Frau Lange hört zu (15): Apfelstrudel für Kim Jong-un

Klassik vom Feinsten: Die 25 meistgelesenen Beiträge auf Klassik begeistert (11)

3600 Beiträge haben wir als größter Klassik-Blog in Deutschland, Österreich und der Schweiz (google-Ranking) in den vergangenen viereinhalb Jahren veröffentlicht. Jetzt präsentieren wir die 25 meistgelesenen Opern- und Konzertberichte, Interviews, Klassikwelten und Rezensionen – jene Beiträge, die Sie seit Juni 2016 am häufigsten angeklickt haben. Wir wünschen viel Freude beim „Nachblättern“.

11 – Die Avantgarde-Industrial-Band „Laibach“ spielt in Nordkorea

Bild: Album artwork by Valnoir

Wir leben in einer Zeit, in der Dystopien Realität werden. Nicht nur was die Pandemie betrifft, auf die uns etwa Stephen King, Michael Crichton und Terry Gilliam vorbereitet haben. Vor dem, was in den USA, Brasilien, Ungarn, der Türkei … geschieht, haben uns George Orwell oder Margaret Atwood gewarnt. „Laibach“ liefert bereits seit vier Jahrzehnten dafür den Soundtrack.

von Gabriele Lange

„All art is subject to political manipulation (…),
except for that which speaks the language of this same manipulation.“

Laibach, „Manifest”

Eines der faszinierendsten Konzerte meines Lebens war Laibach „The Sound of Music“. Eine Avantgarde-Industrial-Band spielte Songs aus dem zuckersüßen Musical von Rodgers & Hammerstein. Und präsentierte damit eine irritierende Schnittmenge aus Hollywoodunterhaltung, Heimatkitsch und totalitärer Propaganda. Klingt seltsam? Es wird noch bizarrer. Jahre bevor das Album herauskam hatte Laibach ebendiese Songs in Nordkorea gespielt. 2015, zum 70. Jubiläum der Befreiung von der japanischen Besatzung. Mitten im Konflikt um die nukleare Aufrüstung Nordkoreas. Als erste ausländische Rockband, die dort überhaupt je auftreten durfte. Es gibt einen Dokumentarfilm darüber (Liberation Day).

Das hätte schiefgehen können, denn diese Diktatur ist unerbittlich. Auch gegen Ausländer. Damit sich ermessen lässt, was für ein irrwitziges Kunststück Laibach da gelungen ist – und wie das klappen konnte –, muss ich etwas ausholen. „Klassik vom Feinsten: Die 25 meistgelesenen Beiträge auf Klassik begeistert (11)“ weiterlesen

Der Schlauberger 31: Achtung, es wird glitschig! Stilfragen zum Jahresanfang – nicht nur für Fortgeschrittene

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

Da hammer den Salat. Die ganze Welt ist eine einzige Rutschbahn. Aber zum Glück nur am Jahresende, wenn es glitschig, laut und hochprozentig wird. Böller, Sekt und Schnaps. Wir verschießen unser Geld und betäuben uns mit Alkohol, um das Elend nicht mit anschauen zu müssen. Da bekommt der Wunsch nach einem guten Rutsch und Gesundheit eine völlig neue Bedeutung. „Der Schlauberger 31: Achtung, es wird glitschig“ weiterlesen

Frau Lange hört zu (22): Rhythmus

Bildquelle: Erim Kaska auf Youtube

Musik lässt sich überall finden. Auch an eher unfreundlichen Orten. Wenn man genau hinhört. Denn alles ist Rhythmus …

von Gabriele Lange

RRRRRT! RRRRRT! RRRRRT! RRRRRT! RRRRRT!

Bevor ich in die MRT-Röhre geschoben werde, setzt mir noch eine Schwester Kopfhörer auf. Allerdings nicht, damit ich Musik hören kann, sondern um mich ein wenig gegen den nun folgenden Krawall abzuschirmen.

KLOCK! KLOCKKLOCKKLOCK! KLOCK!

In einer Hand halte ich einen Notrufknopf. Damit kann ich die Show abbrechen, falls ich Platzangst bekomme. Aber ich muss jetzt da durch. Ich halte die Augen geschlossen. „Frau Lange hört zu (22): Rhythmus“ weiterlesen

Lieses Klassikwelt 67: Kindertheater

Foto: ExposureToday auf Pixabay

„Wir erfanden eigene Geschichten, spielten aber auch viel nach, Szenen aus Filmen oder Fernsehproduktionen, die uns beeindruckt hatten oder ganze Opern, Verdis Don Carlos zum Beispiel, die Musik dazu kam vom Kassettenrekorder.“

von Kirsten Liese

An Weihnachten erinnere ich mich oft an meine Kindheit. Wie für viele Kinder war das Fest damals der Höhepunkt eines Jahres für mich. Das fing schon mit dem Schmücken des Weihnachtsbaumes an. In meinem Elternhaus unweit des Flügels stand damals noch ein Baum, der bis zur Decke ging. Wie herrlich sah er doch aus unter all den Kugeln, Figürchen und Engelchen, behangen mit Silberlametta, das im Schein echter Kerzen, die wir damals noch bevorzugten, so schön glänzte. „Lieses Klassikwelt 67: Kindertheater“ weiterlesen

Schweitzers Klassikwelt 4: Opernzitate

Klassik vom Feinsten: Die 25 meistgelesenen Beiträge auf Klassik begeistert (13) 

3600 Beiträge haben wir als größter Klassik-Blog in Deutschland, Österreich und der Schweiz (google-Ranking) in den vergangenen viereinhalb Jahren veröffentlicht. Jetzt präsentieren wir die 25 meistgelesenen Opern- und Konzertberichte, Interviews, Klassikwelten und Rezensionen – jene Beiträge, die Sie seit Juni 2016 am häufigsten angeklickt haben. Wir wünschen viel Freude beim „Nachblättern“.

13 – Schweitzers Klassikwelt 4: Opernzitate

„Oft sind es ganz kurze Sätze, die in unseren Sprachgebrauch eingegangen sind und im Anlassfall automatisch gedacht und ausgesprochen werden. Wenn zum Beispiel das Mobiltelefon in Zeiten der Entspannung Töne von sich gibt. „Wer stört mir den Schlaf?“ Oder wenn Enkelsohn Aeneas gefährlich zu tollen beginnt: „Hast du Übermut?“ Er weiß bereits, dass diese ritualisierte Reaktion aus der Oper „Siegfried“ ist, wenngleich der Komponist ihm noch nichts sagt.“

von Lothar Schweitzer
Foto: „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss am 18. 12.2020 in der Wiener Staatsoper, Günther Groissböck. Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn (c)

Während meiner temporären Kanzleitätigkeit im Rahmen des Präsenzdienstes beim österreichischen Bundesheer hatte ich das Glück und Vergnügen einem Chef unterstellt zu sein, der mir Befehle in Form von Zitaten aus Opern erteilte. Ich genoss das Privileg auch dementsprechend antworten zu dürfen. Vorgesetzter und Untergebener waren Opernnarren.

Das hat abgefärbt. Auch heute lassen meine Frau und ich gerne Operntexte in unsere Gespräche einfließen. Bei Gelegenheit auch in familiärem Kreis.  „Geht nur, geht, ich komm gleich nach. – Aus welcher Oper ist das?“ Meine Frage richtete sich an Tochter und Schwiegersohn. Ich flüsterte dem kleinen Enkel (5 Jahre) etwas zu. „Tiefland!“ posaunte Aeneas altklug heraus. Ich hatte bei dem Zitat Paul Schöffler im Ohr. „Klassik vom Feinsten: Die 25 meistgelesenen Beiträge auf Klassik begeistert (13) “ weiterlesen

Hauters Hauspost 4: Auf Wunsch meines Herausgebers - die Schlüsselbund-Story

Klassik vom Feinsten: Die 25 meistgelesenen Beiträge auf Klassik begeistert (15) 

3600 Beiträge haben wir als größter Klassik-Blog in Deutschland, Österreich und der Schweiz (google-Ranking) in den vergangenen viereinhalb Jahren veröffentlicht. Jetzt präsentieren wir die 25 meistgelesenen Opern- und Konzertberichte, Interviews, Klassikwelten und Rezensionen – jene Beiträge, die Sie seit Juni 2016 am häufigsten angeklickt haben. Wir wünschen viel Freude beim „Nachblättern“.

15 –Hauters Hauspost 4: die Schlüsselbund-Story

Liebe LeserInnen, bitte lesen Sie diese einfühlsame Geschichte über den Musikunterricht in den 1960er- und 1970er-Jahren in Deutschland. Mir kamen die Tränen, als ich diese Zeilen las. Aber zum Glück gibt Barbara Hauters Hauspost auch einen positiven und hoffnungsvollen Ausblick… AS

von Barbara Hauter (Text und Foto)

Als Corona-Pause diese Woche die Geschichte, wie ein Musiklehrer durch zielgenaue Wurftechnik mit einem halben Kilo Schlüssel zarte Laute aus kindlichen Kehlen locken wollte. Singen war vor einem halben Jahrhundert als Kulturtechnik unter Jugendlichen sehr viel weniger angesagt als heute. Deutschland suchte noch nicht den Superstar, Karaoke war in meinem heimischen Schwabenland als Freizeitbeschäftigung noch nicht angekommen und  Youtube zum Mitsingen gab es nicht.

Klar grölten wir zu der ausgeleierten Kassette eines Radio-Mitschnitts Pink Floyds „Another brick in the wall“ im Partykeller der Eltern mit. Aber das galt unserem gestrengen Musiklehrer nicht als Singen. Das hätte schon mindestens ein Schubert-Lied sein müssen. Doch auch er musste einsehen, dass die komplette Klasse an der „Forelle“ gescheitert wäre. „Klassik vom Feinsten: Die 25 meistgelesenen Beiträge auf Klassik begeistert (15) “ weiterlesen

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von der Kaiserin Angela ausging, dass alle Welt daheim bleiben solle...

Dr. Spelzhaus Spezial 8:
Eine Münchner Ärztin schreibt über Musik und Medizin – Weihnachtsedition

von Dr. Petra Spelzhaus (Text und Foto)

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von der Kaiserin Angela ausging, dass alle Welt daheim bleiben solle. Diese Anweisung geschah zu der Zeit, da Markus König von Bayern war. Und jedermann ging, dass er sich isoliere, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch der Sepp aus Garmisch-Partenkirchen mit seiner Verlobten Maria, die war schwanger, wenn auch von einem anderen, aber darüber hängen wir den Mantel des Schweigens. Die beiden waren gerade zu Besuch bei den Schwiegereltern in Clausthal-Zellerfeld. Auf ihrer beschwerlichen Reise setzten bei Maria die Wehen ein, aber alle Geburtskliniken waren Pandemie-bedingt geschlossen.

Zum Glück hat der Seppi bei den Geburtsvorbereitungskursen gut aufgepasst und sah sich in der Lage, einer Hausgeburt zu assistieren. Das hochschwangere Paar klingelte sich durch ganze Siedlungen und bat an unzähligen Häusern um Einlass. Dieser wurde jedoch regelmäßig verwehrt, da sich bereits die erlaubte Höchstzahl an Personen im Haushalt befand. Zum Glück erbarmte sich ein Großbauer, der einen renovierungsbedürftigen Stall zur Niederkunft zur Verfügung stellte. Der Rest dürfte ja bekannt sein… „Dr. Spelzhaus Spezial 8: Musik und Medizin – Weihnachtsedition
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Sommereggers Klassikwelt 67: Ernst Krenek – Zeitzeuge der Moderne

von Peter Sommeregger 

Am 22. Dezember 1991 starb der Komponist Ernst Krenek hoch betagt im kalifornischen Palm Springs. Mit seiner Bestattung in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof schloss sich der Kreis eines Lebens, das im Jahr 1900 in Wien begonnen hatte.

Der Sohn eines aus Böhmen stammenden K.u.K.-Offiziers besuchte in Wien das Gymnasium und begann schon während seiner Schulzeit mit 16 Jahren zu komponieren. Er wurde Schüler Franz Schrekers, dem er 1920 nach Berlin folgte und durch den er in den Kreis bedeutender Zeitgenossen Schrekers wie Ferruccio Busoni und Hermann Scherchen Aufnahme fand. Seine frühen Kompositionen sind in freier Atonalität entstanden, seine erste Oper von insgesamt 22, „Der Sprung über den Schatten“, erlebte ihre  Uraufführung 1924. „Sommereggers Klassikwelt 67: Ernst Krenek – Zeitzeuge der Moderne
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Der Schlauberger 30: Krisenfrise mit Munaschu – das neue Wörterbuch

Tritt den Sprachpanschern ordentlich auf die Füße! Gern auch unordentlich. Der Journalist und Sprachpurist Reinhard Berger wird unsere Kultur nicht retten, aber er hat einen Mordsspaß daran, „Wichtigtuer und Langweiler und Modesklaven vorzuführen“. Seine satirische Kolumne hat er „Der Schlauberger“ genannt.

von Reinhard Berger

Würden Sie bitte mal den Munaschu* geraderücken? Ihre Nacktnase ist wahrlich kein schöner Anblick. Außerdem finde ich Ihr Gesichtskondom potthässlich. Da krieg ich glatt einen Coronakater. Denn auf Virenparty hab ich kein’ Bock. „Der Schlauberger 30
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Radek, knapp 1: Wie man einer Kuh Whiskey gibt – meine Begegnung mit Leonard Bernstein

Klassik vom Feinsten: Die 25 meistgelesenen Beiträge auf Klassik begeistert (22)

Foto: Der Bestseller-Autor und klassik-begeistert-Kolumnist Radek Knapp (li.) und der Weltklasse-Tenor Piotr Beczala in Wien

3600 Beiträge haben wir als größter Klassik-Blog in Deutschland, Österreich und der Schweiz (google-Ranking) in den vergangenen viereinhalb Jahren veröffentlicht. Jetzt präsentieren wir die 25 meistgelesenen Opern- und Konzertberichte, Interviews, Klassikwelten und Rezensionen – jene Beiträge, die Sie seit Juni 2016 am häufigsten angeklickt haben. Wir wünschen viel Freude beim „Nachblättern“.

22 – Radek Knapps Begegnung mit Leonard Bernstein in Wien

„Alles wartete, das Publikum, die Musiker, so wie die Prominenz in der ersten Reihe. Nur Maestro war nicht da. Plötzlich öffent sich die Tür und ein Bauer in Gummistiefeln betritt die Bühne und sagt: ‚Bei mir auf der Weide steht ein Typ und gibt meinen Kühen Whiskey und behauptet er ist Leonard Bernstein.'“

von Radek Knapp, Wien

Das Musikzentrum in meinem Gehirn ist so minimal geraten, dass ich nicht einmal wage, unter der Dusche zu summen. Sogar die einfachste Melodie verwandelt  sich in meinem Mund zu einer akustischen Katastrophe. Die Zahl jener Menschen, die deswegen den Raum verließen, ist beträchtlich und steigt laufend. Ich werde auch nie eine Querflöte oder eine Geige spielen und kann mit größter Sicherheit behaupten, sollte ich jemals ein Instrument in die Hand nehmen, dann nur, um es von A nach B zu tragen. Trotzdem oder gerade deshalb war das Universum an meiner musikalischen Weiterbildung interessiert und bescherte mir einen horizonterweiternden Moment. „Klassik vom Feinsten: Die 25 meistgelesenen Beiträge auf Klassik begeistert (22)“ weiterlesen