Der Geist Leonard Bernsteins lebt: Das Hamburg Ballett eröffnet die Spielzeit

Hamburgische Staatsoper, 9. September 2018
„Bernstein Dances“, Ballettrevue von John Neumeier
Musik: Leonard Bernstein
Choreografie und Bühne: John Neumeier
Kostüme: Giorgio Armani
Dorothea Baumann, Sopran
Oedo Kuipers, Bariton
Sebastian Knauer, Klavier
Liza Ferschtman, Violine
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Garrett Keast, Musikalische Leitung

von Leonie Bünsch

100 Jahre Leonard Bernstein! Auch John Neumeier gedenkt seinem Freund und Kollegen und widmet ihm in Hamburg die Spielzeiteröffnung mit der Wiederaufnahme seiner Ballettrevue „Bernstein Dances“. Den Titel kann man auf zweierlei Weisen verstehen: „Bernstein tanzt“ und „Bernstein-Tänze“. Beides trifft auf diese Inszenierung zu. „„Bernstein Dances“, Ballettrevue von John Neumeier,
Staatsoper Hamburg“
weiterlesen

Großer Premierenerfolg für Herbert Fritsch – Slapstick-„Così fan tutte“ an der Staatsoper Hamburg

Foto: Hans Jörg Michel (c)
Staatsoper Hamburg, 8. September 2018
Wolfgang Amadeus Mozart, Così fan tutte

Inszenierung und Bühnenbild: Herbert Fritsch
Musikalische Leitung: Sébastien Rouland
Fiordiligi: Maria Bengtsson
Dorabella: Ida Aldrian
Guglielmo: Kartal Karagedik
Ferrando: Dovlet Nurgeldiyev
Despina: Sylvia Schwartz
Don Alfonso: Pietro Spagnoli
Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chor der Hamburgischen Staatsoper

von Sarah Schnoor

Ohne Frage ist Herbert Fritsch ein Meister des Slapsticks, der schrillen Farben und übertriebenen Gesten. So erwartete man für die Eröffnungspremiere an der Hamburgischen Staatsoper großartig Komisches. Gespielt wird Wolfgang Amadeus Mozarts „Così fan tutte“ oder auf Deutsch „So machen es alle“. Das kann man über Fritsch nicht sagen. Seine besondere Regiehandschrift erkennt man sofort. Gleichzeitig ist er auch Bühnenbildner seiner Inszenierung und setzt auf knallige Farben – rot, grün, blau, orange – und ein einziges Bild. Deckenhohe, einfarbig-glänzende Seitenwände, die nach hinten offen sind. Bewegung kommt durch die absenkbare Decke und eine geniale Lichtregie (Carsten Sander) in das Bühnenbild. Farbige Riesenkristalle und ein selbstspielendes Cembalo bieten dem spielfreudigen Ensemble eine Phantasielandschaft zum Austoben. „Wolfgang Amadeus Mozart, Così fan tutte,
Staatsoper Hamburg“
weiterlesen

Hamburger Pianosommer 2018: Vier Dorsche in der Karibik

Foto: martin-tingvall.com (c)
Hamburger Pianosommer 2018

Staatsoper Hamburg, 20. August 2018
Konzert von Axel Zwingenberger, Joja Wendt, Sebastian Knauer und Martin Tingvall

Ein Gastbeitrag von Teresa Grodzinska

Ich würde mir nie erlauben, ein Konzert in den heiligen Hallen der Hamburgischen Staatsoper wie oben zu betiteln, hätte Martin Tingvall sein Duett mit Axel Zwingenberger nicht als “Zwei Dorsche in der Karibik” angekündigt. Aus seiner entzückenden Ansprache mit schwedischem Zungenschlag hoffe ich richtig verstanden zu haben, dass er damit fiebrig jazzende Nordeuropäer meinte. Andere Auslegungen sind mir sehr willkommen. „Hamburger Pianosommer 2018, Axel Zwingenberger, Joja Wendt, Sebastian Knauer und Martin Tingvall,
Staatsoper Hamburg“
weiterlesen

Nachgelesen - Interviews von klassik-begeistert.de
Andreas Schager

Foto: Andreas Schager als Siegfried an der Staatsoper Berlin ©Lyrten71
„Einfach die Emotion machen lassen, vor allem bei Wagner“

Interview vom 13. September 2017 

Andreas Schager war der Parsifal in Bayreuth und ab Samstag, 16. September, auch in Hamburg. Die Stimme ölt er sich mit einem Tamino zwischendurch. Klassik-begeistert.de hat den sympathischen Österreicher zum Gespräch in der Hamburgischen Staatsoper getroffen. Im Interview spricht der Tenor über seine Operettenvergangenheit und erklärt, warum er sich dem Siegfried auf besondere Weise verbunden fühlt und was die Kühe auf dem heimischen Bauernhof damit zu tun haben. Außerdem verrät er, warum Sänger manchmal wie Babys sein müssen und richtet einen Appell an alle Klassik-Begeisterten.

klassik-begeistert.de: Herr Schager, im vergangenen Jahr haben Sie an der Hamburgischen Staatsoper den Erik in Richard Wagners „Fliegendem Holländer“ gesungen. Nun kehren Sie zurück für den „Parsifal“. Wie geht es Ihnen als Österreicher in Norddeutschland? „Nachgelesen – Interviews von klassik-begeistert.de Andreas Schager“ weiterlesen

Nachgelesen - Interviews von klassik-begeistert.de
Nadezhda Karyazina

Foto: Werther (Salzburger Landestheater) © Christina Canaval
„Gott hat mir meine Stimme gegeben,
um etwas Schönes in die Welt zu tragen“

Interview vom 21. August 2017

Als Kind betrat Nadezhda Karyazina zum ersten Mal das Opernhaus ihrer Heimatstadt Moskau und wollte fortan Opernsängerin werden. Mittlerweile singt die 30-Jährige preisgekrönte Mezzosopranistin seit zwei Jahren als festes Ensemblemitglied an der Hamburgischen Staatsoper und gilt mit ihrer vollen, ausdrucksstarken Stimme als glänzender Nachwuchsstar. Klassik-begeistert.de traf die junge Mutter und sprach mit ihr über ihre Zeit am Bolschoi-Theater und am Londoner Royal Opera House, über das Hamburger Publikum und über Momente, die sie zu Tränen rühren. „Nachgelesen – Interviews von klassik-begeistert.de Nadezhda Karyazina“ weiterlesen

Nachgelesen - Interviews von klassik-begeistert.de
Wilhelm Schwinghammer

Foto: Berthold Fabricius (c)
„Allein bist Du auf der Bühne nichts – ich bin ein Team-Player“


Exklusivinterview vom 17. August 2017

Der Bass Wilhelm Schwinghammer verlässt nach 11 Jahren das Ensemble der Hamburgischen Staatsoper. Der 40 Jahre alte Bayer hat viele tolle Angebote an großen Häusern und arbeitet künftig als freier Sänger. Im großen Interview mit klassik-begeistert.de erklärt er, wie sehr ihn die Regensburger Domspatzen und Kurt Moll geprägt haben. Und er freut sich, demnächst einmal den Ochs, Gurnemanz und Mephistopheles zu singen.

klassik-begeistert.de: Herr Schwinghammer, Sie verlassen nach 14 Jahren die Hamburgische Staatsoper, 11 Jahre gehörten Sie zum Ensemble. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Wilhelm Schwinghammer: Das waren mehrere Entscheidungen. Ich habe international und national viele schöne Angebote von tollen Opernhäusern und wollte jetzt einfach den nächsten Schritt gehen und mein Repertoire um neue Rollen wie den Baron Ochs in der Richard-Strauss-Oper „Der Rosenkavalier“ erweitern. Es wiederholt sich Vieles, wenn man 14 Jahre an einem Haus ist: das Repertoire, die Inszenierungen… Ich suche neue Reize und Herausforderungen – das war der größte Beweggrund. Als Mitglied in einem festen Ensemble kann man nicht alle Offerten wahrnehmen. Man wird eingeteilt, hat seine Verpflichtungen und kann nur darum herum seine Engagements international wahrnehmen. Jetzt kann ich mir die schönsten Angebote heraussuchen.

„Nachgelesen – Interviews von klassik-begeistert.de Wilhelm Schwinghammer“ weiterlesen

Nicht menschlich: Kanadier begeistern mit Choreographie- und Tanzkunst bei den Ballett-Tagen Hamburg

Foto: Zinger/hfr
Staatsoper Hamburg, 4. Juli 2018

The National Ballet of Canada
Mit Choreografien von Robert Binet, James Kudelka und Crystal Pite
THE DREAMERS EVER LEAVE YOU
Musik: Lubomyr Melnyk
Konzept und Choreografie: Robert Binet
Kostüme: Robyn Clarke
Licht: Simon Rossiter
THE MAN IN BLACK
Musik: Johnny Cash
Choreografie: James Kudelka
Kostüme: Jim Searle und Chris Tyrell for Hoax Couture
Licht: Trad A Burns
EMERGENCE
Musik: Owen Belton
Choreografie: Crystal Pite
Bühnenbild: Jay Gower Taylor
Kostüme: Linda Chow
Licht: Alan Brodie

von Sebastian Koik

 Zum Schluss gibt es eine Ballett-Sensation, ein perfektes außerirdisches Tanzstück!

Doch eins nach dem anderen: Auf dem Programm zu den Hamburger Ballett-Tagen in der Staatsoper stehen drei Werke kanadischer Choreografen. Den Reigen eröffnet ein Stück des 1991 geborenen Choreografen Robert Binet. „The National Ballet of Canada, Choreografien von Robert Binet, James Kudelka und Crystal Pite,
Staatsoper Hamburg“
weiterlesen

"Das Lied der Erde" in Hamburg: Wie tanzt man Depression?

Foto: Kiran West (c)
Staatsoper Hamburg
, 30. Juni 2018
Das Lied von der Erde, Ballett von John Neumeier
Musik: Gustav Mahler(1840 – 1911)
Choreografie, Bühnenbild, Licht und Kostüme: John Neumeier
Klaus Florian Vogt, Tenor
Christoph Pohl, Bariton

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Leitung: Simon Hewett

Ein Gastbeitrag von Teresa Grodzinska

„Das Lied von der Erde“ wurde im Februar 2015 in der Pariser Oper uraufgeführt. Die Premiere in Hamburg fand am 4. Dezember 2015 statt. Die Aufführung, der ich beiwohnte, fand im Rahmen der „Hamburger Balletttage“ statt und war die zwölfte seit der Premiere im Dezember 2015. „Das Lied von der Erde, Ballett von John Neumeier, Klaus Florian Vogt, Hamburg Ballett,
Staatsoper Hamburg“
weiterlesen

Telemann als schwungvolle Barmusik - "Miriways" an der Staatsoper Hamburg

Foto: Matthias Baus (c)
Staatsoper Hamburg
, 3. Juli 2018
Georg Philipp Telemann, Miriways

von Sarah Schnoor

Getränkehalter an den Stühlen, Glenn Millers „Moonlight Serenade“, Dämmerlicht, abgehängte Decke, ein paar Tische – alles in Schwarz-Weiß mit dezent gold-gelber Note und fertig ist die 1950er-Jahre-Baratmosphäre. Kommt man in die opera stabile, sitzt die „Barband“, bestehend aus Mitgliedern der Orchesterakademie des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg, schon bereit, und auch die Bardame (Ruzana Grigorian) hübscht sich und ihre Gläser hinter dem Tresen fleißig auf. Das Publikum darf mit an den im Raum verteilten Tischen sitzen, und alles wirkt so authentisch, dass ein Zuschauer sogar versucht, bei Ruzana Grigorian (Samischa) ein Getränk zu bestellen. „Georg Philipp Telemann, Miriways,
Staatsoper Hamburg“
weiterlesen

Hamburg Ballett: Die Musik wächst aus den Schritten, die Schritte wachsen aus der Musik

Foto: Hamburg Ballett (c)
Staatsoper Hamburg
, 29. Juni 2018
Duse, choreografische Phantasien über Eleonora Duse.
Musik: Benjamin Britten und Arvo Pärt
Choreografie, Bühnenbild, Licht und Kostüme: John Neumeier

Ein Gastbeitrag von Teresa Grodzinska

Ars longa, vita brevis – das Leben ist kurz, die Kunst ist lang. Jetzt nicht mehr.

„Duse“ ist das zweite Ballett von John Neumeier, das ich diese Woche sehen durfte. Das erste, „Nijinsky“, sah ich privat vor paar Tagen – daher erschien hier kein gesonderter Beitrag darüber.

Ich komme nicht umhin, die beiden Abende zu vergleichen. Es gibt wirklich frappierende Parallelen zwischen dem Leben beider Künstler und Parallelen zwischen den beiden Werken von John Neumeier. „Nijinsky“ entstand im Jahre 2001, Wiederaufnahme 2016. „Duse“ wurde am 6. Dezember 2015 in Hamburg uraufgeführt.

Beide Titel, schlicht und ohne Schnörkel daherkommend, „Nijinski“ und „Duse“ deuten es an: Es handelt sich um berühmte Namen, um berühmte Künstler. „Nijinsky, Duse, John Neumeier, Hamburg Ballett,
Staatsoper Hamburg“
weiterlesen