Die FREITAG-PRESSE – 10. JUNI 2022

Die FREITAG-PRESSE – 10. JUNI 2022

Foto: Joana Mallwitz © Lutz Edelhof

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die FREITAG-PRESSE – 10. JUNI 2022

Wagner in Wien: Traum eines Narkotikums – weshalb der Suchtfaktor dieser Musik derart hoch einzustufen ist
Sollte der Name Joana Mallwitz noch immer nicht die Runde gemacht haben, die Feuerprobe im Wiener Konzerthaus hat die alles andere als kühle Frau mit den blonden Haaren mit Bravour bestanden – dank Richard Wagners genialer Gabe, Emotionen und Handlungsstränge rein durch Text und Orchester zu beschreiben, auch ohne Bühnenbild und spektakulärer Personenführung.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

Die Longborough Festival Opera – das „englische Bayreuth“ glänzt mit Wagners „Siegfried“
Mitten in den malerischen Cotswolds gelegen, in einem typisch englischen Landhaus mit herrlichen Gärten und Dinner in der verlängerten Pause, präsentiert die Longborough Festival Opera ein beeindruckend breites Spektrum – von „Siegfried“ über „Die Tote Stadt“ bis zu „Carmen“. Wagner ist unverkennbar die Spezialität dieser Spielstätte, die lebhaft an Bayreuth erinnert und sich den Spitznamen (oder eher: Ehrentitel) des „englischen Bayreuth“ erwarb – und dies mit gutem Grund.
Von Dr. Charles E. Ritterband
Klassik-begeistert.de

Berlin/ Komische Oper
Barrie Kosky: Nazis, ihr habt nicht gewonnen
Eine jiddische Revue zeigt Barrie Kosky zu seinem Abschied als Intendant an der Komischen Oper. Ein Gespräch.
BerlinerMorgenpost.de

Berlin
Ein Shooting-Star der Klassik in Berlin: Countertenor Jakub Jozef Orlinski singt im Kammermusiksaal
Tagesspiegel.de

„Konzertgänger in Berlin“
Pausenbericht: Worüber ich nicht geschrieben habe
Die Abonnenten merken es, im Moment schreibe ich nicht so häufig in diesem Blog wie gewohnt. Aus persönlichen und aus Energieeffizienz-Gründen. Dabei wäre einiges Gehörte und Erlebte der Nachrede wert gewesen! Ein Klavier- und ein Xenakis-Festival etwa, verschiedene Sinfoniekonzerte, oder auch ein Klavierabend von Grigory Sokolov.
https://hundert11.net/pausenbericht/

Bayern
Live-Konzerte nach Corona: Wenn das Publikum trotz Öffnung ausbleibt
Leinen los! Endlich wieder Livekonzerte! Ganz so einfach gestaltet sich das aber vielerorts nicht – immer wieder ist derzeit zu hören: Das Publikum kommt nicht zurück. BR-KLASSIK-Reporter Moritz Wolff hat recherchiert. Sein Fazit: Die Lage in Bayern ist sehr unterschiedlich.
BR-Klassik.de

Sommereggers Klassikwelt 139: Alfred Deller – Pionier der Countertenöre
Die Entwicklung der Stimmlage Countertenor hat in den letzten Jahrzehnten erstaunliche Ergebnisse hervorgebracht, von denen der erste Sänger dieser exponierten Gesangstechnik im 20. Jahrhundert, Alfred Deller nur träumen konnte. Am 31. Mai vor 110 Jahren wurde er im britischen Margate geboren, dieses runde Datum ist eine gute Gelegenheit jenen Mann zu würdigen, der ohne es zu ahnen eine Entwicklung in Gang setzte, die zu einer Renaissance der Barock-Oper wesentlich beitrug.
Klassik-begeistert.de

Elphi HH… ceterum censeo: Das Publikum klatscht jegliche Zartheit, Innigkeit und Sehnsucht, die in dieser Musik liegt, tot
Das Klatschen zwischen den Sätzen einer Symphonie und den Liedern eines Zyklus zerstört jegliche Spannung, es macht all diese Werke zu Revue-Nummern und nimmt ihnen Würde und Ausdruck. Offenbar meinen diese Leute, dass, wie in einer Fernseh-Show, jede Leistung sofort durch unreflektierten Applaus beantwortet werden muss.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de/

Frankfurt
Thomas Guggeis: Der musikalische Märchenprinz
topMagazinFrankfurt

Salzburg/ Festspiele
Salzburger Festspiele: Ilija Trojanow hält heuer die Eröffnungsrede
Der Schriftsteller spricht beim Festakt am 26. Juli in der Felsenreitschule über „Der Ton des Krieges, die Tonarten des Friedens“
DerStandard.at

Wien
Krieg in der Ukraine: Volksoper hilft Kiew
Benefizkonzert an diesem Sonntagvormittag. Vor einigen Wochen herrschte noch Betrieb am Nationalen Operettentheater Kyjiw (Kiew), einem Mehrspartenhaus, das sein Programm für gewöhnlich mit leichtem Musiktheater und Opern, Konzerten und Balletten bestreitet. „Jetzt ist das Theater wegen des Krieges mit der Russischen Föderation geschlossen. Wir hören jeden Tag Luftangriffe“, sagte Direktor Bogdan Strutynskyi unlängst. Er glaube aber, „dass der Krieg bald beendet sein wird und wir die Türen unseres schönen Theaters für das Publikum öffnen werden.“
WienerZeitung

Wien
In bester Verbundenheit: Andris Nelsons und die Wiener Philharmoniker
bachtrack.com

Perchtoldsdorf
„Teatro Barocco“ im Burgsaal in Perchtoldsdorf
Niederösterreichische Nachrichten

Wann waren Sie das letzte Mal im Theater?
Die heimischen Theater zählen immer weniger Besucherinnen und Besucher. Die Gründe dafür sind vielfältig – Corona war erst der Anfang. Gehen Sie aktuell ins Theater?
DerStandard.at

Links zu englischsprachigen Artikeln

Amsterdam
Kent Nagano conducts Dutch premiere of Hans Abrahamsen’s The Snow Queen
bachtrack.com

La Coruna
Asmik Grigorian, Angela Meade, Roberto Alagna & Xabier Anduaga Lead Amigos de la Ópera de A Coruña’s 2022 Season
operawire.com

London
The Royal Conservatory Announces 2022-23 Season
https://operawire.com/the-royal-conservatory-announces-2022-23-season/

A double bill of Monteverdi and Weill at the Guildhall School of Music and Drama
https://operatoday.com/2022/06/17857/

Wormsley
Garsington Opera: Così fan tutte
https://operatoday.com/2022/06/garsington-opera-cosi-fan-tutte/

New York
The Rake’s Progress rears its ugly head at The Met
bachtrack.com

Review: For Franck’s 200th, an Organist Pays Grand Tribute
Paul Jacobs has completed his survey of the major solo organ works of César Franck, whose birthday year is passing with scattered observances.
https://www.nytimes.com/2022/06/08/arts/music/review-paul-jacobs-franck-organ.html

Vengerov, young violinists light up Oxford Philharmonic’s U.S. debut at Carnegie
newvorkclassicalrevie.com

St. Louis
BWW Review: AWAKENINGS at Opera Theatre Of Saint Louis‘
World premier of new American opera at OTSL
broadwayworld.com

Recordings
Wagner: Parsifal (Orchestra e Coro del Teatro Massimo, Omer Meir Wellber)
Vick and Wellber’s anti-Parsifal has much to say that needs saying.
limelightmagazine.com.aus

Musical
BWW Review: TONY! THE TONY BLAIR ROCK OPERA, Park Theatre
Tony Blair’s life as musical comedy that hits and misses, as the genre often does
broadwayworld.com

Tony! (The Tony Blair Rock Opera) review –
Harry Hill puts the party into politics
TheGuardian.com

Ballett/ Tanz

Festwochen-Ballett: Verschlungene Leiber, gereckte Faust (Bezahlartikl)
„Kraanerg“, der moderne Klassiker von Iannis Xenakis mit dem Klangforum und choreografiert von Emmanuelle Huynh.
https://www.diepresse.com/6150151/festwochen-ballett-verschlungene-leiber-gereckte-faust

BWW Review: VISIONARY VOICES at The Kennedy Center
This production was a mesmerizing two-night engagement at the Kennedy Center.
broadwayworld.com

Visual Arts
Venice Biennale 2022 review – The Milk of Dreams Part 1: The Giardini
The biggest and most challenging exhibition you’ll be seeing in some time
theartsdesk.com

Musical

Winzendorf/NÖ
„Romeo und Julia“: Altes Drama, neues Musical
Der Kultursommer in Winzendorf bringt eine nicht allzu originelle, aber unterhaltsame Welturaufführung von „Romeo und Julia“ auf die etwas seltsame Bühne. Junge Talente zeigen ihr Können. Größtes Minus: Der Sound in der Steinbruch-Kinohalle.
DiePresse.com

Rock/ Pop

Nova Rock-Festival trotzte zum Auftakt dem Regen
Starkregen hatte dem Nova Rock-Festival, konkret dem Boden auf dem Gelände, zugesetzt, am Ende des ersten Tages herrschte dann aber doch „Hysteria“. Muse, der klare Headliner des Auftakts, vergaß nicht auf diesen Klassiker und zog eine druckvolle Performance ab, wobei das Trio neben einer gelungenen Lichtshow vor allem auf härtere Klänge setzte. Der Organisation und den Besuchern kosteten die witterungsbedingten Umstände nicht nur einiges an Nerven.
Oberösterreichisches Volksblatt

Sprechtheater

Voraussichtliches Ende von Adi Hirschals Wiener Lustspielhaus
Der Betrieb der von Anfang an umstrittenen Sommerbühne soll nach dieser Saison eingestellt werden
DerStandard.at

Literatur/ Buch

Wie wir unsere Klassiker kaputt machen
Eigentlich sollen kommentierte Klassikerausgaben dabei helfen, historische Kontexte zu verstehen. Heute betreiben politisch-korrekte Vorworte ein moralisches Framing, das jede Lust am Text zerstört. Betroffen ist selbst Huxley.
DieWelt.de

Film/ TV

Waltraut Haas wird 95 und weint Hollywood „keine Träne nach“
Die Schauspiel-Legende feiert ihren Geburtstag im Schönbrunner Stöckl.
Kurier.at

„MA 2412“-Neuauflage: „Der Vokuhila in Weiß ist nicht schlecht“
Die ORF-Sitcom „MA 2412“ erlebt nach zwanzig Jahren ein Revival – vorerst als zweiteiliges Special. Roland Düringer und Alfred Dorfer haben aber Lust auf mehr.
Kurier.at

Ausstellungen/Kunst

Klimt-NFT-Projekt des Belvedere: Maue Kuss-Performance
Die vom Museum um 1.850 Euro ausgegebenen NFTs handelt der Markt nun schon ab 670. Erste Käufe werden rückabgewickelt. Fragen beantwortet das Museum nicht
DerStandard.at
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Unter’m Strich

Türkei will Russland-Sanktionen lockern
Die Außenminister der Türkei und Russlands, Mevlüt Cavusoglu und Sergej Lawrow, haben auf ihrem Treffen am Mittwoch in Ankara Vorschläge für die Ausfuhr von ukrainischem Getreide auf die Weltmärkte erörtert. Bisher sind die Ausfuhren aus ukrainisch kontrollierten Häfen durch die russischen Streitkräfte blockiert. Konkret nannte Cavusoglu auf der Pressekonferenz der beiden einen „Plan der Vereinten Nationen“. Dieser sei „vernünftig und machbar“.
Frankfurter Allgemeine

INFOS DES TAGES (FREITAG, 10. JUNI 2022)

INFOS DES TAGES (FREITAG, 10. JUNI 2022)

Quelle: onlinemerker.com

WIENER STAATSOPER: ERSTE FOTOS „L’ORFEO ONLINE“ (Premiere am Samstag 11.6.)

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Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Kate Lindsey (Die Musik / Die Hoffnung / Echo)
Georg Nigl (Orfeo)
Slávka Zámečníková (Euridice)
Christina Bock (Botin / Proserpina)
Andrea Mastroni (Plutone)
Wolfgang Bankl (Caronte)
Hiroshi Amako (Apollo)

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Georg Nigl und Ensemble. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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Slávka Zámečníková (Euridice) und Ensemble. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 

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Andrea Mastroni (Plutone), Christina Bock (Proserpina). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn
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operklosterneuburg; LA BOHÈME – 9. JULI bis 5. AUGUST 2022

operklosterneuburg |
Kamilė Bonté, Clemens Kerschbaumer. Foto: operklosterneuburg(Mark Glassner

BESETZUNG
Musikalische Leitung Christoph Campestrini
Inszenierung François de Carpentries
Bühne Hans Kudlich
Kostüme Karine van Hercke
Choreografie Monica I. Rusu-Radman
Chorleitung Michael Schneider
Maske Csilla Domjan
Licht Lukas Siman Rodolfo Clemens Kerschbaumer
Mimì Kamilė Bonté
Marcello Thomas Weinhappel
Schaunard Aleš Jenis
Colline Dominic Barberi
Musetta Aleksandra Szmyd
Benoit/Alcindoro/Zollwächter Marc Olivier Oetterli

Beethoven Philharmonie
Chor operklosterneuburg
Kinderchor operklosterneuburg

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Bühnenbildentwurf von Hans Kudlich. Foto: Kudlich
TERMINE LA BOHÈME
Premiere Samstag, 9. Juli 2022

Juli 12*, 14, 16, 20, 22, 26, 28, 30
August 3, 5
jeweils 20.30 Uhr
* öffentliche Benefizvorstellung Rotary-Club Klosterneuburg

Aufführungen in italienischer Sprache mit deutschen Texteinblendungen

KARTENVERKAUF
INFORMATION UND TICKETS: Kulturamt, Babenbergerhalle Klosterneuburg
Rathausplatz 25, 3400 Klosterneuburg

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BAYERISCHE STAATSOPER: UMBESETZUNG „UN BALLO IN MASCHERA“

Hiermit wollen wir Sie über folgende Umbesetzung informieren:
In den Vorstellungen Un ballo in maschera am 12., 15., 19. und 22.Juni.2022 übernimmt Paolo Arrivabeni das Dirigat anstelle von Daniele Rustioni.

PAOLO ARRIVABENI
Paolo Arrivabeni studierte am Boito-Konservatorium in Parma Komposition bei Camillo Togni und Dirigieren bei Daniele Gatti. Bisherige Engagements führten ihn u. a. an die Opernhäuser in Leipzig, Dresden, Berlin, Zürich, Wien, Venedig, Neapel, Paris, New York und Tokio sowie zum Wexford Festival. Sein Repertoire umfasst v. a. Werke italienischer Komponisten des 19. Jahrhunderts, allen voran Rossini, Donizetti und Verdi, daneben aber etwa auch die von Saverio Mercadante oder Darius Milhaud. Seit 2008 ist er Musikdirektor der Opéra Royal de Wallonie.

ZU DEN VORSTELLUNGEN

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Burgtheaterschauspielerinnen Elisabeth Augustin und  Barbara Petritsch zur „Kammerschauspielerin“ernannt

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Sektionschef Mag Jürgen Meindl, Sarah Viktoria Frick, Barbara Petritsch, Dir. Martin Kusej, Elisabeth Augustin, Holding-Chef Mag. Christian Kircher, Dr. Eva-Maria Klinger. Copyright: Beck

Am  8. Juni 2022 wurde im Foyer des Burgtheaters den Ensemblemitgliedern Elisabeth Augustin und Barbara Petritsch der Berufstitel „Kammerschauspielerin“ durch Mag. Jürgen Meindl, Sektionschef für Kunst, Kultur des Bundesministeriums, verliehen. „Ausgezeichnetes Theater, das von Frau Petritsch und Frau Augustin im besonderen Maße verkörpert wird, muss ausgezeichnet werden“, so Sektionschef Jürgen Meindl in seiner Einleitung.

In ihrer Laudatio über Elisabeth Augustin sagte Kulturjournalistin Dr. Eva Maria Klinger: „Seit 47 Jahren ist Elisabeth Augustin Burgschauspielerin, das beweist unverdrossenes Durchhaltevermögen! Aber auch Leidenschaft für den Beruf und Verbundenheit mit der Institution. Sie ist eine wache, neugierige, hochaktive, spielfreudige, wandlungsfähige, leidenschaftliche Schauspielerin, die ohne Theater  zu spielen nicht leben möchte.“

Elisabeth Augustin, 1953 in Wien geboren, absolvierte das Max Reinhardt Seminar und schloss ihre Ausbildung mit Auszeichnung ab. Seit 1975 ist sie festes Mitglied am Burgtheater und verkörperte hier seither zahlreiche große Rollen. Elisabeth Augustin ist ebenfalls durch diverse Film- und Fernsehproduktionen bekannt, führt selbst Regie und war mit zahlreichen Solo- und Chanson-Programmen in Wien zu sehen. Sie unterrichtet zeitweise das Fach Rollenstudium am Max Reinhardt Seminar und ist seit 2018 ebenfalls Intendantin der Kulturtage Schloss Pöggstall.

Aktuell ist Elisabeth Augustin in (Ob)sessions von Saar Magal am 14. Juni im Kasino und am 26. Juni in Lucy Kirkwoods Das Himmelszelt im Burgtheater zu erleben.

„Barbara Petritsch versteht auf besondere Weise das perfekte Maß von Handwerk und Intuition abzuschätzen und anzuwenden. Und das einmalig“. Schwärmte  Ensemblekollegin Sarah Viktoria Frick in ihrer Laudatio.
Barbara Petritsch, geboren 1945, aufgewachsen in Admont, absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Graz. Es folgten Engagements u. a. an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Bochum, am Schauspiel Frankfurt, an der der Freien Volksbühne und am Schillertheater Berlin. Seit 1999 ist sie Ensemblemitglied am Burgtheater Wien.

Barbara Petritsch ist neben ihrer Tätigkeit am Burgtheater, in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Im Akademietheater ist Barbara Petritsch aktuell in Die Schwerkraft der Verhältnisse von Marianne Fritz (am 13. & 17. Juni), in Moskitosvon Lucy Kirkwood am 14. & 16. Juni, Eurotrash von Christian Kracht am 30. Juni und im Burgtheater in Lucy Kirkwoods Das Himmelszelt am 26. Juni zu erleben.

Im derzeitigen Ensemble des Burgtheaters tragen Maria Happel, Regina Fritsch, Michael Heltau, Martin Schwab, Peter Simonischek, Michael Maertens, Branko  Samarovski und Nicholas Ofczarek den Berufstitel „Kammerschauspieler*in“
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Vom Singen und von italienischer Gesangstechnik und weitere Essays von Ludwig Steinbach

Vom Singen und von italienischer Gesangstechnik

Wer glaubt mit dem aktuellen Buch von Ludwig Steinbach ein Buch über Gesangstechnik in der Hand zu halten, wird schnell feststellen, dass dem nicht so ist.

In elf Essays beschäftigt sich Musikjournalist und Opernkritiker Ludwig Steinbach mit verschiedenen Themen der Musik- und Theaterwelt.

Den Anfang macht ein Essay über die sog. „italienische Gesangstechnik“. Wer die Rezensionen von Ludwig Steinbach kennt, der weiß, dass darin häufig gesangstechnische Bewertungen und Empfehlungen zu lesen sind. Hier versucht der Autor das Wesen dieser Gesangstechnik zu erläutern, was z.T. nur gelingt und manche Vergleiche etwas abenteuerlich („die Brustwarzen werden herausgezogen“) anmuten.

Auch wirken viele Aussagen reichlich dogmatisch, was in der Ausbildung einer Stimme von jeher gefährlich sein kann. Jede Gesangsstimme ist anders veranlagt und es gibt immer wieder Ausnahmen, die z.B. sehr früh schweres Repertoire bewältigen können. Ebenso gibt es vielerlei technische Ansätze, um eine Stimme zu schulen. Steinbach vermittelt den Eindruck, als wäre die sog. „italienische Gesangstechnik“ alternativlos, was unzutreffend ist.

An dieser Stelle zwei Empfehlungen. Bariton Mauro Augustini, Schüler von Mario del Monaco, zeigt in zahllosen Beispielvideos auf youtube, wie einfach technisch richtiges und gesundes Singen sein kann. Ebenso zu erleben bei dem fabelhaften Gesangspädagogen Hans-Josef Kasper.

Steinbachs Beispiele sind dabei subjektiv und nicht immer treffsicher. Auf der einen Seite werden da reihenweise Sänger namentlich genannt, die stark gescholten werden. Als Beispiel sei hier Norman Bailey erwähnt, dem ein tremolo behafteter Gesang vorgeworfen wird, was nicht richtig ist.

Dann wieder ergeht sich der Autor lediglich in Andeutungen aktueller Sänger, ohne diese beim Namen zu nennen. Warum so mutlos an dieser Stelle? Unverständlich.

Spas Wenkoff wird da auch von ihm negativ erwähnt, der als Tannhäuser in Bayreuth seine Mühen gehabt haben soll. Dies ist jedoch völlig unzutreffend, da dieser immer noch unterschätzte Sänger im zitierten Bayreuther Mitschnitt eine sängerische und darstellerische Ausnahmeleistung an den Tag legt, von der wir heute nur träumen können.

Wenkoff war ein, vor allem auch gesangstechnisch, vorbildlicher Tenor mit einer sensationellen Atemtechnik, die es ihm ermöglichte, rekordverdächtig lange Phrasierungsbögen zu gestalten. Auf dieser Grundlage überanstrengte er niemals seine Stimme und behielt seine stimmliche Unverbrauchtheit bis zu seinem Karriereende.

Dazu dann gerade Jonas Kaufmann als besten Sänger für den Bacchus zu nennen, neben James King und Rudolf Schock, kommentiert sich fast von selbst. Es sind gute Interpreten, doch die besten Interpreten liegen etwas weiter zurück in der Vergangenheit, wie z.B. Max Lorenz, Helge Rosvaenge, Hans Hopf oder Peter Anders. Weniger weit zurückgeblickt, dann gehören sicherlich auch Ben Heppner und Johan Botha dazu.

Und Rudolf Schock, wenn auch überraschend gut als Bacchus in der Karajan Aufnahme (für die ursprünglich der junge Gedda geplant war), ist nun wahrlich kein Beispiel für technisch makellosen Gesang. Der beliebte Künstler war eher ein Exempel dafür, wie robust seine stimmlichen Kompensationsmechanismen waren, um seine technischen Defizite, wie überstarker Kehldruck oder schiefe Mundstellung auszugleichen.

Vielerlei Empfehlungen gibt es für Gesangsfreudige, allein sie zielen etwas am heutigen Theateralltag vorbei. Dort sitzen primär unkundige Entscheider, die eine Stimme nicht wirklich beurteilen können, Sänger nach visueller Eignung engagieren, die widerspruchslos jeden szenischen Schwachsinn mitmachen. Für die stimmliche Entwicklung eines Sängers gibt es nur ein geringes Interesse, denn auch der Sänger ist ein „Wegwerf-Artikel“ geworden.

Über den „kulturpolitischen Auftrag der Theater“ schreibt Steinbach im nächsten Essay. Eine seiner verschiedenen Kernaussagen ist hier die Empfehlung nach provokanten Inszenierungen, damit Theater auch weiterhin Sinn macht.

In meinen Augen ist das ein verfehlter und sinnbefreiter Gedanke, denn wenn Theater Provokation nutzen muss, um fehlende Qualität zu kompensieren, dann ist der Auftrag, ein Werk sinngebend und für ein Publikum nachvollziehbar zu erzählen, völlig verfehlt.

Fasziniert berichtet der Autor von den biographischen Spuren der Anneliese Franz.

Wer war das?

Hier handelt es sich um jene Frau, die in der Oper „Die Passagierin“ von Mieczyslaw Weinberg die KZ-Aufseherin Lisa ist. In vielen, teils bedrückenden Details, zeichnet Steinbach den vielschichtigen Lebensweg der Anneliese Franz nach. Ein wichtiges, lesenswertes und erschütterndes Essay!

Nach dieser schweren Kost folgt eine Hommage an Gottlob Frick. Frick, der „König der Bässe“, ist immer noch lebendig, zumindest in vielen Erinnerungen und Tondokumenten und vor allem durch die Gottlob Frick Gesellschaft, die jährlich viele Sänger zusammenruft, um Gottlob Frick zu gedenken. In vielen Lebensbeispielen zeichnet Steinbach ein eindrückliches, berührendes Portrait von Frick, angereichert von vielen Impressionen aus dem Leben des großen, bescheidenen Sängers.

Im Gegensatz zu Gottlob Frick dürften die wenigsten Musikfreunde den Tenor Adolf Wallnöfer (1854-1946) kennen. Ihm ist ein weiteres Essay gewidmet. Tenor Wallnöfer begann als Bassist, bevor er zum Tenor mutierte und entwickelte eine starke Spezialisierung auf die Werke Richard Wagners.

Spannend ist daran vor allem, dass es im langen Leben des Tenors tatsächlich zu persönlichen Begegnungen und zahlreichen Spaziergängen mit Richard Wagner selbst kam. Faszinierende Zeitzeugnisse weiß Steinbach zu berichten, so wurde Wallnöfer von Wagner in die sog. „Nibelungen-Kanzlei“ berufen. Im Kern ging es darum, mit anderen Kollegen die „Siegfried“ Partitur abzuschreiben. Als Tenor absolvierte Wallnöfer eine beeindruckende Karriere. Doch nach Bayreuth wurde er niemals engagiert.

Amüsant liest sich das Essay „Beckmesser – Rehabilitierung eines Stadtschreibers“. Dieser Abschnitt des Buches ist besonders gelungen, weil er dezidiert aufzeigt, wie vielschichtig sich diese faszinierende Rolle in ihren Auffassungen weiterentwickelt hat. Große Interpreten der Vergangenheit wie Karl Schmitt-Walter, Klaus Hirte, der unvergessene Herman Prey bis hin zu Michael Volle ziehen am Leser vorbei und werden en Detail charakterisiert.

Drei weitere Essays beschäftigen sich mit musikalischen Aspekten verschiedener Wagner Opern. So beleuchtet Steinbach „Wagners versteckte Mathilde-Wesendonck-Anspielungen in den Meistersingern“. Die Rede ist hier u.a. vom Wälsungen Liebes-Motiv, das u.a. im ersten Aufzug bei Davids Worten „neue Weise“ in der Oboe erklingt.

Weiter geht es mit „Tristan im Ring“, der sich im „Siegfried“ entdecken lässt.

Steinbach huldigt so dann dem „Trauermarsch“ aus der „Götterdämmerung“. Der Autor zeichnet hier eine treffliche Analyse dieser wunderbaren Musik und versucht, eine stilistische Einordnung zu geben.

Apropos Hommage: Hans Knappertsbusch und „Parsifal“ waren und sind eine perfekte Kombination! Ludwig Steinbach rekapituliert mit Detailkenntnis und Begeisterung die singuläre Bedeutung des Meister-Dirigenten.

Eine nette Idee des kurzweiligen Buches ist das abschließende Loblied auf die Opern DVD!

Natürlich kann dieses Medium die Entwicklung des Genres Oper einfangen und die vielen szenischen Irrwege vieler geltungssüchtiger Möchtegern-Inszenierungen belegen.

Steinbach ist begeistert von progressiven Machwerken, wie z.B. der grässliche „Tannhäuser“ aus Bayreuth in der Bearbeitung von Sebastian Baumgarten. Na ja …..

Vor allem aber kann die Opern DVD eindrücklich aufzeigen, was alles verloren gegangen ist! Gelungene Inszenierungen von Größen wie Jean-Pierre Ponnelle, Götz Friedrich oder Walter Felsenstein zeigen, wie verdichtet Oper wirkt, wenn Szene und Musik miteinanderagieren.

Nicht zu reden von den vielen wunderbaren Sänger Zeugnissen, die deutlichst belegen, wie viel besser früher gesungen (Gesangstechnik) wurde und dass dies nicht autosuggestive Vergangenheitsverklärung ist, sondern schlicht stattgefundene Realität.

Alles in allem bietet das Buch von Ludwig Steinbach erbauliche Lektüre mit viel Informationswert.

Dirk Schauß (im Juni 2022)

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