Die SONNTAG-PRESSE – 2. AUGUST 2020

Die SONNTAG-PRESSE – 2. AUGUST 2020

Foto: Elektra 2020: Asmik Grigorian (Chrysothemis), Ausrine Stundyte (Elektra)

© SF / Bernd Uhlig

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden:
Die SONNTAG-PRESSE – 2. AUGUST 2020

Viel Applaus für die erste Salzburger Opernpremiere
„Elektra“ von Richard Strauss zum Auftakt der Festspiele in der Felsenreitschule – der erste Eindruck.
Kurier

100 Jahre Salzburg: Wen repräsentieren die Festspiele?
Die Vergangenheit wird im Umfeld der Jubiläumsfestspiele zwar getreulich erzählt, aber in seiner Praxis kaum reflektiert. Eine Grundsatzkritik
Der Standard

Helga Rabl-Stadler: „Die Künstler sind so glücklich, dass sie spielen können“
Am Sonnabend eröffnete Helga Rabl-Stadler die Salzburger Festspiele. Es ist ein Wagnis – und ein Test für die darstellende Kunst in Zeiten von Corona.
Berliner Zeitung

Helga Rabl-Stadler: „Dort kann ich mich auch ein bisschen verstecken“
Manchmal braucht selbst die aktivste Präsidentin eine kleine Flucht von ihren Salzburger Festspielen. Helga Rabl-Stadler zeigt der „Presse“ Orte, an denen sie dann etwas Kontemplation findet.
Die Presse

Mozarts „Così fan tutte“ bei den Salzburger Festspielen 2020
„Wir haben sehr viel Nähe auf der Bühne“
Unter strengen Hygieneregeln feiert eine der beiden großen Opernpremieren bei den Salzburger Festspielen am 2. August Premiere. Regie führt Christof Loy, am Pult steht Joana Mallwitz, die erste Frau, die bei den Festspielen eine Premiere dirigiert.
BR-Klassik.de

Salzburgs-Protokollchefin: Der Fokus liegt auf der Kunst
Suzanne Harf ist die Frau hinter dem Protokoll der Festspiele. Wie geht es ihr in einem Jahr, in dem Eröffnung und Side-Events gestrichen wurden?
Die Presse

Haslauer/ Die Festspiele trotz Corona: „Ich will nicht, dass wir uns aufgeben“
Der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer über nötigen Optimismus, warum die Corona-Ampel für ihn nur eine Empfehlung ist und warum er 2022 nicht Festspiel-Präsident werden will.
Kurier

Salzburg: Ein Sänger auf der Suche nach dem besten Kaffee
Salzburg ist zur Festspielzeit temporäre Heimat zahlreicher Künstler. Wie Sänger Derek Welton sich die Stadt zum Zuhause macht, und warum Kaffee eine wichtige Rolle dabei spielt.
Die Presse

Video
Die Festspielstädte und die Mega-Krise
Bayreuth und Salzburg – wie gehen die großen Opern-Festspiele mit der Corona-Krise um?
https://www.3sat.de/kultur/kulturdoku/festspielstaedte-und-die-krise-100.html

Salzburger Festspiele
Helga Rabl-Stadler über das Hygienekonzept
https://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt

Salzburger Festspiele: Heuer weniger Blitzlichtgewitter für Partytiger
https://www.tt.com/artikel/30744594/salzburger-festspiele-heuer-weniger

Garmisch
Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen Alexander Liebreich gibt überraschend auf
Erst 2018 hat der Dirigent Alexander Liebreich die Leitung des Richard-Strauss-Festivals in Garmisch-Partenkirchen übernommen – und viel frischen Wind dort hineingebracht. Er verließ die traditionellen Spielorte und machte die Zugspitze oder das Kloster Ettal zum Aufführungsort. Jetzt soll aber alles schon wieder vorbei sein: Am Donnerstag hat Liebreich per Mail seinen Rückzug von dem Posten angekündigt.
BR-Klassik

Er hat keine Moral! Moral, das ist, wenn man moralisch ist,…
Tim Theo Tinn“s Begriffserkundungen: Illusion Wahrhaftigkeit, Authentizität = Moral
https://onlinemerker.com/er-hat-keine-moral-moral-das-ist-wenn-man-moralisch-ist/

Lech/Arlberg/ Klassik-Festival
Lech: Termine der Signierstunden Calilla Nylund und Piotr Beczala
http://www.lech-classic-music-festival.com/

Live vom Festival Verdi in Parma: „I Due Foscari“ auf DVD
Paolo Arrivabeni leitet den Chor des Teatro Regio di Parma und die Filarmonica Arturo Toscanini souverän, aber vielleicht ein wenig behäbig. Was der Oper fehlt, sind starke musikalische Einfälle Verdis, am Ende bleibt eigentlich keine markante Melodie im Gedächtnis. Von der Brillanz der späteren Meisteropern ist dieses Werk noch weit entfernt.
Peter Sommeregger bespricht eine DVD-Produktion
https://klassik-begeistert.de/giuseppe-verdi-i-due-foscari-dvd-rezension/

Links zu englischsprachigen Artikeln

Streams
BWW Feature: ONLINE OPERA/SONG AUGUST 1 – 8 at Home Computer Screens
https://www.broadwayworld.com/los-angeles/article/BWW-Feature-ONLINE

Classical home listening: Beethoven, John Sheppard – and Komitas
The Guardian

Berlin
Berlin’s Young Euro Classic music festival defies coronavirus
https://www.dw.com/en/berlins-young-euro-classic-music-festival

Madrid
Roundtable: Marina Rebeka, Lisette Oropesa, Michael Fabiano, Matthew Polenzani, Artur Rucinski on Teatro Real de Madrid’s “Traviata’
https://operawire.com/roundtable-marina-rebeka-lisette-oropesa-michael

San Francisco
San Francisco Opera’s Interactive Lecture Series Features Social Themes in Opera During August
https://www.broadwayworld.com/san-francisco/article/San-Francisco-Operas

Feuilleton
Voice vs. ethnicity in picking the opera stars
„In the past 20 years or so, it seems as though the majority of opera singers have become attractive people. In that same time period, the voice has become less and less important.“
https://www.sandiegoreader.com/news/2020/jul/31/classical-voice

Why I love… Saul
In our continuing series, Barry Creasy explores Handel’s oratorio Saul, to be broadcast as part of the BBC Proms.
https://www.musicomh.com/classical/features-classical/why-i-love-saul

Opera Quiz: Name that Daniel Catán Opera
https://operawire.com/opera-quiz-name-that-daniel-catan-opera/

Sprechtheater

Festspiel-Doku
Florian Teichtmeister: „Die wahren Helden sind die Zuschauer“
Kleine Zeitung

Salzburg
Buhlschaft – die wichtigste Nebenrolle der Welt
Und dabei hat Jedermanns Geliebte grad’ einmal dreißig Sätze.
Kurier
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Unter’m Strich

Salzburg
Ein verdientes Jubiläum
Es heißt, man soll die Feste feiern, wie sie fallen. Und man wird nicht so oft 100. Genau genommen nur einmal. Und wenn man da nicht feiert, ist man im nächsten Jahr schon 101. Das ist schon auch eine attraktive Zahl, aber eher so für Zahlenmystiker. Für die Salzburger Festspiele kam das nicht in Frage – die Jubiläumsausgabe zu verschieben. Das ist verständlich, auch wenn es gerade in der schlimmsten Corona-Phase ein wenig irritierte, mit welcher Sturheit eine Absage „ausgesessen“ wurde, während nach und nach jedes andere Festival das Handtuch warf. Die Hartnäckigkeit und die Nerven aus Stahl haben sich gelohnt: Am Samstag startet nun ein verkürztes Programm in Salzburg – aber es startet immerhin eines.
Wiener Zeitung

Österreich/ Wirtschaftshilfen
„Ich überlege, mein Atelier zuzusperren“
Selbständige hat die Krise besonders hart getroffen. Nach vier Monaten kehren die Umsätze nicht bei allen zurück.
Wiener Zeitung

Berlin
Großdemo gegen Corona-Auflagen in Berlin aufgelöst
Kein Abstand, keine Masken. Tausende Menschen gingen trotz steigender Infektionszahlen auf die Straße. Für den Veranstalter hat die Demo ein juristisches Nachspiel
Der Standard

Der Schlauberger 11: Modisches Gedränge – Zwei in einem Kleid
Skandal! Zwei Ladys zwängen sich vor laufender Kamera in dasselbe Kleid und lassen sich feiern. „Die Models Lena Gercke und Doutzen Kroes tragen dasselbe rote Kleid“, berichtete vor einiger Zeit ein Online-Portal über eine Award-Verleihung, also eine Preisverleihung, im Fernsehen.
Klassik-begeistert

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 2. AUGUST 2020)

Quelle: onlinemerker.com

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 2. AUGUST 2020)

SALZBURGER FESTSPIELE: DER ERÖFFNUNGSTAG

ELEKTRA

Renate Wagner: Wer sein Handwerk versteht, und die Presseleute der Salzburger Festspiele tun das, der jubelt jede Vorstellung schon lange, bevor sie überhaupt stattgefunden hat, zum großen Ereignis hoch. Nicht nur, dass man sich ohne Grenzen loben lassen kann (ja, verdient, gewiß, selbstverständlich, natürlich, fraglos, eh klar), dass man überhaupt spielt, während andere sich zurücklehnen und einen ruhigen Sommer machen – das Gebotene muss exorbitant sein. Sagen wir einmal so: Die „Elektra“ in der Felsenreitschule, wie man sie aus zweiter Hand per Stream erleben durfte, war eine in manchem Detail gute und interessante Aufführung. Aber ein Ereignis? Eher nicht.

Da wird vor der Premiere auch immer so viel Wichtigtuerisches erzählt: „Es schadet es nichts, sich ein wenig in die griechische Antike zu vertiefen“, erklärt Regisseur Krzysztof Warlikowski. Er selbst gibt gleich zu Beginn Nachhilfeunterricht…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner

Viel Applaus für die erste Salzburger Opernpremiere
„Elektra“ von Richard Strauss zum Auftakt der Festspiele in der Felsenreitschule – der erste Eindruck.

Kurier


Darstellerisch phänomenal: Ausrine Stundyte. Foto: Salzburger Fetspiele/ Bernd Uhlig

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JEDERMANN  (Generalprobe, da die Premiere witterungsbedingt „indoor“ stattfinden musste.

Salzburger Festspiele (via ORF):
JEDERMANN von Hugo von Hofmannsthal
1. August 2020
Gesendet wurde offenbar nicht die Premiere, da diese wetterbedingt in das Festspielhaus übersiedeln musste. Man sah also offenbar die Generalprobe vom Domplatz

Es klingt wie die trivialste aller Bemerkungen, dass hundert Jahre lang sind. Hinzufügen muss man, wie sehr sich die Dinge verändern, verändern müssen, wie sehr sich unser Blick auf Hofmannsthals Werk „Jedermann“ verändert hat. Eines ist jedenfalls klar: Was Hofmannsthal und vor allem Reinhardt, des ernsten Inhalts ungeachtet, planten, war ein „Fest“, ein überwältigendes Theaterereignis. Wir sind heute – und das Regisseur Michael Sturminger getan – dabei gelandet, dass der ganze „Jedermann“ von Anfang bis zum Ende wie eine düstere, lahme Trauergesellschaft wirkt. Alles, was der Aufführung einst an Glanz und Farbe innewohnte, wurde auf ein farbloses Grau-in-Grau heruntergeschminkt. Man fragt sich, was eine solche Darbietung noch zur „Cash Cow“ machen kann, wenn das Gebotene so – öde ist…

Zum Premierenbericht von Renate Wagner
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SALZBURG: HEUTE PREMIERE „COSI FAN TUTTE“


Così fan tutte 2020: Marianne Crebassa (Dorabella), Lea Desandre (Despina), Johannes Martin Kränzle (Don Alfonso), Andrè Schuen (Guglielmo), Bogdan Volkov (Ferrando), Elsa Dreisig (Fiordiligi). Copyright: SF/ Monika Rittershaus


Così fan tutte 2020: Bogdan Volkov (Ferrando), Marianne Crebassa (Dorabella), Andrè Schuen (Guglielmo). Copyright: SF/ Monika Rittershaus


Così fan tutte 2020: Lea Desandre (Despina), Johannes Martin Kränzle (Don Alfonso). Copyright: SF/ Monika Rittershaus
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Video: Die Festspielstädte und die Mega-Krise – aus der 3SAT-Mediathek

Bayreuth und Salzburg – wie gehen die großen Opern-Festspiele mit der Corona-Krise um?


Bitte untenstehenden Link anklicken

ZUM VIDEO

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Tom Gaebel in Köln


Tom Gaebel in der Kölner lanxess-Arena. Foto: Andrea Matzker

Von Andrea Matzker und Dr. Egon Schlesinger

Am Sonntag, dem 4. Oktober 2020, wird in der Lanxess Arena von Köln das aufgrund von der Corona-Pandemie verschobene Konzert von Tom Gaebel als erster großer Auftritt nach dem Lockdown, bzw. der Ausgangssperre, stattfinden. Bis zu 2400 Zuhörer können in der dafür speziell Corona-tauglich eingerichteten Arena an dem Konzert teilnehmen.

Es gibt auch plexiglasgeschützte sogenannte Cubes, in denen mehrere Familienangehörige gemeinsam sitzen können. Die Ränge sind je nach Bedarf abgesperrt und erlauben den Personen, die zu einem Haushalt gehören, zusammenzusitzen. Die Logen sind zur Zeit leider noch komplett gesperrt. Das Konzert des swingenden Gentleman ist seiner bisher 15-jährigen, glänzenden Karriere gewidmet und nennt sich auch dementsprechend „Best of“ aus 15 Jahren.

Viele Kölner erinnern sich noch an die Anfänge des Sängers. Er trat damals im Gürzenich auf. Der bekannte Kölner Milieu-Maler Charly Pirot war derart begeistert von ihm, dass er fortan als größter Fan in Begleitung seiner Freunde jedes der Konzerte von Tom Gaebel aufsuchte und sich keines davon entgehen ließ. Das kölsche Original, auch der „kölsche van Gogh“ genannt, machte regelrecht Reklame für den Sänger, oft auch in seinem Stammlokal, dem Monheimer Hof in Köln-Riehl. Aus dem Kölner Musiker ist inzwischen ein international anerkannter Star geworden.


Tom Gaebel. Foto: Andrea Matzker

Der Entertainer freut sich ganz besonders auf das Arrangement der Drehbühne in der Mitte der Arena, da sie ihn an das spektakuläre und unvergessene Konzert Frank Sinatras im New Yorker Madison Square Garden vom 13. Oktober 1974 erinnert, wo er mutterseelenallein auf dieser, an einen Boxring erinnernden, quadratischen Bühne stand und sämtliche Zuhörer vom Stuhl riss. Dementsprechend war auch die Kostprobe Gaebels, die er, gemeinsam mit einer kleinen Formation seiner Band, den Vertretern der Presse bot. Drei Klassiker von „Fly me to the Moon“ bis „My Way“ sorgten für Gänsehaut-Feeling, Begeisterung  und Beifall bei den anwesenden Journalisten und Fotografen und machten eindeutig Appetit auf mehr.

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„Er hat keine Moral! Moral, das ist, wenn man moralisch ist,…

 Geld, Geld! Wer kein Geld hat – da setz einer seinesgleichen auf die Moral …  wenn wir in Himmel kämen, … wir gemeine Leut, das hat keine Tugend, …  wenn ich ein Herr wär … und könnt vornehm reden, ich wollt schon tugendhaft sein.“ (Büchner, Woyzeck, 1836/37)

Tim Theo Tinn‘s Begriffserkundungen: Illusion Wahrhaftigkeit, Authentizität = Moral


E. Burra (1905-76) John Deth. Gouache 1932, Desillusion, Orgie Vergnügungssüchtiger

Wahrhaftigkeit, Authentizität (=Moral) im Umbruch: als Prinzip im Musentempel der moralischen Anstalten (Schiller, 1784) nicht mehr existent, weder in Strukturen noch im dramatischen Anspruch. Universale Unmoral (Unternehmen, Politik etc.) etabliert sich.

Div. kriminelle Touren aus Politik und Großunternehmen ohne judikative Konsequenzen dürften bekannt sein! Zombie-, Raubtiergesellschaft hält Einzug (s. TTT Anfang Juni 2020), s.a. Kirche mit Inquisition, Kinderschändung, Homophobie. Auch der Imageberater (bisher nur Schlagersänger) der EU – Kommissionspräsidentin setzt eine „Duftmarke“.

Wesentlich ist die Erkenntnis, dass damit eine evolutionäre Prägung der Menschheit untergeht. Moral war keine in der Sozialisation erlernte Fähigkeit, sondern nach aktueller Wissenschaft evolutionär, also angeboren!

Diese Ethik wird auf der Bühne nivelliert, mündet in Schnick-Schnack-Simplifizierung! So erlebte man gerade in einer Verdiadaption von Schillers „Räubern“ die Unterschlagung aller moralischen Elemente (Sturm-und-Drang, Aufklärung, Freiheitsdrang, Konflikt Verstand + Gefühl, Gesetz + Freiheit). Fabuliert wird blödsinnig frei erfunden die Absenz einer toten Mutter. Hoch- wird zur Subkultur auf Revolverblatt-/Schmieren – Niveau, vom Impulsgeber zum Energievampir.

Damit verrottet Inszenierungskultur und geht konform mit der Besetzung von Chefpositionen. Da TTT’s letztwöchige Schriften sämtlich dieses Thema berühren, nur noch einmal kurz:

Problematisch ist er Einzug von bisherigen Theater-Konsumenten aus div. weltlichen Fremduniversen wie Politik, Wirtschaft, falls Fähigkeiten fehlen, kulturell/kreativen Anforderungen zu genügen.

Die derzeitige pressegehypte Präsidentin der Salzburger Festspiele kann man so beurteilen. Ohne jeden theateradäquaten Unterbau greifen nur die Erfahrungswerte aus Profilierungserfolgen und üblichen (Un-)Tugenden in Wirtschaft und Politik. Zum Niedergang der Qualität in Salzburg seien nur die letztjährige Zauberflöte, Kosky-Operette, Neuenfels – Unsäglichkeiten usw. genannt. (Der jahrzehntelange Genuss exquisiter Fischsuppe lässt selten zum Chefkoch avancieren!)

Mit Beginn der Festspiele scheint sich in diesem Pandemie-Jahr auch eine veritable Blamage abzuzeichnen. Die um 70 % reduzierten Plätze sind offensichtlich nicht verkauft. Rd. 50.000 von ehemals 240.000 Karten fanden bisher Abnehmer – ca. 25.000 Plätze suchen noch. (Recherche-Stand vom 20.7.2020)

Absehbar dürfte dies auch am fehlenden diesjährigen Event Charakter liegen. Gesellschaftliches Highlight (Sehen und gesehen werden!) als Demonstration gesellschaftlicher Stellung findet nicht statt – da war Kunst und Kultur in Salzburg wohl immer schon weniger initial.

Evolution der Moral: Die Wurzeln der Fairness
https://www.spektrum.de/magazin/evolution-der-moral/1354593

 „Nicht die Religion, sondern die Evolution hat die Moral erfunden, …  Alles hat ganz einfach begonnen. … auch unser Denkvermögen und Verhalten. Die Vorstellung, dass unsere Moralität nichts mit diesen bescheidenen Anfängen zu tun hat, wurde uns von der Religion eingetrichtert und von der Philosophie übernommen!“

Moral benötigt Wahrhaftigkeit, mehr als Ehrlichkeit, Wahrheit, selten Wirklichkeit!

Wahrhaftig bleiben: Die Kunst, wahrhaftig zu leben!

https://karrierebibel.de/wahrhaftig-bleiben/

„Unwahrhaftigkeit wird auch Pharisäismus genannt. … meint, dass man … anderen gegenüber im Denken, Reden, Verhalten und Tun falsch und heuchlerisch verhält, sich nach der gängigen Meinung und dem, was gerade gefällt oder gut ankommt, richtet und dabei seine eigenen Vorteile sucht.

 Wahrhaftigkeit verbindet sich mit dem Gewissen des Menschen, das ein Kompass für richtig und falsch ist. Auch kann nur der wahrhaftig leben und wirken, der sich umfassend, entsprechend seinem Stand und seinen Möglichkeiten, informiert. Wer wahrhaftig sein und bleiben will, muss auch zuhören und nachdenklich sein und echten Dialog mit seinen Mitmenschen führen sowie sich der Kritik anderer aussetzen.

Wahrhaftigkeit ist in allen menschlichen Beziehungen unabdingbar. …“.

Wie sinnvoll ist Authentizität?

https://www.deutschlandfunkkultur.de/philosoph-wolfgang-engler-wie-sinnvoll-ist-authentizitaet.2159.de.html?dram:article_id=384377

„Wie sind Menschen denn wirklich?… Was sagen Philosophen, Anthropologen, Leute, die sich mit Menschen beschäftigen, dazu: Wie sind Menschen wirklich, was ist ihre Wirklichkeit?…Darf ein weißer, privilegierter Schauspieler einen Schwarzen spielen, einen Flüchtling, einen Obdachlosen?“

Ausführliche philosophische Perspektive:

Das Paradox der Wahrhaftigkeit: Die Rolle des Schauspielers bei Diderot und Brecht

https://www.grin.com/document/135752

Sollen Theater und Film als Genussmittel oder Lehrmedien verstanden werden? Welche Verantwortung tragen sie und wie gehen wir mit dieser Verantwortung um.

 Das Wort „Wahrhaftigkeit“ stammt aus dem Lateinischen „Veracitas“, es benennt die „Charakterdisposition, die bewirkt, daß man Lügen und täuschenden Verhaltensweisen abgeneigt ist“. So könnten wir in diesem Zusammenhang auch den Begriff der Wahrheitsliebe bzw. des Wahrheitsliebenden einführen!“

Tim Theo Tinn 31. Juli 2020

TTT‘s Musiktheaterverständnis ist subjektiv davon geprägt keine Reduktion auf heutige Konsens- Realitäten, Yellow-Press (Revolverpresse) – Wirklichkeiten in Auflösung aller konkreten Umstände in Ort, Zeit und Handlung zuzulassen. Es geht um Parallelwelten, die einen neuen Blick auf unserer Welt werfen, um visionäre Utopien, die über der alltäglichen Wirklichkeit stehen – also surreal (sur la réalité) sind.

Profil: 1,5 Jahrzehnte Festengagement Regie, Dramaturgie, Gesang, Schauspiel, auch international. Dann wirtsch./jurist. Tätigkeit, nun freiberuflich: Publizist, Inszenierung/Regie, Dramaturgie etc. Kernkompetenz: Eingrenzung feinstofflicher Elemente aus Archaischem, Metaphysik, Quantentheorie u. Fraktalem (Diskurs Natur/Kultur= Gegebenes/Gemachtes) für theatrale Arbeit. (Metaphysik befragt sinnlich Erfahrbares als philosophische Grundlage schlüssiger Gedanken. Quantenphysik öffnet Fakten zur Funktion des Universums, auch zu bisher Unfassbarem aus feinstofflichem Raum. Glaube, Liebe, Hoffnung könnten definiert werden). TTT kann man engagieren.
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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Meli und Salsi proben für das Konzert in Taranto, es tut sich was in Italien!

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SOMMERFESTIVAL KITTSEE: HEUTE LETZTE VORSTELLUNG/ letzte Chance FÜR „WIENER BLUT“


Schlussapplaus Wiener Blut. Foto: Sommerfestival Kittsee/ Richard Schuster

Ist der Veranstalter zufrieden? Er hat großes Risiko genommen. Christian Buchmann mit Sohn Romeo. Foto: Esther Hatzi

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Peter Schünemann schreibt an den Online-Merker: Werden die Mitwirkenden einem Risiko ausgesetzt?

Boris Godunov by Mussorgsky at the Bolshoi Theatre, Moscow | mezzo.tv

Zu meiner täglichen Lektüre gehört der Online-Merker. Selbstverständlich akzeptiere ich Ihre Einstellung dem Coronavirus gegenüber, auch wenn ich sie nicht teile. Aber ich habe gut reden, lebe ich doch im relativ weniger betroffenen Finnland, bei dem im Alltag so gut wie nichts von Einschränkungen zu bemerken ist.

Ich denke, es ist Wert, sich einmal damit zu beschäftigen, wie das Mariinsky in dieser Zeit damit umgeht. Wenn sie den Woche für Woche veröffentlichten Spielplan verfolgen, so werden dort großformatige Werke wie Aida, Holländer und Boris aufgeführt, und auf den Fotos ist zu sehen, dass von Abstandhalter nicht die Rede ist, weder bei Solisten noch beim Chor. Allerdings sind bei den Streichern die Pulte einzeln besetzt.

Ist das eine gute oder schlechte Entwicklung? Werden die Mitwirkenden einem Risiko ausgesetzt?

Mit freundlichen Grüßen aus Lappland (Kurzurlaub)
Peter Schünemann

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DORNACH/ Schweiz: Figaro für Operneinsteiger
Musik: Wolfgang Amadeus Mozarts komische Oper Die Hochzeit des Figaro
Text des Erzählers Luna: Jasmin Solfaghari


Luna – vom Mond – erläutert die komplexe Geschichte, die vom Opernensemble und Orchester auf der Bühne dargestellt wird. Weit draussen am Himmel sich einsam fühlend steigt er immer wieder in unsere Theater und zu den Zuschauern hinab, um sich in der Oper ein wenig zu vergnügen. Hintergründig und humorvoll, Kosmopolit und kundiger Opernfan, lässt er uns an Einblicken der besonderen Art teilhaben.

Eine seiner Reisen verschlägt ihn in Mozarts Die Hochzeit des Figaro, welche Jasmin Solfaghari in turbolent-witziger Weise für Jung und Alt inszeniert hat.


Das der Oper zugrunde liegende 1781 geschriebene Theaterstück von Beaumarchais wurde von Louis XVI nach einer Lesung zwar verboten, nach der Uraufführung im Jahre 1784 jedoch war ihm ein triumphaler Erfolg beschieden, der damit quasi die anti-aristokratischen
Ressentiments der vorrevolutionären Bourgeoisie bestätigte. Figaros Hochzeit ist die Geschichte des Dieners Figaro, der trotz all seiner Intelligenz,Geschicklichkeit und Tüchtigkeit seinen Herrn, den Grafen Almaviva, nicht davon abhalten kann, sich für seine Verlobte Susanna zu interessieren. Durch die Hilfe der Gräfin undSusannas, samt vieler munterer Schlossbewohner, münden Intrigen und komische
Verwechslungen am Ende zum Sieg der Liebe. Wenn der entlarvte Graf vor seiner Frau aufdie Knie fällt und die Gräfin bereit ist zu Verzeihen, schenkt uns Mozart einen Augenblickwahrhafter Versöhnung. Eine Utopie, die bis heute keine Revolution erreichen konnte.
Zur Inszenierung von Jasmin Solfaghari in 2009: „Anderthalb Stunden lang sind vor Spannung und Begeisterung offenstehende Münder zur Bühne gerichtet“. Und weiter: „So gewinnt man Nachwuchs für die Oper.“ (Peter Korfmacher; Leipziger Volkszeitung).

Musikalische Leitung: Werner Seitzer
Inszenierung und Fassung: Jasmin Solfaghari
Bühne: Ben Baur, Kostüme: Vivien Waneck
Opernensemble PAMY Mediaproductions
Orchester N.N.
Termine und Ort:
Goetheanum Dornach, Schweiz
12.-14. März 202
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Petra und Helmut Huber aus Linz in Bad Ischl: Passend!


Foto: Huber

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