Schweitzers Klassikwelt 170: Wir laden zu einem Reigen um „Così fan tutte“ ein

„Così fan tutte“ Theater an der Wien / Teatro Real de Madrid © Javier del Real

Inszenierung   Michael Haneke

Zwei Schwestern haben die passenden Bräutigame gefunden. Das eine Paar ist heiter und gesellig, das andere ernst und in sich gekehrt. Eine solche schematische Zuordnung wird von einem Philosophen mit übersinnlichen Kräften unterlaufen. Die Damen werden ins gegenteilige Temperament verkehrt. Schlussendlich wird alles wieder ins Lot gebracht. Wenn wir diese Kurzfassung einer Aufführung läsen, würden wir glauben, hier lässt eine Regisseurin oder ein Regisseur seine Fantasie an Mozarts „Così fan tutte“ aus.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

„Schweitzers Klassikwelt 170: Ein Reigen um „Così fan tutte“
klassik-begeistert.de, 18. August 2026“
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Pathys Stehplatz (64): Wiener Meisterkurse – gebt den Kindern das Kommando

Foto: Bretwa / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Schon Herbert Grönemeyer forderte: Gebt den Kindern das Kommando, denn sie berechnen nicht, was sie tun. Wie man das deutet, bleibt jedem selbst überlassen. Was man als Musiker jedoch von ihnen lernen kann – man muss sich das Kindliche immer beibehalten.

von Jürgen Pathy „Pathys Stehplatz (64): Wiener Meisterkurse
klassik-begeistert, 9. August 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 169: Mantel- und Degenstücke oder (Salon)Naturalismus in der Oper?

Ruine der einstigen Burg von Castellar (Schauplatz von Verdis „Il trovatore“?)  © Daniel Lafranca

Was bevorzugen Sie in der Oper?

Mantel- und Degenstücke entstanden im Spanien des 17. Jahrhunderts. Sie spielen bevorzugt im adeligen Milieu, erzählen von Liebesintrigen und handeln von heldenhaften Abenteuern und Kämpfen.

Der Naturalismus in Literatur und Theater hat das Bemühen, dem Ungeschliffenen, Unterprivilegierten und Hässlichen einen Platz in der Kunst zu verschaffen. Paradebeispiel ist Gerhard Hauptmanns Drama „Die Weber“, in dem Arbeiter als tragische Figuren erscheinen.

von Lothar und Sylvia Schweitzer 

Der Begriff Salonnaturalismus wurde ursprünglich nur in der bildenden Kunst angewandt. Unser Gymnasiallehrer in Deutsch verwendete ihn in den Fünfzigerjahren des vorigen Jahrhunderts bereits für die Autoren Arthur Schnitzler und Frank Wedekind, die sich auf Triebhaftigkeit und die Heuchelei der Gesellschaft fokussierten. „Schweitzers Klassikwelt 169: Was bevorzugen Sie in der Oper?
klassik-begeistert.de, 4. August 2026“
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Auf den Punkt 100:  Ein Bayreuther Parsifal,  ursprünglich nur für Frauen …

Lieber Jörn, dank Deiner Kreativität bist Du, ruckzuck,
auf 100 „Auf den Punkt“ gekommen. Dazu gratuliere und danke ich Dir. Herzlich sagt „Tusind tak“, Andreas Schmidt, Herausgeber

Richard Wagner / Parsifal

Festspielorchester 2026
Festspielchor 2026
Pablo Heras-Casado / Dirigent
Jay Scheib / Regie

Bayreuther Festspiele, 31. Juli 2026

von Jörn Schmidt

Künstlicher Intelligenz (KI) traut man heute allerlei zu. KI könne bald alles, nur besser als der Mensch. Ich habe also KI angesprochen und geteilt, dass ich gerade schlechte Laune hätte, mich aber ein Witz zur Multitasking-Fähigkeit von Männern ungeheuer aufmuntern würde. Man sagt ja, wir Männer könnten nicht mal zwei Dinge gleichzeitig erledigen – ganz anders als Frauen übrigens. Die prompte KI-Reaktion: „Warum können Männer nicht gleichzeitig fernsehen und zuhören? Weil der Fernseher bunte Bilder hat und das Gehirn beim Verarbeiten der Farben bereits zu 100 % ausgelastet ist.“  Finden Sie das lustig?

Da ist noch Luft nach oben. Empathie jedenfalls liegt KI schon mal nicht, würde ich meinen. Aber darum geht es hier nicht, sondern um Jay Scheibs aktuellen Bayreuther Parsifal.  Richard Wagners letzte Oper, ein geniales Gesamtkunstwerk, eigens für das Bayreuther Festspielhaus komponiert. „Auf den Punkt 100: Richard Wagner, Parsifal, Andreas Schager
Bayreuther Festspiele, 31. Juli 2026“
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Auf den Punkt 99: Verschwörungstheoretiker, Paranoiker oder Phobiker am Werk in Bayreuth?

Der fliegende Holländer: Nicholas Brownlee (Holländer), Nadine Weissmann (Mary), Mika Kares (Daland), Elisabeth Teige (Senta) © Bayreuther Festspiele / Enrico Nawrath

Richard Wagner / Der fliegende Holländer

Festspielorchester 2026
Festspielchor 2026

Oksana Lyniv / Dirigentin
Regie & Bühne / Dmitri Tcherniakov

 Bayreuther Festspiele, 29. Juli 2026

von Jörn Schmidt

Stellen Sie sich vor, ein Vater erzählt Ihnen vom Schicksal seiner Tochter. Ihre Liebe ist unendlich groß, so wie ihre Treue. Allein, sie verliebt sich einfach immer in die falschen Männer. Das ist tragisch und endet tödlich. Vermutlich müssen Sie angesichts dieser Geschichte (also Wagners Version der berühmten Seemanns-Sage) erstmal um Fassung ringen – und werden sich fragen: Wie finde ich jetzt tröstende Worte für den trauernden Vater. Nicht so der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov, der – so muss man sich das vermutlich vorstellen – macht dem Vater erstmal Vorwürfe. So in etwa auf dieser Tonspur:  „Auf den Punkt 99: Der fliegende Holländer
 Bayreuther Festspiele, 29. Juli 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 168: Baritone stellen auch in Basspartien ihren Mann

 

Paul Schöffler als Philipp II.  © Foto Fayer Wien

Als Ersten denken wir da an Paul Schöffler. Seinen dunkel getönten Bariton habe ich in natura und meine Frau auf Schallplatten bewundern können. In der Aufnahme von „Tiefland“ merken wir wohl seine bewusste und zielgerichtete Aufmerksamkeit bei den hohen Tönen in der neunten Szene des ersten Akts: „Heut nacht noch komm ich zu dir. Siehst du in deiner Kammer Licht, so weißt du, ich bin es.“ Am Abend der österreichischen Uraufführung von Hindemiths „Mathis der Maler“ hörte ich wegen seines schönen Timbres von seinen Schwierigkeiten in der Höhe hinweg. Wortschöpferisch nannte ich es den „Schöfflerschrei“. Ganz in seinem Element erlebte ich ihn in Verdis „Don Carlos“ als Philipp II.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

„Schweitzers Klassikwelt 168: Baritone
klassik-begeistert.de, 22. Juli 2026“
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Pathys Stehplatz 63: Wagner und Mahler wären virale Content Creator

Originalfoto (1907) von Moriz Nähr (gemeinfrei); KI-Bearbeitung & Design.


Die Aufmerksamkeitsspanne schrumpft, der perfekte „Hook“ entscheidet bei Reels über Erfolg oder Misserfolg. Ausgerechnet Richard Wagner und Gustav Mahler beherrschten dieses Prinzip schon vor über 100 Jahren.

von Jürgen Pathy

Eines haben die großen Komponisten gemeinsam. Sie wissen, wie man den Zuhörer von Anbeginn fesselt. Zu behaupten, sie hätten für die Zukunft komponiert, wäre Unfug. Dennoch sind Gustav Mahler und Richard Wagner damit ideal für unsere Zeit. „Pathys Stehplatz 63: Wagner und Mahler
klassik-begeistert.de, 10. Juli 2026“
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Frauenklang 19: Amy Beach entfaltet ihr außergewöhnliches Talent trotz aller Widerstände

Photo von George Grantham Bain (1865 – 1944), WikiMedia Commons, public domain

Schon von frühester Kindheit an fiel Amy Beach (1867 – 1944) durch außergewöhnliche Musikalität auf. Doch aus den Konventionen der bürgerlichen Gesellschaft Amerikas war kein Entkommen. Sie wurde früh mit einem älteren, reichen Mann verheiratet und konnte kaum öffentlich wirken. Und doch schuf sie als weitgehende Autodidaktin einzigartige Werke, die heute mit Begeisterung wiederentdeckt werden.

von Dr. Lorenz Kerscher

„Frauenklang 19: Die Komponistin Amy Beach
klassik-begeistert.de, 9. Juli 2026“
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Klein beleuchtet kurz 75: Wenn ein Bruch im Bruch mir die Laune verdirbt

Hilary Hahn und Omer Meir Wellber; Foto Patrik Klein

… und ich bleibe dabei: ein klassisches Werk teilweise zu überschreiben ist der größte Unfug, den ich in den letzten Jahren in den Konzertsälen erleben musste. Bei allem Respekt vor den beauftragten Komponisten, die sich einen Kopf machen über ein Werk eines klassischen Komponisten aus der Vergangenheit und etwas Neues kreieren, gehört für mich so ein „Damit beschäftigen“ bestenfalls vorangestellt, aber nicht Sätze ersetzend. Es macht mich traurig und innerlich widerstrebend, dabei an den Komponisten denkend, der sich nicht mehr wehren kann.

Elbphilharmonie Hamburg, 6. Juli 2026

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Hilary Hahn, Violine
Dirigent: Omer Meir Wellber

Max Bruch
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 26 / Mit Überschreibung des 1. Satzes von Barbara Assiginaak (Uraufführung)

Antonín Dvořák:
Sinfonie Nr. 9 e-Moll op. 95 »Aus der Neuen Welt«

von Patrik Klein

„Klein beleuchtet kurz 75: Ein Bruch im Bruch …
Elbphilharmonie Hamburg, 6. Juli 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 167: Es gibt die Liebe auf den ersten Ton

Marilyn Zschau als Adriana Lecouvreur Foto Pálffy, Fotoarchiv Österreichisches Theatermuseum

So gesteht die Merkerin Traude Steinhauser anlässlich einer „La Traviata“ bei der Besprechung Alfredos im Opernjournal „der neue Merker“. Wir fragen uns: Kennen wir das auch?

Ich bin in dem Ausnahmefall so konservativ und denke für meinen Teil als Erstes an Sängerinnen, denn eine erotische Seite lässt sich beim Gesang nicht ausschließen. Spontan fallen mir die Namen Gundula Janowitz, Elisabeth Schwarzkopf, Anny Felbermayer, Jeanette Pilou, Marilyn Zschau, Anneliese Hückl, Pretty Yende und Agneta Eichenholz ein. Verstreut haben wir in unsren über 160 Klassikwelten schon von den Damen erzählt.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

„Schweitzers Klassikwelt 167: Liebe auf den ersten Ton
klassik-begeistert.de, 7. Juli 2026“
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