Ravel-Festival: Ist es etwa eine „Performance“?

Fotos: Concert du 5 septembre aux Récollets – Festaival Ravel (c) Valentine Chauvin

In Ciboure findet ein bizarres Nachmittagskonzert statt.

Jean-François Heisser, Klavier
Jean-Frédéric Neuburger, Klavier
Charles Heisser, Klavier 

Maurice Ravel (1875-1937) – Shéhérazade, Ouverture de Féerie; Rapsodie espagnole; Ma mère l’oye

Pierre Boulez (1925-2016) –Douze notations, Séquences 1-3

Jean-Frédéric Neuburger (*1986) – T, für drei Klaviere

Paul Dukas (1865-1935) – L’apprenti sorcier (Der Zauberlehrling)

Ciboure, CIAP Les Récollets, 5. September 2025, 17 Uhr

von Brian Cooper

Dieser Nachmittag gehört zu den mit Abstand bizarrsten Erlebnissen meines Konzertgängerdaseins. Das hängt sowohl mit dem Publikum als auch mit dem Geschehen auf der Bühne zusammen.

Drei flügellose Konzertflügel sind auf der Bühne aufgebahrt, dazu eine Art E-Piano oder Synthesizer – schwer zu erkennen von ganz oben – neben dem linken Flügel. „Jean-François Heisser, Jean-Frédéric Neuburger, Charles Heisser, Klavier 
Ciboure, CIAP Les Récollets, 5. September 2025, 17 Uhr“
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Klaus Mäkelä und die Amsterdamer überrollen das Publikum mit Klangmassen

Klaus Mäkelä und das Royal Concertgebouw Orchestra; Foto Patrik Klein

Der junge finnische Dirigent Klaus Mäkelä ist ein Publikumsliebling geworden. Und ist damit „sakrosankt“; kritische Worte werden da mehr oder minder niedergemacht. Nun bei dem aktuellen Konzert im Wiener Konzerthaus seien trotzdem einige nicht immer positive Anmerkungen erlaubt. Zumal der junge Mann auf dem heiklen Parkett der Spitzendirigenten sich auch der Kritik stellen muss.

Concertgebouw Orchestra Amsterdam
Dirigent: Klaus Mäkelä

Franz Schubert/Luciano Berio: Rendering

Gustav Mahler: Symphonie Nr. 5

Wiener Konzerthaus, 4. September 2025

von Herbert Hiess

Drei Jahre ist es schon wieder her, dass Klaus Mäkelä im Wiener Konzerthaus alle Symphonien mit dem Oslo Philharmonic Orchestra an drei Abenden brachte (Oslo Philharmonic Klaus Mäkelä, Dirigent Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 22. Mai 2022 – Klassik begeistert). Wenn auch ausgezeichnet umgesetzt, waren da doch einige Mängel zu finden – über die man wegen seines Alters hinwegsah. „Concertgebouw Orchestra Amsterdam, Klaus Mäkelä
Wiener Konzerthaus, 4. September 2025         “
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Junges Publikum trifft auf Rokoko und musikalische Moderne

DSO Bihlmaier, Soltani, Musikfest 04092025 © Marlene Pfau

...ein aufregendes Konzert unter Anja Bihlmaier in Berlin

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Anja Bihlmaier / Dirigentin

Kian Soltani / Violincello

Peter Tschaikowsky (1840-1893) / Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester A-Dur op. 33

Bernd Alois Zimmermann (1918-1970) / Musique pour les soupers du Roi Ubu

Olly Wilson (1937-2018)
/ Shango Memory

Dmitri Schostakowitsch
(1906-1975) / Symphonie Nr. 9 Es-Dur op. 70

Philharmonie Berlin, 4. September 2025

von Julian Führer

Das Musikfest Berlin bietet während mehrerer Wochen im September die Gelegenheit, unterschiedliche Orchester und Musizierstile kennenzulernen und so dem ohnehin schon reichen Berliner Musikleben noch weitere Facetten hinzuzufügen. Das DSO Berlin präsentierte unter Anja Bihlmaier ein abwechslungsreiches Programm, das einen Schwerpunkt in der musikalischen Groteske und im 20. Jahrhundert hatte. „DSO Berlin, Anja Bihlmaier Dirigentin
Philharmonie Berlin, 4. September 2025“
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Ravel-Festival: Spanische Einflüsse münden im Boléro

Saint-Jean-Baptiste in Saint-Jean-de-Luz © Dr. Brian Cooper

Das teilweise mitfilmende Publikum ist begeistert vom Konzert des Orchestre National de France in einer schönen Kirche.

Bertrand Chamayou, Klavier
Orchestre National de France

Philippe Jordan, Dirigent

Maurice Ravel (1875-1937) – Pavane pour une infante défunte; Klavierkonzert G-Dur; Rapsodie espagnole; Alborada del gracioso; Boléro

Saint-Jean-de-Luz, Église Saint-Jean-Baptiste, 4. September 2025, 20 Uhr 

von Brian Cooper

Dieser sinfonische Abend bleibt vor allem wegen der beeindruckenden Spielstätte in Erinnerung, der Kirche Saint-Jean-Baptiste in Saint-Jean-de-Luz. Sie ist geschichtlich nicht ganz unbedeutend, heiratete doch der Sonnenkönig, Louis XIV, am 9. Juni 1660 dort die Infantin Maria Teresa von Spanien, als eine der im Pyrenäischen Frieden von 1659 festgehaltenen Bedingungen. „Bertrand Chamayou, Klavier, ONP, Philippe Jordan Dirigent
Saint-Jean-de-Luz, 4. September 2025, 20 Uhr “
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Ravel-Festival: Das Klaviertrio rührt zu Tränen

Foto: Dr. Brian Cooper

In Ciboure erklingt Kammermusik an einem wunderschönen Ort.

Corina Belcea, Violine
Jean-Guihen Queyras, Violoncello
Bertrand Chamayou, Klavier

Junge Solistinnen und Solisten der Celloklasse der Académie Ravel 2025: Jana Bojanowski, Hugo Domínguez Fernández, Pierre Fontenelle, Johannes Gray, Mathilde Reuzé, Emilie Richter

Maurice Ravel (1875-1937) – Berceuse sur le nom de Gabriel Fauré; Klaviertrio; Sonate für Violine und Violoncello

Pierre Boulez (1925-2016) –Messagesquisse

Ciboure, CIAP Les Récollets, 4. September 2025, 17 Uhr

von Brian Cooper

Dieser Donnerstag ist ein Tag für alle Sinne. Der Rezensent hat sternemäßig gut gegessen, am quai Maurice Ravel in Ciboure, nur ein paar Haustüren von Ravels Geburtshaus entfernt. Und es sollten, nach einer halben Stunde am Hafen, sinnierend aufs Wasser geschaut und so fort, zwei schöne Konzerte folgen.

Foto Dr. Brian Cooper

Besonders das erste wartete mit einem derart exquisiten Programm auf, dass ich mich fragte, warum weder Ravels Klaviertrio noch seine Sonate für Violine und Violoncello so selten gespielt werden. Es sind Meisterwerke voller Überraschungen, Wendungen, Klangvariabilität. „Corina Belcea, Jean-Guihen Queyras, Bertrand Chamayou
Ciboure, CIAP Les Récollets, 4. September 2025, 17 Uhr “
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DIE FREITAG-PRESSE – 5. SEPTEMBER 2025

Klaus Mäkelä und Alena Baeva mit dem Concertgebouworkest © Wiener Konzerthaus / Julia Wesely

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE FREITAG-PRESSE –
5. SEPTEMBER 2025

Wien/Konzerthaus
Klaus Mäkelä führt das Koninklijk Concertgebouworkest zum Triumph
Zur Saisoneröffnung gab es im Wiener Konzerthaus ein großes Fest mit dem Spitzenorchester aus Amsterdam. Klaus Mäkelä dirigierte Mozart, Prokofjew und Bartók. Dessen Konzert für Orchester geriet zu einer veritablen Sensation, die vom Publikum verdient und ausgiebig gefeiert wurde.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.de

„DIE FREITAG-PRESSE – 5. SEPTEMBER 2025“ weiterlesen

Ravel-Festival: Pierre-Laurent Aimard, Analytiker und Intellektueller

Concerts du 2 septembre 2025 à Ciboure – Festival Ravel © Valentine Chauvin

Im Geburtsort des Komponisten erklingt in zwei Konzerten das Gesamtwerk für Klavier. Teil 2, fast im Dunkeln gehört, ist voller Atmosphäre.

Pierre-Laurent Aimard, Klavier

Maurice Ravel (1875-1937) – Miroirs; Gaspard de la nuit
Pierre Boulez (1925-2016) – 1. Klaviersonate; Incise

Ciboure, Église Saint-Vincent, 2. September 2025, 21 Uhr

von Brian Cooper

Im zweiten Konzert des Marathon-Tages, an dem in Ciboure das gesamte Klavierwerk Maurice Ravels zu hören war, spielte Pierre-Laurent Aimard zwei der technisch anspruchsvollsten Werke des Basken, Miroirs und Gaspard de la nuit. Damit nicht genug: Die mit Pause gut anderthalb Stunden Gesamtspielzeit des Konzerts, das damit wesentlich kürzer war als das Nachmittagsrezital, wurden durch zwei extrem schwierige Werke von Pierre Boulez ergänzt, der in diesem Jahr 100 geworden wäre. „Klaviermusik Ravel und Boulez,
Ciboure, Église Saint-Vincent, 2. September 2025, 21 Uhr“
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„Don Giovanni“ am Stresa Festival: Nicht nur klein und fein

Don Giovanni Stresa Festival © Gianpaolo Parodi

Musikalische Feinkost am Lago Maggiore
64. Stresa Festival vom 17. Juli bis zum 6. September 2025

Es bleibt ein zwiespältiger Eindruck: Die Trauer darüber, dass die ungünstige Wetterprognose dem Plan einer überaus stimmungsvollen Freilicht-Aufführung auf der kleinen Insel gegenüber Stresa einen Strich durch die Rechnung gemacht hat – und die Diskrepanz zwischen einer eher enttäuschenden Aufführung am ersten und einer in vieler Hinsicht fulminanten Präsentation am zweiten Abend.

Wolfgang Amadeus Mozart
Don Giovanni
Libretto: Lorenzo Da Ponte

Regie/Dramaturgie   Gianmaria Aliverta (VoceAllOpera)
Bühne   Francesco Donati
Kostüme   Sara Marcucci

Massimo Raccanelli   (Musikalische Leitung und Cello)

Stresa Festival Hall,
Piazzale Europa – Stresa (VB), 2. und 3. September 2025
, halbszenische Aufführung in italienischer Sprache

von Dr. Charles E. Ritterband

Lag es an der Enttäuschung, dass dieser „Don Giovanni“  nicht wie geplant (aus Witterungsgründen) auf der romantischen Isola dei Pescatori gegenüber von Stresa, sondern im modernen aber nichtssagenden Saal des Kongresshauses abgehalten werden musste? „Wolfgang Amadeus Mozart, Don Giovanni
Stresa Festival, 2. und 3. September 2025“
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Klaus Mäkelä führt das Koninklijk Concertgebouworkest zum Triumph

Klaus Mäkelä mit dem Concertgebouworkest im Großen Saal © Wiener Konzerthaus / Julia Wesely

Zur Saisoneröffnung gab es im Wiener Konzerthaus ein großes Fest mit dem Spitzenorchester aus Amsterdam. Klaus Mäkelä dirigierte Mozart, Prokofjew und Bartók. Dessen Konzert für Orchester geriet zu einer veritablen Sensation, die vom Publikum verdient und ausgiebig gefeiert wurde.

Wolfgang Amadeus Mozart
Symphonie D-Dur K 300a “Pariser Symphonie”

Sergej Prokofjew
Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 D-Dur op. 19

Béla Bartók
Konzert für Orchester Sz 116

Royal Concertgebouw Orchestra

Alena Baeva  Violine
Klaus Mäkelä Dirigent

Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 3. September 2025
Saisoneröffnungsfest

von Dr. Rudi Frühwirth

Zum Auftakt der 113. Saison des Wiener Konzerthauses hatte Intendant Matthias Naske eines der weltbesten Orchester geladen, das Koninklijk Concertgebouworkest mit seinem designierten Chefdirigenten Klaus Mäkelä.

Das Programm begann mit Mozarts Pariser Symphonie. Da der zweite Satz, ein Andantino, bei der Uraufführung in Paris nicht allgemein gefiel, schrieb Mozart einen weiteren Mittelsatz, der auch an diesem Abend zu hören war.

Er dürfte um Einiges anspruchsloser sein als die Erstversion, wie einem Brief Mozarts an seinen Vater zu entnehmen ist. Da die Symphonie nur drei Sätze hat, wäre es durchaus möglich und höchst reizvoll, dem Publikum beide Versionen vorzustellen. Ob es heute so urteilen würde wie die Pariser im Juli 1778? „Saisoneröffnung: Royal Concertgebouw Orchestra, Klaus Mäkelä
Wiener Konzerthaus, Großer Saal, 3. September 2025“
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Esa-Pekka Salonen komponiert und dirigiert den Elphi-Auftakt souverän

Esa-Pekka Salonen © Patrick Swirc

Mit Esa-Pekka Salonens neuestem Hornkonzert und Stefan Dohr als Solisten startete der Hamburger Musiktempel am Elbufer souverän in die neue Spielzeit. Auch die beiden Klassiker von Strauss und Sibelius meisterte das Orchestre de Paris mit eifriger Brillanz!   

Elbphilharmonie Hamburg, 3. September 2025

Orchestre de Paris
Esa-Pekka Salonen, Dirigent

Werke von Richard Strauss, Esa-Pekka Salonen und Jean Sibelius

von Johannes Karl Fischer

Wagner, Beethoven, Mahler, bis vor nicht allzu langer Zeit waren Komponisten-Dirigenten eher die Norm als die Ausnahme. Leider sind die beiden Disziplinen heuer recht weit auseinander geraten… nicht so bei Esa-Pekka Salonen, der zur Saisoneröffnung der Hamburger Elbphilharmonie natürlich sein kürzlich komponiertes Hornkonzert zu Gehör brachte! „Orchestre de Paris, Esa-Pekka Salonen, Dirigent
Elbphilharmonie Hamburg, 3. September 2025“
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