Die DONNERSTAG-PRESSE – 24. Februar 2022

Die DONNERSTAG-PRESSE – 24. Februar 2022

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die DONNERSTAG-PRESSE – 24. Februar 2022

Foto: Jedermann am Domplatz
© Tourismus Salzburg

Salzburger Festspiele: Mehr Macht für die neue Präsidentin
Das Kuratorium der Salzburger Festspiele dankte Helga Rabl-Stadler und akzeptiert die neue Geschäftsordnung des Direktoriums
Kurier.at

Und sieben Jedermänner…
Es war der letzte „Act“ der scheidenden Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler, für sie die fünfundneunzigste Sitzung des Festspielkuratoriums in ihrer imponierend langen Amtsperiode. Für ihre Nachfolgerin, Kristina Hammer, war’s die erste.
DrehpunktKultur.at

Salzburger Festspiele: Macht und Ohnmacht
„Krone Salzburg“-Chefredakteur Claus Pándi kommentiert die Russland-Verbindung der Salzburger Festspiele und den Start der neuen Präsidentin.
https://www.krone.at/2635117

Metropolitan Opera On Stage 2022–23
https://www.metopera.org/season/2022-23-season/

Metropolitan Opera 2022-23 Season: Here Is All the Information For This Season’s Live in HD Performances
operawire.com

The Met-Opera New Season
What we want to see
https://www.nytimes.com/2022/02/23/arts/music/met-opera-new-season.html

Gelb rolls out the Met’s 22-23, minus Netrebko
Slippedisc.com

Stardirigent Yannick Nézet-Séguin erinnert an Florence Price
Die afroamerikanische Komponistin Florence Price (1887–1953) verband Romantik mit US-Traditionen zu virtuoser Symphonik. Das Philadelphia Orchestra entdeckt sie neu.
Der Standard.at

Dresden
Thalbach und Thielemann machen „Aida“ mit „MeToo“-Anleihen
Schauspielerin Katharina Thalbach und Chefdirigent Christian Thielemann inszenieren in Dresden erstmals die Verdi-Oper „Aida“. Die sei mehr als nur der Triumphmarsch, sagen die Stars im Interview.
Sächsische Rundschau

Interview: Rolando Villazón: „Das Streben nach einer Karriere ist weggefallen“
Rolando Villazón ist 50. Der Sänger, Schriftsteller und Mozartwochen-Intendant über seine Pläne als Künstler, den Geruch von Salzburg und den Hunger nach Livekonzerten.
Kleine Zeitung

Wien
Pianist Francesco Piemontesi grandios im Konzerthaus Zu hören: Eine der besten pianistischen Bach-Interpretationen seit Jahrzehnten
Der Standard.at

Salzburg
Villazóns „orgiastische Künstlerseele“
Rolando Villazón feierte seinen 50-er mittels Benefizkonzert für das Salzburger Mozarteum
https://volksblatt.at/villazons-orgiastische-kuenstlerseele/

Deutschland
Kultur und Corona: Panik
Nach zwei Jahren Pandemie befürchten viele Kultureinrichtungen drastische Einbußen. Aber so schlimm scheint es nicht zu kommen. Eine Bestandsaufnahme.
SueddeutscheZeitung.de

Dortmund
Schönheits-OP auf der Opernbühne – Uraufführung von Thierry Thidrows „Der Hässliche“ an der Oper Dortmund
NeueMusikzeitung/nmz.de

Leipzig
Internationale Richard-Wagner-Festtage 2022 in Leipzig
Leipziginfo.de

Baden-Baden
Letzte Werke: Igor Levit mit außergewöhnlichem Programm in Baden-Baden
bachtrack.com

„Christmas in Vienna“ 2022 mit Rolando Villazón geplant
https://www.vienna.at/christmas-in-vienna-2022-mit-rolando-villazon-geplant/7300844

Links zu englischsprachigen Artikeln

Berlin
Lackluster Lohengrin revival at Deutsche Oper Berlin
backtrack.com

Persian Nights: Marc Minkowski leads Das Paradies und die Peri in Berlin
bachtrack.com

How COVID-19 made Germany’s classical music industry more sustainable
The pandemic prompted many German classical music festivals and orchestras to adopt more sustainable practices.
https://www.dw.com/en/how-covid-19-made-germanys-classical-music-industry-more

Ann Hallenberg, Christophe Dumaux, Deborah Cachet, Marie-Claude Chappius, Lucía Caihuela
Headline Musikfestspiele Potsdam Sanssouci’s 2022 Season
operawire.com

Mailand
House of Sin: Olivier Py’s Thaïs not a production to set pulses racing in Milan
bachtrack.com

London
Opera singer Joyce DiDonato: “My voice doesn’t always feel like it belongs to me’
https://www.ft.com/content/3f254a05-a248-438e-8417-53c2fc211100

The Cunning Little Vixen, London Coliseum, review: Cluttered, confused and a little bit dull
inews.co/uk

New York
Review: Two Years Later, a Beethoven Cycle Reaches Its Finale
Delayed by the pandemic in 2020, then again in January, the Philadelphia Orchestra brought a long-awaited Ninth Symphony to Carnegie Hall.
The NewYorkTimes.com

Philadelphia Orchestra wraps Beethoven cycle with playful First, elevated Ninth
Newyorkclassical.com

Global Tours Were Key for Orchestras. Then the Pandemic Hit
https://www.nytimes.com/2022/02/22/arts/music/classical-music-orchestra-tour.html

Annandale-on-Hudson
Bard Summerscape Announces 2022 Season
https://operawire.com/bard-summerscape-announces-2022-season/

Houston
Houston Grand Opera Open’s Robert Wilson Production Of TURANDOT April 22
Featuring soprano and HGO Studio alumna Tamara Wilson in the title role.
broadwayworld.com

Ballett/ Tanz

Kansas City
A spine-tingling Dracula from Kansas City Ballet
bachtrack.com

Sprechtheater

Gutenstein
Raimundspiele Gutenstein im Achim-Freyer-Fieber
Intendant Johannes Krisch gewann Gesamtkunstwerker für Regie, Bühnen- und Kostümbild bei „Die gefesselte Phantasie“.
WienerZeitung.at

Buch/ Literatur

„Lügenbaron“ Münchhausen war überhaupt kein Lügner
Vor 225 Jahren, im Februar 1797, starb Baron von Münchhausen. Wider seinen Ruf war der Mann weder ein Lügner noch stammen die meisten der bekannten Abenteuergeschichten aus seiner Feder.
SalzburgerNachrichtenat
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Unter’m Strich

Die Urin-Revolution
Urin ist ein hervorragender Rohstoff. Ihn vom restlichen Abwasser zu trennen und zu recyceln, könnte zahlreiche Umweltprobleme lösen. Doch ist die Welt schon bereit dafür?
spektrum.de

Russland greift Ukraine an
Russland führt Raketenangriffe auf Ziele im ganzen Land durch. Landungsoperationen der Schwarzmeerflotte finden statt. US-Präsident Joe Biden kündigte eine Reaktion an. Die Ukraine verhängt das Kriegsrecht
https://www.diepresse.com/6102378/russland-greift-ukraine-an

Lauter Verlierer, vorerst
Die EU, aber auch die USA sind in die Konfrontation mit Russland hineingestolpert. Ein Ausweg steht in den Sternen.
Wiener Zeitung

Am Ende der Welt: Die verlassene Walfangstation Grytviken
Eine Bucht auf einer einsamen Insel im Südatlantik war zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein wichtiger Stützpunkt für die Jagd auf Wale, Robben und Seebären. Ein berühmter Polarforscher liegt auf dem Friedhof des Ortes Grytviken begraben.
Der Stern.de

Ukraine-Krise
Österreich ist in der Gaskrise besonders verwundbar
http://www.diepresse.com/6103000/oesterreich-ist-in-der-gaskrise-besonders-verwundbar

Neuzugang im Schwarzenegger-Zoo. Arnie hat einen neuen Hund – und er heißt „Schnitzel“
Auf seinen Social-Media-Kanälen stellte Arnold Schwarzenegger seinen neuesten Hund vor – er hat die Hündin nach seinem Lieblingsessen benannt.
KleineZeitung.at

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 24. FEBRUAR 2022)

INFOS DES TAGES (DONNERSTAG, 24. FEBRUAR 2022)

Quelle: onlinemerker.com

Metropolitan Opera On Stage 2022–23

Vielfarbig und zeitgenössisch - New York: Wiedereröffnung der Metropolitan Opera | rbbKultur

https://www.metopera.org/season/2022-23-season/

Metropolitan Opera 2022-23 Season: Here Is All the Information For This Season’s Live in HD Performances
operawire.com

The Met-Opera New Season
What we want to see
https://www.nytimes.com/2022/02/23/arts/music/met-opera-new-season.html

Gelb rolls out the Met’s 22-23, minus Netrebko
Slippedisc.com

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OSTERFESTSPIELE SALZBURG 2023 – Präsentation

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Die Präsentation findet am 17. März um 11,30 h im Hotel Bayerischer Hof in München statt (da dies die einzige Möglichkeit war, alle Beteiligten „live“ an einen Tisch zu bekommen.)

Die Präsentation kann auch über Live-Stream auf www.osterfestspiele.at verfolgt werden.

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Villazon zelebrierte (feierte) seinen 50er „bombastisch“ (laut Presseaussendung – mitzuerleben in der ARD-Mediathek). Kurz vorher hat er noch die Mozart-Woche abgesagt

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GERNOT KRANNER SPAZIERT HEUTE ZUR RUSSISCHEN BOTSCHAFT IN WIEN. WER GEHT MIT?

Liebe Freunde,

ich werde HEUTE UM 16 UHR zur RUSSISCHEN BOTSCHAFT gehen und den Botschafter um FRIEDEN bitten.

WER GEHT MIT?

TREFFPUNKT um 16 Uhr: Johann-Strauss-Denkmal im Stadtpark

ADRESSE DER BOTSCHAFT: Reisnerstraße 45-47, 1030 Wien

Gernot Kranner Mobil:  0676 32 69 289, Mail: 
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NÖ: Chor- und Orchester-Workshop in Mautern an der Donau

der Erlebnis MUSIK-Workshop findet von 19. März bis 3. April an drei Wochenenden in Mautern an der Donau statt. Dieser Chor- und Orchester-Workshop bietet allen Teilnehmern die besondere Möglichkeit, Highlights aus Joseph Haydns „Die Jahreszeiten“ unter professioneller Anleitung zu erarbeiten und sie bei einem Benefizkonzert aufzuführen. Anmeldungen sind bis 7. März möglich unter: www.erlebnis-musik.at

Chor- und Orchester-Workshop in Mautern an der Donau
Workshop mit „Jahreszeiten“-Aufführung von Joseph Haydn an drei Wochenenden von 19. März bis 3. April. Anmeldungen bis 7. März möglich unter: www.erlebnis-musik.at

Der Erlebnis MUSIK-Workshop bietet allen Teilnehmern die besondere Möglichkeit, Highlights aus Joseph Haydns „Die Jahreszeiten“ mit professioneller Begleitung zu erarbeiten und sie bei einem Benefizkonzert aufzuführen. Der Workshop richtet sich an Solisten, Chor und Orchester und findet von 19. März bis 3. April an drei Wochenenden im Severinstadl, Kremser Straße 3 in Mautern an der Donau, statt.

Ein Benefizkonzert für den Verein Future4Children am 3. April in der Pfarrkirche, Kirchenplatz 1 in Mautern an der Donau, bildet den Abschluss des Workshops. „Wir bieten Musikenthusiasten die Gelegenheit, ihre Leidenschaft für Musik gemeinsam mit anderen auszuleben und dabei ein großes Opus der musikalischen Literatur entstehen zu lassen und dieses schließlich auch aufzuführen“, sagt Volker Gallasch, Workshop-Leiter und Gründer von Erlebnis MUSIK. Anmeldungen sind noch bis 7. März möglich unter www.erlebnis-musik.at.
Workshop für Musikliebhaber

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OPER GRAZ: Trailer zu „Morgen und Abend“

Nach einer umjubelten Premiere und reichlich Lob durch die Presse gibt es nun auch einen Trailer zur Produktion „Morgen und Abend“ –  mit szenischen und musikalischen Einblicken ins Stück und Intervew mit Regisseur Immo Karaman.

Sehen und hören Sie selbst:

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Bitte untenstehenden Link anklicken

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OPER FRANKFURT: DER TRAILER ZU BIANCA E FALLIERO (Rossini) IST FREIGESCHALTET

der Kurzfilm von Thiemo Hehl zur Premiere von Gioachino Rossinis Bianca e Falliero (Musikalische Leitung: Giuliano Carella; Regie: Tilmann Köhler) im Internetauftritt der Oper Frankfurt ist freigeschaltet:

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https://oper-frankfurt.de/de/mediathek/?id_media=321

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Premiere der Oper Halle mit »Manru« am 19.3.2022 und Ankündigung des Symposiums

»Manru« setzt dort ein, wo Johann Strauß‘ »Z*baron« aufhört: Saffi und Barinkay heiraten. Ignacy Jan Paderewskis einzige Oper erzählt die Geschichte von Ulana und Manru. Sie zeigt zwei Liebende aus verfeindeten Gesellschaften Jahre nach der Hochzeit. Die Beiden haben sich idealistisch über den Hass ihrer Ethnien hinweggesetzt und sind geflohen. Ihre Liebe überwindet Vorurteile. Doch ihr Aussteigerleben fordert seinen Tribut. Manru findet in der Ausgrenzung weder Glück noch innere Ruhe, Ulana zermürben die Labilität ihres Mannes, die ständigen Anfeindungen des Dorfes und die Härte ihrer Mutter.

Die Regisseurin Katharina Kastening sieht in dem Musikdrama »ein scharfsichtiges Stück über das Scheitern einer Utopie, die Entzauberung romantischer Liebesvorstellungen in einer gespaltenen Gesellschaft voller Hass und Häme: Was macht uns zu Feinden? Das ist für mich die zentrale und auch heute aktuelle Frage des Stücks.«

»Manru« ist ein Auftragswerk Ernst von Schuchs. Es wurde in deutscher Sprache komponiert und 1901 in Dresden uraufgeführt – im selben Jahr, in dem von Schuch auch mit Richard Strauss‘ »Feuersnot« ein Bekenntnis zur Oper der Gegenwart ablegte und einleitete, was wir heute als Dresdner Strauss-Tradition bewundern.

Nicht zuletzt die vielen Dresdner Exilpolen, die in dem Roma-Pariah das Symbol ihrer politisch unterdrückten Nation sahen, bereiteten »Manru« einen triumphalen Erfolg.

Der Librettist Alfred Nossig, sah in den Erumale eher eine Allegorie auf die Juden Europas. Er wollte mit dem Sujet und dem prominenten Komponisten Propaganda für den Zionismus machen und zeigen, dass die Assimilationsversuche im 19. Jahrhundert gescheitert waren, dass sie scheitern mussten und es keine Alternative zur Gründung eines jüdischen Staates in Palästina gab.

Paderewski wollte mit dem Werk eine neue Region, die Gegend von Zakopane, auf die Karte der Weltkultur setzen und den Beitrag Polens zu derselben in der Welt bekannt machen.

»Manru« wurde in vielen Städten Europas nachgespielt (Prag, Köln, Zürich, Budapest, London, Nizza, Monte Carlo, Bonn, Kiev), in Polen in polnischer Übersetzung (Lviv, Krakau, Warschau, Posen).

In den USA, sicherte sich die MET die 1902 aufwändig herausgebrachte Erstaufführung.

Um »Manru« aber wurde es außerhalb Polens still.

Am 19. März 2022 bringt die Oper Halle die Oper »Manru« des polnischen Komponisten, Pianisten und Staatsgründers Ignacy Jan Paderewski (1860-1941) erstmals nach 120 Jahren wieder in der deutschen (!) Originalsprache zur Aufführung.

DeutschlandRadio und MDR Kultur übertragen die Hallenser Erstaufführung bundesweit live, cpo veröffentlicht den Mitschnitt auf CD.

 Im Zentrum von »Manru« steht eine Ehe in einer divers multiethnischen Gesellschaft, die an Fremdenfeindlichkeit, Hetze und ethnischen Vorurteilen zerbricht.

Ein internationales wissenschaftliches Symposion mit Referent*innen aus fünf Ländern beleuchtet am 18. und 19. März 2022 im Audimax der Martin-Luther-Universität Halle (Saale) interdisziplinär und allgemein verständlich für ein breites Publikum die vielen historischen, musikalischen und aktuellen Aspekte dieser hierzulande wenig bekannten Oper.

Die Konferenzsprache ist Deutsch. Die Konferenz wird von der Oper Halle, dem Aleksander-Brückner-Institut für Polenstudien an der Universität Halle (Saale) und dem Musikwissenschaftlichen Seminar der Universität Leipzig veranstaltet und vom Adam Mickiewicz-Institut Warschau unterstützt. Sie findet im Rahmen der »Bildungswochen gegen statt.

Der Eintritt ist frei.

Das Programm zum Symposium befindet sich im Anhang.

Besetzung

Musikalische Leitung: Michael Wendeberg | Regie: Katharina Kastening | Bühne & Kostüme: Gideon Davey | Chorleitung: Johannes Köhler| Dramaturgie: Boris Kehrmann

Mit Thomas Mohr (Manru)| Ks. Romelia Lichtenstein (Ulana, Dorfmädche) |Svitlana Slyvia (Hedwig, ihre Mutter)| Levent Bakirci (Urok, ein Zwerg)|Franziska Krötenheerdt (Aza, Zigeunerin)| Ky-Hyun Park (Oros, Anführer der Zigeuner)|Michael Zehe (Jagu, Zigeunergeiger) | Chor und Kinderchor der Oper Halle | Staatskapelle Halle

»Manru«
Lyrisches Drama in drei Akten von Ignacy Jan Paderewski
Libretto von Alfred Nossig nach Józef Ignacy Kraszewskis Roman Die Hütte am Ende des Dorf (1852)

Premiere am 19. März 2022 | 19:30 Uhr | Oper Halle

 Weitere Vorstellungen am 27.3.2022 um 16:00 | 1.4., 22.4. und am 30.06. um jeweils 19:30 Uhr | 22.5.2022 um 18 Uhr
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MAGDEBURG: GRETE MINDE von Eugen Engel  – Premiere der Uraufführung
13.2.2022 (Werner Häußner)

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Raffaela Lintl, Zoltan Nyári. Foto: Andreas Lander

Die Geschichte dieser Uraufführung ist so erstaunlich, dass sie selbst als Opernstoff dienen könnte: Da liegt eine fertige Partitur über ein halbes Jahrhundert lang in einem Emigrantenkoffer in San Francisco, bis sie von den Enkeln des Komponisten ans Tageslicht gehoben wird. Eine Kette von Zufällen spielt die völlig unbekannte Oper in die Hände der Dirigentin Anna Skryleva, die sie fast 90 Jahre nach ihrer Entstehung in Magdeburg mit Begeisterung zum Klingen bringt.

Den Autor des Werks nach Theodor Fontanes Novelle „Grete Minde“ kennt kein Mensch in der musikalischen Welt: Eugen Engel, 1875 in Widminnen/Ostpreußen (heute Polen) in eine jüdische Familie geboren, steht in keinem Musiklexikon. Er verdiente sein Brot mit einem Geschäft für Stoffe in Berlin, bis er 1939 zu seiner Tochter in die Niederlande fliehen musste. Von dort deportierten ihn die Nazis und ermordeten den 67-Jährigen am 26. März 1943 in Sobibor.

Die Magdeburger Dramaturgin Ulrike Schröder hat die Spuren von Engels Leben und Wirken erforscht: Als Komponist vermutlich weitgehend Autodidakt, stand der gebildete Kaufmann mit musikalischen Größen seiner Zeit wie Engelbert Humperdinck, den Dirigenten Leo Blech und Bruno Walter, dem Pianisten Edwin Fischer und seinem zeitweiligen privaten Kompositionslehrer Otto Ehlers in Briefkontakt. Erhalten sind von Engels Lieder und Kammermusik, aber sein Hauptwerk, dem er sich von 1914 bis 1933 widmete, ist die Oper „Grete Minde“ auf ein Libretto des gebürtigen Magdeburgers Hans Bodenstedt, der im Dritten Reich Karriere als Direktor von NS-Verlagen wie „Blut und Boden“ machte. In Deutschland hatte Eugen Engels Oper keine Chance, aufgeführt zu werden.

Während seine Tochter Eva Löwenberger im Februar 1941 mit ihrer Familie in die USA auswandern konnte, scheiterte Engels Emigration „tragischer Weise in letzter Minute“, wie Schröder schreibt. Eva war es jedoch gelungen, einen Koffer mit Dokumenten mitzunehmen, der bis nach ihrem Tod im Jahr 2006 ungeöffnet blieb. Erst Engels Enkel, Claude L. Lowen und Janice Ann Agee entdeckten darin neben Briefen, Dokumenten und kleineren Kompositionen die Partitur der „Grete Minde“.

2019 wurde auf Initiative von Janice Ann Agee ein Stolperstein am Ort des letzten Wohnhauses von Eugen Engel in der Berliner Charlottenstraße 74-75 verlegt. Der Berliner Hobbysänger Uwe Jöckel – so berichtet der Spiegel – sei auf den unbekannten jüdischen Komponisten aufmerksam geworden, habe Mail-Kontakt mit der Enkelin in den USA aufgenommen, sich Noten zu „Grete Minde“ schicken lassen und sie an seine Bekannte, die künftige Generalmusikdirektorin von Magdeburg, weitergegeben. Skryleva konnte die Magdeburger Intendantin Karen Stone überzeugen, in der letzten ihrer 13 Spielzeiten vor dem Ruhestand die Uraufführung zu wagen. Nach einer pandemiebedingten Verzögerung kam Engels große Oper nun endlich auf die Bühne.

Die 1880 erschienene Novelle Theodor Fontanes in der geschickten Bearbeitung Bodenstedts hat den Gelegenheitskomponisten zu einer komplexen und farbenreichen Musik inspiriert. Die Instrumentierung ist spätromantisch üppig, manchmal zu dicht; die harmonische Sprache erinnert an Engelbert Humperdinck und Siegfried Wagner, weist aber auch in kühlen und harten Harmoniefolgen auf die damalige Moderne eines Paul Hindemith und sogar Kurt Weill hin. Engel hatte offenbar ein gutes Ohr für die musikalische Entwicklung im Berlin der zwanziger Jahre. Das volle Orchester plus zwei Harfen und Orgel geben dem Klang Opulenz und lassen ein avanciertes Kolorit zu.

Anna Skryleva leitet die Magdeburgische Philharmonie mit allem Herzblut – die Musiker folgen ihr mit satt ausgespielter Klanglust, die allerdings nicht immer durchhörbar macht, wie Engel den Orchesterklang konzipiert und welche Farbe dominieren sollte. Mit beachtlicher Souveränität geht der Komponist mit den Stimmen um: Zumindest aufs erste Hören sind die Partien anspruchsvoll, aber sanglich geschrieben; die Einbettung ins Orchester stellt Bezüge her, ohne der Stimme ihren Raum zu nehmen. Auch die Chöre sind einer großen Oper würdig und der Magdeburger Opernchor, einstudiert von Martin Wagner, zeigt sich der unbeschwerten Eröffnung ebenso gewachsen wie dem Männergesangsvereinston der Wirtshausszene im zweite Akt, dem liturgischen Touch des „Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen“ ebenso wie der Panik des Feuer-Finales.

In der Novelle Fontanes finden sich ausgedehnte Natur- und Landschaftsschilderungen, die teils als idyllisches Gegenbild zur Lebenssituation der Menschen, teils als gleichnishaftes Seelengemälde erscheinen. Darauf verzichtet das Libretto Bodenstedts. Dafür stellt es in knapper, manchmal kolportagehafter Sprache die Spannungen und Konflikte in den Vordergrund. Grete Minde entwickelt sich von einem Mädchen an der Schwelle zur Pubertät zu einer jungen, in schmerzhaften Erfahrungen gereiften, aber selbstbewussten, sogar kämpferischen Frau.

Ihre Außenseiterrolle ist bereits durch ihre (verstorbene) Mutter definiert: Die war eine „Span’sche“, eine Fremde mit schwarzen „Teufelsaugen“ in der lutherisch geprägten Kleinstadt Tangermünde. Liebe gibt es in dieser strengen, harten Welt nicht: Gretes Halbbruder Gerdt flüchtet sich in Geld und Arbeit, seine Frau Trud beneidet den „Hexensproß“, dem die Liebe zufliegt, während sie selbst einsam ist. Auch der junge Valtin hat eine Stiefmutter, die zwar leichtlebiger ist als die verbissene Trud, aber auch gleichgültiger und auf sich selbst konzentriert. „Wurzellos“ sei, wer ohne Mutter ist, sagt der Junge, als er beschließt, mit Grete zu fliehen und „ins Land des Glücks zu treiben“.

Doch der frischen Liebe ist kein Glück beschieden: Die beiden jungen Leute schließen sich einer Puppenspielertruppe an, Valtin erkrankt und stirbt. Grete hatte ihm versprochen, in ihre Heimatstadt zurückzukehren. Dort verweigert der Halbbruder die Auszahlung ihres rechtmäßigen Erbes. Die Aussicht auf ein liebeloses Leben in Elend mündet in verzweifelter Rache: Grete setzt die Stadt in Brand und kommt mit ihrem Kind in den Flammen um.

Regisseurin Olivia Fuchs bemüht sich sehr, die Geschichte verständlich und ohne psychologische Überfrachtung zu erzählen. Das Tangermünde der Nachreformation verlegt sie – sichtbar an den Kostümen Nicola Turners – in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Koffer und Taschen verweisen auf die Deportation der Juden im Dritten Reich, feuchtkalte Betonwände schaffen eine bedrückende Atmosphäre. Das Fremdsein Gretes ist zwar im konfessionellen Gegensatz begründet – hier die lutherische Stadtgesellschaft, dort der Abkömmling der katholischen Spanierin –, wird aber mit Blick auf den Juden Eugen Engel auf die Katastrophe der Shoa im 20. Jahrhundert hingedeutet. Auch die eingeblendeten Schwarzweiß-Aufnahmen marschierender Soldaten beim Aufzug des Kurfürsten wollen solche Zeitbezüge herstellen. Leider hat man die Figur der Grete mit wirren Kupferhaaren und einem auffällig leuchtend roten Kleid allzu nah an das Klischee der „femme fatale“ gerückt.

Ansonsten wird auf der Bühne recht gezügelt agiert; manche Szene würde – wenn schon Erzähltheater – aus dem betulichen Opern-Bewegungsrepertoire befreit glaubhafter wirken. Und das Händeringen und Ausstrecken der Arme angesichts des vernichtenden Stadtbrandes wirkt dann doch allzu plakativ. Die Solisten des Magdeburger Ensembles schlagen sich wacker: Raffaela Lintl wächst nach einigen Startproblemen zu einer temperamentvollen Darstellerin mit Glut in der Stimme heran. Kristi Anna Isene sagt mir hartem Timbre die harten Worte der Trud – eine Frau, deren Herz aus Mangel an Liebe vertrocknet ist und bei der kein Mitgefühl mehr das Vorurteil überwinden kann. Jadwiga Postrożna gibt der Nachbarin Emrentz Züge von Lebensklugheit: Die Stiefmutter des jungen Valtin ist so, anders als in der Novelle, eine eher sympathische Figur.

Dem Valtin ringt Zoltán Nyári angestrengt die Töne der Lebensbitternis ab; Karina Repova setzt als „Domina“ des Klosters Arendsee einen katholischen Kontrapunkt zum protestantischen Pastor Gigas (Paul Sketris): Barmherzig ermöglicht sie für Valtin ein Begräbnis auf dem Klosterfriedhof. Das Trio des Puppentheaters, das einen Hauch von Mysterienspiel und die Andeutung einer allegorischen Ebene ins Spiel bringt, verkörpern Johannes Wollrab, Benjamin Lee (fast allgegenwärtig, in knallrotem Narrenwams mit Schellenkappe) und Na’ama Shulman). In kurzen Rollen: Marko Pantelić als hartherziger Ratsherr Gerdt Minde, Johannes Stermann (Bürgermeister Peter Guntz) und Frank Heinrich (Wirt).

Stellt sich wie stets bei solchen Ausgrabungen die Frage nach der Relevanz und der Überlebenschance: Eugen Engels „Grete Minde“ kann mit dem schlagkräftigen, von Bodenstedts schlüssig verknappten Fontane-Stoff punkten. Die Musik bietet reichlich Anlass zum Hinhören und gewinnt zumal im dritten Akt an dramatischer Beredsamkeit. Dennoch ist man geneigt, Bruno Walter zuzustimmen, der 1937 an Engel schrieb, er vermöge in der Oper „keine Erfindung persönlicher Prägung, keine Originalität in Einfall oder Führung“ finden. Dirigentin Anna Skryleva dagegen lobt an dem „komplex komponierten“ Werk die (zweifellos feststellbare) Bühnenwirksamkeit, interessante Harmonik und ein vielfarbiges Orchester. Bei aller Skepsis, die den zündenden Funken in der Musik vermisst: Eine ehrgeizige Inszenierung könnte für diese Oper mit ihrer ungewöhnlichen Geschichte eine zweite Chance bedeuten.

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ORF III am Donnerstag: Zweiteiliger Schwerpunkt zum Ukraine-Konflikt u. a. mit Lou Lorenz-Dittlbacher in „Politik live“

„Donnerstag Nacht“: „Die Tafelrunde“ und fünfteiliger Schwerpunkt zum 65. Geburtstag von Falco

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information ändert am Donnerstag, dem 24. Februar 2022, aus aktuellem Anlass das Programm und widmet sich ab 20.15 Uhr den Entwicklungen im Ukraine-Konflikt. Zu Beginn lädt ORF-III-Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher zur „Politik live“-Diskussion, bevor sich eine Doku vertiefend mit dem Thema auseinandersetzten wird. In der „Donnerstag Nacht“ präsentiert Gerald Fleischhacker eine neue Ausgabe von „Die Tafelrunde“, gefolgt von einem fünfteiligen Schwerpunkt zum 65. Geburtstag von Falco mit Konzerten und Dokus.

Tagsüber ab 9.05 Uhr überträgt „Politik live“ die Nationalratssitzung, kommentiert von Anna Stahleder. Der zweite Plenartag der Woche startet mit einer Fragestunde mit Justizministerin Alma Zadić von den Grünen. Danach stehen plenumsreife Vorlagen aus dem Gesundheits- und Sozialausschuss auf der Tagesordnung. Dabei geht es u. a. um Impfprämien für Gemeinden und kommunale Impfkampagnen, die Finanzierung der Palliativ- und Hospizversorgung und einen weiteren Teuerungsausgleich für bestimmte Personengruppen. ORF 2 überträgt parallel bis 13.00 Uhr, kommentiert von Susanne Däubel.

Den zweiteiligen Themenabend im Zeichen des Ukraine-Konflikts leitet ORF-III-Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher um 20.15 Uhr mit einer „Politik live“-Diskussion ein, danach um 21.05 Uhr folgt eine Dokumentation zum Thema.

Zum Auftakt der „Donnerstag Nacht“ um 21.55 Uhr lädt Gerald Fleischhacker zu einer neuen Folge von „Die Tafelrunde“. Diesmal feiert Publikumsliebling Omar Sarsam seine Premiere. Ebenfalls mit dabei sind Christof Spörk, Nadja Maleh und Isabell Pannagl.

Eine lange Nacht im Zeichen von Falco anlässlich seines 65. Geburtstags präsentiert ORF III danach ab 22.50 Uhr, beginnend mit der Kurzdoku „Falco Gaga“. Der Film zeigt komische und witzige, skurrile und verrückte Auftritte des österreichischen Popstars in Talkshows und bei Fernsehinterviews. Anschließend um 23.15 Uhr ist „Falco am Rathausplatz“ zu erleben: Im Mai 1985 eröffnete der berühmte Wiener am Rathausplatz die Wiener Festwochen vor 50.000 begeisterten Fans. Zu hören sind viele seiner größten Hits wie „Der Kommissar“, „Junge Römer“, „Rock Me Amadeus“, „Helden von heute“ u. v. m. Danach zeigt ORF III mit „Falco Symphonic“ (0.05 Uhr) die Highlights von Falcos einzigem Auftritt mit Orchester live in Wiener Neustadt aus dem Jahr 1994. „Remember Falco!“ (1.00 Uhr) bietet eine Collage mit Musikvideo-Highlights aus Falcos unterschiedlichen Schaffensperioden, außerdem entdeckt Rudolf Dolezal in „Falco, der Poet“ (1.55 Uhr) den Sprachkünstler Falco.

 

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