereits 2013 bei den Festspielen in der engsten Auswahl für die Nachfolge von Interimschef Sven-Eric Bechtolf. Damals hatte jedoch Markus Hinterhäuser das Rennen um den Intendanten-Posten für sich entschieden.
„Intendanz beginnt mit Haltung“, habe de Caluwe im heurigen Bewerbungsprozess seine Intentionen mit dem Festival deutlich gemacht und das Kuratorium somit überzeugt. „Salzburg ist für mich der Ort, wo Außergewöhnliches möglich wird“, sagte de Caluwe selbst.
krone.at

„DIE SAMSTAG-PRESSE – 19. SEPTEMBER 2026
klassik-begeistert.de“
weiterlesen

Olivia Betteridge und Caspar Sasse berühren als Cinderella und Prinz

Olivia Betteridge (Cinderella) und Caspar Sasse (Prinz), dahinter Futaba Ishizaki (Cinderellas Tante und Stiefmutter), Greta Jörgens  und Paula Iniesta (Cinderellas Cousinen), Evan L’Hirondelle und Jack Bruce (Minister) sowie Florian Pohl (Der König) (Foto: RW)

Hamburg Ballett, Hamburgische Staatsoper, 17. September 2026

A Cinderella Story, Ballett von John Neumeier

Die zweite Besetzung

Die Cinderella und den Prinzen aufwühlenden Gefühle wie Trauer, Sehnsucht, Leidenschaft, auch Enttäuschung, vor allem aber eine die Zeiten überdauernde Liebe wurden von Betteridge und Sasse berührend in den Erkennungsszenen und den Pas de deux verkörpert.

Von Dr. Ralf Wegner

„A Cinderella Story, Ballett von John Neumeier (2. Besetzung)
Hamburg Ballett, Hamburgische Staatsoper, 17. September 2026“
weiterlesen

Zwischen den Sätzen 2:  Setzt die Dirigenten an die Luft!

Herbert Blomstedt © Stephan Rabold

von Jörn Schmidt

Sie erkennen sofort, ich habe das legendäre Zitat des französischen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez („Sprengt die Opernhäuser in die Luft“) aus dem Jahr 1967 in die Gegenwart gezerrt. Die Stoßrichtung ist die gleiche: Boulez kritisierte den konservativen, verstaubten Musikbetrieb und das Festhalten an alten Repertoires. Wollte dem ein Ende setzen. Desgleichen muss jetzt endgültig Schluss sein mit dem Maestro-Kult. Raus aus dem Orchestergraben, die Zukunft gehört der Künstlichen Intelligenz (KI). Konkret dem dirigierenden KI-Roboter. Das ist alternativlos – oder doch nicht?

Die Vorteile der KI liegen auf der Hand, und sie wiegen schwer:

„Zwischen den Sätzen 2:  Künstliche Intelligenz und Klassik
klassik-begeistert.de, 16. September 2026“
weiterlesen

Klein beleuchtet kurz 76: Der Liebestrank im Teatro alla Scala macht richtig Laune

Bühnenszene aus L’elisir d’amore;
Foto Brescia – Amisano ©  Teatro alla Scala

Eine neue Scala Produktion von Donizettis L’elisir d’amore verabschiedet sich von der traditionellen Produktion eines Franco Zeffirelli und setzt statt auf prunkvoll ausgestatteter historischer Bauernkomödie auf eine junge, frische, gefühlsbetonte und  farbenfrohe Inszenierung, bei der die Scala ihre eigene Akademie und die nächste Generation von Künstlern in den Mittelpunkt stellt.

von Patrik Klein

„Klein beleuchtet kurz 76, Der Liebestrank
Teatro alla Scala, Milano, 14. September 2026“
weiterlesen

Zwischen den Sätzen 1:  Bonnie & Clyde statt Macbeth?

Hamburgische Staatsoper +++ PREMIERE +++ 12. September 2026 +++

Giuseppe Verdi   Macbeth

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chor der Hamburgischen Staatsoper
Tomáš Hanus  Dirigent
Tobias Kratzer  Inszenierung

von Jörn Schmidt

Wie endet man, wenn man nicht an Hexen glaubt, aber voll auf Selbstermächtigung setzt? Wenn Sie Tobias Kratzer fragen: Nackt, verkrümmt um einen kahlen Ast geklammert, den Blick irr zur Seite gerichtet. Abgelichtet auf einem Plakat, das in Hamburg für die PREMIERE an diesem Samstag geworben hat. Und, wie ich hinzusetzen möchte: Darauf hoffend, dass einem endlich jemand einen schwarzen Balken über das Geschlechtsteil klebt. Zumindest im öffentlichen Raum, auf dem Programmheft war immer noch alles zu sehen. „Giuseppe Verdi, Macbeth
Hamburgische Staatsoper, PREMIERE, 12. September 2026“
weiterlesen