Zwischen den Sätzen 4:  Programmgestaltung für Nerds

Sylvain Cambreling © Marco Borrgreve

Damit Andreas Schmidt, Herausgeber von klassik-begeistert, keine bösen Zuschriften erhält: Es ist nichts verkehrt daran, sich extrem intensiv für ein spezielles Thema zu interessieren. Ebenso wenig ist es kein Problem, kopflastig oder introvertiert zu sein. Desgleichen hat sich die Bedeutung Nerd verändert: Früher abwertend gebraucht, um sich über Computerfreaks lustig zu machen, heute wertschätzend: Es ist cool, ein Nerd zu sein – schließlich ist großes Fachwissen attestiert zu bekommen, eine Auszeichnung. Auch verdrängt der Nerd den Geek, denn sein Wissen ist heute nicht zwingend auf Logik, Mathematik, Physik oder Technik beschränkt. Glenn Gould (1932–1982) zum Beispiel, kanadische Jahrhundert-Pianist, der gilt als der ultimative Klassik-Nerd.

Laeiszhalle Hamburg, 20. September 2026

Symphoniker Hamburg

Sylvain Cambreling   Dirigent
Jennifer Holloway   Sopran

Ludwig van Beethoven   Die Geschöpfe des Prometheus« op. 43 (Auszüge)
Richard Wagner   Wesendonck-Lieder (Orchesterfassung von Felix Mottl)
Hans Zender   Schumann-Phantasie


von Jörn Schmidt

„Zwischen den Sätzen 4:  Programmgestaltung für Nerds
Laeiszhalle Hamburg, 20. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 36: Julius Fučik – „Einzug der Gladiatoren“ (1899)

 

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Die Musikgeschichte ist nicht nur eine Aneinanderreihung verschiedener Genies und ihrer Produkte. Allzu oft sind es Versuche und Fehlschläge, die vielen der heute hochgeachteten Meisterwerke vorausgehen. Wie diese Kolumne schon zeigte, waren auch Komponisten, die heute (nicht immer zurecht) in den Rang unangefochtener Meister erhoben werden, nicht vor solchen Fehltritten gefeilt. Ein besonders tragischer Fall von Fehlleistung ist es aber, wenn der Nachwelt nichts Anderes als eben jenes eine Stück bekannt bleibt, das wegen seiner Machart völlig anders wirkt, als ursprünglich intendiert. Ein solches Werk haben wir hier mit dem Triumphmarsch von Julius Fučik, auch bekannt als „Einzug der Gladiatoren“.
„Daniels Anti-Klassiker 36: Julius Fučik
klassik-begeistert.de, 21. September 2026“
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Zwischen den Sätzen 3:  Zum Teufel mit der Longevity

Don Giovanni, Wolfgang Amadeus Mozart – Hamburgische Staatsoper © Brinkhoff Mögenburg

Philosophisch betrachtet ist Longevity Unsterblichkeit für Anfänger. Weil uns dieser Trend die Illusion der Unendlichkeit spüren lässt. Longevity-Influencer vermitteln den Eindruck, dass der Tod heutzutage keine metaphysische Gewissheit ist, sondern ein technischer Defekt. Sie müssen nur dieses oder jenes Supplement kaufen, dann können Sie dem Tod so manches Schnippchen schlagen.

Hamburgische Staatsoper   19. September 2026

Wolfgang Amadeus Mozart   Don Giovanni

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chor der Hamburgischen Staatsoper

Omer Meir Wellber   Dirigent
Jan Bosse   Inszenierung

Von Jörn Schmidt

„Zwischen den Sätzen 3: Zum Teufel mit der Longevity
Hamburgische Staatsoper, 19. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 35: Ludwig van Beethoven – „Für Elise“ (1810)

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Wer kennt es nicht? Im Konzertrepertoire gibt es eine Reihe von Stücken, die angeblich jedem gefallen und die scheinbar auch jeder hören will. Leidgeplagte Musiker und Solisten kennen sicherlich diesen Wunsch, nach ihren aufwändigen, einfühlsamen und herausragenden Meisterwerken doch bitte auch noch einmal „das Eine“ aufzuführen. Und allzu oft ist mit diesem „Einen“ einer jener Klischee-„Klassiker“ gemeint, die bereits jeder – egal ob Musiker oder Zuhörer – auswendig kennt. Solch ein Fall von „das Eine“ haben wir auch beim Opus 59 von Beethoven, besser bekannt als „für Elise“.
„Daniels Anti-Klassiker 35: Ludwig van Beethoven – „Für Elise“
klassik-begeistert.de, 20. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 34: Giuseppe Verdi – Triumphmarsch aus „Aida“ (1871)

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Erlangen Komponisten (zu) viel Berühmtheit, gehen ihnen schon mal die Pferde durch. Manches Mal verlieren sie das Gespür für Grenzen, gehen in Wahn über, sich alles erlauben zu können oder fordern sogar Spezialanfertigungen und -instrumente für ihre Musik. Aus solchem Übermut ist auch das ein oder andere Gute entstanden – man erinnere sich nur an die Wagnertuba. Viel zu oft aber endet solcher Narzissmus im Kuriosen, in Absurdität oder in Unikaten. Eines jener Unikate muss man dann auch dem berühmten italienischen Opernkomponisten Giuseppe Verdi unterstellen. Die Rede ist von seiner Oper Aida, die er mit einem instrumentalen Kniff versah, der bestenfalls als „Gag“ herhalten kann.
„Daniels Anti-Klassiker 34: Giuseppe Verdi – Triumphmarsch aus „Aida“
klassik-begeistert.de, 19. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 33: Rimski Korsakow – „Scheherazade“ (1888)

Höchste Zeit, sich als Musikliebhaber neu mit der eigenen CD-Sammlung und der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen. Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese sarkastische und schonungslos ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Scheherazade – frei nach dem Märchen von Tausendundeiner Nacht – ist eine der populärsten, wenn nicht sogar die populärste Komposition von Rimski Korsakow. Nicht nur der Stoff der Erzählung selbst berauscht. Die Musik gilt als Meisterwerk der Instrumentation, als eine herausragend in Töne gegossene Erzählung. Nicht selten wird sie sogar als die beste Komposition des russischen Komponisten bezeichnet. Und doch – trotz dieses herausragenden Rufs gibt es da etwas, was an dieser Komposition herausfällt. Denn, wie sich zeigt, ist nicht alles Gold, was glänzt…

„Daniels Anti-Klassiker 33: Rimski Korsakow – „Scheherazade“
klassik-begeistert.de, 18. September 2026“
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Zwischen den Sätzen 2:  Setzt die Dirigenten an die Luft!

Herbert Blomstedt © Stephan Rabold

von Jörn Schmidt

Sie erkennen sofort, ich habe das legendäre Zitat des französischen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez („Sprengt die Opernhäuser in die Luft“) aus dem Jahr 1967 in die Gegenwart gezerrt. Die Stoßrichtung ist die gleiche: Boulez kritisierte den konservativen, verstaubten Musikbetrieb und das Festhalten an alten Repertoires. Wollte dem ein Ende setzen. Desgleichen muss jetzt endgültig Schluss sein mit dem Maestro-Kult. Raus aus dem Orchestergraben, die Zukunft gehört der Künstlichen Intelligenz (KI). Konkret dem dirigierenden KI-Roboter. Das ist alternativlos – oder doch nicht?

Die Vorteile der KI liegen auf der Hand, und sie wiegen schwer:

„Zwischen den Sätzen 2:  Künstliche Intelligenz und Klassik
klassik-begeistert.de, 16. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 32: Anton Bruckner – Sinfonie Nr. 4 (1874 – 1880)

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Essenz einer Reihe über überbewertete Klassiker ist es, dass auch ab und an wahre Meisterwerke ihr Fett wegkriegen müssen. Egal, ob die Gründe banal sind, ob sich Fehler, Schwächen oder Probleme direkt in der Komposition zeigen oder ob die Aufführungspraxis zu wünschen übriglässt. Nur wenn man darüber spricht, besteht auch die Chance auf Veränderung und hoffentlich Besserung. Und so kommt es, dass nun auch Bruckners vierte Sinfonie in dieser Reihe erscheinen muss – eine Sinfonie, die unter Bruckner-Kennern als die beliebteste zählt.
„Daniels Anti-Klassiker 32: Anton Bruckner – Sinfonie Nr. 4
klassik-begeistert.de, 17. September 2026“
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Zwischen den Sätzen 1:  Bonnie & Clyde statt Macbeth?

Hamburgische Staatsoper +++ PREMIERE +++ 12. September 2026 +++

Giuseppe Verdi   Macbeth

Philharmonisches Staatsorchester Hamburg
Chor der Hamburgischen Staatsoper
Tomáš Hanus  Dirigent
Tobias Kratzer  Inszenierung

von Jörn Schmidt

Wie endet man, wenn man nicht an Hexen glaubt, aber voll auf Selbstermächtigung setzt? Wenn Sie Tobias Kratzer fragen: Nackt, verkrümmt um einen kahlen Ast geklammert, den Blick irr zur Seite gerichtet. Abgelichtet auf einem Plakat, das in Hamburg für die PREMIERE an diesem Samstag geworben hat. Und, wie ich hinzusetzen möchte: Darauf hoffend, dass einem endlich jemand einen schwarzen Balken über das Geschlechtsteil klebt. Zumindest im öffentlichen Raum, auf dem Programmheft war immer noch alles zu sehen. „Giuseppe Verdi, Macbeth
Hamburgische Staatsoper, PREMIERE, 12. September 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 31: Erik Satie – 3 Gymnopédies (1888 - 1895)

Höchste Zeit, sich als Musikliebhaber neu mit der eigenen CD-Sammlung und der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen. Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese sarkastische und schonungslos ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Einfachheit und Eingängigkeit sind zwei der wesentlichen Prinzipien, die Musik idealerweise erfüllt, um in Erinnerung zu bleiben. Doch wie bei einem guten Küchengericht kommt es auch bei Musik auf die ausgewogene Balance aller Zutaten an. Nun wenden wir uns einmal der Vorstellung zu, Einfachheit und Eingängigkeit würden als die beiden einzigen Prinzipien überdauern, Virtuosität, Instrumentation und Inhalt würden über Bord geworfen und anstatt eines dramaturgischen Verlaufs soll die Musik in den Hintergrund gerückt werden. So, als wolle man eine Suppe anrichten, die nur aus Wasser und Salz besteht. Was käme dabei wohl heraus? Um diese Frage zu beantworten, bietet sich ein Blick auf die Gymnopédies von Erik Satie an. „Daniels Anti-Klassiker 31: Erik Satie – 3 Gymnopédies
klassik-begeistert.de, 16. September 2026“
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