DIE MONTAG-PRESSE, 1. JUNI 2026

DIE MONTAG-PRESSE, 1. JUNI 2026

Foto: Michael Schager (c) Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE MONTAG-PRESSE, 1. JUNI 2026

Vor der Neidhöhle rennt der Schmäh: Wagners „Siegfried“ an der Staatsoper
Der Ring-Durchlauf an der Wiener Staatsoper geht in die zweite Hälfte: „Siegfried „überzeugt mit exzellenter Besetzung und guter Laune. Ein Pointen-Feuerwerk? Entzündet bekanntlich keiner der vier Abende von Richard Wagners Ring des Nibelungen. Teil drei, Siegfried also, zielt aber zumindest hie und da auf das Zwerchfell. Da darf nicht nur gelacht werden, wenn sich der Titelheld als Flötist im Wald versucht und – krächz! – kläglich scheitert. Komisch auch, wenn dieser Kraftprotz einem vermeintlichen Geschlechtsgenossen die Rüstung öffnet und dabei den ersten Schreck seines Lebens kassiert: Hilfe, Mutti, das ist gar kein Mann!
DerStandard.at.story.staatsoper

Wien
Staatsoper: Dieser Siegfried kennt weder Fürchten noch Kräftemangel (Bezahlartikel)
Andreas Schager ist in der Titelrolle von Wagners „Siegfried“ ein Naturereignis, Michael Volle ein Ehrfurcht gebietender Wanderer: Jubelstürme.
Die Pressecomsiegfried

 

Wien/Musikverein
Patricia Nolz im Musikverein: Singt da eine junge Marschallin Lieder? (Bezahlartikel) Die junge Mezzosopranistin tendiert ins Dramatische: Ausgerechnet eine Fachgrenzen überschreitende Korngold-Zugabe hinterließ den stärksten Eindruck.
DiePresse.com.patriciaNolz

Wien/ Musikverein
Musikverein: Der junge Händel in Rom und die Auferstehung Jesu (Bezahlartikel)
Im Oratorium „La Resurrezione“ kämpften unter Martin Haselböck der Sopranist Bruno de Sá als Engel und der Bass Alexandre Baldo als Luzifer gegeneinander.
DiePresse.com.musikverein

Mondschein und virtuoser Sternenregen: Bruce Liu im Musikverein (Bezahlartikel)
Von Bach bis Mompou, von Liszt bis Ligeti: Bruce Liu begeisterte mit einem abwechslungsreichen, kurzweiligen Klavierabend. Seine größte Stärke ist die Klarheit: Selbst aberwitzig schwere Literatur bleibt bei Bruce Liu deutlich strukturiert und durchsichtig. Nichts verschwimmt, selbst die vertracktesten Stellen klingen völlig ungetrübt, kein bisschen verwaschen. Diese Qualität durchzog den ganzen Abend – von der eröffnenden Étude Nr. 4, „Fanfares“, von György Ligeti bis zur letzten Zugabe.
DiePresse.com.mondschein

Ein Klang, wie kein anderer. Zum heutigen 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Carl Bechstein
https://share.google/5Kz9JjdvAoynuloeE

Linz
Don Pasquale: „Unsympathler“ sucht junge Liebe (Bezahlartikel)
Premiere der komischen Oper „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti. Obwohl sie fast 200 Jahre alt, ist sie immer noch aktuell und erfolgreich.
OberoesterreichischeNachrichten.at

Grafenegg
Ein Saal, der seinen Namen trägt: Rudolf Buchbinder in Grafenegg verewigt
Postkartenschön ist es wieder einmal in Grafenegg: Azurblau wölbt sich der Himmel über das Grün der weitläufigen Parkanlage. Der Mai will am Ende ein Sommer sein, dem kurzgemähten Rasen dürstet. Am frühen Freitagabend weiß man in Niederösterreichs Hortus Musicus auch zu feiern. Mit einem Festakt wird der neu geschaffene Rudolf Buchbinder Saal eröffnet: „ein Saal, der seinen Namen trägt“, so Moderatorin Barbara Rett.
DerStandard.at.3000000.der.saal

Rudolf Buchbinder über „seinen“ Saal: „Das ist einzigartig“ (Bezahlartikel)
Der neue Konzertsaal in Grafenegg, der den Namen des Ausnahmepianisten trägt, wurde am Freitag feierlich eröffnet. Rudolf Buchbinder zeigt sich im KURIER-Gespräch „voller Demut und Rührung“.
Kurier.at.niederoesterreich.grafe

München
Festkonzert zum 90. Geburtstag: München feiert Zubin Mehta
München feierte am Samstagabend nicht nur den 90. Geburtstag von Zubin Mehta, sondern auch die jahrzehntelange Verbindung des Dirigenten zur Bayerischen Staatsoper.
BR-Klassik.de.festkonzert-metha

Buchbesprechung/Petra Lang
„Man soll nicht denken, dass eine 25-Jährige jetzt schon anfangen soll, Wagner zu kreischen“
Bei der Veröffentlichung von Noten lohnt es sich, jemanden zu konsultieren, der diese Werke praktisch aufführt. Bei der Herausgabe einer Sammlung von Richard-Wagner-Arien für Sopran mit Klavierbegleitung hat der Schott-Verlag Petra Lang als Expertin um Mitarbeit gebeten. Die berühmte Wagner-Sopranistin erzählt im Gespräch mit Jolanta Łada-Zielke über die Entstehung dieses Albums, sowie dessen Inhalt und Zweck.
Von Jolanta Lada-Zielke
Klasssik-begeistert.de

Berlin
Hollywood in Wien: Das Rundfunk-Sinfonieorchester spielt Korngolds Sinfonie in Fis (Bezahlartikel)
In Amerika waren sie beide, Erich Wolfgang Korngold und Antonín Dvořák. Das RSB mit Simone Young am Pult hat jetzt Werke von ihnen im Konzerthaus mit dem Starviolinisten Christian Tetzlaff aufgeführt.
Tagesspiegel.de.hollywood

Frankfurt
Flöten und Streicher für Reger und Liszt (Bezahlartikel)
In der Katharinenkirche steht eine der bedeutendsten Orgeln Frankfurts. Sie bekommt nun zusätzliche Register, um die Musik der deutschen Romantik noch authentischer zu spielen.
FrankfurterAllgemeine.net.katharinenkirche

Köln
Bechers Bilanz – Mai 2026: Die Ruinen eines Festivals
In Köln lässt sich an den ersten beiden Mai-Wochenenden die Ruine des von der Stadt geschleiften Acht-Brücken-Festivals besichtigen. Überall Zeitgenössisches, das längst unter Dach und Fach war, als die Stadt der musikalischen Gegenwart den Rücken zukehrte und – ohne Notwendigkeit – die tragende GmbH abwickelte. Man wird sie aufs Neue gründen müssen: Ewa Bogusz-Moore, Intendantin der Kölner Philharmonie, will Acht Brücken im kommenden Jahr unter anderen Vorzeichen wieder aufleben lassen.
NeueMusikzeitung.nmz.de

Links zu englischsprachigen Artikeln

Gelsenkirchen
Visually stunning Magic Flute in Gelsenkirchen
seenandheard.international.com.gelsenkirchen

Bad Kissingen
Q & A: Artistic Director Alexander Steinbeis on the 40th Anniversary of Kissinger Sommer
operawire.com.artistic.director

Dresden
A polished and unified Dresden performance is proof that the Hagen Quartet will be missed
seenandheard.international.com

London
What fun, what larks: musical quality & deft comic action in Opera Holland Park’s 1960s package deal holiday Cosi fan tuttehttps://www.planethugill.com/2026/05/what-fun-what-larks-musical-quality.html

Expansiveness and restraint: Vengerov and Osetinskaya at Carnegie Hall
seeenandheard.international.com.carnegie

Glyndebourne
Glyndebourne’s Il turco in Italia receives a magical revival
seenandheard.international.om.glyndebourne

Washington
His infinite variety
Bass-baritone Le Bu’s recital with Vocal Arts DC highlighted his linguistic and timbral versatility.
https://parterre.com/2026/05/30/his-infinite-variety/

Dallas

DSO postscript brings glittering gems from Korngold, Dvořák
The Dallas Symphony Orchestra and guest conductor Sebastian Weigle hosted violinist María Dueñas for a scintillating performance of Erich Wolfgang Korngold’s Violin Concerto in D Major Friday night.
Texasclassical.review

Seoul
Korea National Opera’s New Director Park Hye-jin Unveils Vision
https://operawire.com/korea-national-operas-new-director-park-hye-jin-unveils-vision/

Feature
The forgotten German composer who pioneered opera in Japan: Manfred Gurlitt
bachtrack.com.de

Ballett/ Tanz

Öper Leipzig/Leipziger Ballett
Marcelino Libao rettet den Ballettabend von Fran Díaz
Vielleicht ist die Hölle auch nur langweilig und schwarzdunkel wie die Bühne im Leipziger Opernhaus. Was wäre schlimmer, als wenn wir uns nach unserem Ableben, sofern wir in die Hölle verfrachtet werden, dort bis in die Unendlichkeit langweilen müssten? Eurydike, Ballett von Fran Díaz
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik.begeistert.de

Sprechtheater

Wien
Wiener Festwochen: Glaubenstribunal als Gottes Werk und Milos Beitrag
Bis Sonntag debattieren bei den Wiener Festwochen im Rahmen des „Glaubenstribunals“ Medienschaffende über Religionsmissbrauch. Intendant Milo Rau lud dafür zum Auftakt „Charlie Hebdo“-Chef und Publizist Friedman sowie Journalistin Alice Hasters und den Youtube-Dominikaner Frater Xaver ins Odeon.
https://www.krone.at/4159647

Wien/Festwochen
Laute und laue Persiflage auf den Wilden Westen

Der dänische Theatermacher Tue Biering gastiert mit seiner Collage „Dark Noon“ bei den Wiener Festwochen.
https://www.krone.at/4159677

Eroberungsbrutalität der Europäer in Amerika: „Dark Noonbei den Festwochen
DerStandard.at.story.eroberung

Salzburg/Festspiele
Interview mit der neuen Buhlschaft Roxane Duran: „Es ist möglich, Fehler zu machen“ (Bezahlartikel)
50 Tage noch, dann wird Roxane Duran bei den Salzburger Festspielen die Buhlschaft von Jedermann Philipp Hochmair auf dem Domplatz sein. Ein Gespräch über Geheimnisse, Fehler und den Druck des Spektakels.
salzburgernachrichten.festspiele.interview

Gesundheit

Österreich
Ab Juni: Beiträge-Beben für öffentlich Bedienstete. Arzt doppelt so teuer
Die Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Eisenbahnen und Bergbau (BVAEB) erhöht mit 1. Juni den Selbstbehalt („Behandlungsbeitrag“) von derzeit zehn auf 20 Prozent. Das gab die BVAEB auf ihrer Webseite bekannt.
https://www.krone.at/4159898

Politik

Deutschland
FDP: Wolfgang Kubicki gewinnt Kampfabstimmung gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann
Mit knapp 60 Prozent der Stimmen hat Wolfgang Kubicki die Wahl zum FDP-Vorsitzenden gewonnen. Zuvor hatte Marie-Agnes Strack-Zimmermann überraschend ihre Kampfkandidatur angekündigt.
DieWelt.de.politikdeutschland

Sport

Österreich/ Frauen-Fußball
Drama pur: Die Austrianerinnen wurden in der 101. Minute Meister
Bis in die Nachspielzeit waren die Austrianerinnen Meister. Dann traf Peneau aus einem Elfmeter zum 1:0 für St. Pölten. Wenninger glich in der 101. Minute aus. Der absolute Wahnsinn.
Kurier.at.frauenfussball

Deutschland
Nur Details fehlen: Adi Hütter vor Trainer-Deal in Deutscher Bundesliga
Seit seiner Entlassung im Oktober des vergangenen Jahres wartet Adi Hütter auf einen neuen Trainer-Job. Nun steht ein Deal kurz vor dem Abschluss. Der 56-jährige Österreicher steht kurz vor der Rückkehr in die Deutsche Bundesliga.
oe24.at.adihuettter

Eishockey
Finnland holt Gold
Wahnsinn! Schweiz verliert 3. WM-Finale in Folge
Finnland holt Gold bei der Eishockey-A-Weltmeisterschaft 2026 – und stürzt Titelfavorit Schweiz in ein ganz tiefes Tal der Tränen! Zum dritten Mal in Folge hatten es die Eidgenossen ins Endspiel um den Titel geschafft und zum dritten Mal gingen sie am Ende als Verlierer vom Eis. Und das auch noch bei der Heim-Weltmeisterschaft im eigenen Land
https://www.krone.at/4160865

INFOS DES TAGES (MONTAG, 1. JUNI 2026)

INFOS DES BTAGES (MONTAG, 1. JUNI 2026)

Quelle: onlinemerker.com

Ein Klang, wie kein anderer. Zum heutigen 200. Geburtstag von Friedrich Wilhelm Carl Bechstein

bertz


https://share.google/5Kz9JjdvAoynuloeE

________________________________________________________________________________________

Wiener Staatsoper: Informationen  zum Opernball 2027

caro
© Caro Lenhart

liebes Publikum!
Wir freuen uns, Ihnen heute alle Informationen zum Verkaufsstart für den 69. Wiener Opernball, der am 4. Februar 2027 stattfinden wird, zu übermitteln.

Nachdem die Nachfrage nach Eintrittskarten für den Wiener Opernball auch im vergangenen Jahr das behördlich limitierte Angebot an verfügbaren Tickets bei weitem überschritten hat, werden wir das Verkaufssystem des Vorjahres beibehalten: Der Ticketverkauf für den Ball 2027 wird erneut gestaffelt gestaltet und die Möglichkeit für den Erwerb »einfacher« Eintrittskarten mittels Verlosung geregelt. Erst nach der Verlosung für den Erwerb »einfacher« Eintrittskarten wird es eine Bestellmöglichkeit für Eintrittskarten in Verbindung mit Tischplätzen geben.

 »Einfache« Eintrittskarten – ohne Tischplätze und Logen

Wenn Sie nur »einfache« Eintrittskarten, also Karten ohne Tischplätze oder Logen, erwerben wollen, können Sie sich vom 1. – 5. Juni 2026 über das Anmeldeformular unter → www.opernball.at/karten/ kostenlos für die Verlosung anmelden. Die Möglichkeit zum Kartenkauf wird dann per Zufall unter Ausschluss der Öffentlichkeit unter allen an der Verlosung teilnehmenden Personen zugeteilt. Wurden Sie gezogen, werden Sie von uns umgehend verständigt. Der Zeitpunkt, an dem Sie Ihre Kartenwünsche innerhalb des oben angeführten Zeitraums abgeschickt haben, spielt bei der Verlosung keine Rolle. Sie können maximal 4 Karten bestellen.

Sollten Sie bis Montag, 22. Juni nichts von uns hören, konnten Sie bei der Verlosung vorerst leider nicht berücksichtigt werden. Sie kommen in diesem Fall automatisch auf eine Warteliste, die wiederum nach dem Zufallsprinzip erstellt wird und wir verständigen Sie, sollten wieder Karten verfügbar sein. Da Kontingente erst nach und nach frei werden, bzw. Gäste Karten auch fallweise erst kurzfristig in Kommission stellen, kann diese Verständigung mitunter auch längere Zeit dauern.

Eintrittskarten kosten 435 €, davon gehen 35 € erneut als Solidaritätsbeitrag zugunsten → Österreich hilft Österreich.

Eintrittskarten in Verbindung mit Tischplätzen

Wenn Sie Eintrittskarten in Verbindung mit Tischplätzen erwerben wollen, so können Sie dies ab 24. Juni 2026, 10 Uhr, über ein gesondertes Bestellformular unter → www.opernball.at/karten/ tun. Diese Bestellungen werden in chronologischer Reihenfolge ihres Eintreffens von uns bearbeitet. Tischplätze kosten pro Person 230 € (zusätzlich zur Eintrittskarte).

Bitte beachten Sie, dass es zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich ist, nur Eintrittskarten ohne dazugehörigen Tischplatz zu bestellen.

Zuschauerkarten
Zuschauerkarten, mit denen Sie die Eröffnung auf Balkon oder Galerie mitverfolgen können, berechtigen nicht zum Balleintritt, sondern können nur zusammen mit Eintrittskarten (mit oder ohne Tischplätzen) bestellt werden. Zuschauerkarten sind besonders begehrt. Wenn Sie grundsätzlich Interesse an diesen Karten haben, können Sie dies bei Ihrer Anmeldung zur Verlosung bzw. bei Ihrer Bestellung ab dem 24. Juni 2026 angeben.

Da diese Karten jedoch nur sehr limitiert zur Verfügung stehen und vorrangig an Premium-Mitglieder des → Offiziellen Freundeskreises vergeben werden, bitten wir um Verständnis, dass wir diesbezüglich eine Zuteilung nicht garantieren und Ihnen möglicherweise nur Eintrittskarten bzw. Eintrittskarten und Tischplätze anbieten können.

Der sichere Weg zum Ball: Vorkaufsrechte für Eintrittskarten über die Mitgliedschaft in unseren Freundeskreisen
Mitglieder des Offiziellen Freundeskreises der Wiener Staatsoper sowie des Freundeskreises Wiener Staatsballett haben ab der Stufe Förderer bzw. Förderer Platin (Premiummitglieder ab 3.300 € pro Jahr) in den unterschiedlichen Mitgliedsstufen neben vielen anderen Leistungen und Vorteilen jeweils angepasste Vorkaufsrechte für Opernballkarten, Tischplätze bzw. Zuschauerkarten.

Die Freundeskreise unterstützen die Nachwuchsarbeit der Wiener Staatsoper, sie ermöglichen jungem Publikum Musiktheater zu ermäßigten Preisen zu besuchen und vor allem finanzieren sie die zweite Spielstätte → NEST – Neue Staatsoper, ein Opernhaus, das vorrangig Kindern, Jugendlichen und Familien gewidmet ist.

Sollten Sie an einer Mitgliedschaft interessiert sein, kontaktieren Sie uns gerne und wir helfen Ihnen gerne ein passendes Angebot für Sie zu finden.

Mitgliedschaften »Offizieller Freundeskreis der Wiener Staatsoper«

________________________________________________________________________________________

Die 130. Internationalen Maifestspiele 2026 endeten am vergangenen Sonntag. Intendantinnen ziehen positive Bilanz

Internationale Maifestspiele | Festspiel-Guide
In den vergangenen vier Wochen war das Hessische Staatstheater Wiesbaden Spielstätte für international gefeierte Stars, Gastspiele aus der ganzen Welt und zeitgenössische Performances. Vom 1. bis 31. Mai 2026 boten 270 Künstler*innen aus 28 Ländern bei 97 Veranstaltungen ein hochkarätiges und vielfältiges Programm.
In diesem Jahr besuchten 25.728 Zuschauer*innen die Internationalen Maifestspiele. Das entspricht einer Auslastung von knapp 80 %, was eine deutliche Steigerung zur Festspielausgabe 2025 bedeutet.

Große Kanonwerke standen neben zeitgenössischer Kunst und Neuinterpretationen bekannter Stoffe von der Komischen Oper Berlin, dem Burgtheater Wien oder dem Malandain Ballet Biarritz
auf dem Programm. International gefeierte Stars und bekannte Namen wie Plácido Domingo, Rachel Willis-Sørensen, Tiago Rodrigues, Wolfram Koch, Bjarne Mädel, Christian Friedel und die
Drag-Ikone Monét X Change begeisterten Publikum und Presse. Das „Déjeuner en blanc“ bot Raum zum Austausch und zum gemeinsamen Rückblick auf 130 Jahre Festival-Geschichte.

Die Intendantinnen Dorothea Hartmann und Beate Heine ziehen eine positive Bilanz: „Unser Ziel ist es, die Internationalen Maifestspiele zu einem Festival für alle zu machen. Wir freuen uns, dass
die Wiesbadener*innen diesen Impuls mit offenen Armen aufgenommen haben. Die Öffnung in die Stadt, die besonders beim Eröffnungswochenende mit kostenlosem Live-Stream von “Tristan und Isolde”, dem Familienfest, dem spektakulären Straßen-Theater “Les Girafes” oder dem Musiktheater-Abend “Oper im Hof” in Kooperation mit Piano Schulz spürbar war, hat das gesamte Festival getragen. Die Begeisterung und Neugier des Publikums haben gezeigt, dass Kultur verbindet, wenn man die Türen weit aufmacht. Wir bedanken uns beim Publikum, den Künstlerinnen, Künstlern  und allen hinter der Bühne Beteiligten für ein rundum gelungenes Festival.“

________________________________________________________________________________________

Wien / Minoritenkirche: Klassische Musik im gotischen Kirchenschiff (29.5.2026)

nizer
Foto: Nizar Meta Klangkultur Entertainment GmbH

Anno dazumal: Beliebt sind sie gewesen, diese sonntäglichen Gottesdienste in den Wiener Kirchen mit der musikalischen Begleitung einer der beeindruckenden Messkompositionen eines Schubert, Haydn, Mozart. Das ist vorbei. Eine andere, eine veränderte Wiener Gesellschaft ist nun gegeben, in der das Chorleben wie auch das Musizieren zu Hause extrem reduziert ist. Doch die historischen Kirchen der Stadt werden von den vielen nach Wien gekommenen Musikern fest belegt. Nun zumeist in von externen Veranstaltern organisierten abendlichen Kirchenkonzerten mit klassischer Musik. Verhilft den jeweiligen Geistlichen zu etwas Geld, und ein Trompetenkonzert oder ein Schubert-Quartett in diesen hehren Gottesräumen – das vermag den Interpreten wie den Besuchenden ein erhebendes Gefühl zu geben.

Peterskirche, Karlskirche, Universitätskirche, St. Anna …. und, und überall in dieser überwiegend barocken Welt werden Konzerttickets verkauft. Und auch das hohe gotische Kirchenschiff der Minoritenkirche verträgt die exzellente Brillanz der Wiener Klassepianistin Natalia Rehling. „Zwischen Fantasie und Variation“ hat es an ihrem Abend gemeinsam mit dem Varga Quartett Wien geheissen. Kultiviert wie in einem Konzertsaal. Perlender Klavierklang für Mozarts d-Moll Fantasie und die Klavier-Streichquartettfassung von Frédéric Chopins fantasievollen Variationen über das händchenreichende „La ci darem la mano“ des Don Giovanni. Und wenn Schuberts „Der Tod und das Mädchen“ vom Streichquartett sensibel mit zartem hellen Ton vorgetragen wird, gleichsam wie aus der Ferne erklingend … das ehrwürdige Gotteshaus ist schon ein richtiger Platz.

Meinhard Rüdenauer
________________________________________________________________________________________

ORF/ ERLEBNIS BÜHNE: PROGRAMMHÖHEPUNKTE IM JUNI 2026

JUNI 2026
SO 7. 6. 2026
HOMMAGE AN GIUSEPPE VERDI – TOPAKTUELL IN ORF III! 20.15 Uhr
ZWEI WELTSTARS FEIERN VERDI: NETREBKO & TÉZIER IN BUSSETO
Mit Anna Netrebko & Ludovic Tézier

savi
Anna Netrebko, Ludovic Tezier. Foto: Emanuela Savi

Klavier Nelson Calzi
Teatro Giuseppe Verdi, Busseto 2026
Topaktuell und erstmals in ORF III:
Wenn KS Anna Netrebko und Ludovic Tézier anlässlich des 125. Todestags des großen italienischen Komponisten nach Busseto reisen, steht Verdi pur auf dem Programm!
Die beiden Superstars begeistern dort mit Arien und Duetten aus Verdis unsterblichen Opern wie „La traviata“, „Rigoletto“, „Un ballo in maschera“ und vielen mehr…

SO 14. 6. 2026
WELTMEISTERSCHAFT DER STIMMEN AUS LOS ANGELES! 20.15 Uhr
WELTMEISTERSCHAFT DER DREI TENÖRE: CARRERAS, DOMINGO & PAVAROTTI IN LOS ANGELES
Musikalische Leitung Zubin Mehta
Mit José Carreras, Plácido Domingo &
Luciano Pavarotti
Los Angeles Philharmonic Orchestra
Dodger-Stadion, Los Angeles 1994
Anlässlich der diesjährigen Fußball-Weltmeisterschaft hat Erlebnis Bühne ein besonderes Programm vorbereitet und einen Schatz aus dem Archiv gehoben: Am Abend vor dem Finale der Fußball-WM 1994 fand im Dodger-Stadion von Los Angeles eine Weltmeisterschaft der anderen Art statt!
Die drei berühmtesten und populärsten Tenöre des 20. Jahrhunderts gaben ein gemeinsames Konzert! José Carreras, Plácido Domingo und Luciano Pavarotti wurden vom Los Angeles Philharmonic Orchestra begleitet, unter der musikalischen Leitung von Star-Maestro Zubin Mehta.
Arien, Ouvertüren und populäre Lieder standen in dieser einzigartigen Kulisse auf dem Programm. Ein Jahrhundert-Konzert, dass sich damals im Publikum auch zahlreiche prominente Stars nicht entgehen lassen wollten …

SO 21. 6. 2026
EIN FEST DER STIMMEN FÜR EINEN AUSNAHMEKÜNSTLER AUS BELLA ITALIA IN ORF III! 20.15 Uhr
AUS VERONA 2025: EIN FEST FÜR PAVAROTTI
Musikalische Leitung Matteo Parmeggiani
Mit Andrea Bocelli, Plácido Domingo, José Carreras u. m.

luca
Fotos: Luca Marenda

Orchestra Fondazione Luciano Pavarotti Eine Stimme, die die Welt bewegt hat – zu Ehren von Luciano Pavarotti zeigt ORF III ein emotionales Konzerthighlight! In der eindrucksvollen Kulisse der Arena von Verona treffen sich Superstars aus Klassik und Pop zu einer Hommage an den Jahrhunderttenor: Plácido Domingo, José Carreras, Andrea Bocelli, Angela Gheorghiu und viele andere mehr!
Sie alle lassen Pavarottis musikalisches Erbe hochleben: Opernhits von Verdi, Puccini und Donizetti treffen auf weltberühmte Nummern wie „My Way“ und „O sole mio“ – ein Fest der Stimmen für einen Ausnahmekünstler!

SO 28. 6. 2026
AUS DEM GOLDENEN SAAL TOPAKTUELL IN ORF III: KULISSENGESPRÄCH MIT LORENZO VIOTTI & KONZERT MIT DEN WIENER PHILHARMONIKERN! 20.00 Uhr
KULISSENGESPRÄCH MIT LORENZO VIOTTI
Moderation Barbara Rett
Musikverein Wien 2026
Lorenzo Viotti ist mit Sicherheit einer der wichtigsten Dirigenten der jüngeren Generation – und der Dirigent des prestige- trächtigen „Sommernachtskonzerts 2026“
der Wiener Philharmoniker in Schönbrunn!
Barbara Rett zeigt topaktuell sein jüngstes Konzert mit den Wiener Philharmonikern und bat den perfekt Deutsch sprechenden jungen Künstler vorab zum Kulissengespräch im Musikverein …

20.15 Uhr PHILHARMONISCHES KONZERT MIT LORENZO VIOTTI
Musikalische Leitung Lorenzo Viotti, Wiener Philharmoniker
Musikverein Wien 2026
Lorenzo Viotti zählt zu den profiliertesten Dirigenten seiner Generation – einen bedeutenden Abschnitt seines Lebens nimmt seine Studienzeit in Wien ein – eine Stadt, der er nach wie vor eng
verbunden ist! Ab 2028 übernimmt der Schweizer Dirigent die Position des Generalmusikdirektors am Opernhaus Zürich.
Vor kurzem hat er im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins sein zweites Abonnementkonzert mit den Wiener Philharmonikern geleitet – französische Klangwelten von Francis Poulenc und Claude Debussy trafen auf die spätromantische Wiener Tradition von Alexander Zemlinsky.

ÖSTERREICH AUF 3 SAT

SA 6. 6. 2026 um 20.15 Uhr DAS GROSSE STAATSOPERN-AIR 2025
Musikalische Leitung Bertrand de Billy.
Mit Elīna Garanča, Camilla Nylund, Jonas Kaufmann u. m.
Chor & Orchester der Wiener Staatsoper
Burggarten Wien 2025
Es leuchten die Sterne, wenn KS Jonas Kaufmann die weltbekannte Arie „E lucevan le stelle“ aus Puccinis „Tosca“ in der einzigartigen Kulisse im Wiener Burggarten interpretiert. KS Elīna Garanča und KS Camilla Nylund verzaubern mit dem berühmten „Abendsegen“ aus Humperdincks „Hänsel und Gretel“. Und Benjamin Bernheim präsentiert mit der Romanze „Je crois entendre encore“ eine der beliebtesten Melodien aus den „Perlenfischern“.
Ensemblemitglieder der Wiener Staatsoper wie KS Clemens Unterreiner und KS Hans Peter Kammerer, sowie Orchester, Chor und Kinderchor der Wiener Staatsoper singen und spielen unter der musikalischen Leitung von Bertrand de Billy.

21.50 Uhr GOLDENE NOTE 2026
Der Klassik Nachwuchswettbewerb Goldene Note feiert sein zehnjähriges Jubiläum. Weltpianistin Khatia Buniatishvili, Kammersängerin Ildikó Raimondi und Dirigent sowie Musikproduzent Christian Kolonovits bewerten die Auftritte von neun herausragenden jungen Musikerinnen und Musikern.
Der renommierte Musikförderpreis wird vom Internationalen Musikverein zur Förderung hochbegabter Kinder (IMF) unter der Leitung von Leona König vergeben, die die Show erneut gemeinsam mit Norbert Oberhauser moderiert.

SA 20. 6. 2026 20.15 Uhr SOMMERNACHTSKONZERT SCHÖNBRUNN 2026
Musikalische Leitung Lorenzo Viotti
Bassbariton Bryn Terfel
Wiener Philharmoniker
Wiener Staatsballett
Schloss Schönbrunn 2026
Lorenzo Viotti wird zum ersten Mal das Sommernachtskonzert leiten. Der walisische Opernsänger Sir Bryn Terfel wird als Solist auftreten. Terfel singt Arien aus Arrigo Boitos „Mefistofele“ und aus Giuseppe Verdis „Falstaff“, sowie den Schlussgesang aus Richard Wagners „Rheingold“.
Zu den Klängen von Maurice Ravels Zweiter Suite zu „Daphnis et Chloé“ erwecken Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts in der Choreografie von Eno Peçi die antike Erzählung der beiden Findelkinder Daphnis und Chloe zum Leben.

21.55 Uhr: SOMMERNACHTSGALA GRAFENEGG
Musikalische Leitung Fabien Gabel
Tenor Bogdan Volkov
Sopran Angel Blue
Cello Julia Hagen
Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Wolkenturm Grafenegg 2026
Als Solist:innen sind diesmal drei außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten mit dabei: Die aus den USA stammende Sopranistin Angel Blue, deren Stimme große Bühnen weltweit füllt, der ausdrucksstarke, für sein warmes Timbre gefeierte Tenor Bogdan Volkov, sowie die österreichische Cellistin Julia Hagen, die mit technischer Brillanz und feinem Gespür für Klangfarben begeistert.
Am Pult des Tonkünstler-Orchesters Niederösterreich steht dessen Chefdirigent Fabien Gabel.

_____________________________________________________________________________

Marilyn Monroe zum heutigen 100.Geburtstag: „Schönheit war ihr Schicksal“

marilyn monroe happy valentin photo bernard of hollywood 1947 (sammlung manuela miebach)
Marilyn Monroe: Happy Valentin. Photo Bernard of Hollywood 1947. Sammlung: Manuela Miebach.

Bernard of Hollywood zählte mit zu den ersten Entdeckern von der Monroe, und konnte sich noch sehr gut daran erinnern, wie am 24.Juli 1946 ein hinreißend schönes junges Ding, mit einem verdammt kurzen Rock, und einen hautengen roten Rollkragenpullover, in sein Fotostudio am Sunset Strip hereinkam, und mit einer Flüsterstimme ihn fragte „Mr. Bernard, could you take a few sexy pictures of me? “ „Warum wollen gerade sie Sexy – Fotos haben, wo sie doch eher dem natürlichen, netten Mädchen von nebenan, entsprechen?“ erwiderte Bruno. Denn sie entsprach, abgesehen von ihrer Figur, so gar nicht dem sexy Typ und den eines Vamps a la Turner. Ihre Haare waren hellbraun, ihr Gesicht erstrahlte in mädchenhafter Unschuld, ihre Nase war eher breitflächig, und wenn sie ihren Mund öffnete, verscheuchte ihre Fistelstimme auch den letzten Anflug eines männermordenden Vamps. Andererseits hatte Marilyn eine Vitalität, gepaart mit einer entwaffneten Naivität, der sich kaum ein Mann entziehen konnte. In ihrer Anziehungskraft lag natürlicher Sex-Appeal, den die vollschlanke und kindhafte Frau ausstrahlte. Bernard of Hollywood entschloss sich einige Aufnahmen von der noch unbekannten Norma Jeane Mortenson zu machen. Sie die den großen Traum ein großer Filmstar zu werden, schon als Zehnjährige bereits im Waisenhaus in der El Centro Avenue in Hollywood geträumt, posierte das erste Mal vor Brunos Kamera. Sie war mit überschäumender Begeisterung bei der Sache. Modellstehen war für die noch unbekannte Norma Jeane keine Arbeit, sondern offensichtlich ein Vergnügen, eine Spielerei, wo sie wie ein ausgelassenes Kind vor Lebensfreunde sprudelte, und mit ihrem natürlichen Lachen, noch weit entfernt von dem plastischen Puppen und künstlich erzeugten Hollywoodschönheiten war. Die damals gerade erst Zwanzigjährige, am 1.Juni 1926 in Los Angeles geboren, war noch nicht verdorben durch die Hollywood-Maschinerie, die aus Intrigen, Gerüchten, Spekulationen und Machenschaften bestand. Natürlich wollte Bernard of Hollywood diese Kindfrau nach dem ersten Photo-Shooting zu einer weiter gefächerten Fotositzung animieren, und so posierte sie für die ersten Bikinifotos, wo sie auch zum ersten Mal ihre betörenden Kurven provozierend zur Show stellte. Die ersten Pin-ups die Bruno von Marilyn aufnahm, waren von Anfang an, ein sensationeller Erfolg bei Presse und Publikum. Doch als Covergirl Karriere zu machen, allein das genügte der damals Zwanzigjährigen nicht. Denn sie wollte unbedingt eine große Schauspielerin werden. Eine Schauspielerin, die nicht nur ihren Körper auf den Titelseiten von Männermagazinen präsentierte, und wo ihre Fotos an den Spins amerikanischer Soldaten hingen, sondern im Innern ihres Herzens, wünschte sie sich die ernsten dramatischen Rollen eines Tages spielen zu dürfen. Marilyn liebte es, sich nicht nur in die verschiedensten Charaktere zu verwandeln, sondern war auch ein menschliches Chamäleon, das sich zum Selbstschutz ihrer Umgebung anpasste. Denn sie schämte sich ihrer Kellerkind-Vergangenheit. Sie das uneheliche Kind einer Filmcutterin, die die meiste Zeit in einer Nervenheilanstalt verbrachte, und deren Eltern und Bruder im staatlichen Irrenhaus Norwalk an Schizophrenie starben, lernte früh auf sich selbst gestellt zu sein und sich zu behaupten. Eine Reihe von Pflegeheimen und die Einweisung in ein Waisenhaus waren ihr Kindheitsmilieu.

Mit 16 Jahren flüchtete sie in eine Ehe und heiratete den Flugzeugmechaniker und späteren Polizisten James Dougherty. Sie selbst arbeitete als Hilfskraft in der Montageabteilung einer Rüstungsfabrik, wo sie zum ersten Mal als Fotomodell 1945 für die Frontzeitung der U.S. Army posierte. Dort begann bereits ihre anfängliche Karriere, wo sie durch die erste Zusammenarbeit mit Bruno Bernard genau ein Jahr später, dann zu eines der beliebtesten Pin-up-Girls in Hollywood wurde.

Ihre nicht gerade glückliche Kindheit versuchte sie zu verdrängen, indem sie auf der Suche war, um ein neues eigenes Ich zu finden. Diese Suche nach Selbst-Verwirklichung um Berühmtheit zu erlangen, war ihr einziges Ziel. Wo Marilyn sogar bereit war ihre Seele an den Teufel zu verkaufen. Sie posierte mit großer Leidenschaft vor der Kamera, nicht nur allein des Geldes wegen, sondern sie liebte es, sich und ihren Körper, als eine Art Selbstdarstellung zu präsentieren, um alle Aufmerksamkeiten auf sich zu lenken, und wo sie vielleicht auch glaubte, dass sie ihre verletzte und kranke Seele durch die Droge „Ich will geliebt und anderen gefallen“ dadurch heilen könne. Ihre nazistische Veranlagung ist durchaus in ihren traumatischen Kindheitserlebnissen zu suchen, und sie war sich auch durchaus ihres Sex-Appeals bewusst um sich somit auch ins rechte Licht zu rücken. Denn Marilyn verbrachte mehr Zeit in dem riesigen Fotostudio der Fox zu, als an ihrer geistigen Entwicklung, als auch an der Aussprache und an ihren schauspielerischen Fähigkeiten zu arbeiten.

Die Glamour, Stand – und Pressefotografen verknipsten Tausende von Filmen, die in regelmäßigen Abständen an die Weltpresse verschickt wurden. Es war eine ständige Hollywoodpraxis, fast die gesamte Produktion ihrer Durchschnittsfilme durch so genannte „Cheesecake“ oder „Legart-Fotos“ dem breiteren Publikum schmackhaft zu machen. Marilyns Pin-ups waren bald ein sensationeller internationaler Erfolg bei Presse und Publikum. Und so geschah es auch, dass Norma Jeane, nachdem sie alle Aufmerksamkeit der Fotografen und einigen Filmproduzenten auf sich gelenkt hatte, ihren ersten Filmvertrag 1946 von 20th Century Fox erhielt. Ein Einjahresvertrag mit 75 Dollar Anfangsgehalt pro Woche mit einer halbjährigen Erhöhung von 25 Dollar. Dieses Anfangsgehalt war zwar erheblich geringer als ihre Einkünfte als Fotomodell, aber es ermöglichte Marilyn einen freien Schauspiel, Gesangs- und Tanzunterricht in der studio-eigenen Schule, und vor allem die Chance, von Regisseuren und Produzenten auf diesem Riesengelände der Fox entdeckt zu werden. Außer sich vor Freude über diesen Vertrag, sprang Marilyn ihrem damaligen Entdecker, Mentor und Theatermann Ben Lyon um den Hals, und Ben schien sichtlich gerührt über die Freudentränen, die diesem jungen unkomplizierten Ding über die Wangen liefen. Er war es auch, der ihren Namen Norma Jeane Mortenson als ungeeignet für ein angehendes Starlet empfand, da er sich nur schwer einzuprägen war, und somit taufte er ihren alten Namen auf den Namen Marilyn Monroe um, der übrigens nicht frei erfunden, sondern von der Großmutter Della Mae Monroe übernommen, und zunächst als Künstlername geführt wurde. Gesetzlich wurde dieser Name aber erst 1956 behördlich offiziell anerkannt.

Von diesem Moment an war Norma Jeane, die ungeliebte herumgestoßene Halbweise, gestorben! Und Marilyn Monroe, ein glamouröses Filmsternchen ward geboren, die durch ihre lang gehegten und ehrgeizigen Wunschträume, ein Märchen hat wahr werden lassen. Doch Marilyns Aschenbrödel Karriere war aber auch vielen Zerreißproben ausgesetzt, und nachdem sie im ersten Vertragsjahr nur zwei winzige Filmrollen, wo ihr kurzer Dialog in dem Film „Scudda Hoo!Scudda Hay!“ auf Grund ihrer Fistelstimme herausgeschnitten wurde, war sie zwar zunächst am Boden zerstört, aber das hinderte Marilyn noch lange nicht daran, mit verbissenem Ehrgeiz an ihrer Schauspielkarriere weiterzuarbeiten. Als im Koreakrieg Marilyn von der Soldatenzeitung „Stars and Stripes“ zur Pin-ups Queen gekürt wurde, wuchs der Umfang ihrer Fanpost bis zu 10.000 Briefen wöchentlich an, sodass das Studio zusätzliche Sekretärinnen und einen eigenen Werbemanager für das publicitysüchtige Sternchen engagieren musste.

bruno bernard mit marilyn monroe
Bruno Bernhard mit Marilyn Monroe. Foto: Sammlung Miebach

Bruno Bernard holte Marilyn zu dieser Zeit oft von ihrem Studio ab. In ihrem klapprigen alten Ford begleitete Bruno sie zu ihrer neuen standesgemäßen Behausung, dem Hollywood-Studio Club am Lodi Place. Marilyn gestand ihrem väterlichen Freund und Vertrauten, oft ihre intimsten Geheimnisse an. Ihre ständigen Ängste waren irgendwann zu versagen, den ständigen Anforderungen einer Hollywoodfabrik nicht gewachsen zu sein, und sie zweifelte immer wieder an ihren mangelnden schauspielerischen Fähigkeiten. Denn schon in der Schule hatte Marilyn die größten Schwierigkeiten Gedichte auswendig zu lernen, und dass sie allein aus diesem Grunde auch nie an Schulaufführungen teilnehmen durfte. Ihre weitere Sorge war, auch mit zunehmendem Alter irgendwann an Attraktivität zu verlieren, und hier mag wohl ihr späterer Regisseur Joe Mankowicz nicht ganz Unrecht gehabt haben, wie er in einer Talkshow nach dem Tod von Marilyn behauptete „Es war gut, dass Marilyn Monroe so jung starb, denn sie hätte es nie verkraftet, ein alterndes Sexsymbol zu sein, und wäre wahrscheinlich mit 50 eine stumpfsinnige Alkoholikerin geworden.

Während ihres ersten Filmvertrages bei 20th Century Fox wurde Marilyn im wahrsten Sinne des Wortes als Pin-up verbraten. Als Sexbombe vom Dienst, an deren schauspielerischen Talent man immer wieder zweifelte. Selbst Billy Wilders spätere negative Aussage zu den Dreharbeiten „Das verflixte Jahr“ das ihre Gestaltungskraft einer einfältigen Sex Biene gleiche, und auch Otto Premingers Aussage, während den Dreharbeiten zu „Fluss ohne Wiederkehr“, dass sie ein „Vakuum mit Brustwarzen“ sei, konnten Marilyns Ehrgeiz nicht erschüttern und ihre unaufhaltbare Karriere nicht mehr aufhalten.

Obwohl vieler harter Kritik, die die Monroe zu Anfang einstecken musste, so erhielt sie nach Auflösung des Vertrages bei der 20th Century Fox über den Filmzaren Harry Cohn 1947 einen neuen Vertrag bei Columbia mit gleichem Anfangsgehalt wie bei der Fox. Es bot sich die Chance endlich eine größere Filmrolle in dem Streifen Ladies of the Chorus“ zu spielen. Doch der Vertrag bei Columbia war bereits nach sechs Monaten beendet, weil Marilyn mit Harry Kohn nicht allein auf deren Yacht segeln wollte. Doch eines war entscheidend für ihre weitere Karriere, dass sie bei der Columbia die dortige Schauspiellehrerin Natascha Lytess kennenlernte, die nicht nur für Marilyns weitere Ausbildung verantwortlich, sondern sie auch auf ihren weiteren steilen, aber schwierigen Weg begleiten sollte. Sie glaubte an Marilyns Schauspieltalent, nahm sie unter ihre Fittiche, und gab ihr nach der Entlassung aus dem Studiovertrag regelmäßig unentgeltlich Schauspielunterricht. Im Herbst 1947 sind auch für Marilyn, neben vielen weiteren arbeitslosen Filmsternchen, nicht gerade rosige Zeiten. Ende September 1948 saß Marilyn recht niedergeschlagen im Studio von Bruno und bettelte sozusagen um einen Job als Fotomodell. Denn sie sei schon seit Monaten im Rückstand mit der Miete und könne auch nicht mehr die Raten fürs Auto bezahlen, da sie beim Film zurzeit keine Beschäftigung habe. Während dieser Arbeitslosigkeit entstanden auch die Aktfotos mit dem berühmten Fotografen Tom Kelly, wo Marilyn für einen Kalender und für ein Honorar von 75 Dollar posierte. Bruno erfuhr davon erst viele Jahre später, wo die Monroe bereits eine bekannte Schauspielerin war und einige große Filme gedreht hatte. Man kann sich ungefähr diesen Skandal in Hollywood vorstellen. Denn eines der striktesten Tabus war Nacktheit. Keine Schauspielerin in Hollywood konnte es sich seinerzeit leisten dieses Tabu zu verletzen. Nun viele Jugendsünden der Monroe versuchte man als sie bereits berühmt war zu vertuschen. Es hätte ungeheure Skandale gegeben und Marilyns Filmkarriere wäre damit schnell beendet gewesen. Viele Jugendsünden wie man sie auch nennen will, waren bei vielen jungen bekannten, oder weniger bekannten Schauspielerinnen, doch eher eine Art Verzweiflungstat. Denn wenn man nicht unbedingt in die Prostitution abrutschen wollte, so war man notgedrungen gezwungen als Aktmodell oder als Pin-up seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

marilyn portrait
Portrait Marilyn Monroe. Fot: Sammlung Miebach

Ein weiterer Mann spielte in Marilyns Leben eine wesentliche Rolle. Johnny Hyde, ein begeisterter Fotoamateur, und im Berufsleben der Vizepräsident der einflussreichen William Morris – Agentur, sollte Marilyns Leben schlagartig verändern. Er war ein guter Freund von Bruno Bernard und Marilyn lernte ihn zur richtigen Zeit am richtigen Ort in Palm Springs kennen. Nach dem Dilemma mit Marilyns Geldknappheit, engagierte Bruno Marilyn für einen Reportageauftrag für ein amerikanisches Fanmagazin, wo die Aufnahmen im Racquet – Club im Palm Springs erfolgten. Dieser Schauplatz war ein Treffpunkt für alle Stars, für die Reichen und Schönen, und auch dort hielt sich zum selbigen Zeitpunkt Johnny Hyde auf, der beim ersten Anblick von Marilyns Schönheit derart fasziniert war, sodass er sich Hals über Kopf in sie verliebte. Dieser „kleine Gartenzwerg“ so wie Marilyn ihn zu Anfangs spöttisch bezeichnete, machte seine neue Entdeckung zu seinem Lieblingsobjekt seiner einflussreichen Agentur. Zuerst kaufte er für einen Spottpreis Marilyns Vertrag mit der NCAC auf und schenkte ihr selbst einen teuren Sportwagen. Dann begann unter ständiger Bewachung seiner Argusaugen der Verwandlungsprozess des „netten Mädchens von nebenan“ indem er Marilyn Monroe in eine Hollywoodsirene verwandelte, was ihn damals eine Menge Geld gekostet hat. Der beste Schönheitschirurg Hollywoods musste jetzt ihre Nase veredeln und ihr Kinn straffen. Die besten Modeschneider gaben Marilyn ein komplett neues Outfit, und er der nun seine Marilyn um stilisierte vom Aschenbrödel zur Filmprinzessin, sie mitschleifte in alle Nightclubs und Film-Premieren, nach dem Motto gesehen und gesehen werden, versuchte aus Marilyn eine ernsthafte Schauspielerin zu machen. Das dieser Mann, Marilyn zum ersten Durchbruch verhalf, wurde durch die allgemeine Weltpresse eigentlich immer verschwiegen. Johnny Hyde gab unter seinem Management Marilyn die erste Chance in dem Film „Asphalt Dschungel“(1950) unter der Regie von John Huston mitzuwirken, und mit seiner Cleverness handelte er für Marilyn nun einen Sieben-Jahresvertrag bei der 20th Century Fox aus. Unter diesem neuen Vertrag drehte die Monroe unter der Regie von Joe Mankiewicz, einer der erfolgreichsten Regisseure und Drehbuchautoren der 50er Jahre, den Film „Alles über Eva“ (1950).

Doch die persönliche Tragik für den kleinen großen, ehemaligen russischen Zirkusartisten Johnny war, dass er das erste Todesopfer seiner blonden mit Sex-Appeal ausgestatteten Liebesgöttin wurde. Denn während ihres über zweijährigem Liebesverhältnis hatte er Marilyn mehrere Male die Ehe angetragen, die sie zur Millionärin und damit zumindest finanziell abgesichert hätte. Aber sie die später in dem Erfolgsfilm „Wie angelt man sich einen Millionär“ (1953), in ihrem wirklichen Leben aus ihrem Herzen keine Mördergrube machen wollte, verzichtete auf dieses überaus großzügige Angebot und gab ihren Gönner vielleicht ihren Körper, aber nie ihr Versprechen, weil sie sich einfach nicht binden wollte. Denn Marilyns Ziel war nicht das Hausmütterchen am Herd zu spielen, sondern einzigallein die Verwirklichung einer großen Karriere. Dafür nahm sie alle Mühen auf sich, und obwohl sie sich im inneren ihres Herzens nach Wärme und Geborgenheit sehnte, so verzichtete sie zunächst auf ein häusliches Familienleben. Freunde behaupteten damals mit nicht weniger Ironie, Johnny sei am gebrochenen Herzen gestorben! Nach dem Tod von Johnny Hyde sagte Marilyn selbst „Ich liebte Johnny als Mensch, aber nicht als Mann. Er war der erste Mensch der mich richtig verstand, und ich werde ihn nie vergessen.“ Plötzlich stand Marilyn wieder als das verlassene Waisenkind Norma Jeane da. Denn die Familie Hyde schmiss sie unverzüglich aus der früher mit Johnny gemeinsam bewohnten Villa im hohen Bogen hinaus.

Doch durch Johnny Hyde, der Marilyns Weg bereits geebnet hatte, war ihr steiler Weg zum Star nicht mehr aufzuhalten. Unter ihrer Schauspieldompteuse Natascha Lytess erarbeitete Marilyn mit eiserner Disziplin ein Rollenstudium und ent-wickelte außerdem auch einen wahren Bildungshunger. Sie las zum ersten Mal den deutschen Dichter Rainer Maria Rilke, las alle Regiebücher des großen deutschen Regisseur Max Reinhardt, träumte davon die Gruschenka in der Verfilmung der „Brüder Karamasow“ zu spielen, um endlich von dem Klischee des „naiv dummen Sex-Blondchens“ wegzukommen. Selbst ihr erster Welterfolg, neben der damals berühmten Jane Russel in „Blondinen bevorzugt“ (Regie Howard Hawks), und weitere Filme wie „Niagara“1952, und ähnliche Rollen im Jahre 1953 „Wie angelt man sich einen Millionär“ machten Marilyn nicht unbedingt glücklicher.

Durch die Rollenschablone des verführerischen, aber der geistig minder-bemittelten Blondine, machte die 20th Century Fox ein Vermögen, und bereits auch zu dieser Zeit entstanden zwischen der Monroe und zwischen der Filmproduktion große Auseinandersetzungen. Denn Marilyn bestand auf anspruchsvollere Rollen, mehrere Drehbücher hatte sie bereits abgelehnt, und schließlich einigte man sich auf einen Kompromiss, indem man ihr 1954 auf Grund ihrer Mitwirkung in dem Film „Rhythmus im Blut“ eine Hauptrolle in dem Film „Das verflixte 7.Jahr“ unter der Regie von Billy Wilder zugesagt hatte. Marilyn hatte zwar den erträumten und lang ersehnten Erfolg erreicht, aber sie wurde trotz Ruhm und finanzieller Unabhängigkeit immer egozentrischer und vor allem unzufriedener. Sie erschien unpünktlich zu den Dreharbeiten und griff immer mehr zu der Droge Alkohol und Schlaftabletten. Dazu kamen Marilyns ständige Zweifel an ihren schauspielerischen Fähigkeiten, und ohne Natascha wäre wahrscheinlich Marilyn auch auf weiter Flur verloren gewesen. Denn Ihre Lehrerin war wie ein 2.Schatten was ihre künstlerische Arbeit betraf. Wo während des Drehs, so auch während der Dreharbeiten zu dem Film „Das verflixte Jahr“ unter der Regie von Billy Wilder, Natascha vor jeder neuen Szeneneinstellung unaufhörlich auf Marilyn einredete. Jede Geste, jede Sprech-Nuance wiederholte Natascha wie ein Hypnotiseur, und Marilyn schien sich mit geschlossenen Augen ganz wie im Trance auf die hypnotischen Befehle zu konzentrieren. Selbst als die Kamera rollte, lief Natascha außerhalb der optischen Reichweite neben Marilyn her und gab ihre pantomimische Schützenhilfe. Marilyn brauchte oft bis zu 50. Einstellungen bis endlich die Szene im Kasten war. Eine unvorstellbare Geschichte, die ich selbst zunächst nicht glauben wollte, und jeder Regisseur der mit Marilyn zusammengearbeitet hatte, sich offenbar die Haare gerauft haben muss. Doch Bruno Bernard, der bei den Dreharbeiten persönlich anwesend war um einige Standfotos von Marilyn zu schießen, mag hier durchaus keine Lügengeschichten erzählt zu haben, da ich Brunos wahren Charakter, der sehr offen und ehrlich war, durchaus sehr gut kannte. Dazu kam, dass Marilyn emotional sehr labil, und daher äußeren Einflüssen völlig ausgeliefert war. Durch die lebenslange Bevormundung beginnend im Waisenhaus, und später in der Ausübung als Filmschauspielerin, war Marilyn doch eher wie ein dressiertes Zirkuspferd und nie sich selbst. Marilyns zweiter Schauspiel – Hypnotiseur war Milton Greene. Sie folgte ihm 1956 nach New York und schlich sich mit dunkler Brille in das berühmte Actors-Studio von Lee Strasberg um dort an Ort und Stelle die „Methode“ zu studieren. Natascha hatte man inzwischen, auch von Seiten des Studios in die Wüste geschickt. Für Marilyn bedeutete diese Strasbergsche Methode ein Ausgraben ihrer Kindheits-traumata, die bereits auf der Couch ihrer verschiedenen Psychoanalytiker so aufgewühlt worden waren, sodass sie unter den Konflikten ihres gegensätzlichen Ichs immer mehr zerbrach.

Nichtsdestotrotz entschloss sich Marilyn, die von dem Theater-Guru Strasberg ausgesprochen fasziniert war, einige Privatstunden bei ihm zu nehmen. Er nahm sie dann später in seine Schauspielklasse auf, wo sie damals die Blanche Dubois in „Endstation Sehnsucht“ studierte, und laut Strasbergs Aussage, die Rolle sogar ausgezeichnet und sehr überzeugend gespielt haben soll. Seine Frau Paula übernahm bei den weiteren Filmproduktionen die Rolle von Natascha Lytess. Erstaunlicherweise ist auch speziell in den späteren Filmen von Marilyn zu beobachten, dass ihr schauspielerisches Können sich im Laufe der Jahre wirklich entwickelt hatte, so auch in dem Film mit Clark Gable in „Nicht gesellschaftsfähig“ (1961). Wo Marilyn auch bereits mit dem Autor Arthur Miller schon verheiratet war, und aus Liebe zu ihm zum Judentum konvertierte. Sie hatte ihn während der Dreharbeiten zu dem Film „Alter schützt vor Torheit nicht“ durch Eliza Kazan kennen gelernt. Die Ehe schien zu anfangs sehr glücklich, und Marilyn knüpfte auch echte menschliche Beziehungen zu Millers Eltern, die über ihre spätere Scheidung hinausreichten. Doch kann und will sich Marilyn mit diesem häuslichen Glück nicht lange bescheiden. Eine jüdische Hausfrau und Mama wird sie in Connecticut ebenso wenig, wie einst mit ihrem Joe sie eine Mammita in San Franciscos Fisherman’s Wharf abgegeben hatte. Die weitere Tragik mit Miller war außerdem, dass Marilyn zu Anfang ihrer Beziehung sich unbedingt ein Kind gewünscht hatte, aber drei Fehlgeburten überschatteten die ohnehin schon ständig im Streit lebende Beziehung. Marilyn litt bereits zu dieser Zeit an regelmäßig wiederkehrenden manischen Depressionen, die nicht nur ihr, sondern auch ihrer nächsten Umgebung das Leben zur Hölle machten. Miller spielte nach den Drehs den Babysitter und Krankenwärter, wo er Marilyn am Abend Beruhigungspillen und Schlaftabletten, durch Anordnung ihres Psychiaters zuteilen musste. Über tags übernahm er dann die Vermittlerrolle zwischen den anderen Schauspielern und Marilyn, die oft durch die Verzögerungen Marilyns kurz vor dem Nervenzusammenbruch standen. Somit entwickelten sich auch die Dreharbeiten zu dem Film „Nicht gesellschaftsfähig“ mit Clark Gable zu einem Desaster. John Huston, der Marilyn bereits im „Asphalt-Dschungel“ als Schauspielerin etabliert hatte, führte Regie. Ihr Mann selbst hatte zwei Jahre an dem Drehbuch gefeilt, um ihr die Rolle der Rosslyn auf den Leib zu schreiben. Dieser Film sollte Marilyn zum Durchbruch als ernste Schauspielerin verhelfen. Clark Gable, der bei jedem Filmteam gleich beliebte Mensch, kannte im Gegensatz zu Marilyn keine Starallüren. Der Vollprofi war immer pünktlich und hilfsbereit seinen Kollegen gegenüber. Trotz der glühenden Hitze in der heißen Nevada Wüste, seiner 54 Jahre und eines Herzfehlers, ließ er es sich nicht nehmen, alle gefährlichen Szenen des Einfangens der Wildpferde, ohne Gefahrendouble zu drehen. Die vielen Verzögerungen, teils durch Marilyns akute Depressionen, teils aber auch durch die vielen Streitereien am Drehort mit Miller bedingt, überanstrengten ihm derartig, sodass er 13 Tage nach Beendigung der Produktion an Herz-Versagen verstarb, ohne die Geburt seines einzigen Kindes, eines Sohnes, noch mitzuerleben.

Amerika war schockiert und böse Anschuldigungen, dass Marilyn am Tod des Filmidols schuld war, wurde durch Clarks Ehefrau Kay Spreckels noch geschürt, sodass die amerikanische Presse hier für negative Schlagzeilen sorgte. Marilyn war zu der Zeit schon ein menschliches Wrack, und es war erstaunlich, dass der Film durch den Dunst ihres Alkohol- und Pillenkonsums, und durch die Nebelschwaden der vielen Gespräche auf der Seelencouch eines Psychiaters, überhaupt zu Ende gedreht wurde. Der Film selbst, der den lang ersehnten Wechsel ins Charakterfach für Marilyn zwar erfüllte, wurde auf Grund seiner depressiven Grundstimmung jedoch ein Misserfolg. Miller der selbst bereits am Boden zerstört, und an aller Kreativität verloren hatte, ließ sich im beiderseitigen Einverständnis am 20. Januar 1961, nach zahlreichen ausgefochtenen Ehe-streitigkeiten, dann endlich von Marilyn scheiden.

Nach Marilyns Tod am 5.August 1962 brodelte die Gerüchteküche. Die Nachricht über ihren Selbstmord schockierte die Welt. Diese von der Welt so vergötterte Filmdiva, starb einsam und still im blühenden Alter von 36.Jahren an einer Überdosis des Barbiturats Nembutal in Verbindung mit dem Schlafmittel Choral-Hydrat. In ihrer sich selbst bewundernden Eitelkeit wollte sie sogar noch als schönste Leiche in Erinnerung bleiben, indem sie ihren Maskenbildner Whitney Snyder, ihre Garderobiere Margie Plecher und ihre Friseuse Agnes Flanagan noch zu Lebzeiten beauftragte, sie für ihren letzten Auftritt entsprechend vorzubereiten. Schon diese naive Eitelkeit lässt Vermutungen über die letzten Gründe ihres Freitods zu. Ihre physische Eitelkeit war nichts anderes als eine Überkompensation eines tiefsitzenden Minderwertigkeitskomplexes.

Denn sicher wurde ihr klar, dass die Massenanbetung für ihre bloße Sexualität nur noch ein paar Jahre andauern würde, und dass der Absprung in andere Lebensbereiche ihr wahrscheinlich nie geglückt wäre. Außerdem wurde sie zum Produkt und Markenzeichen einer amerikanischen Hollywoodfabrik, die Marilyn mit zunehmendem Alter nie das ernste Schauspielfach zugetraut, geschweige denn angetragen hätten.

Dazu kam auch das die Fox-Studios Marilyn bereits abgeschrieben hatten, da sie krankheitsbedingt kaum noch am Set erschien, und die Kosten der Dreharbeiten derart angestiegen sind, sodass auf Dauer weder die Produktion noch der Star Monroe finanzierbar waren. Außerdem hatte Marilyn während des Drehs zu „Something’s Go to Give“ (1962), und obwohl sie krankgemeldet war, bei der Geburtstagsfeier des US-Präsidenten John F. Kennedy im Madison Squere Garden ihren letzten öffentlichen Auftrag, der gegen den Willen der Fox-Studios geschah, und der Anlass genug war, um Marilyns Vertrag zu kündigen. Somit sind die hier angeführten Kriterien durchaus ein Grund dafür gewesen, dass Marilyn nicht nur Angst vor einem finanziellen Ruin, sondern auch das Ende ihrer Karriere bereits befürchtete, um ihren eigenen Leben ein Ende zu setzen.

Die Verschwörungstheorie, dass John F. Kennedy das Film Idol durch die CIA habe ermorden lassen, konnte nie widerlegt werden. Es ist unumstritten, dass Marilyn die Kennedys wegen ihrer politischen Prominenz, ihrer hohen Geistes-gaben und ihres jugendlichen Flairs bewunderte, und das hier auch über mehrere Zusammentreffen mit Bobby zu berichten ist. Sie äußerte sich über Bobby im positiven Sinne auch Bruno gegenüber. Doch nach Marilyns eigener Aussage, dass sie ihn als Intellektuellen bewundere, aber ihn körperlich in keiner Weise anziehend findet, spricht bereits dafür, dass es hier zu keiner intimen Beziehung gekommen ist. Das zwischen den Kennedybrüdern lediglich, auch teils wegen Marilyns ungeheure Publicitygier, eine rein freundschaftliche Beziehung bestand, so ist auch eine Ermordung von derer Seite im Auftrag der CIA voll-kommen auszuschließen.

Lässt man das Leben von der Monroe geistig noch einmal Revue passieren, so kommt man am Ende zu der einzigen Überzeugung „Dass Ruhm auch einsam macht!“. Denn die egozentrische und am Ende total durch geknallte Diva, litt bereits seit ihrer Kindheit, und erblich bedingt an schwersten Depressionen, wo von Anfang an es besser gewesen wäre, zunächst ihre kranke Seele zu heilen, als aus ihr eine Zelluloid – Göttin zu machen. Diese Entwicklung vom Aschenbrödel zum Star war in Marilyns Leben ein totaler Widerspruch, und gleichzeitig eine physische und psychische Überforderung. Sie wollte sich aus den Klauen eines Kindheitstraumas befreien, indem sie den Traum ein Filmstar zu werden nicht nur geträumt, sondern ihn auch mit aller Konsequenz versucht hatte zu verwirklichen.

So ist ihr wenigstens eines geblieben, trotz ihrer seelischen Zerrissenheit in einer Welt, wo sie von der Mutter nicht gewollt, durch Männer eher ausgenutzt als auch sexuell missbraucht und von einer amerikanischen Filmfabrik ausgebeutet, dass sie zumindest als blonde Venus, als die Verkörperung des „Ewig-Weiblichen“ zu einer Legende geworden ist.

Wen die Götter vernichten wollen…den machen sie erst erfolgreich“ dieser Spruch passt so typisch zu Marilyn Monroe. Denn obwohl sie alles in ihrem Leben erreicht hatte, so blieben ihr am Ende nur noch eine totale Leere und Einsamkeit, wo Lebensüberdruss und Selbstzerstörung die Unaus bleibenden Folgen ihres so unkontrollierten Lebenswandels waren.

Bruno Bernard selbst verstarb im Juni 1987 in Los Angeles. Ich traf ihn ein letztes Mal 1986 im Bad Reichenhall, wo er sich auf Grund einer jahrelangen Prostataerkrankung, dort noch einmal von Spezialisten behandeln ließ.

Doch offenbar sah auch Bruno, durch seine fortgeschrittene Krebserkrankung, keinen anderen Ausweg mehr um somit seinem Leben ein Ende zu setzen.

Seit dieser Zeit des Glamours und der wunderbaren Freundschaft mit Bruno ist auch für mich eine Ära zu Ende gegangen.

Der glamouröse Hollywoodstar Marilyn Monroe und Bernard of Hollywood haben sich beide ein Denkmal gesetzt. Denkmäler die Geschichten zu erzählen haben, die oft von einer derartigen Tragik, wo seitens der Weltpresse zwischen „Lüge und Wahrheit“ jahrzehntelang eine Gerüchteküche brodelte, die mehr der Sensationslust diente anstatt zu hinterfragen. Jedoch wo Tote wieder auferstehen und zur Legende werden. Hier erinnere ich mich wieder an Falcos Lied „Muss ich erst sterben um zu leben?“

Copyright Manuela Miebach

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert