Goyo Montero choreographiert in Hannover einen Schwanensee, der eigentlich etwas ganz anderes zeigt

Schwanenseeensemble (Foto:RW)

Insgesamt hat Goyo Montero ein bildgewaltiges Tanzrätsel auf die Bühnen gebracht. Warum ihm nun der bösartige Rotbart ein Ballett würdig war, erschloss sich mir allerdings nicht. Ein traumatisierter junger Prinz wird vom Suizid abgebracht und entwickelt sich zum pervers-sadistischen Herrscher, und das Publikum wird Zeuge seiner Obsessionen. Für eine empfindliche Kinderseele ist das sicher nicht geeignet.


Schwanensee, Rotbarts Geschichte
Ballett von Goyo Montero

Musik:  Pjotr Tschaikowski

Niedersächsisches Staatsorchester
Leitung   Piotr Jaworski

Bühne: Curt Allen Wilmer und Leticia Gañán Calvo
Kostüme: Salvador Mateu Andújar

Staatsballett Hannover, Staatsoper Hannover, Uraufführung vom 24. Januar 2026

von Dr. Ralf Wegner

Die Staatsoper Hannover verfügt über eine große Bühne, beschäftigt aber mit knapp 30 Tänzerinnen und Tänzern ein für die niedersächsische Metropole und Hauptstadt recht kleines Ensemble; obwohl es sich Staatsballett nennt. Dresden oder Stuttgart sind nicht wesentlich größer als Hannover; dort ist man aber in der Lage, mit den deutlich größeren Ensembles großes klassisches Ballett zu präsentieren. „Schwanensee, Rotbarts Geschichte, Ballett von Goyo Montero
Staatsoper Hannover, Uraufführung vom 24. Januar 2026“
weiterlesen

Das Divertissementchen „E Levve för Kölle“ ist ein Riesenspaß

Divertissementchen 2026 © Stefanie Althoff – Ein Ständchen für Konrad Adenauer im Himmel: Queen Elisabeth II. (Peter Wallraff) an der Fanfare
Prinz Philip (Ralf Kaiser) und die Engel (v.l.: Simon Wendring, Manuel Anastasi) sind begeistert.


„Das große kölsche Chor-Musical der Cäcilia Wolkenburg“ ist in der Ausgabe von 2026 eine sehr gelungene Hommage an einen prominenten ehemaligen Kölner Oberbürgermeister zu dessen 150. Geburtstag. Maßgeblich beteiligt am Spektakel, als Autor und Schauspieler, ist ein ehemaliger Bonner Oberbürgermeister.

Darsteller: Bühnenspielgemeinschaft Cäcilia Wolkenburg im Kölner Männer-Gesang-Verein (KMGV)

Regie:  Lajos WENZEL
Buch:  Jürgen NIMPTSCH
Musik & Arrangements:  Thomas GUTHOFF
Liedtexte: Johannes FROMM, Manfred SCHREIER

Einstudierung: Philip VAN BUREN, Thomas GUTHOFF, Benedict NAGEL, Bernhard STEINER

Dirigat: Philip VAN BUREN, Benedict NAGEL, Bernhard STEINER

Bühnenbild: Tom GRASSHOF
Kostüme: Judith PETER
Choreografie: Katrin BACHMANN, Jens HERMES
Ton-Design: Thomas WEGNER
Licht-Design: Andreas GRÜTER

ORCHESTER & BAND: BERGISCHE SYMPHONIKER

WESTWOOD SLICKERS
Gesamtleitung: Simon WENDRING

Oper Köln im Staatenhaus,  Köln, 23. Januar 2026

von Brian Cooper

Seit über 150 Jahren ist es eine feste kölsche Institution: das Divertissementchen, auch „Zillche“ genannt. Etwa dreißig Vorstellungen gibt es jedes Jahr, sie sind Kult, und sie sind stets binnen weniger Stunden im Herbst des Vorjahres ausverkauft.

Was genau ist eigentlich ein Divertissementchen? Nun, vielleicht kann man es als so etwas wie eine schräge, wilde Mischung aus Karneval, Chorfest, Männerballett, Musical, Politsatire, Revue und Oper(ette) beschreiben. Et Zillche findet normalerweise auch tatsächlich im Opernhaus am Offenbachplatz statt, doch da dessen Sanierung noch immer nicht abgeschlossen ist, wie auch im jüngsten Kölner Tatort thematisiert, gastiert man nun zum letzten Mal im Staatenhaus auf der schäl Sick, der „falschen Seite“ des Rheins, die in der aktuellen Ausgabe ausgiebig besungen wird. „„Das große kölsche Chor-Musical der Cäcilia Wolkenburg“
Oper Köln im Staatenhaus,  Köln, 23. Januar 2026“
weiterlesen

Regisseur Rolando Villazón knackt beinahe den Jackpot

MoWo2026 Zauberflöte © Werner Kmetitsch

Viva Mozart. Alles im Zeichen des Salzburger Sohns, Wunderkinds und Komponisten. Bei der Mozartwoche gelingt Rolando Villazón eine außergewöhnliche Deutung der „Zauberflöte“. Abgesehen von Feinheiten überzeugen die Sänger durch die Bank. Das Mozarteumorchester Salzburg unter der musikalischen Leitung von Roberto González-Monjas füllt die Partitur mit Feuer, Tiefgang und glänzenden Einzelstimmen.

Wolfgang Amadeus Mozart & Emanuel Schikaneder
Die Zauberflöte (Premiere)

Mozartwoche, Haus für Mozart, 23. Januar 2026

von Jürgen Pathy

Nach der Vorstellung bleiben einige verdutzte Gesichter. Dass Mozarts Leichnam zum Ende per Seil in die Höhe schwebt, verursacht Unruhe im Saal. Als er kurz danach quietschfidel plötzlich Salti schlägt, heißt es nur: „Das ist eben Villazón“. Der gebürtige Mexikaner hatte Mozart bis dahin eine berührende Hommage gewidmet. Alles in seiner Inszenierung dreht sich um den berühmtesten Sohn Salzburgs, dessen Familie ursprünglich aus Bayern zugezogen sei.

„W.A. Mozart & Emanuel Schikaneder, Die Zauberflöte (Premiere)
Haus für Mozart, 23. Januar 2026“
weiterlesen

DIE SONNTAG-PRESSE – 25. JANUAR 2026

Benamor © Monika Rittershaus

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 25. JANUAR 2026

Wien/MusikTheater an der Wien
Spaßiger Geschlechtertausch im spanischen Orient
Das Theater an der Wien zeigt seit diesem Wochenende Pablo Lunas Zarzuela „Benamor“. Christof Loy hat die spanische Operette ungebrochen als flotten, hervorragend besetzten, aber letztlich harmlosen Musiktheaterabend inszeniert.
krone.at

„Benamor“ im Theater an der Wien: Spanisch-Kurs mit Zarzuela (Bezahlartikel)
Geschlechtertausch-Operette von Pablo Luna als orientalisches Märchen in Szene gesetzt.
Kurier.at

Wien/MusikTheater an der Wien
„Benamor“ im Theater an der Wien: Nehmt das bitte nicht zu ernst! (Bezahlartikel)
Zwischen Shakespeare und Pension Schöller: Die freche Zarzuela „Benamor“ im Theater an der Wien bietet Unterhaltung, Camp und gute Musik. Die Mitwirkenden agieren großartig.
DiePresse.com

„DIE SONNTAG-PRESSE – 25. JANUAR 2026“ weiterlesen

DIE SAMSTAG-PRESSE – 24. JANUAR 2026

Daniel Harding © Julian Hargreaves

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SAMSTAG-PRESSE – 24. JANUAR 2026

Hamburg
Strauss mit viel Saus: Die Wiener Philharmoniker gastieren in Hamburg unter Daniel Harding
Mit gleich zwei spektakulären Tondichtungen brachten die Wiener Philharmoniker ihren weltweit einzigartigen Strauss-Klang nach Hamburg und ernteten vor allem für die Zugabe stürmischen Applaus. Auch der dritte Don Juan der laufenden Elbphilharmonie-Spielzeit sorgte für einen begeisternden Musikabend an der Elbe!
Von Johannes Karl Fischer
Klassik-begeistert.de

Salzburg/Mozartwoche
Rolando Villazón inszeniert in Salzburg Mozarts „Zauberflöte“
Sendung „Fazit“. Audio von Jörn Florian Fuchs (9,20 Min.)
deutschlandfunkkultur.de

„DIE SAMSTAG-PRESSE – 24. JANUAR 2026“ weiterlesen

John Neumeiers Ballett Tod in Venedig begeistert in Hamburg erneut das von weit her angereiste Publikum

Tadzios Schwestern und der jüngere Aschenbach (Foto: RW)

Lennard Giesenberg überzeugte als Tadzio. Er gab der Rolle die notwendige unbeschwerte Jugendlichkeit, verbunden mit offener Herzlichkeit dem älteren Aschenbach gegenüber, der seine Zeit einsam am Lido von Venedig verbringt. Optisch ähnelte er dem jungen Edvin Revazov, der diese Rolle vor 23 Jahren kreiert hatte.

Tod in Venedig, ein Totentanz von John Neumeier

Frei nach der Novelle von Thomas Mann

Bühnenbild: Peter Schmidt
Musik: Johann Sebastian Bach und Richard Wagner (vom Band)

Am Klavier: Mari Kodama

Hamburgische Staatsoper, 22. Januar 2026

von Dr. Ralf Wegner

Auch bei dieser 102. Aufführung dieses Balletts von John Neumeier war das Hamburger Opernhaus bis zum letzten Platz gefüllt, jedenfalls sah ich keine leeren Sitze. Gleiches gilt für die bereits beendeten Serien der Neumeierballette Die Möwe, Die Kameliendame oder Nussknacker, während die noch von Demis Volpi initiierten Mehrteiler The Times are Racing und Slow Burn offensichtlich kaum Publikum finden. Die für April und Mai geplanten Serien sind bisher nicht einmal zu einem Drittel gebucht, während die dazwischen geplanten Vorstellungen des Neumeierballetts Nijinsky bereits zu gut Zweidrittel Kundschaft fanden. „Tod in Venedig, ein Totentanz von John Neumeier
Hamburgische Staatsoper, 22. Januar 2026“
weiterlesen

„Ich finde, dass es hier eine ganz tolle Qualität gibt!“

Philipp Himmelmann © Armin Bardel

Interview mit dem Regisseur Philipp Himmelmann in Lübeck

Philipp Himmelmann, geboren 1962, studierte Gesang und Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg und Gesang an der Guildhall School of Music in London. Der gefragte Regisseur inszenierte an zahlreichen großen Häusern und Festspielen, wie Bregenz (Opern- und James Bond-Fans erinnern sich an das Bühnenbild mit dem riesigen Auge), Luzern, Wien, St. Margarethen, Rouen, Nancy, Saarbrücken, Braunschweig, Essen, Baden-Baden, Düsseldorf, Berlin und Hannover. Er arbeitete mit namhaften Dirigenten zusammen, u.a. Simon Rattle, Marco Armiliato, Ádám Fischer, Marcello Viotti, Fabio Luisi, Daniele Gatti, Marc Albrecht, Christian Thielemann, Massimo Zanetti, Reinhard Goebel und Iván Fischer.

Nun inszeniert er „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach, nach „Carmen“ zum Ende der vergangenen Spielzeit, am Theater Lübeck. Der sympathische Regisseur war gerne für ein Gespräch mit
„klassik-begeistert“ bereit.

Das Interview führten Dr. Regina und Dr. Andreas Ströbl.

„Die Partitur wird, egal, was die Regie damit macht, immer überleben“

klassik-begeistert: Zunächst nochmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Lübecker „Carmen“, derzeit als Wiederaufnahme zu erleben, die durch ihre stark entschlackte Reduktion auf einen Krimi mit einem Femizid als Zentralthema die Zuschauer begeistert und soghaft in ihren Bann zieht (https://klassik-begeistert.de/georges-bizet-carmen-theater-luebeck-3-juli-2025/). Es gibt keinen Kinderchor, keine Klischee-Folklore, das funktioniert ganz großartig, nicht zuletzt aufgrund der psychologischen Feinzeichnung des Täters. Aber, so naiv die Frage klingt, wie weit darf ein Regisseur gehen? Darf er einfach machen, was er will, oder gibt es eine innere Grenze, bevor das Werk vollständig verlorengeht? „Interview: kb im Gespräch mit dem Regisseur Philipp Himmelmann
Theater Lübeck, 21. Januar 2026“
weiterlesen

Strauss mit viel Saus: Die Wiener Philharmoniker gastieren in Hamburg unter Daniel Harding

Daniel Harding © Stephan Rabold

Mit gleich zwei spektakulären Tondichtungen brachten die Wiener Philharmoniker ihren weltweit einzigartigen Strauss-Klang nach Hamburg und ernteten vor allem für die Zugabe stürmischen Applaus. Auch der dritte Don Juan der laufenden Elbphilharmonie-Spielzeit sorgte für einen begeisternden Musikabend an der Elbe!  

Elbphilharmonie, Hamburg, 20. Januar 2026

Wiener Philharmoniker
Daniel Harding, Dirigent

Werke von Richard Strauss und Joseph Haydn

von Johannes Karl Fischer

Bereits zum dritten Mal in dieser Spielzeit eröffnete Richard Strauss’ Don Juan einen Abend in der Elbphilharmonie. „Schon wieder Don Juan?“ Nein, dieser spektakuläre Orchesterschlager fegte die Konkurrenz vollkommen von der Bühne!

Auch der heimische Chefdirigent Alan Gilbert saß im Publikum. Kein Wunder, das war heute einer der mitreißendsten Musikabende je an der Elbe. Fast schon wie ein Selbstläufer segelte der weltweit einzigartige Strauss-Klang der Wiener Philharmoniker durch die Ränge. Die luftigen Streichermelodien sprangen wie Schaum auf dem Bierglas zwischen sauber schallenden Trompeten empor. Konzertmeisterin Albena Danailova ließ die Musiker klangvoll und fast schon mühelos durch die sehr zahlreichen Probespielstellen dieses Orchesterhimalayas sausen. So muss es sein! „Wiener Philharmoniker, Daniel Harding, Dirigent
Elbphilharmonie, Hamburg, 20. Januar 2026“
weiterlesen

Alterslos am Pult: Marek Janowski dirigiert (vielleicht) letztmalig in Frankfurt

© Diana Hillesheim

Felix Mendelssohn Bartholdy
Konzert für Violine und Orchester e-moll op. 64

Anton Bruckner
Sinfonie Nr. 7 E-Dur

Arabella Steinbacher, Violine

Marek Janowski, musikalische Leitung
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

Konzert in der Alten Oper Frankfurt, 19. Januar 2026

von Dirk Schauß

Der 19. Januar 2026 in der Alten Oper Frankfurt markierte möglicherweise das Ende einer Ära. Marek Janowski, geboren am 18. Februar 1939 in Warschau, fast 87 Jahre alt und einer der letzten großen Vertreter der klassischen deutschen Dirigentenschule, kehrte zum Frankfurter Opern- und Museumsorchester zurück – sehr wahrscheinlich zum letzten Mal. „Frankfurter Opern- und Museumsorchester, Marek Janowski
Alte Oper Frankfurt, 19. Januar 2026“
weiterlesen

DIE FREITAG-PRESSE – 23. JANUAR 2026

The Metropolitan Opera New York © Metopera

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE FREITAG-PRESSE – 23. JANUAR 2026

New York
Metropolitan Opera muss vielleicht Chagall-Wandgemälde verkaufen

Intendant Peter Gelb fehlen Millionen Dollar. Kündigungen, Gehaltskürzungen und eingemietete Musicals stehen im Raum. Und der Verkauf von Chagall-Bildern. Erst im vergangenen Jahr hatte die Metropolitan Opera einen Deal mit Saudi-Arabien ausgehandelt, um sich aus ihrer bereits aus Covid-Zeiten resultierenden, prekären finanziellen Lage zu befreien: Das Königreich wollte das Haus über einen Zeitraum von acht Jahren mit insgesamt 200 Millionen Dollar unterstützen, dafür sollten Stars aus New York jeden Winter drei Wochen lang im Royal Diriyah Opera House nahe Riad gastieren. Nun könnte dieser – ohnehin wegen der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien umstrittene – Vertrag nicht zustande kommen. Das lässt Intendant Peter Gelb möglicherweise zu drastischen Mitteln greifen.
Kurier.at

„DIE FREITAG-PRESSE – 23. JANUAR 2026“ weiterlesen