Auf den Punkt 84: Teamgeist-Downsides in der Elbphilharmonie

James Gaffigan © Miguel Lorenzo

Richard Strauss / Macbeth – Sinfonische Dichtung op. 23

Grażyna Bacewicz / Konzert für Viola und Orchester

Felix Mendelssohn Bartholdy / Ouvertüre zu Ein Sommernachtstraum op. 21

Sergej Prokofjew /  Romeo und Julia – Auszüge aus den Ballett-Suiten Nr. 1 op. 64a, Nr. 2 op. 64b und Nr. 3 op. 101 (zusammengestellt von James Gaffigan)

NDR Elbphilharmonie Orchester
James Gaffigan / Dirigent
Lawrence Power / Viola

Elbphilharmonie, Großer Saal, 19. März 2026

von Jörn Schmidt

Bereits am 23. Januar 2025 war der amerikanische Dirigent James Gaffigan beim NDR Elbphilharmonie Orchester zu Gast. „Der amerikanische Dirigent James Gaffigan ist für seine natürliche Lockerheit und seinen außergewöhnlich kollaborativen Arbeitsgeist bekannt“, stand seinerzeit im Programmheft.

Wie so ein lockerer Kollaborateur dirigiert, können Sie in Folge 41 meiner Kolumne nachlesen. Aber Menschen entwickeln  sich weiter. Genetisch und kulturell. Ich zum Beispiel bin jetzt bei Folge 84 angelangt.

Und nach einem Blick ins Programmheft war klar, auch James Gaffigan hat sich weiterentwickelt. Im Programmheft der gleiche Einstieg in seine Vita, aber bei den besonderen Eigenschaften wurde im Detail nachjustiert:

Der amerikanische Dirigent James Gaffigan ist bekannt für seine natürliche Souveränität und seinen außergewöhnlichen Teamgeist.“ Souverän statt locker und teamfähig statt kollaborativ. Das ist mal ein Upgrade? „Auf den Punkt 84:  Teamgeist-Downsides in der Elbphilharmonie
Elbphilharmonie, 19. März 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 159: Wir danken dem Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper

Foto: © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Es ist nicht so selbstverständlich, bei jedem Opernhaus leicht zu handhabende Unterlagen für „Schweitzers Klassikwelten“ zu finden. Da loben wir die Wiener Staatsoper.

Suchergebnis

Interpreten „Benoît“ in „La Bohème (Puccini)“ von 01.01.1963 bis 31.12.1973

Mario Guggia
35 Vorstellungen / 19.06.1967-30.11.1973

Peter Klein
73 Vorstellungen / 02.01.1963-30.03.1972

Erich Kunz
1 Vorstellung / 29.12.1973

Erich Majkut
3 Vorstellungen /25.04.1963-26.06.1963

Hugo Meyer-Welfing
4 Vorstellungen / 12.01.1963-31.03.1963

Alois Pernerstorfer
4 Vorstellungen / 04.09.1973-24.10.1973

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von Lothar und Sylvia Schweitzer

In Schweitzers Klassikwelten 16-18 vom Oktober 2020 befassten wir uns mit der Biografie Ljubomir Pantscheffs unter dem von uns gewählten Titel: „Ein interessantes Sängerleben von vielen Sternen am Opernhimmel überdeckt“. Wir konnten neben der Biografie von Iwetta Milewa auch eigene Erfahrungen mit dem Bassisten einbringen.

Unter Zuhilfenahme des Staatsopernarchivs bekamen wir bestätigt, dass der Spezialist auf markante Kleinrollen in der „Salome“ immer nur den Zweiten Soldaten, aber nie den beeindruckenderen Ersten Nazarener sang und im „Rosenkavalier“ die Charakterstudie des asthmatischen Notars im Lever, doch nie den stimmlich auftrumpfenden Polizeikommissär im 3. Akt. In der „Ariadne“ sang er 64mal den Lakaien im Vorspiel und nur achtmal den Truffaldin der Komödiantentruppe. „Schweitzers Klassikwelt 159: Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper
klassik-begeistert.de, 17. März 2026“
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Ladas Klassikwelt 116: Musikinspirierte Zeichnungen begründen eine schöne Freundschaft

 

Fremde Geige, gehst Du mir nach?
In wieviel fernen Städten schon sprach
deine einsame Nacht zu meiner?
Spielen dich hunderte? Spielt dich einer?

Diese Worte aus dem Gedicht „Die Nachbarn“ von Rainer Maria Rilke beziehe ich auf die Geschichte zweier junger Künstler, die sich in einer „fernen Stadt“ angefreundet haben.

von Jolanta Łada-Zielke

Beide absolvierten ihre Hochschulausbildung in München. Friedrich Johann (Fritz) Sonnleitner (1920–1984), ein herausragender Geiger aus Altötting, schloss dort die Staatliche Akademie für Musik ab. Der gebürtige Münchner Blasius Spreng (1913–1987) war Maler, Bildhauer sowie Künstler für Glasfenster und Mosaikgestaltungen, insbesondere Dekorateur für Kunst am Bau. Er studierte klassische Malerei an der Akademie für Angewandte Kunst München und unternahm anschließend mehrere Bildungsreisen. Zu seinen bekanntesten Werken zählen unter anderem der Fastnachtsbrunnen in Mainz, die gesamte künstlerische Gestaltung der Liederhalle in Stuttgart sowie des Staatstheaters in Kassel [1]. „Ladas Klassikwelt 116: Musikinspirierte Zeichnungen
klassik-begeistert.de, 15. März 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis Mezzosoprane und Altistinnen, Teil 2

Kate Lindsey als Nerone (links) und Sonya Yoncheva als Poppea © Salzburger Festspiele Maarten Van den Abeele

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Im Jahr 1963 war noch nicht das Streben nach einem Originalklang zum Ideal geworden. Außerdem ließ Monteverdi für individuelle Aufführungen genügend Freiheiten. Damals sang an der Wiener Staatsoper der interessante Charaktertenor Gerhard Stolze den Nero.

Wir zögerten daher zuerst diese Oper mit Kate Linsey als Kaiser Nero bei den Salzburger Festspielen 2018 zu besuchen. Doch unsere Skepsis wich bald nach dem Einhören. Die Psychologie lehrt uns, dass bei den Geschlechtern unterschwellig eine Gegenströmung vorhanden ist. Außerdem ist für die Grammatik die Liebe weiblich. „Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis Mezzosoprane und Altistinnen, Teil II
klassik-begeistert.de“
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Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis beachtenswerter Mezzosoprane und Altistinnen, Teil I

Giulietta Simionato – Foto Fayer, Wien

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Es war vor sechsundsechzig Jahren. Ihre markanten Gesichtszüge sind mir mehr in Erinnerung haften geblieben als ihre Stimme, die mich in der Partie der Eboli begeisterte. Rätselhaft, warum ich ihre Amneris in meiner „Verdi-Periode“ versäumte, noch dazu im Verband mit den Baritongrößen Protti und Bastianini.

Ab 1961 war eine lange Zeit mein Interesse mehr an Wagner und Strauss ausgerichtet. Diese Komponisten fehlten in ihrem Repertoire an der Wiener Staatsoper. Sie wirkte aber in der Altpartie auch in der Produktion von Glucks „Orpheus und Eurydike“ mit, die vom 15. Dezember 1959 bis 2. Jänner 1960 im Ganzen nur drei Vorstellungen erreichte. „Schweitzers Klassikwelt 158: Ein kleiner Kreis beachtenswerter Mezzosoprane und Altistinnen, Teil I“ weiterlesen

Klein beleuchtet kurz 69: Wann tun Sie endlich etwas dagegen, Herr Lieben-Seutter?

London Philharmonic Orchestra, Karina Canellakis – Foto: Patrik Klein

Wenn die Insassen von acht Reisebussen das London Philharmonic Orchestra zersägen.

London Philharmonic Orchestra

Alexander Malofeev, Klavier
Karina Canellakis,Dirigentin

von Patrik Klein

Nach vier kulturlosen Wochen in den Tropen war man ausgehungert nach Musik, nach klassischer Musik, ja nach berührender Musik.

Und eigentlich darf man sicher sein, dass wenn man ein Ticket für das London Philharmonic Orchestra hat, dass es gut wird – manchmal sogar sehr gut – gelegentlich sogar exzellent.

Gestern Abend war es anders. Es kann jedoch auch sein, dass mir der Hörgenuss durch das ungehörige Publikum dermaßen verhagelt wurde, dass ich die Feinheiten überhörte, nicht wahrnahm, sondern einfach nur genervt war. „London Philharmonic Orchestra, Alexander Malofeev, Klavier
Elbphilharmonie, 25. Februar 2026“
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Auf den Punkt 83: Vorsicht vor Schlagerfuzzis

Giuseppe Verdi, Rigoletto, Deutsche Oper Berlin © Bettina Stöß

Giuseppe Verdi / Rigoletto

Melodramma in drei Akten
Libretto von Francesco Maria Piave
Uraufführung am 11. März 1851 in Venedig
Premiere an der Deutschen Oper Berlin am 21. April 2013

Orchester der Deutschen Oper Berlin
Roberto Rizzi Brignoli  / Dirigent

Deutsche Oper Berlin, 1.  März 2026

von Jörn Schmidt

DISCLAIMER I – Es ist nichts falsch daran, Schlager zu mögen oder zu singen. Für die dringendst gebotenen Differenzierungen lesen Sie bitte hier bei klassik-begeistert meine Interviews mit den Opernstars Romana Amerling und Mariangela Sicilia.

DISCLAIMER II – Schlager schaden  Ihrem Herzen.

Ein Disclaimer ist eine rechtliche Erklärung, die typischerweise verwendet wird, um sich von Haftung für bestimmte Inhalte zu befreien. Funktioniert nicht immer, aber mit ist besser als ohne.

Konkret habe ich meiner Kolumne den ersten Disclaimer vorangestellt,  damit Andreas Schmidt, der Herausgeber von klassik-begeistert, vor äußerungsrechtlichen Abmahnungen geschützt ist. Denn nicht jeder Künstler findet es vielleicht lustig, als Schlagerfuzzi (s.u.) dazustehen. „Auf den Punkt 83: Vorsicht vor Schlagerfuzzis
Deutsche Oper Berlin, 1. März 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 157: Träume von Besetzungen erfüllten sich noch nicht

Foto © KreaShibai

Das Wörtchen „noch“ haben wir hinzugefügt, denn wir wollten nicht nur von der Vergangenheit erzählen. Namen wie Rysanek, Janowitz, Hückl, Klein und Stolze werden unseren jüngeren Leserinnen und Lesern wohl kaum mehr viel sagen und schon gar nicht im Ohr sein können. Vielleicht die ersten zwei Sopranistinnen von CDs her.


von Lothar und Sylvia Schweitzer

So wollte ich im Jahr 1960  d e n  Charaktertenor der Wiener Staatsoper, Peter Klein,  als Mime erleben. „Gerhard Stolze“, ein neuer Name stand dann auf dem Besetzungszettel. Aber der neue Mime wurde zu einem meiner Lieblingssänger.

Noch ein Beispiel aus der Vergangenheit: Sylvia und ich erfuhren vor kurzem, dass die von uns sehr verehrte „Adriana Lecouvreur“, Marilyn Zschau, schon Jahre zuvor in der Wiener Volksoper die Marie/Marietta in Korngolds „Die tote Stadt“ gesungen hatte. Diese Oper, heute eine unsrer Lieblingsopern, war uns damals noch unbekannt. Ärgerlich! „Schweitzers Klassikwelt 157: Träume von Besetzungen erfüllten sich noch nicht
klassik-begeistert.de, 17. Februar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 156: So kann man sich (konnten wir uns) bei Rezensionen irren

Changing Voice © Werbegrafik Delight Star Studio

Der Dichter und Sänger Leonard Cohen empfand jeden gelungenen Abend als Glück und Gnade. So kann bei einer einmaligen Begegnung mit einer Sängerin oder einem Sänger ein falsches Bild entstehen, das aber durch den Bericht darüber noch dazu vervielfältigt wird.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Ein nicht beeindruckender Prolog des Tonio zum Beispiel kann in den folgenden fünfundsechzig Minuten von „Pagliacci“ schwer wettgemacht werden. Doch dann lesen wir überraschend von einer „La Traviata“ an der Staatsoper Unter den Linden über denselben Interpreten: „Der Bariton war ein Vater Germont wie aus dem Bilderbuch, fast war er zu sympathisch. Mit schöner ausgeglichener Stimme, makellosem Legato und mühelosen Höhen begeisterte er, harmonierte großartig und rücksichtsvoll in den Duetten mit Violetta im zweiten Bild und räumte natürlich in der herrlich gesungenen Arie regelrecht ab.“ Vielleicht war er als Tonio damals ein zu ausgeprägter Kavaliersbariton. „Schweitzers Klassikwelt 156: So kann man sich bei Rezensionen irren
klassik-begeistert.de, 3. Februar 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 155: Chorsängerinnen und -sänger mit Solovertrag eingesetzt

Chor und Extrachor der Wiener Staatsoper in „Nabucco“ © Michael Pöhn/Wiener Staatsoper

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Es klingt widersprüchlich: Da wird ein 2. Bass in einer stummen Rolle eingesetzt.

So im „Rosenkavalier“ als Leopold. In den Opernführern ist diese Rolle oft nicht namentlich angeführt, sondern nur undifferenziert unter „Lakaien“.

Reclams Opernführer hebt vor den angeführten „Lakaien“ einen „Leiblakai des Ochs von Lerchenau“ heraus, im von uns schon mehrmals erwähnten und gelobten „Opera“ finden wir den „Lerchenauschen Leiblakaien“.

Nur einmal wird in der Oper sein Vorname erwähnt, wenn der Baron Ochs auf Lerchenau ihm resignierend zuruft: „Leopold, wir gehn!“ In den seit 1959 gesehenen „Rosenkavalier“-Aufführungen ist in den Besetzungslisten sein Name „Leopold“ immer angeführt gewesen, meist als Drittletzter. In einer Produktion des Salzburger Landestheaters im Rahmen der Salzburger Kulturtage 1993 lesen wir: „Leopold, Sohn und Leiblakai des Ochs.“ „Schweitzers Klassikwelt 155: Chorsängerinnen und -sänger
klassik-begeistert.de, 20. Januar 2026“
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