Der Geiger Sebastian Bohren widmet sich Bravourstücken der Barockmusik

CD-Rezension:

La Folia
Sebastian Bohren

AV 2513

von Peter Sommeregger

Der aus Winterthur gebürtige Schweizer Geiger Sebastian Bohren kann bereits auf eine längere Karriere zurückblicken, auch für den Tonträgermarkt war Bohren bereits mehrfach tätig. Nach Studien am Zürcher Konservatorium, später an den Musikhochschulen Zürich, Luzern und München nahm er zusätzlich noch an zahlreichen Meisterklassen teil. „CD-Rezension: La Folia, Sebastian Bohren
klassik-begeistert.de 17. Oktober 2022“
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Die Camerata Louis Spohr in der Düsseldorfer Tonhalle: "Star Wars wirkt noch etwas matt, aber Holst zündet"

Foto: www.camerata-duesseldorf.de

Camerata Louis Spohr
Städtischer Musikverein zu Düsseldorf E.V.

Junger Kammerchor Düsseldorf E.V.
Bernd Peter Fugelsang, Dirigent

John Williams – Große Suite aus den Filmen der Star Wars-Episoden IV – VI, I und VII

Gustav Holst – die Planeten op. 32, Orchestersuite nach astrologisch-kosmologischer Natur

Tonhalle Düsseldorf, 15. Oktober 2022

von Daniel Janz

Nun also war es endlich so weit: Mit John Williams und Gustav Holst im Gepäck lud die Camerata Louis Spohr diesen Samstag ein. Dabei präsentierte das „Viel-Harmonische Orchester“ nicht weniger als 2 stellare Epen – erst Musik zu einigen der Weltraumklassiker von George Lucas und anschließend das grandioseste Werk, das Gustav Holst je komponierte. Passendes Programm für die Tonhalle Düsseldorf, die selbst ursprünglich als Sternwarte in die Ferne hinausblickte. Alles Zutaten, um ein Konzert von galaktischen Ausmaßen aufzubauen. Eigentlich! Aber neben Blicken in die unendlichen Weiten offenbarte dieser Abend dann doch noch Luft nach oben. „Camerata Louis Spohr, Städtischer Musikverein zu Düsseldorf E.V.
Tonhalle Düsseldorf, 15. Oktober 2022“
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Wenn Engel lieben: Das Opernhaus Bonn spielt die Oper “Asrael” von Alberto Franchetti

Foto: Oper Theater Bonn, Asrael © Thilo Beu
Die Oper des Theater Bonn hat es sich seit einigen Jahren zum Ziel gesetzt, Opern aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts aufzuführen, die aus unterschiedlichen Gründen, nicht den Weg in die Spielpläne der Opernwelt gefunden haben. Zu diesen Opern zählen auch diejenigen des italienischen Komponisten Alberto Franchetti dessen erste Oper “Asrael” jetzt am Opernhaus Bonn Premiere hatte.

 

Asrael, Legende in vier Akten von Ferdinando Fontana
Musik von Alberto Franchetti

Hermes Helfricht, Dirigent
Beethoven Orchester Bonn
Chor des Theater Bonn
Extrachor Extrachor des Theater Bonn

 Asrael:                       Peter Auty

Nefta:                         Svetlana Kasyan
Loretta:                     Khatuna Mikaberidze
Lidoria:                     Tamara Gura
Il Padre/Lucifer/Il Re: Pavel Kudinov

Theater Bonn, 16. Oktober 2022 Premiere

von Jean-Nico Schambourg

Alberto Franchetti wurde 1860 in Turin geboren als Sohn eines reichen Geschäftsmanns jüdischer Abstammung. Seine Mutter, die aus der Wiener Rothschild Familie stammte, förderte seine Musikbegabung. Nach Kompositionsstudien in München bei Joseph Rheinberger und in Dresden  bei Felix Draeseke kehrte Franchetti nach Italien zurück um sich der Komposition von Opern zu widmen.

„Asrael, Musik von Alberto Franchetti
Opernhaus Bonn, 16. Oktober 2022 Premiere“
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Alexandr Trusch überwältigt tänzerisch und darstellerisch als Hamlet 21

Alexandr Trusch als Hamlet (Foto: RW)

Was Trusch neben seiner tänzerisch-technische Perfektion darstellerisch-mimisch aus der Rolle herausholt, ist phänomenal. Man meint, sich in seinem Kopf zu befinden und direkt an den impulsiv gesteuerten Emotionen des Tänzers teilzuhaben.

Hamlet 21, Ballett von John Neumeier
Nachmittags- und Abendvorstellung

Staatsoper Hamburg, 16. Oktober 2022

von Dr. Ralf Wegner

Wo gibt es derzeit einen Tänzer, der diese Rolle so charismatisch, so tief unter die Haut gehend interpretieren könnte? Wahrscheinlich müsste man lange suchen und würde doch niemanden finden. Der 33-jährige Erste Solist des Hamburger Balletts Alexandr Trusch zeigt nicht nur mit seinen hohen, weiten Sprüngen und pfeilschnellen Drehungen, sondern auch mit seinem bewunderungswürdigen physischen Durchhaltevermögen, dass er zur internationalen Spitze der klassisch ausgebildeten Tänzer zählt. „Hamlet 21, Ballett von John Neumeier
Staatsoper Hamburg, 16. Oktober 2022“
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Brutaler Mord am ukrainischen Dirigenten Kerpatenko im besetzten Kherson

Yuriy Kerpatenko Foto: Facebook

Russische Soldaten erschossen den Dirigenten nach seiner Verweigerung  an einem Propagandakonzert teilzunehmen.

von Charles E. Ritterband

In der von Russland besetzten südukrainischen Stadt Kherson haben russische Soldaten laut Angaben des Kulturministeriums in Kiew den namhaften Dirigenten Yuriy Kerpatenko in seinem Haus erschossen, nachdem sich der Musiker geweigert hatte, an einem Propagandakonzert im Auftrag der russischen Besetzer teilzunehmen. Mit diesem Konzert wollte die russische Besetzungsmacht laut dem ukrainischen Kulturministerium demonstrieren, wie sich das „friedliche Leben“ im „befreiten“ Kherson „verbessert“ habe. Kerpatenko sollte das Konzert am Pult des Gileya Kammerorchesters dirigieren, dessen Chefdirigent er war. Er fungierte auch als Hauptdirigent des Mykola Musik- und Dramatheaters. Auf seiner Facebook-Seite hatte Kerpatenko bis im Monat Mai Botschaften gepostet, welche sich gegen die Besetzung von Kherson und gegen die russischen Besetzer gerichtet hatten. „Brutaler Mord am ukrainischen Dirigenten Yuriy Kerpatenko im besetzten Kherson
klassik-begeistert.de“
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DIE MONTAG-PRESSE – 17. OKTOBER 2022

Foto: MuseumsQuartier © Herwig Prammer 

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE MONTAG-PRESSE – 17. OKTOBER 2022

Wien
Theater an der Wien: Leoš Janáček kam zur Premiere seines „Schlauen Füchsleins“
Stefan Herheim lässt zu Beginn seiner Intendanz im Museumsquartier den Komponisten auf die Bühne und den eigenen Ideen freien Lauf.
DerStandard.at.story

Stefan Herheim: Hymnus an die Kraft des Musiktheaters
Neo-Intendant des Theaters an der Wien debütiert mit einem inspirierten „Schlauen Füchslein“ im Museumsquartier.
WienerZeitung.at

Hamburg/Staatsoper
„Die Entführung aus dem Serail“: David Böschs Inszenierung stellt großartig einen gealterten Bassa Selim in den Mittelpunkt der Handlung
Von Dr. Ralf Wegner
Klassik-begeistert.de

CD-Rezension
Alois Mühlbacher erklimmt die internationale Spitzenklasse der Countertenöre
Antonio Vivaldi: Nisi Dominus
Giovanni B. Pergolesi
Stabat Mater
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

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David Böschs Inszenierung stellt großartig einen gealterten Bassa Selim in den Mittelpunkt der Handlung

Foto: Daniel Kluge (Pedrillo), Oleksiy Palchykov (Belmonte), Hulkar Sabirova (Konstanze), Ádám Fischer (musikalische Leitung), Burghart Klaußner (Bassa Selim), Narea Son (Blonde), Ante Jerkunica (Osmin)

Die Entführung aus dem Serail
Wolfgang Amadeus Mozart

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Ádám Fischer, Dirigent

Staatsoper Hamburg, 15. Oktober 2022


von Dr. Ralf Wegner

Selim ist ein Wanderer zwischen den Welten, dem die Zeit zwischen den Fingern verrinnt, ein alter, gebrochener Mann, ohne physische und seelische Energie. Seine Liebe zu Konstanze ist mehr Erinnerung als Empfindung; ein Wiederbelebungsversuch, der zum Scheitern verurteilt ist. Selim hat nicht einmal mehr die Kraft zum Singen, er kann sich nur noch durch Sprache, nicht mehr emotional verständlich machen. „Wolfgang Amadeus Mozart, Die Entführung aus dem Serail 
Staatsoper Hamburg, 15. Oktober 2022“
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Lisette Oropesa kommt uns Französisch

CD-Rezension

Rossini & Donizetti

French Bel Canto Arias
Lisette Oropesa
Dresdner Philharmonie, Corrado Rovaris

Pentatone PTC 5186955

von Peter Sommeregger

Die amerikanische Sopranistin mit kubanischen Wurzeln macht im Augenblick rasant Karriere. Große Opernhäuser beginnen sich um sie zu bemühen, auch der geschrumpfte Tonträger-Markt setzt auf die Künstlerin, von deren stimmlichen Qualitäten man sich Verkaufserfolge verspricht. „CD-Rezension: Rossini & Donizetti, French Bel Canto Arias, Lisette Oropesa
klassik-begeistert.de“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 16. OKTOBER 2022

Salome, Theater Basel – Photo: Thomas Aurin

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 16. OKTOBER 2022

Basel/Theater Basel, 14. Oktober 2022
Heather Engebretson als packende Salome – sowohl sängerisch als auch schauspielerisch
Die Baseler Produktion in der Regie von Herbert Fritsch war bereits Anfang 2020 in Luzern zu sehen. Die Bühne, ebenfalls von Herbert Fritsch entworfen, ist leer, abgesehen von zwei thronartigen Gebilden und dem Kopf des Jochanaan, der von Anfang an in der Mitte zu sehen ist. Wie bei Fritsch üblich, wird auf Requisiten fast gänzlich verzichtet.
Von Julian Führer
https://klassik-begeistert.de/richard-strauss-salome-1905-theater-basel-14-oktober-2022/

La Pellegrina – Die Hochzeitsmusik der Medici von 1578 – in Szene gesetzt
Antiquarium in der Münchner Residenz
Von Frank Heublein
Klassik-begeistert.de

Mahler – Welt und Traum. Eine Hörbiographie von Jörg Handstein
„Man ist sozusagen selbst nur ein Instrument, auf dem das Universum spielt“
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

„DIE SONNTAG-PRESSE – 16. OKTOBER 2022“ weiterlesen

Heather Engebretson als packende Salome – sowohl sängerisch als auch schauspielerisch

Salome, Theater Basel, Photos: Thomas Aurin

Theater Basel, 14. Oktober 2022

Salome (1905)
Drama von Richard Strauss

Text von Richard Strauss nach Oscar Wildes gleichnamiger Dichtung

Clemens Heil, Dirigent
Sinfonieorchester Basel

von Julian Führer

Als Oscar Wilde 1891 seine Salome dichtete, schrieb er in französischer Sprache. Das 1896 in Paris uraufgeführte Stück wird immer wieder als Beispiel für Fin de siècle und Décadence herangezogen: überhitzte Emotionen, Grenzüberschreitungen, Aufwallungen aus Nichtigkeiten. Statt einer idealisierten Antike sehen wir ein aus einer biblischen Episode entwickeltes orientalisches Sujet, nicht minder klischeebehaftet, aber in seiner Drastik damals schockierend. Wilde widmete das Werk Pierre Louÿs, der ebenfalls eine Vorliebe für schwüle antik-erotisierende Sujets hatte. Die Vorlage Wildes wurde von Hedwig Lachmann ins Deutsche übersetzt; Richard Strauss raffte die Übersetzung für die Zwecke seiner Vertonung nur unwesentlich, so dass die Dialoge seines Musikdramas sehr dicht an Wildes Original sind. Sätze der Salome an Jochanaan wie „J’étais une vierge, tu m’as déflorée“ fielen allerdings der Raffung zum Opfer: Solche Sätze konnte Oscar Wilde schreiben, auf einer Opernbühne im Jahr 1905 waren sie hingegen undenkbar. – Richard Strauss war ebenso kunstsinnig wie geschäftstüchtig und hatte im gleichen Jahr bereits den „Parade-Marsch des Regiments Königs-Jäger zu Pferde“ für Kaiser Wilhelm II. komponiert und diesem zugeeignet. So konnte er auf der anderen Seite gewagtes Neuland betreten und seine Salome vollenden. „Richard Strauss, Salome (1905)
Theater Basel, 14. Oktober 2022“
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