Ladas Klassikwelt 10 / 2019: Die Rhapsodie „Twardowsky“ von Ferdinand Pfohl

Es ist sehr bedauerlich, dass dieses Opus von Pfohl, das zu seiner Zeit Kritikern und dem Publikum so sehr gefiel, heute nicht mehr bekannt ist. Ich frage mich, ob es möglich wäre, dieses Werk und vielleicht weitere von Ferdinand Pfohl wieder aufzuführen – in Deutschland und in Polen. Auch in Hamburg, wo der Westböhme später lebte, gibt es keine Aufführungen größerer Werke Pfohls, allenfalls Lieder oder Klavierwerke, die nunmehr auf CD erschienen sind.

Fotos: Ferdinand Pfohl, (c) Pfohl-Woyrsch-Gesellschaft e.V.

von Jolanta Lada-Zielke 

Polnische Inspiration für deutsche romantische Musik                         

Ich freue mich immer, wenn ich ein Sachgebiet entdecke, das die zwei Nachbarländer Deutschland und Polen auf Kultur- und Musikebene verbindet, auch wenn das Thema unbekannt oder längst vergessen ist. Dieses Jahr begeht man in Hamburg den 70. Todestag des Musikschriftstellers und Komponisten Ferdinand Pfohl, der auch eine Rhapsodie zu einem polnischen Thema geschaffen hat. Das Werk handelt von der Legendenfigur Wojciech Twardowski, die ähnlich wie Faust ihre Seele dem Teufel verkaufte, um geheimes Wissen zu gewinnen und seine Macht benutzte Menschen zu helfen.

Der Weg von Böhmen nach Hamburg

Ferdinand Pfohl wurde am 12. Oktober 1862 in der Stadt Elbogen (heute Loket) in Westböhmen geboren. Schon als Kind war Ferdinand von Musik begeistert. Er kroch unter den Flügel, wenn sein Vater improvisierte oder Teile aus „Lohengrin“ oder „Tannhäuser“ spielte. Mit sieben Jahren erlernte Ferdinand das Klavierspielen. Im Alter von zwölf Jahren trug er in einem Schulkonzert ausgewählte  „Lieder ohne Worte“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy vor. Obwohl seine Liebe weiterhin der Musik galt, begann er nach dem Abitur  am Benediktinergymnasium  in Braunau (Sudetenschlesien) auf Wunsch seines Vaters ein Jurastudium in Prag. Als er aber 1883 in Bayreuth eine Aufführung von „Parsifal“ miterlebte, begriff er, dass Musik seine Bestimmung war. 1885 brach er daher sein Jurastudium ab und zog nach Leipzig, der damals wohl bedeutendsten deutschen Musikstadt. Dort absolvierte er ein musikwissenschaftliches Studium am Konservatorium, besuchte aber auch philosophische Vorlesungen an der Universität. „Ladas Klassikwelt 10 / 2019
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Ladas Klassikwelt 9/2019: Ein ruhiger, sympathischer Mann mit einer großen und bewundernswerten Demut sprach im Hamburger Michel

Heinz Rühmann bleibt im Gedächtnis der Chormitglieder – nicht nur als ein ausgezeichneter Interpret, sondern auch als ein Freund.

Erinnerungen an den großen Schauspieler und den Chor St. Michaelis Hamburg

von Jolanta Lada-Zielke

Heinz Rühmann muss nicht vorgestellt werden. Der vor 25 Jahren verstorbene Schauspieler lebte zwar in Starnberg, es gab jedoch eine Instiution, die ihn mit Hamburg stark verband – das war der St. Michaelis Chor. Von 1978 bis 1993 arbeitete er mit dem Chor für die Weihnachtskonzerte eng zusammen, wobei er Gedichte und Geschichten zu Weihnachten vortrug. Der damalige Dirigent des Chores, Prof. Günter Jena, erinnert sich sehr gut an Heinz Rühmanns ersten Besuch in der St.-Michaelis-Kirche:

>> Er trat in die Kirche ein – dieser kleiner Mann – und sagte: ‚Ja, ich habe Angst, aber ich mache das.‘ Und es war ein Phänomen, dass jeder Zuschauer nach jedem von ihm ausgesprochenen Satz das Gefühl hatte, er habe das persönlich für ihn gesprochen. << „Ladas Klassikwelt 9 / 2019
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Ladas Klassikwelt 8/2019: Richard Wagner, Papst Johannes Paul II. und das „Dritte-Mai-Lied“

„Möchte Herr Grzybek päpstlicher als der Papst sein und ändert den Text eines der schönsten polnischen, patriotischen Lieder?“, fragte er belustigt. „Das geht ganz und gar nicht. Wir singen wieder von Anfang an, und es soll ,Lasst uns tanzen und Wein trinken‘ sein!“ Dann stellte sich Johannes Paul II. zwischen den Chorsängern auf und sang das ganze Lied von vorne mit.

von Jolanta Lada-Zielke

Welche Gemeinsamkeit hatten Richard Wagner und Papst Johannes Paul II.?

Beide schwärmten für ein polnisches patriotisches Lied – das sogenannte „Dritte-Mai-Lied“. „Ladas Klassikwelt 8/2019
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Ladas Klassikwelt 7/2019: Ein musikalischer Abschied von Silke

Ich musste beim Singen wieder gegen Tränen kämpfen, versuchte aber, das so gut zu machen, wie ich es nur konnte. Das war mein Abschied von Silke. Hoffentlich genießt sie, da wo sie sich jetzt befindet, viel Musik, die sie so sehr liebte.

von Jolanta Lada-Zielke

Silke und ihre Familie gehören zum Freundeskreis meines Mannes und sind auch meine Freunde geworden. Ich habe sie kennengelernt, als wir von München nach Hamburg gezogen waren. Als echte Musikliebhaber besuchten sie gerne Konzerte, darunter meine Liederabende und die Konzerte von meinem Chor. „Ladas Klassikwelt 7/2019
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Ladas Klassikwelt 6 / 2019: Wenn Kaffeetasse und Kaffeemühle zusammentanzen...

Fotos: Cracovia Danza © Ilja van de Pavert
Ich schaue sehr gerne das „Kaffeeballett“ live oder auf Youtube an, besonders in der dunklen Jahreszeit, wenn man mehr Kaffee trinkt. Egal wie grau und traurig es draußen ist, lache ich herzlich, wenn ich Kaffeetassen, -mühle, -kanne, -bohnen, Zuckerdose und andere lustige Charaktere im gemeinsamen Tanz zu der wunderschönen Bach-Musik auf der Bühne sehe.

von Jolanta Lada-Zielke

Die Geschichte der Erscheinung des Kaffees in Europa fing 1683 an. Nach der erfolgreichen Schlacht gegen die Türken am Kahlenberg (heute Wien), wobei der polnische König Jan III. Sobieski dem österreichischen Kaiser half, hinterließen die Osmanen auf dem Feld etwa 500 Säcke voller Kaffeebohnen. Die Bewohner von Wien dachten zuerst, es sei ein Futter für Kamele und wollten sie in die Donau schütten. Der österreichische Soldat Georg Franz Kolschitzky, der als Spion vielmals in der Türkei unterwegs gewesen war, wusste genau, was man mit der verlassenen Ware anfangen kann. Das erste Café in Istanbul war bereits 1554 gegründet worden. Kolschitzky verlangte, dass man ihm die Bohnen als Belohnung für seine Dienste herausgebe. Kurz danach eröffnete er das erste Kaffeehaus in Wien und belehrte die Bürger, wie man das Getränk zubereiten solle. Das Osmanische Imperium war untergegangen, der türkische Kaffee eroberte aber nach und nach ganz Europa. „Ladas Klassikwelt 6 / 2019
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Ladas Klassikwelt 5 / 2019: „Ich verstehe unsere Aufgabe als Chorsänger, die Wahrheit unter die Leute zu tragen“

Foto: Barbara Baier © Martin Bursch

Interview mit der Sopranistin und Chorleiterin Barbara Baier

Hallo, liebe Klassik-begeistert-Leser!

Ich habe für Euch ein Gespräch mit Barbara Baier, in Bayreuth geborener Opernsängerin und Gesangspädagogin sowie Leiterin des Chores „Zamir“, geführt. Sie absolvierte ein Gesangsstudium an der Folkwang-Hochschule in Essen, trat als Solistin auf vielen deutschen Bühnen auf, auch in Dortmund, Wuppertal, Bremen und Bayreuth. Etliche Gastverträge hatte sie in Helsinki, St. Moritz, Wien und New York, Jerusalem, Haifa, Kepno, Chisinau, Lemberg. Barbara Baier unterrichtete Gesang an der städtischen Musikschule in Kulmbach – seit 2004 lehrt sie an der Universität in Bayreuth. Viele ihrer Schülerinnen und Schüler waren Preisträger bei „Jugend musiziert“.

von Jolanta Lada-Zielke

Wie war Ihr Weg von der Opernsängerin zur Chorleiterin?

Ich habe eine Gesangsausbildung in der Musikhochschule in Essen absolviert, aber auch noch privat gelernt. Dann bin ich ins Engagement an die Oper in Hagen als Soubrette gegangen, und anschließend nach Dortmund. Ich war freiberuflich tätig als ich mit meinen zwei Kindern nach Bayreuth zurückgekommen bin. Ich wollte kein festes Engagement mehr haben, weil das sehr schwierig ist, wenn ein Kind krank wäre und man auf der Bühne stehen muss. Meine Familie war mir wichtiger. Aber trotz allem habe ich als Solistin nicht aufgehört, und auch heute bin sehr viel unterwegs. Es ist ein großes Glück, dass ich beruflich tun darf und kann, was mir Spaß macht. „Ladas Klassikwelt 5/2019
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Ladas Klassikwelt 4/2019: Alma und Gustav Mahler in malerischer und sakraler Umgebung – Reflexionen nach einer Frankreich-Chorkonzertreise

Die Musik im allgemeinen Sinne ist immer ein SACRUM –
wenn man sie gut macht.

von Jolanta Lada-Zielke

Der Carl-Philipp-Emanuel-Bach Chor aus Hamburg war vom 17. bis zum 20. Oktober 2019 in Frankreich, wo er zwei a-capella Konzerte gab: in der Kirche St. Eustache in Paris und in der Kathedrale in Chartres. Beide wurden von Hansjörg Albrecht geleitet, der noch zwei Orgelstücke dazu vorspielte: Die „Fantasie und Fuge g-Moll“  von Johann Sebastian Bach und  „Fantaisie op.1 pour orgue“ von Jean Guillou, französischer Komponist, Organist und Pianist, der im Januar 2019 gestorben ist.

Beide Kirchen sind Traumkonzerträume, besonders für die Chorauftritte. In unserem Repertoire  befanden sich vielstimmige a-cappella Lieder von Alma und Gustav Mahler in der Chortranskription von Clytus Gottwald (1) sowie die Bach-Motette „Jesu, meine Freude“.; „Was machte das Barockstück in solcher spätromantischen Gesellschaft?“ könnte man fragen. Es gibt zumindest zwei gemeinsame Eigenschaften für das alte Werk und die Stücke aus dem fin de siécle.  Die erste ist die Mehrstimmigkeit (polyphon sowie homophon), die zweite ist die Rhetorik. Eine Liebesklage, ein Wandermotiv, ein breiter Weg in Mahlers Liedern – das alles wurde auch musikalisch so gezeigt wie das Barockkomponisten machten. Und es gibt noch ein Thema, das alle Werke verbindet: die Liebe. In dem Bach-Werk ist das eine unendliche Liebe zu Jesus, bei beiden Mahlers die Liebe zu anderen Menschen. Vielleicht auch zu einander, obwohl diese Beziehung nicht einfach war. „Ladas Klassikwelt 4/2019 klassik-begeistert.de“ weiterlesen

Einige Gedanken zum Thema Frédéric Chopin von einer Polin

Ich möchte nicht diskutieren oder darüber streiten, ob Chopin Frédéric François oder Fryderyk genannt werden soll. Für mich klingen die Worte des polnischen Dichters Cyprian Camil Norwid überzeugend, dass Chopin mit seinem großen Talent ein Weltbürger war. Ein hervorragender Musikweltbürger bleibt er jedenfalls für ewig.

von Jolanta Lada-Zielke

Ich komme aus Polen, darum erwartet man vielleicht von mir, dass ich ein paar Zeilen über unseren größten Komponisten schreibe. Zunächst zu seiner Nationalität. Alle Musikkenner wissen, dass er Pole war. Die Leute, die sich weniger für Musik interessieren, glauben oft aufgrund seines Namens, er sei Franzose.

Vor vier Jahren nahm ich an einen Onlineredaktionskurs in Hamburg teil. Im ersten Unterricht sollten alle 20 Teilnehmer einen Test des allgemeinen Wissens lösen. Eine Frage betraf die Nationalität von Frédéric Chopin, und es gab drei Optionen: Französisch, Polnisch und Ungarisch. Und was denken Sie, wie viele Personen die richtige Antwort wählten? Nur fünf. Selbst meine Tischnachbarin, die zehn Jahre lang auf Mallorca gelebt und Valldemossa oft besucht hatte, war wirklich überrascht, dass Chopin kein Franzose war. In Valldemossa, wo der Komponist 16 Monate (von 1838 – 1839) mit der Schriftstellerin George Sand und ihren Kindern verbrachte, steht auf jeder Tafel mit seinem Lebenslauf, dass er aus Polen stammte.

Wenn jemand meiner Bekannten an der polnischen Abstammung des Komponisten zweifelt, frage ich ihn oder sie kratzbürstig: „Na dann, wo wurde er geboren? Können Sie den Namen dieser Ortschaft aussprechen? Żelazowa Wola. (Schelasowa Wola). “ „Woher kommt denn sein Französisch klingender Name?“, werde ich gefragt.  Sein Vater Mikołaj kam ursprünglich aus Frankreich. Im Alter von 16 Jahren kam er nach Polen, wo er seine zweite Heimat fand. Die polnischen Einflüsse, vor allem die der polnischen Volksmusik, sind in Chopins Werken deutlich zu hören, besonders in Mazurkas, die auf den polnischem Tänzen „Mazur“ basieren, aber auch in Polonaisen.

Chopin komponierte vor allem Klavierstücke, es gibt aber einige Lieder, die er zu Texten polnischer Dichter schuf. Manche sind fröhlich und lustig wie Mädchenwunsch und Litauisches Lied, die anderen traurig oder sogar tragisch im Ausdruck wie Polens Grabgesang, das nach der Niederlage des November-Aufstands 1831 komponiert wurde. Frédéric Chopin musste seine Heimat noch vor diesem Ereignis verlassen, die Nachricht über den gescheiterten Aufstand erreichte ihn in Paris, wo er von 1831 bis zum Ende seines Lebens weilte. Als er 1849 starb, wurde sein Herz nach Polen zurückgebracht, wie er sich gewünscht hatte.

Die traurige und nostalgische Stimmung der Werke Chopins lieben vor allem Musiker und Musikliebhaber aus dem slawischen Sprachraum. Meine Gesangslehrerin fragte einmal eine Studentin aus Tschechien, die gerne die melancholischen Lieder Chopins für ihre Landsleute aufführte:  „Musst du so ein trauriges Zeug singen?“  „A nam se to libi! (Aber wir mögen es)antwortete die Tschechin.

Chopins Lieder in deutscher Sprache hat 2010 der Bariton Konrad Jarnot mit Klavierbegleitung des Pianisten Eugéne Mursky für den Günter Hänssler Musikverlag aufgenommen. Ich kann diese CD allen Liebhabern romantischer Lieder weiterempfehlen.

Anerkennung eines „rassenfremden Künstlers“

Im „Dritten Reich“ interpretierte man die ganze Musikgeschichte nach der Richtlinie der NSDAP. Es gab entweder die „reine deutsche“ oder die „entartete Musik“ zu der Jazz, Swing und Werke der Komponisten nicht-arischer Abstammung gehörten. Knapp zwei Monate nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, als Polen schon von deutschen Truppen besetzt war, erschien der Artikel „Kampf um Chopin“  von Ernst Krienitz in der Zeitschrift „Die Musik Woche“. Der Autor stellte die folgende Frage: „Besagter Chopin, der einzige polnische Musiker, der in den Tempel der Unsterblichkeit einging, repräsentiert er nun wirklich das Polentum? “

Dann zitiert er Robert Schumanns Aussage über Chopin:   „Hut ab, ihr Herren! Ein Genie!“; Krienitz behauptet, Schumann äußerte sich über den „jungen Pianisten aus Warschau“ so kameradschaftlich, weil er in seinen Werken „wesensverwandte Dinge“ entdeckt haben müsse. Dann deutet Krienitz daraufhin, dass einer von Chopins Musiklehrern, Josef Elsner, ein Deutsch-Böhme war, der seinem Schüler Johann Sebastian Bachs Werke zu studieren gab.

Nach Meinung von Krienitz war Frédéric  Chopin nur deswegen so genial, weil er unter dem Einfluss der großen deutschen Romantiker komponierte und ihnen eigentlich seine ganze Schöpfung zu verdanken habe. Wegen Chopins Beziehungen zur deutschen Musik konnten ihn die Nazis gnädig anerkennen. Ohne Bach und ohne die deutschen Romantiker wäre er „nie zu der Reife gelangt, die ihn zum begehrenswerten Klavierkomponisten gemacht hat“, so Krienitz.

Ich finde, dass der einzige positive Aspekt des Artikels derjenige ist, dass dessen Autor die polnische Abstammung des Komponisten nicht bestreitet. Zwar äußert er sich über ihn tendenziell, versucht aber nicht aus ihm einen Franzosen zu machen.

Aleksej Sultanov  – der unterschätzte Preisträger

1927 erfolgte in Warschau der erste Internationale Chopin-Wettbewerb, der seit 1955 alle fünf Jahre stattfindet. Wenn man die Geschichte der Veranstaltung verfolgt, sieht man, dass die Mehrheit der Preisträger aus slawischen und asiatischen Ländern kam. Eigentlich halte ich es für Klischeedenken, dass nur polnische, eventuell slawische Künstler Chopins Werke gut spielen können (ebenso wie dies, dass Richard Wagner ausschließlich von deutschen Sängern richtig gesungen werden kann).  Es gab jedoch einen russischen Interpreten, dessen Aufführung des Klavierkonzerts f-Moll mich total begeistert hat. Das war Aleksej Sultanov, der 1995 am 13. Chopin-Klavierwettbewerb teilnahm. Er spielte mit so viel Gefühl, dass ich den Tränen nahe war, als ich die Übertragung  des Wettbewerbs im Fernsehen sah. Meiner Meinung nach hätte er damals den Ersten Preis bekommen sollen. Die Jury beschloss aber keinen Ersten, sondern zwei Zweite Preise zu verleihen, die Sultanov  zusammen mit dem französischen Pianisten Philippe Giusiano bekam.

Ich möchte nicht diskutieren oder darüber streiten, ob Chopin Frédéric François oder Fryderyk genannt werden soll. Für mich klingen die Worte des polnischen Dichters Cyprian Camil Norwid überzeugend, dass Chopin mit seinem großen Talent ein Weltbürger war. Ein hervorragender Musikweltbürger bleibt er jedenfalls für ewig.

[i]Josef Wulf, Kultur im Dritten Reich. Musik; Bibliothek der Zeitgeschichte Ullstein, Frankfurt/M; Berlin 1989, S. 253-254.

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Jolanta Lada-Zielke, 48, wurde in Krakau geboren, hat an der Jagiellonen-Universität Polnische Sprache und Literatur studiert, danach das Journalistik-Studium an der Päpstlichen Universität Krakau abgeschlossen. Gleichzeitig absolvierte sie ein Gesangsdiplom in der Musikoberschule Władysław Żeleński in Krakau. Als Journalistin war Jolanta zehn Jahre in dem Akademischen Radiorundfunksender Krakau angestellt, arbeitete auch mit Radio RMF Classic, und Radio ART im Bereich „Bayreuther Festspiele“ zusammen. 2003 hat sie ein Stipendium vom Goethe Institut Krakau bekommen. Für ihre  journalistische Arbeit wurde sie 2007 mit der Jubiläumsmedaille von 25 Jahren der Päpstlichen Universität ausgezeichnet. 2009 ist sie aus privaten Gründen nach Deutschland gezogen, zunächst nach München, seit 2013 lebt sie in Hamburg, wo sie als freiberufliche Journalistin tätig ist. Ihre Artikel erscheinen in der polnischen Musikfachzeitschrift „Ruch Muzyczny“, in der Theaterzeitung „Didaskalia“, in der kulturellen Zeitschrift für Polen in Bayern und Baden-Württemberg „Moje Miasto“ sowie auf dem Online-Portal „Culture Avenue“ in den USA.  Jolanta ist eine leidenschaftliche Chor-und Solo-Sängerin. Zu ihrem Repertoire gehören vor allem geistliche und künstlerische Lieder sowie Schlager aus den Dreißigern.

Ladas Klassikwelt 2/2019: Das Abenteuer von Karlchen und Katze Helena – „Carmina Burana“ für Kinder

Um meine Kritik glaubwürdiger zu machen, gab ich das Buch zwei elfjährigen Mädchen zum Testen. Beide Mädels fühlten sich ermutigt, Carl Orffs Kantate in einem richtigen Konzertraum zu hören. Dann würden sie sich sehr gerne an die schönen Bilder erinnern.

von Jolanta Lada-Zielke

Der Verlag „Annette Betz“ spezialisiert sich auf Publikationen, die die klassische Musik jüngsten Musikliebhabern näherbringen. Vor einiger Zeit hat er ein Buch zu dem bekanntesten Werk von Carl Orff, der Konzertkantate „Carmina Burana„, veröffentlicht. Die Geschichte erklärt den Inhalt des Werks, das zu den Texten der mittelalterlichen Dichter komponiert wurde.

„Carmina Burana“ ist ein sehr beliebtes Stück, auch von denen, die kein großes Interesse an klassischer Musik haben. Jeder anspruchsvolle Chor hat das im Repertoire und tritt damit meistens in der Nähe des Sommeranfangs auf, wegen des Inhalts. Die Autoren der Fassung für Kinder sind Rudolf Herfurtner und Illustratorin Anette Bley. „Ladas Klassikwelt 2/2019,
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Ladas Klassikwelt 1/2019: Wenn es Engelchöre im Himmel gibt, singen sie bestimmt Bach

Jeder kann seinen eigenen Weg zu Gott finden – unabhängig von der Konfession und von der Teilnahme an kirchlichen Ritualen. Mein Weg zu Ihm ist die Musik von Johann Sebastian Bach. Ich glaube, wenn es Engelchöre im Himmel gibt, singen sie bestimmt Bach.

von Jolanta Lada-Zielke

Ich komme aus Polen, und die entscheidende Mehrheit meiner Landsleute deklariert sich als katholisch. Von einem der überzeugten Katholiken habe ich einmal folgende Behauptung gehört: „Ich mag Bach, obwohl er Protestant war.“ Bach war protestantisch, aber sein Werk überschreitet alle Konfessionen, alle mögliche Teilungen und Trennungen, die in der Kirche stattfanden und stattfinden. Die „Große h-Moll Messe“ enthält alle Teile der normalen katholischen Messe. Wenn ich das „Weihnachtsoratorium“ oder eine der Passionen mit einem guten Chor mitsinge, habe ich ein stärkeres Gefühl, ein Teil der Geschichte zu sein, von der die Stücke handeln, als wenn ich eine langweilige Predigt hören müsste. „Ladas Klassikwelt 1 / 2019,
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