DIE SAMSTAG-PRESSE – 10. SEPTEMBER 2022

Yusif Eyvazov (Tenor), Anna Netrebko (Sopran), Mozarteumorchester Salzburg © SF / Marco Borrelli

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden –
DIE SAMSTAG-PRESSE – 10. SEPTEMBER 2022

Hamburg
Anna Netrebko in der Elphi: Zwiespältiges Konzertvergnügen
Das Konzert von Anna Netrebko und Ehemann Yusif Eyvazov war ein musikalisches Highlight – aber auch ein Politikum. Die lautstarken Reaktionen vor und in der Elbphilharmonie blieben friedlich.
NDR.de

Verona
Plácido Domingo entschuldigt sich für das Verona-Debakel – er will 2023 trotzdem wieder in die Arena
Es war ein ernüchternder Beleg dafür, dass große Namen keineswegs immer Garanten für große künstlerische Leistungen sind…
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de

Lugano
Giuseppe Verdi, La Traviata, LAC Lugano Arte e Cultura
Das elegante Kulturzentrum LAC (Lugano Arte e Cultura) ist Schauplatz sehenswerter Ausstellungen (gegenwärtig Paul Klee), exquisiter Konzerte und, selten, von Opernaufführungen – zuletzt war hier „Il barbiere di Siviglia“ zu sehen. Mit der „Traviata“ hat das LAC sich den Platz im Olymp der internationalen Opernwelt gesichert: Das hervorragende Orchestra della Svizzera Italiana, einer der führenden Klangkörper des Landes, unter der dynamischen Stabführung von Markus Poschner und ein Ensemble exzellenter Sängerinnen und Sänger machten die Aufführung dieser populären Oper zum Erlebnis – Regie (Carmelo Rifici) und Bühnenbild (Guido Buganza) machten sie zum Gesamtkunstwerk, das sich nahtlos in den Stil der Architektur des LAC einfügte.
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de

Wien/Staatsoper
Carmen in Wien: Weltstar Piotr Beczała singt Blumenarie des Don Josés einfach perfekt!
Eröffnung der Saison 2022/23 der Wiener Staatsoper mit dem Kassenschlager “Carmen” von Georges Bizet am 6. September 2022.
Von Jean-Nico Schambourg
Klassik-begeistert.de

Eröffnung der Saison 2022/23 der Wiener Staatsoper mit dem Kassenschlager “La Bohème” von Giacomo Puccini am 5. September 2022
Von Jean-Nico Schambourg
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Wiener Staatsoper: Bertrand de Billy rettet den Abend vor einer Pleite

Foto: Günther Groissböck als Sarastro © Michael Pöhn

Wiener Staatsoper, 7. September 2022

Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte

von Jürgen Pathy

„Kellner frisst diese Partie wie nichts!“. Damit sollte er leider nicht Recht behalten. Ein Fachmann, der felsenfest davon überzeugt war, dass Peter Kellner als Papageno einen sicheren Kantersieg einfahren würde. In die Quere ist dem jungen Slowaken dabei eines geraten: sein unbändiges Selbstbewusstsein. Was ihm bei anderen Mozart-Partien in die Karten spielt, steht ihm als Papageno eindeutig im Weg – davon konnte man sich Mittwochabend in der ausverkauften Wiener Staatsoper überzeugen. Dabei hatte der Abend so verheißungsvoll begonnen.

„Wolfgang Amadeus Mozart, Die Zauberflöte
Wiener Staatsoper, 7. September 2022“
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Das Schönste dieses erinnernswerten Gala-Abends: Niemand fiel aus dem Rahmen

Foto: Yusif Eyvazov (Tenor), Anna Netrebko (Sopran), Mozarteumorchester Salzburg © SF / Marco Borrelli

Elbphilharmonie, Hamburg, 7. September

Anna Netrebko und Yusif Eyvazov
von Verdi bis Puccini

Anna Netrebko  Sopran
Yusif Eyvazov  Tenor
Elena Zhidkova  Mezzosopran

Philharmonie Baden-Baden
Jader Bignamini, Dirigent

von Harald Nicolas Stazol

„Stoppt die Mörderin, stoppt die Mör-de-rin“ höre ich vor der Elphi von den 80 Ukrainern, die Anna Netrebko wegen vor der Elphi diesen Mittwochabend demonstrieren, und ich rufe, „Medea steht doch heute Abend gar nicht auf dem Programm“, – da weist mich meine traumbegleitende Muse darauf hin, es nur „Friend of Putin!“ heißt, und ich bin ein wenig enttäuscht, dass in dem spärlich besetzten Saale keine nacktbrüstigen „Free Ukraine“-Pussy-Riots das Konzert unter- ja abbrechen könnten.

Stattdessen sich Anna Netrebko, von Arie zu Arie in Orangerot von Goldflammen durchsetzt mit ungeahnt schauspielerischem Talent zu den gewohnten Höhen, dem satten Ton, dennoch voller Leichtigkeit, die so nur sie hinkriegt, – allein, politisch geschickt ist sie nicht gerade, Anna Netrebko, doch dazu später mehr.

Als Thyssen und Krupp fusionieren, gehen die Arbeiter vor den Frankfurter Türmen an der Taunusanlagen der Deutschen Bank, „Soll und Haben“, auf die Straße. „Und von hier oben“, sagt mein Onkel, als er in grüner Krawatte von 20 anderen Anwälten das entsprechende Dokument unterzeichnet, nehmen sie sich wie Ameisen aus.

Demo? Welche Demo? Fragt man sich an diesem Abend, in den elysischen Höhen, der ganz der Liebe gewidmet ist – hier siegt die Kunst über die Politik, hier zeigt sich die Erhabenheit dreier russischer Stimmen, die offenbar Spaß haben an der Sache, auch wenn der Gatte der Netrebko etwas presst, was ihm, wenn Maman sich richtig erinnert, schon an der Scala Kritik einbrachte.

Anna Netrebko kenne ich noch aus Salzburg, wir beide blutjung, 2002??, unter Nicolaus Harnoncourt, und es ist die Inszenierung, in der das gesamte Ballett in Strümpfen eines österreichischen Strumpf-Imperiums, „Palmers“, eingekleidet ist, es war „Don Giovanni“ – seit diesem Abend ist mir die Netrebko ein Begriff. Und damals bin ich noch im liberalen Flügel der SPD. So einen gibt es in ihrer Heimat, Russland, schon da nicht mehr, wenn, dann versteckt.

Dass sie sich in manch Arena überstrapaziert, ein wenig abgesungen hat, – an diesem Abend kein Gedanke! Man mag sich an Hilde Güden erinnern, die Karajan an der Wiener Oper festhielt, dieselbe, an dem sie am Montag zu wenigen Buh-Rufen die Mimì sang, dieselbe, von der Elena die Muse anruft, „jetzt haben sie mich rausgeworfen, weil ich Russin bin“, nur natürlich viel höflicher formuliert.

Noch am Morgen trifft man die beiden an der Binnenalster, lachend, Anna in einem Leopardenensemble, und ja, sie äußert sich manchmal überraschend. Eine Russo-Faschistin aber kann ich in ihr nicht einmal vermuten, geschweige denn, beim schlechtesten Willen, erkennen.

Denn sowenig eine Sängerin politisch sein kann, wird ein Politiker Arien singen (abgesehen von jenen natürlich, die wir nicht mehr hören können…!).

„Freundin von Putin“ haben sie unten wie die Ameisen noch skandiert, naja, das waren Schröder und Steinmeier auch, nur singen können die eben nicht. Und deswegen bin ich hier.

Doch wie an die Karte kommen? Die Agentur River Concerts ist telefonisch nicht zu erreichen schon vor zehn Tagen, man reagiert nicht auf Emails. „Jede Note eine Bombe“, heißt es, nun denn, ich glaube, der Erlös dieses einen Abends von Welt dürfte von 80-450 Euro-Tickets Ungemach und Unterbrechung unterbunden haben.

Ich höre, eine Bombe kostet etwa 8500 Euro, also einmal die ganze erste Reihe. Doch erstmal muss man das Ticket ja aber HABEN!!!

In meiner zunehmenden Nervosität lasse ich meine Kontakte spielen. Michele Pronto, ein befreundeter Anwalt vielleicht, der zwei Abos laufen hat für Freunde und mich schon manches Mal mitnahm? „Natürlich nicht! Ich habe auch keins!“ whatsappt er. Donnerwetter, denk ich da noch, da liegt etwas im Busche, nein, der Busch brennt schon, und der HERR ist nah…

Wie ich aber dann doch erlöst wurde und hineindurfte, um der lieb-zarten, jahrelangen Freundschaft dreier überragenden SängerInnen, der Netrebko, der dem wundervollen Mezzosopran, Elena Zhidkova, fast karamelig und satt, und des Gatten der Diva, des wohltönenden Tenors Yusif Eyvazov. Man sieht den dreien ihre Freude an der Aufführung an – und ist denn nicht Freundschaft und Freude ohne Grenzen, ja grenzenlos?

Doch zunächst zu Tschaikovsky: Die Ouvertüre zu »Pique Dame« op. 68, steht an, und Anna, unsere, kosmopolitische, mit ihrer Stimme all Grenzen übertrahlende, gibt, nein, schenkt uns die Arie der Lisa aus der Oper »Pique Dame«.

„Bald ist es Mitternacht“, da fällt das Orchester Baden-Baden in das unheimliche, tiefe Thema, das erst diese Anna Netrebko zum Leuchten bring, wie weiland nur die große Galina Vishnevskaja, denn bei beiden reißt es einen vor lauter Inbrunst und warmen Tönen zu höchsten Höhen, von beiden ähnlich virtuos-herrschend-ehrfuchtgebietend, und der Rezensent schätzt sich erkoren, zu der Netrebko Lebzeiten geboren zu sein.

Pause. Die braucht man jetzt auch. Über die durchs Foyer Flanierenden hat sich etwas fast Andächtiges gelegt, aber das mag auch die Hingerissenheit des Verfasser bewirken, während sich die Muse mit einer Kennerin unterhält, ja das Gespräch mit Erlaubnis mitschneidet.

Doch da, wieder ohne Zwischenfälle, der Chronist ist enttäuscht, wir setzen uns, das Licht dämmt sich, Jader Bignamini wird mit korrektem Applaus bedacht, sein Dirigat ja auch bedächtigt und korrekt, die Philharmonie Baden-Baden eine Kur für Auge und Ohr.

Doch vorher an die Karte kommen! Schließlich hilft nur noch preussische Geheimdiplomatie, denn die Muse, ja mit Elena befreundet, trifft die beiden Diven, die Netrebko im Leopardenensemble, an der Binnenalster, auch Elena liebt Rachmaninoff, die Muse sagt, „mein bester Freund, ein Konzertkritiker auch, er bekommt keine Karte“ – „Warum hast Du das nicht gleich gesagt?“, ist, glaube ich die Antwort. Und das Wunder geschieht. Es ist ein Traum.

Isoldes Liebestod folgt (wieder die Liebe…), »Mild und leise wie er lächelt«, aus der Oper »Tristan und Isolde« WWV 90, was soll man sagen, selbst bei geschlossenen Augen wird die ganze Tragödie offenbar, und man wünschte sich, dass das Ganze auf einer Großbildleinwand über den ukrainischen Demonstranten vorgeführt würde, auf dass sie zur Vernunft kommen. Aber wegen eines Wagner-Fans hatte ja auch ein Furtwängler, ja, ein Karajan Berufsverbot einige Jahre lang. Soweit ist es ja nun glücklicherweise noch nicht.

Die Manon – Puccini setzt den Schlussstrich – legt die Ausnahme-Sopranistin ein wenig zu nervös an, schwingt sich aber dann zur stimmlichen Apotheose auf, was den Applaus im Anschluss, und den grazil-lächelnden Verbeugungen der Stimmvirtuosen einen würdigen, abschliessenden Rahmen verleiht.

Das schönste aber dieses erinnernswerten Gala-Abends: Niemand fiel aus dem Rahmen.

Harald Nicolas Stazol, 9. September 2022, für
klassik-begeistert.de und klassik-begeistert.at

PROGRAMM

Gaetano Donizetti

Piangete voi? / aus der Oper »Anna Bolena«
Tombe degl’avi miei / Arie aus der Oper »Lucia di Lammermoor«

Francesco Cilea

Acerba voluttà, dolce tortura / Arie der Principessa aus »Adriana Lecouvreur«

Piotr I. Tschaikowsky

Ouvertüre zu »Pique Dame« op. 68
Arie der Lisa aus der Oper »Pique Dame«

– Pause –

Richard Wagner

Isoldes Liebestod
»Mild und leise wie er lächelt«, aus der Oper »Tristan und Isolde« WWV 90

Giuseppe Verdi

Forse la soglia attinse / Arie des Riccardo aus der Oper »Un ballo in maschera«

Georges Bizet

Farandole / aus: L’arlésienne / Suite Nr. 2

Giacomo Puccini

Donna non vidi mai / Arie des Des Grieux aus der Oper »Manon Lescaut«    In quelle trine morbide / Arie der Manon aus der Oper »Manon Lescaut« Intermezzo 3. Akt aus der Oper »Manon Lescaut«
Tu, tu, amore, tu? / Duett aus der Oper »Manon Lescaut«

 

Mahlers Auferstehungs-Symphonie beim Musikfest Berlin: Hör’ auf zu beben! Bereite dich, zu leben!

Gustav Mahler
Symphonie Nr.2 in c-Moll

Heidi Stober   Sopran
Karen Cargill   Mezzosopran
Paolo Bortolameolli   Dirigent
Chor und Orchester der Deutschen Oper Berlin

Philharmonie Berlin, 7. September 2022

von Peter Sommeregger

Die 2. Symphonie Gustav Mahlers wird auch „Auferstehungs-Symphonie“ genannt, weil sie einen Teil einer Ode Klopstocks in der Adaption durch den Komponisten zum Thema hat. Durch die große Besetzung, inklusive Orgel, gemischten Chor und zwei Gesangssolistinnen erhält das Werk eine Wucht, die immer wieder beeindruckt.

Die Deutsche Oper Berlin wählte das Werk für ihr traditionelles Gastspiel beim Musikfest Berlin, der GMD Donald Runnicles musste aber wegen einer Corona-Erkrankung ersetzt werden. Für ihn übernahm sehr kurzfristig der Italiener Paolo Bortolameolli, der mit großem Engagement in die Bresche sprang. Schwierig zu sagen, wie viel an der Interpretation schon von Runnicles bei den Proben festgelegt wurde, jedenfalls überzeugte der Einspringer mit deutlicher Zeichengebung und großem Temperament, das für dieses monumentale Werk erforderlich ist. „Gustav Mahler, Symphonie Nr.2 in c-Moll
Philharmonie Berlin, 7. September 2022“
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Annette Dasch als Gräfin Dubarry zu Besuch in der Late-Night-Show von Sonnenkönig Harald Schmidt

Annette Dasch (Gräfin Dubarry), Harald Schmidt (König Ludwig XV.) © Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Als erste Premiere der Saison 2022/23 spielt die Wiener Volksoper die Operette “Die Dubarry” von Carl Millöcker in der textlichen Neufassung von Theo Mackeben. Diese Fassung wurde 1931 zum ersten Mal im Admiralpalast in Berlin aufgeführt, nachdem die Operette ursprünglich 1879 im Theater an der Wien unter der Bezeichnung “Gräfin Dubarry” auf ein Libretto von Friedrich Zell und Richard Genée uraufgeführt worden war.

Volksoper, Wien, 7. September 2022 PREMIERE

Carl Millöcker, “Die Dubarry”

Operette von Carl Millöcker und Theo Mackeben

Kai Tietje, Dirigent
Jan Philipp Gloger, Regie

Mit Annette Dasch, Lucian Krasznec, Juliette Khalil, Wolfgang Gratschmaier, Harald Schmidt, Marco Di Sapia, u.a.

von Jean-Nico Schambourg

Die Geschichte erzählt den Aufstieg des einfachen Mädchens Jeanne Beçu zur einflussreichen Maîtresse von Louis XV. Auf diesem Weg muss sie verschiedene Schicksalsschläge einstecken, muss sich gegen sex- und machtgeile Männer und deren Intrigen und körperliche Übergriffe wehren. Sie zeigt sich als selbstbewusste Frau, die gewillt ist, ihr Leben autonom zu bestimmen und nicht sexuelles Lustobjekt oder gesellschafts-politischer Spielball der Männer zu sein. Annette Dasch weiß die verschiedenen Lebens- und Gemütsphasen der Protagonistin wunderbar darzustellen.

„Carl Millöcker, “Die Dubarry”
Volksoper, Wien, 7. September 2022 PREMIERE“
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DIE FREITAG-PRESSE – 9. SEPTEMBER 2022

Foto: Katharina Wagner, Foto: azonline (c)

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DIE FREITAG-PRESSE – 9. SEPTEMBER 2022

Kommentar – Stoppt den Kulturkampf! Thielemann, Winnetou und der Führer
Bitte nicht noch so eine absurde Debatte! Bei den Bayreuther Festspielen ist Streit entbrannt um das Wort „Führer“, das im „Lohengrin“ gesungen wird. Festspielchefin Katharina Wagner ließ die anstößige Vokabel durch „Schützer“ ersetzen. Dirigent Christian Thielemann hält das für einen Skandal. Beide haben Unrecht. Ein Kommentar von BR-KLASSIK-Redakteur Bernhard Neuhoff.
BR.Klassik.de

Wien/ Staatsoper
Ein nach drei ausverkauften Vorstellungen lupenreiner musikalischer Hattrick

Wolfgang Amadeus Mozarts „Zauberflöte“ an der Staatsoper: Im Sport würde man sagen, die Wiener Staatsoper verbucht derzeit einen sehr guten Lauf. Mit Mozarts „Zauberflöte“ in der ersten Woche dieser Spielzeit schaffte sie den Hattrick mit drei ausverkauften Vorstellungen en suite. Zurecht.
Kraft- und Ausstrahlungszentrum ist Günther Groissböck als Sarastro. Klug gestaltet er diese Partie, besticht mit brillanter Stimmführung und Charisma
http://kurier.at/kultur/ein-nach-drei-ausverkauften-vorstellungen-lupenreiner-musikalischer-hattrick/402139410

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Blamage im bekanntesten Opernhaus der Welt: Babies brüllen, während Anna Netrebko singt!

Anna Netrebko als „Mimì“. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn

Eröffnung der Saison 2022/23 der Wiener Staatsoper mit dem Kassenschlager “La Bohème” von Giacomo Puccini am 5. September 2022

Die Saison 2022/23 sollte eigentlich mit der Oper „La Juive“ von Fromental Halévy, jedoch aufgrund der Erkrankung der zwei Hauptprotagonisten wurde die Oper abgesetzt und durch „La Bohème von Giacomo Puccini ersetzt. Als besonderes Schmankerl hat die Staatsoper Anna Netrebko für die Rolle der Mimì engagiert neben dem Tenor Vittorio Grigolo als Rodolfo.

von Jean-Nico Schambourg

Vor der Oper manifestierten ungefähr 50 Menschen gegen den Überfall Russlands auf die Ukraine und Anna Netrebko. Drinnen in der Oper war man gespannt, wie der Empfang für die  Sopranistin sein würde, die ja wegen ihrer langjährigen Putin-Nähe längere Zeit an den großen Opernhäusern ausgeschlossen wurde.

Ja, es gab zu ihrem Auftritt Buhrufe von einigen wenigen Zuschauern. Es brauchte aber nicht viele BravaRufer um die ersteren ziemlich schnell verstummen zu lassen, so dass die Vorstellung ohne weiteren Störungen über die Bühne ging.

Öfters gestört wurde die Vorstellung allerdings durch das Weinen und Schreien von Kleinkindern, die, gemäß Murphy’s Law, natürlich immer bei großen Arien (zum Beispiel von Rodolfo und Musetta) einsetzten. Die Altersuntergrenze von 6 Jahren wurde vom jetzigen Staatsoperndirektor Bogdan Roščić abgeschafft. Leider kann man sich aber nicht auf den Verstand der Eltern verlassen, die mit ihrem Opernbesuch mit der ganzen Familie weder den anderen Zuhörern, noch den Kindern selbst eine große Freude bereiten.

„Eröffnung der Saison 2022/23 der Wiener Staatsoper
Wiener Staatsoper, 5. September 2022“
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Plácido Domingo entschuldigt sich für das Verona-Debakel – er will 2023 trotzdem wieder in die Arena

Foto: Turandot, Arena di Verona 2022, Foto: Dr. Charles E. Ritterband

von Dr. Charles E. Ritterband

Es war ein ernüchternder Beleg dafür, dass große Namen keineswegs immer Garanten für große künstlerische Leistungen sind: Wir haben an dieser Stelle über die beiden Abende mit Plácido Domingo in der Arena di Verona ausführlich berichtet – die Verdi-Gala mit Domingo als Sänger am 25. August und „Turandot“ mit Domingo am Dirigentenpult am 26. August 2022. Beide Abende waren desaströs: Der Weltstar schlug sich schlecht und recht durch zwei Verdi-Opern, „Aida“ und „Don Carlo“, bei der dritten, „Macbeth“, versagte die Stimme und er konnte seinen Auftritt nicht zu Ende führen. Dafür stand er am nächsten Abend voll Vitalität vor dem Orchester – und aus der grandiosen „Turandot“ wurde eine lustlos-temperamentlose Angelegenheit, noch dazu mit einer Turandot, die man lieber nicht hätte hören wollen. „Arena di Verona, Plácido Domingos Debakel
klassik-begeistert.de 8. September 2022“
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Pappano und Levit gestalten Busonis Klavierkonzert als musikalisches Feuerwerk

Musikfest Berlin – Orchestra e Coro dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, Leitung Sir Antonio Pappano, Igor Levit Klavier, Schönberg | Busoni, © Fabian Schellhorn

Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom

Antonio Pappano   Dirigent
Coro dellʼAccademia Nazionale di Santa Cecilia
Igor Levit   Klavier

Arnold Schönberg
Verklärte Nacht, Fassung für Streichorchester

Ferruccio Busoni
Konzert für Klavier und Orchester mit Männerchor

Coro dellʼAccademia Nazionale di Santa Cecilia
Igor Levit  Klavier

Philharmonie Berlin, 5. September 2022

 von Peter Sommeregger

Die beiden Werke, die in diesem Konzert erklangen, entstanden zeitlich nahe an der vorletzten Jahrhundertwende und sind beide geprägt von der Entstehung neuer Formen der Musik in dieser Zeit. Sie folgen allerdings formal noch den alten Traditionen. Schönberg schrieb sein Streichsextett inspiriert durch die schwüle Jugendstil-Lyrik des Dichters Richard Dehmel, der heute nur noch durch Vertonungen seiner Werke bekannt ist. Später schuf er eine Fassung des Werkes für großes Streichorchester, die auch in diesem Konzert zu hören war. „Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom, Antonio Pappano Dirigent
Philharmonie Berlin, 5. September 2022“
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Die DONNERSTAG-PRESSE – 8. SEPTEMBER 2022

Elīna Garanča (Carmen), Piotr Beczała (Don José). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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Die DONNERSTAG-PRESSE – 8. SEPTEMBER 2022

Wien/Staatsoper
Bizets „Carmen“ mit Elina Garanča an der Wiener Staatsoper
Wie stets bei Garanča bilden die verkörperte Figur und vokaler Ausdruck eine Einheit
DerStandard.at

„Carmen“ in der Staatsoper: Das Unzüchtige überlässt man den anderen (Bezahlartikel)
Wenig lasziv, dafür aber umso wirkungsvoller: Elina Garanča sang erstmals in Wien die Carmen in Calixto Bieitos bedrückender Inszenierung. Ihre ganz persönliche Sichtweise fügt sich glaubwürdig ein.
DiePresse.com

Ein Tenor allein zuhaus’
„Carmen“ mit indisponierter Garanča an der Staatsoper. Es gibt Abende im Musiktheater, da läuft alles wie am Schnürchen. Und solche, bei denen das nicht der Fall ist. Die Wiederaufnahme der „Carmen“-Produktion an der Staatsoper diesen Dienstag gehört in letztere Kategorie – was ein Blick auf den Programmzettel vorab nicht nahegelegt hätte.
WienerZeitung.at

Wien/ Staatsoper
Zwischen Buhs und Jubel: Netrebko zurück an der Staatsoper(Bezahlartikel)
DiePresse.com

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