DIE FREITAG-PRESSE, 31. JULI 2026

DIE FREITAG-PRESSE, 31. JULI 2026

Walküre Bayreuth Photo Enrico Nawrath

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
DIE FREITAG-PRESSE, 31. JULI 2026

Bayreuth
„Müde liegt er, von Weges Müh’n …“ – die Bayreuther „Walküre“ erschöpft … und begeistert!
Die „Walküre“ hielt, was das „Rheingold“ versprach – in doppelter Hinsicht. Auch der erste Tag der „Ring“-Tetralogie am 28. Juli 2026 im Bayreuther Festspielhaus war eine optische Herausforderung mit glücklicherweise glanzvollen musikalischen Leistungen.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik-begeistert.de

Bayreuth/ Der fliegende Holländer
„Wann alle Toten auferstehn, dann werde ich in Nichts vergehn!“ – Ein bewährter „Holländer“ erfrischt in Bayreuth
Was für eine Erholung auf dem Bayreuther Hügel nach zwei ermüdenden „Ring“-Tagen mit einer nach wie vor stimmigen Inszenierung und großartiger Regie! „Der fliegende Holländer“ in der Interpretation von Dmitri Tcherniakov überzeugte am 29. Juli 2026 auch in seinem sechsten Jahr durch in jeder Hinsicht künstlerisch reife Leistungen.
Von Dr. Andreas Ströbl
Klassik.begeistert.de

Bayreuth
Auf den Punkt 99:  Verschwörungstheoretiker, Paranoiker oder Phobiker am Werk in Bayreuth?
Stellen Sie sich vor, ein Vater erzählt Ihnen vom Schicksal seiner Tochter. Ihre Liebe ist unendlich groß, so wie ihre Treue. Allein, sie verliebt sich einfach immer in die falschen Männer. Das ist tragisch und endet tödlich. Vermutlich müssen Sie angesichts dieser Geschichte (also Wagners Version der berühmten Seemanns-Sage) erstmal um Fassung ringen – und werden sich fragen: Wie finde ich jetzt tröstende Worte für den trauernden Vater. Nicht so der russische Regisseur Dmitri Tcherniakov, der – so muss man sich das vermutlich vorstellen – macht dem Vater erstmal Vorwürfe. So in etwa auf dieser Tonspur: „Daland, was jammerst Du geldgeiler Sack? Ich weiß genau, Du hattest doch damals eine Affäre mit der Mutter des Holländers – das hat die Dorfgemeinschaft nicht gut aufgenommen, die Frau hat sich erhängt. Da ist es doch kein Wunder, dass der Junge jetzt auf Rache sinnt und das voll durchzieht.“
Von Jörn Schmidt
Klassik-begeistert.de

Salzburg im Tenorfieber: Benjamin Bernheim ist Werther
Benjamin Bernheim war der umjubelte Star einer konzertanten Aufführung von Massenets „Werther“, bei der das Orchester der Brüsseler Oper unter Alain Altinoglu ein begeistert aufgenommenes Festspiel-Debüt feierte.
DiePresse.com.

Salzburger Festspiele
Kritik „Werther“ Salzburger Festspiele: Benjamin Bernheim verzaubert
Benjamin Bernheim macht Massenets „Werther“ bei den Salzburger Festspielen zum Ausnahmeerlebnis. Gemeinsam mit Alain Altinoglu und einem hochkarätigen Ensemble gelingt eine konzertante Aufführung, die den vermeintlich sentimentalen Opernklassiker als packendes Musikdrama zeigt.
BR.Klassik.de.aktuell

Sterben in Schönheit
ier konzertante bzw. semi-konzertante Opern kann man in diesem Festspielsommer erleben. Am Mittwoch (29.7.) begeisterten Alain Altinoglu am Pult von Belgiens Orchestre symphonique de la Monnaie / Symfonieorkest van de Munt und eine, gebührend aufwändigen Vokalangebot im Großen Festspielhaus mit Werther von Jules Massenet.
DrehpunktKultur.at

Kultur heute 30.07.2026, komplette Sendung
Audio (24,45 Minuten)
deutschlandfunk.de.audio

Salzburg
Abschiedsmusik – Ex-Intendant Hinterhäuser spielt in Salzburg die „Winterreise“
Audio von Jörn Florian Fuchs (5.54 Minuten
deutschlandfunk.de.abschiedsmusik

Salzburg
Salzburg: Hinterhäusers Festspiele haben mit Glanz begonnen
„Carmen“ ist sensationell, „Faust“ höchst anregend gelungen. Der skandalös abgesetzte Intendant wird in der Stadt gefeiert. Auf die Provinzpolitik kommen Kosten in Millionenhöhe zu.
https://www.news.at/menschen/salzburg-festspiele-hinterhaeuser-kritik-2026

Dirigent Manfred Honeck: „Ich habe Karajans genuscheltes ‚Leise, leise!‘ noch im Ohr“ (Bezahlartikel)
Am Sonntag dirigiert Manfred Honeck bei den Salzburger Festspielen „Ariadne auf Naxos“, Ende August kommt er mit Pittsburgh Symphony. Mit der „Presse“ sprach er über seine große Liebe zur Oper, den philharmonischen Klang und Heinz-Ketchup.
DiePresse.com.dirigenthoneck

Markus Hinterhäuser in Salzburg: Erst die Ovationen, dann die Kunst (Bezahlartikel)
Lange wurde gerätselt, ob der Ex-Intendant der Salzburger Festspiele auftreten wird. Markus Hinterhäuser tat es und faszinierte zusammen mit Matthias Goerne mit der „Winterreise“.
Kurier.at.markus.hinterhäuser

Rückkehr von Markus Hinterhäuser: Ein Festspiel für den Ex-Intendanten  (Bezahlartikel)
„Winterreise“ statt „Schwanengesang“: Für seinen ersten Auftritt seit dem Zerwürfnis mit dem Kuratorium wurde Markus Hinterhäuser im Duo mit Matthias Goerne gefeiert.
SalzburgerFestspiele.at

Markus Hinterhäusers Pianisten-Comeback in Salzburg: Die Wut des Wanderers
Der kaltgestellte Intendant meldete sich als Pianist einer umjubelten „Winterreise“ zurück. Gemurmel, Geraune, Gehüstel im Saal. Die Spannung war am Mittwochabend mit Händen zu greifen. Würde Markus Hinterhäuser wirklich auftreten, trotz all der Querelen im Vorfeld? Momente später war es eine Tatsache: Flankiert von Bariton Matthias Goerne, schritt Hinterhäuser unter heftigem Beifall auf die Bühne des Großen Saals im Salzburger Mozarteum. Und die Euphorie war gerade erst im Erwachen. Jubelrufe gellten durch die Luft, Menschen schnellten von ihren Sitzen hoch, feierten Hinterhäuser, als wäre er der zurückgekehrte verlorene Sohn.
DerStandard.at.stpry.wutdeswanderers

Der Wurm sticht im System
Die aberwitzige Situation drängte sich wohl bei einigen Liedzeilen ins Bewusstsein – Was soll ich länger weilen, daß man mich trieb hinaus. Das hatte aber keine Chance, der überragenden künstlerischen Leistung von Hinterhäuser/Goerne die Show zu stehlen. Es war eine der souveränsten und intensivsten Winterreisen ever.
DrehpunktKultur.at

Festspielfonds muss Gesamtkosten der Hinterhäuser-Trennung offenlegen
Laut einem aktuellem Urteil des Landesverwaltungsgerichts Salzburg überwiegt das „Öffentliche Informationsinteresse“
DerStandard.at.story

Feldkirchen
Wiederentdeckung eines vergessenen Belcanto-Schatzes (Bezahlartikel)
Die Sommeroper Feldkirchen feiert ihr 15-jähriges Bestehen mit „Verrückt vor Liebe“ von Pietro Antonio Coppola.
KleineZeitung.at.artikel

Bayreuth wagt sich mit KI auf neues Terrain – wo führt es hin?
Im Zentrum des diesjährigen Jubiläums-Spielplans steht ein „Ring“-Experiment der besonderen Art: „Rheingold“, „Walküre“ & Co mit Künstlicher Intelligenz
DerStandard.at.story.bayreuth.wagt.KI

Walküre“ in Bayreuth: Sind das Ritter? Salzstreuer? Handschellen? (Bezahlartikel)
Gewöhnung und langsamere Bilder helfen dem Bayreuther Ring-Besucher in der „Walküre“. Aber echtes Hirnschmalz anstatt KI wäre wohl doch (noch) besser.
DiePresse.com.walkuere

Die Geheimnisse des Prompts
Wagner zum zweiten: Musikalisch hatte ja schon das vorabendliche „Rheingold“ keinen Zweifel an der Qualität des von Marcus Lobbes „kuratierten“ Jubiläums-„Rings“ gelassen. Und mit Zaubermusik geht es auch bei der „Walküre“ weiter. Die große Frage lautet vielmehr: Wie steigerungsfähig ist die KI?
nachtkritik.de.bayreutherFestspiele

Kritik „Holländer“ in Bayreuth: Psychologie statt Meeresrauschen
Statt romantischen Meeresrauschens öffnet sich ein hermetischer Raum psychologischer Versuchsanordnungen. Das ist die aktuelle Inszenierung des „Fliegenden Holländers“ bei den Bayreuther Festspielen 2026.
BR-Klassik.de.aktuelles

Endlich echte Oper: „Der fliegende Holländer“ in Bayreuth
Nach fünf Jahren funktioniert Dmitri Tcherniakovs Bayreuther „Holländer“ noch immer. Auch weil es zwei außergewöhnliche Neubesetzungen gibt. Es ist Tag sechs der Festspiele, da passiert etwas Verrücktes. Eine vollwertige Inszenierung und ein Bayreuth-würdiges Stück, beides gab es in dieser Combo heuer noch nicht – obwohl es der Normalfall sein sollte. Regisseur Dmitri Tcherniakov brachte seinen „Fliegenden Holländer“ 2021 heraus, ein Rache-Thriller. Der erzählt nicht nur von Senta, sondern vom Titelhelden, der als kleiner Junge beobachtet, wie seine Mutter von Dorfvorsteher Daland missbraucht wird – und sich erhängt. Ein Trauma, der Erwachsene sinnt auf Vergeltung.
MuenchnerMerkur.de.hollaender

Bayreuth: In diesem „Holländer“ kann man sich erholen (Bezahlartikel)
Kontrovers? Neben dem KI-„Ring“ wirkt Tcherniakovs „Holländer“-Inszenierung wie brave Tradition.
https://www.diepresse.com/39898674/bayreuth-in-diesem-hollaender-kann-man-sich-erholen

„Der fliegende Holländer“: Jubel für einen Opernabend mit echter Regie (Bezahlartikel)
Ein Sängerfest bei den Bayreuther Festspielen zum 150-Jahr-Jubiläum. Und Erleichterung im Publikum.
https://kurier.at/kultur/der-fliegende-hollaender-bayreuther-festspiele/403178958

Recordings
Mahler: Symphony No. 2 (San Francisco Symphony Orchestra and Chorus, Esa-Pekka Salonen)
Salonen bids a fiery but poignant farewell to San Francisco.
limelight.arts.com

München/ Bayerische Staatsoper
Der Münchner Rigoletto bewegt mit einer ergreifenden Vater-Tochter-Beziehung
Die Münchner Rigoletto-Inszenierung von Barbara Wysocka zeigt dem Publikum dasselbe, was es fast tagtäglich aus den Nachrichten erfährt: die Macht und ihr Missbrauch. Genauso wie in dem Epstein-Fall wird hier aufgezeigt, dass nicht eine Person als Täter zu bezeichnen ist, sondern es vieler Helfer und Mittäter bedarf. Die Opfer aber bleiben immer auf der Strecke. In München wird das Opfer Gilda von Nadine Sierra fantastisch interpretiert, szenisch und gesanglich. Zusammen mit ihrem Bühnenvater Ludovic Tézier als Rigoletto zeigt sie eine ergreifende Deutung dieser berühmten Vater-Tochter-Beziehung.
Von Jean Nico Schambourg
Klassik-begeistert.de

Aus den Rheintöchtern will Alberich Fischstäbchen machen (Bezahlartikel)
Ohne Inzest, aber mit Happy End: In der Reihe „Wagner für Kinder“ zeigen die Bayreuther Festspiele den „Ring des Nibelungen“ in liebevoll bunter Ausstattung und pädagogisch abgemildert.
FrankfurterAllgemeine.net.wagnerfuerkinder

150 Jahre Festspiele
Gesinnungswandel in Bayreuth: Wird nun alles anders?
Die Bayreuther Festspiele begannen mit der als Politdrama inszenierten Premiere von «Rienzi» sowie einem eindringlichen Appell des Publizisten Michel Friedman. Ein Neustart?
srf.ch.kultur.gesinnungswandel

Bayreuth
„Die Walküre“: Quizshow für Wagner-Kenner. Bezahlartikel
Wieder Buhs beim Jubiläumsfestival: Das Missverständnis mit Künstlicher Intelligenz anstelle einer Regie geht weiter. Die Kritik.
Kurier.at.bayreuthwalkuere

Salzburg
Salzburger Festspiele: 6.000 fleißige Hände im Einsatz

Mit 3.000 Arbeitskräften sind die Festspiele in den Sommermonaten Salzburgs größter Arbeitgeber. Damit bei den mehr als 160 Vorstellungen alles reibungslos über die Bühne geht, braucht es viel Fleiß und Fachwissen hinter den Kulissen – beinah rund um die Uhr.
https://salzburg.orf.at/stories/3364526/

Mannheim
Elena Tzavara wird neue Opernintendantin am Nationaltheater Mannheim
Erstmals wird eine Frau die Oper am Nationaltheater Mannheim (NTM) leiten. Elena Tzavara wird zur Spielzeit 2028/29 übernehmen.
swr.de.aktuell.mannheim

Links zu englischsprachigen Artikeln

Bregenz
To the moon and back
Yuval Sharon‘s production of The Excursions of Mr. Brouček shoots for the moon — and lands somewhat limply on Lake Constance.
https://parterre.com/2026/07/29/to-the-moon-and-back/

Bayreuth
Bayreuth’s AI experiment turns Wagner’s Ring into a giant screensaver (Subscription required)
The singing is sublime in the festival’s ‘Das Rheingold’ and ‘Die Walküre’ — but the staging is disastrous
https://www.ft.com/content/e7a56995-742b-4e99-a8ea-a152199f0370

Q & A: Phil Hagen Jungschlaeger on Digital Art & Creative Technology for Bayreuth Festival’s ‘Ring 10010110’
operawire,com.hagen.jungschlaeger

Rienzi marches up Bayreuth’s Green Hill: political corruption and a hidden family secret blights live
seenandheard.international.com.rienzi.marches

Bad Wildbad
Rossini’s Forgotten French Sémiramis Triumphs at Bad Wildbad
https://www.concertonet.com/scripts/review.php?ID_review=17730

Macerata
Macerata Opera Festival 2026 Review: Il Barbiere di Siviglia
https://operawire.com/macerata-opera-festival-2026-review-il-barbiere-di-siviglia/

London
Royal Ballet & Opera 2025-26 Review: Royal Ballet and Opera Jette Parker Summer Performance
operawire.com.royal.balletopera

Gardner and the LPO scale new heights at the Proms with Richard Strauss’s Alpensinfonie
seenandheard.international.com.gardner

Flim

Unfall in Dublin
Musiker und Oscar-Preisträger Glen Hansard ist tot
Der irische Musiker und Schauspieler Glen Hansard ist tot. Der 56-Jährige starb in der Nacht auf Mittwoch bei einem Verkehrsunfall in Dublin. Hansard sei am Mittwoch in den frühen Morgenstunden im Dubliner Außenbezirk mit einem Motorrad unterwegs gewesen, als er zu Sturz kam, berichtete der „Irish Independent“. Rettungskräfte hätten am Unfallort Hilfe geleistet, wenig später habe aber nur noch der Tod des Musikers festgestellt werden können.Glen Hansard begann seine Karriere als Straßenmusiker in Dublin und wurde international mit dem Film „Once“ berühmt. Darin spielte er die Hauptrolle neben der Musikerin Markéta Irglová, mit der er auch die Filmmusik verfasste. Für den Titel „Falling Slowly“ aus dem Soundtrack erhielten sie 2008 den Oscar für den Besten Song.
https://www.krone.at/4236282

Arbeitsmarkt

Österreich
Syrer, Afghanen, Iraker – so viele arbeiten wirklich
Bei den Arbeitslosenzahlen gibt es je nach Nationalität enorme Unterschiede. Bei den Sozialhilfebeziehern ist Wien absoluter Spitzenreiter. Für eine gelungene Integration und das Ausbauen eines guten Lebens ist Arbeit das A und O. Während Asylsuchende keinem regulären Job nachgehen dürfen, ist das bei Asylberechtigten, Subsidiär Schutzberechtigten und anderen Menschen mit Migrationshintergrund anders. Der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) hat jetzt spannende Zahlen veröffentlicht, die zeigen, welche Herkunftsländer am „fleißigsten“ sind.
Heute.at.wievielearbeiten

Sport

Infantinos verrückter Plan WM-Verkauf: FIFA legt jetzt schon eine Deadline fest
Jetzt wird es ernst. Nachdem die Pläne der FIFA bekannt wurden, Anteile an der WM zu kaufen, gibt es nun plötzlich eine Frist für die Verbände. Im Rahmen seiner Pläne, Anteile der Fußball-WM an private Investoren zu verkaufen, hat FIFA-Präsident Gianni Infantino laut übereinstimmenden Medienberichten den 211 Mitgliedsverbänden offenbar eine Frist bis zum 19. September gesetzt. So zitiert etwa die „Sportschau“ aus einem Brief, in dem der Boss des Weltverbandes von einer „vollkommen demokratischen Entscheidung in den Händen der Mitgliedsverbände“ schreibt. Demnach sei eine einfache Mehrheit nötig, um die am Dienstag bekannt gewordenen Pläne umzusetzen.
Heute.at.FIFA

Österreich
Ski-Trainerlegende Charly Kahr verstorben
Der Steirer Charly Kahr, einer der erfolgreichsten Trainer des alpinen Skizirkus, ist am Samstag im 92. Lebensjahr gestorben. Charly Kahr, der auch „Downhill-Charly“ genannt wurde, führte in den 70er und 80er Jahren zahlreiche ÖSV-Läuferinnen und Läufer zu unzähligen Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.
https://www.skiaustria.at/de/news/trainerlegende-charly-kahr-verstorben

Politik

Österreich
Wirbel um Ex-ÖVP-Minister Strasser: Geburtstagsfeier auf Steuergeld
Die vom Innenministerium ausgerichtete Feier kostete knapp 9.000 Euro. Von den Neos und der FPÖ kommt scharfe Kritik. Ein vom Innenministerium ausgerichtetes und bezahltes Geburtstagsfest für dessen ehemaligen Hausherren und späteren EU-Parlamentarier, Ernst Strasser, sorgt für Aufregung bei FPÖ und Neos. Wie eine parlamentarische Anfrage der FPÖ zeigt, über die der Standard berichtet, kostete das Fest am 29. April 2026 den Steuerzahler knappe 9.000 Euro. 77 Personen seien eingeladen gewesen, 61 gekommen.
Kurier.at.geburtstagsfeier

Wien
Ruck-Rücktritt lässt Bürgermeister Ludwig kleinlaut zurück
Nachdem Walter Ruck am Donnerstagvormittag seinen Rücktritt bekannt gegeben hat, hagelt es vor allem Kritik am langen Zögern – und an Wiens Bürgermeister Michael Ludwig. Der gibts sich auffallend zurückhaltend – und bedankt sich beim scheidenden Wirtschaftskammer-Chef für die „erfolgreiche Zusammenarbeit“.
https://www.krone.at/4237547

Rucks sang- und klangloser, sein würdeloser Abgang
Sang- und klanglos nennt man einen Abgang wie diesen: Dabei ist Walter Ruck vor allem über seine eigenen Worte in den Abgrund gestolpert – aufgezeichnete Aussprüche des Wiener Wirtschaftskammerpräsidenten, in denen er tiefe Einblicke in sein Denken und Verhalten gewährt.
Über Postenschachereien hat der mächtige ÖVP-Politiker unter vermeintlichen Freunden im Weinkeller geprahlt, gelästert über Parteifreunde, die Industrie, Oberösterreich … Und vor allem über Frauen. Ja, so hat man einmal gedacht und manche haben auch so geredet. Aber viele haben das auch früher nicht getan, als die Empörung darüber noch milder ausfiel.
https://www.krone.at/4238048

Wien
Eine Nachfolgerin, die brav vor Ruck salutierte
Man kann in Würde, mit erhobenem Haupt gehen – oder sich durch die Hintertür schleichen. Zweiteres hat der langjährige, gerade noch überaus mächtige Wiener Wirtschaftskammer-Präsident Walter Ruck gewählt: Ein Abgang ohne Erklärung, außer, dass er sich ins Privatleben zurückziehe.
Seine Stellvertreterin übernimmt. Margarete Kriz-Zwittkovits, das ist jene Frau, die, wie die von „Krone“ und Profil vor nicht einmal zwei Wochen veröffentlichten Gesprächsprotokolle belegen, von Ruck zugunsten seines Sohnes „auf Befehl“ auf ihr Wiener Gemeinderatsmandat verzichtet hatte. Sie habe, sagte Ruck laut diesem Protokoll, zum Befehl „salutiert“.
https://www.krone.at/4237763

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Unter’m Strich

ORF-Meterologe Wadsak nennt jetzt Termin für Ende der Hitzewelle
Österreich steht vor einer „außergewöhnlich langen Hitzewelle“. ORF-Meteorologe Marcus Wadsak verrät jetzt, wie lange diese genau dauert.
Heute.at.wetter

INFOS DES TAGES (FREITAG, 31. JULI 2026)

INFOS DES TAGES (FREITAG, 31. JULI 2026)

Quelle: onlinemerker.at

29.7. 2026. Salzburg/Großes Festspielhaus WERTHER

Konzertante Aufführung

Tenorale Perfektion

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Benjamin Bernheim

Dieser Abend wird erwartungsgemäß der ganz große Triumph des Benjamin Bernheim: Der Pariser Edelstilist kennt keinen Makel: Sein helles, lyrisches, sehr modulationsfähiges Timbre, seine Pianokultur, seine Fähigkeit, die Stimme nach Belieben an- und abschwellen zu lassen, wurde in den letzten Jahren ergänzt um kraftvolle, aber nie forcierte Spitzentöne. Seine Interpretation des Goethe-/Massenetschen Antihelden trifft von seinem ersten Auftreten, der Eloge auf die Natur, bis zu seinen letzten Worten über die von ihm gewünschte letzte Ruhestatt immer den richtigen Ton. Anfangs verhalten, schüchtern-schwärmisch im ersten Duett mit Charlotte, das „Un autre! Son époux!“ sitzt wie ein Stachel. Seine Auftritte im zweiten Akt schon von verzweifelt-fatalen Gedanken gezeichnet („C’est moi, qu’elle pouvait aimer“), nach der Begegnung mit Charlotte sich seines Entschlusses sicherer (- geheimnisvoll „On lève le rideau“), im dritten Akt ist er dann doch ganz Startenor, wenn er die Arie – wenig überraschend – wiederholt und sich im nachfolgenden Duett mit Charlotte nicht nur zu einer Umarmung, sondern auch zu kräftig-temperamentvollen Spitzentönen hinreißen lässt, um danach mit einem aufbäumend-resigniert-entschlossenen „Charlotte a dicté mon arrêt“ sein Schicksal endgültig zu besiegeln. Der nachfolgende Freitod sensibel-sentimental, aber nicht mitleidig, am Ende verhauchend. Kurzum – eine der besten tenoralen Leistungen, die in den letzten Jahren dem Festspielpublikum, das sich mit standing ovations enthusiastisch bedankte, zu Gehör gebracht wurde…

Zum Bericht von Sabine Längle
________________________________________________________________________________________BBayreuth: „SIEGFRIED (Ring 10010110)“ – Premiere im Festspielhaus Bayreuth, 30. 07.2026

Oper in drei Akten von Richard Wagner

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Foto: Enrico Nawrath für Bayreuther Festspiele

Der KI unter der Anleitung (?) von Marcus Lobbes, Nils Corte und Roman Senkl hat es heute gefallen, Mime tatsächlich in einer Höhle wohl entsprechend dem Entwurf Josef Hoffmanns von 1876 hausen zu lassen. Aber nach wenigen Minuten (immerhin nicht Sekunden!) wechselt das Szenario schon wieder in eine kaum definierbare Kuddelmuddelmasse. Im Laufe des Abends kann man, abgesehen von weiteren, älteren, Antiquitäten, wenigstens einmal Richard Peduzzis Drachen aus dem Chéreau-Ring oder Szenarien von Erich Wonder (2004) erkennen. Sogar der von Frank Castorf verantwortete „Kommunistische Mount Rushmore“ (Aleksandar Deniç, 2013) taucht auf – unmotiviert wie seinerzeit, aber wenigstens im Rahmen des Auftrages „150 Jahre Bayreuth“. Letzteres gilt nicht für ein Foto John F. Kennedy im offenen Lincoln auf der Dealey Plaza in Dallas, TX, kurz bevor am 22. November 1963 die Schüsse fielen, eins von Martin Luther King sowie von Günter Grass und Willy Brandt – all die wurden von der KI geholt. Plötzlich taucht über dem Brünnhildenfelsen sogar eine McDonnell-Douglas F4F, wegen ihrer schwarzen Abgasfahne in Deutschland bekannt als „Luftverteidigungsdiesel“, auf.

All das kann aber nicht davon ablenken (oder lenkt doch erst recht ursächlich davon ab??), daß die Szene Mime-Siegfried im 2. Akt mit den entlarvten Mordplänen trotz der Spitzen-Protagonisten ziemlich untergeht, und auch die Begegnung des Titelhelden mit seinem Großvater nur sehr oberflächlich-pantomimisch den Verlust dessen Speers erkennen läßt. Auch die Drachentötung ist eigentlich ein Nicht-Ereignis. Der Aufstieg Siegfrieds zum Brünnhildenfelsen und die Annäherung der beiden wird ohnedies oft schon in konventioneller Szenik nicht wirklich gut gelöst – hier hängt das Finale der Oper trotz der herausragenden musikalischen Leitung erst recht durch. Und das, obwohl in dieser Phase eine Grundschwäche des Aufführungskonzeptes, nämlich die oftmalige Überlagerung der Figuren hinter der zum Publikum abschließenden Gazewand durch helle Projektionsanteile, weniger Rolle spielt (Bühne: Wolf Gutjahr). Weiterhin wenig zur Sinnstiftung oder Charakterisierung tragen Pia Maria Mackerts irgendwo zwischen Krähenküken, Reptilien und Ebenseer Fetzenzug (aber leider nur in Schwarz-Weiß!) angesiedelten Kostüme bei…

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

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27.7.2026 – Verleihung des „Goldenen Johann Strauss 2026“ an Helga Papouschek im Marchfelderhof – Deutsch-Wagram. Johann Strauss-Gesellschaft Wien.

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Ankunft im Marchfelderhof. Foto: Conny de Beauclair

Der Goldene Johann Strauss 2026 wurde an die Wiener Star-Soubrette Helga Papouschek verliehen!

Die Johann Strauss-Gesellschaft Wien lud in den geschichtsträchtigen und traditionsreichen Marchfelderhof in Deutsch-Wagram zur feierlichen Verleihung des Goldenen Johann Strauss an die beliebte Schauspielerin und Star-Soubrette der Wiener Volksoper Helga Papouschek.

Der Goldene Johann Strauss wird jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die Pflege der Musik von Johann Strauss besondere Verdienste erworben haben.

Zu den bisherigen Trägerinnen und Trägern des Goldenen Johann Strauss, dieses begehrten Ehrenpreises, der in Kulturkreisen längst als der „Walzer-Oscar“ gilt, zählen internationale Persönlichkeiten wie Jonas Kaufmann, Eliette von Karajan, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Heinz Zednik oder Otto Schenk.

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Der 85er. Foto: Conny de Beauclair

Helga Papouschek, die am selben Tag auch ihren 85.Geburtstag feierte, wurde zur Preisverleihung, bei herrlichem Sommerwetter, in einem historischen, blauen Cabriolet vor den Marchfelderhof gefahren. Eskortiert von dem Blasmusikorchester Deutsch-Wagram, das feurig und schwungvoll den Radetzkymarsch zum Besten gab. Vor dem festlich geschmückten Marchfelderhof wurde Helga Papouschek von den begeisterten Ehrengästen herzlich empfangen.

Nach ihrer Ankunft erfolgte die feierliche Enthüllung der marmornen Ehrentafel für Helga Papouschek.

Marchfelderhof-Hausherr Peter Großmann bat anschließend die zu Ehrende und Jubilarin, gefolgt von den zahlreich erschienen prominenten Ehrengästen, zum Festmenü.

Während des exquisiten Galadinners, zusammengestellt von Küchenchef Jozef „Pepo“ Krajco, die edle Weinbegleitung von Weinviertler-Weinen, wurde von Promi-Winzerin Katharina Baumgartner (Weingut-Domäne Baumgartner) zur Verfügung gestellt, sorgten die Johann Strauss JSG-Konzertschrammeln Wien für die exzellente musikalische Umrahmung mit dem Walzer „Wein, Weib und Gesang“ op. 333 von Johann Strauss Sohn und zu Ehren von Helga Papouschek mit der berühmten Schnellpolka „Leichtes Blut“ op. 319 ebenfalls komponiert von Johann Strauss Sohn.

Mit dem „Schwipslied“, der berühmten Gesangseinlage zur Musik der Annen-Polka op. 117, die in die Operette „Eine Nacht in Venedig“von Johann Strauss, eingefügt wurde, begeisterte die ehemalige Sopranistin der Wiener Volksoper Helga Graczoll.
Spritzig, kokett, charmant und mitreißend präsentierte sie diesen überaus beliebten Strauss’schen Operettenschlager, souverän am Klavier begleitet von Margit Fussi.

Prof. Mag. Peter Widholz, Präsident der Johann Strauss-Gesellschaft Wien, betonte in seiner Laudatio auf Helga Papouschek, dass der Goldene Johann Strauss zum ersten Mal an eine Soubrette verliehen wird.
Sie hat mit ihrem umfangreichen Können in diesem Fach Karriere gemacht. Peter Widholz hob hervor, dass Helga Papouscheks „Pepi“ in der Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauss Sohn, unerreicht sei. Es kommt keine andere Soubrette an sie heran. Gemeinsam mit Peter Minich zählte Helga Papouschek zu den größten Volksopernlieblingen!

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Die Überreichung:  Foto: Conny de Beauclair

Es erfolgte die feierliche Überreichung des „Goldenen Johann Strauss 2026“ durch den Vizepräsidenten der Johann Strauss-Gesellschaft Wien und ehemaligen Vorstand der Wiener Philharmoniker, Prof. Werner Resel, gemeinsam mit Präsident Prof. Mag. Peter Widholz, an Helga Papouschek.

In ihrer Dankesrede unterstrich Helga Papouschek, dass sie an der Wiener Volksoper 2000 Vorstellungen gesungen habe.
Sie bedankte sich innigst für die hohe Auszeichnung und hob auch hervor, dass sie gemeinsam mit Peter Widholz, bei dem selben Gesangslehrer studiert habe…

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Die Geehrte. Foto: Conny de Beauclair

Als musikalische Laudatio interpretierte Peter Widholz die weltberühmte Tenor-Arie „Zwei Märchenaugen“ aus der Operette „Die Zirkusprinzessin“ von Emmerich Kálmán.
Mit überragender stimmlicher Souveränität, Charme, interpretatorischer Authentizität, hoher musikalischer Intelligenz und enormer Präsenz brillierte Peter Widholz, als exzellenter musikalischer Laudator!

Gerhard Ernst imponierte anschließend mit „In einem kleinen Café in Hernals“ von Hermann Leopoldi und als Alfred P. Doolittle „Hei, heute morgen mach‘ ich Hochzeit!“ aus dem weltbekannten Musical „My Fair Lady“ von Frederick Loewe und Alan J. Lerner.
Mit gekonnter, schauspielerischer Raffinesse, Präsenz und klugem Einsatz von Sprech – und Gesangsstimme präsentierte er eine mitreißende Darbietung. Einfühlsam am Klavier begleitet von Margit Fussi.

Zum Abschluß dieser überwältigenden Veranstaltung wurde feierlich die große Schoko-Nougat-Krokant Geburtstagstorte für Helga Papouschek hereingefahren und es ertönte ein gemeinsames Happy Birthday für die berühmte Jubilarin.

Zu den mitfeiernden, prominenten Ehrengästen zählten Kammersänger Heinz Zednik mit Gattin Dagmar Millesi, Dompfarrer Toni Faber, Kammerschauspielerin Marianne Nentwich, Ex-Olympiasiegerin Trixi Schuba, Martina und Werner Fasslabend, Regisseur und Intendant Marcus Strahl mit Gattin Leila, Opernsänger Carsten Süss, Schauspielerin Ulli Fessl, der ehemalige Vorstand der Wiener Philharmoniker Werner Resel, deren ehemaliger Erster Konzertmeister Rainer Küchl, Zauberweltmeister Magic Christian, Kabarettistin Edith Leyrer, Sänger Peter Horak, die Schauspieler Toni Slama und Peter Josch, sowie weitere Persönlichkeiten aus Kultur, Gesellschaft und Politik.

Ein glänzender Abend von hochkarätiger Brillanz und exzeptioneller Exzellenz!

Marisa Altmann-Althausen

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Münchner Gärtnerplatztheater setzt Erfolgsserie mit Rekordauslastung fort

Mit einer Auslastung von über 97 Prozent schließt das Staatstheater am Gärtnerplatz in München die Spielzeit 2025/2026 erneut mit einem Spitzenwert im europäischen Musiktheater ab.
Die Saison des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München endet am 30. Juli mit einer bereits ausverkauften Vorstellung des Musicals »Tschitti Tschitti Bäng Bäng« in der Inszenierung von Josef E. Köpplinger. Damit endet eine Spielzeit, die bereits zum dritten Mal in Folge eine Auslastung von über 97 Prozent erreicht.

In der vergangenen Spielzeit wurden im Gärtnerplatztheater sieben Neuproduktionen aus den Genres Oper, Operette, Musical und Ballett auf die Bühne gebracht. Zu den Höhepunkten
zählten die Opernuraufführung »Der tollste Tag« von Johanna Doderer sowie die selten gespielten Werke »Fürst Igor« von Alexander Borodin und »Der Besuch der alten Dame« von Gottfried von Einem.

Insgesamt besuchten mehr als 181.000 Zuschauerinnen und Zuschauer die 281 Vorstellungen des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Mit einer Auslastung von über 97 Prozent erreicht das Haus erneut einen Spitzenwert seiner jüngeren Geschichte. Die Zahl der Abonnements entwickelte sich mit einem Plus von 11,8 Prozent weiterhin erfreulich.
Auch international fand die Arbeit des Hauses große Beachtung: Nominierungen für die International Opera Awards sowie den Österreichischen Musiktheaterpreis unterstreichen die künstlerische Qualität des Ensembles. Im April und Mai 2026 war das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz zudem auf einer zweiwöchigen Japantournee und gab in sechs Städten elf Konzerte.

Ausblick
Nach der Sommerpause startet das Gärtnerplatztheater am Sonntag, 20. September mit Giuseppe Verdis Oper »La traviata« in die neue Saison. Bereits am Vortag, Samstag den 19. September, lädt das Haus beim »Tag der offenen Tür« ab 14.00 Uhr dazu ein, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Es folgen ab dem 25. September weitere Vorstellungen des Musicals »Les Misérables« sowie ab dem 10. Oktober das Ballett »Strawinsky in Paris«. Die erste Premiere der Saison findet am 16. Oktober mit der Münchner Erstaufführung der Oper »Die Reise nach Reims« von Gioachino Rossini in der Inszenierung von Dirk Schmeding statt.

Der Vorverkauf für alle Vorstellungen bis einschließlich 30. November hat bereits begonnen und stößt auf große Nachfrage. Tickets sind erhältlich unter 089 2185 1960 oder unter
www.gaertnerplatztheater.de.
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Nordwald Kammerspiele im Schloss Sprinzenstein bei Sarleinsbach/OÖ

Ein altes Schloss ist aus dem Tiefschlaf erwacht

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Mit dem Musiktheater „Helmbrecht“ begeben sich die Nordwald Kammerspiele im Schloss Sprinzenstein bei Sarleinsbach auf historische Spuren – Bericht von der bejubelten Vorstellung einer neuen Oper von Claudia Federspieler am Mittwoch, 29. Juli 2026

Sie kennen das Schloss Sprinzenstein nicht? Das ist bei der Fülle von Baudenkmälern in Österreich aus früheren Zeiten keine Bildungslücke. Derzeit ist es allerdings höchste Zeit, seine Aufmerksamkeit auf das Dorf Sarleinsbach zu lenken. Dort wird vom 24. Juli bis 8. August von heimischen Kräften mit Unterstützung umliegender Vereine auf hohem Niveau Theater gespielt. Und noch dazu unter freiem Himmel, eine großartige Sache, wenn das Wetter mitspielt, auf der ca. 600 Personen fassende Tribüne. Ich hatte Glück und genoss die dritte Vorstellung als großes Ereignis im kleinen Ort bei herrlichem Abendwetter. Die Erwartungen wurden bei weitem übertroffen. Da öffnete sich vor den Augen eine für den Ab- und Zugang praktisch konstruierte Bühne, man dachte an ein Nestroy-Stück, und ließ „zu ebener Erde und im ersten Stock“ ein zündendes Spiel ablaufen. Drei Stunden inclusive Pause ein das Interesse fordernde Stück aus der Ritterzeit, von dem man vielleicht schon im Volksschulalter gehört hatte.

Bei den seit einigen Jahren hierzulande erprobten Sommertheater-Projekten wird jeweils auf aktuelle Themen Wert gelegt und in Abstimmung mit der Vergangenheit des Ortes wieder die richtige Stoffwahl gefunden. Diesmal griffen die Kammerspiele mit ihrem theaterversierten Obmann Karl Lindorfer die 400 Jahre zurückliegenden Bauernkriege auf und untersuchten akribisch die Quellen des mittelalterlichen Geschehens. Die Versnovelle „Meier Helmbrecht“ des Dichters Wernher der Gartenaere aus dem 13. Jahrhundert galt über Generationen im oberösterreichischen und bayerischen Raum als Kulturgut. Erzählt wird darin vom Bauernsohn Helmbrecht, der die Feldarbeit verschmäht, und den es wider Willen des Vaters in die große Welt zieht. Einige neue Phantasiesplitter des Regisseurs und spannende Ideen zum Aufleben der Urdichtung sollten dem Original sehr nützlich werden, wenn man in Einzelheiten der Dichtung eintaucht und diese aussagebetont in den Mittelpunkt stellt. So kehrt Helmbrecht von seiner „Flucht“ zum ersten Mal nach Hause zurück, um Vater, Mutter und Schwester als Beweis seines reichen Lebens mit Geschenken zu überhäufen. Unerkannt geht er wieder zurück in die große Welt. Auch seine aufflammende Liebe zur früheren Freundin Cleopha (Juri Eckerstorfer) kann ihn nicht zum Verbleib in der heilen Welt des Familienlebens bewegen. Der Vater verweist den Sohn, als dieser verletzt, blind und auf Krücken gestützt vom Krieg heimkommt, des Hauses. Von Bauern, die er plünderte und schändete, wird er hingerichtet. Ein Raubritter ist aus Helmbrecht geworden. Ein Gauner, der Klöster ausraubt, stiehlt und lügt, was eine büßende Strafe verdient.

Die Darstellung vom ausbrechenden Kampfgeist in der Vorstellung verblüfft an so manchen Stellen durch die tiefsinnige Hingabe an das Werk. Die Mitwirkenden aller Altersklassen bis zu noch gar nicht reifen Schulkindern ließen ihr Theaterblut reichlich fließen, als hätten sie es durch ihre Herkunft geerbt bekommen. Die NordwaldKammerspiele beweisen wieder einmal ihre theatralische Stärke und machten sich nicht zum ersten Male durch die Pflege von Verschmelzung der regionalen Geschichte mit gegenwärtiger Relevanz einen Namen. Bewährte Titel von Stücken wie „Leinenhändlersaga“, „Obersteiger“ und „Bauer, Tod und Teufel“ künden vom bisherigen Erfolg ihrer Theaterspiele.

Soweit also die Synopsis des mittelalterlichen Rittergedenkens auf Schloss Sprinzenstein.

Die aus Südtirol stammende, in Linz lebende Komponistin Claudia Federspieler, stellte sich für die Vertonung des von Johannes Huberneuverfassten Textes mit ihren kontrapunktischen Fähigkeiten gekonnt zur Verfügung. Im Brotberuf Primgeigerin im Bruckner Orchester Linz, bewies sie längst ihre vielfältige Kreativität, die sich schon im Kindesalter zeigte. Über 70 Werke verschiedenster Sparten von Kammermusik bis Oper umfasst ihr bisheriges Oeuvre. Bei den NordwaldKammerspielen schätzt man ihre gediegene schöpferische Arbeit. Ihre Musik erschließt sich jedem Hörer spontan. Statt atonal zu schreiben oder krampfhaft gesuchten Modernismen eine Chance zu geben, wirkt ihr stilistisch zeitloses Konzept von Nachhaltigkeit und verrät deutlich eine persönlich aussagestarke Handschrift. Wenn es gestattet und eine Orientierung Federspielers an Vorbildern auszuschalten ist, möchte ich eine leise Anpassung an den illustrativ bildhaften Ton gültiger Neutöner etwa eines Arvo Pärt oder Kurt Schwertsik erwähnen. Weil bei Federspieler Klangfarben, Instrumentierung und Tanzdynamik ihre Musik gemeinsam auszeichnen. Die Komponistin am Konzertmeisterpult des Kammerspiel-Orchesters war unmissverständlich ein sicherer Garant für die Qualität der Aufführung, dirigiert von Thomas Eckerstorfer.

Die Liste aller zur Produktionsleitung von Karl Lindorfer zählenden Mitarbeiter, Chorsänger, Tänzer, Kostümbildner und last not least die personalintensive Besetzung mit Sängern von professionellem Rang veranlasst zu einem ganz lauten, verdienten Pauschallob. Als Protagonisten Arnold Kehrer als Titelheld, Paul Linecker als Vater, Erika Zwirtmayr als Mutter, Elisabeth Baehr als Schwester, Christian Haimel in der Rolle des Berthold, Pauline Simmel jener der Mechthild, Nora Huber der Radegund und Karl Lindorfer des Meier Ruprecht. Gilt nun das neue, uraufgeführte Ritterwerk als eine Oper, Musical oder als was sonst? Ist nicht wichtig, berühmt wurde es durch die kaum zu überbietende Meisterleistung eines theaterbesessenen Volkes im Lande, für die das Publikum nicht lange genug applaudierte. Bravissimo!

Georgina Szelles

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