Villazóns Regie degradiert Rossinis “Italiana in Algeri” zu billigem Klamauk

Deutsche Oper Berlin: L’Italiana in Algeri © Eike Walkenhorst

Rolando Villazón inszeniert sich in seinem Künstlerleben gern als Clown. Diese Einstellung versucht er auch immer wieder in seine Operninszenierungen einzubringen, meistens mit nicht sehr großem Erfolg. Auch so an der Deutschen Oper Berlin, wo er Rossinis Dramma giocoso “L’Italiana in Algeri” inmitten mexikanischer Wrestler gnadenlos abwürgt.

Gioachino Rossini (1792-1868)
L’ITALIANA IN ALGERI
Dramma giocoso in zwei Akten  (Libretto von Angelo Anelli)

Musikalische Leitung: Alessandro De Marchi
Inszenierung: Rolando Villazón 

Bühne: Harald Thor
Kostüme: Brigitte Reiffenstuel

Deutsche Oper Berlin, 11. März 2026

von Jean-Nico Schambourg

Im Begleitheft der Deutschen Oper Berlin steht zu lesen, dass die Oper von Gioachino Rossini “L’Italiana in Algeri” sexistisch und rassistisch sei. Dabei kämpft hier eine Frau erfolgreich gegen eine Welt, wo Frauen nur da sind um Männern zu dienen.

„Gioachino Rossini (1792-1868), L’Italiana in Algeri, Regie Rolando Villazón
Deutsche Oper Berlin, 11. März 2026“
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Der neue Münchner Rigoletto: Gilda, Rigoletto und der Chor wirken stark in mir

Serena Sáenz als Gilda © Geoffroy Schied

Den größten Schlussapplaus heimsen Bariton Ariunbaatar Ganbaatar als Rigoletto und Sopran Serena Sáenz als Gilda vollkommen zu Recht ein. Der Chor ist an diesem Abend die dritte Wirkmacht, die mich überzeugt.

Rigoletto
Melodramma in drei Akten (1851)

Komponist   Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave nach
Victor Hugos Schauspiel Le Roi s’amuse.

Musikalische Leitung   Maurizio Benini

Inszenierung   Barbara Wysocka
Bühne   Barbara Hanicka
Kostüme   Julia Kornacka
Licht   Marc Heinz
Chor   Christoph Heil
Dramaturgie   Malte Krasting

Bayerisches Staatsorchester
Bayerischer Staatsopernchor

Nationaltheater, München, 11. März 2026

von Frank Heublein

An diesem Abend steht im Nationaltheater die zweite Aufführung der Neuproduktion der Bayerischen Staatsoper von Verdis Rigoletto in München auf dem Programm.

Verdis Klangfarbe, die er „tinta musicale“ nennt, ist zentraler Wirkmechanismus seiner Werke. Anders doch in gleicher Richtung fängt das auch Victor Hugo ein – sein Zitat ist im Programmbuch zu lesen: „Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.“ Tja, da fühle ich, ach, diese entsetzliche Lücke in mir. „Giuseppe Verdi, Rigoletto
Nationaltheater, München, 11. März 2026“
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Shira Patchornik präsentiert selten gehörte Barockperlen

CD/Blu-ray Besprechung:

Hier musizieren eine Solistin und ein Ensemble auf hohem Niveau und nehmen den Hörer mit auf eine interessante Reise durch das barocke Repertoire.

Bella Furia
Shira Patchornik

Chaarts chamber artists

Solo Musica SM 553

von Peter Sommeregger

Die aus Israel stammende, aber in Leipzig ausgebildete Sopranistin Shira Patchornik versammelt in diesem Album barocke Arien aus Opern von fünf Komponisten einer Generation. Sie kombiniert Arien, die von Mägden oder Dienerinnen gesungen werden, mit solchen von Gräfinnen und Königinnen, und spürt dabei den verschiedenen Temperamenten der Protagonistinnen nach, arbeitet deren unterschiedliche Persönlichkeiten in ihren Interpretationen heraus. „CD/Blu-ray Besprechung: Bella Furia, Shira Patchornik, Chaarts chamber artists
klassik-begeistert.de, 12. März 2026“
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DIE DONNERSTAG-PRESSE – 12.  MÄRZ 2026

Tito © Marcella Ruiz Cruz

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DONNERSTAG-PRESSE – 12.  MÄRZ 2026

Wien/Staatsoper
Künstlerisch geht’s steil bergab (Bezahlartikel)
Mit Wolfgang Amadé Mozarts „La clemenza di Tito“ unterschreitet an der Wiener Staatsoper szenisch, sängerisch und dirigentisch weit das Niveau, für das dieses Haus einmal berühmt war.
FrankfurterAllgemeine.net

Wien/Staatsoper/Tito-Premiere
9.3.26, „La clemenza di Tito“, Staatsoper, Premiere
Wenig Glanz verbreitete die Neuinszenierung von „La clemenza di Tito“ an der Wiener Staatsoper. Die mit tänzerischem Aktionismus übertünchte „Insuffizienz“ der Inszenierung von Jan Lauwers sowie mäßige Gesangsleistungen summierten sich zu einem langweiligen Premierenabend.
operinwien.at

Mozart mit Attacke: Pablo Heras-Casado bürstet „Titus“ gegen den Strich
Reduzierte Bilder, offene Bühne, satter Klang. Bei der Neuproduktion von Mozarts „La clemenza di Tito“ setzt Regisseur Jan Lauwers an der Wiener Staatsoper auf viel Freiraum. Dirigent Pablo Heras-Casado formt die Musik mit Kraft. Das Sänger-Ensemble ist solide, ohne große Sternstunden. Dass die Neuproduktion von Mozarts „Titus“ kein Aufreger wird, war im Vorfeld klar. Regisseur Jan Lauwers knüpft bei seiner Arbeit an bereits von ihm bekannte Inszenierungen an. Große freie Fläche bis weit nach hinten in den Bühnenraum, ein Parkettboden, kaum Requisiten. Im Mittelpunkt des Regisseurs steht der Ausdruck, den er in Form von Tanz bewältigen lässt.
Von Jürgen Pathy
Klassik-begeistert.de

„DIE DONNERSTAG-PRESSE – 12.  MÄRZ 2026“ weiterlesen

Mozart mit Attacke: Pablo Heras-Casado bürstet „Titus“ gegen den Strich

Pablo Heras-Casado © Fernando Sancho

Reduzierte Bilder, offene Bühne, satter Klang. Bei der Neuproduktion von Mozarts „La clemenza di Tito“ setzt Regisseur Jan Lauwers an der Wiener Staatsoper auf viel Freiraum. Dirigent Pablo Heras-Casado formt die Musik mit Kraft. Das Sänger-Ensemble ist solide, ohne große Sternstunden.

Wolfgang Amadeus Mozart, La clemenza di Tito

Opera Seria in zwei Akten
Text  Pietro Metastasio
in einer Bearbeitung von Caterino Tommaso Mazzolà

Wiener Staatsoper, 9. März 2026 (Premiere)

von Jürgen Pathy

Dass die Neuproduktion von Mozarts „Titus“ kein Aufreger wird, war im Vorfeld klar. Regisseur Jan Lauwers knüpft bei seiner Arbeit an bereits von ihm bekannte Inszenierungen an. Große freie Fläche bis weit nach hinten in den Bühnenraum, ein Parkettboden, kaum Requisiten. Im Mittelpunkt des Regisseurs steht der Ausdruck, den er in Form von Tanz bewältigen lässt.

„Wolfgang Amadeus Mozart, La clemenza di Tito
Wiener Staatsoper, 9. März 2026 (Premiere)“
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Die Gebrüder Jussen in Köln: „Im Anfang war der Rhythmus“

Lucas und Arthur Jussen © Marco Borggreve

Die Gebrüder Jussen gastieren zum Auftakt ihrer Tournee mit zwei Schlagzeugern in Köln.

 Kölner Philharmonie, 9. März 2026

Duke Ellington (1899-1974) – Brasilliance (arr.: Oran Eldor)
Steve Reich (*1936) – Fast (aus: Quartet)
Paul Lansky (*1944) – Sechs Sätze aus Textures
Maurice Ravel (1875-1937) – La valse. Fassung für zwei Klaviere
Alexej Gerassimez (*1987) – Beyond Stickability (Uraufführung)
Leonard Bernstein (1918-1990) – Symphonic Dances from West Side Story (arr.: Peter Sadlo)
John Adams (*1947) – Short Ride in a Fast Machine (arr.: Alexej Gerassimez)

Lucas & Arthur Jussen, Klavier
Alexej Gerassimez, Percussion
Emil Kuyumcuyan, Percussion

von Brian Cooper

Der Schreiber dieser Zeilen neigt nicht zum Aberglauben, aber mit den Gebrüdern Jussen war’s bislang schon ein wenig verhext. Grippe, COVID, Krankheit: Immer, wenn ich eine Karte hatte, kam etwas Unangenehmes dazwischen.

Endlich hat es im März 2026 geklappt, Lucas und Arthur Jussen zum ersten Mal live zu erleben. Und sie sind in Begleitung zweier Perkussionisten, Alexej Gerassimez, dessen Name mir etwas sagte, und Emil Kuyumcuyan, den ich noch nicht kannte. „Lucas & Arthur Jussen, Alexej Gerassimez, Emil Kuyumcuyan
Kölner Philharmonie, 9. März 2026“
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DIE MITTWOCH-PRESSE – 11. MÄRZ 2026

„La Clemenza di Tito“ Katleho Mokhoabane © Marcella Ruiz Cruz

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DIE MITTWOCH-PRESSE – 11. MÄRZ 2026

Wien/Staatsoper
Rettungsaktion mit Mozart
Hollywood-Schauspieler Timothée Chalamet hat die Gattung Oper in einem öffentlichen Gespräch für irrelevant erklärt und damit vergangene Woche eine Welle der Empörung ausgelöst. Zahlreiche große Opernhäuser reagierten via Instagram und luden den Oscar-Anwärter in ihre ausverkauften Vorstellungen ein. Auch die Wiener Staatsoper machte bei der Aktion mit – und trat am Montagabend mit der Neuinszenierung von Mozarts „La clemenza di Tito“ den Gegenbeweis an
orf.at

Staatsopern-Premiere
„La clemenza“: Mörderischer, römischer Tanzboden
Alles rennt, rettet, flüchtet. Schon in der von Pablo Heras-Casado forsch abgespulten Ouvertüre wird gerauft, gebalgt, gekämpft: konfuse Turn- und Tanzstunden! Regisseur Jan Lauwers, dem die Staatsoper großartige Produktionen wie Monteverdis „Poppea“ verdankt, kann seine Leidenschaft für Tanz und Choreografie in seiner Inszenierung von Mozarts „La clemenza di Tito“ nicht verleugnen. Die Spannung in den ständig wechselnden, subtilen Intrigenszenen um eine Heirat des Kaisers Tito bleibt aber bei so viel Trubel und Turbulenzen auf der Strecke. Soll Tito Vitellia, Tochter des gestürzten Vorgängers und Ausländerin, oder die beliebte Römerin Servilia zur Frau nehmen? Eine Polit-Katastrophe mit Mord und Revolte bahnt sich an.
krone.at

„DIE MITTWOCH-PRESSE – 11. MÄRZ 2026“ weiterlesen

Guggeis zerlegt die Pastorale und entzündet Bernsteins Age of Anxiety

© Diana Hillesheim

Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 6 F-Dur „Pastorale“ op. 68

Leonard Bernstein: Sinfonie Nr. 2 „The Age of Anxiety“

Solist: Kirill Gerstein, Klavier

Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Thomas Guggeis, musikalische Leitung

7. Museumskonzert , Alte Oper Frankfurt, 9. März 2026

von Dirk Schauß

Es ist ein gewagter Spagat, den Thomas Guggeis am Montagabend in der Alten Oper Frankfurt wagt: Er spannt den Bogen von der idyllischen Naturflucht eines Ludwig van Beethoven hin zur urbanen Existenzangst eines Leonard Bernstein. Das Frankfurter Opern- und Museumsorchester folgt ihm dabei in eine klangliche Welt, die zwischen mikroskopischer Präzision und rauschhafter Ekstase changiert. „Kirill Gerstein, Klavier Frankfurter Opern- und Museumsorchester Thomas Guggeis
Alte Oper Frankfurt, 9. März 2026“
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Riccardo Chailly kehrt nach Amsterdam zurück

Concertgebouworkest, Riccardo Chailly © Eduardus Lee

Endlich hat es geklappt! Und der Italiener beweist, dass sowohl er als auch das niederländische Orchester ein Händchen für russisches Repertoire haben. Die triumphale Aufführung zweier äußerst selten gespielter Werke Sergei Prokofjews gerät zur veritablen Sternstunde.

Sergei Prokofjew (1891-1953) – Sinfonie Nr. 4 c-Moll op. 112 (überarbeitete und erweiterte Fassung);

Alexander Newski. Kantate in sieben Episoden für Mezzosopran, Chöre und Orchester op. 78

Marie-Nicole Lemieux, Mezzosopran (für Jekaterina Sementschuk)
Groot Omroepkoor
Koor van de Nationale Opera

Concertgebouworkest
Riccardo Chailly, Dirigent

Concertgebouw, Amsterdam,  8. März 2025

von Brian Cooper

Wenn man verliebt ist, ist man nicht neutral. Man hält die Person, die man liebt, also wirklich aufrichtig liebt, für den besten Menschen der Welt. Man sagt einander Dinge, die niemand Anderes hören soll, und die mitunter ganz objektiv Unsinn sind. Zum Beispiel gibt es weit mehr als nur eine „beste Mama der Welt“. „Concertgebouworkest, Riccardo Chailly, Dirigent, Prokofjew
Concertgebouw, Amsterdam,  8. März 2025“
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Sir Simon Rattle huldigt Gustav Mahler und wird Ehrendirigent der Staatskapelle Berlin

Sir Simon Rattle © Astrid Ackermann

Symphoniekonzert V

Gustav Mahler
Symphonie Nr. 2 c-Moll, Auferstehungssymphonie

Christiane Karg  Sopran
Karen Cargill  Mezzosopran

Sir Simon Rattle, Dirigent
Staatsopernchor
Staatskapelle Berlin

Staatsoper Unter den Linden, Berlin, 9. März 2026

von Peter Sommeregger

In seiner Zeit als Chefdirigent der Berliner Philharmoniker hat Simon Rattle über die Jahre sämtliche Symphonien Gustav Mahlers aufgeführt, auch danach bilden sie einen Teil seines Repertoires. Im Rahmen des Symphoniekonzertes V der laufenden Saison setzte Rattle die 2., so genannte Auferstehungssymphonie auf das Programm. „Gustav Mahler, Symphonie Nr. 2 c-Moll, Sir Simon Rattle, Dirigent
Staatsoper Unter den Linden Berlin, 9. März 2026“
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