Was bringt die neue Saison beim Hamburg Ballett?

Die neuen Ersten Solisten beim Hamburg Ballett: Charlotte Larzelere (1998, San Antonio, Texas), Olivia Betteridge (1999, Westmead, Australien), Callum Linnane (1995, Townsville, Australien), Louis Musin (2002, Belo Horizonte, Brasilien) (Fotos: Kiran West)

Ein Meinungsbeitrag von Dr. Ralf Wegner

Das Hamburg Ballett ist wieder vollzählig, das Ensembleverzeichnis weist 66 besetzte Stellen auf. Damit gehört es zu den mittelgroßen Ballettensembles, zumindest verglichen mit jenen in Paris (153 Namen) oder Moskau (Bolschoi mit um die 300 Nennungen). Die Reihe der Ersten Solisten wird um Charlotte Larzelere, Olivia Betteridge, Callum Linnane und Louis Musin erweitert, als Solisten betreten Hayley Page, Ida Stempelmann, Artem Prokopchuk und Francesco Cortese neu die Ballettbühne im Hamburger Opernhaus. Mit Ausnahme des Australiers Linnane verfügen alle genannten Tänzerinnen und Tänzer über eine Ausbildung in der Ballettschule des Hamburg Balletts oder wurden vom Bundesjugendballett in das Ensemble übernommen (Larzelere, Stempelmann). Der dreißigjährige Linnan tanzte vor seinem hiesigen Engagement bereits als Erster Solist beim Australian Ballet in Melbourne.

Die neuen Solisten beim Hamburg Ballett: Hayley Page (1994, Sidney, Australien), Ida Stempelmann (2000, Düsseldorf), Artem Prokopchuk (1998, Winnyzja, Ukraine), Francesco Cortese (2002, Vicenza, Italien), Fotos: Kiran West.

„Die Saison 2026/27 beim Hamburg Ballett
Hamburgische Staatsoper, 5. September 2026“
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Was bringt die neue Saison an der Hamburgischen Staatsoper?

Aktuelle Werbung der Hamburgischen Staatsoper für dieNeuinszenierung der Verdi-Oper Macbeth (Foto: Tom Huber)

Ein Meinungsbericht von Dr. Ralf Wegner

Neulich blieb ich beim Wechseln des TV-Programms bei einer „Talk-Show“ hängen. Ein mutmaßlich dem Rocksänger-Milieu angehörender Mittvierziger mit Baseball-Käppi räsonierte über Oper. Die ihn befragende Talkmasterin fand es offensichtlich bemerkenswert, dass die neue Macbeth-Inszenierung der Hamburgischen Staatsoper mit einem jüngeren nackten, körperlich fit aussehenden, einen Baumstamm erkletternden Mann beworben wird. Ihr Vater habe früher eine Sängerin erlebt, die sich mit 60 noch auf die Bühne wagte und der „immer das Kleid aufplatzte, weil sie älter und voluminös war“. Also wollte die Moderatorin offenbar lieber einen nackten athletischen  Mann auf der Bühne sehen, aber nicht eine ältere, nicht ganz schlanke Sängerin.

Videostills NDR: Price & Eschenbach: Mozart, Verdi und Cilea (1986) / NDR-Talkshow vom 28. August 2026

Ich war mir nicht ganz sicher, ob die Moderatorin (die Quasseltante Barbara Schöneberger, Anm. des Herausgebers) das wirklich ernst meinte. Denn sie erwähnte den Namen der Sängerin, es handelte sich um die walisische, geadelte Sopranistin Margaret Price, eine der damals Besten ihres Fachs. Ich selbst hörte sie zuletzt 1992 als Ariadne auf der Hamburger Opernbühne; es eine der prägendsten Erinnerungen an diese Partie. Damals feierte Price gerade ihren 51. Geburtstag. Offiziell beendete sie ihre Opernkariere mit 58 Jahren. Ja, Margaret Price hatte keine Model-Figur, dafür sang sie überirdisch schön wie kaum eine andere Sopranistin ihrer Zeit.

„Die Neue Saison an der Hamburgischen Staatsoper
klassik-begeistert, 31. August 2026“
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Dohnányis zweite Sinfonie überzeugt mit einer packenden Neuaufnahme

Ernst von Dohnányi
Sinfonie Nr. 2 E-Dur op. 40
Suite Ruralia hungarica op. 32b

Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz
Michael Francis, musikalische Leitung

Capriccio, C5502

von Dirk Schauß

Die Musikgeschichte liebt ihre Lieblinge und vergisst die Unbequemen mit bedauernswerter Zuverlässigkeit. Ernst von Dohnányi, im Budapest des späten 19. Jahrhunderts als Ernő geboren, gehörte einst zu den unbestrittenen Giganten des europäischen Musiklebens. Er war ein Pianist von virtuosem Format, ein Pädagoge von prägender Ausstrahlung und als Dirigent eine Institution. Brahms selbst legte dem blutjungen Mann einst die Hände auf die Schultern, als er dessen erstes Klavierquintett hörte. „Ernst von Dohnányi, Sinfonie Nr. 2 E-Dur, Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Michael Francis
CD-Besprechung, 5. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 4: Richard Wagner „Siegfriedidyll“ (1870)

Höchste Zeit, sich als Musikliebhaber neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen. Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der sogenannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese sarkastische und schonungslos ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Kommen wir heute zu einem Beweis dafür, dass manche Kompositionen ohne ihre Bezugsquellen nicht funktionieren. Richard Wagner, seit jeher als König der Opernwelt glorifiziert, dürfte wie kein anderer die Epoche der Hochromantik geprägt haben. Legendär sind seine Opern Der Ring des Nibelungen, Tristan und Isolde, Der fliegende Holländer, Lohengrin… die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Reine Instrumentalwerke sind hingegen nur wenige überliefert – eines davon ist das Siegfriedidyll. „Daniels Anti-Klassiker 4: Richard Wagner – „Siegfriedidyll“ (1870)“ weiterlesen

Daniels Anti-Klassiker 2: Das „Hallelujah“ aus Georg Friedrich Händels „Messiah“ (1742)

Höchste Zeit, sich als Musikliebhaber neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen. Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der sogenannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese sarkastische und schonungslos ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

„Halleluja“ – nein, bei der mit Pauken und Trompeten begleiteten Lobpreisung handelt es sich nicht um den Jingle aus der Werbung für einen Markenjoghurt. Oder dem Spot für eine Automarke. Und auch nicht um eine Verherrlichung von Putzmitteln. Die wenigsten modernen und werbebelasteten Fernsehzuschauer dürften sich der fast 300 Jahre alten Herkunft dieses Meisterwerks moderner Meme-Kultur bewusst sein. „Daniels Anti-Klassiker 2: Das „Hallelujah“ aus Georg Friedrich Händels „Messiah“ (1742)“ weiterlesen

Daniels Anti-Klassiker 1: Wolfgang Amadeus Mozart: „Eine kleine Nachtmusik“ (1787)

Höchste Zeit, sich als Musikliebhaber neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen. Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der sogenannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese sarkastische und schonungslos ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Die klassische Musik – Königsform der abendländischen Künste und in aller Welt als eines der höchsten kulturellen Güter bekannt. Man stelle sich nur auf die Straße und frage einmal, welche Komponisten vorbeigehenden Passanten einfallen, und sofort wird man mit Bach, Beethoven und Mozart konfrontiert. Gerade letzterem eilt der Ruf voraus, ein „wahres Genie“ und „Wunderkind“ gewesen zu sein. Eine Selbstverständlichkeit also, dass auch seine Werke sich größter Bekanntheit erfreuen. „Daniels Anti-Klassiker 1: Wolfgang Amadeus Mozart: „Eine kleine Nachtmusik“ (1787)“ weiterlesen

Das Rheingold und Die Walküre II: Eine Bilanz nach der Halbzeit

Fotos: Bayreuther Festspiele, Das Rheingold 2026 © Enrico Nawrath

Die Buhrufe für das gescheiterte szenische Konzept lassen allmählich etwas nach. Man schaut zusehends darüber hinweg. Die verdient emphatischen Bravostürme für die Sänger und den Dirigenten aber erinnern an goldene Zeiten. Da könnte man meinen, das Haus breche zusammen unter all dem Getrappel. So lautstarker Jubel bei einem Ring war an diesem Ort lange nicht mehr. Genauer gesagt, seit Thielemanns letztem Zyklus vor 20 Jahren.

Richard Wagner, Das Rheingold
                                    Die Walküre

Christian Thielemann, Dirigent
Festspielorchester Bayreuth

Marcus Lobbes und Nils Corte, Kuratorium / künstlerisch-technische Konzeption

Bayreuther Festspiele, 4. & 5. August 2026

von Kirsten Liese

„Halbzeitbilanz: Richard Wagner, Das Rheingold II, Die Walküre II
Bayreuther Festspiele, 4. & 5. August 2026“
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Pathys Stehplatz (64): Wiener Meisterkurse – gebt den Kindern das Kommando

Foto: Bretwa / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Schon Herbert Grönemeyer forderte: Gebt den Kindern das Kommando, denn sie berechnen nicht, was sie tun. Wie man das deutet, bleibt jedem selbst überlassen. Was man als Musiker jedoch von ihnen lernen kann – man muss sich das Kindliche immer beibehalten.

von Jürgen Pathy „Pathys Stehplatz (64): Wiener Meisterkurse
klassik-begeistert, 9. August 2026“
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Vom anderen Stern: Die Wiener Philharmoniker bringen in Salzburg Strauss’ Ariadne auf Naxos zum Fliegen

Am Ende düsen sie ab im Sauseschritt und nehmen die Liebe mit – Christina Nilsson (Primadonna / Ariadne), Eric Cutler (Der Tenor / Bacchus) © SF/Thomas Aurin

Mein Star des Abends ist das Orchester. Der Klang ist differenziert, transparent. Strauss’ Ariadne auf Naxos klingt an diesem Abend zum Niederknien gut. Stimmlich sticht Sopranistin Ziyi Dai in der Interpretation der Zerbinetta heraus.

Ariadne auf Naxos (1916)
Komposition: Richard Strauss
, Libretto: Hugo von Hofmannsthal

Musikalische Leitung: Manfred Honeck
Regie/Bühne/Kostüme: Ersan Mondtag

Der Komponist  Kate Lindsey
Primadonna / Ariadne  Christina Nilsson
Der Tenor / Bacchus  Eric Cutler
Zerbinetta  Ziyi Dai

Wiener Philharmoniker

Haus für Mozart, Salzburg, 7. August 2026

von Frank Heublein „Richard Strauss, Ariadne auf Naxos
Haus für Mozart, Salzburg, 7. August 2026“
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„Rienzi“: Bayreuth entfacht Wagners frühen Feuersturm

Jennifer Holloway (Adriano), Gabriela Scherer (Irene), Andreas Schager (Rienzi), Festspielchor und Sonderchor © Enrico Nawrath

Erstmals erobert Wagners frühe Grand opéra Rienzi, der Letzte der Tribunen, den Grünen Hügel.

Bayreuther Festspiele, 26. Juli 2026

Richard Wagner: Rienzi, der Letzte der Tribunen
Große tragische Oper in fünf Akten

  • Musikalische Leitung:  Nathalie Stutzmann
  • Regie:  Alexandra Szemerédy & Magdolna Parditka
  • Chorleitung:  Thomas Eitler-de Lint
  • Cola Rienzi:  Andreas Schager
  • Irene:  Gabriela Scherer
  • Adriano Colonna:   Jennifer Holloway
  • Steffano Colonna:   Andreas Bauer Kanabas
  • Paolo Orsini:   Michael Nagy
  • Baroncelli:   Matthias Stier

von Andreas Schmidt

Manchmal braucht es lange, bis etwas zusammenfindet, was eigentlich schon immer zusammengehörte.

150 Jahre nach Eröffnung der Bayreuther Festspiele stand Richard Wagners Rienzi zum ersten Mal auf dem Spielplan des Grünen Hügels. Nach der Eröffnung mit Ludwig van Beethovens Neunter Sinfonie setzte Bayreuth am zweiten Festspieltag gleich den nächsten Paukenschlag. Schon vor Beginn war im Festspielhaus eine besondere Spannung zu spüren. Es war diese Mischung aus Neugier, Erwartung und einer leisen Ahnung, Zeuge eines besonderen Moments zu werden. „Richard Wagner, Rienzi
Bayreuther Festspiele, 26. Juli 2026“
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